Antichrist

Antichrist (2009), DE/DK/FR/IT/PL/SE Laufzeit 108 Minuten, FSK 18, Drama, Horrorfilm, Thriller, Kinostart 10.09.2009

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6.7
Kritiker
48 Bewertungen
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6.5
Community
4553 Bewertungen
256 Kommentare
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von Lars von Trier, mit Willem Dafoe und Charlotte Gainsbourg

Charlotte Gainsbourg und Willem Dafoe ziehen sich als trauerndes Paar in dem Skandalfilm Antichrist in die Einsamkeit des Waldes zurück. Dort hoffen sie, ihre gebrochenen Herzen heilen und ihre kriselnde Ehe retten zu können. Doch das Unterfangen steht unter einem schlechten Stern.

Während ein Ehepaar aus Seattle leidenschaftlich dem gemeinsamen Sex nachgeht, klettert ihr unbeaufsichtigtes junges Kind zum geöffneten Fenster und stürzt aus der Hochhauswohnung zu Tode. In der Folge reißt der Unfalltod des Sohnes die Mutter (Charlotte Gainsbourg) in tiefe Trauer und Selbstvorwürfe. Ihr scheinbar vom Tod des Sohnes unberührter Mann ( Willem Dafoe), ein Psychologe, beginnt daraufhin seine Frau selbst zu therapieren. Als tiefste Angst benennt sie ihm, ‘im Wald zu sein’. Daraufhin fahren beide in eine Waldhütte mit dem Namen ‘Eden’, in dem das Paar mit dem Kind den letzten Sommer verbracht hat.

In der abgelegenen Hütte, wo es keinen Handy-, Fernseh- oder Radioempfang gibt, gelingt es nicht, das Trauma der Frau zu lösen. Stattdessen eskaliert die Situation. Die therapeutischen Sitzungen in der wilden und bedrohlich wirkenden Natur lassen die Frau in den Wahnsinn abdriften und kulminieren in einen Exzess aus Sex und Gewalt. Im Vorjahr arbeitete sie noch an ihrer unfertigen Doktorarbeit zum Thema mittelalterliche Hexenverfolgung und der Ansatz des Teuflischen im Weibe verfolgt sie nun bis in ihr innerstes Selbstverständnis.

Hintergrund & Infos zu Antichrist
Der psychologische Thriller des dänischen Regisseurs Lars von Trier, mit Willem Dafoe und Charlotte Gainsbourg in den Hauptrollen, wurde an 40 Drehtagen komplett in Nordrhein-Westfalen gedreht. Die den Film beherrschende Frage ‘Was, wenn nicht Gott, sondern der Teufel die Erde erschaffen hat?’ hat von Trier mit Sicherheit wenig Freunde in den verschiedenen Religionsgemeinschaften eingebracht.
Das konnte dem Regisseur allerdings herzlich egal sein, gewann Antichrist in der Folge seiner Veröffentlichung eine Vielzahl von Preisen. Während er zumindest mit einer Nominierung für die Goldene Palme in Cannes bedacht wurde, konnte Charlotte Gainsbourg bei dem renommierten Festival den Preis für die Beste Darstellerin für sich in Anspruch nehmen.

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Cast & Crew


Kritiken (19) — Film: Antichrist

Medienjournal: Medienjournal-Blog.de

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9.0Herausragend

[...] Antichrist ist weniger Film denn Erfahrung und Trier räumte selbst ein, dass er selbst dieses visualisierte Statement zur Frauenrolle nicht befürworte, aber darum geht es in diesem Film eigentlich überhaupt nicht, auch wenn einige religiöse Eiferer das – durchaus verständlicherweise – anders sehen. Die Geschichte, die von Trier hier erzählt, ist so simpel wie eindrücklich und strotzt nur so vor Symbolismus. Sie ist dabei derart beklemmend und düster, dass sie in ihrer wirklich kompromisslosen Art nur schwer zu ertragen ist und es einem ein gehöriges Maß an Selbstüberwindung kostet, nicht irgendwann wegzuschalten. [...]

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Flibbo: Wie ist der Film?

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5.5Geht so

[...] Von Trier schickt Frau und Mann zurück in die Natur, gegen die sie verlieren und in der sie sich verlieren und spielt dabei mit Märchenelementen sowie dem ihm immer wieder angekreideten Frauenhass. Dabei konfrontiert der Filmmacher zum einen sich selbst auf therapeutische Art mit seinen Ängsten, zum anderen sein Publikum mit der archaischen Gewalt, die der Mensch (im Geschlechterkampf) in sich trägt. Nur setzt sich das Puzzle um den trotz Venussymbol im Titel zu keiner Zeit direkt benannten Antichristen nie ganz zusammen, so sehr man es auch drehen und wenden will, und das weiß der geniale Mistkerl von Trier auch. [...]

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SiameseMax: SiameseMovies

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5.0Geht so

Diese Kritik enthält Spoiler!
Man kann es drehen und wenden, aufdröseln, in Einzelteile zerlegen, zu etwas Neuem zusammenfügen und lose Enden versuchen zu verbinden, indem man interpretiert, demontiert, analysiert und philosophiert, aber Lars von Triers „Antichrist“ ist und bleibt ein zwiespältiger Film. Ein Film jedoch, der sich gerade durch seine Zwiespältigkeit wie ein lästiger Parasit im Gedächtnis festbeisst und einen lange nachhaltig beschäftigt, einer, den man, um einen guten Freund zu zitieren, „gerne in der Dusche von sich abwaschen würde“. Ohne Erfolg. Ob sich diese Nachhaltigkeit nun positiv oder negativ auf die letztendliche Bewertung dieses zweifelhaften filmischen Erlebnisses auswirkt, schlägt sich exemplarisch in diesem Rezensionsversuch nieder: Man weiß es nicht genau. Der Verdacht drängt sich auf, dass genannte Zwiespältigkeit eher als Unausgegorenheit oder gar Mittelmäßigkeit treffender beschrieben werden könnte, was eine Gleichgültigkeit zu Folge hätte, die „Antichrist“ im Endeffekt wesentlich schlechter zu Gesicht stünde, als ein der Publicity förderlicher Total-Verriss, der diesem filmischen Kahlschlag mit dem Provokations-Zaunpfahl gebührend nachkäme: „Antichrist“ schmeckt, als schrie er danach. [...]

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Hitmanski: It's just a film, Reihe Sie...

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8.0Ausgezeichnet

"Chaos reigns" -

Lars von Trier lässt die Grundkonzeption seines letzten Filmes, ja vielleicht sogar seines gesamten Œuvres, durch einen Fuchs verlautbaren.
Dies ist insofern interessant, als dass sich der Film - obwohl auch "Antichrist" eine mehrmalige Sichtung evoziert - letztendlich bewusst um jede Verantwortung herumdrückt, und ein harter Nackenschlag für all die Überinterpretationen der Feuilletons und Kritikerscharen sein dürfte, die den zwielichtigen Dänen so in ihr Herz geschlossen haben.

