James Bond 007 - Diamantenfieber

Diamonds are forever (1971), GB/US Laufzeit 120 Minuten, FSK 16, Thriller, Abenteuerfilm, Actionfilm, Kinostart 14.12.1971


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6.3
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47 Kommentare
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von Guy Hamilton, mit Sean Connery und Desmond Llewelyn

James Bond wird mit den Ermittlungen um eine weltweit operierender Diamanten-Schmugglerringe beauftragt.

Geheimagent ‘007’ James Bond (Sean Connery) spürt seinen Erzfeind Blofeld (Charles Gray) auf, als dieser gerade dabei ist, sich einen perfekten Doppelgänger schaffen zu lassen. Nach hartem Kampf befördert Bond den Superschurken ins Schlammbad. Das ist Blofelds Ende (meint Bond). Anschließend erwartet ‘M’ (Bernard Lee) von seinem Spitzenmann ein Stück solider Alltagsarbeit, als er ihn unter falscher Flagge auf internationale Diamantenschmuggler ansetzt. Der Fall scheint fast unter Bonds Niveau zu liegen, lediglich die aufregende Tiffany Case (Jill St. John), an die er dabei in Amsterdam gerät, entspricht seinem Format. Die hart gesottene Schöne ist ebenso attraktiv wie undurchsichtig, mit der Haarfarbe scheint sie auch öfters die Fronten zu wechseln.

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Kommentare (44) — Film: James Bond 007 - Diamantenfieber


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lieber_tee

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Bewertung7.5Sehenswert

Der letzte offizielle Bond mit Connery zeigt mal wieder mit welch sicheren und eleganter Stil das Franchise funktioniert. Sean darf mit charmant-chauvinistischster Hand Schaubusenbesitzerinnen durch seine Hände gleiten lassen, mit kalauernd-fivoler Wortwahl Kampfamazonen bändigen, Schwule in den Arsch treten und die Welt retten. Das alles wird mit einer gütigen Portion Ironie serviert, in einem leicht futuristischen 70er Design verpackt und mit nicht ganz so spektakulären aber pfiffigen Actionszenen garniert.

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Moviegod

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Das Comeback von Connery. Leider auch nicht ganz frei von Enttäuschungen. Die Story lässt den Vorgänger zwar (berechtigterweise?) außer Acht, dennoch gibt es hier eindeutig ein paar Ermüdungserscheinungen. Ein würdiger Abschluss von Connerys Bondzeit ist der Film dennoch.

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Terminator-800

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Bewertung2.0Ärgerlich

Au weia. Ich habe immer noch nicht alle Bond-Filme gesehen und "Diamantenfieber" war gestern somit eine Premiere. Aua, was war das denn? Ich meine, auch in der Zeit konnten sie doch gute Bond-Filme ala "Goldfinger" drehen.

Aber hier stimmte ja gar nichts mehr. Völlig abstruse "Handlung", unglaubliche Problemlösungen (Bond verlässt sich darauf, nicht verbrannt zu werden, weil er Falschgeld gab? Hallo?), Frauen, die die Grenze zur Peinlichkeit überschreiten, Filmtricks aus dem Heimkinobereich.

Grausam!

Schade um die klasse Filmmusik und Sean Connery.

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mellowtree

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Bewertung7.5Sehenswert

"get the gun"
"here"
"shoot them"
"ahhhh!"

b-movie trash at its finest.

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heiko.buschhaus

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Bewertung6.0Ganz gut

>>Wo ist denn Ihre Schaubusenfreundin?<<
Nachdem es mit George Lazenby in der Bondfilm-Ära mal wieder aufwärts ging... hat man ihn vor die Tür gesetzt und Sean Connery, der in seinen letzten Filmen schon ziemlich ausgelutscht war, wieder zurück geholt! Leider fällt dieser Film auch wieder in diesen Trott, denn anstatt wie "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" Pepp und Schwung in die Sache zu bringen, sieht man hier wieder endlose (zT echt öde) Actioneinlagen, die der Vorgänger echt besser bot, und eine Story, die einnnfach nicht enden will; der Film geht 120 Minuten, guckt sich aber locker wie 180< !!! Das Einzige, was diesen Film, ähnlich wie schon bei "Man Lebt Nur Zweimal", vor der 5-Punkte-Bewertung rettet, ist wieder der unvergleichliche Sean Connery-Charme und seine Sprüche, die diesen Film doch allemal sehenswert machen für alle die, die auf Bond stehen!

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jacker

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Bewertung6.0Ganz gut

Auf den Spuren des James Bond / Part 7 / James Bond 007 – Diamonds are forever

Das wars mit Lazenby, der Herr wurde mit einem Tritt in den Allerwertesten vor die Tür befördert und – never change a running system – ‚Altmeister‘ Connery zurück ins Boot geholt. Der scheint sich ein wenig zu wundern was das alles soll und warum die da oben sich nicht entscheiden können. So zumindest wirkt 007 in DIAMONDS ARE FOREVER.
Mit sichtlicher Freude spielt Connery seine Rolle runter, dabei wird der Ironieregler bis auf Anschlag ausgereizt!

Immer ein leicht süffisantes Grinsen auf den Lippen.
Immer einen leicht abfälligen Blick.
Immer sarkastisch, oft zynisch, selten ganz ernst boxt und trickst er sich durch die Welt, bzw. die USA.

„Bond: That’s quite a nice little nothing you‘re almost wearing.“

Klar, cool war er in der Rolle als Bond schon immer, das hier wirkt aber mit beständiger Hartnäckigkeit, als ob er sich ein wenig, vielleicht ein wenig zu viel über all das lustig macht. Oder es zumindest nicht wirklich ernst nimmt.

Resultat: Obwohl 007: DAF sich inhaltlich und inszenatorisch mehr oder weniger recht schwach, zeitweise als völlige Nullnummer gestaltet, retten er (und einige der weiteren Darsteller) das Pferd passabel über die Strecke – der Streifen macht tierisch Laune, zumindest die ersten zwei Drittel lang. Bond trägt wie beschrieben dick auf – chauvy-Style as usual – seine zwei Dauerverfolger Mr. Wint und Mr. Kidd würden gern, sind aber zu dämlich um auch nur einen Fuss vor den anderen zu setzen (plus optisch wohl das grandioseste was je auf Film gebannt wurde!) und Jill St. John liefert als durchtriebenes, sehr ansehnliches Bond-Girl ab.

