Es war einmal in Amerika

Once Upon a Time in America (1984), IT/US Laufzeit 228 Minuten, FSK 16, Kriminalfilm, Drama, Thriller, Kinostart 12.10.1984

noch nicht bewertet

Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
8.0
Kritiker
49 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.9
Community
10570 Bewertungen
145 Kommentare
admin image admin trailer admin edit edit group memberships sweep cache Moviemaster:Movie

von Sergio Leone, mit Robert De Niro und James Woods

New York zur Zeit der Prohibition: Max, Noodles und ihre Freunde verdienen sich bereits als Kinder mit Erpressungen und Schmuggeleien den einen oder anderen Dollar dazu. Jahre später – Noodles wird nach einer langen Haftstrafe für einen Mord aus dem Gefängnis entlassen – haben es die Freunde von damals unter Max zu einem skrupellosen Gangstersyndikat gebracht. Doch Ehrgeiz und Habgier zerstören die jahrzehntelange Freundschaft und schließlich kommt es zu einem entsetzlichen Verrat.

  • 37795279001_1859732165001_th-5061aa3454eeb0e4a0d75856-1592194035001
  • Es war einmal in Amerika - Bild 1973171
  • Es war einmal in Amerika - Bild 1973158
  • Es war einmal in Amerika
  • Es war einmal in Amerika

Mehr Bilder (16) und Videos (2) zu Es war einmal in Amerika


Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kritiken (2) — Film: Es war einmal in Amerika

Flibbo: Wie ist der Film?

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Es bedarf einer gewissen Eingewöhnungszeit bei diesem Epos von Sergio Leone. Und auch danach hat man es mit einer recht ungewöhnlichen und eigenwilligen, aber beeindruckenden Inszenierung zu tun. Die Alterung der Charaktere wirkt besonders authentisch. Ein besonderes Lob geht an Makeup, Darstellerauswahl und Art Direction. Die Geschichte ist schwere und schwermütige Kost, beschreibt in gleich drei Handlungsebenen eine Gewaltoper um eine vielschichtige, kriminelle Männerfreundschaft. Die stets wiederkehrenden musikalischen Themen von Ennio Morricone verleihen dem Ganzen nochmal eine ganz eigene Note. Wer alle bedeutenden Mafiafilme gesehen haben will, kommt an diesem Werk nicht vorbei. Doch "Es war einmal in Amerika" hebt sich stilistisch deutlich von der Pate-Reihe und Martin Scorseses Gangster-Thrillern ab, obwohl auch dort Robert De Niro mit seiner ungeheuren Präsenz die Leinwand füllt.

Kritik im Original 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Mr Vincent Vega: Die 5 Filmfreunde, gamona, ...

Kommentar löschen
4.0Uninteressant

Sergio Leones Mammutprojekt ergötzt sich an seiner epischen Dimension. Mit begnadeter Raffinesse bei Schnitt und Musik ein formal außergewöhnlicher Film, dessen extreme Frauenfeindlichkeit jeden Zugang zur Geschichte verhindert. Eine gänzlich überschätzte, chauvinistische Altherrenversion des "Paten".

18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 18 Antworten

Atinuviel

Antwort löschen

Wenigstens einer hats erkannt. <3
(Ja, ich weiß, unnötig später Kommentar ist unnötig spät)


Markbln

Antwort löschen

ahahahaha....wie verbissen.



Kommentare (143) — Film: Es war einmal in Amerika


Sortierung

Draza

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Grandioses Epos.... Robert de Niro in bestform

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

MajaM

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Diesen Film sah ich mir erstmals mit meiner Familie an,der Lieblingsfilm meines Stiefvaters.Zu dem Zeitpunkt war ich 13 Jahre alt.
Es geht los,ein kurzer Dialog - Frau wird erschossen.Ich muss zugeben,dass ich gleich zu anfangs genervt war,diesen Film mitsehen zu müssen.

Aber nach ca. 15min war ich wie gebannt um die Epos-Geschichte dieser Freunde,die eigentlich aufgrund ihrer Erlebnisse bis ins Mark und in die Seele miteinander verknüpft sind und dennoch durch die Tat eines Einzelnen furchtbar auseinander gerissen werden.Es ist eine schreckliche Zeit,jeder versucht sich zu beweisen,zu leben und letzendlich übersteht die Freundschaft die harte Realität nicht.
Spätestens bei der Szene,wo der junge Patsy mit einem Kuchenstück die ebenfalls junge Prostituierte "bezahlen" will und er es letzendlich nicht aushält und es selber aufisst,war ich wie von den Socken.Ein Junge,der sich erwachsen gibt,aber letzendlich doch das zum Vorschein kommt,was er ist- ein Kind.
Für mich die absolut liebste Szene des ganzen Filmes.
Die wundervolle Musik von meinem Lieblingskomponisten Leone rundet dieses Meisterwerk noch zusätzlich ab.

Der Film ließ mich einfach nur sprachlos zurück voller Eindrücke und Emotionen.
Ich habe ihn nun schon viele Male gesehen und bisher hat sich meine Meinung nicht geändert.Einer meiner absoluten Lieblingsfilme aller Zeiten.
Und zu Weihnachten sitze ich oft mit meinem Stiefvater zusammen und wir diskutieren über die Frage:"Was tut Max am Schluss? Hat er sich letzendlich seiner Schuld gebeugt und hat sich selber umgebracht?"
Jedenfalls bin ich ihm sehr dankbar,dass er mich dazu gebracht hat,diesen Film zu sehen.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

florian.fiele

Kommentar löschen
Bewertung2.0Ärgerlich

Once Upon a Time in America

Leone setzt einen dicken Haufen auf den Marktplatz, legt eine Dekorkirsche obendrauf und stellt ein Schirmchen rein.

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

natedb

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Jetzt konnte ich ihn mir auch endlich mal ansehen... "Es war einmal in Amerika", das vierstündige Epos von Sergio Leone.
Lange, lange Zeit hab ich mir diesen Film aufgeschoben.
1. Weil mich die Laufzeit abgeschreckt hat. Beinahe vier Stunden sind nicht ohne, und die Zeit muss man sich erstmal nehmen.
2. Weil die Thematik rund um Gangster/Mafia etc. überhaupt nicht mein Ding ist.
Umso überraschter war ich also, als ich mich vor den Fernseher pflanzte.
Lang und langsam? Ja.
Langweilig? Nie! Zu keiner Sekunde!
Der Film hatte mich von der ersten bis zur letzten Aufnahme.
Die Bilder, opulent, ehrlich, liebevoll, grausam - dazu Ennio Morricones nicht in Worte zu fassende Musikuntermalung - ein Fest für Aug und Ohr, emotional, ich war stellenweise zu Tränen gerührt (und das ist selten, möchte ich betonen).
Alle Darsteller, sowohl die jungen als auch die "alten" sind grandios, ich persönlich finde fast, dass Robert De Niro selten so stark gespielt hat wie hier!
Ein beispielloser Film über Verrat, über Liebe, über Hass, über Korruption - am wichtigsten jedoch: Ein Film über Freundschaft!
Ein Monument! Und ich habe immer noch das Gefühl, dieses "Seherlebnis" noch nicht ausreichend beschrieben zu haben, aber irgendwie bin ich auch noch ein bisschen überrumpelt und sprachlos...
(Nebenbei: Das leicht schwächelnde Finale sei verziehen)

bedenklich? 12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Moncineo

Antwort löschen

Dem Film muss ich beizeiten auch noch eine Bewertung schreiben.
Und auch wenn er bei mir nicht ganz so imposant eingeschlagen hat (u.a. wegen dem schwächelnden Ende), ist es dennoch ein Mammutwerk, das jeder mindestens einmal gesehen haben sollte.


natedb

Antwort löschen

Ja, ich habe auch etwas mit der Bewertung geschwankt, aber meine Intuition sagte mir "9".
Gehört auf jeden Fall in die Sparte "Pflichtfilme".


beast667

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Mafia Filme sind nicht meins, aber dieser hat was. Ich verzeihe hier auch mal Längen, weil diese Längen einem die Charaktere näher bringt. Meisterwerk ist übertrieben, trifft aber auf den Soundtrack zu. Ausgezeichnet trifft es für meinen Geschmack gut....

