Min Dît: Die Kinder von Diyarbakir

Min Dît: The Children of Diyarbakir (2009), DE/TR Laufzeit 102 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 22.04.2010


Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
7.2
Kritiker
5 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.6
Community
43 Bewertungen
10 Kommentare
admin image admin trailer admin edit edit group memberships sweep cache Moviemaster:Movie

von Miraz Bezar, mit Senay Orak und Muhammed Al

Das zehnjährige Mädchen Gulistan und ihr kleiner Bruder Firat leben mit ihren Eltern in Diyarbakir, im Herzen des kurdischen Teils der Türkei. Auf dem Rückweg von einer Hochzeit müssen Gulistan und Firat vom Rücksitz des Autos mit ansehen, wie ihre Eltern bei einer nächtlichen Straßenkontrolle von türkischen Paramilitärs erschossen werden. Gulistan und Firat werden von ihrer politisch aktiven Tante Yekbun aufgenommen, die über ihre Kontakte zum kurdischen Widerstand versucht, für die ganze Familie Flugtickets zu ihren Verwandten in Schweden zu organisieren. Doch eines Tages verschwindet auch Yekbun spurlos. Von nun an sind die beiden Geschwister auf sich allein gestellt. Ihr Weg führt unweigerlich in Armut und soziales Elend. Da sie Strom und Miete nicht mehr bezahlen können, müssen sie die Wohnung ihrer Tante räumen und finden sich auf der Straße wieder. Sie schließen Freundschaft mit der zwölfjährigen Zelal, die schon länger als Obdachlose auf den Straßen Diyarbakirs lebt. Nachts schlafen sie in den Ruinen einer alten armenischen Kirche. Als Gulistan in der Stadt den Mörder ihrer Eltern zufällig wieder begegnet, weiß sie, dass der Tod ihrer Eltern nicht ungestraft bleiben darf. Der Mann, dessen Gesicht weder Gulistan noch Firat vergessen konnten, lebt als ungescholtener Familienvater unter ihnen. Niemand ahnt etwas von seinem Doppelleben als Mitglied der türkischen Geheimpolizei. Schließlich erreicht Gulistan ihr Ziel ganz ohne Gewaltanwendung, indem sie – so, wie sie es in einem kurdischen Märchen gehört hatte – “dem Wolf eine Glocke um den Hals bindet”.

  • Min Dît: Die Kinder von Diyarbakir - Bild 6463569
  • Nimm' mich doch bitte mit!
  • Mutter und Tochter
  • Min Dît: The Children of Diyarbakir

Mehr Bilder (7) und Videos (0) zu Min Dît: Die Kinder von Diyarbakir


Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Min Dît: Die Kinder von Diyarbakir
Genre
Drama, Familiendrama, Schicksalsdrama, Sozialdrama
Ort
Türkei
Handlung
Angst, Eltern, Familie, Familienleben, Geschwister, Kinder, Minderjährige Prostituierte, Mord, Mord an Eltern, Rache, Verlust der Eltern, Verlust der Familie, Waise, Überlebenskampf
Verleiher
Mitosfilm
Produktionsfirma
Bezar Film, Corazón International

Kommentare (5) — Film: Min Dît: Die Kinder von Diyarbakir


Sortierung

VisitorQ

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Was man auf mubi so alles entdeckt. Ein kleiner, feiner und rührender Film über zwei Kinder, die nach einem Schicksalsschlag auf der Straße überleben müssen. Der Film hat mich phasenweise an den grandiosen "Nobody knows" erinnert. Es gab Passagen, die mir sehr, sehr gut gefallen haben aber vor allem gegen Ende hin hat der Film meiner Meinung nach abgebaut. Dennoch absolut sehenswert.

bedenklich? 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

VisitorQ

Antwort löschen

Zu Weihnachten werde ich ein Jahresabo von mubi verschenken/verlosen. Wer mitmachen möchte schickt mir eine PM. Am 24.12. zieh ich dann den Gewinner oder die Gewinnerin.


razzo

Antwort löschen

Du veschenkst ein Muli?! Ich bin dabei :)


TinaCocaine

Kommentar löschen
Bewertung5.5Geht so

Ein recht interessanter Film mit brisanter Thematik. Mir fehlt allerdings das türkisch-kurdische Hintergrundwissen, weshalb ich nicht alles an der Film verstanden habe (dies ist allerdings mein Problem, nicht das des Films). Hin und wieder fehlten mir allerdings die Gefühle und es lief so nebenher, dass die Eltern und das Baby sterben, was ich schade finde. Für einen Low-Budget-Movie ist "Min Dit" allerdings sehr gut gemacht und hat eine angenehme Atmosphäre. Ein gelungenes Kinderdrama, bei welchem ich aber empfehlen würde, dass man sich vorher mit dem behandelten Thema auseinandersetzt.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

pellekraut007

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Die Kinder von Diyarbakir sind für mich deshalb herausragend, weil sie es geschafft haben, mich für anderthalb Stunden behutsam und nahezu wortlos, an den Abgrund einer türkischen Müllhalde zu führen, auf der gefolterte Menschen beseitigt werden, die einer Minderheit angehören und einer Mehrheit lästige Steinchen in den nationalen Badelatschen sind. Mit dem Mädchen Gülistan, sie ist die Tochter der Melancholie, und ihrem Bruder Firrat streune ich durch eine Stadt in Südostanatolien. Ich begleite die beiden bei der Trauer um ihre verlorene Familie, bei ihrem Kampf um das tägliche Brot, beobachte eine junge Frau, die Liebe verkauft und bin Gast im friedvollen, kleinbürgerlichen Hause eines Folterers. Und wie man am Ende Rache erzählen kann, mit einem unvergesslichen Blick, fast ohne Worte, ohne Gewaltexzess und martialischen Augenkrawall, ... auch das macht diesen Film zu einer Perle des Tigirs! Grünz!

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

enijo25

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein sehr bemerkenswerter Film.
Ein bisschen schade fand ich nur, dass man bei der deutschen Untertitelung nicht in irgendeiner Weise kenntlich gemacht hat (z. B. durch verschiedene Schriftfarben), ob die Originaldialoge jeweils in kurdischer oder türkischer Sprache waren. Ich hatte das Gefühl, dass mir, der ich beider Sprachen unkundig bin und sie auch nicht sicher zu unterscheiden weiß, auf diese Weise einiges an subtiler Information entgangen ist,.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

dbeutner

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Ein mutiger Low-Budget Film, wobei "Mut" relativ ist - beachtenswert ist eher, dass der Film der erste kurdischsprachige Beitrag auf dem Filmfest in Antalya war. Politisch hält sich der Film nämlich ansonsten auf das Äußerste zurück. Ein politisches Statement sucht man vergebens - was aber unschädlich ist, da in erster Linie ein Kinderdrama erzählt wird.

Dabei sind die beiden HauptdarstellerInnen beide außergewöhnlich gut, und durch sie und den unaufwändigen Stil bekommt der Film eine höchst authentische Note. Diese wird allerdings konterkariert von einer Handlung, die sich auf Zufallskonstruktionen stützt. Möchte man letzteres verteidigen, müsste man den Film als Märchen oder Parabel interpretieren - dafür ist er dann aber schon wieder zu bodenständig.

Alles in allem zumindest zeitgeschichtlich interessantes Kino, karg und gerade dadurch authentisch lebendig, mit einigen Schwächen in der erzählten Geschichte selbst.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Fans dieses Films mögen auch