Antichrist

Antichrist (2009), DE/DK/FR/IT/PL/SE
Laufzeit 108 Minuten, FSK 18, Drama, Horrorfilm, Kinostart 10.09.2009

6.5 Kritiker
36 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.4 Community
2998 Bewertungen
197 Kommentare
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von Lars von Trier, mit Willem Dafoe und Charlotte Gainsbourg

Ein trauerndes Paar zieht sich in ihre einsame Hütte, “Eden”, in den Wäldern zurück. Dort hoffen sie, ihre gebrochenen Herzen heilen und ihre kriselnde Ehe retten zu können. Aber die Natur verschafft sich ihr Recht, und die Situation kann nur schlimmer werden. Der psychologische Thriller des dänischen Regisseurs Lars von Trier, mit Willem Dafoe und Charlotte Gainsbourg in den Hauptrollen, wurde an 40 Drehtagen komplett in Nordrhein-Westfalen gedreht. Die den Film beherrschende Frage “Was, wenn nicht Gott sondern der Teufel die Erde erschaffen hat?” wird von Trier mit Sicherheit wenig Freunde in den verschiedenen Religionsgemeinschaften tragen.

Während ein Ehepaar aus Seattle leidenschaftlich dem gemeinsamen Sex nachgeht, klettert ihr unbeaufsichtigtes junges Kind zum geöffneten Fenster und stürzt aus der Hochhauswohnung zu Tode. In der Folge reißt der Unfalltod des Sohnes die Mutter (Charlotte Gainsbourg) in tiefe Trauer und Selbstvorwürfe. Ihr scheinbar vom Tod des Sohnes unberührter Mann (Willem Dafoe), ein Psychologe, beginnt daraufhin seine Frau selbst zu therapieren. Als tiefste Angst benennt sie ihm, „im Wald zu sein“. Daraufhin fahren beide in eine Waldhütte mit dem Namen „Eden“, in dem das Paar mit dem Kind den letzten Sommer verbracht hat.

In der abgelegenen Hütte, wo es keinen Handy-, Fernseh- oder Radioempfang gibt, gelingt es nicht, das Trauma der Frau zu lösen. Stattdessen eskaliert die Situation. Die therapeutischen Sitzungen in der wilden und bedrohlich wirkenden Natur lassen die Frau in den Wahnsinn abdriften und kulminieren in einen Exzess aus Sex und Gewalt. Im Vorjahr arbeitete sie noch an ihrer unfertigen Doktorarbeit zum Thema mittelalterliche Hexenverfolgung und der Ansatz des Teuflischen im Weibe verfolgt sie nun bis in ihr innerstes Selbstverständnis.

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Cast & Crew


Kritiken (17) — Film: Antichrist

Flibbo: wieistderfilm.de

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5.5Geht so

[...] Von Trier schickt Frau und Mann zurück in die Natur, gegen die sie verlieren und in der sie sich verlieren und spielt dabei mit Märchenelementen sowie dem ihm immer wieder angekreideten Frauenhass. Dabei konfrontiert der Filmmacher zum einen sich selbst auf therapeutische Art mit seinen Ängsten, zum anderen sein Publikum mit der archaischen Gewalt, die der Mensch (im Geschlechterkampf) in sich trägt. Nur setzt sich das Puzzle um den trotz Venussymbol im Titel zu keiner Zeit direkt benannten Antichristen nie ganz zusammen, so sehr man es auch drehen und wenden will, und das weiß der geniale Mistkerl von Trier auch. [...]

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SiameseMax: SiameseMovies

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5.0Geht so

Diese Kritik enthält Spoiler!
Man kann es drehen und wenden, aufdröseln, in Einzelteile zerlegen, zu etwas Neuem zusammenfügen und lose Enden versuchen zu verbinden, indem man interpretiert, demontiert, analysiert und philosophiert, aber Lars von Triers „Antichrist“ ist und bleibt ein zwiespältiger Film. Ein Film jedoch, der sich gerade durch seine Zwiespältigkeit wie ein lästiger Parasit im Gedächtnis festbeisst und einen lange nachhaltig beschäftigt, einer, den man, um einen guten Freund zu zitieren, „gerne in der Dusche von sich abwaschen würde“. Ohne Erfolg. Ob sich diese Nachhaltigkeit nun positiv oder negativ auf die letztendliche Bewertung dieses zweifelhaften filmischen Erlebnisses auswirkt, schlägt sich exemplarisch in diesem Rezensionsversuch nieder: Man weiß es nicht genau. Der Verdacht drängt sich auf, dass genannte Zwiespältigkeit eher als Unausgegorenheit oder gar Mittelmäßigkeit treffender beschrieben werden könnte, was eine Gleichgültigkeit zu Folge hätte, die „Antichrist“ im Endeffekt wesentlich schlechter zu Gesicht stünde, als ein der Publicity förderlicher Total-Verriss, der diesem filmischen Kahlschlag mit dem Provokations-Zaunpfahl gebührend nachkäme: „Antichrist“ schmeckt, als schrie er danach. [...]

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Hitmanski: Reihe Sieben / MehrFilm / I...

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8.0Ausgezeichnet

"Chaos reigns" -

Lars von Trier lässt die Grundkonzeption seines letzten Filmes, ja vielleicht sogar seines gesamten Œuvres, durch einen Fuchs verlautbaren.
Dies ist insofern interessant, als dass sich der Film - obwohl auch "Antichrist" eine mehrmalige Sichtung evoziert - letztendlich bewusst um jede Verantwortung herumdrückt, und ein harter Nackenschlag für all die Überinterpretationen der Feuilletons und Kritikerscharen sein dürfte, die den zwielichtigen Dänen so in ihr Herz geschlossen haben.

Es ist vielleicht der gnadenlose Egoismus und die damit einhergehende Arroganz, die die guten Regisseure von den Ausnahmetalenten unterscheidet: In vielerlei Hinsicht ist "Antichrist" nun das, was "Inland Empire" für David Lynch war - eine übersteuertes Spielen mit den eigenen Fetischen, ohne Rücksicht auf Verluste und bis zur Schmerzgrenze ihrer Anhänger.
"Antichrist" ist das Destilat von all den Dingen,…


Kritik im Original 19 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 10 Antworten

Hitmanski

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"was Arroganz angeht, da begebe ich mich gerne auf seinen Level"

Ich auch, und da dürften dann die Probleme beginnen^^


BigDi

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Genau das wäre doch eine interessante Auseinandersetzung! Gut, am Ende hassen sich alle gegenseitig, aber irgendwie war's doch genial. ^^


Elisabeth Maurer

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9.0Herausragend

...Die Frau sieht in der Welt um sie herum nicht mehr einen immerwährenden Kreislauf aus Geborenwerden, Sterben, Wiederkehr, sondern eine Vorherrschaft des Todes. Der Film unterstreicht dies durch die Abwesenheit von einer klar definierbaren Jahreszeit, die Eicheln fallen anscheinend ständig von den Bäumen. Die Frau sieht die Eicheln als Beweis des Bösen in der Natur, da nur aus den wenigsten wieder Eichen entstehen werden. Mutter Natur tötet also die meisten ihrer Kinder. Damit zerbricht bei der Frau die Vorstellung von Mutterliebe und Güte der Frauen, auch bei ihr selbst. Wird Weiblichkeit und somit auch Sex eigentlich mit Leben in Verbindung gebracht, wird er umgedeutet in einen Akt des Todes. So stirbt der Sohn zu Beginn ja auch während das Ehepaar miteinander schläft. ...

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Evie: www.inderzange.de

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9.5Herausragend

Der Film beginnt mit einem grandiosen Prolog, ohne ein Wort wird hier in extrem tollen Zeitlupenbildern, ein einfach nur schauderhaftes Ereignis gezeigt. Nach diesem Prolog beginnt das 1. Kapitel: Trauer. Der Film startet damit, das “Er” (Wiliam Dafoe – “Daybreakers”) und “Sie” (Charlotte Gainsbourg – “I’m not There”) in ihr altes völlig im Wald gelegene Ferienhäusen gehen um die Geschehenisse zu verarbeiten. Denn er kann es nicht ertragen, seine Frau so lange im Krankenhaus zu sehen, völlig niedergeschlagen durch ihren Nervenzusammenbruch. Das Absurde daran ist nur, das von Trier das Verlassen worden sein Gefühl von Ihr, im später wieder trauten Heim, mit wildem Sex darstellt ohne viele Worte weiter zu verlieren. Er lässt die Zuschauer einfach mit der Trauer und dem wilden Spiel allein. Die sexuelle Darstellung in dem Film ist sehr pregnant. Was auch zur Folge hatte, das für die Schauspieler professionelle Pornodarsteller engagiert wurden, was im Velaufe des Filmes auch dringend notwenig war.

