Yella
Yella (2007), DE Laufzeit 88 Minuten, FSK 12, Drama, Thriller, Kinostart 13.09.2007
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296 Bewertungen
23 Kommentare
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von Christian Petzold, mit Nina Hoss und Hinnerk Schönemann
Yella hat Ostdeutschland und ihre gescheiterte Ehe hinter sich gelassen. Vor ihr liegt ein neues Leben in Hannover, inmitten von gläsernen Büros und Hotels. Auch ein neuer Mann ist schnell gefunden. Ein solches Dasein hat sich die junge Frau immer erträumt. Doch immer wieder tauchen Stimmen in ihrem Kopf auf, die aus der Vergangenheit stammen und nach ihr rufen. Yella beginnt zu glauben, der neue Lebensabschnitt sei nur ein Traum.
Handlung
Yella (Nina Hoss) will fort aus Wittenberge, wo die Firma ihres Mannes Ben (Hinnerk Schönemann) Pleite gegangen und ihre Ehe gescheitert ist. Sie will nach Westen über die Elbe, wo es Arbeit und Zukunft geben soll. Am Tag ihrer Abreise warrtet Ben auf sie, um sie zum Bahnhof zu bringen. Die Fahrt endet mit dem Sturz in die Elbe. Yella kann sich retten und erreicht gerade noch den Zug nach Hannover.
In einem Apart-Hotel am Stadtrand begegnet sie Philipp (Devid Striesow), der für eine Private Equity-Firma unterwegs ist. Philipp lädt sie in, ihn zu einem Geschäftstermin zu begleiten. Yella entdeckt die Welt des Venture Capitals. Alles scheint leicht, ein Spiel, das keine Verlierer kennt. Yella bewährt sich und wird Philipps Assistentin, ohne Vertrag, bar ausgezahlt direkt am Ende des Arbeitstags. Sie verdient dabei recht gut und entwickelt sich schnell voran.
Präzise spielt sie Philipp während der Termine die Stichworte zu, findet die Schwachpunkte der Gegenseite und öffnet die Diskussion mit eigenen Vorschlägen. So eingespielt die Arbeit zwischen beiden ist, so distanziert bleibt Philipp im Persönlichen. Yella begreift, dass er nach eigenen Regeln spielt und seine Auftraggeber betrügt. Gleichzeitig prüft er aber auch Yellas Aufrichtigkeit.
Als Yella eines Abends in ihr Zimmer kommt, wartet Ben auf sie, mit neuen Plänen für ein altes Leben. Sie flüchtet sich über den Hotelflur zu Philipp. Beide verbringen die Nacht zusammen und die Fremdheit fällt von beiden ab. Yella nimmt teil an Phillips Traum, einer Großinvestition in Irland, für die er das Anfangskapital fast beisammen hat.
Doch Philipps Auftraggeber sind misstrauisch geworden. Das nächste Projekt in Dessau wird sein letzter Auftrag sein. Die Verhandlung mit dem Firmenchef Gunthen (Burghart Klaußner) läuft schleppend, Philipp wirkt unentschlossen. Yella beschließt zu handeln um ihrem Traum von einem neuen Leben näher zu kommen.
Auszeichnungen
Yella wurde 2007 bereits mit einigen Filmpreisen ausgezeichnet: Silberner Bär auf der Berlinale für Nina Hoss als beste Schauspielerin, Femina Film Preis für Bettina Böhler, Nominierung für den Goldenen Bären auf der Berlinale für die beste Regie (Christian Petzold).
Nina Hoss erhielt 2008 den Deutschen Filmpreis (Lola) für die beste weibliche Hauptrolle.
