Dame König As Spion

Tinker Tailor Soldier Spy (2011), GB Laufzeit 127 Minuten, FSK 12, Thriller, Kinostart 02.02.2012

noch nicht bewertet

Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
7.5
Kritiker
47 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.7
Community
3914 Bewertungen
233 Kommentare
admin image admin trailer admin edit edit group memberships sweep cache Moviemaster:Movie

von Tomas Alfredson, mit Gary Oldman und Colin Firth

Dame König As Spion ist die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von John Le Carré, inszeniert vom Schweden Tomas Alfredson und in der Hauptrolle mit Gary Oldman, der für seine eindringlich-zurückgenommene Darstellung für den Oscar nominiert wurde.

England, 1973: Es gibt einen Doppelagenten im britischen Geheimdienst, der hochbrisante Informationen an die Russen verrät. Er ist einer der 4 Männer direkt an der Spitze des “Zirkus“ (der Name des MI5 in Dame König As Spion). Dies ist die Ausgangssituation von Tomas Alfredsons Adaption von John le Carrés gefeiertem Spionageroman Dame König As Spion (OT: Tinker Tailor Soldier Spy). Um den Doppelagenten ausfindig zu machen, wird Meisterspion George Smiley (Gary Oldman) aus dem Ruhestand geholt. Der zurückhaltende, melancholische Agent macht sich daran, analytisch die Spuren des Maulwurfs zu verfolgen, und sich damit direkt mit seinem russischen Kontrahenten ‘Karla’ zu messen, dem er vor vielen Jahren einmal begegnet war. Doch Karla kennt die Schwäche von Smiley.

Hintergrund & Infos zu Dame König As Spion
Mit einer absoluten Traumbesetzung knüpft Dame König As Spion an die Tradition des gepflegten Agentenfilmes der 1960er und 1970er Jahre an, die mit Filmen wie Der Spion, der aus der Kälte kam (ebenfalls von John le Carré) und Ipcress – Streng geheim ihre Höhepunkte fand. Neben Gary Oldman dürfen sich u.a Colin Firth, Tom Hardy, Mark Strong, John Hurt und Benedict Cumberbatch (Sherlock: Ein Fall von Pink) in verrauchten Büros und grauen Anzügen gegenseitig ausspionieren.

John le Carrés Roman Dame König As Spion wurde schon einmal als fünfteilige Miniserie verfilmt. In der früheren Fassung spielte die britische Schauspielinstitution Alec Guinness die Rolle des Smiley. Während Guiness epische 290 Minuten hatte, um den russischen Überläufer zu entlarven, muss sich Gary Oldman in Dame König As Spion mit knapp über zwei Stunden begnügen. Damit die Handlung trotzdem übersichtlich bleibt und nichts von ihrer dichten, atmosphärischen Paranoia verliert, wurde der schwedische Regisseur Tomas Alfredson verpflichtet, der mit So finster die Nacht vorführte, wie ein inspirierter Genrefilm auszusehen hat.

Bei einem Erfolg des Filmes sind auch Fortsetzungen nicht ausgeschlossen. Schließlich ist die Romanvorlage der Auftakt zu einer Trilogie rund um Smileys Jagd auf den russischen Agenten Karla, die neben Dame König As Spion (1974) aus The Honourable Schoolboy (1977) und Smiley’s People (1979) besteht. (KJ)

  • 37795279001_1079172348001_ari-origin05-arc-123-1311663272346
  • 37795279001_1127773140001_ari-origin06-arc-127-1314261148826
  • Dame König As Spion - Bild 6167351
  • Agent Jim Prideaux (Mark Strong) in Budapest
  • Männer Ihrer Majestät: Percy Alleline / Codename: As (Toby Jones), Toby Esterhase / Codename: Bube (David Dencik), Roy Bland / Codename: Dame (Ciarán Hinds) und Bill Haydon / Codename: König (Colin Firth)

Mehr Bilder (34) und Videos (23) zu Dame König As Spion


Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kritiken (29) — Film: Dame König As Spion

SoulReaver: CinemaForever

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Meisterwerk.

16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 17 Antworten

Sonse

Antwort löschen

Das sind noch Geheimratsecken? ;)


SoulReaver

Antwort löschen

In unausweichlicher Erotik! :)


Corsovilla: SchönerDenken

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Glänzende Schauspieler auf düsterer Bühne: Ein aus der Zeit gefallener Film: Diese Geschichte aus dem Herzen des Kalten Krieges passt nicht mehr zu unserer politischen Gegenwart. Sehr mutig also von Regisseur Tomas Alfredson (bekannt durch “So finster die Nacht”), 2012 den Stoff neu zu präsentieren, dessen Verfilmung 1979 mit Alec Guiness bei vielen Kultstatus genießt. Die Komprimierung des Stoffes auf Spielfilmlänge ist auch für die Zuschauer eine Herausforderung, vor allem bei Auflösung am Ende werden nicht nur die Unaufmerksamen abgehängt. Auf der anderen Seite ist der Film von der ersten bis zur letzten Szene ein Genuß in Sachen Produktionsdesign, Kamera und Schnitt. Vor allem ist der Film eine Bühne für exzellente Schauspieler: Im hochkarätigen Cast stechen drei Männer noch hervor: Mark Strong, der zeigt wieviel mehr er kann als Mainstreambösewichter darzustellen. Gary Oldman, der als Smiley die Kunst des Underplaying vervollkommnet und sehr beindruckend: Nachwuchsstar Benedict Cumberbatch (bekannt als “Sherlock”). (Mehr im Podcast)

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Julio Sacchi: Das Manifest

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Zugegeben: Alfredson macht es dem Zuschauer nicht leicht. Die akkurate Darstellung von Geheimdienstlern der 70er als schweigsame Beamte in einem müden und freudlosen Alltag verlangt vor allem in der ersten Stunde einiges an Geduld. Doch was der hochtalentierte Regisseur genauso präzise auf die Leinwand bringt, ist die Grundstimmung des Kalten Krieges - das Mißtrauen, die Mißgunst, die Angst. Die totale Entmenschlichung spiegelt sich in tragischen Verlusten, die Alfredson klug, aber nicht kalt, auf Nebenschauplätzen abhandelt. Doch ganz im Regen stehen lassen will er uns glücklicherweise doch nicht und schenkt uns die schönste Coda der jüngeren Filmgeschichte.

10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

der cineast

Antwort löschen

:)


Flibbo: Wie ist der Film?

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

[...] Das Hauptaugenmerk allerdings liegt auf Gary Oldman („The Dark Knight“) als George Smiley. Er ist so kühl, dass es fast schon unheimlich ist. Erst bei genauerer Betrachtung wird die Anstrengung des Unterspielens sichtbar. Oldman geht mit eiserner Disziplin ganz in seiner Rolle auf und schafft es, mit minimalen Gesten eine starke Ausstrahlung aus in jahrelangem Training verdrängten Emotionen zu entfalten. Der politische Hintergrund der Geschichte wird weitestgehend ausgeklammert, um sich ganz auf die Spannungen zwischen den Figuren zu konzentrieren, die alle auf ihre jeweils eigene Art leiden. Und hier offenbaren sich die Knackpunkte von „Dame, König, As, Spion“: Es sind einfach zu viele Figuren, um sich emotional auf die unter rauer Oberfläche verborgenen Konflikte einzulassen und gleichzeitig in der fies verschachtelt erzählten Geschichte den Überblick zu behalten. [...]

Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Filmering: Filmering.at

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Dame König As Spion ist ein ruhig erzähltes, stilsicher inszeniertes und famos gespieltes Spionage-Drama. Besonders herausragend ist die präzise Schilderung einer Zeit der Paranoia und die einnehmende Erzählstruktur. Obwohl der Film darauf verzichtet den realistischen Ansatz für einen schnellen Thrill zu opfern, gibt es immer wieder ganz besondere Szenen in denen der Film auf bodenständige Art und Weise für Spannung sorgt. Besonders überzeugend sind auch die hochkarätigen Darsteller, angeführt von einem Gary Oldman in absoluter Bestform. Insgesamt gesehen fehlt es dem Film vielleicht an den ganz großen Szenen an die man sich immer wieder erinnern kann, aber dafür wird man mit einem einnehmenden Erzählfluss entschädigt, der es auf subtile Weise schafft das Publikum durch die Geschichte zu führen.

Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Für le Carrés treue Leser ist dieser visuell so meisterhaft gestaltete Thriller die perfekte Fototapete zum Roman, für alle anderen bleibt Dame König As Spion ein einziges Rätsel. Man ist ein wenig geschüttelt, aber nicht gerührt.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Lars Tuncay: Filmtabs, Intro Lars Tuncay: Filmtabs, Intro

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Was für ein gelungenes Vermächtnis und was für ein Glücksfall für Freunde des anspruchsvollen Kinos.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

M. Semenowicz: Filmszene.de M. Semenowicz: Filmszene.de

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Es kostet sehr viel Aufmerksamkeit, der Handlung von Dame König As Spion zu folgen und auch am Ende ist man nicht sicher, ob man jetzt alles richtig dechiffriert hat. [...] Dame König As Spion ist dennoch ein intelligenter, visuell und schauspielerisch überzeugender Film.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,... Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,...

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Das Drehbuch von Bridget O’Connor und Peter Straughan ist ein Meisterstück ökonomischer Exposition. Bei aller Verdichtung verliert Tomas Alfredsons Regie den atmosphärischen Detailreichtum der Vorlage nie aus den Augen.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Katja Nicodemus: NDR Katja Nicodemus: NDR

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Dame König As Spion bietet großartige Schauspieler, großartige Ausstattung, das Kolorit einer Zeit - das ist mehr als man gemeinhin von einem Thriller erwarten kann.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Walli Müller: br-online, NDR Walli Müller: br-online, NDR

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Der schwedische Regisseur [Tomas Alfredson] bringt einen ganz eigenen Stil in das altbewährte Genre ein und kann sich auf die markanten Gesichter seines Star-Ensembles verlassen. Ein Fest für Fans des guten alten Agenten-Thrillers.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

neon: pixelmonsters.de neon: pixelmonsters.de

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Stilsicher steuert Tomas Alfredson seine Protagonisten durch die tristen 70er. Raffiniert dennoch etwas spannungsarm inszeniert.

Kommentar gefällt mir Antworten

José Garcia: Textezumfilm

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Der komplexe Spionagethriller schreitet zwar bei allen Orts- und Zeitebenenwechseln in einem langsamen Tempo voran, bleibt aber von Anfang an atmosphärisch dicht und spannend. Alfredsons Film fordert allerdings dem Zuschauer einiges an Konzentration ab. So erkennt er beispielsweise die Rückblenden teilweise lediglich an Smileys Brille: In den Rückblenden trägt er eine Anfang der siebziger Jahre als antiquiert geltende Fassung, die er irgendwann einmal durch eine dieser großen Brillenfassungen ersetzte, die in den beginnenden Siebzigern in Mode kamen. Detailverliebtheit zeichnet das beeindruckende Produktionsdesign von Maria Djurkovic aus. Dazu gehören sowohl kleine Objekte wie ein Feuerzeug, das zu einem für die Handlung wichtigen Puzzlestück wird, als auch die Interieurs, in denen sich meistens die Handlung von „Dame König As Spion“ abspielt und die teilweise eine klaustrophobische, zur Spionage-Welt passende Wirkung entfalten. Diese Schauplätze werden im Stil klassischer Spionagefilme, etwa mit effektvollen Zooms und parallel geschnittenen Halbszenen, von Kameramann Hoyte van Hoytema hervorragend fotografiert. Der intelligente Schnitt von Dino Jonsätr trägt nicht nur zum Erzählrhythmus, sondern auch zur Spannung wesentlich bei, sinnvoll unterstützt vom Soundtrack Alberto Iglesias'.

Zu den Stärken von Alfredsons Film gehört indes auch der Minimalismus der erstklassigen Darsteller, allen voran Gary Oldmans, der für diese Rolle für den diesjährigen Oscar nominiert wurde. Mit kleinen Gesten erzielen sie große Wirkung, weil ihr zurückgenommenes Spiel die Empfindungen und das allgegenwärtige Misstrauen der Akteure ausdrückt und dadurch einen Einblick hinter die Kulissen der hermetisch abgeriegelten Geheimdienst-Welt gewährt.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

erik-weber

Antwort löschen

Das du das mit dem Brillenwechsel erkannt hast ist fantastisch :) ...Ich hab die Rüchblenden auch erkannt aber nicht daran.


goodspeed: ANIch / UFA / KultHt.de / O...

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Völlig unbedarft, ohne das Buch von John le Carré noch die BBC-Verfilmung zu kennen, eröffnete sich mir ein Film, dessen entschleunigte Oberfläche wie Balsam auf der gereizten Cineastenhaut wirkt. Alte Männer spielen Kalter Krieg fernab von Agentenklischees und Actionszenen. Darunter offenbart sich eine der verschachtelsten und forderndsten Erzählungen seit langem. Man wird von Informationen nahezu erschlagen, reiht im Kopf A an B und versucht mit dem Film Schritt zu halten. Wie in seinem Meisterwerk "So finster die Nacht" beweist Regisseur Alfredson auch in "Dame, King, As, Spion", dass er den eisigsten Szenarien einen Funken zwischenmenschliche Wärme und Romantik abringen kann, selbst dem Kalten Krieg. "Drei Tage des Condor" trifft auf "Die üblichen Verdächtigen" mit einem Starensemble, dass mit Blicken statt mit Worten dem Zuschauer zusetzt und die Suspense greifbar werden lässt.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Sven Lohmann: Schnitt Sven Lohmann: Schnitt

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Wahnsinnig persönlich oder emotional mitreißend ist Dame, König, As, Spion nicht, nein. Aber: Filme wie dieser, die so konzentriert und geradlinig zur Sache kommen, und dann auch noch mit größter Schlichtheit, sind durchaus eine Seltenheit.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Gaby Sikorski: Programmkino Gaby Sikorski: Programmkino

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Ein toller Film!

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

TheCorey: MovieMaze

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

Technisch sieht das zwar alles ganz schick aus, aber eine nette Kameraführung und ein gefälliges Set Design trösten nicht darüber hinweg, dass DAME, KÖNIG, AS, SPION die Tuchfühlung mit seinem literarischen Material fehlt. Die Vielzahl der eindimensionalen Figuren sind in Kombination mit der unspannenden und durchgehetzten Spionage-Handlung somit zum Scheitern verurteilt. Infolgedessen kann Alfredsons Film lediglich als stilistische Fingerübung überzeugen, doch auch die hübscheste Bühne produziert kein Meisterstück, wenn die Handlung falsch strukturiert und von unterforderten Schauspielern vorgetragen wird.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

BuzzG: filmfutter.com, kino-zeit.d...

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Tomas Alfredson hat John le Carrés Roman in einen inspirierten, aber nicht inspirierenden Film umgewandelt. Zumindest nicht inspirierend, was das eigene Leben angeht.