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bascopeach

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hi hi


RedSpy

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Vielleicht sollte man [sic!] den Film besser in einem Stück sehen, also nicht andauernd vor- und zurückspuhlen ... ;-)


Mr.Vengeance: Lost In Imagination

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5.5Geht so

Die Regel der Frau ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Oder so. Dachte ja ab einem gewissen Punkt das Charlotte Roche das Drehbuch beigesteuert hätte. Teilweise unerträglich mit anzusehen in welche grandiosen Bilder Herr von Trier diesen unsäglichen Mist verpackt. Also was er da erzählt - oder zu erzählen versucht - wirkt auf mich wie klingonisch. Ich kann mich einfach nur von dieser inszenatorischen Raffinesse verwöhnen lassen und den Rest bei Seite schieben. Den Antichristen sucht man im Film vergebens. Man findet ihn jedoch hinter der Kamera. In den letzten Minuten hat der Film dann selbst die Hoffnung aufgegeben, einen der angefangenen Stränge oder Querverweise weiterzuspinnen.

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J. Buttgereit: epd-Film, TIP Berlin, ray, ...

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8.5Ausgezeichnet

Aaaauuuaaaahh!

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J. Buttgereit

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Ich glaube ich bin ein ganz kleines bisschen Stolz, dass Herr Von Trier sich vielleicht sogar von Robert Schmadkes Schandtaten hat beeinflussen lassen.


_Milena_

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Den Eindruck hatte ich auch!


Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

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[...]Ich weiß nicht, ob „Antichrist“ ein guter oder ein schlechter Film ist. Er ist verstörend und erschreckend, ja, es ist ein fürchterliches Erlebnis, das den Zuschauer gehörig in die Mangel nimmt. „Antichrist“ ist mit Sicherheit auch Kunst, die zu beeindrucken vermag. Wie man aber in diesem Fall „beeindruckend“ konnotieren will, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wenn Lars von Trier mit „Antichrist“ tatsächlich seinen eigenen, ihn quälenden Dämonen ein Bild gegeben haben sollte, danke ich Gott das ich nicht Lars von Trier bin.[...]

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Christian H.

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Tatsache... Kann es sein, dass dies zwischenzeitlich geändert wurde? Der Text ist immerhin schon ein Jahr alt.


DTokarsky

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Anscheinend


E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film

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6.0Ganz gut

Immer insistierend, immer bereit, zum Äußersten zu gehen, immer bereit auch, sich in Widersprüche und Unklarheiten zu verwickeln, fragt Lars von Trier wie in vielen Filmen zuvor so auch hier: Was heißt es, die Macht zu haben? Und was folgt aus der Macht? Was folgt aus der Ohnmacht? Und wie sind Macht und Ohnmacht ineinander gewirkt? Immer behandelt der Regisseur diese seine Grundfrage auf (mindestens) zwei Ebenen: der des Geschehens in seinen Geschichten, die in aller Regel Versuchsanordnungen sind. Und der des Verhältnisses dessen, der die Geschichten inszeniert, zu seinen (seinen?) Geschichten und vor allem den Figuren in ihnen.

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Harald Peters: WamS, Die Welt, taz, Berlin... Harald Peters: WamS, Die Welt, taz, Berlin...

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5.5Geht so

Ein wunderbarer Schachzug war es nun, dem Film den Titel "Antichrist" zu geben. Man fragt sich: Wer ist denn nun der Antichrist? Die Frau, die ihrem Mann ein Loch ins Bein bohrt? Der Mann, der seine Frau mit fiesen Therapieansätzen quält? Oder vielleicht das Kind, das durch seinen Fenstersturz, eine intakte Ehe zerstört? Immerhin hat es doch unangemessen gelächelt, kurz bevor es in den Tod fiel? Und hat das Kind nicht auch rätselhaft schiefe Füße, so wie der Teufel auch einen Pferdefuß hat? "Sie sind ganz nah dran", sagt von Trier und lächelt und sagt eigentlich nichts.

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Orso D'oro

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Mir gefällt nicht die kritik, sondern brianrixs antwort auf den kommentar, aber was mir noch weniger gefällt ist die tatsache, dass man seine "sympathiebekundung" nicht wieder rückgängig machen kann! das sollte doch wohl möglich sein, oder?


Bradbury

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@ Orso D'oro: Die "Kommentar-gefällt-mir-doch-nicht-Taste" ist eigentlich nicht zu übersehen (neben dem Gefällt-das-Button)... falls ein technischer Fehler vorliegt, gibt es im Forum die Möglichkeit, die Betreiber auf diese Probleme hinzuweisen und um Korrektur zu bitten.


Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr... Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr...

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6.0Ganz gut

Das schnell gelangweilte, ungeduldige Publikum in Cannes zu schocken und sprachlos zu machen, das schaffen nur die wenigsten. Lars von Trier ist genau dieses Kunststück gelungen. Sein Antichrist provozierte unter den Anwesenden extreme Reaktionen, die von kompletter Ablehnung bis geradezu überschwänglicher Begeisterung so ziemlich jede Meinungsäußerung abdeckten. Dass der Film das Produkt einer tiefen Depression von Triers sein soll, glaubt man hingegen sofort. Antichrist versteht es nämlich trotz allen Leerlaufs mit seiner (selbst-)zerstörerischen, pervertierten Aura aus geheimen Sehnsüchten und Ängsten gehörig zu irritieren und zu verunsichern. Die Bilder, die von Trier hier findet, wollen einen so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen. Dem exzentrischen Misanthropen wird es freuen.

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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...

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7.0Sehenswert

Lars von Trier kennt nur wenig Erbarmen. Weder mit sich selbst, noch mit seinen Darstellern und auch nicht mit seinen Zuschauern. Gerne lässt der dänische Regisseur mit seinem ausgeprägten Hang sowohl zum Masochismus wie auch zum Sadismus sich und uns alle leiden. Ein kleiner Trip durch die Hölle der menschlichen Beziehungsabgründe unternimmt von Trier in seinem neuen, komplett in der Nähe von Köln gedrehten Werk.
Wir treffen darin auf ein namenloses Paar (gespielt von Willem Dafoe und Charlotte Gainsbourg, die für ihre Darstellung in Cannes als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde), das seinen kleinen Sohn verloren hat. In Trauer gefangen ist vor allem sie, was ihn als Psychotherapeuten zu der umstrittenen Entscheidung verleitet, seine eigene Ehefrau therapieren zu wollen. Um sie mit ihren Ängsten zu konfrontieren, fahren sie gemeinsam in ihre abgelegene Waldhütte, wo die Situation zwischen den beiden eskaliert.
Diese Szenen eines Ehepaares, das sich im Rahmen der gemeinsamen Trauerbewältigung an sich selbst abarbeitet, fasst von Trier in ebenso (alp)traumwandlerisch schöne wie schreckliche Bilder. In vier Kapitel unterteilt sowie um einen mit einem wunderschönen Lied von Händel unterlegten Prolog und Epilog ergänzt, taucht der Regisseur ab in das Unterbewusstsein seiner Protagonisten, er diskutiert ihr Rollenverständnis und zeigt die Arroganz mit der sich der Ehemann als besserwissender Therapeut seiner Partnerin nähert, die ihm in der Rolle der abhängigen Patientin lieber zu sein scheint als in der seiner Ehefrau.
Wie immer stark in der Provokation präsentiert das enfant terrible unter den dänischen Regisseuren einen komplex-vertrackten Therapie-Thriller in Form einer feministisch angehauchten und metaphernschweren Dystopie über die immerwährende Vorherrschaft des Mannes über die Frau. Wenn sich ein kleines bisschen Leiden im Kinosessel mal wieder lohnt, dann für dieses durchweg starke Beziehungsdrama.

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Rochus Wolff: freier Journalist

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7.0Sehenswert

Lars von Triers Antichrist ließ mit seinen expliziten Sex- und Gewaltdarstellungen die Gemüter auf den Filmfestspielen in Cannes hochkochen. Gelungen ist dem Regisseur ein wuchtiger, wirksamer, zwiespältiger Film.