Weiterführende Informationen
Weitere Informationen im Internet
Kritik von Joachim Kurz unter kino-zeit.de
Rezension von Julia Stache unter Stadtkind.de
Yella im Wettbewerb der Berlinale
Yella auf dem 4. Freiburger Filmfest
Quellen
Presseheft zum Film
Cast & Crew
-
Christian Petzold
-
Nina Hoss
-
Hinnerk Schönemann
-
Devid Striesow
-
Burghart Klaußner
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Dr. Gunthen
-
Barbara Auer
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Barbara Gunthen
-
Wanja Mues
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Sprenger
Regie
Schauspieler
-
Michael Wittenborn
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Schmitt-Ott
-
Martin Brambach
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Dr. Fritz
-
Joachim Nimtz
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Prietzel
-
Peter Benedict
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Friedrichs Anwalt
-
Selin Barbara Petzold
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Dr. Gunthens Tochter
-
Peter Knaack
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Insolvenzverwalter
-
Simone Baer
-
Christian Petzold
- Genre
- Sozialdrama, Schicksalsdrama, Mysterythriller
- Zeit
- 2000er Jahre, Gegenwart, Zukunft
- Ort
- Hannover, Ostdeutschland, Wittenberge, Zug
- Handlung
- Angestellter, Arbeit, Arbeitslosigkeit, Arbeitsplatz, Assistent, Autobahn, Autounfall, Bahnhof, Buchhaltung, Ehe, Ehefrau-Ehemann-Beziehung, Ehekrise, Ehemann, Ehepaar, Ex-Frau, Ex-Partner, Exmann, Geld, Hotel, Hotelbar, Hotelzimmer, Insolvenz, Komplize, Leben, Mord, Ost - West, Provision, Scheidung, Schulden, Straße, Suizid, Unternehmen, Unternehmer, Verhandlung, Wunschtraum, Zugfahrt
- Stimmung
- Eigenwillig, Ernst, Traurig
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Yella
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- Yella: critic.de

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Kritiken (6) — Film: Yella
Flibbo: wieistderfilm.de
Kommentar löschen[...] So viel Aussage in Petzolds Bildern steckt, die sich oft durch Wiederholungen ausdrücken, so wenig passiert in der Handlung. Eine rätselhafte Atmosphäre und die Wirkung von Petzolds Andeutungen sollen bannen, doch der Film will wahrscheinlich spannender sein als er letztendlich ist. Im besten Fall fragt man sich immer wieder, was eigentlich los ist und spürt eine dezente, trockene Melancholie über dem Geschehen wabern. Der Regisseur und (Co-)Autor erzählt auf eine sehr eigene Art, kommt aber auch nicht ganz um Klischees herum, wie etwa die Raben-Symbolik und allgemein das Ende, das den Film auflöst, aber, je nach Empfinden, ihm gleichzeitig auch seinen ganzen Sinn zu rauben droht. Petzold zielt erfolgreich auf eine längere Nachwirkung ab und genießt es, sein Werk entschlüsseln zu lassen – im positivsten Sinn ein gefundenes Fressen für das Feuilleton, und für das breite Kinopublikum unter Umständen kaum mehr als ein nahezu frustrierendes, spannungsarmes Fragezeichen.
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Gnislew: Sneakfilm - Kino mal anders
Kommentar löschen“Yella” ist ein solides Drama aus Deutschland, das leider unter seinem Ende etwas leidet. Christian Petzolds Film ist dennoch einen Blick wert, vor allem auch wegen Nina Hoss. Für diejenigen, für die deutsche Filme kein rotes Tuch sind, ist “Yella” eine Möglichkeit zur Abendgestaltung.
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fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch
Kommentar löschen«Yella» ist ein merkwürdiger und faszinierender Film. Oberflächlich betrachtet ist er eine Analyse der Gefühle der Hauptfigur, die mit unsauberen Geschäftspraktiken in der Finanzwelt konfrontiert wird. Das Drama kann daher als Charakterstudie einer in labilen Verhältnissen lebenden Frau betrachtet werden. Stilsicher und behutsam wird diese Figur von Regisseur Christian Petzold beobachtet.
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Roger Ebert: Chicago Sun Times Roger Ebert: Chicago Sun Times
Kommentar löschenYella ist eine zurückhaltende junge Frau, mit unentdeckten Abgründen, Intelligenz, Leidenschaft und krimineller Energie. Die allmähliche Enthüllung dieser Talente, machen den Film zu mehr als einem gewöhnlichen Thriller, was vor allen der Darstellungskraft von Nina Hoss in der Titelrolle zu verdanken ist.
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Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten
Kommentar löschenPetzold verlangt den Zuschauern noch ein wenig mehr ab als früher, verursacht manche Irritation; wer diese auf sich nimmt, wird schließlich belohnt. [...] Petzold hält ganz Deutschland den Spiegel vor, fast en passant, und zeigt unmissverständlich, dass die Misere nicht an bestimmte Landstriche und ihre Menschen gekoppelt ist, sondern an eine destruktive Mentalität in Wirtschaftskreisen.