Story und Fotografie / Kulissen / Effekte sind leider nicht wirklich erwähnenswert und mit wenig Liebe zum Detail umgesetzt. Auch an Action mangelt es (obwohl Bond im Mond-Rover schon ein ulkiges Bild abgibt), selbst das Finale zieht sich und krankt an fehlender Spannung und Dynamik.

Durchschnitts-Bond, mehr ganz sicher nicht.

[http://weltamdraht.blogsport.de/2013/09/12/james-bond-007-diamantenfieber-1971]

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hno-16

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Kannst du mir sagen ob der Film zurecht ab 16 ist?


jacker

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Niemals! Eine der Oldskool FSK-Einstufungen, die dringend ein update benötigt!


vega_vincent

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Bewertung7.0Sehenswert

Schade, ich hatte mehr erwartet. Mister Kidd und Mister Wint waren ganz witzig, das Bond-Girl hübscher als das letzte, Connery gewohnt cool – aber das war’s dann eigentlich auch schon. Das Bond-Girl ist wirklich eine «dumme Nuss» (Zitat 007), Blofeld lahm, die Geschichte irgendwie ebenfalls. Irgendwie ist einfach keine rechte Stimmung aufgekommen. Die Szene mit den beiden Tussen (Klopfer und Bambi) ist einfach nur schlecht. So ein Scheiss, echt! Was ich allerdings als Lehrstück mitnehmen konnte, ist der geniale BH-Würge-Trick. Der war nicht schlecht. ;-)

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fuerchtegott

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Klopfer und Bambi sind DAS Highlight!!! Nebst der Bomb surprise:-)


vega_vincent

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Ich muss doch bitten. Sehen nach nichts aus, bewegen sich total doof, prügeln 007 zuerst halb tot und lassen sich dann einfach so säufen. Aus dem Setting «007 und zwei Damen in Bikinis» hätte man wesentlich Besseres machen können. ;-) Ich bringe hier mal beispielhaft einen frischen Ausdruck, über den ich gerade gestolpert bin: motor boat.


A-Wax

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Bewertung6.0Ganz gut

Mit Abstand schwächster Connery-Bond wobei unser Lieblingsschotte nicht wirklich viel dafür kann.

Nachdem wir zwei Jahre zuvor George Lazenby "Im Geheimdienst ihrer Majestät" bewundern durften und darüber mehr oder weniger entzückt waren, übernahm diesmal wieder Sean Connery die Rolle des ewigen Superagenten. Was zur letztlichen Ablösung von Lazenby geführt hat, darüber streiten sich die Gelehrten scheinbar heute noch. Die einen sagen er wollte die Rolle seinerzeit nicht nochmal spielen, andere vermuten die Produzenten wollten einen Tausch gegen das Altbewährte. Seis drum, nun haben wir wieder unseren Ur-Bond.

Leider wurde ihm aber kein sonderlich netter Empfang zu seiner Rückkehr bereitet. "Diamantenfieber" krankt an einigen Stellen. Das fängt beim Drehbuch an. Die Story ist maximal Durchschnitt. Einerseits zu Anfang ein nettes Schmuggelabenteuer, wird daraus zum Ende hin wieder eine "Ich-muss-die-gesamte-Welt-retten"-Geschichte. Das ist einfach nur unnötig gewesen. "Goldfinger" ist deswegen so stark weil die Geschichte eben sprichwörtlich auf dem Boden geblieben ist. Warum muss unser aller Lieblingsagent immer gleich die gesamte Welt retten?

Ein weiteres großes Ärgernis ist diesmal leider das Bond-Girl. Jill St. John ist scheinbar nicht mit dem größten Schauspieltalent gesegnet, was per se nicht unbedingt schlimm ist, denn diesen Umstand kennen wir doch von einigen Bond-Girls. Leider ist ihre Figur der Tiffany Case unglaublich beliebig und leider auch total überflüssig. Bond merkt das auch gegen Ende des Films an ("Du dumme Nuss") und genau das beschreibt das Problem dieses Charakters. Anfänglich will man sie als mysteriös und verrucht einführen (verschiedenen Haarfarben) und dann ist sie einfach wieder nur nettes Beiwerk. Die Story an sich hätte sie nicht gebraucht, die ist sowieso schon dürftig genug. Die einzigen beiden weiblichen Wesen die noch sinnentleerter und überflüssiger sind als diese dumme Nuss sind "Bambi" und "Klopfer", zwei offensichtlich extrem kräftige und kampferfahrene Damen, die unseren Superagenten erst böse verprügeln, sich dann aber ohne große Gegenwehr einfach im Pool untertauchen lassen. Sorry, aber viel dümmlicher ging es wohl wirklich nicht mehr, oder?

Bei "Im Geheimdienst ihrer Majestät" spielte Telly Savalas die Rolle des Blofeld und wusste nicht wirklich zu überzeugen, diesmal durfte sich Charles Gray versuchen und scheitert leider auch. Ich weiß nicht woran es liebt, aber keiner bringt wirklich Spannung und Tiefe in diese Figur ein. Man erfährt auch nichts über die Figur, wo kam sie her, was treibt sie an, usw. Vielleicht liegt es auch daran das sich hier alle Gegenspieler an Auric Goldfinger alias Gerd Fröbe messen lassen müssen und diese Fußstapfen doch recht groß sind.

Normalerweise ist ein Bond-Finale immer ein krönender actionreicher Abschluss eines jeden Bond-Films. Dieses fällt hier auch größtenteils ins Wasser, denn die Zerstörung der Plattform auf dem Meer größtenteils langweilig und der Zusammenhang mit dem Killersatelliten ist doch sehr "gewollt" hergestellt. Dazu noch die "Kassetten-Orgie", die das ganze noch viel schlimmer macht.

Aber man darf nicht nur schlechtes sagen. Die Handlanger von Blofeld, die beiden schwulen Killer Mr. Kidd und Mr. Wint sind ganz witzig und innovativ, speziell das zweite Drittel des Films ist ganz passabel (Verfolgungsjagd in Las Vegas, Klettereinlage). Außerdem ist es eben ein Bond-Film und wie wir alle wissen, es gibt gute und auch weniger gute Bond-Filme, aber keine wirklich schlechten.