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Der Cinephile: Der Cineasten-Blog Der Cinephile: Der Cineasten-Blog

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5.0Geht so

Der neueste Film von Dänen Lars von Trier entstand aus einer tiefen Depression des Regisseurs. Zu behaupten, dass man diesen Umstand dem Film anmerkt, wäre die Untertreibung des Jahrhunderts. Selbst zu Depression neigende Menschen sollten einen großen Bogen um den Film machen, denn Antichrist lässt seinen auch nicht gerade fröhlichen Vorgängerfilme wie Dogville und Dancer in the Dark geradezu lebensbejahend wirken. Dabei ist Von Trier rein handwerklich noch nicht einmal ein schlechter Horrorfilm gelungen. Sein Talent für das Genre bewies er schon mit der TV-Serie Geister, und auch hier versteht er es, eine beklemmende Gruselatmosphäre zu schaffen. Doch wo seine Krankenhausserienparodie den Horror stets ironisch bricht, bleibt Antichrist immer ernst, dass es fast nicht auszuhalten ist. Das gegenseitige Zerfleischen des Paares mit anzusehen ist für den Zuschauer mindestens genauso eine anstrengende Tour de Force, wie es ohne Zweifel für die Schauspieler gewesen sein muss. Dabei bedient sich das Kammerspiel nicht nur psychischer sondern auch auf physischer Folter, die vor allem gegen Ende an einschlägige Genre-Vertreter wie <i>Saw</i> oder <i>Hostel</i> denken lässt.

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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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7.5Sehenswert

Man sieht auch sprechende Füchse, erschlagene Vögel, ein Reh mit der Todgeburt aus dem Bauch heraushängend, eine Hütte im Wald, die "Eden" heißt, Goya-Bilder anderes über Wahnsinn, Hexen und böse Priester, einen Dialog über den Gegensatz von Natur und Vernunft. Den Kern von alldem verrät bereits der Trailer zum Film. Aber auf die Frage, warum er diesen Film gemacht hat, bleibt von Trier vorerst die Antwort schuldig. So fragt man sich vorerst: Ist Lars von Trier ein Frauenfeind oder doch ein heimlicher Feminist? Ist er ein perverser Zyniker oder ein Genie? Oder einfach nur wahnsinnig?

Einmal mehr entpuppt sich Lars von Trier als Kino-Hexer, der sein Publikum verzaubert und dabei in Rage versetzt. Sein Film will genau das, was alle Kunst am Ende will: Das Ausloten menschlicher Extreme und die Konfrontation mit ihnen. Und die interessanteste Erfahrung nach der Premiere ist nun die Unsicherheit darüber, was man vom "Antichrist" zu halten hat. Viele hassen diesen Film und schätzen zugleich doch seine Qualität. Wenn Kunst das leistet, ist sie noch nicht verloren. Und Lars von Trier braucht keine Therapie; er hat sie längst. Seine Therapie ist das Kino.

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D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard

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3.0Schwach

Von einem Psychodrama um existenzielle Extremzustände kippt der Film sukzessive in eine alberne Nummernrevue. Antichrist verbindet Märchenfantasien mit mittelalterlichen Höllenszenarien, will Misogynie und Geschlechterdifferenz verhandeln.

Doch mittendrin verlässt den Regisseur der Mut. Er beginnt, das Geschehen zu ironisieren: Ein animierter Fuchs ruft das Chaos aus. Als Zeremonienmeister eines barocken Planspiels muss man sich für eine Position entscheiden. Von Trier will alle auf einmal besetzen und verspielt so seine Glaubwürdigkeit. Der wüste Geschlechtsteil-Splatter, in dem der Film kulminiert, erscheint wie als Skandal für Cannes inszeniert. Grenze fällt damit aber keine. Buhrufe und fröhliche Gesichter waren der Dank.

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ihre-herrlichkeit

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Was für Männerfantasien? Charlotte Gainsbourgh ist doch ein Alptraum.


HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

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6.5Ganz gut

[...] die Natur, die Triebe befreit, die Frau, die ihnen freien Lauf lässt, und der Mann, der dies als "böse" bezeichnet und unterdrückt. Es gibt auch noch das personifizierte Böse, den Teufel, dessen Pferdefuß nicht in den Schuh passt, den Gainsbourg ihm anzieht.

Dieses Grundgerüst der Interpretation muss man bereithalten, um durch die Gewalt(tätigkeit) der Trierschen Bilder nicht völlig plattgemacht zu werden. Man wird bei einem zweiten Ansehen darauf achten müssen, aber es ist möglich, dass er zu viel halb ausgegorene Gedanken hineinpackt, und es ist auf jeden Fall so, dass er in Bereiche vordringt, die bisher dem Hardcore vorbehalten waren, sowohl beim Sex als auch bei der Körperzerstörung; niemand, der aus "Antichrist" kommt, wird seinen Werkzeugkasten mit den gleichen Augen ansehen wie davor.

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Kommentare (180) — Film: Antichrist

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the assassin 666

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Bewertung0.0Hassfilm

Und schon wieder so ein kompletter, tödlichst langweiliger Kunst-Kitsch in den man sicher viel hinein interprtieren kann, mir sagte das absolut nicht zu.
Fand ich vollkommen schwachsinnig diese kruden Gewaltesxspiele, die ganze Handlung, das Ende. Ich möchte manchmal wirklich gerne wissen was die Leute die sowas fabrizieren denn eigentlich für einen Stoff rauchen, das hat sich mir bis heute nicht erschlossen auf jeden Fall muss es ein kräftiger Scheiß sein.
Die Macher (in diesem Fall Lars von Trier) sollten aber so freundlich sein und etwas von dem KRAUT auch den Zuschauer übrig lassen den vielleicht versteht er dann auch den Sinn des absoluten Nonsens.
Nüchtern ist sowas aber nicht erträglich.

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Oliver0403

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Bewertung0.0Hassfilm

Zwei Dinge vorweg. Ich hätte nie gedacht, dass ich einem Film wirklich mal 0 Punkte geben würde und ihn damit zu meinem ersten Hassfilm mache. Aber dieses trostlose, langweilige und absolut öde Machwerk ist sowas von strunzlangweilig, dass ich nicht wüsste, wofür ich auch nur einen einzigen Punkt vergeben sollte. Was uns Lars von Trier hier vorsetzt, geht auf keine Kuhhaut. Und die paar überflüssigen Goreszenen, die hier und da vorkommen, machen den Film auch nicht besser! Lieber quäle ich mich nochmal durch zb "Live Feed" und der war schon langweilig, als mir diesen grottenschlechten Schrott nochmal freiwillig reinzuziehen.
Wenn ich bedenke, dass moviepilot als Vorhersage vor der Sichtung meine voraussichtliche Bewertung auf 6.0/10 Punkten geschätzt hatte, würde ich sagen, absolut vertan. Aber kann ja passieren. Irren ist menschlich.

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Filmsuechtiger

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Du hast natürlich nicht Unrecht, daher helfe ich mir mit einem Vergleich: Jeder weiß: die Erde ist rund. Doch eigentlich ist sie eine Ellipse. Dieser kleine Makel bedeutet dennoch nicht, dass sie eine Scheibe ist. Nur weil einige Filme weniger kunstvoll sind als andere, bedeutet dies ja nicht, dass die gesamte Ausdrucksform mitsamt ihrer Tradition in Frage gestellt werden muss. :-)


Pablo.CH

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Ja da hast du mich jetzt doch überzeugt..Sehr gutes Argument(;


BigDi

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Bewertung9.5Herausragend

Manche Filme werden gedreht, um damit Geld zu verdienen, andere, um eine Aussage zu tätigen, manche Regisseure erfüllen sich mit ihren Filmen ihre eigenen Kindheitswünsche, und manche Filme resultieren einfach nur aus Wut und Hass - gerne auch aus Selbsthass. "Antichrist" ist ein solches Werk des menschlichen Selbsthasses, des Dranges nach Selbstzerstörung und dessen Konfliktes mit dem Selbsterhaltungstrieb. Und natürlich vieles andere ebenso, aber vorrangig resultierend aus dem reinen Hass - und so kommt es, dass am Ende dieses Werkes keine klar erkennbare Aussage steht, sondern ein riesiges, farbloses Fragezeichen, und bei der Frage nach dessen Bedeutung einem nichts anderes entfahren kann als ein verzweifelt-hämisches Lachen.