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Chuchaqui: Critic.de
Kommentar löschenPetzold übertrifft seine letzten Werke noch einmal und schafft ein intensives Film-Erlebnis, das vor allem durch die echte Kino-Ästhetik, ein kluges Drehbuch und zwei tolle Hauptdarsteller überzeugt. Eine intelligente Reflexion über den neuen Kapitalismus und der beste deutsche Film seit langer Zeit.
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Kommentare (17) — Film: Yella
Kommentar schreibenVisitorQ 2011/12/13 14:51:33
Kommentar löschenKleiner, ruhiger aber sehr atmosphärischer deutscher Film von C. Pätzold mit einer wie immer bezaubernden Nina Hoss. Go Nina, gogogo.
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janissl 2011/07/20 00:22:34
Kommentar löschenSehr gut gespielt, unprätentiös inszeniert und ultradeutsch, "Berliner Schule" at its best also. Intellektuell ist das durchaus interessant, emotional allerdings eine Katastrophe, dieser neue deutsche Film geht mir in seiner Publikums-Feindlichkeit gehörig auf den Sack und Christian Petzold als Vorreiter der Bewegung ganz besonders.
Wie immer bei Petzold gehts um Menschen die entwurzelt sind, die haltlos, hilflos in einer kalten, feindlichen Welt umherirren, die ständig auf der Suche sind nach... ja nach was eigentlich? Da will sich der Regisseur nicht so ganz festlegen, denn Eindeutigkeiten sind ihm zuwider (zumindest die, die emotionaler Natur sind). Nähe zu seinen Protagonisten lässt er also nur sehr bedingt zu und somit bleibt der "Genuss" seiner Filme ein sehr distanzierter.
In diesem Fall wird die Geschichte von Yella erzählt, die nach gescheiterter Ehe im Osten, ihr Glück im Westen sucht, patent und hübsch ist, aber ihre unglückliche, ostdeutsche Vergangenheit nicht los wird und im Westen nur und ausschließlich mit der hässlichen Fratze des Kapitalismus konfrontiert wird. Das ist sehr bedeutungsschwanger, aber im Endeffekt total belanglos, weil es einen eben absolut kalt lässt. "Yella" hat aber zumindest am Ende einen erzählerischen Twist, der den Film zwar nicht besser macht, ihm aber in der Nachbetrachtung eine dramaturgische Wucht verleiht, die eigentlich ungewöhnlich ist für Berliner Schule-Filme.
Natürlich ist der Film auf gewisse Weise auch sehr gut, denn, wie gesagt, sehr gut gespielt (Nina Hoss ist da über jeden Zweifel erhaben und Devid Striesow eigentlich auch), sehr sauber inszeniert und Petzold hat durchaus etwas zu sagen, nur fehlt mir leider, aus oben genannten Gründen, jeglicher Zugang.
Wenn Rosamunde Pilcher der Norpol ist, dann ist die Berliner Schule der Südpol. Ich persönlich treibe mich ja am liebsten irgendwo auf Äquatorhöhe rum, mit leichter Tendenz zu den südlichen Gefilden.
10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 14 Antworten
Joe Gillis 2011/07/20 01:16:06
Antwort löschenSo wie die Kunst Wong Kar-Weis zu 90% aus den Bildern von Christopher Doyle bestand, liegen die Qualitäten von Petzold vor allem bei Hans Fromm. Ich glaube ohne diesen formidablen Kameramann bekäme P. überhaupt keinen Film zustande.
Sigmund 2011/07/20 11:00:18
Antwort löschenBin da anderer Meinung, für mich zählt Petzold zu den besten deutschen Autoren. Er findet immer wieder interessante, selten gesehene Motive und erzählt – sehr dicht an den Figuren – Geschichten, die ein gutes Stückchen weiter unter die Oberfläche gehen als die allermeisten anderen hierzulande erzählten. Dass seine Regie mitunter zur Prätention neigt und manchmal in Gleichförmigkeit versinkt, sehe ich ihm dafür gerne nach. Würde ihn außerdem als einen der ganz wenigen Autorenfilmer mit ureigenem Profil bezeichnen – mir fällt jedenfalls kein zweiter zeitgenössischer deutscher Regisseur ein, dem ich seine Filmsprache so eindeutig zuordnen könnte.
