Berlin: Die Sinfonie der Großstadt
Berlin: Die Sinfonie der Großstadt (1927), DE Laufzeit 65 Minuten, Musikfilm, Historienfilm, Dokumentarfilm, Kinostart 23.09.1927
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von Walter Ruttmann, mit Bernard Etté
Ein Tag im Leben der Stadt Berlin. Die leeren Straßen am Morgen, die Hektik des Tages und die Vergnügungen des Abends. Der Film erzählt vom Rhythmus der Großstadt mit all ihren Kontrasten. Walter Ruttmann hat die Filmaufnahmen als Ausgangspunkt für eine Montage genommen, deren Rhythmus hypnotisiert, dem Zuschauer ein Geschwindigkeitserlebnis vermittelt und die einen neuen Sinn erzeugt, der über die Gegenständlichkeit der Filmaufnahmen hinausgeht. “Während der langen Jahre meiner Bewegungsgestaltung aus abstrakten Mitteln ließ mich die Sehnsucht nicht los, aus lebendigem Material zu bauen, aus den millionenfachen, tatsächlich vorhandenen Bewegungsenergien des Großstadtorganismus eine Film-Sinfonie zu schaffen”, schreibt Ruttmann. Für dieses Projekt arbeitet er mit dem Drehbuchautor Carl Mayer zusammen. Carl Mayer schreibt ein Treatment für den Film, das einen sinfonischen Filmaufbau anstrebt. Er verzichtet auf Schauspieler und eine Geschichte.
Handlung
Der Film beginnt mit einer Zugfahrt. Eine Dampflokomotive fährt durch Wiesen, Lauben- und Wohngebiete in die Stadt hinein und grenzt so die Großstadt ab. Nach einem Schwenk über die Dächer Berlins zeigt der Film die Straßen der Stadt, immer wieder unterbrochen durch das Bild einer Turmuhr.
Langsam füllen sich die morgendlich leeren Straßen mit Menschen auf ihrem Weg zur Arbeit. Der Film erzählt von Arbeitern, Angestellten und Schulkindern, Kommerzienräten, Mannequins und Bettlern. Von Autos, Straßenbahnen und D-Zügen, Liebe, Hochzeit und Tod, Schlachthof, Wannsee und Zoo. Vom Rhythmus der Großstadt mit all ihren Kontrasten.
Mit dem fortschreitenden Tag, wird auch der Rhythmus der Stadt und zugleich des Films immer schneller. Auch die Blenden von den Straßen zu Fabriken und in die Büros gewinnen an Geschwindigkeit. Mit dem 12-Uhr-Glockenschlag fällt die Geschwindigkeit in sich zusammen und nimmt erst am Nachmittag erneut an Rasanz zu.
Am Abend schließlich…
Ein Tag im Leben der Stadt Berlin. Die leeren Straßen am Morgen, die Hektik des Tages und die Vergnügungen des Abends. Der Film erzählt vom Rhythmus der Großstadt mit all ihren Kontrasten. Walter Ruttmann hat die Filmaufnahmen als Ausgangspunkt für eine Montage genommen, deren Rhythmus hypnotisiert, dem Zuschauer ein Geschwindigkeitserlebnis vermittelt und die einen neuen Sinn erzeugt, der über die Gegenständlichkeit der Filmaufnahmen hinausgeht. “Während der langen Jahre meiner Bewegungsgestaltung aus abstrakten Mitteln ließ mich die Sehnsucht nicht los, aus lebendigem Material zu bauen, aus den millionenfachen, tatsächlich vorhandenen Bewegungsenergien des Großstadtorganismus eine Film-Sinfonie zu schaffen”, schreibt Ruttmann. Für dieses Projekt arbeitet er mit dem Drehbuchautor Carl Mayer zusammen. Carl Mayer schreibt ein Treatment für den Film, das einen sinfonischen Filmaufbau anstrebt. Er verzichtet auf Schauspieler und eine Geschichte.
Handlung
Der Film beginnt mit einer Zugfahrt. Eine Dampflokomotive fährt durch Wiesen, Lauben- und Wohngebiete in die Stadt hinein und grenzt so die Großstadt ab. Nach einem Schwenk über die Dächer Berlins zeigt der Film die Straßen der Stadt, immer wieder unterbrochen durch das Bild einer Turmuhr.