Doch "Film des Hasses" hin oder her, von Trier wäre nicht von Trier, wenn das Ganze nicht eine Vieldeutigkeit erreichen würde, wie sie sonst wohl nur von "Letztes Jahr in Marienbad" erreicht werden kann: Sein "Antichrist" kann buchstäblich alles sein, ein Todesurteil wie eine Erlösungsguide, eine mit Blut und Sperma geschriebene Tragödie wie eine unheimlich schwarze Komödie, ein frauenfeindliches wie männerfeindliches Werk, womöglich auch zugleich, ein Schlag ins Gesicht all der Psychotherapeuten dadraußen oder vielleicht eine weitesgehend missverstandene Selbstkritik (wobei die Tendenz zur Selbstverherrlichung deutlicher ist - auch wenn es die grausamste Form der Selbstverherrlichung und - darstellung ist, die das Kino jemals erleben durfte und musste).

Es bringt nichts, zu versuchen, diesen Film auf nur einen Aspekt zu begrenzen, es ist gar sinnvoller, ihn gar keinem festen Aspekt zuzuordnen, sondern als Nährboden für Aspekte anzusehen, als Diskussionsgrundlage, aber nicht als Diskussionsargument. Lars von Trier wütet hier 108 Minuten lang über Zelluloid, mit der Versessenheit eines kleinen Kindes, welches noch gar nicht begreift, was "kaputtmachen" für Konsequenzen hat, aber zugleich mit der Hintersinnigkeit und Zweidreivierdeutigkeit des Lars von Trier, welcher "Epidemic", "Idioten" und "Dogville" auf die Menschheit gelassen hatte. Das Ergebnis ist ein filmischer Amoklauf, das Essenzwerk eines Mannes, welcher sich lange zur Gewohnheit gemacht hat, dem Zuschauer in seinen Werken einen Spiegel vorzuhalten und ihn anschließend damit lachend zu verdreschen. Mit dem Unterschied, dass er in diesem Falle auch sich selbst nicht unverletzt davonkommen lässt.

"Antichrist" ist, wie viele behaupten, tatsächlich ein Nichts - solange er alleine, für sich steht. Ein Chaos, welches in einer eigenen Galaxie zu existieren scheint, welche uns eigentlich egal sein kann - aber ein Chaos, welches durch einen Blick von bestimmter Dauer zum Leben erwacht. Selbstverständlich, jeder Film erhält erst durch die Rezeption Bedeutung, aber im Falle von "Antichrist" scheint es eher so, als ob dieser Film erst durch Rezeption überhaupt existent wird (ansonsten verbliebe es einfach ein bösartiges Hirngespinst von Triers und eine gruselige Erinnerung von Gainsbourg und Dafoe). Es braucht Gedanken und/oder Diskussion, um diesen Film als mehr als nur gewaltsüchtige und destruktive Zeitverschwendung betrachten zu können. Es braucht auch eine Prise Überzeugung, um diesen Film überhaupt mögen zu können.

Manch einer würde auch sagen, dass es Einsicht bedarf. Oder Akzeptanz. Oder Lebenserfahrung. Ganz subjektiv möchte ich (und werde ich auch, immer) "Antichrist" als eines der großartigsten und größten Werke der Filmgeschichte bezeichnen und tief in mir jedem Nichtgönner fehlendes Verständnis und fehlenden Mut zur Auseinandersetzung vorwerfen (und es ist mir egal, wie arrogant ich damit wirken mag). Ganz subjektiv stellt es für mich den abschließenden und absolut hoffnungslosen Teil der regisseur- und dekadenübergreifenden, von mir ausgerufenen Beziehungstrilogie (Zulawskis "Possession", Noès "Irreversible" und von Triers "Antichrist") dar und vielleicht den einzigen Film, bei dem es mich davor graust, mich zu lange gedanklich damit zu beschäftigen. Von der inszenatorischen und darstellerischen Perfektion (!) mal ganz abgesehen.

Wem meine beinahe mit Tränen in den Augen verfassten Fanboy-Liebestiraden nicht ausreichen, der darf gerne einen Blick in meine damals fürs Abitur verfasste Jahresarbeit über diesen Film werfen (odt., 78 Seiten, knapp über 30.000 Wörter, Selbstdarstellung bis zum gehtnichtmehr und somit eine hoffentlich würdige Hommage an das grauenvolle Meisterwerk) - hier der Downloadlink (und ich freue mich selbstverständlich über jede Form der Rückmeldung ^____^):

http://www.file-upload.net/download-4052176/Antichrist.odt.html

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BigDi

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Ah, okay. ^^ Unter:

Dateigröße: 25792 Kbyte
Datum: 23.01.12
Downloads: 30

Ist ein klitzekleines Symbol namens "Download" (untendrunter müsste noch "Tipp: gratis Webspace!" stehen), da einfach draufklicken und die Datei entweder speichern oder dabei grad aufmachen mit OpenOffice. Das große Downloadsymbol ist zu ignorieren, das ist Werbezeugs. ;)


Nutella?!!

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Ist mir eigentlich alles klar.. klingt fast so als waere das mein erster Download.. na egal es passierte nichts, worauf hin ich's mit einem anderen Browser versuchte und schwubb.. trotzdem danke.


Sigmund

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Private Filmgeschichtchen, Folge 14:
Im April 2009 hatte ich die Ehre, mit einer kleinen Gruppe von Leuten im Rahmen des Filmfestivals Kopenhagen CPH:PIX eine Führung durch die Zentropa Studios vor den Toren der Stadt zu erleben. Produzent Peter Aalbek Jensen schleuste uns durch das Gelände, eine ehemalige Kaserne, die in recht gemütliche Tonstudios, Materiallager, Werkstätten etc umgebaut worden war. Dort stehen auch einige grotesk winzige 4qm Blockhüttchen für die Autoren, zur absoluten Ruhe beim Schreiben. Außerdem kann man, hinter Glas, eine original Teetasse bestaunen, aus der die dänische Regie-Legende Carl Theodor Dreyer getrunken haben soll. Und natürlich auch die Büros der zeitgenössischen Herren Vinterberg und von Trier.
Letzteren trafen wir kurz darauf in der Kantine, er sah im Gesicht besorgniserregend aufgeschwemmt aus, und mehr als ein kurzes Hallo gab die Situation leider nicht her.
Am Abend dann, saß ich bei einer Dinnerveranstaltung einer gewissen Meta Foldager gegenüber, die sich als die Produzentin von ANTICHRIST entpuppte. Sie war gerade mal Anfang/Mitte 30, hübsch und überhaupt nicht der Typ knallharte Produzententante. Eher superfreundlich, offen und dänisch tiefenentspannt.
Natürlich wollte ich ihr auch etwas über ihren Film entlocken, der erst kurz zuvor abgedreht worden war. Sie erzählte mit amüsanter Leichtigkeit, dass sie den Rohschnitt „wirklich heftig“ fände, aber natürlich auch „irgendwie großartig“, und dass Lars „nicht einfach“ sei, aber eben „ein echter Künstler“.
Auf die Frage nach seinem Gesundheitszustand berichtete sie, er befinde sich auf dem Wege der Besserung, und dass seine Depressionen für ihn immerhin auch den Vorteil hätten, „der perfekte Vorwand“ zu sein um sich vor „lästigen Gesprächen mit Finanziers zu drücken.“ Darauf kicherte sie mädchenhaft, und ich dachte mir nicht zum ersten Mal: Ich mag sie, diese Dänen.
Den Film fand ich ein paar Monate später im Kino dann nicht durchweg so gelungen wie erhofft. Waren es die hohen Erwartungen? Insbesondere gegen Ende wirkten auf mich einige Passagen zu aufgesetzt und mehr dem Effekt einer Hauruck-Dramatik als erzählerischem Tiefgang geschuldet. Dennoch, ANTICHRIST ist ein Urviech von einem Film, mit größter künstlerischer Eigenständigkeit und manch unvergesslichem Visual – ich liebe ja diesen sprechenden Fuchs... und das gruselige Reh wird man so schnell wohl auch nicht mehr los – sowie einem Titel, der so kraftvoll ist wie Donnerhall.