Joe Gillis 2011/07/20 11:38:16
Antwort löschenMein nächtliches Urteil ist vielleicht etwas hart ausgefallen, aber ich denke, daß Petzold von Fromm nicht zu trennen ist (P. hat keinen einzigen Film mit einem anderen Kameramann gemacht). Angela Schanelec hat eine m. E. vergleichbar unverwechselbare Filmsprache entwickelt – und die ist ebenfalls sehr vom Auge des Kameramann geprägt (um nicht zu sagen: abhängig – in ihrem Fall von Reinhold Vorschneider). Überhaupt sollte sich mal ein Kunstwissenschaftler mit dem Einfluß der zeitgenössischen deutschen Fotografie auf die Filme von Petzold, Schanelec, Arslan etc. befassen: die ›Berliner Schule‹ als (bewegte) ›Düsseldorfer Schule‹*.
*http://de.wikipedia.org/wiki/Düsseldorfer_Photoschule
janissl 2011/07/20 19:30:19
Antwort löschen@Sigmund: Wenn Petzold sehr dicht an seinen Figuren ist, dann sitzen Regisseure wie Ang Lee oder Pedro Almodóvar ihren Figuren aber förmlich im Gesicht ;)
Die Geschichte die in "Yella" erzählt wird halte ich in ihrer Ost-West Schwarweiß-Malerei nicht gerade für den großen Wurf und einen eigenen Stil habe ich Petzold gar nicht abgesprochen, gefallen muss der einem deswegen aber noch lange nicht.
Sigmund 2011/07/20 20:08:53
Antwort löschen@Joe: Da ist was dran. Bin selbst zunehmend interessiert an den Erben der Neuen Sachlichkeit. Vielleicht, weil sie den Erzähler wie auch den Zuschauer dazu bringen kann, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
@janissl: Mit "dicht an den Figuren" meinte ich, dass Petzold sein Augenmerk voll auf die Figuren lenkt, sie vielschichtig zeichnet (wenn auch manchmal spröde und teilweise etwas künstlich) – und seine Erzählzeit nicht mit irgendeinem Schauwerte-Zirkus verschwendet. Das schätze ich sehr. Vergleiche mit Weltregisseuren wie Ang Lee oder Almodovar wären sicher etwas hoch gegriffen, aber ich finde immerhin: Wenn Petzold heute aufhören würde, dann würde im Gegensatz zu vielen anderen Regisseuren eine Lücke entstehen.
janissl 2011/07/20 23:39:26
Antwort löschenIch liebe "Schauwerte-Zirkus" wenn er gut gemacht ist.
Sigmund 2011/07/21 00:05:26
Antwort löschenIch lese gerade Ibsen: nullkommanull Schauwerte, 100% Figuren. Das ist der geilste Scheiß, den ich mir überhaupt vorstellen kann.
Joe Gillis 2011/07/21 00:22:43
Antwort löschenEin Kino ohne Schauwerte wäre für mich keins. Es ist aber die Frage, wie man »Schauwerte« definiert. Gerade bei Petzold sind diese »Schauwerte« m. E. durchaus vorhanden, was aber, ich wiederhole mich, insbesondere an seinem tollen Kameramann liegt. »Schauwerte« sind ja nicht zwangsläufig mit sogenannten »production values« gleichzusetzen. Auch (und gerade) ein Bresson-Film hat »Schauwerte« – weil die stimmige Zeichnung der Figuren und ihrer Welt mittels einer glasklaren visuellen Formulierung erfolgt. Ohne »Schauwert« (im Sinne von überlegter optischer Umsetzung) könnte man es sonst wirklich beim Wort belassen.
janissl 2011/07/21 00:42:32
Antwort löschen@Joe: Bingo! Kino ohne Schauwert ist wie Kiffen ohne Inhalieren.
Ich lese übrigens gerade Stephen King, is auch geiler Scheiß... :)
@Sigmund: Im Prinzip kann ich deinen Standpunkt schon verstehen, ich finde deine Argumentation aber teilweise etwas zu kopflastig.