Es ist vielleicht der gnadenlose Egoismus und die damit einhergehende Arroganz, die die guten Regisseure von den Ausnahmetalenten unterscheidet: In vielerlei Hinsicht ist "Antichrist" nun das, was "Inland Empire" für David Lynch war - eine übersteuertes Spielen mit den eigenen Fetischen, ohne Rücksicht auf Verluste und bis zur Schmerzgrenze ihrer Anhänger.
"Antichrist" ist das Destilat von all den Dingen, die man an…


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Hitmanski

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"was Arroganz angeht, da begebe ich mich gerne auf seinen Level"

Ich auch, und da dürften dann die Probleme beginnen^^


BigDi

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Genau das wäre doch eine interessante Auseinandersetzung! Gut, am Ende hassen sich alle gegenseitig, aber irgendwie war's doch genial. ^^


Elisabeth Maurer

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9.0Herausragend

...Die Frau sieht in der Welt um sie herum nicht mehr einen immerwährenden Kreislauf aus Geborenwerden, Sterben, Wiederkehr, sondern eine Vorherrschaft des Todes. Der Film unterstreicht dies durch die Abwesenheit von einer klar definierbaren Jahreszeit, die Eicheln fallen anscheinend ständig von den Bäumen. Die Frau sieht die Eicheln als Beweis des Bösen in der Natur, da nur aus den wenigsten wieder Eichen entstehen werden. Mutter Natur tötet also die meisten ihrer Kinder. Damit zerbricht bei der Frau die Vorstellung von Mutterliebe und Güte der Frauen, auch bei ihr selbst. Wird Weiblichkeit und somit auch Sex eigentlich mit Leben in Verbindung gebracht, wird er umgedeutet in einen Akt des Todes. So stirbt der Sohn zu Beginn ja auch während das Ehepaar miteinander schläft. ...

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Evie: www.inderzange.de

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9.5Herausragend

Der Film beginnt mit einem grandiosen Prolog, ohne ein Wort wird hier in extrem tollen Zeitlupenbildern, ein einfach nur schauderhaftes Ereignis gezeigt. Nach diesem Prolog beginnt das 1. Kapitel: Trauer. Der Film startet damit, das “Er” (Wiliam Dafoe – “Daybreakers”) und “Sie” (Charlotte Gainsbourg – “I’m not There”) in ihr altes völlig im Wald gelegene Ferienhäusen gehen um die Geschehenisse zu verarbeiten. Denn er kann es nicht ertragen, seine Frau so lange im Krankenhaus zu sehen, völlig niedergeschlagen durch ihren Nervenzusammenbruch. Das Absurde daran ist nur, das von Trier das Verlassen worden sein Gefühl von Ihr, im später wieder trauten Heim, mit wildem Sex darstellt ohne viele Worte weiter zu verlieren. Er lässt die Zuschauer einfach mit der Trauer und dem wilden Spiel allein. Die sexuelle Darstellung in dem Film ist sehr pregnant. Was auch zur Folge hatte, das für die Schauspieler professionelle Pornodarsteller engagiert wurden, was im Velaufe des Filmes auch dringend notwenig war.

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bascopeach

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hi hi


RedSpy

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Vielleicht sollte man [sic!] den Film besser in einem Stück sehen, also nicht andauernd vor- und zurückspuhlen ... ;-)


Mr.Vengeance: Lost In Imagination

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5.5Geht so

Die Regel der Frau ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Oder so. Dachte ja ab einem gewissen Punkt das Charlotte Roche das Drehbuch beigesteuert hätte. Teilweise unerträglich mit anzusehen in welche grandiosen Bilder Herr von Trier diesen unsäglichen Mist verpackt. Also was er da erzählt - oder zu erzählen versucht - wirkt auf mich wie klingonisch. Ich kann mich einfach nur von dieser inszenatorischen Raffinesse verwöhnen lassen und den Rest bei Seite schieben. Den Antichristen sucht man im Film vergebens. Man findet ihn jedoch hinter der Kamera. In den letzten Minuten hat der Film dann selbst die Hoffnung aufgegeben, einen der angefangenen Stränge oder Querverweise weiterzuspinnen.

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J. Buttgereit: epd-Film, TIP Berlin, ray, ...

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8.5Ausgezeichnet

Aaaauuuaaaahh!

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J. Buttgereit

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Ich glaube ich bin ein ganz kleines bisschen Stolz, dass Herr Von Trier sich vielleicht sogar von Robert Schmadkes Schandtaten hat beeinflussen lassen.


_Milena_

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Den Eindruck hatte ich auch!


Kubrick_obscura: CinemaForever

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7.0Sehenswert

--- Prolog:
Natürlich schwirrten mir etliche Fragen im Hirn herum, doch eine stand über allen. "War der Skandal um Antichrist nun gerechtfertigt?"
Nein! Es ist sogar überaus enttäuschend wie sich das Feuilleton hier aufgespielt hat, als hätte es was zu sagen. Ich bezweifle auch, dass Lars von Trier das geplant hat. Er wusste zwar, was er dem Publikum da zumutet, aber einen Skandal braucht der Film nicht.
Denkt man allein an die anderen Cannes-Skandale der letzten Jahre, wie "Trouble Every Day" oder "Irreversible", dann stinkt Antichrist doch gehörig ab, jedenfalls als Skandalfilm,
"Die Idioten" war ein viel besserer Skandal. Schon da wurde sexuelle Penetration en detail gezeigt, das schlug Wellen, doch anscheinend hat die Presse nicht so ein gutes Gedächtnis und dachte bei Antichrist, sie würde so etwas zum ersten mal sehen, was ja auch Quatsch ist, da bestimmt jeder von denen schon mal einen Porno gesehen hat. Auf etwas…



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ellen_ripley

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Das ist mal nen LVT nach meinem Goût und eine verdammt geniale Kritik! Ich schwanke zwischen 10 Punkten (für einen Film, der mich mal wieder aufgeweckt und verstört hat) oder 7,5 (weil ich manches extrem kitisch fand und sich fast eine Art Fremdschämen einstellte). Entgegen einiger Kritiken hier, kam ich aus dem Kino und dachte: das ist ein sehr feministischer Film. Aber darum ging es LVT sicher überhaupt nicht.


Kubrick_obscura

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Mit 8,5 haste dich ja ganz diplomatisch entschieden.


Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

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[...]Ich weiß nicht, ob „Antichrist“ ein guter oder ein schlechter Film ist. Er ist verstörend und erschreckend, ja, es ist ein fürchterliches Erlebnis, das den Zuschauer gehörig in die Mangel nimmt. „Antichrist“ ist mit Sicherheit auch Kunst, die zu beeindrucken vermag. Wie man aber in diesem Fall „beeindruckend“ konnotieren will, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wenn Lars von Trier mit „Antichrist“ tatsächlich seinen eigenen, ihn quälenden Dämonen ein Bild gegeben haben sollte, danke ich Gott das ich nicht Lars von Trier bin.[...]

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Christian H.

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Tatsache... Kann es sein, dass dies zwischenzeitlich geändert wurde? Der Text ist immerhin schon ein Jahr alt.


DTokarsky

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Anscheinend


E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film

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6.0Ganz gut

Immer insistierend, immer bereit, zum Äußersten zu gehen, immer bereit auch, sich in Widersprüche und Unklarheiten zu verwickeln, fragt Lars von Trier wie in vielen Filmen zuvor so auch hier: Was heißt es, die Macht zu haben? Und was folgt aus der Macht? Was folgt aus der Ohnmacht? Und wie sind Macht und Ohnmacht ineinander gewirkt? Immer behandelt der Regisseur diese seine Grundfrage auf (mindestens) zwei Ebenen: der des Geschehens in seinen Geschichten, die in aller Regel Versuchsanordnungen sind. Und der des Verhältnisses dessen, der die Geschichten inszeniert, zu seinen (seinen?) Geschichten und vor allem den Figuren in ihnen.

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Harald Peters: WamS, Die Welt, taz, Berlin... Harald Peters: WamS, Die Welt, taz, Berlin...

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5.5Geht so

Ein wunderbarer Schachzug war es nun, dem Film den Titel "Antichrist" zu geben. Man fragt sich: Wer ist denn nun der Antichrist? Die Frau, die ihrem Mann ein Loch ins Bein bohrt? Der Mann, der seine Frau mit fiesen Therapieansätzen quält? Oder vielleicht das Kind, das durch seinen Fenstersturz, eine intakte Ehe zerstört? Immerhin hat es doch unangemessen gelächelt, kurz bevor es in den Tod fiel? Und hat das Kind nicht auch rätselhaft schiefe Füße, so wie der Teufel auch einen Pferdefuß hat? "Sie sind ganz nah dran", sagt von Trier und lächelt und sagt eigentlich nichts.

