Der Baader Meinhof Komplex

Der Baader Meinhof Komplex (2008), DE/FR
Laufzeit 150 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 25.09.2008

6.0 Kritiker
41 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.9 Community
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noch nicht bewertet

von Uli Edel, mit Martina Gedeck und Moritz Bleibtreu

Basierend auf dem gleichnamigen Buch des Spiegel-Chefredakteurs Stefan Aust ließ Bernd Eichinger die Geschichte der RAF verfilmen. Die radikalisierten Kinder der Nazi-Generation, angeführt von Andreas Baader (Moritz Bleibtreu), der ehemaligen Starkolumnistin Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) und Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) kämpfen gegen das, was sie als das neue Gesicht des Faschismus begreifen: Die nordamerikanische Politik in Vietnam, dem nahen Osten und der dritten Welt, unterstützt von den führenden Köpfen der deutschen Politik, Justiz und Industrie. Baader, Meinhof und Ensslin gründen die Rote-Armee-Fraktion und erklären der Bundesrepublik Deutschland den Krieg. Die Brutalität ihrer Terrorkampagnen eskaliert. Es gibt Tote und Verletzte. Der Mann, der ihre Taten zwar nicht billigt, aber dennoch versucht zu verstehen, ist auch ihr Jäger: Der Leiter des Bundeskriminalamtes Horst Herold (Bruno Ganz). Obwohl er große Fahndungserfolge verbucht, ist er sich bewusst, dass die Polizei allein die Spirale der Gewalt nicht aufhalten kann. (omdb)

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Cast & Crew


Kritiken (20) — Film: Der Baader Meinhof Komplex

Fricki76: Asianfilmweb.de

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6.5Ganz gut

Eichingers Produktion ist ein Unterhaltungsfilm und keine Dokumentation. Ob das bei dem Thema legitim ist, ist eine Frage, die nicht direkt mit der Qualität des Films in Zusammenhang zu bringen ist. Sicherlich hat der Film seine Längen, die "Nebencharaktere" sind kaum erklärt und dadurch schwer einzuordnen. Auch die Einordnung "zwischen" Unterhaltung und "Anspruch" ist sicherlich problematisch und formal sehr mit Spielbergs "München" zu vergleichen. Nichts desto trotz gibt der Film einen Einblick in die jüngere Geschichte unseres Landes, auch wenn es sicherlich kein authentischer Geschichtsfilm ist. Über die "Actionorientierung" wurde vieles gesagt, man kann leidlich darüber streiten. Unterhaltsam ist der Film dennoch, er ist handwerklich gut gemacht und die hochkarätige Besetzung macht einen guten Job.

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Ulrich Behrens

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3.0Schwach

Gegenaufklärung

Ich ärgere mich über einen Film, der alles mögliche vorgibt zu sein ... und dabei genau das Gegenteil (ich unterstelle: bewusst!) bewirkt. Über die RAF und vieles, was zum Thema gehört, mehr scheint nach dem Konsum von "Der Baader Meinhof Komplex" alles gesagt. Das Volk weiß jetzt Bescheid. Punkt. Der Film ist das, was man einen Blockbuster nennt. Das macht ihn noch nicht schlecht. Es gibt gute und aufklärende Blockbuster, z.B. "Terminator" und "Terminator 2" von James Cameron. Was den von Eichinger produzierten und geschriebenen Streifen zu einem Gegenaufklärungsprojekt macht, ist etwas anderes. Er verklärt und übertüncht einen Zeitraum von 1967 bis 1977, weil er alle bisherigen aufklärerischen Projekte zu dieser Zeit und zur RAF nicht nur hinter sich lässt, sondern gleichsam – u.a. auch durch die Art und Weise, die Methode der Dramaturgie – mit einem Schleier des Vergessens belegt.

Man stelle sich vor: Es…

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modo

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seh, ich genau so und gut geschrieben!


Puebleau

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Der Film wird mit Terminator 1 + 2 und die RAF mit dem deutschen Nationalsozialismus verglichen. Ich denke daran kann man die Ahnungslosigkeit des Kommentators am besten erkennen.


Hitmanski: It's just a film, Reihe Sie...

