Es war einmal in Amerika
edit edit group membershipsOnce Upon a Time in America, US, IT 1984
Sergio Leone erzählt die Lebensgeschichte der beiden befreundeten Gangster David Aaronson (Robert De Niro) und Maximillian Bercouicz (James Woods). In der Zeit der Prohibition begann ihre zweifelhafte Karriere, die in den 60er Jahren ihren Höhepunkt hatte.
HandlungDer Film beginnt im Jahre 1968 in New York: David ‘Noodles’ Aaronson (Robert De Niro) liegt in einem chinesischen Opiu… — Mehr
Sergio Leone erzählt die Lebensgeschichte der beiden befreundeten Gangster David Aaronson (Robert De Niro) und Maximillian Bercouicz (James Woods). In der Zeit der Prohibition begann ihre zweifelhafte Karriere, die in den 60er Jahren ihren Höhepunkt hatte.
HandlungDer Film beginnt im Jahre 1968 in New York: David ‘Noodles’ Aaronson (Robert De Niro) liegt in einem chinesischen Opiumhaus, während er von Gangstern gesucht wird, die seine Freundin Eve (Darlanne Fluegel) erschießen und einen seiner Jugendfreunde, ‘Fat’ Moe Gelly (Larry Rapp), den er in New York besuchte, brutal foltern. In Hintergrund klingelt schrill und nervenaufreibend ein Telefon …
Die AnfängeRückblende – New York 1922/23: Auf der jüdischen Lower East Side verdient eine jugendliche Straßenbande, bestehend aus dem jungen David ‘Noodles’ Aaronson (Scott Tiler), dem jungen Maximilian ‘Max’ Bercovicz (Rusty Jacobs), Dominic (Noah Moazezi), Philip ‘Cockeye’ Stein (Adrian Curran), und Patrick ‘Patsy’ Goldberg (Brian Bloom), mit zunächst noch harmlosen Gaunereien ihr erstes Geld. Die kriminelle Karriere der Jungen beginnt zunächst mit dem Stehlen einer Uhr von einem Betrunkenen, dem Anzünden eines Zeitungskiosks als Auftragswerk oder der Erpressung und Demütigung eines Polizisten, den sie beim Sex mit einer minderjährigen Prostituierten in flagranti ertappen. Das verdiente Geld bewahren sie in einem Koffer in einem Bahnhofs-Schließfach auf, den Schlüssel für dieses Schließfach hinterlegen sie bei ‘Fat’ Moe Gelly (Mike Monetti), einem Freund von ihnen, dessen Vater ein jüdisches Restaurant besitzt.
Als Max, Noodles und die anderen immer erfolgreicher im Viertel werden, kommt es zu dem unvermeidlichen Zusammenstoß mit der Gang von Bugsy (James Russo), der die Konkurrenz aus dem Weg räumen will. In der Auseinandersetzung erschießt Bugsy Dominic, den Jüngsten von Max’s Bande. Dominic stirbt in den Armen von Noodles mit den Worten “Ich kann nicht mehr“. Wütend ersticht Noodles Bugsy. Dafür muss er zehn Jahre lang ins Gefängnis.
Höhepunkt und FallZehn Jahre später: Der nun erwachsene Noodles wird aus dem Gefängnis entlassen und trifft seine alten Freunde wieder. Max (nunmehr James Woods), Cockeye (nunmehr William Forsythe) und Patsy (nunmehr James Hayden) sind zwischenzeitlich mittels Schutzgelderpressungen, gewaltsamer Ausschaltung von Konkurrenten und Schwarzhandel mit Alkohol während der Zeit der Prohibition Mitglieder eines gut funktionierenden Gangstersyndikats geworden. Mit dem verdienten Geld betreiben sie ein angesagtes Restaurant und eine angegliederte Spielhölle, von wo aus sie ihre Aktivitäten planen. Gemeinsam mit Max und den anderen Gangstern führt Noodles weitere Coups durch. So nehmen sie von den Minaldi-Brüdern (Joe Pesci, Burt Young) aus Chicago den Auftrag an, Diamanten zu stehlen. Als es zur Übergabe kommen soll, beseitigen die Gangster eiskalt ihre Auftraggeber und teilen die Beute unter sich auf. Noodles, Max und die anderen unterstützen in der Folge die streikenden Arbeiter und erpressen den Polizeichef, der auf Seiten der Arbeitgeber steht, indem sie in der Entbindungsstation des Krankenhauses, wo dessen Frau gerade einen Sohn geboren hat, sämtliche Babys vertauschen.