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Orso D'oro

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Mir gefällt nicht die kritik, sondern brianrixs antwort auf den kommentar, aber was mir noch weniger gefällt ist die tatsache, dass man seine "sympathiebekundung" nicht wieder rückgängig machen kann! das sollte doch wohl möglich sein, oder?


Bradbury

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@ Orso D'oro: Die "Kommentar-gefällt-mir-doch-nicht-Taste" ist eigentlich nicht zu übersehen (neben dem Gefällt-das-Button)... falls ein technischer Fehler vorliegt, gibt es im Forum die Möglichkeit, die Betreiber auf diese Probleme hinzuweisen und um Korrektur zu bitten.


Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr... Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr...

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6.0Ganz gut

Das schnell gelangweilte, ungeduldige Publikum in Cannes zu schocken und sprachlos zu machen, das schaffen nur die wenigsten. Lars von Trier ist genau dieses Kunststück gelungen. Sein Antichrist provozierte unter den Anwesenden extreme Reaktionen, die von kompletter Ablehnung bis geradezu überschwänglicher Begeisterung so ziemlich jede Meinungsäußerung abdeckten. Dass der Film das Produkt einer tiefen Depression von Triers sein soll, glaubt man hingegen sofort. Antichrist versteht es nämlich trotz allen Leerlaufs mit seiner (selbst-)zerstörerischen, pervertierten Aura aus geheimen Sehnsüchten und Ängsten gehörig zu irritieren und zu verunsichern. Die Bilder, die von Trier hier findet, wollen einen so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen. Dem exzentrischen Misanthropen wird es freuen.

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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...

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7.0Sehenswert

Lars von Trier kennt nur wenig Erbarmen. Weder mit sich selbst, noch mit seinen Darstellern und auch nicht mit seinen Zuschauern. Gerne lässt der dänische Regisseur mit seinem ausgeprägten Hang sowohl zum Masochismus wie auch zum Sadismus sich und uns alle leiden. Ein kleiner Trip durch die Hölle der menschlichen Beziehungsabgründe unternimmt von Trier in seinem neuen, komplett in der Nähe von Köln gedrehten Werk.
Wir treffen darin auf ein namenloses Paar (gespielt von Willem Dafoe und Charlotte Gainsbourg, die für ihre Darstellung in Cannes als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde), das seinen kleinen Sohn verloren hat. In Trauer gefangen ist vor allem sie, was ihn als Psychotherapeuten zu der umstrittenen Entscheidung verleitet, seine eigene Ehefrau therapieren zu wollen. Um sie mit ihren Ängsten zu konfrontieren, fahren sie gemeinsam in ihre abgelegene Waldhütte, wo die Situation zwischen den beiden eskaliert.
Diese Szenen eines Ehepaares, das sich im Rahmen der gemeinsamen Trauerbewältigung an sich selbst abarbeitet, fasst von Trier in ebenso (alp)traumwandlerisch schöne wie schreckliche Bilder. In vier Kapitel unterteilt sowie um einen mit einem wunderschönen Lied von Händel unterlegten Prolog und Epilog ergänzt, taucht der Regisseur ab in das Unterbewusstsein seiner Protagonisten, er diskutiert ihr Rollenverständnis und zeigt die Arroganz mit der sich der Ehemann als besserwissender Therapeut seiner Partnerin nähert, die ihm in der Rolle der abhängigen Patientin lieber zu sein scheint als in der seiner Ehefrau.
Wie immer stark in der Provokation präsentiert das enfant terrible unter den dänischen Regisseuren einen komplex-vertrackten Therapie-Thriller in Form einer feministisch angehauchten und metaphernschweren Dystopie über die immerwährende Vorherrschaft des Mannes über die Frau. Wenn sich ein kleines bisschen Leiden im Kinosessel mal wieder lohnt, dann für dieses durchweg starke Beziehungsdrama.

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Rochus Wolff: freier Journalist

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7.0Sehenswert

Lars von Triers Antichrist ließ mit seinen expliziten Sex- und Gewaltdarstellungen die Gemüter auf den Filmfestspielen in Cannes hochkochen. Gelungen ist dem Regisseur ein wuchtiger, wirksamer, zwiespältiger Film.

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Der Cinephile: Der Cineasten-Blog Der Cinephile: Der Cineasten-Blog

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5.0Geht so

Der neueste Film von Dänen Lars von Trier entstand aus einer tiefen Depression des Regisseurs. Zu behaupten, dass man diesen Umstand dem Film anmerkt, wäre die Untertreibung des Jahrhunderts. Selbst zu Depression neigende Menschen sollten einen großen Bogen um den Film machen, denn Antichrist lässt seinen auch nicht gerade fröhlichen Vorgängerfilme wie Dogville und Dancer in the Dark geradezu lebensbejahend wirken. Dabei ist Von Trier rein handwerklich noch nicht einmal ein schlechter Horrorfilm gelungen. Sein Talent für das Genre bewies er schon mit der TV-Serie Geister, und auch hier versteht er es, eine beklemmende Gruselatmosphäre zu schaffen. Doch wo seine Krankenhausserienparodie den Horror stets ironisch bricht, bleibt Antichrist immer ernst, dass es fast nicht auszuhalten ist. Das gegenseitige Zerfleischen des Paares mit anzusehen ist für den Zuschauer mindestens genauso eine anstrengende Tour de Force, wie es ohne Zweifel für die Schauspieler gewesen sein muss. Dabei bedient sich das Kammerspiel nicht nur psychischer sondern auch auf physischer Folter, die vor allem gegen Ende an einschlägige Genre-Vertreter wie <i>Saw</i> oder <i>Hostel</i> denken lässt.

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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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7.5Sehenswert

Man sieht auch sprechende Füchse, erschlagene Vögel, ein Reh mit der Todgeburt aus dem Bauch heraushängend, eine Hütte im Wald, die "Eden" heißt, Goya-Bilder anderes über Wahnsinn, Hexen und böse Priester, einen Dialog über den Gegensatz von Natur und Vernunft. Den Kern von alldem verrät bereits der Trailer zum Film. Aber auf die Frage, warum er diesen Film gemacht hat, bleibt von Trier vorerst die Antwort schuldig. So fragt man sich vorerst: Ist Lars von Trier ein Frauenfeind oder doch ein heimlicher Feminist? Ist er ein perverser Zyniker oder ein Genie? Oder einfach nur wahnsinnig?

Einmal mehr entpuppt sich Lars von Trier als Kino-Hexer, der sein Publikum verzaubert und dabei in Rage versetzt. Sein Film will genau das, was alle Kunst am Ende will: Das Ausloten menschlicher Extreme und die Konfrontation mit ihnen. Und die interessanteste Erfahrung nach der Premiere ist nun die Unsicherheit darüber, was man vom "Antichrist" zu halten hat. Viele hassen diesen Film und schätzen zugleich doch seine Qualität. Wenn Kunst das leistet, ist sie noch nicht verloren. Und Lars von Trier braucht keine Therapie; er hat sie längst. Seine Therapie ist das Kino.

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D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard

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3.0Schwach

Von einem Psychodrama um existenzielle Extremzustände kippt der Film sukzessive in eine alberne Nummernrevue. Antichrist verbindet Märchenfantasien mit mittelalterlichen Höllenszenarien, will Misogynie und Geschlechterdifferenz verhandeln.

Doch mittendrin verlässt den Regisseur der Mut. Er beginnt, das Geschehen zu ironisieren: Ein animierter Fuchs ruft das Chaos aus. Als Zeremonienmeister eines barocken Planspiels muss man sich für eine Position entscheiden. Von Trier will alle auf einmal besetzen und verspielt so seine Glaubwürdigkeit. Der wüste Geschlechtsteil-Splatter, in dem der Film kulminiert, erscheint wie als Skandal für Cannes inszeniert. Grenze fällt damit aber keine. Buhrufe und fröhliche Gesichter waren der Dank.