Gelegentlich muss man sich aber auch einfach mit den unbequemen Schattenseiten auseinandersetzen.
Nicht jede Geschichte kann das Schöne und Positive feiern.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Mr Vincent Vega: Die 5 Filmfreunde, gamona, ...

Kommentar löschen
9.0Herausragend

[...] Kaum ein Film des Genres entwarf bislang ein derart faszinierend zermürbendes Berufsbild, mit der Romantisierung eines James Bond haben die Agenten von le Carré nichts gemein. Sie sind gebrochene Seelen, ohne Identität und soziale Verbindung, auf ewig verloren im endlos trägen Gewerbe des Geheimdienstes. In der Beobachtung des Milieus erweist sich Alfredson bei seiner Umsetzung als Meister der Zwischentöne. Bis zur Beklemmung verdichtet er die Anordnung der Figuren und komprimiert stückweise ihre Bewegungsräume. In einer ausdauernd von Subtilität und Detailreichtum bestimmten und geradezu analytischen Inszenierungshaltung untersucht er mit breitesten Scope-Bildern grau-brauner Färbung stets, was sich jenseits des Offensichtlichen zuträgt. Die Präzision und Konzentration dieser Romanadaption kann nicht weniger sein als die große begnadete Handschrift eines absoluten Ausnahmefilmemachers.

Kritik im Original 33 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 5 Antworten

mitcharts

Antwort löschen

"... als die große begnadete Handschrift eines absoluten Ausnahmefilmemachers.".
Was er schon in "Let den rätte komma in" bewiesen hat.

Ich bin weiterhin gespannt.


nilswachter

Antwort löschen

Den muss ich sehn :)


Edward Nigma: CinemaForever

Kommentar löschen
4.0Uninteressant

"Things aren't always what they seem."

Manche Filme lassen schon Monate vor Kinostart das Herz eines jeden Cineasten höher schlagen. So zum Beispiel der Spionage-Thriller „Dame, König, As, Spion“, in dem sich die Crème de la Crème der britischen Schauspielgemeinschaft die Klinke in die Hand geben sollte. Ließen sich doch unter anderem Gary Oldman („The Dark Knight“), John Hurt („Melancholia“), Tom Hardy („Inception“), Colin Firth („Das Mädchen mit den Perlenohrringen“) und Mark Strong („The Guard – Ein Ire sieht schwarz“) für dieses englisch-französisch-deutsche Kino-Projekt verpflichten. Auch die Romanvorlage von John le Carré („Der ewige Gärtner“) versprach einen elektrisierenden Spionage-Thriller, der fesselt bis zur letzten Sekunde. Und in der Tat ist das clevere Finale einer der wenigen Höhepunkte im neuen Film des schwedischen Regisseurs Tomas Alfredson („So finster die Nacht“), in dem man aber sonst vergeblich nach ähnlich spannungsgeladenen Momenten sucht.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

hakra

Antwort löschen

Mit Sicherheit kommt der neue Smiley-Darsteller nicht an Sir Alec heran, egal wer es ist. Ein Ersatz wird der Film aber schon sein da weder das ZDF (den ersten Teil "Dame, König, As, Spion") noch die ARD (den zweiten Teil "Smileys Leute") bereit sind die Filme wieder mal ins Programm aufzunehmen.


Alle Kritiken (29)


Kommentare (204) — Film: Dame König As Spion


Sortierung

BigH

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Man kann in einem Film versuchen, Spannung mit viel Action, Schießereien und Verfolgungsjagden zu erzeugen. Oder aber man nimmt ein paar Schauspieler der A-Kategorie, gibt ihnen ein gutes Drehbuch und freut sich an dem, was dann dabei herauskommt. "DKAS" gehört eindeutig in letztere Kategorie. Man mag dem Film mit einem gewissen Recht anlasten, daß er ein wenig träge und behäbig daherkommt. Aber das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, daß es permanent unter der Oberfläche brodelt und diese Trägheit eher wie die permanente Spannung vor einem Gewittersturm ist. Das liegt natürlich zum einen an der meisterhaften Inszenierung, zum anderen aber auch an der eingangs angesprochenen erstklassigen Schauspielerriege, die jede noch so kleine Rolle großartig verkörpert. Natürlich ist Gary Oldman wieder mal fantastisch, aber er ist es eben nicht allein, der den Film trägt, er sticht nicht wie ein Leuchtturm aus der Truppe heraus, nein, der Rest des Ensemble kann ihm durchaus das Wasser reichen. Nicht zuletzt deshalb ist es eine Freude, sich "Dame König As Spion" anzuschauen.

Was mich besonders gefreut hat war der Umstand, daß der Film nicht modernisiert oder upgedated oder re-imagined oder mit Action aufgepeppt oder was weiß ich wurde. Sicher, der Kalte Krieg ist schon 'ne Weile vorbei, es wäre schwer gewesen, die Handlung in unsere Zeit zu übertragen. Schwer, aber nicht unmöglich. Drehbuchautoren haben schon Schlimmeres verbrochen. Um so mehr ist es erfreulich, daß die Handlung im historischen Kontext belassen wurde. Ich glaube, der Film hätte durch eine Verlagerung in unsere Zeit viel von seinem Flair verloren. Gut, daß das an entscheidender Stelle auch so gesehen wurde.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

Lorion42

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Ich hab schon fast 2000 Filme gesehen und doch sieht man immer nochmal was neues. Hier haben wir es mit einem Thriller ohne großen Thrill zu tun. Ein Spionagefilm, der Wendungen ausschließlich durch Verhöre einsetzt. Ein Dialog folgt dem Nächsten, in dem weitere Details über die komplexe Hintergrundgeschichte enthüllt werden. Mir waren es aber einfach zu viele Unwägbarkeiten, dass ich es schaffen konnte auch nur eine sinnvolle Theorie zu entwickeln. Und das ist doch eigentlich der Grund, warum man solche Thriller schaut. Ich will mitdenken und nicht durch viele Handlungsstränge verknotet werden. Der Film verzichtet vollkommen auf plumpe Actionszenen, emotionale Bindungen oder Spannungsszenen aus der Retortenkiste. Manchmal hätte ich mir aber doch irgendwas gewünscht, das den Film weniger zäh machen würde.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

heikschn

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Tolle schauspielerische Leistung aller Beteiliogten, vor allem aber von Oldman, der obwohl er nur wenig sagt, den Film zu tragen vermag. Auch interessant in Hinblick auf Ausstattung, Kulissen etc. Man fühlt sich in der Zeit zurückversetzt. Eigentlich auch eine spannende Geschichte. Trotzdem ist das Skript das größte Problem. Viel zu viele Details muss der Zuschauer verarbeiten und sich merken, nichts ist unwichtig. Allein sich die vielen verschiedenen Namen von Anfang an zu merken, um sie später richtig zuzuordnen ist overkill. Wer sich darauf einlässt und durchhält wird meiner Meinung nach belohnt. Wer das Buch vorher gelesen hat, ist eh im Vorteil. Allerdings ist es verständlich, dass einige hier abschalten. Meine drei Mitgucker sind jedenfalls alle drei zwischendurch eingepennt und konnten dann natürlich gar nicht mehr folgen.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

gil.keller.5

Kommentar löschen
Bewertung5.0Geht so

Schwierig.
Sehr schwierig, eine gerechte Bewertung zu finden.
Ich kann verstehen, warum dieser Film gefallen kann.
Das Problem : Noch verständlicher ist es für mich, diesen Film langweilig zu finden!

