Stefan Ishii
Mit Die Teuflischen schuf Henri-Georges Clouzot einen Thriller-Klassiker mit Simone Signoret und Véra Clouzot als die titelgebenden diabolischen Damen.
Robert Bressons Drama Zum Beispiel Balthasar kreuzt die traurigen Schicksale des Esels Bathasar und des Mädchens Marie.
Die vierzehnjährige Mouchette lebt in einem kleinen Dorf in Südfrankreich und erfährt kein Zeichen von Verständnis und Liebe bei ihrer Familie, sie langweilt sich in der Schule. Im Wald wird sie Zeuge des Streits zwischen dem Förster und dem Wilderer, der den Förster tötet und sie in seiner Hütte im Vollrausch vergewaltigt.
Jeanne, Philosophielehrerin an einem Pariser Gymnasium, hat ihre Wohnung vorübergehend ihrer Cousine Gaëlle überlassen. Doch in der Wohnung ihres Freundes fühlt sie sich ohne diesen nicht wohl. So nimmt sie gern die Einladung der jungen, hübschen Natacha an, in der Wohnung von Natachas Vater Igor zu übernachten. Der Hausherr ist auf Reisen, taucht aber am nächsten Morgen überraschend auf, als Jeanne unter der Dusche steht. Natacha lebt allein mit ihrem Vater, seitdem ihre Mutter die beiden verlassen hat. Natacha mag Igors Geliebte nicht und würde sie gern ausbooten, und dazu kommt ihr Jeanne gerade recht. Igor hat ein Landhaus in Fontainebleau. Dort nehmen die Dinge ihren Lauf.
Es ist rund 20 Jahre her, dass die Akrobatin Clémence die Welt des Zirkus aufgab, um den Buchdrucker Julien zu heiraten. Es war die große Liebe. Inzwischen ist Julien 60 geworden, Clémence 50. Nicht nur das Viertel, in dem sie leben, hat sich in dieser Zeit verändert. So hässlich, wie es um sie herum aussieht, geht es auch in ihrer Ehe zu. Denn von der großen Liebe ist nichts übrig geblieben. Clémence, die nach einem Sturz ein steifes Bein zurückbehalten hat, sucht Trost im Alkohol. Julien spricht kaum noch mit seiner Frau, geht seine eigenen Wege und überträgt all seine Zuneigung und Fürsorge auf seine Katze. Clémence hasst das Tier dafür, denn sie liebt Julien immer noch, auch wenn es sie Überwindung kostet, ihm das zu sagen. Er jedoch lässt sie fühlen, dass sie ihm nichts mehr bedeutet. Nach einer der üblichen hässlichen Streitereien wegen der Katze erschießt die verzweifelte Clémence das Tier. Julien verlässt daraufhin das Haus und zieht zu der Prostituierten Nelly. Es soll der endgültige Bruch sein, aber Julien hält nicht lange durch. Selbst sein Hass bindet ihn irgendwie an Clémence, und so kehrt er zu ihr zurück. Sprechen werde er allerdings nie wieder mit ihr, sagt er ihr. Als der alte Mann dann doch wieder mit seiner Frau reden möchte, ist es zu spät: Clémence ist an einem Herzanfall gestorben. Nun sieht auch Julien keinen Grund mehr weiterzuleben.
Mit Fahrraddiebe, dem Klassiker des italienischen Neorealismus, erzählen Vittorio De Sica und Cesare Zavattini erzählen eine scheinbar simple Geschichte im Rom der Nachkriegszeit.
Kurt Russell spielt in Quentin Tarantinos Death Proof – Todsicher den Stuntman Mike. Mit seinem Muscle Car gibt er Vollgas – besonders wenn er wehrlose Damen auf dem Beifahrersitz mitnimmt.
Zärtlich berührt eine Frauenhand den Kopf eines Jungen. Warmes Wasser läuft über sein Haar und spült das Shampoo aus seinem Haar. Verstohlen blickt der kleine Antoine auf ihre großen Brüste. Von diesem Moment an weiß er, daß er eines Tages eine Friseuse heiraten will. Im Alter von Mitte vierzig, verwirklicht Antoine endlich seinen Traum. Er heiratet die schöne Friseuse Mathilde. Von diesem Moment an, geben sich beide einer zärtlich-erotischen Beziehung hin, die keine Wünsche offen läßt.
Mit seinem durchkomponierten Erotik-Thriller Dressed to Kill huldigt Brian de Palma der Filmkunst durch Psycho-Hommage und Giallio-Referenzen.