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ihre-herrlichkeit

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Was für Männerfantasien? Charlotte Gainsbourgh ist doch ein Alptraum.


RoosterCogburn

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Vielleicht dachte Herr Kamalzadeh an den kleinen perversen Lüstling der in uns schwanzgesteuerten Kerlen steckt? Oder er hat dabei Lektüre wie "Masochismus für Fortgeschrittene" vor Augen (Randnotiz: das obige Kommentar stammt übrigens aus DER STANDARD/Printausgabe vom 19.05.2009 - man sollte sich bei manchen über deren Ignoranz nicht wundern).


HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

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6.5Ganz gut

[...] die Natur, die Triebe befreit, die Frau, die ihnen freien Lauf lässt, und der Mann, der dies als "böse" bezeichnet und unterdrückt. Es gibt auch noch das personifizierte Böse, den Teufel, dessen Pferdefuß nicht in den Schuh passt, den Gainsbourg ihm anzieht.

Dieses Grundgerüst der Interpretation muss man bereithalten, um durch die Gewalt(tätigkeit) der Trierschen Bilder nicht völlig plattgemacht zu werden. Man wird bei einem zweiten Ansehen darauf achten müssen, aber es ist möglich, dass er zu viel halb ausgegorene Gedanken hineinpackt, und es ist auf jeden Fall so, dass er in Bereiche vordringt, die bisher dem Hardcore vorbehalten waren, sowohl beim Sex als auch bei der Körperzerstörung; niemand, der aus "Antichrist" kommt, wird seinen Werkzeugkasten mit den gleichen Augen ansehen wie davor.

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Kommentare (237) — Film: Antichrist


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SamRamJam

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Bewertung4.5Uninteressant

Bald tummel ich mich schon seit 4 Jahren auf Moviepilot, komme regelmäßig hierher und tausche mich über Filme aus. Während ein Großteil der User (P.S. das sind alles meine eigenen Beobachtungen und daraus resultierende Vermutungen. Ich habe weder Beweise dafür noch liegen mir irgendwelche Statistiken o.ä. vor) scheinbar nur für wenige Wochen aktiv bleibt, ein Haufen Filme bewertet und meistens eher nichtssagende One-Liner als Kommentare abgibt, gibt es doch eine rege Community die sich hier wirklich gerne tummelt. Warum? Zumindenst bei mir ist es so dass ich zum einen immer wieder neue Filme entdecke, und zum anderen meinen Geschmack besser einzuordnen vermag. Da ich abgesehen von einer Ausnahme (der mich auch zu mp brachte, danke an dieser Stelle an User BobbyIII) keine Filmnerds im Freundeskreis habe - die meisten finden Transformers ganz toll, wissen aber nicht wer oder was ein Peckinpah ist - hätte ich mit einem Film wie Antichrist recht allein dagestanden. Nur mit meiner Meinung, aber ohne Wissen wie der Film denn anderweitig aufgenommen wird. Deswegen hier vielleicht auch noch ein Danke an Moviepilot.

Aufgefallen ist mir bei solchen "Extrem-Filmen" wie Antichrist oder auch Irreversible, also Filme die scheinbar nur geliebt oder gehasst werden, ohne Zwischenraum, das ich meistens exakt in diesem Zwischenraum liege. Nicht wirklich begeistert, auch nicht wirklich abgestossen.
Kommen wir erstmal zur rein Technischen Seite. Der Prolog und Epilog sind wirklich kunstvoll gelungen. Gar keine Frage. Auch Zwischendurch gibt es immer mal wieder recht tolle Bilder in Traumsequenzen. Was mich aber tatsächlich tierisch genervt hat, war diese Urlaubskamera-Ästhetik. Ständig schwingt das Bild hin und her, es sind Sachen verschwommen im Vordergrund oder das Licht fällt einfach Scheiße. Das sieht eben aus wie solche selbstgedrehten Urlaubsvideos wo man die Kamera einfach an macht und laufen lässt. Kunst ist ja schön und gut, aber das mochte ich gar nicht. Und das kann mir Lars von Trier auch nicht als Kunst verkaufen da es keinen Grund dafür gibt warum er seine Kamera nicht mal wenigstens für ein paar Minuten auf ein Stativ abstellt. Oder hat die Deutsche Filmförderung keins herausgerückt? Also halten wir fest, rund drei viertel des Films war ich quasi genervt aufgrund der miesen Kameraführung. Aber kommen wir zum Inhalt ---> ACHTUNG SPOILER<----

Die Geschichte plätschert so munter vor sich hin, bis eben herauskommt dass die Frau schon die ganze Zeit verrückt ist und nicht erst durch den Unfall verrückt wurde. Da sie sich als das Böse sieht und ihre Weiblichkeit als den Ursprung allen Bösens, tickt sie eben irgendwann ab und schneidet sich die Klitoris ab. Sex und Gewalt haben es Grundsätzlich schwer, und in explizit dargstellter Form müssen sie sich Grundsätzlich dafür rechtfertigen inwieweit sie in der Geschichte verwoben sind und nicht zum Selbstzweck dargestellt werden. Die Antwort darauf kann sich nur der Zuschauer selber geben. Was will ich sehen? Und was nicht? Mich nerven ehrlich gesagt die Leute, die sich solche Filme angucken (scheinbar ohne sich vorher schlau zu machen) und dann rumheulen dass eine staatliche Instanz dafür zu sorgen hat dass bestimmte Dinge nicht in Filmen gezeigt werden dürfen. Naja, ich selber habe kein Problem damit und ich spreche Triers Film auch nicht seinen Kunstcharakter ab. Trotzdem kommt es mir so vor dass sich die meisten Diskussionen (ob nun direkt oder indirekt) um die besagte abgeschnittene Muschi-Szene dreht.

Was mich viel mehr an der Geschichte störte, war der eigene Verrat in dem Moment, wo plötzlich rauskommt dass die Frau die ganze Zeit über Verrückt ist. Was sie nun genau hat ist hierbei ja ziemlich egal, in diesem Moment ging es eben nur noch um Opfer (Er) und Täter (Sie) im Wald. Also übliches Horrormuster. Dass der Film dann irgendwann versucht aus Täter wieder Opfer zu machen (hier sind wir wieder bei der Muschi) wirkte auf mich weder clever noch durchdacht noch sonstirgendwas sondern eher billig und zu sehr bemüht eine Entschuldigung dranzuhängen.

Was bleibt am Ende? Für mich ein Film, der nicht so ganz verbergen kann das er eigentlich so gut wie nichts zu erzählen hat. Gut, wegen expliziter Gewalt und Sexdarstellung (und auch beides zusammen, immer wieder lustig zu beobachten wie Leute durchdrehen wenns an die Weichteile geht, aber völlig unbeeindruckt vom typischen Tarantino mit Haufenweise Toten sind) hat der Film mMn mehr Aufmerksamkeit bekommen, als die Geschichte verdient hat. Für mich war der Film von so ziemlich allem zu wenig. Wer in den Bildern eine Doppeldeutigkeit sieht kann Spass daran haben, für mich ging es im Film eben einfach nur um eine Irre, die sich darin von anderen Slashern unterscheidet, dass das drumherum verwinkelter und künstlerischer gestaltet ist. Ansonsten muss ich sagen dass ich mich doch sehr gelangweilt habe. Noch mal werde ich den Film nicht gucken, zumindenst nicht die erste Stunde, da schlafe ich ja ein.