Klar, er ist intelligent, tief, anspruchsvoll - und da haben wir auch schon ein weiteres Problem, er ist einfach zu schwerwiegend, zu langsam, zu sehr mit Details verflochten.
Ich schaue keineswegs nur Filme à la Scary Movie oder Harry Potter, aber dieser Film war mir einfach zu langatmig und zu unspannend.
Vielleicht gehöre ich zu der Kategorie Mensch, den eine Idee oder eine spannende Geschichte allein nicht fesselt, vielleicht bin ich aber auch einfach noch zu jung.
Ich werde ihn mir definitiv in 5, 10 Jahren nochmal reinziehen und mein Résumé erneuern, aber für heute hat er meine Erwartungen und Bedürfnisse nicht erfüllt.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

ElMagico

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Kein einfacher Film und so ziemlich genau das Gegenteil von Berieselung. Denn lässt bei "Tinker Tailor Soldier Spy" mal für 5 Minuten die Konzentration nach, kann es leicht passieren das man völlig raus ist, das Kartenhaus zusammenbricht und einen unter sich begräbt. Obwohl der Film so elegant, so ruhig und still ist, liefert er eine Flut an Informationen, Gesichtern, Namen und Augenblicken die einfach so wichtig sind. Ein Film bei dem das Popcornrascheln nur stören würde, bei dem die Toilette mit dem Abschalten des Films gleich käme. Ein Film den man sich erarbeiten muss, den man irgendwo auch durchhalten muss und den man auch immer nur mit halber Kraft genießen kann. Und ein Film, der einem am Ende seltsam unzufrieden zufrieden macht.
Vielleicht erklären sich so auch die doch sehr arg unterschiedlichen Bewertungen ob dieses Films. Da gibt es wirklich nur Entweder Oder und zum mal nebenbeigucken oder für den gemütlichen Filmabend mit Freunden taugt "Tinker Tailor Soldier Spy" so gut wie nicht. Er will den Zuschauer ganz oder gar nicht, bekommt er ihn nur halb, wird er sicherlich zum zählflüssigem Langweiler, voll von gestelzten Menschen und muss einem wie ein 2stündiger Leerlauf vorkommen. Lässt man sich aber komplett darauf ein, dann webt einen dieser Film langsam ein, zieht die Fäden immer enger und lässt einen alles um einen herum vergessen. Das ist genauso spannend, wie es auch kompliziert ist. Das ist fesselnd, wie es anspruchsvoll ist. Und in dem ganzen schwebt auch eine sehr zarte und bittere Melancholie mit, welche man nie deuten kann, sie aber immer spürt.
Ein bisschen erinnerte mich "Tinker Tailor Soldier Spy" an die Momente, in denen man irgendein wichtiges Schriftstück sucht und seine gesammelten Unterlagen vor sich auf dem Boden ausbreitet. Eine eigentlich ernsthafte und unangenehme Arbeit, aber zwischendrin findet man doch immer wieder Dokumente die einen zurückdenken lassen an vergangene Momente und vergessene Gefühlte. Oft schleicht sich da auch mal ein Bild oder ein Brief ein und man hält einen Augenblick inne, erinnert sich und sucht weiter...oftmals mit einem flauen Gefühl im Magen.
Wie erwähnt ist der Film ein sehr gläsernes Konstrukt, das leicht zerstört werden kann, oft nicht sonderlich stabil ist und bei dem man viele Ecken und Enden auf Anhieb nicht erkennt. Das dieses Gebilde überhaupt funktionieren kann, ist sicherlich auch Verdienst dessen, was wir hier gerne einen überragenden Cast nennen. Und das ist er einfach. Jeder der Beteiligten Schauspieler macht seine Aufgabe hier ausgezeichnet, vorallem weil es scheint als würde sich jeder der Wertigkeit seiner Rolle bewusst sein. Alle transportieren diese Ruhe und Stille, die doch eigentlich gar keine ist. Aber nicht die Schauspielkunst der Akteure nahm mich an die Hand und führte mich in diesen Film ein, sondern etwas viel profaneres: Der Film ist voll von Gesichtern die einfach gern sehe. Die ich gern beobachte. Die ich gern auf ein stücklang begleite.
Tomas Alfredson schafft es nach "Låt den rätte komma in" ein sehr eigene und stimmige Atmosphäre zu erzeugen und sein Werk gleichzeitig drückend und doch nachdenklich zu gestalten. Ohne viel Trara ermöglicht er einen Blick einen fremden Mikrokosmos, macht ihn verständlich, hält den Zuschauer aber auf sicherer Distanz.
Und am Ende hat man doch mehr von diesen Menschen übernommen als denkt. Denn die letzten Züge des Finales erscheinen einem kaum mehr wie ein filmischer Plot, sondern wie unumgängliche Konsequenzen in dieser Welt. Ein Rätsel das gelöst ist, dessen Lösung aber niemanden glücklich macht...auch den Zuschauer nicht.

bedenklich? 34 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten

HimmelHoch

Antwort löschen

Perfekt getroffen!


ElMagico

Antwort löschen

Vielen Dank euch! Und Hfonda, sei nicht allzu traurig, kann mir den Film nur schlecht im Kino vorstellen. Der braucht extreme Ruhe!


strangelet

Kommentar löschen
vorgemerkt

Ich werde diesem Film irgendwann eine zweite Chance geben müssen, weil ich annehme, dass er auf einer großen Leinwand oder wenigstens mit einem 100-cm-Fernseher ein bisschen besser funktioniert. In der kleinen alten Röhrenkiste, die diesmal zur Verfügung stand, war die langsame Erzählweise von "Dame König As Spion" eher strapaziös...

bedenklich? Kommentar gefällt mir 2 Antworten

dmtjdc

Antwort löschen

Der Film war auch im Kino sehr, sehr anstrengend.


Eigenbrötler

Antwort löschen

Dafü gibt es halt sehr viel Atmosphäre.


mariega

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Molotowcocktail: Ein Kartenspiel auf Leben und Tod gemischt mit der unerträglichen Leichtigkeit eines Chansons "La mer" von Charles Trenet gesungen von Julio Iglesias. Explosiv!

bedenklich? 12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Harvey Specter

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

127min die mir vorkamen wie 200min. Der Film ist nun wirklich etwas zäh und so sehr ich ihn versuche zu mögen, zu 100% schafft er es nicht.

Der Cast ist einfach beeindruckend, da ich auch gerne Gary Oldman, Benedict Cumberbatch und Tom Hardy auf der Leinwand sehe. Die Anderen wie Colin Firth, Mark Strong, John Hurt & Co. sind auch einsame Spitze. Jeder für sich, spielt seine Rolle sehr gut und überzeugend. Doch ein Pott voller Talente macht den Film nicht automatisch zu einem guten Film.

Die Story finde ich sehr interessant, das zählt in diesem Fall nämlich besonders. Wer gar kein Interesse hat, wird hier einschlafen oder sich langweilen. Jedoch ist Erzählgeschwindigkeit mir etwas zu langsam. Was ich ein wenig vermisst habe, war eine Erzählerstimme. Hätte sich bestimmt gut in den Film eingefügt oder aber auch nicht. Das wäre schon interessant zu wissen.

"Dame König As Spion" habe ich mir zweimal angeschaut. Ich wusste beim ersten Mal, dass ich ihn mir erneut anschauen muss, um vllt. ein paar Unklarheiten aufzudecken. Denn das zweite Mal fand ich ihn besser. Ich habe auf mehr Details geachtet. Das sollte man bei so einem umfangreichen Film beachten. Manche Filme, so wie dieser, sollten mehrmals gesehen werden, bevor man voreilige Schlüsse zieht. Ich spiele hier nicht auf die Handlung an, denn die ist nicht überaus kompliziert. Man sollte den Lauf des Film nur folgen. Es ist eher die Sicht des gesamten Werks. Daher empfehle ich sich den Film mindestens zwei Mal anzuschauen.