Zeiten des Aufruhrs erleben Kate Winslet und Leonardo DiCaprio in dem gleichnamigen Drama unter der Regie von Sam Mendes als junges Ehepaar mit hohen Erwartungen an ihr jeweiliges Leben.
Pierre Lachenay ist verheiratet. Bei einer Geschäftsreise lernt er die wesentlich jüngere Stewardess Nicole kennen und beginnt eine Affäre. Hinter dem Rücken seiner Frau arrangiert er fortan regelmäßige Treffen, bleibt vermeintlich länger im Büro oder verreist gemeinsam mit Nicole. Doch schon bald verdächtigt ihn seine Frau. François Truffaut inszeniert die angebliche Liebesgeschichte als einen geradlinigen Kriminalfilm. Konsequent erzählt er von den emotionalen Verstrickungen eines Ehemannes, der zwischen zwei Frauen und Gefühlswelten hin und her schwankt und schließlich zu Fall kommt.
In Melvilles düsterem Kriegs-Drama Armee im Schatten wagt die Resistance-Gruppe um Lino Ventura den schier aussichtslosen Kampf gegen die Nazi-Besatzung in Frankreich und Verräter in den eigenen Reihen.
Mit schwelender Sinnlichkeit und beißendem Humor wird der Zusammenhang zwischen den drei Titelthemen in Sex, Lügen und Video, der meistdiskutierten erotischen Komödie des Jahrzehntes, enthüllt. Für seine brillant zurückhaltende und zugleich verführerische Darstellung des Graham, eines lange verschollenen College-Freundes, der in die Stadt zurückkehrt und damit in das Leben des selbstbezogenen Frauenhelden John, seiner engelhaften Frau Ann und deren lebenslustiger Schwester Cynthia, wurde James Spader als bester Schauspieler beim Internationalen Filmfestival in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Nacheinander wird jeder von ihnen in das sehr "persönliche Projekt", an dem Graham gerade arbeitet, hineingezogen, und die Beziehungen zwischen allen Vieren sind für immer verändert.
Die Studentin Daria und Mark, den sie vor kurzem kennengelernt hat, sind auf der Flucht. Auch Mark war bis vor wenigen Tagen noch ein Student, hat dann aber auf einen Polizisten geschossen; jetzt ist die Polizei daher hinter ihm her. Die Flucht der beiden führt sie mitten in die Wüste, wo Darias Vater, ein Großindustrieller, ein abgelegenes Ferienparadies erbaut hat. Doch werden sie hier sicher vor ihren Verfolgern sein?
Dieses obskure Objekt der Begierde ist der letzte Film von Regie-Ikone Luis Buñuel über einen Witwer, der seinem jungen Hausmädchen verfällt.
1938 im faschistischen Italien: Marcello Clerici, geachteter Professor der Philosophie, hat sich mit der schönen, aber geistig schlichten Giulia verlobt. Er ist davon überzeugt, dass er als 13-Jähriger einen Mann erschossen hat, der ihn zu verführen versuchte, und wird seitdem von Schuldgefühlen geplagt. Clerici ist ein überzeugter Faschist geworden und bietet dem faschistischen Geheimdienst an, seinen ehemaligen Professor Quadri zu beschatten, der jetzt als engagierter Antifaschist in Paris lebt. Der Geheimdienst gibt Clerici den Auftrag, Quadri zu ermorden. In Paris besucht Clerici mit seiner Verlobten Quadri und verliebt sich sofort in dessen junge Frau Anna. Entsetzt muss er erleben, dass Anna versucht, seine Frau zu verführen, und ihn als faschistischen Spion entlarvt. Indem er den beiden Frauen vorschlägt, sich zu zweit Paris anzuschauen, bereitet Clerici das Attentat auf Quadri vor. Doch Anna bleibt bei ihrem Ehemann. In seinem Auto sitzend, beobachtet Clerici, wie Quadri und Anna von faschistischen Agenten ermordet werden. Im Juli 1943, als in Rom die Bevölkerung den Sturz des faschistischen Regimesfeiert, vollzieht Clerici als echter Konformist einen erneuten Gesinnungswandel: Er schließt sich den siegreichen Antifaschisten an und diffamiert öffentlich den Mann, der ihn für Mussolinis Partei gewonnen hatte.