Sigmund 2011/07/21 01:35:20
Antwort löschenMeiner Erfahrung nach ist mit dem Begriff "Schauwerte" meistens Effektkino gemeint, Production Values etc. Also genau der Zinnober, in dem z.B. ich nicht den geringsten Mehrwert sehe.
Dass ich auf die visuelle Gestaltung eines Films dennoch großen Wert lege, steht hoffentlich außer Frage. :)
Joe Gillis 2011/07/21 11:01:34
Antwort löschenIch glaube halt, daß großes Kino immer auch »Schauwert« ist, angefangen bei Langs »Metropolis« über die Musicals von Berkeley, Minnelli, Donen, die klassischen Abenteuerfilme (Piraten, Ritter, Musketiere), die höchstpersönlichen Visionen von Fellini, Bergman, Bava bis hin zum reinen Attraktionskino der 80er und 90er Jahre (Spielberg, Donner, Woo) – um nur ganz wenige Beispiele zu nennen. Das ist Kino, das von Bild- und Bewegungsideen ausgehend (im besten Falle) zu tieferer Bedeutung oder ganz abstrakter Schönheit findet. Krasse Gegenbeispiele wären für mich einerseits ein Regisseur wie Haneke – der mit der Botschaft beginnt, dazu eine Trägerstory erfindet, die er dann von einem (auch in diesem Falle begnadeten) Kameramann illustrieren läßt –, andererseits das gegenwärtige CGI-Effektkino, das zum Animationsfilm mutiert ist, ohne sich dessen (die Gesetz der Logik und Physik ignorierende) Freiheiten zu nehmen (wie es (Gegenbeispiel im Gegenbeispiel) m. E. im vielgeschmähten »Sucker Punch« gelungen ist). Petzold – um zum Ausgangspunkt zurückzukehren – sehe ich (von Ausnahmen wie der grandiosen »Beischlafdiebin« einmal abgesehen) eher bei den Hanekes dieser Welt, auch wenn er vom (wie ich finde, total unsinnlichen) Belehrungseifer des Österreichers sicherlich weit entfernt ist.
Sigmund 2011/07/21 11:37:22
Antwort löschenSicherlich kann von "großen" Bildern auch eine große poetische Kraft ausgehen. Wird visuell etwas ausgedrückt, was den Kern der Geschichte, ihr Thema oder eine Figur greifbarer macht, steht das Bild ganz im Dienst der Erzählung. Da ein großer Teil der teuersten und leider auch erfolgreichsten Filme aber rein auf das rummelplatzhafte Spektakel setzt, dem es in aller Regel nicht darum geht, eine innerliche Dynamik nach außen zu tragen sondern darum, plump zu überwältigen, stehe ich diesen Oberflächenreizen erstmal kritisch gegenüber. Findet sich dahinter aber inhaltliche Substanz und nicht nur der tausendste Aufguss irgendeiner Blenderei, dann bin ich schnell zu begeistern.
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Joe Gillis 2011/07/21 12:14:22
Antwort löschenIch denke, der Unterschied in unserer Herangehensweise an Filme liegt darin, daß Kino für mich mit dem »Oberflächenreiz« beginnt, von dem ausgehend sich mir das Werk erschließt (so zum Beispiel auch im Fall von (als intellektuell gefürchteten) Cinéasten wie Godard oder Resnais). Ob das Bild »im Dienst der Erzählung« steht, ist für mich in vielen Fällen zweitrangig, weil »Erzählung« und »inhaltliche Substanz« gar nicht unbedingt im Mittelpunkt meines Interesses liegen. Mein Lieblingsgenre, das Musical, Inbegriff des »rummelplatzhaften Spektakels«, benutzt (wie sein Wiedergänger, das Actionkino) die »Erzählung« (wenn überhaupt) bestenfalls als Mittel zum Zweck, Bilder (und Töne) zu machen und filmische Dynamik zu erzeugen. (Die »« sind keinesfalls despektierlich gemeint, sondern dienen nur als Hinweis auf den Bezug zu Deinem Statement.)