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Sigmund

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:D Dann wird es leider nichts mit unserem kleinen, manuellen Tête-à-tête - denn wenn ich's recht erinnere, war der Handgruß nur gewunken.
Aber wenn Du am 14.2. bei MP bist, können wir uns dort (wie's aussieht) auch ein kleines Hallo zuwinken.^^


Jenny von T

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Ein äußerst verlockendes Angebot. Der Umstand, dass Berlin am anderen Ende Deutschlands liegt, ist dabei nicht einmal das Hauptproblem, stünden zwei Tage später denn nicht Examensklausuren bei mir an.
*vorerst nur virtuell winken kann* :-(


Bartel aka Faniel Dranz

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Bewertung4.0Uninteressant

AB SOFORT WIRD DIE KIRCHENSTEUER WIEDER GERNE BEZAHLT:
Lars von Triers ANTICHRIST

ANALYSE:
Als treuer Christ war es für mich eine Pflicht, dieses moderne Märchen der Gegenwart anzuschauen.
Für MOI war es nicht nur ein einfacher Kinobesuch, sondern vielmehr eine Predigt von geradezu himmlischer Pompösität.
Dem Priester dieses Gebetes, ach was sag ich... dieses Hohelieds, Lars von Trier, gelingt es auf einfühlsame Art und Weise die Geschichte vom Förster aus dem Silberwald, auf direktem Wege in das 21. Jahrhundert hineinzupreisen!

Der heidnische Heimat-Plot ist schell erklärt:
Zu Beginn des Films ("JETZT GEHTS LOS! JETZT GEHTS LOS!") kommt es gleich zum ersten "Cliffhanger", (ACHTUNG: BROILER!) als der 3jährige Sohnemann (aka "Lausbub"), der in der Waschküche schnaxelnden Eltern, sich im Basejump bemüht und sofort eine volle Punktladung (wie sie einst nur Möllemann gelang) hinlegt!

DIE MULTPLE FILMSTÖRUNG vermutet: HÖCHSTWAHRSCHEINLICH ANFÄNGERGLÜCK!

Geschockt von diesem traumatischen Sportereignis beschließen die Eltern in den Wald zu fahren, um die neu gewonnene Freiheit vollkommen auszukosten bzw auszulotsen:
Jenseits vom Windeln wechseln, KITA-Pendeln und dem ewig gleichen
"Heia-Heia-Lieder Gesängen", finden sie "Back to Woods trough roots and evil moods"...
Die Einsamkeit des Garten Edens bringt Sie schnell auf Touren und sie üben sich in
Tiger Woods Königsdisziplin:
Forst-Golfen?
Falsch geraten! "Ein-LOCHEN" ist das STICHwort:
Es wird gefickt was das Zeug hält!
Egal ob im bzw. auf dem Gras (KRASS!) oder unter dem verwurzelten Geäst der schattig teutonisch anmutenden Bäumen (inklusive der Fremdbefingerung einer kompletten Wurzelsepp-Sippschaft):
Es flutscht wie Butter, es staunt der Luther!
Die Frau (realistisch hysterisch: Charlotte Gainsbourg) zeigt hier wer wirklich die Hosen an hat.
Dafür hat man ihr dann auch in Cannes Einen von der goldenen Palme gewedelt.
Geschickt täuscht Sie ihrem Mann (intensives, facettenreiches Spiel vom grünen Goblin Willem Dafoe) immer wieder traumatische Anfälle sowie diverse Orgasmen vor, nur um sich ein paar Sekunden später erneut vom Gatten begatten zu lassen.

ER, also Adam, Dr. Ficktherapeut schlechthin, hat natürlich den Braten schon längst gerochen, gibt sich aber leidig bemüht mitzuspielen um das PMS-bedröhnte (für alle Nicht-Bluter: PMS das Post Menstruale Syndrom) Frauchen, nicht vollends am Mühlrad drehen zu lassen!
Dies kennt man ja schon aus der blauen Lagune.
Also lässt man selbst, als aktiver Cineast, langsam
(trotz oder gerade wegen Madame Gainsbourgs fehlender Oberweite) seine Hand in die Hose gleiten, ohne sie aber vorher nicht ausgiebig mit Waldschrat-Schmiere einzufetten!
Plötzlich nimmt der Film aber eine ver- bzw. bezaubernde Wendung, als die drei Graddler
(für alle Nicht-Franken: the three hobos also echte Obdachlose!) und ohne größere Vorscheife ins gottlose Sex-Spiel "kommen"...
Hierbei handelt es sich um Fabelwesen, so unschuldig und rein, das jeder mordgeile Förster sofort die Flinte ins Korn schmeisen würde um sich zu ergeben.
Was (nennen wir sie) Bambi, Foxy & Scarecrow hier an vollkommen "natürlich" anmutenden Schauspielperformances abliefern haben selbst erfahrene Vielseher seit "THE GOOD, THE BAD & THE UGLY" nicht mehr gesehen.
Mit ihrer einzigartigen Leinwandpräsenz und den unvergesslichen Dialogen (bzw. des Monologs von Herrn Fuchs...) spielen sie das, sich bereits entfremdete Duo Dafoe/Gainsbourg mit autistischer NELLisch-neckischer Leichtigkeit, an die Wand oder besser gesagt an den Baumstamm!
Der Clou dabei:
Die drei Graddler wurden von Gott geschickt damit sie das, sich im Ekstaserausch befindende Pärchen, wieder auf den Waldboden "runterholen".
Endlich nimmt der Film an Fahrt auf.
Vergebens versuchen die tierischen Landstreicher dem bunten Treiben ein Ende zu bereiten,...doch sie haben leider nicht mit den ausge"fuchsten" Sexuqualpraktiken der beiden Rammler gerechnet!

Mit Schlägen auf den Penis und Massakermasturbation pimpern sich die beiden geradezu viagral-sakral in den Himmel der Lust, worauf der Film wieder eine (für mich unerklärliche) Wendung nimmt:
Van Trier scheut anscheinend keine Logiklöcher und macht dieser ganzen Schweinerei alsbald ein klotzhölzernes Ende:
Die Frau, nun wieder bei klaren Verstand, sieht ihren Lebensabschnittsgefährten nur noch als eine Art Klotz am Bein und setzt dies eindrucksvoll (und mit, für eine Frau erstaunlich kompetenter handwerklicher Begabung) sofort in die Tat um.

Der Mann, um sein "Samstag Abend Bundesliga gucken" Rituals betrogen. ergreift augenblicklich die Flucht.
Was folgt ist eine, im wahrsten Sinne des Wortes ge(be)schnittene Szene:
Eva will sich, als Ausdruck ihrer Emanzipation, ein klein wenig die Schaamhaare zurechtstutzen doch ungeschickt wie Frauen eben von Natur aus sind, gibt Sie ihren äusseren Innereien (Clits & Shamelips) den allerletzten Schliff! Igitt! Bei dieser Szene haben selbst die im Kinosaal anwesenden Gynäkologen die Hände vors Gesicht geschlagen!
Auch Bambi & CO. können für die Dame nichts mehr tun. Schnell wird Sie von der Waldfauna-Gang als Antichrist gebrandmarkt. So bleibt dem bibeltreuen Ehemann nichts anderes übrig als dem Ganzen Zenober ein Ende zu bereiten!

DIAGNOSE:
PUUUH,...geschafft!
Van Trier setzt hier mit bunten bewegenden Bildern einen der besten Fantasyhits der letzten zehn Jahre in Szene.
Er verzichtet dabei völlig auf frauenfeindliche Inhalte (bzw seinem Steckenpferd).
Geschickt gelingt ihm eine Grab-wanderung zwischen Romantik;- Natur- und Heimatfilm
ohne dabei den lebenswichtigen kunstpolitischen Kontext der Moderne in Frage zu stellen!
Schon heute ein Kult und Lehrfilm für alle angehenden Förster!
In diesem Sinne wünschen wir
LARS sei mit TRIER...

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Ichundso

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"Achtung: Broiler!" hätte das Zeug zu einem Internetphänomen.


Bartel aka Faniel Dranz

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Pssssst...aber niemanden verraten! ;)


filmfeldforscher

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Bewertung0.0Hassfilm

Das erste mal, daß ich drauf und dran war, einen Film vor dem Ende abzubrechen. Aus Interesse schau ich eigentlich immer durch, egal ob es ein super Film ist oder nicht. Kann mir jetzt durchaus vorstellen, daß Herr von Trier gewisse Sympathien für Nazi-Gedankengut hegen könnte. So oder so sollte er selbst mal die Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe in Erwägung ziehen. Meinungen sind aber wie immer verschieden.

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filmfeldforscher

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Es ist ein polarisierender Film. Melancholia soll weniger brutal sein, ich meine, ich würde mir dennoch durchaus einen weiteren von Trier-Film anschauen.