Trelkovsky, ein schüchterner kleiner Angestellter polnischer Abstammung, bewirbt sich um eine heruntergekommene Pariser Altbauwohnung. Die Vormieterin, eine junge Frau namens Simone Choule, hat sich kurz zuvor aus dem Fenster des im vierten Stock gelegenen Appartements gestürzt. Die mürrische Concierge führt Trelkovsky zu Monsieur Zy, dem Vermieter. Der griesgrämige alte Herr ist durchaus von ihm angetan, kann ihm den Mietvertrag aber noch nicht geben, denn Simone Choule lebt noch. Trelkovsky besucht die mit dem Tode Ringende im Krankenhaus. Von Kopf bis Fuß ist sie in Verbände gehüllt, nur ein Auge und der Mund, in dem ein Schneidezahn fehlt, sind sichtbar. An ihrem Bett begegnet Trelkovsky Stella, einer Freundin Simones. Ein bis ins Mark erschütternder Schrei der Sterbenden vertreibt die beiden Besucher schließlich. Nach Simone Choules Tod bezieht Trelkovsky ihre Wohnung. Seine neuen Mit-Mieter sind allerdings nicht allzu glücklich über den Neuankömmling. Schon bei seiner Einweihungsparty beklagen sie sich über den Lärm. Um den beständigen Anfeindungen der Nachbarn zu entfliehen, verkriecht sich Trelkovsky zunehmend in die Abgeschiedenheit seiner neuen Wohnung, wo er von Simones Hinterlassenschaft umgeben ist. Doch dort geht es Trelkovsky auch nicht gut: Ein Fieberanfall und das Klima der Isolation sowie sein Mangel an Selbstvertrauen stürzen den neuen Mieter in eine schwere Persönlichkeitskrise. Er besorgt sich eine Perücke und Stöckelschuhe und posiert in Simones Kleidern vor dem Spiegel. Als ihm plötzlich bewusst wird, was er tut, wittert er ein heimtückisches Komplott seiner Mit-Mieter, das ihn zwingen soll, die Identität Simone Choules anzunehmen.
Kurz vor der Hinrichtung wird ein Dieb von einem japanischen Clan gerettet. Er soll als Doppelgänger des toten Fürsten die Armee des kriegerischen Clans führen. Obwohl anfangs noch unsicher, genießt er bald seine neue Rolle - es gelingt ihm, Freund und Feind zu täuschen. Gegen den Willen seiner Auftraggeber bestimmt er nun das Schicksal des Fürstenhauses mit. Mit 25.000 Soldaten zieht der Takeda-Clan in die letzte Schlacht.
William Hurt und Raul Julia teilen sich in Kuß der Spinnenfrau eine Gefängniszelle – und damit ihr Leben.
Gleich ein halbes Dutzend Prominenter Personen will mit dem Flugzeug nach New York, um dort eine entscheidende Wende in ihrem jeweiligen Leben anzufangen. Da die Maschine aber wegen starken Nebels nicht starten kann, sind sie gezwungen, die Zeit bis zum Start im "Hotel International" zu verbringen, wo die Fluggesellschaft sie auf ihre Kosten einquartiert hat. Frances Andros zum Beispiel, die mit ihrer Ehe unzufrieden ist, will mit ihrem Liebhaber Marc Champselle durchbrennen, die Herzogin von Brighton hingegen hat in Amerika eine Stelle angenommen, um so den Familienbesitz retten zu können. Alle ihre Wege kreuzen sich nun in besagtren Hotel.
Mr. Brown, besitzer eines haitianischen Hotels, kehrt nach Haiti zurück, nachdem er erfolglos versucht hat, dieses Anwesen in New York an den Mann zu bringen. Er findet im Swimmingpool einen Toten – die Leiche eines Ministers der korrupten Regierung des gefürchteten Papa Doc. Gemeinsam mit dem Ehepaar Smith und dem Abenteurer Jones versucht der Hotelier, die Leiche unauffällig zu entsorgen, bevor der Tod publik wird, was zu großen Unannehmlichkeiten für alle Beteiligten führen würde.
In Viscontis melodramatischem Arbeiter-Epos Rocco und seine Brüder versucht Alain Delon seine Familie vor dem Zerfall zu bewahren.
Als Heiner Carows Drama Coming Out in der DDR 1989 in die Kinos kam, war die Geschichte über das Outing eines Schwulen eine kleine Revolution im DEFA-Film.
Weil der gemeinsame Urlaub mir ihrer Freundin kurzfristig ins Wasser gefallen ist, begibt sich die Pariser Sekretärin Delphine allein auf Reisen. Doch ob in der Normandie, in Paris oder in den Bergen - Delphine fühlt sich überall einsam. Erst als ihr am letzten Ferientag in Biarritz ein junger Mann begegnet, scheint sich das Blatt endlich zu wenden. Mit ihm erlebt sie beim Sonnenuntergang das "grüne Leuchten".