Trotzdem bleibt "Diamantenfieber" ein etwas unrühmlicher Abschluss für Sean Connery, denn ein wirkliches Highlight ist ihm bei seiner Rückkehr als James Bond nicht gelungen.

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A-Wax

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Man kann sicherlich die Meinung vertreten, dass die Reihe sich überlebt hat und daher besser beendet werden sollte. Allerdings teile ich diese Auffassung nicht. Ich bin jetzt nicht der größte Bond-Fan auf Erden, aber ich liebe die Filme. Für mich ist keiner der Streifen ein 10er-Film, dafür hat die Reihe immer schon ihre Schwächen gehabt. Für mich sind Bond-Filme immer in der 8er-Kategorie gewesen, die ich IMMER wieder gerne und mit Freude anschaue, weil ich einfach weiß was auf mich zukommt.

Sie waren aber auch immer Spiegelbild ihrer Zeit und hat sich sehr wohl das ein oder andere Mal "neu erfunden". Die für mich gravierendste Veränderung war eben Pierce Brosnan, da ich diese Filme auch auch Filmfan so richtig im Kino miterlebt habe. Die älteren Bonds kannte man natürlich aus dem Fernsehen, aber die 90er-Bonds waren und sind eben die meinigen. Auch finde ich "Die another Day" nicht das ultimativ Böse, was viele hier drin in ihm sehen oder sehen wollen. Er hat natürlich auch diverse Schwächen, aber gegenüber "Quantum..." ist er eine Wohltat.

Meines Erachtens erkennt man bei "Skyfall" wie sehr das Serien-Genre Einzug hält und wie sich Filme bzw. Filmreihen verändern. Den Vorteil den Serien bieten ist die Entwicklung und Vertiefung von Charakteren. Man schaue sich nur Serien wie "Lost", "Breaking Bad" oder "Sopranos" an, dann wissen wir was Sam Mendes mit "Skyfall" erreichen wollte und auch erreicht hat. Er gibt Bond einen Background, eine Historie, eine Geschichte. Das empfinde ich deswegen als so positiv weil man nun als Zuschauer bzw. als Darsteller verstehen kann warum eine Figur so oder so handelt und was sie antreibt. Diese Profilschärfung kann man nun verteufeln und sagen das sei nicht mehr James Bond oder man kann es begrüßen und eine Filmfigur die uns seit 50 Jahren begleitet quasi neu entdecken.

"Skyfall" ist aber noch mehr gewesen, es wurde ein neuer "M" und ein neuer "Q" eingeführt und die Reihe so bereit für die nächsten Jahre gemacht. Auch das kann man nun wiederum begrüßen oder sich auf ewig Bernard Lee oder Judi Dench zurückwünschen.

Meiner Meinung nach gehören Veränderungen zum Leben und sie machen auch nicht vor unserem Lieblingsagenten halt.


mannypenny

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ok, ein letztes muss ich noch sagen...
Der Nostalgiebonus ist bei mir UND bei dir vorhanden. Der erste Bond eindruck...Bei mir "Diamantenfieber" bei dir in den 90ern der Pierce(Remington Steele) Brosnan. Der Mensch ist halt subjektiv. Und das ist gut so. Vielen Dank für die nette Konversation.


Thomas Hetzel

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Bewertung7.0Sehenswert

Schwächer als "Im Geheimdienst Ihrer Majestät", aber immer noch besser als "Man lebt nur zweimal". Es ist hierbei echt schade, dass Lazenby nicht noch mal zurückgekehrt ist, ich hätte ihn gern wenigstens noch ein zweites Mal als James Bond gesehen. Besonders schade, finde ich jedoch, dass man kaum Bezug mehr zu Bonds Frau Tracy genommen hat. Nur am Anfang zeigt sich Bond als kaltblütiger Rächer, was ich echt stark finde. Leider wird danach Tracys Tod kein einziges Mal erwähnt. Auch hat der Film so seine Länge, aber gerade die Tatsache, dass es hier etwas alberner zu geht und sich der Film selbst kaum ernst nimmt macht den Film so unterhaltsam. Zugegeben manchmal wurde es etwas zu übertrieben und das Finale war ja mal sowas von schwach. Aber trotz der vielen Makel, bleibt "Diamantenfieber" ein guter Bondfilm, der durchaus seine Momente hat.

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dodo28

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In jungen Jahren war das neben "Der Mann mit dem goldenen
Colt" mein Lieblingsbond....aber nur wegen den den Killern!


Thomas Hetzel

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"Der Mann mit dem goldenen Colt" wird meiner Meinung nach auch ziemlich unterschätzt.


Wall

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Bewertung6.5Ganz gut

Nach der Fehlbesetzung mit Lazenby tut es richtig gut mal wieder den Ur-Bond Connery in seiner Paraderolle zu sehen, der den Film mit seiner charismatischen und charmanten Darstellung gleich für sich einnimmt. Ansonsten ist der Film allerdings eher Mittelmaß, was vor allem auch am Plot liegt. Hier wurde gar kein Bezug zu Bonds tragischem Verlust, dem Tod seiner Ehefrau, des Vorgängerfilms genommen. Ebenso als störend empfand ich die wieder fehlende Kontinuität in Bezug auf Blofeld, dessen Erscheinungsbild u.A. wieder einmal verändert wurde. Zudem driftet die Geschichte zum Ende hin stark ins Übertriebene und Unrealistische ab (Stichwort Laser-Satelliten-Kanone).
Ansonsten kriegt man neben einem gut aufgelegten Connery, wieder einmal gute Gags und spektakuläre Actionszenen und auch abwechslungsreiche Schauplätze geboten. Großartig überzeugen kann er aber nicht.

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Bagadosh

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

[Simons 007-Marathon: Tag 7 - Diamantenfieber]

Heute also kehrt Ex-Bond Sean Connery noch ein letztes Mal zurück, und zwar aus den 60ern in die 70er.
Und nach dem er am Anfang Katzenliebhaber Blofeld endlich erlegt hat ("Gott sei Dank, der Typ und seine Organisation fingen allmählich an zu nerven", habe ich zunächst gedacht, aber denkste: Der Kerl ist einfach nicht totzukriegen!), darf oder muss er sich heute, so scheint es, niederen Tätigkeiten widmen, denn es geht mal nicht um die Weltherrschaft, sondern nur um ein paar Diamanten.
So "harmlos" die Ausgangssituation auch ist, umso spannender ist die Story, die sich daraus ergibt. Aus meiner Sicht tut es dem Film gut, dass Bond seinen Gegner am Anfang noch nicht kennt.