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Simon Moon

Antwort löschen

8,5 aber kein Meisterwerk? Im Gegensatz zu Dir war das einzige was mich an dem Film ein klein wenig genervt hat (wie auch bei Blade Runner) der (für meinen Geschmack) etwas zu schwülstige Soundtrack. wegduck


beast667

Antwort löschen

kannst wieder hinter dem Sofa vorkommen..... ;-)


Pulpfictional

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Ich mag diese Art Film sehr. Leider ist der Cut mies und das Ende gefällt mir nicht - dennoch 9,0 - manchmal muss man Kompromisse eingehen... ;-)

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Simon Moon

Antwort löschen

Gibt ja zwei Cut-Versionen (wenn mich nicht alles täuscht), eine die strenger chronologisch vorgeht und eine etwas freizügiger mit der Zeitebene verfährt.


VoodooTS

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Ich habe mir mehr erwartet, dafür das der Film von Kritikern so hoch gelobt wird. Ich habe mich durch die gefühlten 5 Stunden teilweise quälen müssen, einzig die Rückblenden in die Jugendzeit der Rollen war wirklich interessant und unterhaltsam. Am Ende gab es dann doch noch einen Aha Moment aber gemessen an der Laufzeit dann doch wieder zu wenig.

Schade...

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Dady

Kommentar löschen
Bewertung5.0Geht so

Ich muss sagen dieser Film war richtig schwer zu bewerten. Es war einmal... ist einer dieser Werke die ich mir schon lange mal anschauen wollte. Aber ich wurde leider entäuscht. Trotzdem fang ich mit dem positiven an,die Geschichte ist sehr komplex und in schönen Bildern umgesetzt. Dazu kommen gute Darsteller allen voran Robert De Niro der mich absolut überzeugt hat. Aber leider ist der Film mit locker mal 4 h viel zu lang ich habe bestimmt 2x überlegt ob ich wieder aus mache. Weil hier kommen wir zum nächsten Kritikpunkt es passiert ewig nichts. Ich verstehe ja das man die einzelnen Figuren vorstellen muss aber so viel Zeit hätte man sich da auch nicht lassen müssen. Über Action brauchen wir gar nicht reden weil davon hab ich nich viel gesehen. Es wirk auch alles so lahm und langatmig was den Film unglaublich anstrengend macht. Aber da ich mir auch denke das so ein Film die Jugend von Heut nicht mehr unbedingt anspricht. Also somit auch nicht gerade mich. Vielleicht kann ich mich aber dazu durchringen den Film nochmal anzuschauen um die Faszination mancher User zu verstehen. Wegen der Bewertung wollt ich noch sagen das ich mir mit meinen 5 P. nich ganz sicher war es könnten auch 1 mehr oder weniger sein.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten

Martin Oberndorf

Antwort löschen

Ich bin mit 16 Jahren definitiv ein Teil der heutigen Jugend und es ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme!


Simon Moon

Antwort löschen

@ martin.oberndorf Dann gibt es ja noch Hoffnung!


MyNameIsNobody

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

ein grossartiger Film von Sergio Leone!
Sehenswert, faszinierend

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Mr. Pink

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ich tue mich eigentlich immer ein bisschen schwer, einen bestimmten Künstler nun als DEN Besten zu bezeichnen. Viele hätten das ganz sicher verdient. Viele sind gut. Jeder eben anders gut, jeder auf seine spezielle Weise, Vergleiche sind schwierig und Wettbewerb in diesem métier sowieso sinnlos. Aber nach "Once upon a time in America" finde ich es gar nicht so verkehrt, zu sagen, dass Ennio Morricone vielleicht wirklich der beste Filmkomponist ist, den es gibt. Seine Musik ist hier wieder mal sagenhaft. Unbeschreiblich wie perfekt der Score das alte, triste Amerika zum Leben erweckt. Auch sonst ein meisterhaft gemachter Film! Die Geschichte ist episch ausufernd, aber keine einzige Sekunde zu lang, die Schauspieler sind spitzenmäßig und Leones Regie findet einfach immer das richtige Timing. Außerdem ist Robert De Niros Alter-Mann-Maske geradezu unheimlich gut. Genauso wie sie ihn hier geschminkt haben, sieht er heute wirklich aus.

bedenklich? 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

craax

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Once upon a time in america S. Leone, De Niro, Ein Meisterwerk
„Ich habe dir alles genommen, dein Geld, dein Mädchen. 35 Jahre hast du getrauert um deinen Freund.“

Die äußere Geschichte (die eher leicht anzugeben ist als die innere) ist schnell erzählt. NY Brooklyn Anfang der zwanziger Jahre. Ein paar vernachlässigte Jugendliche in einem jüdischen Einwandererviertel finden in einer Gang zusammen. Es ist Amerika ; es ist Prohibition. Möglichkeiten, auf die schiefe Bahn zu geraten, gibt es genug. Es gelingt; mit illegalem Schnapsausschank, und zusammenhängenden Nebenerwerben, und immer verschlungenen Frauen ins Geschehen: Abenteuer, Affären und Große Liebe.- Die vier Freunde, auf Gedeih und Verderb verbunden, stehen alles gemeinsam durch; nicht das „an die Spitze zu kommen“, ist –jedenfalls nicht De Niros- Figur Traum – sondern Freiheit und Unabhängigkeit – „keinen Boß zu haben“.- Die Prohibition endet. Die arbeitslos gewordenen Ganoven planen ersatzweise einen dem unwilligen Skeptiker aussichtslos erscheinenden Großen Coup -, und um das bedrohte Leben des Freundes zu retten, verrät er zur Vereitelung den Plan an die Polizei, es geht schief, drei kommen um. - Der unreiche Überlebende, dreißig Jahre später, wird durch eine mysteriös eingeweihte Einladung zurück an den Ort seiner Jugend und Träume und all dieser Geschehnisse gerufen. Es wird eine Reise in die Vergangenheit: voller Wehmut, von wundervoller Musik aufgefangen und ausgedrückt und getragen,- Vergänglichkeit, Wehmut und Schönheit an allen Ecken und Enden. Alte Freunde (Übriggebliebene), Gesichter, Bekannte, Orte, halb vergessene Einzelheiten, Erinnerungen. Fäden heben sich auf und finden ineinander. Jene Überraschung wartet am Schluß, ein ungeahntes Rätsel wird gelöst. Die Geschichte verliert sich in die Tiefen der Zeit, eine menschliche unter Abertausenden, eine ganz gewöhnliche und doch außergewöhnliche Geschichte, einzig, wie jedes Leben. In letzter Einstellung auf der Liege einer Opiumhöhle überzieht ein endliches -, sich weit ausbreitendes gelöstes Lächeln des wegwendenden Körpers De Niros mittelalt-verklärtes Gesicht, während er im Rausch versinkt : ein Lächeln, das ein GROßES JA! zum Leben bedeuten soll, und es so, wie es ist, willkommen – und gutheißt. Der letzte große Schlußakkord des ganzen, den Film überlang sich hingezogenen wehmütig lichten Molls löst sich, übertragen, in ein strahlendes endliches Dur auf.