Noodles trifft auch Deborah Gelly (Elizabeth McGovern) – seine große Jugendliebe – wieder. Die Beziehung zu ihr zerbricht jedoch, als er sich mit sexueller Gewalt das nimmt, was er sich seit seiner Jugend von ihr erträumt, aber nie erhalten hat.
Als Noodles und Max im Jahre 1933 die Nachricht vom Ende der Prohibition erreicht, beschließt Max einen halsbrecherischen Plan. Er will als letzten Coup die Federal Reserve Bank überfallen. Noodles, der erkennt, dass die Durchführung dieses Vorhabens Max und seinen Freunden mit hoher Sicherheit das Leben kosten würde, greift zum letzten Mittel, um seine Mitstreiter zu retten: Er informiert die Polizei. Doch Noodles erreicht nicht sein Ziel, denn bei dem Polizeieinsatz werden alle seine Freunde getötet. Als Noodles vom Tod seines besten Freundes Max erfährt, taucht er unter.
Die Wahrheit35 Jahre später: Noodles kehrt als alter Mann nach New York zurück, um seinen Jugendfreund ‘Fat’ Moe Gelly zu besuchen und einer mysteriösen Einladung zu einer Party eines gewissen Staatssekretärs Bailey, der mittlerweile mit Deborah zusammenlebt, zu folgen. Zuvor findet Noodles auf dem Friedhof am Grab seiner Freunde, welches er gestiftet hat, einen Schließfachschlüssel zu dem längst verloren geglaubten Koffer mit Geld aus der frühen Jugendzeit. Auf der Party erfährt Noodles die Wahrheit: Nicht er ist der Verräter, sondern sein Freund Max. Denn dieser hat mittels eines Arrangements mit der Polizei seinen Tod nur vorgetäuscht, um Noodles aus dem Geschäft zu drängen, und erhielt eine neue Identität als Mr. Bailey. Max ist zwischenzeitlich ein reicher Mann und erfolgreicher Politiker geworden und lebt mit Deborah, der Jugendliebe von Noodles, die mittlerweile eine berühmte Schauspielerin in Hollywood geworden ist, zusammen. Doch Max alias Staatssekretär Bailey kann mit seinem Verrat nicht mehr leben. Erfolglos versucht er Noodles dazu zu bewegen, ihn für seinen Verrat und auch dafür, dass er ihm seine Jugendliebe nahm, zu erschießen. Schließlich zieht Max in der Partynacht die Konsequenzen – er beseitigt sich selbst.
Der Film endet dort, wo er begann – in einem chinesischen Opiumhaus: Noodles liegt auf einer Liege und nimmt einen Zug von der Pfeife, während sich ein kindlich-glückliches Lächeln auf sein Gesicht legt.
Weiterführende Informationen
Rezeption
Wissenswertes
Quellen
Es war einmal in Amerika in der Wikipedia (dt.)
Once Upon A Time In America in der Wikipedia (engl.)