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7.5Sehenswert

"Vereichingerung der Geschichte", "Der Langfilm-Guido-Knopp schlägt wieder zu" -

ähnliche Schlagzeilen gab es bereits weit vor Erscheinen der filmischen Adaption von Austs Standardwerk zur RAF und so entwickelte sich der "Baader-Meinhof-Komplex" zu einem Faszinosum, einem Politikum, welches noch höhere Wellen schlug, als Eichingers "Untergang".

Die Verfilmung von historischen Stoffen, insbesondere solchen der jüngeren Vergangenheit ist ein heißes Eisen, dies dürfte Eichinger und sein jeweiliger Regisseur schon bei den letzten Tagen im Führer-Bunker gemerkt haben; "B-M-K" erweitert die Angriffsfläche noch einmal deutlich. Ein nicht geringer Teil der Zuschauer dürften mehr oder weniger passiv in Kontakt mit der RAF und den dazugehörigen Strippenzieher gekommen sein, somit liegt es nahe, dass die persönliche Wahrnehmung der damaligen Lage nicht unbedingt kongruent zur filmischen Darstellung ist. Der Faktor, dass…

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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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4.5Uninteressant

Ein Film der viel zeigt, aber wenig erklärt. Im Eiertanz beiden Seiten gerecht zu werden, die Terroristen nicht zu glorifizieren und die Reaktionen des Staates nicht zu verharmlosen, verliert sich der Film in einer gewissen Beliebigkeit, die auf die volle Laufzeit irgendwann in Langeweile resultiert. Letztlich ist der Film einfach zu feige um spannend zu sein, erklärt weder die Wege in den Terrorismus wirklich, noch macht er die inneren Entwicklungen der RAF deutlich. Stolz wie Oscar gehen Edel und Eichinger mit ihren akribisch und aufwendig nachgestellten Szenen hausieren und haben doch nicht mehr anzubieten, als die bekannten Bilder, hinter denen gehetzte Leere lauert. Es ist ein haltungsloser Film, ein Film gewordenes sowohl-als-auch, der sich immer dann wenn es spannend würde in die sichere Distanz flüchtet und seine A-Besetzung brav revolutionäre Sätze aufsagen lässt - die zwischendrin immer mal wieder nach Laienspielgruppe klingen. Das mag alles verbrieft sein, bleibt aber bis zuletzt Oberfläche und taugt weder als Unterhaltungsfilm noch zur ernsthaften Auseinandersetzung. Baader Meinhof ist filmgewordenes MEH!

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thisworld

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Rumstänkern und Chaos. Baader hatte nie ein wirkliches Ziel sondern wollte immer nur: Ich bin Dagegen!
<-- wenn man natürlich den herrn aust (auf dessen unsäglichem buch der film ja basieren soll) als weisheit letzter schluss nimmt, mag das stimmen.


Luce_1st

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Hervorragende Analyse...Endlich hat mal jmd. in Worte gefasst was ich, nie ausdrücken konnte.


fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

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8.5Ausgezeichnet

Handwerklich ist die Umsetzung solide, professionell. Einige Schnitte sind jedoch einfach scheusslich. Möglicherweise hat Regisseur Uli Edel aber sogar beabsichtigt, dass diese brutalen Szenen nicht ganz nach den üblichen Normen des Kinos formiert werden, sondern durch unbequeme Inszenierung aufrütteln. So lässt sich auch die schnörkellose Kameraarbeit erklären. Laut Aussage im Presseheft bestand das Regiekonzept von Edel in der Vermeidung der Regeln des Genrekinos, also «auch keine gezirkelten Kamerafahrten oder ausgefallene Kamerapositionen.» Wurde auf der Bildebene weitgehend auf die Steuerung der Emotionen verzichtet – sofern davon ausgegangen wird, dass die Brutalität nicht abschreckt –, so sind inhaltlich und auch auf der Tonebene zahlreiche Lenkungsversuche zu erkennen.

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Kim Newman: Empire Kim Newman: Empire

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8.0Ausgezeichnet

Faszinierende Geschichte, sehr guter Film - aber herausfordernd; der Mangel an einfachen Antworten wird einige frustrieren. Lektionen über den Terrorismus im 21. Jahrhundert sind impliziert, aber nicht allzu sehr betont.