(Eingefügt: Für Eilige, denen meine Kommentare insgesamt zu lang sind: nur zu, da haben Sie's eigentlich schon ; Sie müssen nicht weiterlesen.) Und das wird lang.

Damit sind wir bei der inneren Melodik des Films,- die ja die viel ausdrucksvollere und aussagekräftigere sein sollte. Denn wie arm sind doch die Werke, die das (wenige also), was sie mitzuteilen haben,- direkt und ohne Umschweife zur Sprache bringen und ab-erledigen, eher rein informativen-autorativen Charakters, einer Aussage etwa wie : Kannst du mir mal das Salz reichen? – oder : diese Farbe ist (gern blut-)rot. Fertig. Nein. Es stimmt schon: es gibt viele Arten des Ausdrucks, indem man auch nach dem Gewürzstreuer fragen kann; so manche Liebschaft zum Beispiel schon kann durch so eine Art, zu fragen, entschieden und beendet oder geschlossen werden... aber selbst das, eine so rein restriktiv eindimensionale Frage,- ist und sollte dieses Werk garantiert nicht, klar, von Anfang an nicht sein. So gewollt, ein Opus Magnum, ein Griff ins große Register, in die Vollen, das Ganze Programm, opulent, niemals bescheiden. Der Gestus dieses Werks ist groß, und ausladend, ohne je auch nur in die Nähe der Gefahr zu geraten, großmäulig zu wirken. Alles hier wirkt in vollkommener Funktion und Ausführung, von spartanischer Fülle, und rein nützlichem Ornament,- wie Mozarts (Ant)Wort lautet von Abwesenheit überflüssiger Noten (und, wer Mozart mit Ohren hört, weiß, wie geschwätzig das Notwendigste bei ihm gesagt wird, um ihm aufs Wort abzuwissen, was und wie er es meint. Jedenfalls der reife-, nicht der Nachtmusike-Amadeus.-)

Sergio Leone, ebenfalls, schuf dies Werk im höchsten Zenit, die Abenddämmerung war; denn dieses Werk wurde zum Vermächtnis,- von ähnlicher Rundheit, wie die letzten Sinfonien und das Requiem des anderen. Die innere Schlüssigkeit ähnelt sich dabei frappierend, und ist von ähnlicher – Apotheosekraft.

Natürlich wird hier nicht nur die Geschichte von ein paar Gangstern und Ganoven erzählt und ausgebreitet. Hier spielt sich kein Krimi ab, dessen Spannungsbogen sich mit der Entlarvung und Dingfestmachung des Täters oder der Tat entlädt – ganz im Gegenteil: der Bogen, der hier aufgespannt wird, steht seinem Höhepunkt noch bevor: nämlich dann, wenn sich die Tore des Kinos öffnen und sein dankbares Publikum in die Tiefe der glänzenden Nacht entlassen,- wo wieder ihr eigenes, zunehmendes Leben sie sanft und umschließend weich erneut in die Arme nehmen will : dieser Film ist eine Vorbereitung auf die Fortsetzung des eigenen Lebens, das den krönenden Höhepunktabschluß dieses Werks erst noch bringen, erschaffen möchte. Zur Fortsetzung des Films im eigenen Leben, geleitet uns Leone bis an die Pforte hinaus; dort wurde nur eine Einführungserwartung, eine Erklärung, eine Eröffnung gegeben – eine Spannung, eine Lust, aufs Einmalige, das noch vor uns liegt, und uns, womöglich, mit weit offenen Armen erwartet, erweckt. Aus diesem Film gleitet man sanft mit weit offenen, gefüllten,- bejahenden und geweckten Augen – empfänglich für die mindesten Farben,- Töne, Geräusche,- Empfindungen,- die kleinen Anmerkungen und Einzelheiten des Seins, die großen und die kleinen Momente, und die Größe der kleinen auch in ihnen,- das Gefühl für das Ganze, das auch im Einzelnen steckt und mit ihm verbunden,- in alles einverwoben ist.- Nicht anders nämlich erhält der große unspektakuläre Moment des Verzichts auf kleine Rache am Ende sein ganzes Gewicht und den ganzen Geschmack: weil De Niro/ Noodles nämlich nicht betrogen worden ist. Er konnte nicht betrogen werden. Denn er hat gelebt,- und es wird klar, das es ihm bewußt gelungen ist; und die Belohnung ist „Leben“ genug. Gewinner und Verlierer verlieren sich: Gewinner ist das Leben,- selbst,- und gelebt haben müssen beide so getan (haben): denn auch der Verlierer mußte, um erst verlieren zu können, zuvor am Leben gewesen sein; denn nur eine können nicht weder gewinnen noch verlieren: Tote. Der große -, der einzige mögliche Verlierer ist der Tod; und wer lebt, hat immer gewonnen, das Sein in seiner Pracht nämlich, egal, ob er/ der Betreibende „gewinnt“ oder eben nicht. Noodles, der nicht reich wurde, erkennt eben dies zum Schluß ; und so, er, weiter als sein Max-Gegenpol-, der immer dem nächsten Sieg entgegenhöherstrebte- und immer noch -bangt (und für den so die Möglichkeit einer Niederlage reel bleibt),- kehrt er, Noodles, ohne Groll und Haß – und Rache – belohnt, beruhigt und erfüllt seitwärts in die Nacht zurück und heim, die seine Nacht,- und sein Zuhause sind: denn er ist am Ende angelangt, er lebt,- lebt einfach, hat Ja gefunden, ohne Bitterkeit, ohne Wunde, unvernichtet und unbedroht, geheilt (und sogar endlich mit Kofferinhalt,- dem ihm-Zustehenden (wenn’s denn nichts Gestohlenes gewesen wär, Anm. d. A.) : heil, denn das Leben selbst ist die Lösung, und das GROßE DUR. Was für ein waghalsiger,- gewaltiger Schlußakkord.- Glücklicher Leone.