Mir fällt auf, dass Diamantenfieber der bislang witzigste Teil der Rheie ist: Blofeld ertrinkt in irgendeiner Chemie-Suppe und wird damit ironischerweise mit seinen eigenen Waffen geschlagen und die Verfolgungsjagd durch Las Vegas ist aufgrund der albernen Polizisten gestaltet sich auch durchaus spaßig.
Auch das Gespräch mit dem doppelten Blofeld ist eine witzige Angelegenheit. Die Krönung sind aber die beiden verrückten und albernen Auftragskiller und vor allem Bonds Flucht im Mondauto, dass er vorher aus einem Fernsehstudio (Achtung. liebe Verschwörungstheoretiker! :D) geklaut hat.

Sehr positiv finde ich, dass der Film etwas "realistischer" als die Vorgänger ist. Die Vorgänger hatten meist übertriebene Sci-Fi- und Action-Effekte, welche damals vermutlich auf der Höhe der Zeit waren, heute aber eher etwas lächerlich sind. Diesem Teil fehlen solche Elemente zum größten Teil, sodass der Film für mich optisch etwas aufgewertet wird. Zumindest gilt das für die ersten neunzig Minuten, danach nehmen die albernen Effekte wieder zu.
Geblieben sind auch die riesigen technischen Applikationen (zum Beispiel die Satellitensteuerung oder die Superlaser), die ebenfalls etwas albern sind, aber, wie in den anderen älteren Filmen, den besonderen Charme aus dieser Zeit ausmachen.

Die Story finde ich ganz nett, aber nicht außergewöhnlich. Leider ist es letztendlich doch wieder SPECTRE, die es zu bekämpfen gilt, aber dadurch, dass dies erst am Ende klar wird und Bond immer wieder erheiternde Gespräche mit ihrem Anführer führen darf, weil er mehrmals gefangen genommen wird, geht das in Ordnung.

Ich habe das Gefühl, dass Sean Connery etwas mehr Spaß am Bond-spielen hatte als in seinem letzten Film, er sieht nicht mehr so gelangweilt aus wie zuvor :) .

Alles in allem ein spannender Bond-Film mit Comedy-Elementen und ein würdiger endgültiger Abschluss von Sean Connerys Karriere als Darsteller des britischen Super-Agenten.

Morgen erzählt uns dann Roger Moore in seinem ersten Auftritt, wen man leben oder besser sterben lassen soll.

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MrDepad

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Bond 50: Die Jubiläums-Collection [Blu-ray] -7/22- "Diamantenfieber"
Nachdem George Lazenby nicht mehr für die Rolle von James Bond zur Verfügung stand und vom Publikum auch nicht wirklich akzeptiert wurde, schaffte man es, Sean Connery noch einmal für die Rolle zu gewinnen.
Im Gegensatz zum größtenteils ernsten Vorgänger geht es in "Diamantenfieber" um einiges witziger zur Sache. Zu albern fand ich den Film entgegen einiger Meinungen allerdings nie. Positiv ist schon mal, dass zumindest bis knapp über die Hälfte des Film kein größenwahnsinniger Plan im Vordergrund steht. Bond infiltriert einen Diamantenschmugglerring, um an den Drahtzieher zu kommen. Connery sieht man zwar an, dass er schon etwas gealtert ist seit seinem letzten Bond-Einsatz, doch er hat wie immer einige trockene Sprüche auf Lager und gibt sich cool, an einigen wenigen Stellen wirkt er jedoch wirklich ein bisschen gelangweilt. Trotzdem beweist er bei einer rohen Prügelei ziemlich früh, dass mit ihm noch zu rechnen ist.
Kurze Zeit später wird die Handlung nach Las Vegas verlegt, wo eine wirklich gelungene 70er-Atmosphäre geboten wird. Erwähnenswert ist hier eine Verfolgungsjagd über die Boulevards von Vegas und eine Klettereinlage von 007 außen an einem Hotel. Besonders stechen in diesem Film auch das homosexuelle, bizzare Killerpärchen Mr. Wint und Mr. Kidd hervor, die mit skurillen und kreativen Tötungsmethoden einige Leichen hinterlassen und auch Bond immer wieder gefährlich auf die Pelle rücken. Mit Bambi und Klopfer, ebenfalls sehr "kreative" Namen, hat man auch zwei amüsante Frauen, die Bond anders zu Leibe rücken, als er sonst gewohnt ist.
Gegen Ende wird dann der große Plan enthüllt, welcher leider nicht mit den vorherigen Geschehnissen mithalten kann und altbekannt daher kommt. Charles Gray ist in diesem Film auch kein wirklich toller Blofeld-Darsteller und auch die Bond-Girls sind etwas unspektakulär bzw. im Falle von Jill St. John als Tiffany Case leicht nervig, was von Bond selbst gegen Ende des Films äußerst treffend auf den Punkt gebracht wird ("Du dumme Nuss").
"Diamantenfieber" hat mich entgegen meiner gedämpften Erwartungen wirklich positiv überrascht. Mit dem großen Masterplan, dem neuen Blofeld-Darsteller und etwas zu viel Humor gibt es zwar sichtbare Schwächen. Ein cooler Sean Connery, eine vor allem in der ersten Hälfte gelungene Story mit tollen Einzelmomenten und dem genialen Killerpärchen Wint und Kidd bekommt man aber genug geboten, um diesen Bond-Film letztendlich als absolut ausgezeichnet bezeichnen zu können.

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Oliver0403

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein absolut würdiger Abschluss von Sean Connery's Laufbahn als Agent Ihrer Majestät. Allerdings finde ich nach wie vor Donald Pleasance als Blofeld am Besten. Ab dem nächsten 007 übernimmt ja wie wir alle wissen für 7 Filme Roger Moore die Hauptrolle.

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Pyro 91

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Bewertung5.5Geht so

„Diamantenfieber" ist mit Abstand der albernste und idiotischte Quatsch, den ich seit langem gesehen habe. Warum es sich für mich trotzdem gelohnt hat, dieses Unikat bewundern zu dürfen, werde ich gleich erklären. Zunächst einmal eine kleine Kontinuitätssache:
Als Bond zu Beginn versucht Blofeld zu finden und zu töten, stellte sich mir erst mal die Frage, wieso 007 sich überhaupt in Japan aufhält. Das ist ein grober Schnitzer, denn „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ endete damit, dass Bond den Tod seiner Frau betrauerte, die gerade von Blofelds Anhängerin getötet worden war.