Der Film trägt nicht zu dick auf und bringt eine Menge Spannung mit. Anfangs ist es ziemlich ruhig und etwas Wortkarg. Generell schweigt der Gentlemen Smiley, gespielt von Gary Oldman, lieber und konzentriert sich auf das Wesentliche. Man merkte deutlich die Strukurierung des Films. Die Einleitung, der Mittelteil und der Abschluss mit dem dramatischen Höhepunkt. Ich hatte das Gefühl ich würde parallel das Buch lesen und dies wären die Bilder, die ich mir von Seite zu Seite vorstellen müsste. Das find ich ziemlich beindruckend.

Es ist wahrlich nicht jeder mans Film. Es ist für solche, die geduldig sind und einen Film schätzen der sich Zeit lässt eine komplexe Geschichte in aller Ruhe zu erzählen. Wie der Titel es vermuten lässt, ähnelt er einer zeitaufwendigen Schachpartie, in der jeder Zug entscheidend ist und gut überlegt sein sollte.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

LynchFan1706

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

In diesem Meisterwerk stimmt einfach alles. Es gibt nichts zu bemängeln und nichts zu kritisieren. Punkt!

bedenklich? 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

DerDude_

Antwort löschen

Völlig richtig !
Gibt kaum perfektere Filme.


LynchFan1706

Antwort löschen

Wohl nicht. Perfekt und stimmig bis ins kleinste Detail, das habe ich so auch noch nicht erlebt.


CHF

Kommentar löschen
Bewertung3.0Schwach

Chrrrr..... das geht runter wie Pattex aus der Dose.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

hoffman587

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Tinker Tailor Soldier Spy

»Things aren't always what they seem.« - Tomas Alfredson erzählt von Maulwürfen, faulen Äpfeln, Spionen und nach einem Roman von John le Carré, den er schließlich hiermit aufmerksam komprimiert. In klinischen und technisch perfekten Bilder schickt er den Zuschauer damit zurück in die Zeit des Kalten Krieges und lässt das tot geglaubte Genre des Spionage- und Agentenfilms wieder im ehemaligen Gewand neu aufleben, von der ernüchterten Zeitstimmung bis zu der kühlen Atmosphäre. Seine Erzählung ist gemäßigt, aber mit einer erstaunlichen Präzision und Weitsichtigkeit ausgestattet, was Alfredson interessiert sind die kleinen Dinge. Es sind die Blicke, die Gesten, die Minuten und Sekunden, denen er Beachtung schenkt und sich dabei analytisch auf die Details seiner Geschichte konzentriert, denen er wiederum im Verlaufe seiner Geschichte Bedeutung einräumt und sie miteinander verknüpft. Mit bedächtigen und durchdachten Blick schreitet sein Protagonist Smiley bei der Ermittlung voran auf der Suche nach dem Feind in den eigenen Reihen und der sitzt ganz oben, ein internes Suchspiel. Das ist ein intelligentes Schachspiel zwischen Agenten (= Schachfiguren) im Stillen. Die Frage ist: Wer ist Freund und wer Feind? Wer ist Kumpane und wer Überläufer? Ein Spiel von und über Vertrauen, Misstrauen, Verrat und Moral. Und was bedeutet da noch Loyalität?

Aus Ruhe heraus schafft Alfredson die Faszination am Geschehen und aus der Langsamkeit die zuspitzende Spannung, die aus der sorgfältigen Rekonstruktion des früheren Spionagefilms und dessen Gefühl profitiert. Alfredsons saugt die Stimmung dieser Filme förmlich auf, verinnerlicht sie und gibt sie äußerst punktuell wieder. Oldman gibt den Smiley desillusioniert, menschlich und mit klaren Blick und mimt ihn mit einer ungeheuren Präzision von mimischen und gestischen Nuancen. Er blickt zurück und er blickt voraus. Das passt so exakt auf Alfredsons Inszenierung, der ja für seinen Teil auch nicht auf Rückblenden verzichtet, das es sichtlich verblüfft. So darf Alfredsons Film natürlich auch als fein zu betrachtendes Schauspielkino gewertet werden, durch die hervorragende Darstellerriege von Hurt, über Hinds, Hardy, Firth zu Jones, Strong und Cumberbatch, den ich jetzt auch für mich lieb gewonnen habe. Also Akteure, die durch ihr Spiel faszinieren und bei der distanzierten Schilderung wissen das Profil der Charaktere zu verdeutlichen, so deuten sie (und natürlich Alfredson) auch die tiefere Fassade hinter ihren Blicken und Gesichtern an. Ein bisschen erinnert das dann auch etwas daran, als hätte man Melvilles »L´Armée des ombres« in den Kalten Krieg und nach Großbritannien verfrachtet. Umso schöner bei einem solchen Vergleich ist natürlich das qualitative Bewusstsein über dieses Werk. Denn auch wenn er nicht unbedingt innovatives oder neuartiges dem Genre hinzufügt oder dem Stoff anbietet, so begeistert Alfredsons unaufgeregt inszeniertes Königsspiel trotzdem.

bedenklich? 35 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

dustyOn3

Antwort löschen

Guter Kommentar! :-)


hoffman587

Antwort löschen

Dankeschön. :)


a_krueger

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Einer dieser Filme, wo ich nicht immer weiß, was da gerade die hübschen Leute auf der Leinwand überhaupt machen, aber ich mir bewusst bin, dass das alles irgendwie spannend ist. Tolle Schauspielerleistungen, tolle Perücken, schöne Ausstattung. Aber im Grunde nicht mehr als all die anderen "Wir haben einen Maulwurf"-Agententhriller. Hätte Brian De Palma diesen fIlm gemacht, hätten alle gesagt "ja, ganz okay, aber nicht der große Wurf". Macht irgendein Schwede den gleichen Film, sagen alle "Uiuiui... GANZ großes Kino." Naja, für mich ist das hier ein sehr überhypter Film, den man sich ruhig mal anschauen kann, da er ein paar spannende Szenen und tolle Schauspieler hat. Aber letztendlich sieht Mad Men fast genauso aus und ist bedeutend anspruchsvoller.

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Love2watchFilms

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Ich stimme mit einigen Kommentaren überein. Einen Hauch zu langsam erzählt, aber hervorragende schauspielerische Leistungen. So kompliziert fand ich die Handlung jetzt nicht. Wenn man aufmerksam dabei blieb, ging es eigentlich. Die Bestzung ist einfach TOP!

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

TheJoker

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Also Hut ab vor jedem, der "Dame, König, As, Spion" beim ersten Sehen völlig versteht und überall mitkommt. Bei mir war's leider nicht so. Ich hab mir, vor allem gegen Ende, öfters mal den Schädel gekratzt. Und auch beim aufarbeiten danach hab ich noch nicht alles vollkommen verstanden. Warum dann 7 Punkte? Ganz einfach: Überragende schauspielerische Leistungen, überragendes Setting, fantastisch ruhige Erzählweise, super Soundtrack. Kurz: bis auf den oben angesprochenen kleinen Kritikpunkt von mir, gibt's nichts auszusetzen.

bedenklich? 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

Joeyjoejoe17

Antwort löschen

Es geht ja weniger darum, der Handlung zu folgen, sondern mehr, die Mechanismen hinter der Spionagearbeit zu entdecken. Ich finde ihn sehr spannend, auch wenn ich im Mittelteil der Story nur wenig folgen kann.