Was er uns hier gibt, ist ganz ganz große Kunst. Mit Betonung auf beiden,- ausgesprochenen Adjektiven. Dieser Film versöhnt: mit allem Häßlichen, allem Brutalen,- aller Gewalt, allem Verbrechen,- aller Ungerechtigkeit, allem Schandbaren, im Leben – wegen dessen Fülle, seinem Geschmack, seiner Helligkeit, Tiefe, Schönheit, Zusammenwirkens-Gehörigkeit. Nicht wenig wollte Leone hier geben: und er gibt keine Beschreibung (wie im Visuellen so oft),- er gibt die Dinge selbst. Wenn es ihm um Fülle geht: wimmeln hunderte Personen auf der engen, verkommenen Straße eines staubigen vernächlässigten Viertels,- das Licht ist dick,- die Hitze lastet, Gerüche und Gefährte und Geräusche und Geblöke und Gehämmer füllen die Luft und die Szenerie; es ist keine beabsichtigte Andeutung von Fülle,- sondern es ist voll,- Leben,- Bewegung. Die Leute streben wirklich ihren Zielen zu, und laufen nicht nur einfach durchs Bild, um Zeitkolorit anzudeuten und auszuführen. Alles ist ungeheuer authentisch und glaubhaft und dicht und wahrhaft,- und nicht wie in jenen skurilen Western der JohnWayne-Ära, wo Cowboys nach durchzechter Nacht mit den Köpfen auf den Satteln unter Sternen geschlafen habend,- mittels tadelloser Frisur und undurchschwitzter Hemd-Bügelfalte sich erheben zu neuen unglaubhaften Taten, das Dreieckshalstuch schräg keck auf der Brust. - Hier nur unglaubliche Liebe zum Detail: so weit ich es mir vorstellen kann,- und ich bin anspruchsvoll!– ich glaube alles, nehme jede Einzelheit ab. Das Lese-Klosett, die Wohnungen, die Einwanderer-Kneipe,- der illegale Schnapsausschank mit Sprit aus den Heizungsrohren (selbst das Stellrad!),- die Ideen,- Mentalität und Sprachmelodie der Leute: alles ist zum Anfassen real. Auch, wenn das Blut kocht und vergossen wird,- Gewalt angetan und Verbrechen zur Ausführung kommen,- „Al Capone“-haftes, die Anfänge der Mafia (die ja durch die Prohibition geboren und ins Leben gerufen wurde,- und demnächst umsatteln mußte): so kann, von innen her,- es anfangs gewesen sein. Kein Klischee autorasender ballernder Maschinengewehre (obwohl auch das einmal zitiert wird): die Menschen hier werden wirklich getroffen,- wirken verletzlich und auslöschbar.- Das ist natürlich erschreckend und schrecklich und abschreckend und verstörend: denn es ist echt.- Und umso echter,- als es nicht nur das gibt. Diese Verbrecher, die wie der Erlöser (die sie nicht sind) das Schicksal der ganzen Welt auf ihre schmalen Ganoven-Schultern zu laden haben (Leone will es so), sind in ihren schrecklichen Momenten furchtbar,- grauenvoll,- und hören doch nie auf, Menschen zu sein,- man versöhnt sich mit ihnen, immer wieder, wenn sie Engel sind und auch sein dürfen. Denn, Noodles, zum Beispiel: er ist derjenige, dem die wahre, reine, große Liebe (ohne Kitsch, und kaum erwähnt) zugewiesen ist ; auch er mordet, er vergewaltigt, hart, rücksichtslos, gefühlskalt, ungerührt; und doch wird sein Herz Jahrelang bewegt und geführt von einem reinen, hohen Gefühl der Hingabe an den Traum von eines Wesen Weiblichkeit, Stärke, Lieblichkeit, Willen und Entschiedenheit; egal ob diese Tänzerin es wirklich wäre, seine Erfüllung mehr als sein Stern, war, oder hätte sein können, glaubhaft.- Da steckt das Wunder dieses Films, in diesem Wörtchen: glaubhaft. Wie erreicht und verwirklicht Leone dieses Wunder bloß-? Es wird wohl sein Geheimnis bleiben,- von mir erwarten Sie es jedenfalls nicht.-

Es funktioniert eben einfach alles: Wenn die Details ernstgenommen werden,- einerseits nützlich, aber auch nicht mehr als halbe Miete.- Es ist vermutlich eine Frage der inneren Überzeugung: denn letztendlich ist Geschichte Interpretationssache,- trotz gegenteiligen Rufs,- den immer alle Wissenschaft gern zu ihrem Ruf verbreitet wissen möchte. Leone hat wohl einfach: den richtigen inneren Rahmen zur Verfügung, um die notorisch bekannten Tatsachen in ihn einzufügen und auftreten-, in Beziehung treten zu lassen : „zum Leben zu erwecken“,- wobei das Leben in diesem bewegten Kontrast,- der Bewegung eben selbst,- vermutbar steckte,- und die Bewegung ist menschlich. Leone weiß hierüber wohl Bescheid: dem großen Geheimnis, dem wir alle auf der Spur sind: was der Mensch denn sei,- wie er sich verhält, was ihn antreibt,- was ihn ausfüllt. Große Worte, immer wieder: „Mensch“ gar „Menschheit“. Aber man kommt nicht umhin: denn um weniger geht es nicht weder in großer Kunst, die’s sein will, noch hier (und hier ist sie’s, ob sie‘s will oder nicht). Es geht, leider (? Sagten Sie leider?) so, es geht um’s Leben, als Ganzes und Solches, hier, und Den Menschen, an sich,- wobei Max und Noodles, Eve und Deborah ein ganz schönes Päckchen zu schleppen haben: Stellvertreter eben. Und sie tun es so, eingeschränkt und unauffällig, das man es gar nicht merkt - erst hinterher,- viel später, viel zu spät, um der gelungenen Kunst noch am Zeuge flicken zu wollen. Die Illusion gelang : die Arbeitnehmer waren stellvertretende Einzelne, gute Schauspieler.

Verbrechen: Gewalt: Liebe: Leidenschaft. Mensch in Zwiespalt und Fülle. Die Gewalt ist brutal. So brutal, wie’s nur sein kann; nein, das heißt, hier wird nur aus beruflicher Angelegenheit gemordet oder verletzt (tatsächlich, es gibt Abstufungen (nicht selbstverständlich heute im Genre),- es wird relativ leidenschaftslos und kalten Herzens verbrechensbegangen; anderes wäre möglich,- es bleibt gottseidank unerwähnt, und nicht weiter ausgeführt, als zur Skizzierung der angedeuteten Absicht ausreicht; denn nicht um Nervenkitzelvoyeurismus ging es Leone je auch. Der Regisseur ist zivilisiert-kultiviert genug ganz und gar ein Künstler eher: nicht „Spannung“ war das Ziel, sondern Weisheit, in echt wirkender Verkleidung ; das merkt man, so spannend wie „das Leben“ oder der Tod ist,- welcher dazugehört.
Man kann eben kein Werk über das Leben drehen, ohne den Tod -; und heutzutage dito nicht,- ohne das Verbrechen und die Gewalt immerhin an prominenter Stelle zu erwähnen: denn „der moderne Mensch“ ist scheinend gewalttätig,- jedenfalls die neuere Geschichte ist es. Sicher,- auch eine andere Parabel wäre möglich gewesen,- ohne Verbrecher zu Helden zu wählen oder umgekehrt; es wäre vielleicht sogar angemessener gewesen,- denn gottseidank sind immer noch die meisten lebenden Menschen keine Chaoten und verzichten dankend ; und doch ist diese Frage hier rhetorisch und gegenstandslos geworden. Leone hat eben,- sicher publikumskitzeltechnisch-förderlich,- das Asoziale zu Protagonisten gewählt,- um die Geschichte vom Menschen zu erzählen. Vielleicht hat er so nur die Geschichte vom Menschen erzählt,- der sogar in jedem Verbrecher nahezu unausrottbar versteckt steckt und nicht ganz zum Verschwinden gebracht werden kann ; und hier auch tatsächlich nicht allzuweit verschwindet,- vielleicht weniger, als dem Moralisten lieb ist; doch das alles ist Nonsens,- weil der Film einfach so ist,- und vollkommen so ist,- und funktioniert,- wie er ist und es tut und bewerkstelligt : funktionieren,- und zwar vollkommen,- nämlich. Also läuft es und ist er rund. Basta.