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Mr.Vengeance: Lost In Imagination

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5.0Geht so

Weder Fisch noch Fleisch. Zu reißerisch inszeniert, entzieht sich der BADER-MAINHOF-KOMPLEX immer wieder jeder Verantwortung, schiebt fadenscheinige Erklärungen vor, durchleuchtet die Charaktere nur selten. Eine krude Aneinanderreihung von Momenten ohne Herz und Seele. Teilweise schauspielerisch überragend, teilweise auf dem Niveau einer Leienschauspielgruppe. Und was mache ich jetzt damit?

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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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8.5Ausgezeichnet

Respektabler Film dank authentischer Darstellung der Ereignisse (im Vergleich mit dem ungleich schwächeren "Baader"), großartiger schauspielerischer Leistungen (allen voran Martina Gedeck und Johanna Wokalek verwandeln sich ihren historischen Figuren glaubwürdig an) und der Tatsache, dass hier versucht wird, allen Seiten gerecht zu werden. Eine "Hexenverbrennung" von Meinhof und Ensslin findet hier zum Glück nicht statt.

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Enk: Mental Savage Enk: Mental Savage

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6.0Ganz gut

Der Film schafft eine feine Gratwanderung zwischen Mythos und Heldenverehrung auf der einen Seite und unverklärter Sicht auf das brutale Morden auf der anderen Seite. Gerade die Figur des Andreas Baader wird hier anfangs nochmal zur Ikone der Rebellion stilisiert, von der eine nicht zu leugnende Faszination ausgeht.

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Hausmeister: Nerdtalk.de

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8.0Ausgezeichnet

[...] Fazit: „Der Baader-Meinhof-Komplex“ ist eine augenscheinlich evidenzbasierte Umsetzung des Themas RAF, die nicht zum Unterhaltungsfilm verkommt, allerdings auch mit der Aufzählung aller Fakten spart. Für eine erste Annäherung an das Thema durchaus angemessen und eine gute Möglichkeit sich dem Thema zu nähern. Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg solide bis herausragend und machen den Film äußerst sehenswert.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Zauberer47j

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Fast ganz Deiner Meinung


Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

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4.5Uninteressant

[..]„Der Baader-Meinhof Komplex“ hätte ohne Zweifel großes Potential gehabt, doch hatten die Macher augenscheinlich nicht den Mut dies auch auszuschöpfen. Wo Tiefe erforderlich gewesen wäre, bietet der Film nur (gutgemachte) Bilder und simple Trivialität. Wo Bedächtigkeit erforderlich gewesen wäre, schlägt der Film ein scharfes Tempo ein. Wo eine Positionierung von Nöten gewesen wäre, bleibt der Film ohne Haltung. Eichinger und Aust berufen sich immer wieder auf die kompromisslose Darstellung der Morde der RAF, doch ist dies nicht ausreichend für einen Film, der sich der RAF annehmen will. Menschen definieren sich durch Taten, das mag richtig sein, doch das Zeigen der Taten bleibt ohne Deutung inhaltslos.[...]

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Zauberer47j

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Dann wäre dieser Film nie ins deutsche TV gekommen


Der Cinephile: Der Cineasten-Blog Der Cinephile: Der Cineasten-Blog

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8.0Ausgezeichnet

[...]Dem Film sieht man an, dass weder Kosten noch Mühen gescheut wurden, um dieses grausame Kapitel westdeutscher Vergangenheit wieder auferstehen zu lassen. Kein Wunder, schließlich beweist Bernd Eichinger mit seinen Filmen gern einmal, dass man in Deutschland auch durchaus klotzen statt kleckern kann. Anhand der optischen Brillanz des Films, für die man auch Uli Edel überraschend Beifall zollen muss, drängt sich natürlich die Furcht auf, der komplexe Inhalt bleibe auf der Strecke. Tatsächlich aber werden die geschichtlichen Ereignisse realistisch auf die Bühne gebracht und es wird sich nicht gescheut, die Mörder der RAF als Menschen darzustellen. Im Falle von Andreas Baader, brillant gespielt von Moritz Bleibtreu, kann man sogar sehr gut die Anziehungskraft des Demagogen nachvollziehen. Natürlich stehe trotzdem das schockierende Porträt von Menschen im Vordergrund, die im ideologischen Wahn über Leichen gehen. Auf der anderen Seite hält sich der Film auch nicht mit Kritik gegen die damalige Politik der BRD zurück, die der RAF erst den Nährboden für ihre Entwicklung gab.[...]