Sigmund 2011/07/21 19:54:59
Antwort löschenDa unterscheiden sich unsere Herangehensweisen, was die Hauptprioritäten angeht, tatsächlich sehr. Trotzdem schön, sich darüber auszutauschen und andere Perspektiven bzw. Wahrnehmungen kennenzulernen!
Jaliju 2011/06/14 15:37:52
Kommentar löschenIch verstehe gar nicht, warum so viele ein Problem mit dem Ende haben. Von mir hat "Yella" mindestens zwei Extrapunkte nur wegen dem Schluss bekommen. Die Erzählweise war nämlich schon sehr fad und schleppend und ich kann das Argument "deutsche Kunstscheisse" in gewisser Weise nachvollziehen. Ganz am Schluss jedoch, war die Geschichte auf eine komische unbehagliche Art und Weise interessant und wenn man zurückdenkt, doch originell.
(Dumm ist, dass auf der DVD-Hülle so ungefähr alles steht, was man vor dem Film nicht wissen sollte. Deswegen als Tipp: Nicht so wie ich mitten im Film aus Langeweile draufgucken)
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Wumz 2011/03/22 22:03:33
Kommentar löschen"Yella" lebt vor allem von der Starken Atmosphäre. Rührt auch daher das die Hauptdarstellerin Nina Hoss eine tolle Ausstrahlung hat. Mann weiß aber nie was für eine Art Film man sich anschaut. Drama? Psycho-Thriller? Der Film schwimmt zwischen den Genres. Auch die Aussage des Films ist nicht unbedingt sofort ersichtlich.
Das Ende fand ich gut und ist auf keinen Fall ein Grund dem Filme Punkte abzuziehen. Das Problem liegt viel mehr darin das sich keine Spannung aufbaut.
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Telebaum 2011/03/22 13:34:47
Kommentar löschenNur ein Wort an alle, die sich an dem Ende stören: Ich sehe das Ende nicht als (schon gar nicht billige) Auflösung, auch nicht als Aufwachen aus dem Traum, nicht als Wirklichkeit, nicht als Realität, nein, ich sehe es einfach als eine Alternative, als eine Möglichkeit, wie man Geschichten erzählen kann, aber eben nicht um seiner selbst Willen, nicht um des Effektes Willen, der dann tatsächlich nur billig wäre, sondern - zumindest kam mir dieser Gedanke beim Abspann als erstes in den Kopf - als sehr wirkungsvolle Form, etwas klar zu machen, nämlich die Gleichsetzung mit dem zuvor Gesehenen, unwillkürlich taucht doch die Frage auf: Wäre ein solch schnelles Ende nicht angenehmer, besser, letztlich der Protagonistin gar mehr zu wünschen, als ein Leben in jener kalten Welt, die der Film thematisiert und in der tatsächlich alles Lebendige eliminiert scheint. Und daraus folgt die zentrale Frage: Ist die Welt in "Yella", d.h. unsere spätkapitalistische Welt und das Leben in ihr letztlich nicht genauso leblos und tot und wo genau ist eigentlich noch das Lebenswerte in ihr. In meinen Augen führt das Ende geradezu einen solchen Bewusstseinsblitz herbei.
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nalmargi 2009/10/19 00:04:14
Kommentar löschenbeschissener film. aber für irgendwas müssen ja die filmförderungsanstalten die kohle wegbrezeln... arm.
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ellen_ripley 2009/08/14 09:56:28
Kommentar löschenPrinzipiell ein interessanter Plot. Aber warum dieses "der Pate"-Zitat mit der Organge??? Ich finde einige Zitate gehören einfach verboten.
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Stefan Ishii 2009/05/06 10:12:19
Kommentar löschenNachdem ich kürzlich "Gespenster" von Christian Petzold gesehen hatte, wollte ich unbedingt noch andere Filme von diesem Regisseur sehen. Und mit "Yella" wurde ich nicht enttäuscht.
Im Nachhinein betrachtet ist der Film herausragend. Die Art und Weise, wie dem Zuschauer Gefühle vermittelt werden ist schlicht genial. Zumindest mir erging es so, dass ich intuitiv die entscheidenden Aussagen "gefühlt" (aber nicht konkret verstanden) habe. Da ist etwas, das sich dem Logischen und Fassbaren entzieht, aber auf emotionaler Ebene einschlägt wie eine Bombe.