In diesem Film ‚rundet‘ und mündet jedes Teil ins Ganze ein und in ihn hinein ab, und erzeugt jene magische Wechselwirkung, in der das Ganze mehr wird als seine Beiträger; und wieder zurückwirkt,- Goethe fällt mir ein, dessen Kunst ähnlich funktioniert, indem das Einzelne das Ganze zu repräsentieren vermag,- und umgekehrt; vielleicht kann man das „klassisch“ nennen,- wenn etwas so der Vollendung entgegenrückt. Hier ist es geschehen.- Die Verlockung ist groß, mehr Einzelheiten anzuführen,- und mehr Geschichten aus dieser Geschichte zu erzählen: doch vielleicht ist es besser, sich diesen Film einfach anzusehen,- was sage ich,- auf sich wirken zu lassen. Ich möchte auch ungern das erbarmungslose Schicksal des Zergliederers Meiner Freuden erleiden: und Sie nicht in einen dergestalten Untergang mit hinab ziehen. Also, zerpflücken wir nicht mehr dieses wundervollen Gefüges als nötig ist,- und zitieren wir nicht allzuviele Details vor den hohen Richterstuhl; so viele wundervolle Eigenheiten,- Sätze, Sprüche, Blicke, Gesten, Lustigkeiten, Ergriffenheiten gäbe es zu berichten. Der Betrunkene, dem die Uhr abgenommen wird; der Polizeipräsident; der Gewerkschafts-Held; die Babystation; das Autobad im See; die trockenliegenden Schiffe; die phantastische Opiumhöhle, natürlich; die wundervolle Abschmink-Szene (bravo!); der mächtige Brückenbogen überm Hudsonhimmel-Straßenstreifen,- und all das Leben in seinem Schatten; Penny’s Schürzen-Wäsche auf dem Dach und der korrupte Schutzmannsjäger ; das Guckloch-Brettl im Kneipenklo; die balettierende Mädchenblüte (Nebenrollen-Oskar!),- das früh benachbarte Hurenschicksal (verdammt wie lebensecht); ein bißchen dick aufgetragen die Diamantenüberfall-Popperszene; dito ein wenig: das Restaurant mit den fünfzig Gedecken (+ Orchester!), es sei, als Parabel, dabeigenommen und im Chor mitgeführt ; das unzählige jüdische Straßenleben; die Oldtimer, das Strandhotel; die Kneipe, ganz groß,- und das Licht und der etwas stickige Muff der Wohnungen. Der staunenswert leichtgängige Torflügel der Mausoleums-Gruft ; das Bahnhofsschließfach (selbst das: vollkommen perfekt),- der Handschlag der fünf einstmals auf dem Koffer, der besiegelte Pakt für’s Leben (zu brechen): wie glaubhaft,- wie tiefer – wahr,- genauso, wie der etwas undurchscheinliche, aber umso nachhaltiger wahrhaftige und immer, im Bedenken, einleuchtender werdende Konflikt zwischen den beiden Max‘ und Noodles‘, um die mehr den es geht: ‚Wachse oder Weiche‘-, oder den Ball flach halten - und sich am Rande durchdrücken statt ab durch die Mitte, und wie lebensecht immer wieder der Aufschub: „Gehen wir schwimmen?“- „Ja, wir gehen schwimmen!“ bis zum letzten nie gesprochenen Nein, das, angeboten, Noodles nicht annehmen kann und annehmen mag. Wie unausweichlich wird dieser Konflikt aufgebaut,- unterschwellig, wie wenig wird er thematisiert und in den Vordergrund geschoben,- und doch, wie wächst er stetig an und ein in das Beziehungs-Gewirr und –Geflecht,- und entpuppt sich schließlich als das Ende, von dem her sich der ganze Film und das ganze Leben und die ganze Philosophie des Werks erklärt: siehe eingangs,- ich wiederhole nicht. Denn hier beißt sich schließlich die Katzenschlange in den Schwanz: das Ganze hatte einen Sinn, den man ruhig tiefer nennen kann,- einen Tiefsinn,- der den Teufelskreislauf des menschlich irrtümlichen Wiederholungszwanges auflöst,- indem man den wahren unschuldigen Haupttäter- und –Mittelsmann des Lebens erkennt: das Leben, selbst, nämlich. Die wunderbare und unerklärliche, alles erklärende Tatsache der Einmaligkeit : hier und heute zu sein,- zu schauen -, zu fühlen -, zu schmecken -, Teilhabender -, Teilnehmer zu sein. Unschuldig schuldig zu werden und doch diese Schuld oder Unschuld niemals ganz zu verlieren : aufgefordert,- herausgefordert : konfrontiert damit : dabei zu sein freiwillig- oder unfreiwilliger : Teilnehmer: an der wundervollen Tatsache des Lebens, in dessen Vollendung der Abschied schließlich wehmütig glänzend bejaht nicht schwerfällt.

PS das Müllauto dann mit der Zerstückelungswalze und dem Kontrast der lebensfroh vorüberrauschenden Champagner-Gesellschafts-Morgana,- „Fall & Rise of the roman empire“,- sind nur eine- ähnlich wie im Text- überflüssige Insistierung - einer letztmaligen Wiederholung der Idee des GroßenGanzen, was der Film und das lebendige Sein hier werden wollen sollte. -
Unverzichtbar dagegen die tatsächlich letzte Schlußimpression des Films, sein Schönstes und Einprägsamstes: das unvergeßliche Lächelns-Fazit, des wegdämmernden Noodles, dem das Sein, doch im Rausch, in Seligkeit enden mag. Aber nur im Gleichnis des Rausch‘ erfühlbar : das –JA-...-. Da es immer ein Epitaph gibt.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Filmkenner77