Daraus schließe ich, dass ich den großartigen Vorgänger einfach ignorieren und diese Geschichte an „Man lebt nur zweimal“ anschließen soll. Mit anderen Worten Bonds Motivation seinen Erzfeind zu vernichten, beschränkt sich nur darauf, dass dieser ein paar mal die Welt vernichten wollte. Nicht gerade interessant und vor allem unpersönlich.
Wenn wir aber annehmen sollen, dass Bonds Frau wirklich von Blofeld getötet worden ist (in der Realität dieser Fortsetzung), dann versäumen die Drehbuchatoren und der Regisseur es hier, diese Situation noch einmal zu etablieren. Man sollte diesen Film auch ansehen können ohne den Vorgänger zu kennen. Hier hört man nur: „Wo ist Blofeld?" und Bond metztelt sich durch dessen Mitarbeiter, nur um den vermeintlichen Bösewicht dann umzulegen. Würde ich den Vorgänger nicht kennen, wäre ich in dem Glauben, dass Bond hier einfach nur irgendeinen Bösewicht ausschalten muss. Es wäre überhaupt nicht schwierig gewesen, zu zeigen, warum Bond hinter ihm her ist. Man müsste zu Beginn nur klarstellen:
Bond hat sich eine Konfrontation mit Blofeld geliefert. Bond hat geheiratet. Blofeld (oder sein Handlanger) hat darauf Bonds Frau getötet. Ende.
Die Eröffnungsszene könnte man durchaus noch für einen Racheakt halten, aber die Blofeld-Konfrontationen im Laufe des Films sind so Larifari in ihrer Art, dass es anscheinend doch nicht um persönliche Rache ging. Der Film scheint ein schweres Identitätsproblem haben. Es stimmt zwar, dass sich die Bond-Filme nie groß um Kontinuität geschert haben, aber ist Bond nun hinter Blofeld her, weil dieser seine Frau getötet oder weil er einfach die Schnauze voll von seinen Weltzerstörungsplänen hatte? So wie Bond hier dargestellt wird, könnte es beides sein.
Aber lassen wir das.

„Diamantenfieber“ ist ein derart uninspiriertes und zynisches Werk, dass ich einfach nicht glauben kann, dass dieses Drehbuch, diese Darstellleistungen, DIESE Spezialeffekte etc., durchgewunken worden sind.
Das Drehbuch im speziellen, ist absolut nichtig und Begriffe wie konstruiert, weit hergeholt, lachhaft können nicht annäherend erfassen, was hier für ein Nonsense veranstaltet wird.
Der ganze Film ist derart schamlos in seiner Idiotie, dass jede Hilfe zu spät kommt.

Beginnen wir mit dem Plot, der unheimlich repetitiv und sich müde dahin schleppt. Die erste Stunde wird hauptsächlich damit verschwendet, den Verlauf einer Diamantenschmuggel-Kette - die gut über zehn Ecken geht - zu folgen. Die Diamanten werden aus Afrika in einer Mine gestohlen und über dreimal so viele Kontaktpersonen wie der Film eigentlich braucht, schließlich auf/in (?) Blofelds Weltraumlaser integriert, der durch diese hochwertigen Teile ... ähm, mehr Power bekommt?
Jedenfalls ermöglicht es ihm die Bedrohung der Welt durch sein Dingsda, mit dem er auf die Erde zielen und Atomanlagen zerstören kann. Wie dies genau funktionieren soll, bleibt wohl wirklich besser im Dunkeln, denn die hirnverbrannte Erklärung eines Wissenschaftlers hätte mir gerade noch gefehlt.
Es ist nicht nur umständlich und unnötig kompliziert der Diamantenschmuggel-Kette zu folgen, sondern auch enorm uninvolvierend und zäh.
Die Idee, den Diamantenschmuggel mit dem Plan von Blofelds Weltraumlaser - der erst in der zweiten Hälfte relevant wird - zu verbinden, ist einfach albern und wirkt wie die erstbeste Idee einer Brainstorming Session. Dass Blofeld irgendwas im Weltraum plant, ist auch nicht neu und wirkt wie ein Recycling von „Man lebt nur zweimal“. Gähn.

Kommen wir zu Sean Connery. Mir hat es gefallen ihn wieder als Bond zu sehen und man könnte sogar sagen - wenn man mit der Kontinuität von „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ geht - dass er den Agenten, der erst kürzlich seine große Liebe verloren hat und nun wieder in den Dienst für einen unterwältigenden Auftrag zurückkehren muss, dementsprechend auch abgehalftert spielt. Er wirkt genervt und gelangweilt, was man wohl unter „Life imitates art“ und umgekehrt verbuchen kann.
Er nimmt gar nichts ernst, auch nicht selbst und ist einmal mehr die One-Liner-Maschine, die keine Gelegenheit auslässt, zweitklassige sexuelle Anspielungen zu machen, die sich als wahre Schenkelklopfer erweisen. Beispiel: „Mr. Bond, wie wäre es wenn wir nach oben gehen und uns einen zur Brust nehmen“ - „Mmh, zur Brust nehmen.“ oder „Ein hübsches kleines Nichts, das Sie da beinahe anhaben." Okay, zugegeben der letzte war cool.
Man kann Connery wirklich keinen Vorwurf machen, dass er so aussieht, als würde er gerade über sein nächstes Golfspiel nachdenken. Bei einem hirnverbrannten Drehbuch wie diesen, würde er noch alberner aussehen, wenn er die Sache auch nur ansatzweise ernst nehmen würde.

Als Gegenspieler darf selbstverständlich Blofeld nicht fehlen, denn was einmal, zweimal geklappt hat, müsste beim dritten Mal wohl auch hinhauen. Das Problem ist, dass der neue Blofeld-Darsteller Charles Gray mit Abstand der schwächste von allen ist. Er gibt mir einfach gar nichts. Er ist nicht gewitzt und bedrohlich, um als Bösewicht zu dominieren, aber auch nicht Over the top und albern genug, um irgendeine Art von Unterhaltungswert zu haben. Er läuft durch die Gegend, grinst vor sich hin und ist einfach nur da. Ich hätte außerdem einen glücklichen Tod sterben können, wenn ich Mr. Gray nicht geschminkt und in Frauenkleidern gesehen hätte. Wie sinnlos war das denn? Sogar für „Diamantenfieber"-Standards. Sorry, aber bis zur „Rocky Horror Picture Show“ dauert´s schon noch ein paar Jährchen.