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Andy Dufresne

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Schlecht bezahlt isser auch noch :) Und ja, ich wein auch so 2-3 mal im Monat deswegen :)


deevaudee

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Kannst doch trotzdem hier aufschlagen Sammy! Paar Berliner lassen sich doch bestimmt animieren. Onyxxx macht ihre Herberge auf, und denn flutscht dit schon. ^^


Jigsaw88

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Bewertung2.5Ärgerlich

Nachdem dieser Film von vielen Leuten entweder geliebt oder gehasst wird und mir nun mehrmals empfohlen wurde, dachte ich mir, dass es an der Zeit wäre, mir Lars von Triers Werk einmal zu Gemüte zu führen...diese Entscheidung bereute ich bereits nach kurzer Zeit.
Beginnt der Film doch mit einem sehr viel versprechendem Auftakt, entwickelt er sich doch im weiteren Verlauf zu einer Art Grotesk-Porno der übelsten Sorte. Natürlich sind mir die Andeutungen und metaphorischen Ebenen bewusst, die Trier hier zu präsentieren versucht, allerdings gehen Spannung und Unterhaltungswert hier gänzlich verloren, sodass ich mich teilweise gefragt habe, weshalb ich mir diesen filmischen Masochismus überhaupt angetan habe.
Das Stockholm-Syndrom, die düstere, Atmosphäre und die Unbarmherzigkeit der Abgeschiedenheit wurde selbst im SAW-Franchise besser behandelt (auch wenn man beide Universen nicht vergleichen sollte).
Dass die ein oder andere Gewaltszene nun unbedingt zu Gunsten des Ekelfaktors reingeklatscht wurde, konnte mich dann auch nicht mehr wachrütteln, über die Nötigkeit dieser lässt sich auch diskutieren...
Alles in allem einer der schlechtesten Filme, die ich je gesehen habe.

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Daymare

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Bewertung5.5Geht so

Bizarrer Kunst-Streifen, der sich einiges traut und zum Ende hin immer mehr eskaliert! Mich hat das Ganze treiben allerdings eher abgestoßen, als fasziniert...

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Matthias.hhn

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Bewertung7.0Sehenswert

Furchtbar.

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Wall

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Sehenswert?


Matthias.hhn

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Furchtbar Sehenswert ;-)


hallidalli

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Bewertung0.0Hassfilm

gähn, langweilig.. schauspielerisch bestimmt gut aber das macht den Streifen für mich nicht unbedingt interessanter als er eh schon ist. Für meinen Geschmack harte 0.0 Punkte.

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FilmFreak2K13

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Bewertung6.5Ganz gut

Diesen Film zu bewerten ist schwierig. Sehr schwierig. Er ist schwer verdaulich, depressiv, düster und zu gewissen Teilen schockierend. Zuerst fragte ich mich wieso der Film eine KJ erhalten hat. Dann ab der Hälfte wurde es klar.
Da der Film eigentlich nur ein Ehepaar zeigt, besteht dieser halt aus sehr viel Dialog. Den Verlust den die beiden, vor allem die Frau, durchmachen wird gut dargestellt und man kann sich gut in sie hinein versetzen. Trotzdem werden die späteren Handlungen nicht wirklich erklärt und bleiben für einen nicht nachvollziehbar. Wahrscheinlich offenbart sich alles dem Betrachter erst beim 2. und /oder 3. mal anschauen.
Auf jeden Fall ist es ein Film nicht für zartbeseitigte.

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Inneb

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Bewertung2.5Ärgerlich

unglaublich langweilig

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Engelstrompete

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Für mich der beste Horrorfilm. In der Nacht haben mich die Eindrücke um meinen Schlaf gebracht, obwohl ich damit sonst nie Probleme habe. Sogar noch 3 Tage später hat der Film nachgewirkt.

Aber schaut ihn euch unbedingt auf einer Leinwand an! Sonst denke ich wirkt er nicht.

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AceVentura

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Bewertung6.0Ganz gut

man kann diesen film als kunst oder gar provokation deuten. ich werde ihn mir aber aufjedenfall niemals wieder angucken!

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Gretchen_Ross

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Bewertung6.5Ganz gut

Achtung, Spoiler enthalten.

Schwierig, sehr schwierig...
Ich weiß nicht was ich von dem Film und Lars von Trier generell halten soll!
Man ihn Provokateur nennen, der einfach nur darauf aus war, Gewalt zu zeigen und Tabus zu brechen.
Man kann auch anklagen, er halte seinen Film für was besseres als er in Realität ist und da würde die Symbolik und tolle Inzenierung auch nicht helfen.
Aber ich seh das ganz anders.
Im Film hatte ich bei ein, zwei Szenen (Leute die den Film schon gesehen haben werden wissen was ich so meinen könnte) das Bedürfnis die Augen zu zumachen und einfach nicht hinzusehen weil ich von Ekel und Grauen überwältigt war (und sowas hat ein Film nicht mehr bei mir geschafft seitdem ich mit 5 Jahren fälschlicherweise Teuflische Nachbarn geguckt hab :D ).
Warum schafft gerade dieser Film das?
Weil er eben NICHT nur darauf aus ist, Splatter und Porno zu zeigen.
Man beschäftigt sich mit den Darstellern, ist ihnen unglaublich nah (die nahen Aufnahmen der Gesichter prägen sich mehr ein als eine ganze lebensgeschichte es kann) und man scheint direkt dabei zu sein, weil es nunmal realistisch inzeniert ist- die Kamera und die fehlende Musik tut da ihren Teil bei.
Irgendwie kommt es einem so vor, als würde man neben den beiden stehen und sie heimlich beobachten, taucht aber nie ganz in ihre Gedankenwelt ein- man sieht ganz genau zu was sie tun und... dann kommt irgendeine unerwartete, grausame oder ekelige Sache und am liebsten würde man vor Schreck weglaufen.
Und DAS ist wahrer Horror!
Wenn ich SAW gucke werden Leute auch aufgespießt, zerfleischt, bohren sich Gegenstände irgendwo rein oder sonstwas, doch diese Filme lassen mich einfach nur kalt. Und das, weil sie DARAUF AUS sind, zu schocken! Und das klappt von vornerein nicht. Schnelle Schnitte, fiese Bösewichte, platte Charaktere, typisch gruuselige Musik, das sind für mich Motive, aus denen die meisten Horrorfilme bestehen und die total an mir vorbei gehen.
Aber Antichrist geht langsam und ruhig vor, scheut sich nicht vor langen Dialogen, braucht keine reißerische Inszenierung und hat es geschafft, mich zusammenzucken zu lassen, weil man einfach nicht damit rechnet, dass die Hauptperson ihre verdammte Kl*toris abschneidet, aaah! :(
Und deswegen lasse ich das Argument "platte Gewalt und Porno hinter möchtegern künstlerischer inszenierung" nicht gelten.
Denn der Film lässt einen die ganze Zeit so ein komisches Gefühl fühlen, das hatte ich auch schon bei Melancholia. Irgendwie fühlt man sich einfach nicht wohl.
Und deswegen hasse ich diesen Film auch irgendwie.
Über den Hintergedanken dieses Filmes hab ich mir gar keine Gedanken gemacht. Die Symbolik leuchtet mir ein, das mit dem Scheiterhaufen am Schluss und den immer wieder auftauchenden "Drei bettlern"
Doch wieso und warum, keine Ahnung.
Es ist mir auch egal, denn ein Film, der so detailverliebt und so durchdacht ist, wo bei jede Sekunde bestimmt ein gut überlegter Gedanke hinter steckt, dem kann man nicht 0 Punkte geben. Ein Film der so eine Atmosphäre und so ein Grauen aufbaut, mit übrigens super Schauspielern, der kann nicht abgrundtief scheiße sein.
Ein Meisterwerk wie hier beschrieben, ist er aber auch nicht, erstens werd ich aus der "message" nicht ganz schlau und zweitens denke ich, dass der film schon versucht, von seinen Bildern zu leben... aber das nehm ich ihm nicht so übel.
Und ich bin der ganz ganz festen Überzeugung, dass im Hirn von Lars von Trier das alles einen Sinn macht!