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

"Es war einmal in Amerika", der letzte Teil von Sergio Leones "Amerika"-Trilogie und der letzte Film des Regiemeisters, der 1989 während der Vorbereitungen an einem Film über die Belagerung von Leningrads im 2. Weltkrieg an einem Herzinfarkt starb, hinterlässt bei mir einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits bringt der Film fast alles mit, was ein großes Epos ausmacht. Leone spannt einen Bogen von den 20er Jahren bis hin zu den ausgehenden 60er Jahren und erzählt die Lebensgeschichte von zwei Freunden und ihrer kriminellen Laufbahn. Schauspieler wie Robert de Niro, James Woods, Joe Pesci und Danny Aiello zeigen starke Leistungen, während Leone in gewohnter Weise exquisite Bildkompositionen auf die Leinwand zaubert. Dazu ein eingänglicher, melodramatischer Soundtrack von Ennio Morricone, der die Geschehnisse akustisch hervorragend untermalt.
Die Spieldauer von 220 Minuten lässt im Vorfeld erahnen, dass der Film viel zu erzählen hat und genau hier setzt meine Kritik an. Die Grundkonstruktion der Geschichte ist durchaus vielversprechend. Dennoch offenbaren sich für einen Film von fast 4 Stunden Lauflänge erstaunlich viele Leerstellen. Zahlreiche Szenen wirken, wenn nicht gänzlich überflüssig, doch zu ausladend, ohne dass ein erzählerischer Mehrwert hierdurch erzielt wird. Episch ist so manches in diesem Werk, aber die über mehrere Jahrzehnte angesiedelte Geschichte gibt schlichtweg, und dies ist schon überraschend, zu wenig her, um einem Epos auf erzählerischer Ebene im klassischen Sinne gerecht werden zu können.
Robert de Niro liefert als Noodles zweifellos eine sehr gute Performance ab und James Woods, der deutlich weniger Screentime hat, ebenfalls. Elizabeth McGovern als Deborah hat noch einige gelungene Szenen vorzuweisen, aber nahezu alle anderen Charaktere sind deutlich weniger gut ausgearbeitet und bleiben weitestgehend blass.
"Es war einmal in Amerika" ist dennoch ein Fortschritt gegenüber Leones zweiten Teil seiner "Amerika"-Trilogie. Der Revolutions-Western "Todesmelodie" war nicht mehr als eine Fingerübung für Leone. Mehr als ein aufwendiger Durchschnitts-Western, der nicht lange in Erinnerung blieb, kam bei diesem Film nicht heraus.
Sauer aufstoßen dürfte manchem Zuschauer die Misogynie, die Leone wie so oft in seinem Filmen zum Ausdruck bringt. Frauen sind entweder Huren, nymphoman veranlagt, unterwürfig oder einfach nur Gebärmaschinen. Die weibliche Protagonistin Deborah wirkt auf den ersten Blick wie eine emanzipierte Frau. Sie will in Hollywood Karriere machen, was ihr schließlich auch gelingt. Und dennoch geht sie, wie sich am Ende herausstellt, eine Beziehung mit Noodles bestem Freund Max ein. Somit verpasst ihr Leone im Abgang noch den Stempel des geldgeiles Flittchens.
Letztlich hat "Es war einmal in Amerika" Stärken wie Schwächen. Einerseits ist der Film recht tempoarm erzählt und weist einige unverkennbare Längen auf. Wahlweise eine Straffung um etwa 30 Minuten oder aber ein Mehr an Story hätten dem Film gut getan. Andererseits entschädigen Leones Auge für großartige Bilder und de Niros Topleistung für manchen Durchhänger.
Meiner Ansicht nach ist Sergio Leone mit seinem letzten Werk ein guter, aber keineswegs herausragender Film gelungen. Einiges wirkt unausgegoren, andere Szenen sind brillant. Insgesamt ist "Es war einmal in Amerika" zu uneinheitlich inszeniert, um restlos zu überzeugen. Die Qualität des Films schwankt somit oft von Szene und Szene, was letzten Endes bedauerlich ist.

bedenklich? 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten

Filmkenner77

Antwort löschen

Ich kann mich nur auf die Version beziehen, die vor etwa 2 Wochen auf Arte lief. Eine andere kenne ich nicht. Mich hat der Film in der Tat etwas kalt gelassen. Emotionale Szenen, in denen der Zuschauer richtig mitfühlt, sind wirklich rar gesät. Ich muss auch zugeben, dass ich mir "Spiel mir das Lied von Tod" oder die Dollar-Trilogie von Leone sicherlich öfter ansehen werde, da ich diese für die besseren Filme halte. Und über Lean braucht man kein weiteres Wort zu verlieren. Die "3 großen Filme" von ihm sind einfach herausragend und auch die anderen sind sehenswert.


cinram

Antwort löschen

Wie gesagt, mit meinem Faible für Stimmen stehe ich sicher in keiner großen Menge!
Vielleicht ist es tatsächlich so, daß sich "Sympathie- Träger" hier selten die Ehre geben! Für mich ist das auch von riesiger Bedeutung! Selbst De Niro kommt mir- bei aller Schauspielkunst, nicht so nah, wie in manch anderer seiner Rollen!


littledrummerboy01

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Man muss dem Film zugestehen, dass hier beinahe ausschließlich Meister am Werk waren. Und trotzdem bin ich ein wenig zwiespältig, was mein Urteil angeht. Also erst einmal die Lobeshymne: tolle Bilder, noch bessere Darsteller, die verschachtelte Erzählweise und die wunderbare Musik machen "Es war einmal in Amerika" zu einem brillanten Werk. Man muss vor den Machern wirklich den Hut ziehen, denn hier den Überblick zu behalten und doch alles bis ins Detail so perfekt zu hinzubekommen, das ist eine Großleistung. Doch genau da beginnt auch meine Kritik. Ich habe eigentlich nichts dagegen, wenn ein Film lang ist (Apocalypse Now Redux!), aber bei diesem Film habe ich mich stellenweise schon ziemlich schwer getan mit dem - sagen wir "Gesamtgewicht". Es ist nicht nur die schiere Länge, sondern auch die immer ruhige, epische, teilweise etwas überdramatisierte Erzählweise, die gewaltig Konzentration fordert. Den Film auf zwei bis drei Etappen zu sehen würde ihm wahrscheinlich gut tun. Manchmal wäre eine straffere Inszenierung der Aufmerksamkeit des Publikums schon dienlich gewesen, und auch wenn jede Szene von Bedeutung ist und in den Film gehört, so hätte man die einzelnen Szenen vielleicht etwas knackiger gestalten können. So scheint jede Sekunde Gewicht zu haben und die Wichtigste des Films zu sein, was irgendwann ziemlich ermüdend wirkt, bei dreidreiviertel Stunden. Es gab immer wieder Stellen, Strecken, da hat der Film mich in den Bann und ganz in die Erzählung hinein gezogen, dann wieder habe ich mir teilweise nur gedacht: "Ja, ich hab's verstanden, es kann jetzt weiter gehen." Szenen wie das Finale in Baleys Büro haben natürlich diesen epischen Atem verdient, brauchen ihn sogar und da funktioniert er wunderbar und treibt sogar den Puls ein wenig höher, aber auf den kompletten Film angewendet war es mir persönlich zu viel. Ein oder zwei Verschnaufpausen hätten gut getan, vielleicht auch einfach ein paar lockere Sprüche mehr. Aber wenn man das Sitzfleisch und die nötige Langzeitkonzentration hat, dann erwartet einen hier großes Kino, eine gewaltige Geschichte um Freundschaft, Verrat, Gewalt, Korruption, Gier, Macht und Einsamkeit. Ganz viel Einsamkeit.
Sollte man unbedingt mal gesehen haben, aber bis ich mir den Film nochmal antue, wird denke ich doch einige Zeit vergehen...