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Zauberer47j

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Hmmm


Patrick Wurster: www.indiskretion-ehrensache...

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6.0Ganz gut

Es muss nicht immer Hitler sein, wenn sich das Kino deutscher Geschichte besinnt. Schon 1985 schrieb Ex-"Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust am Drehbuch der Gerichtsprozesse von "Stammheim"; jetzt hat er sich mit der Adaption seines Standardwerks in Sachen RAF zusammen mit Produzent Bernd Eichinger und Regisseur Uli Edel an den ganzheitlichen Ansatz gewagt.

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Zauberer47j

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Sorry falsch geklickt, so ein Schwachinn


Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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5.0Geht so

Jedenfalls ist der Film professionell gemacht, klar. Aber das ist wohl auch das Mindeste, was man von der mit über 20 Millionen Euro teuersten Produktion der deutschen Filmgeschichte erwarten darf. Er ist gut inszeniert. Hier, nicht im Drehbuchschreiben, liegt seit jeher die eigentliche Kunst Eichingers, der seine unter ihm agierenden Regisseure im Schneideraum keinen selbstständigen Schritt tun läßt, daher der eigentliche Autor dieses Films ist: Schnell, in rasanten Schnitten und ultrakurzen Szenenfetzen, wird die Geschichte von 1967 bis zum deutschen Herbst 1977 als bewegter Fotoroman und Collage erzählt.

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Zauberer47j

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Ja genau


Kaltduscher: MoviezKult.de

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9.0Herausragend

Ja, ich bin ein freier Mensch. Trotzdem habe ich mir den Baader Meinhof Komplex angeschaut. Entgegen der Meinung fast aller Blogger-Kollegen halte ich nämlich Bernd Eichingers Arbeiten, vor allem die, die die deutsche Geschichte reflektieren, für großartig und wichtig. Schon bei Der Untergang (2004) gab es deutschlandweite Diskussionen, wie weit Eichinger mit seinen Produktionen gehen darf. Darf er einen gebrochenen Hitler zeigen? Darf man sehen, wie Magda Goebbels ihre Kinder tötet? Wird die Zeit nicht beschönigt, da vom Holocaust nichts erwähnt wird? Diese Kritikpunkte zeigen aber nur, dass Deutschland 60 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg seine Geschichte immer noch nicht verarbeitet hat. Wir Deutschen haben ein Problem mit unserer Geschichte, auch wenn die Taten von damals mit unserer Generation überhaupt nichts mehr zu tun haben. Dieses “Täterdenken” blockiert eine objektive Aufarbeitung der Historie. Auch bei Eichingers neustem Film, dem Baader Meinhof Komplex, der die Jahre 1967 bis 1977 der linksradikalen Terrororganisation RAF beleuchtet, wurde wieder Kritik laut. Er zeige zu wenig von den Opfern, stilisiere die Täter dadurch gar als Helden, mache sich über den Staat lustig und liefere unterm Strich ein Werk ab, das zeigt, dass er und Regisseur Uli Edel in Studentenjahren mit der RAF sympathisiert haben. Leider gibt es dabei Leute, die so blauäugig sind und den Behauptungen glauben. Dumm gelaufen, sage ich nur, denn der Baader Meinhof Komplex stilisiert in keinster Weise die Täter, sondern beschreibt die Entstehung und den Höhepunkt der Roten Armee Fraktion fast dokumentarisch, zeigt die Gräueltaten und räumt auf mit der immer noch existierenden Meinung, Meinhof, Baader & Co. hätten nur das beste für ihr Volk gewollt.