Jenny von T

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Das Problem ist nur: Polarisierend sind alle seiner Filme. ;-)


Vitaminpräparat

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Es ist ein Beziehungsdrama zumindest vordergründig, wie auch der Titel verrät gibt es hier einnige religiöse Bezüge. Der Film überzeugt mit starken Bildern, vorallem der Prolog ist sehr eindrucksvoll. Ansonsten ist der Film sehr intensiv (zumal es nur 2 Darsteller gibt) aber auch verstörend und düster.

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Ichundso

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ich weiß nicht, warum. Ich habe absolut keine Ahnung, warum ich Antichrist mag. Mir ist vollkommen schleierhaft, warum ich an den haarsträubend bescheuerten Gewaltszenen nichts auszusetzen hatte. Warum ich bei der Fuchsszene zusammengezuckt bin, anstatt laut loszulachen. Warum ich nicht einmal während des gesamten Films gerufen habe: "Komm schon, jetzt ist aber gut!" Ich weiß es einfach nicht. Antichrist läuft als Film gegen jede Vernunft. Jede analytische Auseinandersetzung damit scheint mir zum Scheitern verurteilt. Aber irgendwas ist da. Irgendwas, das mich immer noch fasziniert. Und ich habe keine Ahnung, was das sein könnte.

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Jenny von T

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Ein herrlich ehrlich-erfrischender Ansatz. :-D


11MATZE99

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Bewertung0.0Hassfilm

Auf jeden fall der schlechteste Film den ich kenne!Männer wollt ihr mal Urlaub im Wald machen LASST EURE FRAUEN ZU HAUSE!!!

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11MATZE99

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das versöhnt mich etwas mit dem grausamen schicksal lvt hier übelst in die falle getappt zu sein.war dann nicht ganz umsonst^^


Hanno Jones

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ok :D
jetzt hab ich ihn gesehen :D
und der kommentar wirkt umso zynischer, sarkastischer und besser :D


terraNova

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vorgemerkt

Nur eine 7er Vohersage, allerdings lasse ich mich davon nicht leiten, denn wie ich nun weiß ist Lars von Trier sehr umstritten. Mir persönlich gefällt die Art von Melancholia und dieser Film soll ja auch nicht weit vom Stamm gefallen sein, oder andersherum? Wie auch immer.. Ich freu mich auf's kommende Wochenende. :)

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tobiasschoeler

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

*Diese Kritik kann Spoiler enthalten*
Antichrist fordert seine Zuschauer in vielerlei Hinsicht. Er folgt einem Paar bei Trauer über den Verlust ihres Kindes. Doch bekommt er nie die Möglichkeit wirklich mitzuleiden, denn relativ früh im Film wirken beide recht unsympathisch. Am ehesten kann man noch mit der trauernden Mutter mitfühlen. So nimmt der Zuschauer die Rolle eines Voyeurs ein, der sich am Elend anderer ergötzt. Die Kameramontage mit ihren verwackelten Bildern verstärkt diesen Eindruck noch.
Der Mann ist von Beginn ein arroganter Schnösel der alles besser weiss. Entgegen dem ärztlichen Rat und dem eigenen Wissen, dass es nicht ratsam ist eigene Familienmitglieder zu therapieren, entschliesst er sich seine Frau früh aus dem Krankenhaus mitzunehmen. Er legt Regeln fest ("Ficke nie deinen Therapeuten!"), nur um sie dann zu brechen. Die "Behandlung" seiner Frau ist erbarmungslos und mehr als einmal führt er sie weit über ihre Grenzen hinaus. In keiner Szene sieht man seinen Schmerz über den Verlust des Kindes. Dies macht ihn für den Zuschauer noch unzugänglicher.
Auch die Bildersprache des Films fordert dem Zuschauer einiges ab. Ein Reh mit einer Totgeburt, ein Vogelbaby fällt aus dem Nest und wird sterbend von einem anderem Vogel (vielleicht der Mutter) gefressen und ein Fuchs der sich selbst auffrisst. All das filmt von Trier mit einer brutalen Schönheit. So schön die Bilder auch wirken, so hässlich und grausam ist ihr Inhalt.
Dies gilt besonders, wenn der Kampf zwischen den beiden Geschlechtern beginnt. Bei der Darstellung von Gewalt gilt eine Ausblendung als starkes Stilmittel, denn die Fantasie des Zuschauers ist brutaler als alles was man auf der Leinwand zeigen kann. Ich weiss nicht wer diese Weisheit geprägt hat, aber er kannte Lars von Trier nicht. Hier sehnt sich der Zuschauer nach einer Ausblendung, denn die schonunglosen Bilder erzeugen fast körperlichen Schmerz.
Antichrist bietet viel Raum für Interpretationen und es ist am Zuschauer das Gesehene für sich selbst in einen Zusammenhang zu bringen. Auch hier wird der Zuschauer gefordert, denn von Trier nimmt ihn nicht bei dir Hand und erklärt ihm wie was gemeint ist.
Diese Faktoren und noch so viel mehr machen "Antichrist" zu einer Erfahrung. Niemand wird je behaupten das es eine schöne ist, aber es ist eine Erfahrung.

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Olilotron

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

dieses kammerspielerische neo-horror-psycho-ehedrama bietet tolle bilder, brilliantes schauspiel und zwei schöne musikstücke. sonst gibts nur geräusche. überhaupt ist das alles künstlerisch ziemlich wertvoll... glaub ich... *würg*

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Mr. K R I T I K

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Bewertung0.5Schmerzhaft

Nun, nach "Melancholia" habe ich mir sofort "Antichrist" angesehen, nur der Neugier halber. Und es ist eigentlich im Grunde nur das selbe zu sagen -wenn nicht noch schlimmer;

Ausgezeichnet, herausragend, Lieblingsfilm, nominiert für usw...
Nun ich denke man kann sich auch selbst manipulieren und natürlich auch von der Gesellschaft manipuliert werden, oder aber man kann auch einfach nur ein Klugscheißer sein; wie zum Beispiel: Viele Menschen machen sich das Klischee zu Nutze dass eine Verfilmung nie an den Roman rankommt. Diese Menschen sehen sich dann eine Verfilmung an (ohne das Buch wirklich gelesen zu haben) und verlauten dann mit hämischem Gesichtsausdruck: "Ja, aber das Buch war besser..."
Nun, es ist wirklich wahr, die meisten Romanverfilmungen sind weit entfernt von der Genialität und Intensität der Vorlage, jedoch nicht immer und ich lese das Buch wirklich vorher; was eigentlich nichts sein sollte womit man prahlen könnte...
Dieses Beispiel hat natürlich nichts mit diesem hier zu kommentierenden Film zu tun, doch es ist für meine Erklärung sehr wichtig: Denn genau so läuft es auch in Bezug dieses Werk`s hier ab. Man weiß eigentlich gar nicht was man sich hier ansieht; "Doch das muss wohl irgendwie Kunst sein..." (Klugscheißer eben)

Diese schlecht mit eingebrachten "surrealen" Zeitlupensequenzen gehen in Anbetracht des gesamten Werkes leider völlig an mir vorbei.
Und was ich nun wage zu sagen ist wahrscheinlich die schlimmste Behauptung die man vorbringen kann; Uwe Boll und Lars von Trier haben überhaupt nichts miteinander gemein und kommen aus völlig unterschiedlichen Sparten, jedoch sind sie wahrscheinlich ein-und die selbe Person, nur mit dem Unterschied, dass unser Herr Doktor Boll einfach nur seinen Beruf verfehlt hat, sein schlechtes Können ist schon beinahe belustigend und nicht ernst zu nehmen, das macht den Herrn schon beinahe wieder sympathisch, doch unser Herr von Trier ist da schon etwas hartnäckiger; Er möchte ein Künstler sein. Doch wie es aussieht ist spätestens seit "Antichrist" klar, dass der Mann ernste Probleme zu haben scheint.

Wie es aussieht könnte man einfach einen Uwe Boll-Film hernehmen, einige solcher bildgewaltigen Sequenzen kunstvoll einfließen lassen und schwupp-di-wupp schon haben wir ein herausragendes Stück Filmkunst das wahrscheinlich in mehreren Kategorien nominiert wird bei sämtlichen Festivals (Oscar, Filmfestspiele Venedig, Berlinale, Cannes Filmfestival,...)
Was soll denn das??