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ToombZiege

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Sehr düstere & hoffnungslose Story mit einem überragendem Willem Dafoe, einer weiträumig interpretierbaren Symbolik und einem unglaublichen Tiefgang in die (teilweise sexuellen) Seelenabgründe des Menschen. Dieser Film lässt keinen Raum für positive Gefühle oder Entspannung. Antichrist ist Belastung pur.

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KonTaicho

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Lars von Triers' "Antichrist" ist...

...ein Ökohorror?

...ein Mysteryhorror, in welchem der Satan selbst sein teuflisches Unwesen treibt?

...die Demonstration eines verqueren Frauenbildes, in welchem sich das männliche Geschlecht gegen das "unreine, verdorbene" weibliche Fleisch erweren muss?

...Kunst?

...Lars von Trier?

Ich hatte jetzt ein Wochenende lang Zeit, mir über die Lösung dieser Frage Gedanken zu machen und bin zu dem Schluss gekommen, dass die Antwort wohl im Konsens und der Summe aller dieser Punkte liegt, wobei erster wohl zu banal scheint und zu vernachlässigen ist. Er wird diesem Werk einfach nicht im Ansatz gerecht.

Lars von Trier besitzt tatsächlich in erster Linie seinen eigenen unverkennbaren Stil und seine absolut authentische Handschrift. Er erzeugt durch diese wie schon in "Melancholia" eine unheimlich erdrückende, dichte, verängstigende und einmalige Athmosphäre, die sich wie ein tonnenschwerer Schleier über das Gemüt des Betrachters legt.

Und wie schon "Melancholia" ist "Antichrist" mit Sicherheit keine leichte Kost, da er Grenzen überschreitet und sich konsequent transzendent und un(be)greiflich entwickelt.

!Spoilernde Ausführungen!

Wieso nennt von Trier sein Werk "Antichrist"? Wer ist der Antichrist? Ist es die Frau? Die Frau an sich, die durch ihr verdorbenes Fleisch und ihre Lust ( als Todsünde ) den Tod des Kindes indirekt verursacht und den Mann verführt? Ist sie es, derer sich der Mann erwehren muss ( was er letztendlich schaff, geradezu heroisch aus dieser "Schlacht" hervorgeht und keine Reue im Blick hat )?

Oder ist der Antichtist etwa die Furcht selbst, die es zu bezwingen gilt?

Oder aber hat der Satan tatsächlich seine Finger im Spiel? Bewohnt er "Eden" ( wie grotesk ) und hat er die zwei zu sich geführt? Fordert er ein Menschenopfer? ( Man beachte den Wald aus Leichen und den Raben, der ihn verraten wollte, um ihr das Opfer zuzuführen. Außerdem sind da die Tiere, die wieder lebendig wirken, als die Tat vollbracht ist und sie womöglich davon zehren können. )

Man weiß es nicht genau, man kann nur Mutmaßungen aufstellen, und genau das ist es, was mich an Lars von Triers Werken so sehr fasziniert. Er erschafft tatsächliche "Kunst", in seiner Athmosphäre, seiner voyeuristischen Art und den formvollendeten schwarzweiß, bzw. slow motion Aufnahmen.
Es ist jedes Mal aufs Neue faszinierend!

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RandomDude

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Bewertung3.5Schwach

Eine Frau die gleichermaßen krank wie notgeil ist kriegt sich selbst immer weniger auf die Reihe; während ihr Mann sie therapiert weil sie tiefböse ist und das scheinbar fortlaufend herausfindet.
Teilweise atmosphärisch sehr schön, aber dann wieder Mindfuck ohne Ende.

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RandomDude

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Vielleicht die individuelle Belastbarkeit? 'Donnie Darko' zB. verehre ich persönlich selbst weil er mich beschäftigt, aber wenn hier die Frau zum Masturbieren in den Wald geht, könnte ich mich auf verschiedenste Arten philosophisch damit auseinandersetzen und weiß immer noch nicht was ich davon halten soll...


SunnyEye

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ja mir ging es auch so das das mindgefucke mir irgendwie billig vorkam und einfach nur gelangweilt hat..


Dahmer

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Bewertung10.0Herausragend

Für mich ist "Antichrist" ein verstörender PsychoTrip der Extraklasse!!!Von Trier's Inszenierung ist bombastisch,das beweist schon die einmalige,kunstvolle Intro-Sequenz."Antichrist" ist kein Film für den verwöhnten Hollywood Otto Normalverbraucher.Selten hat mich ein Film so "morbide" fasziniert, gleichzeitig geekelt (ich sag nur die Szene mit dem Penis!!!) und verwirrt.Ich finde der Film ist eine Mischung aus Kunst,Horror und Psychologischem Spiel.Die beiden Hauptdarsteller geben alles,oscarverdächtig!Leider habe ich die Endsequenz bis heute nicht richtig verstanden :-p

Einer der besten "Psycho-Horrorfilme" die ich kenne

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Rupert

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein düsteres Meisterstück... Die Darsteller treiben sich selbst und den Zuschauer in den Wahnsinn und der Wald verwandelt sich zurück in einen finsteren, märchenhaftes Komplex aus Angst und Irrsinn... Chaos regiert im Bild, im Ton, im Dialog, im Geschehen... Ein exzellenter Streifen der auf eine unbequeme Art zu gefallen weiß. Lars von Trier kitzelt die Wurzeln des Ekels und der Verderbtheit.

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natedb

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Die Natur ist Satans Kirche"
Man kann Antichrist so oder so sehen.
Auf der einen Seite finde ich den Film total bekloppt.
Antichrist ist abartig, ja, wirklich extrem widerlich, beängstigend und verstörend. Einige Sequenzen haben mich wahrhaftig traumatisiert, weshalb ich ihn mir so schnell nicht wieder ansehen werde (Stichpunkt: Schere).
Lars von Trier beschönigt hier nichts, er ist in seiner Darstellung brutal und frauenfeindlich, weswegen es völlig in Ordnung ist, wenn man den Film hasst.
Aber neben den ganzen Skandalszenchen gab es auch, ich weiß nicht genau wie ich es formulieren soll... eine gewisse "Ehrlichkeit" und eine Sogwirkung in den gezeigten Bildern. Ich habe selten etwas so Extremes und Drastisches, ja menschenfeindliches gesehen, und trotzdem ist und bleibt "Antichrist" rein formal ein wahrlicher Augenschmaus. Der film steckt voller Metaphern und Symbolik, ist in seinen Bildern so kraftvoll, dass man sich nie abwenden kann, auch wenn man es will.
Charlotte Gainsbourg: Keine Worte. Diese Frau ist der pure Wahnsinn in ihrer Gratwanderung von der Depressiven, Gebrechlichen zur irren, unberechenbaren Bestie! Der Darstellerpreis von Cannes war mehr als verdient für diese phänomenale Performance. Ebenso Willem Dafoe, der wacker dagegen hält.
"Antichrist" ist vieles.
Er ist schonungslos.
Er ist radikal.
Er ist misanthropisch.
Er ist bildgewaltig.
Er ist total krank.
Er ist bescheuert.
Er ist ehrlich.
Er ist interessant.
Er ist böse.
Er ist pervers (!!!).
Lars von Trier macht alles falsch, aber irgendwie auch alles richtig. Kranker Typ.
Ich hasse diesen Film.
Aber irgendwie mag ich ihn auch. Keine Ahnung.