Es war einmal in Amerika auf filmszene.de
Artikel von Andreas Thomas auf filmzentrale.de
- Cast
- Robert De Niro, James Woods, Elizabeth McGovern, Treat Williams, Tuesday Weld, Burt Young — Mehr
- Regisseur
- Sergio Leone
- Autoren
- Leonardo Benvenuti, Piero De Bernardi, Enrico Medioli, Franco Arcalli, Franco Ferrini, Sergio Leone
- Genre
- Politdrama, Mafiafilm
- Zeit
- 1920er Jahre, 1930er Jahre, 1960er Jahre
- Ort
- Brooklyn Bridge, Gefängnis, Miami, New York City, Strand
- Handlung
- Alte Freunde, Anwesen, Bahnhof, Beste Freunde, Bordell, Bosheit, Brutalität, Chauffeur, Clique, Cop-Killer, Dekadenz, Drogen, Erpressung, Feuer, Folter, Freundschaft, Gangster, Gefängnis, Geldwäsche, Gewalt, Judentum, Jugendgang, Juwelenraub, Korruption, Krankenhaus, Leben und Tod, Liebeskummer, Mafia, Mafiaboss, Masturbation, Mord, Mörder, Nacktheit, Opium, Polizei, Prostituierte, Restaurant, Sadist, Schauspieler, Schuld, Schusswechsel, Sex, Sexueller Missbrauch, Spiegel, Strand, Straßenbande, Tanzen, Tod eines Freundes, Verbot, Vergewaltigung, Verrat, Voyeur
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Kritiker — Film: Es war einmal in Amerika
Mr Vincent Vega: Fünf Filmfreunde / gamona /...
Sergio Leones Mammutprojekt ergötzt sich an seiner epischen Dimension. Mit begnadeter Raffinesse bei Schnitt und Musik ein formal außergewöhnlicher Film, dessen extreme Frauenfeindlichkeit jeden Zugang zur Geschichte verhindert. Eine gänzlich überschätzte, chauvinistische Altherrenversion des "Paten".
5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 8 Antworten
Kill_Diether 2009/11/18 23:58:38
Wo ist der Film frauenfeindlich? Wer bescheißt,
bekommt die Quittung. Altes Gesetz!
Jukebox 2010/02/11 01:43:59
Ich denke, das der Film besonders in der 1933er-Zeit frauenfeindlich ist, und eine, eventuell auch zwei (ich kann das nicht recht beurteilen) Vergewaltigungen sollten daran keinen Zweifel lassen.
Es zeigt, das aus den Kleinkrimminellen Gangster geworden sind, die sich alles nehmen und nur die eigenne Freunde können sie daran hindern. Und genau deswegen muss es zur ungeschönten Handlung dazu gehören.
Kill_Diether 2010/02/11 19:09:31
Ja meine Güte, wer überträgt denn 1933 ins hier und jetzt?
War halt mal so. So wie's in den 50'th und 60'th auch noch
anders aussah für Frauen. Zur vorletzten Jahrhundertwende
gab's Frauenrechtlerinnen und heute werden weltweit trotzdem
noch Frauen, viel im häuslichen Umfeld, misshandelt.
Deswegen ist der Film noch lange nicht frauenfeindlich,
sondern zeigt, wie du auch sagst, dass Amerika sich nicht nur
von reinen Gutmenschen her entwickelt hat.
petergriffin13 2010/03/22 13:23:51
und wenn ein film nazis, kinderschänder, rassisten, frauenfeinde usw. glorifiziert werden heisst das automatisch das der film schlecht ist und umgekehrt...?
ein film der einen kindermordenden, drogensüchtigen, nazi lobpreist kann ja auch gut sein, obwohl es moralisch natürlich verwerflich ist.
das du den film aufgrund deiner moralvorstellung schlecht findest ist ein sehr seichtes argument. kritisieren könnte man WIE das thema in szene gesetzt gesetzt worden ist oder die leistung der schauspieler, ton, schnitt, aber nicht das thema an sich.
D.W. Griffith's film "Die Geburt einer Nation" sympathisiert auch mit dem KuKluxKlan und ist trotzdem ein Meisterwerk.
Melcon 2010/04/04 12:44:21
Sehe ich anders, natürlich kann man auch den Inhalt kritisieren und den Film dadurch abwerten, selbst wenn er gut gemacht ist.