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

cpt. chaos

Antwort löschen

Ist wahrlich kein Film, den man sich jedes zweite Wochenende geben kann, aber hat schon was. Das merkt man vor allem, wenn man sich dieses epische Werk ein zweites oder drittes Mal anschaut. ;o)


mr.air

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

"Once upon a time in America" ist ein Film zum Genießen.
Ruhig, wunderschön gefilmt und mit einem genial aufspielenden Robert de Niro.
Sozusagen ein schöner Gegenpol zur heute sehr verbreiteten Schnell-Schnitt und Handkamera Technik.
Gerade deswegen, weil der Film so absolut nicht dem Mainstream entspricht, sondern ein klassischer Epos ist, gibts 9 Punkte.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Punsha

Kommentar löschen
Bewertung5.0Geht so

Um meiner schizophrenen Ader ein wenig beizuwohnen, hab ich mich nach reiflicher Überlegung entschlossen, zwei kleine Kommentare über diesen Film zu veröffentlichen, da ich sowieso nicht weiß, was ich von ihm halten soll:

Der böse Punsha schreibt:
Selten wirklich emotional und oft ausgesprochen langatmig ist "Once Upon a Time in America" vor allem ein Film für Männer über Männer, der ein Stück Geschichte Amerikas aus der Sicht eines Menschenlebens lediglich als Plattform für sexistisches Gedankengut nutzt. Als wölle er entschuldigend sagen: Männer sind nun mal Männer, versucht Leone trotz ihres triebhaft, gewalttätig und gebieterisch dargestellten Verhaltens, ihnen Menschlichkeit oder gar Sympathie abzugewinnen, was für den Zuschauer leider kaum gelingt und obendrein absolut geschmacklos ist. Sie schlagen, beschimpfen und vergewaltigen Frauen, die das hinnehmen, wenn sie nicht sogar Gefallen daran finden. Ob man nun von gezielter Frauenfeindlichkeit oder einer Altherrenfantasie Leones ausgeht, sei dahingestellt: Fakt ist, dass die Darstellung des weiblichen Geschlecht selbst die Moralvorstellungen der damaligen Zeit übersteigt und sich somit jeder Authentizität entbehrt. So gerät die Charakter- und Milieustudie zur enervierenden Farce und verliert jede hart erarbeitete Ernsthaftigkeit und Anteilnahme. Wenn eine vergewaltigte Frau lüstern ihren Vergewaltigern gegenübersteht, offenbart "Once Upon a Time in America" seine wahre Natur: Leone präsentiert verkümmerte Schwänze, alle Frauen im Film fahren drauf ab und zu meinem Unverständnis auch die große Mehrheit des Publikums. Ekelhaft.

Der liebe Punsha schreibt:
Die Definition eines Epos: Beinahe vier Stunden lang schildert Sergio Leone unter beeindruckenden Kulissen in drei Lebensphasen den Aufstieg und Niedergang eines Lebens, den Anfang und Zerfall einer Freundschaft, das Aufblühen und Verblassen einer Liebe. Hier dreht sich alles um den erstklassig von Robert De Niro verkörperten "Noodles", ein kriminelles, machohaftes Schwein, ein Dieb, ein Lügner und ein Vergewaltiger und doch charakterisiert Leone ihn als ein menschliches Wesen, dessen Schicksal mit Trauer und Mitleid begleitet wird. Schon die Jugendzeit erklärt, warum: Noodles wuchs in einem Milieu von Kriminellen, korrupten Polizisten und Nutten auf. Diese Zeit prägte ihn, diese Zeit lehrte ihn, denn er wusste es nicht besser. In diesem Amerika gibt es keine moralisch guten Menschen. Alle Männer sind lüsterne Schweine, die Frauen lüsterne Nutten. Manche nennen das eindimensional, ich nenne es konsequent. Vom opernhaften Score Morricones begleitet, folgen wir dem unerreichbaren Glück eines gescheiterten Menschenschlags, der seelisch zerfällt. Ein entmutigender und zugleich wunderschöner Abgesang auf den amerikanischen Traum.

bedenklich? 19 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 16 Antworten

Markbln

Antwort löschen

Genaus so ist es, Stroszek. Die moralische Entrüstung hat in vielen Statements hier einen fachlichen Kommentar völlig unmöglich gemacht. Das sehe ich beim lieben Punsha dennoch wenigstens ein wenig dieffernezierter dargestellt und nachvollziehbar.
Bei ES WAR EINMAL IN AMERIKA muss man schon genau aufpassen(was zugegebenermaßen nicht jedem leicht fallen wird, bei der Länge und Erzählweise) was man sieht und hört, viele haben sich's hier in den letzten Tage soo leicht gemacht und auf einen einzigen Punkt des Opus' eingeschossen, das fand ich grotesk.
Deborah ist die einzige "Gewinnerin" wenn man so will, über Noodles hat sie sowieso gesiegt, auch wenn sie ebenfalls einsam ist.


petergriffin13

Antwort löschen

"Männer sind nun mal Männer, versucht Leone trotz ihres triebhaft, gewalttätig und gebieterisch dargestellten Verhaltens, ihnen Menschlichkeit oder gar Sympathie abzugewinnen, was für den Zuschauer leider kaum gelingt und obendrein absolut geschmacklos ist. "

Nach der Vergewaltigungsszene im Auto, als der Chauffeur Noodles keines Blickes würdigt und auch das Geld nicht annimmt, das zeigt doch gerade dass Leone das alles differenziert sieht und die Aktion von Noodles nicht glorifiziert.


Freidenker

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Für mich ein Film den man mindestens zwei wen nicht sogar noch öfter gesehen haben sollte,bis man sich ein Urteil erlauben kann.
Als ich in mir das erste mal angesehen habe hätte ich höchstens 7 Punkte gegeben doch umso öfter ich ihn mir anschaue,umso besser gefällt mir dieses Epos.

Es fängt schon mit der Geschichte an,es gibt kaum etwas was nicht thematisiert wird, Liebe,Freundschaft,Zusammenhalt,Neid, Hass,Gewalt und Verrat.
Es hätte wohl auch kaum einen besseren als Sergio Leone gegeben der diese Geschichte,mit diesen unzähligen Aspekte,besser umsetzten hätte können.
Den trotz dieser enormen Lauflänge hat der Film kaum Längen,dafür jedoch eine grandiose Besetzung.
Alleine die Kinderdarsteller sind einfach klasse in ihren Rollen,auch wen von ihnen kaum einer,außer Jennifer Connelly,später eine wirklich große Karriere hatte.
Das absolute Highlight unter den Darstellern ist jedoch ohne wen und aber Robert De Niro als Noodles,für mich eine seiner größten Rollen überhaupt.
Dazu kommt diese großartige Ausstattung und Optik und vor allem dieser geniale Soundtrack von Ennio Morricone.
Unglaublich das man tatsächlich vergessen hat ihm für die Oscars anzumelden,den verdient hätte er den Oscar ohne Frage genauso wie zwei Jahre später für "The Mission".
Warum ich trotz diesen ganzen Lobes nicht 10 Punkte gebe liegt neben einigen Längen vor allem daran das der Film zum Ende hin doch etwas hektisch wirkt.
Zur Darstellung der Frau,sicher ist diese Darstellung nicht besonders gut ja vllt in Teilen sogar Fragwürdig,dem Film und Ennio Morricone jedoch wirklich Frauenfeindlichkeit zu unterstellen und ihn deswegen vllt gar abzulehnen finde ich ehrlich gesagt absolut lächerlich.