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JackoXL

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Hätte "Antichrist" von einem anderen Regisseur als Lars von Trier gedreht werden können? Nein, hätte wohl auch keiner vorgehabt. Ein provokanter Albtraum, in dem von Trier seinen Gemütszustand und sein (offenkundig) gestörtes Frauenbild reflektiert, eigentlich schon exhibitioniert. Sich als Zuschauer damit zu identifizieren scheint fast unmöglich, was letztendlich auch gut so ist. Es geht nicht darum mitzufühlen, Verständnis aufzubringen, sondern zu beobachten, fast zu gaffen. In einer handwerklichen Perfektion, anders kann ich das kaum beschreiben, nimmt von Trier den Zuschauer nicht wie andere Regisseure an die Hand um sie in den dunkelen Wald zu führen, er fesselt sie auf den Rücken, hält ihm das Messer an die Kehle und zwingt ihn, sich mit ihm in den Garten Eden zu begeben.
Was als noch nachvollziehbares Psychodrama beginnt (mit einer unglaublich aufspielenden Charlotte Gainsbourg) wird zu Lars von Triers "Evil Dead". Die grauenvolle Atmosphäre, eingefangen in erschreckend meisterlichen Bildern, verschluckt die Protagonisten wie den hilflos gefesselten Zuschauer. Sie frisst sich durchs Geäst, kriecht durchs Unterholz, die Unendlichkeit der Wälder wird zur Ausweglosigkeit aus der Hölle, zum Spielplatz für den Antichrist. Von Trier offenbart eine nihilistische Weltanschauung, läutet die Selbstzerfleischung eines Paares ein, die nach dem Verlust des einzigen Bindegliedes schon in der Zivilisation beginnt und in der Natur ihren Höhepunkt findet. Analytischer, distanzierter Nüchternheit steht krankhafter Wahnsinn gegenüber. Was am Ende dominieren wird, liegt in der Natur des Menschen.
Von Trier geizt nicht mit Symbolik, im Gegenteil, daran könnten andere Projekte ersaufen. Zu "Antichrist" passt dieser interpretativer Overkill wie zu kaum einem anderen Werk. Der Film lädt zum mehrmaligen Ansehen ein und stößt gleichzeitig ab, denn freiwillig will ich mich in nächster Zeit nicht wieder in den Vorhof zur Hölle begeben. Doch irgendwann werde ich kaum anders können. Das von Trier das bei mir gelingt (ich bin nicht gerade ein Fan des schwierigen Zeitgenossen) spricht für sein Werk. Wie der Fuchs schon faucht: "Chaos reigns!" Dem ist nichts hinzuzufügen.
Verständlich, wenn "Antichrist" einige Zuschauer abstößt, alles andere wäre auch total unmöglich.

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JackoXL

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Wäre doch ne schöne Regeländerung: Wer rausgewählt wird geht nicht ins Hotel, sondern in den Ofen. Da würden sich alle richtig Mühe geben und die "Stars" müssten keine Sterne mehr sammeln. Statt Känguru-Pimmel gibt's dann den von Olivia. Eine Win-Win-Situation.


SoulReaver

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:D Schönes Konzept, geben wir der Menschheit noch 20 Jahre, dann sind wir auf dem Standard. :)


franticfury

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Bewertung9.0Herausragend

"Antichrist", ach was könnte man zu diesem Film nicht großartige Abhandlungen schreiben. Von Trier lädt ja geradezu dazu ein, denn Symbolik findet sich in "Antichrist" wirklich zu Hauf. Man könnte viel über den psychosomatischen Hintergrund reflektieren, das Handeln der Figuren hinterfragen, die Frage nach dem reinen Bösen aufwerfen, ja, wer ist denn wirklich der "Antichrist" in von Triers Film? Die Natur als Vorhof der Hölle, als Tyrann, die nur verschlingt und vernichtet. Oder man könnte von Trier sofort jegliche künsterlische Intention hinter "Antichrist" absprechen, ihm, wie so oft, vorwerfen, er verfolge schlicht und einfach das Ziel, zu provozieren. Und ihm die alt bekannte Frauenhasserkeule um die Ohren schlagen.
Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen, denn "Antichrist" ist, bei aller Symbolik und psychologischen Tiefe ein Film, der bewusst nicht alle Fragen beantwortet, die er aufwirft, den man am besten nicht verkopfen, sondern erfühlen sollte, auch wenn es manchmal weh tut. Es scheint ja fast unmöglich "Antichrist" losgelöst von seinem Regisseur zu betrachten, wie auch, schließlich ist von Trier wohl einer der am kontrovers diskutiertesten Filmschaffenden der Moderne. Doch war es noch möglich seine früheren Filme aus einer gewissen Distanz zu betrachten, so bricht von Trier in "Antichrist" so eindeutig und unmissverständlich die Barriere zum Zuschauer wie nie zuvor und das ist wohl gleichzeitig auch der Grund, warum er mit so viel Unmut und Unverständnis aufgenommen wurde.
Lars von Trier offenbart sich in "Antichrist" vollkommen und wie er es noch nie getan hat. Man könnte "Antichrist" dabei wohl fast schon als filmische Selbsttherapie auffassen, von Trier überträgt das gesamte Spektrum seiner Depression auf die Leinwand und den Zuschauer und das tut eben manchmal weh, mächtig weh. "Antichrist" ist eine einzige psychologische Abwärtsspirale, ein explosiver Mix aus Schuld, Leid, Hass, Sex und Gewalt. Aber gleichzeitig ein Film, der uns Bilder von so unfassbarer, hypnotischer Schönheit liefert, dass man sich einfach nur fallen und die Bilder auf sich wirken lassen möchte. Lars von Trier konfrontiert uns in "Antichrist" mit menschlichen Urängsten und er macht das so erschreckend intensiv, dass es schon einer Achterbahnfahrt gleicht, sich diesen Film zu Gemüte zu führen. Selten habe ich bei einem Film so mitgelitten, so intensiv gefühlt. *SPOILER* Als sich plötzlich der Fuchs umdrehte und dieses markerschütternde "Chaos reigns" verlauten lies, lief es mir wirklich eiskalt den Rücken hinunter, von den berühmt berüchtigten Verstümmelungsszenen möcht ich hier gar nicht erst anfangen *SPOILER ENDE*
Was bleibt ist einer der erschütterndsten Filme, die ich je gesehen habe. Und das liegt nicht an den oben beschriebenen Szenen, sondern daran, dass ich selten einen so ungeschönten, ehrlichen Einblick in die Seele eines Künstlers gesehen habe, in den Kopf eines Menschen, dessen Welt vor seinen Augen in sich zusammenzufallen drohte, ein Gefühl, das (glücklicherweise) wohl nur wenige wirklich nachempfinden können. Umso beeindruckender, wie von Trier diese existenzielle Angst kanalisiert und zu einem Stück Film gemacht hat, über das man noch in Jahrzehnten sprechen wird. Nicht, weil er so obszön und gewalttätig, sondern weil er so unfassbar ehrlich und konsequent ist.

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ElMagico

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Auch wenn ich bei diesem Film in vielen Punkten völlig konträr gehe....super Text und total gut dargestellt warum du ihn so magst. Aber ich kann für mich leider keine funktionierende Verbindung mit dem Film finden.


franticfury

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Danke! Ja, so ist das eben, manche Filme wollen einfach nicht zünden, kennt man ja. Wo andere große Filmkunst sehen, lässt einen das selbst völlig kalt, ich kenne da selbst genug Beispiele. Ich freue mich aber, dass du meinem Text trotzdem etwas abgewinnen konntest! :)