Aber bei "Es war einmal in Amerika" eine extreme Frauenfeindlichkeit zu
erkennen und mit einer "chauvinistische Altherrenversion" zu betiteln, schießt einfach nur an einer glaubhaften Kritik vorbei.
doc_flunder 2010/04/17 13:31:06
wenn ein film nazis, kinderschänder, rassisten, frauenfeinde usw. "glorifiziert" ist er natürlich verwerflich. wir sprechen ja hier von der haltung des regisseurs zum thema, nicht von der einstellung der protagonisten.
was nun "once upon a time in america" betrifft, so ist die aussage, dass die "extreme frauenfeindlichkeit jeden zugang zur geschichte verhindert" vielleicht etwas überzogen. allerdings habe ich mich seinerzeit auch gefragt, ob leone an einigen stellen nicht doch ein höchst problematisches frauenbild transportiert (ich bin willig / verlottert / man kann auch mal mit gewalt nachhelfen). das versaut die ansonsten interessante mafiageschichte nicht unbedingt komplett, hinterlässt aber schon einen üblen nachgeschmack - jedenfalls bei p.c.-spießern wie mir...
wackelkandidat 2010/07/28 21:44:53
ich suche und suche... aber ich kann in diesem Film keine Frauenfeindlichkeit erkennen.
Kommentare (49) — Film: Es war einmal in Amerika
Emmaspinne 2010/08/29 20:38:24
Kommentar löschenLeone macht einfach großartige Filme. Er zeigt großartige Bilder, die Zusammenarbeit mit Morricone als Komponist für die Filmmusik ist auch einfach nur passsend und perfekt. Ich kann gar nicht mehr schreiben, den Film muss man einfach gesehen haben!
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mikkean 2010/08/23 14:42:36
Kommentar löschenSergio Leone sprengt nicht nur die Grenze der normalen Laufzeit, er wächst in allen filmischen Belangen über sich selbst hinaus. Ein Mammut-Werk, das damals schändlicherweise von den Oscars missachtet wurde. Hier wird der Begriff "Epos" vollkommen neu definiert, bitte nicht mehr nur im Nacht-Programm verstecken.
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stuforcedyou 2010/08/24 09:37:39
Antwort löschenJa, ja die Besten sterben jung oder werden nach 00:00, mitten in der Woche ausgestrahlt.
mikkean 2010/08/24 13:49:36
Antwort löschenEine echte Schande, wie die Austrahlung gegen 3:30 Uhr!!!
wackelkandidat 2010/07/28 12:55:42
Kommentar löschenEs war einmal in Amerika ist einer der schönsten und poetischsten Filme, die ich kenne.
Ich lese immer wieder das Wort "Frauenfeindlichkeit" in Zusammenhang mit diesem Film.
Auch nach oftmaligem Ansehen, erschliesst sich mir keine Frauenfeindlichkeit. Ich weiß überhaupt nicht, was damit gemeint sein soll?
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Es bedarf einer gewissen Eingewöhnungszeit bei diesem Epos von Sergio Leone. Und auch danach hat man es mit einer recht ungewöhnlichen und eigenwilligen, aber beeindruckenden Inszenierung zu tun. Die Alterung der Charaktere wirkt besonders authentisch. Ein besonderes Lob geht an Makeup, Darstellerauswahl und Art Direction. Die Geschichte ist schwere und schwermütige Kost, beschreibt in gleich drei Handlungsebenen eine Gewaltoper um eine vielschichtige, kriminelle Männerfreundschaft. Die stets wiederkehrenden musikalischen Themen von Ennio Morricone verleihen dem Ganzen nochmal eine ganz eigene Note. Wer alle bedeutenden Mafiafilme gesehen haben will, kommt an diesem Werk nicht vorbei. Doch "Es war einmal in Amerika" hebt sich stilistisch deutlich von der Pate-Reihe und Martin Scorseses Gangster-Thrillern ab, obwohl auch dort Robert De Niro mit seiner ungeheuren Präsenz die Leinwand füllt.
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