Langsam füllen sich die morgendlich leeren Straßen mit Menschen auf ihrem Weg zur Arbeit. Der Film erzählt von Arbeitern, Angestellten und Schulkindern, Kommerzienräten, Mannequins und Bettlern. Von Autos, Straßenbahnen und D-Zügen, Liebe, Hochzeit und Tod, Schlachthof, Wannsee und Zoo. Vom Rhythmus der Großstadt mit all ihren Kontrasten.
Mit dem fortschreitenden Tag, wird auch der Rhythmus der Stadt und zugleich des Films immer schneller. Auch die Blenden von den Straßen zu Fabriken und in die Büros gewinnen an Geschwindigkeit. Mit dem 12-Uhr-Glockenschlag fällt die Geschwindigkeit in sich zusammen und nimmt erst am Nachmittag erneut an Rasanz zu.
Am Abend schließlich halten die Maschinen in den Fabriken an, und die Stadt wechselt ihre Kleider. Leuchtreklamen erhellen die Einkaufsstraßen und werfen Licht auf Revuen, Theater, Kneipen und auf das abendliche Glücksspiel.
Jetzt zeigt Walther Ruttmann Freizeitaktivitäten am Wasser und im Park. Abends kehrt auch die Kamera in die Vergnügungsetablissements der Stadt ein, bevor eine weitere Zugfahrt den Abschluss bildet.
Zu sehen sind fast nur ungestellte Außenaufnahmen. Die Kamera sieht die Brötchen auf einem Backblech in einer Bäckerei hüpfen, zeigt die Füße der Arbeiter, die zur Arbeit schreiten, Soldaten und Rinderherden. Sie verliert sich im Verkehr am Potsdamer Platz, steht inmitten einer Kundgebung, bewegt sich auf eine Frau zu, die – die einzige fiktive Szene des Films – Selbstmord begeht.
Ruttmann konzipiert seinen Film als dokumentarisches Kunstwerk, das die Großstadt Berlin als lebenden Organismus zeigt. Das langsame Erwachen der Stadt, die Hektik des Tages und das langsame Ausklingen am Abend sind eine Analogie zu einer Symphonie, unterstrichen durch musikalische Untermalung und Filmschnitt.
Für die damalige Zeit ungewöhnlich, setzt Walther Ruttmann viele schnell aufeinanderfolgende Schnitte ein, um die Lebendigkeit und Hektik der Stadt zu versinnbildlichen. Als einer der ersten symphonischen Filme nutzt Berlin: Symphonie einer Großstadt, die in den 1920er Jahren neue technische Möglichkeit, Filme taktgenau zu schneiden und auf eine zusammen mit dem Film produzierte Musik hin abzustimmen.
Weiterführende Informationen
Besprechung
Hintergründe zu Berlin. Die Sinfonie der Großstadt
Wissenswertes zu Berlin. Die Sinfonie der Großstadt
Quellen und Literatur
Goergen, Jean-Paul: Walter Ruttmann. Eine Dokumentation, Berlin 1989.
Berlin. Die Sinfonie der Großstadt in der Wikipedia (dt.)
Berlin. Die Sinfonie der Großstadt
Berlin. Die Sinfonie der Großstadt
Berlin. Die Sinfonie der Großstadt
Berlin. Die Sinfonie der Großstadt
Cast & Crew
-
Walter Ruttmann
-
Bernard Etté
Regie
Schauspieler
-
Karl Freund
-
Carl Mayer
-
Walter Ruttmann
- Genre
- Musikfilm, Historienfilm, Dokumentarfilm
- Zeit
- Morgen
- Ort
- Alexanderplatz, Bahnhof Zoo, Berlin, Stadt, Wedding, Zug
- Handlung
- Arbeiter, Arbeiterviertel, Autostau, Balkon, Brücke, Dach, Fabrikarbeiter, Fahrstuhl, Farmarbeiter, Feierabend, Fließband, Frau, Hausfrau, Hof, Hund, Junge, Keller, Kinder, Klassiker, Markt, Menschenmenge, Mädchen, Nachtschicht, Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, Stadtleben, Stadtporträt, Straße, Straßenbahn, Straßenverkehr, Suizid, Tunnel, Verkehrsampel, Verkehrschaos
- Stimmung
- Eigenwillig, Ernst, Geistreich
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Berlin: Die Sinfonie der Großstadt
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Kritiken (1) — Film: Berlin: Die Sinfonie der Großstadt
fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch
Kommentar löschenDie Dynamik der Bilder im Zusammenspiel mit der Musik von Edmund Meisel («Panzerkreuzer Potemkin») ist auch noch über 80 Jahre später elektrisierend.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (10) — Film: Berlin: Die Sinfonie der Großstadt
Kommentar schreibenDiscostu 2011/08/13 20:31:37
Kommentar löschenVor allem in der ersten Hälfte packt einen der Rhythmus der Stadt, die Straßenbahnen, Autos, Fußgänger, Kutschen und Züge, die alle durcheinanderfahren , die Maschinen, Soldaten im Gleichschritt etc.. Doch gegen Ende wird die Sinfonie der Großstadt doch ein wenig eintönig, weil sich Walter Ruttmann zu sehr auf die Mobilität und Hektik fixiert, man gegen Ende schon gar keine Straßenbahnen mehr sehen.