Seine Handlanger sind um einiges interessanter: Mr. Wint und Mr. Kidd.
Die beiden sind offensichtlich homosexuell, halten gerne Händchen und machen Witze, die grundsätzlich sadistisch und auf Kosten anderer (meistens toten) Menschen gehen. Die beiden sind absolut faszinierend in ihrer schieren Freude am Töten. Vielleicht aber auch nur, weil alle anderen Charaktere so farblos sind und roboterartig durch die Gegend laufen. Doch Mr. Wint und Mr. Kidd haben schon fast eine kindliche Naiviät an sich, die irgendwie unangenehm ist, aber sie vielleicht gerade deswegen erinnerungswürdiger macht, als irgendwelche 08/15-Handlanger.
Doch auch die beiden sind nicht frei von Idiotie (aber wer ist das schon in „Diamantenfieber"?). Eine Demonstration davon ist zweifelsfrei der Mordversuch an Bond, bei dem die beiden ihn betäuben und in der Wüste ein Rohr verlegen (), in das sie ihn hineinlegen und hoffen, dass er damit eingegraben wird.
Diese Mordmethode stammt aus dem Buch „Erfolglose Mordpläne - Wie sie garantiert versagen!".

Zu den Bondgirls.
Jill St. John als Tiffany ist absolut daneben und spielt miserabel. Ja, sie sieht gut aus und ihre verschiedenen Outfits sind definitiv nettes Eye-Candy, aber ihr Charakter macht so wenig Sinn wie alles im Film. Sie ist dumm, wenn der Plot es gerade braucht. Intelligent, wenn es der Plot gerade braucht. Sie kommt Leuten auf die Schliche und findet Spuren, aber nur wenn es der Plot gerade braucht. Es ist zudem anzumerken, dass sie im Laufe des Films immer dümmer und unfähiger wird.
Auch Lana Wood als Plenty O´ Toole (muhaha) ist vom selben Schlag. Hübsch, aber das war´s dann auch schon. Zuletzt wird sie von Gangtern aus Bonds Hotelzimmerfenster geworfen, worauf sie (lebendig) im Pool des Hotels landet. Danach endetet sie - aus mir völlig unbekannten Gründen - auf dem Grunde des Pools in Tiffanys Haus. Ich habe keine Ahnung, wie sie da hingekommen ist, aber vermutlich wurden einige Szenen aus den Film geschnitten, die das erklären. Vielleicht wurde ihre Todesszene auch gerade da gefilmt, wo ein Pool zugegen war.
Warum sie überhaupt im Film ist, ist mir ein absolutes Rätsel.

Selbst die Actionszenen pendeln zwischen Slapstick und Trash.
Die einzig ernstzunehmende ist wohl der Aufzug-Kampf zwischen Bond und Peter Franks, der wenigstens ein klaustrophobisches Setting hat und wohl an die Orientexpress-Auseinandersetzung aus „Liebesgrüße aus Moskau“ erinnern soll.
Der Rest ist einfach purer Unfug.
Einmal legt sich Bond mit zwei Kampflesben (?) namens Bambi und Klopfer an, die ihn ordentlich vermöbeln. Vielleicht sollten diese sowas wie Doppelgänger von Mr. Kidd und Mr. Wint darstellen? Keinen Schimmer. Auf jeden Fall nehmen sie Bond ordentlich ran (im Kampf) und er kann nur gewinnen, in dem er die beiden im Pool unter Wasser drückt. Ja, richtig gelesen. Die beiden ultrabrutalen Ladys werden von Bond besiegt, weil sie im Pool keinerlei Chancen mehr gegen ihn haben. Bond hält sie außerdem schon fast unangenehm lange unter Wasser, was fast zum Ertrinken der beiden führt. Hm.
Der ganze Film zeugt von schlechtem Geschmack, aber besonders was das Frauenbild angeht scheint sich dieser Teil wieder in den 50ern zu befinden. Die Bondgirls sind dumm, aber schön („So ein hübscher Po und leider im Kopf nur Stroh“, reimt Blofeld an einer Stelle), machen immer alles falsch und sind nur als Schauwert gut. Wenn sie nicht machen, was man ihnen sagt, bekommen sie eine Schelle und werden auch mal gut und gerne als „Schlampe" bezeichnet. Das gute an „Diamantenfieber“ ist jedoch, dass der Film nichts und niemanden oder sich selbst ernst nimmt, wodurch sich solche Blödheiten eingermaßen relativieren.

Die Autoverfolgungsjagd in Vegas ist ganz witzig und im Sinne des Films lahm inszeniert, aber nicht ohne Charme. Das Highlight ist zweifellos, wenn Bond über eine kleine Sprungschanze fährt, um auf zwei Rädern durch eine enge Gasse fahren zu können, während sein Verfolger, der es ihm nachtun will, sofort auf den Dach landet. Köstlich!
Die komödiantische Fragwürdigkeit dieses Mal, ist auf jeden Fall Bonds Entkommen von einer Forschungsstation, wo er einen Moon-Buggy klaut. In einem wahrlich surrealen Moment, findet Bond mitten in der Wüste eine Art Mond-Set vor, auf dem Astronauten in Zeitlupe rumspazieren. Er schnappt sich den Mond-Buggy und die Astronauten versuchen ihm im Zeitlupentempo davon abzuhalten. Ja, echt netter Versuch. Warum trainiert man eigentlich in Raumanzügen in einer Wüstengegend auf einem zusammengebastelten Mond-Set, wenn dort ohnehin keine Schwerelosigkeit herrscht?
Das Finale auf der Öl-Plattform funktioniert überhaupt nicht. Als hätte man sich zusammengesetzt und nach Möglichkeiten gesucht, denn Showdown so spannungslos und antiklimatisch zu inszenieren, wie nur möglich. Naja, vielleicht habe ich ja die Version für Herzkranke gesehen, ich weiß nicht.
Besonders daneben war Blofelds Flucht in einem Einmann-U-boot(?), was von Bond verhindert wird, in dem er sich dieses mit einem Kran schnappt und es anschließend immer wieder gegen einen Kontrollturm wämst, bis Blofeld tot ist (?). Toller, dramatischer Payoff!
Der Showdown leidet vor allem an hundsmiserbalen Effekte, die aussehen als seien sie in den 50ern entstanden. Besonders die Explosionen der Helikopter sind erbärmlich: http://2.bp.blogspot.com/-VBg_pBu_A3...c/s1600/39.jpg