TheJoker

Antwort löschen

Ja, ungefähr so geht's mir auch ;)


Zzyzx

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Filmisch top!
Mir persönlich allerdings etwas zu langsam erzählt.
Aber auf jeden Fall sehenswert!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

craax

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Dame, König, As, Spion"
Es passiert mir ja selten, das ich beim Durchforsten des Internets nach einem Film das Gefühl habe, nichts mehr sagen zu müssen, weil eine der abgegebenen Stimmen bereits Genüge tut. Hier ist eine solche:

Von Kilian Trotter, in: Die Zeit, 02.02.2012
Machen Sie bei diesem Film nichts anderes, schauen Sie nur in das Gesicht von Gary Oldman. Dieses Antlitz spielt in Dame, König, As, Spion ein eigenes minimalistisches Theaterstück, in dem sich die ganze Handlung entfaltet. Der erste Blick auf diese Bühne: eine zerfurchte Stirn, Wahnsinnsfalten, ausdrucksloser Blick. Gary Oldman alias George Smiley wird entlassen, nach Jahrzehnten treuer Arbeit für den britischen Geheimdienst. Die ganze Führungsriege sitzt zusammen, weil eine Katastrophe geschehen ist: Einer ihrer besten Männer wurde in Budapest beim Versuch, einen Spion anzuwerben, angeschossen. Nun ist er in den Händen der sowjetischen Feinde. Der Chef des MI6, den alle nur »Control« nennen, hatte die Mission in Auftrag gegeben. Jetzt zieht er die Konsequenzen. Und nimmt seinen treuen Helfer George Smiley mit in den Ruhestand.

Smiley sagt nichts. Er guckt nur. Die beiden Männer stehen auf und schreiten durch die Gänge der Abteilungen. Die Kamera hält ehrfürchtig Abstand, genauso wie die Belegschaft. Niemand spricht, alle schauen sich entsetzt an. Smiley schweigt die ersten 18 Minuten des Films. Seine Gefühle sind unter Kontrolle, nur manchmal zucken die Augen. Er ist ein Mann der alten Schule. Als er zum ersten Mal spricht, sagt er, jedes Wort ein verbitterter Schlag: »Ich bin im Ruhestand, Oliver. Sie haben mich rausgeschmissen.« Von da an redet er, präzise, effizient. Kein Wort zu viel.
So wie George Smiley (köstlicher britischer Humor) ist dieser Film. Dame, König, As, Spion nach dem gleichnamigen Roman von John le Carré redet nicht, er zeigt. Er projiziert das Exterieur, die Geschichte, ins Interieur, in die Gesichter der famosen Schauspieler. Und er lässt die Welt der Blümchentapeten, der blassgrünen Vorhänge und der ockerfarbenen Sofas wieder aufleben. Diese perfekt fotografierten Interieurs, in denen die Helden ensetzlich einsam wirken, machen Dame, König, As, Spion zu einem Ereignis. Nicht die manchmal allzu komplex verästelte Handlung.

Control (John Hurt), der Chef des MI6, ahnt, dass sich ein Spion, der für die Sowjets arbeitet, in die oberste Leitungsebene eingeschlichen hat. Doch bevor er diesen Verdacht erhärten kann, muss er wegen des Desasters in Budapest den Hut nehmen. Control stirbt bald darauf, George Smiley findet nach Wochen der Einöde wieder zurück, mit einer geheimen Mission. Ohne Wissen des Secret Service soll er nach dem »Maulwurf« suchen. Zwei junge Helfer bekommt Smiley an die Hand. Dann geht die Jagd los: mit fünf verdächtigen Geheimdienstlern (unter anderem einem grandios vielschichtigen Colin Firth als Bill Haydon), mit jeder Menge Intrigen, mit brutalen Morden, die den Begriff des »Kalten« Krieges in seine bellizistische Etymologie zurückführen, mit Zwischenstopps in Istanbul und Paris und mit einem Showdown, der subtiler und unspektakulärer nicht sein könnte.

Eigentlich lebt ein Spionagethriller von seinen rasanten Szenen, von seinem Spannungsaufbau und von seinen überraschenden Wendungen. Dame, König, As, Spion funktioniert auf andere Weise herausragend. Etwa in den beiden Rückblenden zu einer ausgelassenen Weihnachtsfeier in den Büros des britischen Geheimdienstes MI6. Alle tanzen, lachen, trinken. Nur Smiley, der Einzelgänger mit einer Frau, die ihm auf der Nase herumtanzt, bleibt gefangen in seinem Kontrollleben. Beim ersten Mal blickt er zu ihr, die am Tischrand schemenhaft zu erahnen ist und deren Gesicht den ganzen Film über nie zu sehen ist. Nahaufnahme seines Gesichts: dreimal zuckt sein linker Mundwinkel. Hilflos, flehend. Beim zweiten Mal springt ein Weihnachtsmann mit Lenin-Maske auf die Bühne, alle grölen die sowjetische Nationalhymne. Auch Smileys Lippen formen schüchtern ein paar Wörter, dann schaut er aus dem Fenster, die Augen stürzen aus seinem Gesicht, er taumelt gegen die Scheibe. Seine Frau umarmt einen anderen Mann im Garten.

Der schwedische Regisseur Tomas Alfredson zeigt uns in seiner John-le-Carré-Adaption: Dieser Geheimdienst ist keine Ansammlung von coolen Egomanen mit kaltem Herz und schneller Hand am Revolver, sondern ein Haufen spießiger und undurchsichtiger Gestalten, die mit ihren privaten Scharmützeln die Weltpolitik mitbestimmen. Dieser Geheimdienst hat nichts von James Bond. Im Gegenteil: Er beschäftigt mit George Smiley einen von dessen Antipoden – keinen glamour boy, der an jeder Hand eine Frau hat, sondern einen introvertierten Mann, der jeden Morgen im See schwimmt, der die meisten Wege gemächlichen Schrittes zu Fuß geht und der sich völlig verschreckt wegduckt vor den Eskapaden seiner Frau.

So ein Langeweiler ist es, der mit großer Brillanz die Intriganten entlarven und den Geheimdienst retten will. John le Carré hat diesen Charakter entworfen. Alec Guinness hat ihn in der ersten Fernsehverfilmung Anfang der Achtziger meisterhaft interpretiert. Gary Oldman führt ihn nun zu ganz anderer Perfektion. Mit kaum mehr als seinem Mienenspiel. Ein ganz großes Schauspiel.<<

crx häkelt (weil er seine Stimme so gern hört) dran:
Ein klassisches Who’sdonit-Katz+Maus-Spiel mit dem Zuschauer, aber ein wenig angehoben (weil die Zeit ja immer fortschreitet) auf das heutige cineastische Level – 2011. Kein berühmter Schauspielername in untergeordneter Position gibt einen Hinweis – einfach dadurch allein schon, das ein hervorragender Cast rundum besetzt wurde: und durch den billigen Taschenspielrtrick, gleich ebenso kahlschlagartig a l l e (gleichberechtigt) zu verdächtigen. So bleibt dem ahnungslosen Zuschauer nichts als, den zugleich verdächtigsten und unverdächtigsten Haupt-Un-Verdächtigen ins Visier zu nehmen (das ist alles Betrechnung, fürchte ich, des überaus pfiffigen Drehbuch-Regisseurs-) – und der, entpuppt sich dann natürlich nicht – als der Täter. Aber darauf kommt es auch gar nicht an.