Stattdessen etwas länger in einzelnen Momenten zu verweilen, Menschen nicht nur zu zeigen, sondern sie auch für einen kurzen Moment nahe zu bringen, dem Zuschauer einen Gedanken, eine Aussage mit auf den Weg zu geben hätte den Film zu einem Meisterwerk machen können.
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Seth Gecko 2010/12/16 23:57:19
Kommentar löschenUnterhaltungswert: 7.0
Bildungswert: 7.5
Technik: 10.0
Künstlerischer Wert: 9.0
Empfehlung: Dem Film ist für die Atmosphäre eine große Bildfläche zuträglich. Besonderes Augenmerk auf die Komposition der Szenen legen - keine kommt zufällig vor oder nach einer anderen.
U: Keine Handlung, kein Humor, keine Action, kein Spannungsaufbau - und dennoch gut unterhalten? Das funktioniert hier nur auf zwei Wegen, die sich auch beide gleichzeitig beschreiten lassen: Reflektion über das Gerade-Gesehene schon während des Filmes, Interpretation, Deutung einzelner Szenen im Zusammenhang, oder (und) Sich-Einlassen auf einen Bildsog, der um Berlin kreist. Kann man beides nicht, wird man einen Film sehen, in welchem einfach nur alltägliche Situationen - gefilmt in Berlin - gezeigt werden.
B: Der Film besitzt keine Handlung, sondern ist eine bloße Dokumentation Berlins als Großstadt. Doch eine Dokumentation ohne begleitende Stimme aus dem Off? Eine Aneinanderreihung von Bildern soll nun schon eine Dokumentation einer Großstadt sein? Dann kann man ja selbst mit der Handkamera raus, filmen und mit 8.0 Punkten belohnt werden. Ruttmann aber filmt nicht nur einfach Teile, bestimmte ausgewählte Teile, Berlins, sondern setzt diese in Bildern wieder neu zusammen. Und hier ist maßgeblich, welche Szenen er aneinanderreiht, und wie er sie in Szene setzt. Bedeutende Motive der Ästhetik Ruttmanns sind hierbei Tiere, Puppen und Maschinen. Und diese nicht nur unbedeutend ineinander gemischt, sondern sorgfältig platziert. Immer wieder konterkarieren fressende und rennende Tiere, essende und Sport treibende Menschen um nur ein Beispiel aus vielen zu nennen. Maschinen sind sowieso allgegenwärtig und immer mehr in Szene gesetzt als die Menschen, die sie bedienen. Die Ambivalenz des technischen Fortschritts als Dreh- & Angelpunkt des Films, nicht die Menschen.
T: Eine unglaubliche "Schnittästhetik" wie treffend von Peter2211 formuliert zeichnet diesen Film aus. Sehr viele langsame und schnelle Schnitte, die das im Bild gezeigte jeweils perfekt unterstützen und die eine Eigendynamik entwickeln, so dass der eigentliche Spannungsbogen nicht über die Handlung konstruiert, sondern mittels der Komposition der Bilder, erzeugt wird. Schauspieler gibt es keine, so wirken die meist versteckt gefilmten Personen immer unverfälscht.
K: Hier schwer abzugrenzen von B, da obige Interpretationen und Deutungen völlig auf der künstlerischen Verdichtung der Bilder basieren. Die bereits in T gelobten Schnitte sind nicht nur Zeuge hohen handwerklichen Geschicks, sondern gleichzeitig ausdrucksstarkes Stilmittel des Filmes. Edmund Meisels musikalische Vorlage wurde hervorragend vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Frank Strobel interpretiert und ist neben der Schnitttechnik maßgeblich am Aufbau der Atmosphäre beteiligt. Jede einzelne Szene für sich könnte nicht belangloser sein; durch die kunstvolle Zusammenführung ergibt sich allerdings ein fulminantes Filmerlebnis. Die Stadt als lebender Organismus, der komplette Film als Sinfonie in Bildern.