Im großen und ganzen ein absolut monumentales Gangster-Epos,auch wen nicht ganz so meisterhaft wie "Der Pate".

bedenklich? 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

mikkean

Antwort löschen

Ich stimme voll und ganz zu ... und doch rege ich mich über die ziemlich verhunzte neue Synchro auf.


Wurfmaul

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Beim Anschauen dieses Films kam ich mir teilweise so vor als läge ich selbst in einer dieser Opiumhöhlen in denen De Niro gegen Anfang dahin schlummert (Wunderbar, die Sequenz als das Telefon über mehrere Minuten hinweg läutet und einem unklar ist, ob sich De Niro das bloß einbildet).

Once upon a time... der Filmtitel hat viel mit der Filmlänge gemeinsam: er ist lang, gaaaaaanz schööööön laaaaaaaaang - für meinen Geschmack etwas zu lange, naja, das ist vielleicht Geschmackssache. Ob Leone eine stark ausgeprägte chauvinistische Ader hat, will ich persönlich nicht wissen, war mir beim Anschauen eher egal... mögen sich manche Kritiker nun aufregen. Vom technischen Standpunkt gesehen, ist OUATIA (schön diese ewigen Abkürzungen) EKISG (erstklassig in Szene gesetzt)... Basta!... eine Gangstergeschichte, Kindheitserinnerungen, Brutalität gemischt mit Fantasie. Die gefährliche Welt der Erwachsenen und ein paar Jungen, die so gerne selbst schon Teil dieser Welt wären und schnell begreifen, dass sie dafür selbst "gefährlich" sein müssen um dieses Ziel zu erreichen. Wenn ich heute den 13 und 14 jährigen Kids bei mir im Park zu höre und mir so manche ihrer Vorbilder anschaue (Bushido, 50-Cent, Jersey Shore-Gestalten.... etc.) gebe ich auch nicht Leone die Schuld daran, dass Kinder nun mal Kinder sind und trotz ausgeprägter Fantasie (bei den einen mehr den anderen weniger) eben auch oft viele Dinge noch nicht ganz so verstanden haben. Jeder baut Scheiße - die einen mehr, die anderen weniger... und dann gibt es die Extremfälle. Als herausragend würde ich OUATIA nicht bezeichnen, dennoch ist das ein Film mit starken Bildern, der sich (VIEL) Zeit nimmt, um deren Wirkung zu entfalten. Und bitte liebe Gutmenschen:
Sucht nicht ständig nach frauen-, männer-, menschenfeindlichen Anhaltspunkten, denn davon lebt die Zensur und davon stirbt die künstlerische Freiheit!!!

Bsp.: Travis in Taxidriver ist auch nicht gerade ein vorbildlicher Held... dennoch ist TD ;-) ein genialer Scorcese Film... und so weiter und so fort, FAZIT: Wer Zeit und Lust auf OUATIA hat, sollte sich das Erlebnis gönnen, denn soo schlecht ist er nicht - halt auch nicht so überwältigend... Punkt

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Andy Dufresne

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

The Times they are a changing...

Ein Film der sich (extrem) Zeit nimmt.
Allein wie er die Rückkehr De Niros zu Beginn, oder die Ballettszene am Anfang zelebriert...

Szenenbilder, Requisiten, Ausstattung , die Straße, die Optik, die Gegend, die Liebe zum Detail, die Maske (atemberaubend wie alt sie De Niro machen konnten (es war 1984!) und dies ohne jegliches CGI (!) : Grandios !

Der Score : Überwältigend !

Die Vielschichtigkeit, die Epik, die Breite...

Zwei Jungen mir ungewaschenen Hälsen, zusammengeschweißt durch Blut Schweiß und Tränen, lange bevor in Amerika von echter (moderner) organisierter Kriminalität die Rede sein konnte.
Zwei Jungen mit Ideen, mit Willen, mit Durchhaltevermögen, mit Cleverness, mit Köpfchen, mit Eiern.

"Den Schlüssel bekommt Moe. Er gibt ihn nur raus wenn wir alle zusammen sind."

So gründet sich die Company...

-"Wo gehen wir hin?"
-"Wir gehen zu uns, uns gehört der heißeste Club der Stadt!"

Aus Jungen werden Männern.

"Das Leben ist noch verrückter als...Scheiße..."

Und sie geraten in Schwierigkeiten.

"Du hast mal gesagt du willst keinen Boss.
Das ist richtig gewesen.
Das ist auch Heute noch richtig."

Werden verwickelt in Gewerkschaftsfragen, in Politik, ins Große und Ganze in einer aufstrebenden, sich entwickelnden, ständig in Veränderung sich befindender Nation.

"Unser Land wächst noch und manche Krankheiten sollte man in der Kindheit hinter sich bringen..."

Die Szene mit den Desperado-Masken und den Schwänzen, das ist schon very, very special...

Sie werden dekadent, überdrüssig und selbstvergessen...

---Intermission---

Und sie entzweien sich und doch lassen sie sich nie ganz los...

"Trinken wir auf unsere letzte Fahrt..."

Aufstieg und Fall.
Drama, Gangsterepos, Klassiker .
Meisterwerk (und natürlich unvermeidlich...), Kultfilm.
Epos und Gesellschaftsspiegel.
Interpretation eines Amerikas im Wandel der Zeit.
Ja doch Großkunstwerk, herausragend die mit "Yesterday" (gaaaanz leise) umspielte, melancholische Szene kurz vor Ende, und die allerletzte Szene, mit ihrem unvergleichlichen Schlußbild.

Solche Filme werden Heute nicht mehr gemacht.

"Geh dort hinaus, immer weiter. Sieh nicht zurück."

Der Film spannt den ganz großen Bogen, ist opulent, ausladend, ja einzigartig ,wie erwähnt vielschichtig, er benötigt diese fast vier Stunden um sich auszubreiten, sich
(im wahrsten Sinne des Wortes) komplett zu entwickeln, als Gesamtbild, inklusive vieler Selbstreferenzen, sich ganz zu entfalten.

Leones Vermächtnis und ein ganz, ganz großes Viech von einem Film .

bedenklich? 31 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 22 Antworten

Andy Dufresne

Antwort löschen

Jill&Jane,ja...;)


Einar

Antwort löschen

Ausnahmen bestätigen die Regel... ;-)
Okay, Pacino kann auch wieder smarter werden!


Chanvre

Kommentar löschen
Bewertung5.0Geht so

Wow, in mir steigt Männerhass auf.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

BattlemasterIZ

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Also Ich schließe mich denjenigen an, die Once Upon a Time in America als ein sehr guten Film bzw als ein Meisterwerk der 80er Jahre bezeichnen. Ein poetischer Gangsterfilm, Eine Geschichte von Freundschaft und Verrat, Musikalisch sowie bildhaft schön eingefangen. Das ist doch großes Kino mit Kunstanspruch, Mir gefällt er :)

bedenklich? 12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Fans dieses Films mögen auch