Gleich zwei meiner Favoriten gehen ins Rennen: Gary Oldman und Colin Firth. Was Gary Oldman angeht, s.o.. Colin Firth, der unvergeßlich britische Sprachfehler-Thronerbe oder Single man, erhält genügend Buket-Raum, sein Aroma zu entfalten. Mark Strong kommt endlich in den Rollen an, die ihm eigentlich gebühren. John Hurt braucht sein Charaktergesicht eh nur vor der Kamera positionieren, um Schauspiel (am besten elisabethanisch) abzuliefern. Auch der Rest des Castes ist liebevoll äußerst punktgenau, kräftemesslich, ausgezeichnet, ausdrucksvoll (ausdruckslos) besetzt. Und dann kommt der eigentliche Inhalt: der Film, dazu. Denn die Leute spielen ihn nur. Es gibt ihn aber selbst.

„Agententhriller“. Kann vieles bedeuten,- vor allem laut, schleunigst, triebhaft, egal. Hier ist die Nebensache, des Scheinbaren, die Hauptsache, sichtbar. „Life is what happens, while we’re busy planning other things“ – ist Motto. Wer’s war, ist im Grunde egal, denn jeder hier könnte es getan haben und hat es, in dieser oder jener möglichen, geschichtsnotorischen Version, bereits getan. Wir kennen alle diese Versionen – und der Film weiß, das wir sie kennen. Es geht ihm nicht um die Tatsache einer weiteren Variante – sondern um das interne Spiel mit uns. Er könnte jederzeit abbiegen in eine konkrete Agententhrillerei und die Sachenlegende forcieren – nimmt sein Ereignis-Vorpreschen aber stets wieder zurück, in eine Verhaltenheit, in der wir gezwungen sind, uns die Ohren zu spitzen, die Augen zu säubern & auf die unwichtigen Kleinigkeiten zu achten – und das Glas des Erzählten nicht in groben Zügen zu leeren und herunterzuschlingen, wie die Tischmanieren eines dergestaltgierigen James Bond nahelegen; welcher nur den mißratenen Cousin dritten Grades, aus einer Seitenlinie, darstellt. Nein, hier gilt das Sinnesmerk dem anderen: abgeranzter Tapete und Tafellack, verblichenen Teppichläufer-Mustern, ausgetreten knarrenden Holztreppenstufen, den hyperventilierten fatalen Weihnachtsfeiern, grau-blau-braun-fahlen Schattenfarben, selbst der Hagia Sophia, die aussieht, als könnte sie echt sein, wo sie doch eigentlich nur auf Postkarten ein Pseudoheilesdasein – vorexistenzialisiert oder fristet.
Um solche Ebenen der Existenz geht es: allem Möglichen, mit dem wir in unserem Geist (auch von uns bekannt) spielen, und in einem Metaebenen-Geschiebe, undurchschaubar, ungeheuer komplex, hin-und –herkramen-kratzen-wuchten und miteinander verknäueln- und –widerlegen lassen; letztendlich geht es um v e r t r a u e n .
Wer vertraut hier wem? warum? wann? nicht mehr? Weshalb kann man >den Fakten<, (die man sich selber liefert) trauen? (Sinnigerweise ist der Chefaufsichtsdiensthabende „Control“ genannt). Wann vertraut man sich? Warum kann, könnte, sollte man – dafür rechtzeitig sorgen, es tun zu können? – das ist in diesem Betrügerspiel die Frage. (Indem es letztendlich egal ist, wer als die Sündenbock-Opferrolle ans Messer (oder auch Fernrohrwaffe geliefert) wird; er tat es für uns alle; derweil wir etwas über Miß-Trauen-, oder auch (durch stetes Umkreisen bezeichnetes, wenn auch nie vorgewiesenes) Ver-Trauen gelernt haben. (Denn ist der an die Spitze zurückgekehrte >Smiley< (ich liebe britischen Humor) (ich habe dieser völlig unkomischen GaryOldman-Variante eh nie getraut) – wirklich „sauber“? Was wäre, wenn Colin nur das geopferte Bauern – oder vielleicht auch Springer-Türmchen wäre, um die Dame zu retten? – viiel Platz für ein Re-Turn, oder Continue.

Bis dahin haben sich alle Figuren mehrfach umgewendet,- oder, sind der Reihe nach, wie sie da sind (samt allen Situations-Gegebenheiten, umgedreht und durchgewendet (im Kopf des Betrachters) worden. Dies ist gerade das amüsante (und überaus anspruchsvoll-intelligente) Spiel, mit dem der Zuschauer, hier angenehm wie selten, bis zum Schluß, in einer wohltuenden Schwebe geschickt sich gehalten fühlt; ohne das die Schale sich kaum rührt (obwohl Kräfte walten) (müssen) (man sieht es ein) gar sich senkt. Gern denkt man dem Film während er sich entwickelt (wie der Zuschauer) gleichzeitig hinterherund stöbert (erlaubt, sogar geführt) in den scheinbar geheim-„verbotenen“ (das ist doch der Reiz!) Insider-Kulissen. WAS er genau zu denken gibt: ist gar nicht so interessant, wie der angenehme Akt des Denkens, für den Liebhaber, selbst. Eine Menge geht da durch: wenn, zum Beispiel, Rede davon ist, das, nach soviel gegenseitiger Kenntnisnahme und Erfahrung, es eigentlich doch unentscheidbar egal ist, welche Seite die befleckte oder unbefleckte (geblieben?) sei. Wenn der britische Geheimdienst lustvoll ironisiert die russische Nationalhymne schmettert; steckt da etwa tieferer Sinn dahinter? – wenn die (Ehe)Frau das in sie gesetzte Vertrauen täuscht – und die abgebrühte RechteHand, die nun schon wirklich wohl alles gesehen (und für möglioch gehalten) hat,- zutiefst menschlich schockiert, verraten und hilflos, ALLEIN, ist? (Kompliment an Gary Oldman, für diesen Augenblick). Wenn wir diese Frau, die eine Verräterin ist, gar nicht von Angesicht zu Angesicht zu sehen bekommen, wo ein (anderer) Film ausgeschlachtet hätte? Wie wichtig ist der/die andere, wenn es doch um u n s, um u n s e r Vertrauen geht? – Und trauen wir dem Glämmer? – alles an diesem Film ist bemerkenswert kahl, einfach, trist und wenig bunt-schmeichelnd (wie der vermutliche gehaltscheck der Protagonisten) (an einer Stelle ist von tausend Pfund Wohnungsmiete die Rede, oder dreißigtausend Deckungs-Gage, „Peanuts“: um derlei Peanuts geht es, tatsächlich, „IN WIRKLICHKEIT“): und solche, Wirklichkeit, vertraut er uns an. Bemerkenswert die Fahrt im Aktenaufzug, zu anfangs, wo wir Gelegenheit haben, mehrere Stockwerke des gesicherten Fabrikgeländes nebst Nebeneigenschaften zu durchreisen, im abgeschrammelten Holz-Transportwägelchen, bishin zum (sicher nicht schwer zu durchbrechenden) Blechspind, mit Kombinationsschloß (des Sicherheitsstandards einer Fahrradkette) – und sogar dem Aufwand giebelwärts, wo die Abhörsicher-Gesprächsboxen (vielfach nebeneinandergereiht) (wieviele derartige Wichtigkeiten fordern demnach?) stehen. (Imposant übrigens die Begleitkamerafahrt: wenn der „Lotse von Bord geht“). - Was für ein Apparat – um unsere Sicherheit. Wie sagt der Haudegen dem Minister / ins Gesicht: „wir sind das Einzige, was zwischen denen und Ihnen und uns und dem Dritten Weltkrieg steht-!“. – Schon. Interessant. Betrachtenswert.