Zugegeben, an schauspielerischen Fähigkeiten mangelt es hier nicht, doch das gesamte Werk zieht sogar die Schauspieler mit in den Abgrund. Zum Beispiel der Charakter der labilen, armen Frau, (wie es schon jemand vor mir hier kommentiert hat) diese entpuppt sich im Verlauf der Handlung
#SPOILER#
als gewalttätige Tyrannin, die ihr eigenes Kind misshandelt hat und sich letztlich physisch gegen die Autorität des Ehemannes zur Wehr setzt. Allerdings ist anzumerken, dass die Beweggründe für das zerstörerische Verhalten der Frau weitestgehend unbekannt bleiben. Ja Herr von Trier, ein ausgesprochen realistischer Charakterverlauf... Wahrscheinlich kennt er ihre Motive selbst nicht mal. Vielleicht erfährt er so einen Verlauf ständig bei sich selbst und empfindet dies als normal und nachvollziehbar. "Ach geht`s mir gut." -eine Minute später- "Rrrrrrr arr ich bin böse!!"
#SPOILER ENDE#
Kurz gesagt: Langatmig, SINNLOS, verstörend, abstoßend und absolut unwichtig. So beschreibe ich diesen Film. Nun ich möchte mir nichts anmaßen, doch ich denke ich erkenne Kunst wenn ich sie erblicke, doch hier in diesem Film ist nichts davon zu erkennen, (wie gesagt, man kann sich auch selbst verarschen) es sei denn man betrachtet Lars` surreale Bilder unabhängig vom Film. Jedoch wäre das nicht richtig, da eigentlich doch der ganze Film kommentiert werden sollte, und wenn man das macht kommt nichts dabei raus.

Es könnte meinerseits noch ewig so weiter gehen, doch ich habe keine Lust mehr und vergeude eh schon zu viel eurer Zeit.

Also, wer meine Meinung teilt, der versteht mich eben und für alle Anderen:
Spuckt weiter auf irgendwelche Glasscheiben und beurteilt die kunstvolle Eleganz mit der diese Körperflüssigkeit so langsam über das Glas hinab gleitet "und sehet die prachtvolle Transparenz dieser hinab gleitenden Brühe. Woran dachte der Künstler in diesem schöpferischen Moment wohl gerade?“ ...

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Jenny von T

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Wenn wir auf 7 kommen, schmeiß' ich 'ne Runde...


Jeff Lebowski

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Quinte-Ouch.


Trimalchio

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Gleichzeitig so abstoßend und dann doch wieder so wunderschön. Trier schafft es hier wie in Melancholia - andere Werke von ihm habe ich noch nicht gesehen - Szenen aufzunehmen, die einen mit heruntergelassener Kinnlade macht -und regungslos dasitzen lassen. Eine Kunst, die leider allzu wenige Filmemacher verstehen und allein schon deswegen sollte man Antichrist gesehen haben.

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filmfan90

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Bewertung4.0Uninteressant

In „Antichrist“ porträtiert Lars von Trier ein Paar, dessen Trauerarbeit um das verstorbene gemeinsame Kind in einem beispiellosen Prozess der psychischen und physischen (Selbst-) Zerstörung mündet.
Nach dem plötzlichen Tod des Sohnes Nic, begibt sich ein Ehepaar aus Seattle in einen verlassenen Wald, um gemeinsam den traumatischen Verlust des Kindes zu verarbeiten. Besonders sie (Charlotte Gainsbourg) fühlt sich für das tragische Unglück verantwortlich und leidet unter ständigen Panikattacken. Ihr Gatte (Willem Dafoe) erhofft sich, seine Frau in der (gott-) verlassenen Natur therapieren und von ihren Selbstzweifeln befreien zu können. Doch in der Waldhütte „Eden“, in die sich die beiden zurückgezogen haben, kommt es schließlich zu einem grausamen Exzess…
Die skandalumwobene, bislang vorletzte Regiearbeit Lars von Triers ist in vier Kapitel – „Trauer“, „Schmerz“, „Verzweiflung“ und „Die Drei Bettler“ – unterteilt. Diese Einteilung des Films ist jedoch inkonsequent, da sich jene vier Mottos genau genommen wie ein roter Faden durch den Handlungsfortgang ziehen.
„Antichrist“ beginnt als ein Ehedrama, das auf Grund der Personenkonstellation – ein Mann therapiert seine Frau – und der entsprechenden Inszenierung – durch die reduzierte Schärfentiefe sind die Gesichter der Protagonisten vor einem nahezu verschwommenen, oftmals undefinierbaren Hintergrund zu sehen – einer eher weniger gelungenen Imitation der Themen, des Stils und der Bildsprache Ingmar Bergmans gleicht.
Sobald sich das Paar schließlich in der Hütte „Eden“ und dem umgebenden Wald aufhält, rückt die visuelle Umsetzung von „Antichrist“ in Plagiatsnähe zu den kraftvollen, surrealistischen Naturaufnahmen in den Werken Andrei Tarkowskis, dem der Film gar gewidmet ist. Unverhohlen bemüht sich von Trier, die visuelle Intensität der Klassiker des sowjetischen Regisseurs wie beispielsweise „Der Spiegel“ oder „Nostalghia“ nachzuahmen.
Neben der anfechtbaren Inszenierung ist im Hinblick auf den Inhalt von „Antichrist“ zu bemängeln, dass der Film ein fragwürdiges Frauenbild vertritt; dominiert zu Anfang der Mann in seiner Rolle als Therapeut seine labile Frau, so entpuppt sich diese im Verlauf der Handlung als gewalttätige Tyrannin, die ihr eigenes Kind misshandelt hat und sich letztlich physisch gegen die Autorität des Ehemannes zur Wehr setzt. Allerdings ist anzumerken, dass die Beweggründe für das zerstörerische Verhalten der Frau weitestgehend unbekannt bleiben.
Die Verdienste der beiden Hauptdarsteller sind hoch zu loben; Gainsbourg und Dafoe schrecken nicht vor einer zuweilen unvorteilhaften Darstellung ihrer Körperlichkeit, die in „Antichrist“ Nacktheit bedeutet, zurück. Lediglich in der Anfangssequenz des Films wird die Intimität zwischen den Protagonisten als ein schöner, erhabener Akt dargestellt, doch erscheint dies ambivalent in Anbetracht des gleichzeitig stattfindenden Kindstodes…
Jene Eröffnungssequenz, die mit einer auf die meisten zeitgenössischen Kinogänger wohl befremdlich wirkenden Arie Händels unterlegt ist, ist fraglos der beachtenswerteste Moment des Films, da es von Trier gelingt, völlig gegenläufige Emotionen – Erhebung und Entsetzen – im Zuschauer zu evozieren.
Doch im Folgenden versucht der Regisseur durch die halbseidene Mystik – ein sprechender Fuchs verkündet dem Protagonisten: „Chaos regiert!“ – und aufdringliche Metaphorik – zu sehen ist beispielsweise eine Krähe, die ihr eigenes Küken frisst -, die dem Film zu Grunde liegen, Verwirrung im Publikum zu stiften und den Zuschauer mit der Frage nach einem verborgenen Sinn hinter dem Gezeigten zu belasten. Da ihm dies allerdings nicht mit der Meisterschaft etwa eines David Lynch gelingt, streut der Däne eine Handvoll ekelerregender Gewaltszenen, die dem Film wegen ihrer Grausamkeit unter „Gorehounds“ einen regelrechten Kultstatus beschert haben, in sein Werk ein, um das Publikum zu verstören und somit die Substanz- und Belanglosigkeit von „Antichrist“ zu kaschieren.
Das Ergebnis dieser Arbeitsweise ist denkbar misslungen; von Triers vorletzter Film ist ein prätentiöses, unreifes Machwerk, das alleine auf Grund seines hervorragenden Hauptdarsteller- Duos und der durchaus gelungenen Eröffnungssequenz Daseinsberechtigung genießt.

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phoenix409

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Auf den Punkt.


filmfan90

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Danke. :)


DerDude_

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Bewertung9.0Herausragend

LARS VON TRIER

ANTICHRIS♀

Kann Spoiler beinhalten

Prologue
"What do you think is supposed to happen in the woods?"