Burcu

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Bewertung9.0Herausragend

Ein Meisterwerk.
Antichrist führt uns in die dunkle Welt der Psyche und verschluckt uns in diesem schwarzen Loch. Die Ästhehtik, das Schauspiel, die Handlungsstränge, die Nähe zur Realität durch Metaphorik und Allegorie kann man wohl nicht besser darstellen. Man wird erstmal so stark in dieses psychische Drama mitgerissen, dass man nachdem Film noch lange darüber nachdenkt. Der Film ist nichts für schwache Nerven und verlangt druchgehende Aufmerksamkeit und ist alles andere als Oberfächlich.
Die mehrfache negative Kritik der Frauenfeindlichkeit von Trier kann ich einfach nur verneinen. Die Interpretationsansätze Mancher, bezüglich der Frauenfeindlichkeit kann ich bis zu bestimmten Punkten nachvollziehen, jedoch hätte Trier dies sicherlich nicht auf so einer offensichtlichen Schiene getan, das wäre viel zu oberflächlich und banal. Durch diesen Film verarbeitete Lars von Trier die von ihm mehrmals durchlebten Depressionen und Angstzustände, was der Interpretation einen ganz anderen Blickwinkel verleiht.
Seine sehr präzise ausgebauten und wunderschönen Bilder entspringen alle aus seiner eigenen durchlebten und verarbeiteten psychischen Gedankenwelt.
Viel mehr könnte man behaupten, dass Trier die Art und Weise des Therapierens an dem Mann der Hauptdarstellerin kritisiert.
Angst braucht Zeit. Und genau das ignoriert der rational denkende Mann und versucht Sie mit direkter Konfrontation mit ihrer Angst zu "therapieren". Solche Therapiemethoden können zu fataleren Folgen von Angst führen. Anfangs hatte Sie erfolgsgefühle und dachte Sie wär gesund. Doch der Mann hatte nicht genug von dem Genuss der Macht über Sie und bohrte wortwörtlich tiefer in ihre Psyche hinein.
Er zerschlug ihr quasi Schritt für Schritt alle Türen zu ihrem Unterbewustsein (d.h ihren Ängsten) und entblöste sie. Somit hat er alle ihre Barrieren der Rationalität zerschlagen und sie handelte letztendlich wie ein instinktgesteuerte emotionslose Bestie. Der Penisneid (Freud) und ihr innerlicher Wunsch nach Macht zeigte sich durch die vollständige Aufhebung ihrer Vernunft. Es gibt keine Hemmungen mehr, keine Türen mehr. Man könnte vielleicht sogar sagen, dass die Frau für ihn ein Objekt war, seine eigenen Schattenseiten zu umgehen und somit seine eigene Trauer durch die Entblösung seiner Frau besser zuverarbeiten.
Er hat schließlich seinen Sohn verloren! Die Ausrede er sei Therapeut und behandelt sich quasi selbst, ist völliger schwachsinn. Jeder weint, muss auf irgendeiner Art und Weise seinen Verlust und seine Trauer emotional verarbeiten.
So jetzt sieht man gegen Ende des Filmes (Achtung Spoiler), dass sie schon vorher die Schuhe des Kinder falschrum anzog und ihn somit misshandelte. Unter Anderem sieht man auch, dass sie während des Geschlechtsverkehrs sah, dass das Kind am Fenster war, jedoch nicht hinrennen "konnte", da sie genau in diesem Moment den Höhepunkt des Sexuellen Aktes erreichte.
Sie schwankte also zwischen Vernunft und Verlangen und hat sich schließlich für das Verlangen entschieden. Oftmals wird auf den Garten Eden hingewiesen, was viel an den christlichen Glauben anknüpft.
Daraus folgt, dass der Mann: die Eva, die Frau: den Adam und das Kind: auch Adam (das Kind fällt wie Adam aus dem Garten Eden und kommt durch seinen Tod auf die Erde und stellt den Anfang der Menschheit dar) dastellt. Beim sexuellen Akt verführt der Mann ( Eva mit dem Apfel) seine Frau (Adam, der auch zwischen Vernunft und Verlangen schwankt), sie entscheidet sich schließlich für das Verlangen und fällt aus dem Garten Eden. Somit verlieren alle ihre Unschuld durch den Tod des Kindes. Ab hier beginnt der Anfang der Menschheit mit allem Bösen.
Außerdem spielt der Mann(also Eva) auch davor ständig mit der Vernunft der Frau(Adam) und wickelt sie um den Finger.
Die Frau misshandelte das Kind, aus Angst verlassen zu werden. Aus Angst, das Kind würde etwas Falsches machen, seine Unschuld verlieren und den Garten Eden verlassen. Aus dem gleichen Grund rammt Sie ihrem Mann am Ende auch noch ein Metalgewicht an seinen Bein sodass er weder sie noch den Garten Eden verlassen kann. Durch den Tod ihres Kindes und den Verlust ihrer Vernunft -welches ihr der Mann nahm- will sie nicht alleine im Garten Eden verweilen, wobei sich der Garten Eden nach dem Tod des Kindes in einen postapokalyptischen Ort verwandelt. Andererseits könnte der Fall des Kindes auch die Metapher für den Fall des Engels sein, also Satan. Auf die Frage des Antichtisten, glaube ich, dass das Kind den "Antichrist" darstellt, da durch seinen Tod die Zeit des Antichrist anbricht, also die Zeitspanne indem der Weltuntergang naht.
Man kann noch viele weiter Punkte ansprechen die sehr fragwürdig und Interessante Allegorien beinhaltet, daher wäre es viel zu einfach zu glauben, der Film beschränke sich nur auf Frauenfeindlichkeit.
Somit machen die wahnsinnig gut durchdachten Metaphern und die bewussten Paradoxa in diesem Film ihn zu einem bewundernswerten Meisterwerk!

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RoosterCogburn

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"Trier äußert sich klar in einem Interview darüber" Das mag sein. Aber ich brauch doch nicht erst einen Leitfaden des Filmemachers um mir eine Meinung über sein Produkt zu bilden. Wenn dem so ist, dann hat sein Film eindeutig sein Ziel verfehlt.
"findest du nicht dass es eine Kunst ist mit Farben, Bildern eine so ausdrucksstarke Atmosphäre zu schaffen?" Im gewissen Sinne schon. Ich bin schon der Meinung, das jemand sein Handwerk beherrschen muss und bei den wirklich guten es ein regelrechtes Kunstwerk ist. Allerdings kann ich das auch von anderen Handwerksberufen, wie z.B. dem Tischler oder den Glaser, behaupten.
Nun erhebt das den Film nicht zum "Kunstfilm". In meinen Augen ist es u.a. eine ausgeklügelte Provokation und ein dramatischer Okkult-Gruselfilm mit reichlich biblischen Metaphern. Von Trier hat mich mit seinem Werk sehr gut unterhalten. Nur "Meisterwerke" haben wahrlich andere geschaffen.


Burcu

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Aber es ist doch einfach nur ein Punkt den man bei der Interpretation beachten sollte:) Mancher betrachtet Tiers Film als Provokation, könnte möglich sein oder auch nicht. Jedoch finde ich dies nicht wirklich relevant für seine Kunst. Für mich ist es eine Kunst durch Ästhetik,Symbolismus, Worte eine gewisse Stimmung/Emotion zu verschaffen - genauso wie Trier uns dadurch so tief in die Psyche des Menschen führt. Er kann auch meinetwegen islamische oder jüdische Metaphern verwenden und provozieren. Denn genau so eine Dichotomie der Interpretation macht es möglich, sich nicht nur auf die eine oder andere Interpretation zu stürtzen, sondern lässt einem selber die Freiheit zu entscheiden, wie man es sehen mag. Da viele Interpretationen auch zu einender paradox sind, wird man nie diesen Kreis schließen können. Aber wie gesagt ob man es als Kunst ansehen mag oder nicht ist jedermans eigene Sache, darüber könnte man stundenlang diskutieren aber nich wirklich zu einem Schlusspunkt gelangen:)


KimJongDix

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Bewertung0.5Schmerzhaft

absoluter schundfilm. zaehlt nicht umsonst, zu meinen alltime favoriten der allerschlechtesten filme die ich je sah (teilt sich mit spielbergs a.i. platz 1) ... ich hab nichts gegen innovative filme ala tarantino, antichrist hingegen ist einfach nur gewollt, ekelhaft, pervers und krank. außerdem schneidet man keinem mann im intimbereich rum.
positiv am film: er bringt die tussi um. er hat ein ende.
der rest wirklich grottenschlecht, nicht mal uwe boll koennte, wenn er mit absicht einen miesen film drehen wollen wuerde, so einen schund produzieren koennen.

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Gretchen_Ross

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Danke für die Spoilerwarnung -.-



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