Natürlich ist Nina Hoss fantastisch in dieser Rolle. Ohne ihr wäre der Film wohl nicht das, was er geworden ist. Aber die wirklich große Stärke des Filmes liegt in der Art und Weise wie Petzold (und auch sein Kameramann) das Geschehen dem Zuschauer näher bringt. Da ist eine körperliche und räumliche Präsenz, die so unglaublich stark empfunden wird. Ich weiss nicht, wie ich es anders beschreiben soll...
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stalker 2009/02/23 16:02:09
Kommentar löschenDeutsche Kunstscheiße für Deutsche, die sich nicht schämen können.
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spatzlinger 2009/02/15 17:04:40
Kommentar löschenein schrecklicher film! nina hoss, mit dem reh-blick, immmer opfer der situation.. alles sooo gewollt, NERVT!!
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spektrum 2009/02/10 16:30:21
Kommentar löschenDie Wirkung des Films beruht auf dem Wechsel zwischen Realität und Traum. Eingebettet in eine reale Rahmenhandlung wird gezeigt, wie sich Yellas Leben in Ihrer Traumwelt abspielt. Diese ist , fast schon beängstigend, realistisch. Daher gelingt es dem Zuschauer erst spät im Film die beiden Ebenen voneinander zu trennen. Stellenweise etwas zu klischeehaft geratene Auspicien und Omen (schreiende Krähen) vermitteln eine insgesamt jedoch gelungene Athmosphäre von Unwirklichkeit und Wahnvorstellungen.
Der Film lässt viel Interpretationsspielraum zu. Ob man Yella als Auseinandersetzung des Individuums mit sich selbst und eigenen Ängsten, oder eher als Auseinandersetzung mit der Gesellschaft ansieht, bleibt einem selbst überlassen.
Das Setting des Films in einer Welt des Equity Managements, unterstützt dabei eher die Vermutung, dass es sich um eine leise Kritik am kapitalistischen System handelt, dass ebenfalls eine Schein- oder Traumwelt ist.
Auf die Dauer des Films bezogen, wirken die vielen Aufnahmen im Auto etwas ermüdend, wie der gesammte Film zu wenig Spannung aufkommen lässt, wenn man ihn in die Gattung "Mystery" einstufen möchte.
Leider zu wenig Spannung, um eine wirklich hohe Bewrtung zu erreichen.
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dbeutner 2009/02/07 14:54:25
Kommentar löschenBeginnt mit einer Reihe von haarsträubenden Logik-/Verhaltensweisen-Fehlern, geht über in fast französisch-subtile Spannung (fast!), was immerhin an den Film fesselt ("fesselt" ist vielleicht etwas übertrieben) und endet mit einer so dermaßen blöden und billigen "Auflösung", dass der Film es schafft, innerhalb der letzten Sekunden nochmal mindestens einen halben Punkt zu verlieren. Nicht gerade starkes Kino in Summe.
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Kubrick_obscura 2008/08/27 15:56:45
Kommentar löschenPetzolds Deutschland-Halluzination ist ein reduziertes, hervorragend gespieltes Mystery-Drama.
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maslobojew 2008/02/21 23:31:21
Kommentar löschenDafür, dass Petzold selber sagt, es gehe um eine Von-zu-Hause-weggehen-Story, fehlen mir einfach noch ein paar entsprechende Motive mehr, die der Film zwar andeutet, aber nicht ausführt, weswegen er ein bisschen dünn daherkommt. Z.B. die Herkunft von Yella oder die Psyche so einiger Nebenfiguren betreffend, mit denen sich die Protagonistin auseinandersetzen muss. Positiv ist natürlich, dass der Film gerade so, zum Weiternachdenken und Fragen stellen einladet.
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alter.native 2007/12/27 10:41:45
Kommentar löschenKlasse gespielt! Ein Ende zum grübeln (hätte nicht sein müssen).
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rkuehne 2007/11/09 15:33:37
Kommentar löschenToller Film, schöne Bilder, nur mit dem Ende kann ich mich nicht so richtig anfreunden, das macht meiner Ansicht nach zuviel kaputt.
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Jonni 2007/07/31 10:06:03
Kommentar löschenEin Geisterfilm von Christian Petzold mit drei tollen Hauptdarstellern. Sehr sehenswert.
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