Zu den Bewertungskriteria: http://www.moviepilot.de/forums/film-forum/threads/filmbewertungsschablone
(Wichtige Anmerkung hieraus: Aus den vier Noten wird keine Gesamtnote gebildet - die MP-Note ist der Unterhaltungswert)
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AgentGuhl86 2010/05/16 17:07:21
Kommentar löschenAuch hier zeigt sich wieder: die goldenen 20er Jahre des 20. Jahrhunderts waren in Deutschland besonders goldig der Filme wegen. Walter Ruttmanns dokumentarische Einführung in die große deutsche Hauptstadt ist ein Klassiker, der es wagte, eine Stadt auch mal außerhalb eines Studios ganz real einzufangen. Die Montage des Films ist großartig und hat alles aus der damaligen Technik herausgeholt - manche Einstellungen sind auch heutzutage noch in VFX-überladenen Filmen zu sehen. Der Eindruck des Films hängt natürlich sehr stark von der Hintergrundmusik ab - das Original ist verschollen, ich hatte aber Glück mit dem kleinen Orchester, die dem Anspruch dieses Klassikers würdig waren!
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Joe Gillis 2010/03/19 00:44:24
Kommentar löschenGut fünf Jahre lang, vom Ende der Inflation bis zum Beginn der Weltwirtschaftskrise, war Berlin nicht nur die Hauptstadt des Deutschen Reiches sondern so etwas wie die Kapitale der Moderne. Von diesem Mythos zehrt man an der Spree bis heute. Damals, 1927, auf dem einsamen Höhepunkt urbaner Kultur, komponierte Walter Ruttmann, ein Pionier des abstrakten Kinos, aus grafisch-stilisierten Bildern seine mitreißende Filmsinfonie – weniger ein Zeitdokument, vielmehr eine Phantasie über die Großstadt als Maschine, die die Masse ihrer Bewohner in einem ewigem Kreislauf aus Arbeit, Vergnügen und Schicksal verschlingt und wieder ausspuckt. Heute, im Zeitalter von Tempo-30-Zonen, Gated Communities, Shopping-Malls und fortschreitender Suburbanisierung, ist Ruttmanns furiose Vision von Bewegung, Rhythmus und städtischer Verdichtung nur noch eine staunenswerte Erinnerung.
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Blonder 2009/05/08 19:23:16
Kommentar löschenSehr beeindruckender Film, der gleichzeitig auch ein Zeitdokument ist. Man fühlt sich richtig in die Zwanziger hineinversetzt. Gut finde ich auch, dass die Armen und die Reichen im ständigen Wechsel gezeigt werden.
Am meisten zeichnet sich der Film durch die Kameraführung und den Schnitt aus.
Ein visuelles Meisterwerk, das bis heute nichts an Faszination verloren hat.
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maslobojew 2009/04/16 15:56:15
Kommentar löschenSieh an! So sehr hat sich Berlin gar nicht verändert im Vergleich zu damals.
Bei recht kurzer Laufzeit ein mit Impressionen und Beobachtungen vollgepackter Film - und wirklich ein unschätzbar wertvolles Zeitdokument, das ich fasziniert geschaut habe.
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Peter2211 2008/01/19 16:05:50
Kommentar löschenUnglaublich welche SCHNITTÄSTHETIK es schon in den 20er Jahren gab. Super
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alter.native 2008/01/10 17:00:27
Kommentar löschenInteressante Blicke, ein toller Schnitt, es gibt kaum ein besseres Zeitdokument! Wenn man dann noch eine Vorführung mit der richtigen Life-Musik hat, wäre eigentlich die 10 fällig!
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Geistertexter 2007/12/09 15:33:39
Kommentar löschenUnvergleichliches Filmexperiment, in dem die Menschen nur mehr ein Mittel zum Zweck scheinen, um den Moloch Großstadt mit Bewegung und Leben zu erfüllen.
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Munin 2007/10/31 20:48:23
Kommentar löschenEin einzigartiger Blick in das Berlin der 20er Jahre. Fantastisch
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