Szenen, mit dem Prädikat „besonders“ waren noch:

- Bond wird gefangen genommen. Ein Handlanger greift in seine Jackentasche und hat die Finger plötzlich in einer Art menschlichen Mausefalle. Wow, wie passend, genau designt für diesen Moment! Dieser Q ist schon ein kleiner Schlingel und Wahrsager.
- Ein Elefant, der im Casino an einen Automaten spielt und gewinnt.
- Bond lässt von Blofelds Öl-Bohrstation auf dem Meer einen roten Wetterballon wegfliegen, was seinen Erzfeind in Panik versetzt, dass jemand ihn aufspüren könnte (Inkompetenter Bösewicht ist inkompetent).
- Nachdem Bond auf Blofelds Ölplantage angekommen ist, will er die Kasette aus der Kommandozentrale austauschen, die das Lasergeschoß im All braucht, um zu funktionieren Wow, ich kau mir die Nägel wund, wie spannend... Seit wann sind Kasetten-Showdowns interessant?
- Blofelds Klone waren im Endeffekt nutzlos und unwichtig für die Handlung. Mal davon abgesehen, dass man die ganze Idee nicht kaufen kann, war diese auch total verschenkt.
- Bond will Blofeld aufhalten. Deshalb lässt er sich in einer Art Schwimmkapsel über dem Meer abwerfen. Als er an Blofelds Ölbohr-Überwasserdings ankommt, wird er gleich von dessen Schergen einkassiert. Hm, toller Plan.
- Tiffany folgt Blofeld, der eine Perücke trägt und wird gefangengenommen. Again: toller Plan.
- Bond erwürgt eine Frau mit ihren eigenen Bikkini, um an Blofeld zu kommen. Äh ja, das ist unser Held, James Bond. Immer gut aufgelegt.
- Bond tötet Mr. Kidd, indem er ihn grausam verbrennen lässt und Mr. Wint, in dem er ihn von hinten eine Bombe zwischen die Beine schiebt.
- Tiffany wechselt sogar ihr Outfit, nachdem sie von Blofeld geschnappt wurde.

Das war nur ein kleiner Auszug. Um die ganze Genialtät von „Diamantenfieber“ zu erfassen, müsste man sich schon mit Freunden zusammensetzen, ein paar (starke) Drinks kippen und einen gemeinsamen Audiokommentar zum Film aufnehmen.
Ich muss sagen, der Film ist wirklich unglaublich schlecht. Doch Tag wird Nacht, Oben wird Unten, und „Diamantenfieber“ erweist sich als Film, der so schlecht ist, dass er teilweise schon wieder gut ist. Es ist ein äußerst zwiespältiges Filmerlebnis.
Ich meine, die Schauspieler wirken gelangweilt, der Plot ist uninvolvierend, die Action ist mies getrickst, die Charaktere sind - mit Ausnahme von Mr. Kidd und Mr. Wint - lahm und alles, aber auch wirklich alles, wirkt so verdammt halbherzig.
Als ob man sich wegen „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ schämen würde, weil dieser zu ernst und emotional war. Also entschloss man sich hier ins andere Extreme zu gehen. Ich mag ja die albernen Bonds. „Man lebt nur zweimal“ gefällt mir bisher sogar am besten. Nicht unbedingt als Film-Film, aber als Bond-Abenteuer. Doch der fünfte Bond-Film hatte wenigstens ein paar bodenständige Charaktere, einen starken Haupt-Bösewicht, viele beeindruckende Sets, eine wunderbare Atmosphäre, kreative, ansehliche Action und einige spannende Szenen.
„Diamantenfieber“ hat fast gar nichts. Nur die albernen Actionsszenen sind unterhaltsam und Mr. Kidd und Mr. Wint. Sean Connery ist okay, ich wünschte nur er wäre in einem besseren Film. Hinzu kommt noch das Übermaß an Comic-Relief-Figuren. Es fehlt eine Stimme der Vernuft, wenn man so will. Doch auch Bond-Gegenspieler Blofeld, ist nur da um Witze zu reißen und um alberne Dinge zu tun. Es gibt eigentlich keinen Charakter im Film, der nicht daneben ist, sogar der arme Q wird auf einmal zum Casinoräuber, der die Spielautomaten mit einem seiner Gadgets austrickst.
Alles wirkt so verbraucht und schon mal gesehen. Als ob den Produzenten nicht klar war, in welche Richtung Bond nun gehen soll. Ernst sollte der Film nicht werden, aber anscheinend auch nicht „Goldfinger“-artig.
„Diamantenfieber“ wirkt wie ein Paraodie auf die vorherigen Bond-Filme, denn
hier werden alle Bond-Elemente auf die schrillste, überdrehteste und oberflächlichste Stufe hochgeschraubt. Eine bloße Checkliste, was ein Bond-Film braucht wurde abgehakt und wie diese Dinge dann alle zusammenpassen sollen, wusste anscheinend keiner.

Tja, ich weiß nicht. Als Fan auf jeden Fall sehenswert, aber kein Bond-Film, den man einen Neuling empfiehlt (außer man will natürlich, dass derjenige aufhört Bond-Filme zu gucken).
Für mich hat der Film eine gute erste, trashige Hälfte, aber danach wird es von Minute zu Minute öder, von gelegentlich erheiternden Albernheiten mal abgesehen.

Fazit: Schulterzucken.