Kapitel 1 - Impressionen
So.Gestern. "Antichrist" -vierte Sichtung. Und dennoch bin ich weit davon entfernt irgendetwas zu begreifen. In von Triers Werk wechseln sich Bilder mit bombastischer Visualität und Schönheit mit Bildern voll explezitem Sex und unansehbarer Gewalt ab und verschwimmen teilweise ineinander.
Das beste Beispiel ist die Eröffnungssequenz : Während sich Mann und Frau ihrer Leidenschaft hingeben ,stürzt das gemeinsame Kind in den Tod. So traurig und grausam diese Sequenz auch ist ,so unendlich schön ist sie doch gefilmt : Von Trier benutzt extreme Zeitlupe , filmt in ästhethischem Schwarz/Weiß und unterlegt das ganze mit einem wunderschönem Opern Score (welcher auch die einzige Musik im ganzen Film darstellt). Eine wunderschöne Sequenz , mit grausamen Inhalt.

Kapitel 2 - Stilmittel
Aber auch später hört Von Trier nicht auf : Die Traumsequenzen sind von ästhethischer Ruhe geprägt. In seinen besten Sequenzen errinert "Antichrist" an die Werke des sowjetischen Regisseurs Andrei Tarkovsky (welchem der Film auch gewidmet ist). Szenen ,die in der Wohnung des Paares spielen sind dunkel gefilmt. In der Waldhütte jedoch werden sie dann klarer. In Szenen , in welchen sich das Paar unterhält , arbeitet Von Trier nicht mit üblichen Gegenschüssen ,sonder lässt die Kamera immer zwischen Mann und Frau hin und her schwenken. In einigen Sequenzen kommt es vor, das sich das Bild gewollt verzerrt und verschwimmt.

Kapitel 3 - Interpretationen
Was genau der Sinn hinter von Triers Werk ist , ist dem Zuschauer mehr oder weniger selbst überlassen. So halte ich es für wenig plausibel , das sich hinter Von Triers Werk ,das Werk eines Frauenhassers versteckt ,der die Frau als Antichrist sieht. Jedoch schließe ich es nicht aus. Schließlich ist auf dem Cover Schriftzug das weibliche Symbol zu sehen. Viel mehr glaube ich ,das es sich bei dem Antichrist um die Angst im Menschen handelt, welcher dafür sorgte ,das sich Mann und Frau im Finale des Filmes gegenseitig zerfleischen. Auch interessant ist es ,das Von Trier seinen zwei Hauptfiguren keine Namen gibt. So könnten sie als Methapher gesehen werde. Der Mann für die Psychologie und die Frau für die Gefühle.

Kapitel 4 - Fazit
Letztendlich sollte man die Interpretationsansätze auch mal bei Seite legen und sich auf den Film konzentrieren. Denn bei "Antichrist" handelt es sich und das vielleicht beklemmenste und verstörendste Horror-Drama der letzten Jahre. Dazu liefern Charlotte Gainsbourg und Willem Dafoe eine gewagte ,aber höchst überzeugende Leistung ab.
Handwerklich ist "Antichrist" eigentlich perfekt. Und doch liegt es am Zuschauer selbst , was er von dem Gesehenem halten soll. Ich kann da nicht viel weiterhelfen. Eben ein polarisierendes Werk. Aber das hat Kunst eben so an sich.

Epilogue
"Nature is Satan's church"

Und noch was : Ich empfehle die englische Tonspur. Es sei dem ihr wollt "Chaos Reigns" von Optimus Prime hören.

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Filmfanatiker

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Bewertung0.0Hassfilm

Kunstfilm hin oder her...ich konnte mit dem Kram, trotz 2. Versuch den Film mir anzutun, nichts anfangen. Kunstvolle Bilder machen noch keinen Film. Zudem war die schwülstig anmutende Atmosphäre und ebenso die Dialoge mir zu zäh.

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greenlight

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Bewertung3.0Schwach

bei antichrist dreht sich beinahe alles um die mystische zelebrierung der frau: "a crying woman is a scheming woman" oder "freud is dead, right?"

ich bin hin- und hergerissen, bleibe deshalb auf subjektiver ebene und begebe mich auf einen exkurs über das thema des films.
die handlung hat mich nicht positiv überraschen können. ja, wiederum haben wir eine von-triersche frau, die sich mit aller gewalt an andere klammert, sich selbst zerstümmelt, und schliesslich erst im tod ihre ruhe findet. daher habe ich mich auch lange gegen den film gesträubt. jedoch überraschten mich gewisse andeutungen, die über die handlung hinausgehen und einen kulturellen kontext miteinbeziehen, den ich sehr interessant finde.

daher versuche ich es mal (nur) aus folgender perspektive: die frau promoviert über gynozid. dieser punkt, gekoppelt mit eindeutig plazierten hinweisen auf das sternenbild und natürliche zyklen, natur materie mutter, also mit anderen worten auf das kulturelle bild, das die natur und ihre mysteriöse kraft in den körper der frau einschreibt, setzt den film in einen kulturellen kontext. das thema des gynozid erschien mir durchaus wichtig, da es die ganze handlung zusammenhält, obwohl von trier für den vergleich zu wenig energie investiert und das thema neben zahlreichen anderen verweisen, die oft nur angeschnitten werden, unterzugehen droht (z.b. der kontext der fabel, oder ästhetische verweise auf andere filmemacher). diese ansätze bildeten für mich die eigentliche überraschung. mein problem liegt allerdings im umgang des films mit dem gynozid-thema, nämlich dass der film den impliziten glauben aufbaut, der grund für die 'historische' tötung der frau könne in ihr selbst enthalten sein. ja, das wäre äusserst einfältig... eine sture bekräftigung ebendieses mythos. so scheint sich der frauenmord am beispiel des paars lediglich zu wiederholen: der mann will die psyche der frau analysieren, sie mit seinem verstand heilen und macht sie so erst recht krank, indem er sie zuerst von ihrer umgebung, dann von sich selbst abgrenzt. diese abgrenzung betrifft auch das thema, mit dem sich die frau beschäftigt. sie fühlt sich von ihrem mann nicht ernst genommen.
die frau versucht in der vorgeschichte des film herauszufinden, was hinter den öffentlichen verurteilungen und ermordungen von frauen durch die gesellschaft steckt. machte die gesellschaft sie zu schuldigen oder trugen sie selbst zu ihrer ausgrenzung und vernichtung bei? waren sie von natur aus böse, oder war dieses böse kulturell vorbestimmt? diese frage scheint die weibliche figur im innersten zu beschäftigen, hemmt sie in ihrer arbeit und sie glaubt immer mehr daran, hat angst davor, dass dieses böse, abartige eine natürliche veranlagung des weiblichen ist (und hier hört es für mich auf, da der film doch irgendwie auf so eine, wenn auch vage, antwort abzielt). im epilog wird diese these nochmals abgerundet, als eine masse von frauen den waldigen hügel hochkrabbelt und visuell mit den im winde zitternden gräsern und bäumen zu verschmelzen scheint. für den mann (und für von trier) ist das andere also wieder bild geworden... die natur (und frau) an ihrem platz, es war alles nur ein böser traum.

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Joeyjoejoe17

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Bewertung9.0Herausragend

Sieht wohl so aus, dass ich zu einem LvT-Fan werde...

Dies war nach "Melancholia" mein zweiter Film von ihm, und er hat mich beginnend beim überaus grandiosen Prolog, der mir den Atem geraubt hat, über die super gespielten und unglaublich bedrückend atmosphärischen Kapitel, bei denen mein Herz am Ende des zweiten Kapitels, (SPOILER) als der Fuchs sein "Chaos reigns" aussprach (/SPOILER), kurz still zu stehen schien, bis hin zum super Epilog, der Freiraum in der Interpretation lässt und ein überaus schönes, faszinierendes und zugleich verstörendes Bild abgibt, gebannt und gefesselt vor meinem Bildschirm förmlich kleben lassen.

Ich kann durchaus verstehen, warum einige diesen Film als Nonsens abtun, schließlich ist er mit Symbolik und Kryptik vollgestopft und fordert eine mehrmalige Sichtung ein, um zu einer korrekten Interpretation zu kommen. Dem ein oder anderen stößt das sicherlich sauer auf. Aber ich für meinen Teil freue mich schon sehr, auf ein neues von der grandiosen Atmosphäre und den sensationellen Bildern erdrückt und fasziniert zu werden.

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Kana

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Bewertung6.0Ganz gut

"So, funny thing about Willem Dafoe. His name sounds like it's being spoken by a frog, then a parrot."
Vielen Dank, Marshall Eriksen!

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