Das Beste an diesem Film ist das Kennen- und Vorstellen-Lernen des Apparats; den es ja (so ähnlich) (von „1973“) gibt. Wie groß – und wie klein das alles ist. Wieviel Leute das beschäftigt – mit ihren Geschichten bebrütet. Wieviele Ereignisendloskettenenden in diesem Zirkel sich wohl drehen – selbstgenügsam, unentscheidbar, mit Nur-Eigenem beschäftigt – wo niemand, nicht einmal sich selbst, zu trauen ist. Jeder Umstand als „gestellt“ (‘e Falle) sich zu erweisen möglich ist – nichts wirklich echt, und wahrhaft gemeint, sich erweisen könnte. Soviel Aufwand! So viel Geschehen! Möglicherweise Tragik! ( Leute sterben, tatsächlich). Der Mensch spielt ein Spiel. Er spielt es mit sich. Niemand grinst. Er nimmt es ernst. Er – handelt, - überschreitet, hat es schon längst, jede Grenze – ins Grenzenlose dahinter. Die Kamera fährt ein wenig höher, und zeigt eine weite Landschaft, Budapest, Istanbul, Paris – von Amerikanern ist die Rede, Moskau. Die Landschaft senkt sich hinter den Horizont. Längst. Global Players. Steckt überall: aber noch in eigener Haut: das ist hier die Frage. Hier lernt man Mißtrauen. Und das ist doch schon was.
Egal, wer sich herausstellt, es hinterher gewesen zu sein. Denn es hätte, in diesem Spiel, innerhalb seiner Regeln, jeder jederzeit sein können. Sogar die eigene Perspektive, aus der es geboten und wahrgenommen war, war es keineswegs. Vielleicht war das die Botschaft des Films – übrigens: mit Musik, eher fast schon modernem (immer noch zu melodischem) Jazz, der seine Qualität „verrät“ – im positiven Sinne : zu erkennen gibt,-- war das also die Botschaft: des Vertrauens. WER macht den ersten Schritt, um Vertrauen (in die Welt) wiederherzustellen?- vielleicht der, welcher die Größe hat, das eigene –graue - graumachende- Mißtrauen zu verlassen: die Größe, die Welt wieder ein wenig bunt, aber mit echten Farben, anzunehmen; auch wenn das (bis vor kurzem) bedeutete: lieber rot als tot.


bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Harrigan

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Grandios. Endlich mal ein Regisseur, der Eier hat und auf Konventionen pfeift, der einen Film genau so macht, wie er es will. Keine dämlichen Lacher für den blöden Pöbel. Keine obercoolen Sprüche. Keine halsbrecherischen Verfolgungsjagden und auch auf stumpfsinniges Geballer und explodierende Stadtteile wurde verzichtet und auch kein superintelligenter Ultrabösewicht der überall seine Finger im Spiel hat, sich festnehmen lässt und am Ende dann doch alles nur Teil seines profanen Plans war. Ein völlig klischeefreier Film der von Anfang bis Ende nur auf Dialoge und ruhige Bilder setzt. Dass das beim breiten Publikum nicht gut ankommt, war abzusehen ist aber nicht weiter schlimm.
Langweilig ist der film deshalb trotzdem nicht. Die Story, die allein auf die naive Informationsgier des Ministers aufbaut, kommt langsam ins Rollen und überschlägt sich gerade im Mittelteil mehrmals (Als Tarr der Aufmerksamkeit halber einen Doppelagenten erfindet und diese Nachricht auch noch direkt an die Spitze des Circus und somit an den Maulwurf selber schickt - Wahnsinn!), so dass es wirklich nicht abzusehen ist, wie das ganze Spiel endet. Der Film kann auch einfach viel zu viel um ihn als Spionagethriller abzustempeln. Astrein gespielt - allen voran natürlich Gary Oldman - erzählt der Film auch etwas über Loyalität, Moral, Ideale, Respekt, Ehre und vor allem auch Liebe und wie sie zu manipulativen Zwecken ausgenutzt wird. Vielleicht ist es auch nur ein Porträt der Agentenszene zu Zeiten des Kalten Krieges, dann aber ein verdammt gutes. Für mich zählt "Dame König As Spion" definitiv zu dem Besten, was das Kinojahr 2012 hervorgebracht hat.

bedenklich? 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

BrittaLeuchner

Antwort löschen

Sehr guter Kommentar bis auf: " Vielleicht ist es auch nur ein Porträt der Agentenszene zu Zeiten des Kalten Krieges, dann aber ein verdammt gutes" ... Das denke ich nicht. Dazu bräuchte es ca. 10 Jahre Recherche-Arbeit und historisch-wissenschaftlicher Belege und eine Objektivität, die niemand hätte, selbst nicht wer dabei war. Zur Entschuldigung muss man aber dazu sagen, dass ich auch nicht glaube, dass das das Anliegen des Filmes war.


Hfonda15

Antwort löschen

Toller Kommentar, denke genauso über den Film wie du es hier beschreibst!


Appoxa

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Beim 2. mal anschauen ist es schon viel einfacher dem Film zu folgen.
Und so bietet er eine nette Kette von Ereignissen bei denen es Spaß macht ihnen Schritt für Schritt zu folgen.

Der große spannende Moment bleibt aber aus. Und auch die Auflösung am Ende bleibt unspektakulär. (Es hätte auch jeder andere der Spion sein können, und es wäre genauso egal gewesen)
Der Film endet einfach ohne einen besonderen Eindruck hinterlassen zu haben.

Für die aufgebrachte Zeit eigentlich schade. Trotzdem noch Sehenswert.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

Harrigan

Antwort löschen

Ich finde es eigentlich ziemlich wichtig, dass es Tailor und nicht einer, der anderen 3 war, da er ja Smileys persönliche Schwäche kennt.


Appoxa

Antwort löschen

Hab zu jedem der möglichen Personen aber durch den ganzen Film nicht wirklich eine Bindung aufbauen können.

Daher war es für mich ziemlich egal wer es am Ende geworden ist.
Hätten auch ruhig alle sein können, das Ergebnis bliebe das gleiche.

Aber das mag nur meine persönliche Auffassung sein. (:


filmfreak23

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ein unfassbares Meisterwerk, dessen wahre Genialität aber man erst dann erkennt, wenn man bereit ist sich diesem vollkommen hinzugeben, wenn man 2 Stunden lang die Dialoge und Bilder nicht nur aufnimmt, sondern auch konsequent verarbeitet und nicht zuletzt auch sein Gedächtnis etwas anstrengt.
Dann wird man nämlich auch merken, dass es sich hierbei nicht nur um einen der besten und authentischsten Spionage-Thriller, sondern auch um eine sensible Geschichte über menschliche Ideale handelt.
Alfredsons Regie ist einmal mehr beeindruckend und über die Leistung des Casts brauch ich wohl nichts mehr zu schreiben.
Eine absolute Referenz.

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Jan Terzky

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Aus einem hervorragenden Buch einen hervorragenden Film zu machen, ist sicher nicht leicht. Zu unterschiedlich sind die Formate! Alfredson tut sein Bestes, die vielen Erzählfäden des Buches, die aus den Erinnerungen der handelnden Personen generiert werden, in den Film zu übertragen. Sehr positiv ist, wie genau er sich an die Vorlage hält. Dabei leidet aber die Dramaturgie, denn Film wie auch Theater müssen anders als ein Roman in kurzer Zeit zum Höhepunkt kommen, der in diesem Genre meist auch eine Katastrophe ist. Man kann den Film sehen, auch die schauspielerischen Leistungen bewundern, aber besser ist: das Buch lesen.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten


Fans dieses Films mögen auch