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Hendrik

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Ich mag DIAMONDS so sehr, weil er einfach ein Bombardement so vieler irrwitziger Ideen ist, in der deutschen Synchro nimmt der Klamauk allerdings zu sehr überhand.
Das auf den Vorgänger nicht eingegangen wird, ist einer der wenigen Wermutstropfen aber verständlich, einerseits würde das nicht zum locker-leichten Grundton von DAF passen, andererseits fühlt man sich nach OHMSS in der Luft hängengelassen (am Ende meines Kommentars zu OHMSS habe ich übrigens geschrieben, wie man ein bißchen Kontinuität in die Reihe reinbringen kann, wenn man möchte). Falls du Zeit und Lust hast, kannst du dich ja am Ende deiner Bond-Sichtungen an die Romane von Fleming ranwagen nach denen man auch einen neuen Blick auf die Filme hat. Soviel sei verraten, OHMSS kommt der Buchvorlage ziemlich nahe, bei YOLT und DAF sind die Ähnlichkeiten bis auf ein paar Charakternamen und Schauplätze eher rudimentär.
Und sei gewarnt, in puncto Humor geht es die nächsten beiden Filme so ähnlich weiter (selber Drehbuchautor und Regisseur).


Pyro 91

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Ja, ich hab auch schon mal darüber nachgedacht die Romane zu lesen, nur habe ich zur Zeit schon einen enormen Stapel an Büchern. Aber vielleicht irgendwann mal.


LowRidah

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Bewertung4.0Uninteressant

Nicht ganz so schlecht wie seine Vorgänger, obwohl die ganzen Animationen auch richtig lächerlich wirken :D

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FordFairlane

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dann guck mal aus welchem jahr der film ist, wenn du gute effekte willst dann schaue dir doch Transformers an


LowRidah

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Ich schaue alle Filme grundsätzlich aus der Perspektive meiner Zeit, Transformers sah ich bereits.
"Die zwölf Geschworenen" habe ich auch gesehen und für gut befunden, obwohl er "sooo alt" ist.
Wenn ein Film wirklich gut ist, dann kommt es nicht auf die Effekte an, dann ist der Film Zeitlos. Der Bond ist es leider nicht wirklich...


fluxberg

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Bewertung4.0Uninteressant

Langweilig, wirr und über weite Strecken wie ein aufgekochtes Best-of, so kommt dieser Bond-Film für mich daher. Im Prinzip werden nur die beliebtesten Versatzstücke der letzten sechs Filme wiedergekäut, von Innovation oder Originalität keine Spur. Sehr, sehr uninspiriert, das Ganze. Und die deutsche Synchro ist eine Frechheit. Kleine Kostprobe: Original (aus dem Gedächtnis, nagelt mich nicht drauf fest): "This (perfume's) scent is so thick it can cover everything." Deutsch: "Zu süß und zu schwul."
WTF!? Und das unendlich dämliche Genäsel des dicken Blofeld-Sidekicks geht einem in Sekunde Null schon auf den Sack, aber auch hier nur in der deutschen Fassung.

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concienda

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Bewertung6.5Ganz gut

Ein Film der für sich genommen eigentlich recht gut ist, aber der vor allem gegen den Vorgänger unglaublich stark abfällt. Von der Emotionalität von "Geheimdienst ist nichts mehr geblieben. Lediglich Bonds Aktionen in der Eröffnungssequenz passen noch halbwegs, was danach kommt ist das übliche. Leicht bekleidete Bondgirls und lockere Sprüche. Verhält sich so ein trauernder Witwer? Eher nicht! Die Produzenten wollten Abstand nehmen, nachdem der Vorläufer unverständlicherweise durchgefallen ist.

Insgesamt deuten sich bereits hier viele typische Merkmale der späteren Roger Moore-Bonds an. Sei es der teils absurde Humor (der Elefant am einarmigen Banditen), die vielen lockeren Sprüche, die zunehmend belangloser und absurder werdende Rahmenhandlung (laserverschießende Satelitten!!!) oder die Kombination weißes Jackett mit schwarzer Fliege. Von den lächerlichen weiblichen Bodyguards will ich gar nicht anfangen.

Es gibt jedoch auch Highlights: Sean Connery spielt seine Paraderolle so gut wie es das Drehbuch zulässt, die meisten Sprüche sitzen und das schwule Auftragskillerpärchen Mr Kidd und Mr Wint zählen wohl zu den besten Handlangern der Reihe.

Einen Extrapunkt gibts übrigens für den Kameramann der die finale Explosion der Bohrinsel filmte. Denn als der Regiesseur einen Probeflug der der Hubschrauber mit den Kameras anordnete, hörte ein Regieassistent nicht richtig zu, und jagte die Bohrinsel zu früh in die Luft. Nur der eine genannte Kameramann reagierte geistesgegenwärtig und filmte die Explosion.

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cpt. chaos

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Bewertung5.0Geht so

Dieses 007-Abenteuer hatte ich dann doch witziger und spannender in Erinnerung, da ändert auch Sean Connerys zwischenzeitige Rückkehr auf die Agentenbühne nichts dran.
Dass James Bond nicht zwangsläufig für eine besonders anspruchsvolle Story steht, ist ja eine Sache, aber in diesem Fall wird an Ideenreichtum reichlich gespart. Als Highlights bleiben eine korrekte Autoverfolgungsjagd quer durch Las Vegas, sowie mit leichten Abstrichen die beiden schwulen Auftragskiller Mr. Kidd und Mr. Wint inkl. ihres explosiven Abgangs in Erinnerung. Den peinlichen Auftritt der weiblichen Leibwächter "Bambi" und "Klopfer", kann man allerdings getrost in die Tonne treten.

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Matty

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Bewertung5.0Geht so

Ein etwas schwächerer Bond. Highlight: die Verfolgungsjagd mit dem Mondfahrzeug.

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Sigrun

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Bewertung9.0Herausragend

Film 007 der 007-Reihe. In gewisser Weise ist der Film weitaus besser, als ich ihn in Erinnerung hatte, aber der Reihe nach. Auftakt and beyond: Ein Zahnarzt stirbt in Südafrika, eine alte Dame wird in Amsterdam ermordet, Bond entgeht knapp einem Anschlag und Tiffany Case (Jill St. John) überlebt nur, weil sie verwechselt wird. Mittelteil: Trash ohne Ende, aber mit unermesslichem Charme. JAMES BOND 007 - DIAMONDS ARE FOREVER ist so ziemlich das Gegenstück zum aktuellen Bond JAMES BOND 007 - SKYFALL. Niemals zuvor (und auch nicht das eine Mal danach mit Connery) ist Bond im Jahre 1971 (schnöselig aber liebenswert) so weit weg von Flemings Vorlage. Und Craig als Bond war 2012 noch nie so nah dran an der literarischen Bondfigur (kaputt aber tough). Schluss: The best is yet to come, I presume.

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