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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost

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5.0Geht so

Die Stars als Terroristen: Sie sind oft erschreckend ähnlich. Am Mythos freilich wird durch ein solches Casting alles andere als gekratzt. Die Gegenseite, die Politik, die Richter und das Bundeskriminalamt, bleiben dagegen blass in ihren dunklen Anzügen, bis auf BKA-Chef Horst Herold, der sich auf dem Filmplakat mit auf die "Fahndungsfotos" verirrt und dem Bruno Ganz diffizile Tiefe gibt, dem dabei aber auch mal der alte Hitler rausrutscht.

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Matthias Dell: Der Freitag Matthias Dell: Der Freitag

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3.5Schwach

Der Baader-Meinhof-Komplex steht mit seinem Allmachtsanspruch auf die Geschichte am Beginn einer Trivialisierung. Dass die nicht ausbleiben würde, stand zu erwarten; sie wäre nur leichter zu ertragen, wenn der Film aus PR-Gründen nicht mehr von sich behaupten würde. Die angeblich unterbelichtete Gewalttätigkeit der RAF wird durch das endlose und laute Geballer jedenfalls nicht plötzlich offenbar.

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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

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7.5Sehenswert

Produzent Eichinger und Regisseur Edel („Letzte Ausfahrt Brooklyn“) waren Zeitgenossen der RAF und Studienkollegen. Am Anfang steht ihr Film ganz klar auf der Seite der Anti-Schah-Demonstranten, die brutalst zusammengeschlagen werden. Eine Identifikation mit den Attentätern wird aber vermieden. Der Richter in Stammheim ist eine totale Witzfigur. Die Zweifel an der Selbstmord-These kommen überhaupt nicht vor. „Der Baader Meinhof Komplex“ ist kein Film, der verstört, Fragen aufwirft oder provokante Stellungnahmen macht. Aber eine solide Grundlage für weitere Diskussionen. Man kann sich freuen, dass sich ein richtig guter und packender Film eines nah-historischen Themas annimmt.

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Zetbo: Freier Journalist Zetbo: Freier Journalist

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5.0Geht so

Der Terror der RAF im Schnelldurchlauf. Uli Edel hakt die Attentate und Überfälle der Jahre 1967 bis 1977 in solider Chronistenpflicht ab. Das Staraufgebot ist darüber hinaus gigantisch. Doch ein wenig mehr Verdichtung hätte dem Werk sehr gut getan. Weder über die Täter noch über die Opfer erfährt der Zuschauer Emotionen oder Motive. Zudem reißen einen einige Einstellung massiv aus dem Zeitgeschehen raus. Wenn Rudi Dutschke im Hörsaal eine Rede hält, sehen die Studenten aus wie heutige Twens. Und wenn sich die Terroristen in ihrem Ausbildungscamp im Nahen Osten in der Sonne bräunen, blitzen plötzlich topmodische Tätowierungen auf. Auf diese Weise weckt der Film keinerelei Interesse, sich näher mit der Zeit des Deutschen Herbstes auseinander zu setzen. Schade.

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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

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7.0Sehenswert

Im Grunde wohnen zwei Seelen in des "B-M-K" Brust. Aus der einen spricht die Stimme der Überlegung, dass sich sieben Jahre nach 9/11 jedes Flirten mit Terrorismus verbietet. Aus der anderen spricht der Instinkt des Kinos, das viel mehr attraktive Desperados als überzeugende Vernunftsmenschen hervorgebracht hat. Indem er beiden Seelen Freiraum lässt, ist der Film ehrlicher als die meisten polarisierten Debatten, und deshalb vielleicht auch haltbarer, obwohl filmisch allenfalls guter Durchschnitt.

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Kommentare (114) — Film: Der Baader Meinhof Komplex

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demien.bartok

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Bewertung6.5Ganz gut

Kraftvoll, aber doch zu reißerisch. Hätte man viel sensibler machen können. Und vorallem nervt diese naive Weltverbessungs-Süßelei, die auch schon in "Die Fetten Jahre Sind Vorbei" genervt hat. Der Film wertet nicht, das ist gut. Aber trotzdem sind die Charaktere zu flach, zu reißerisch gezeichnet. Muss wohl so sein, immerhin will man das lächerliche Volk ins Kino treiben. :-)

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Tobe Berg

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Seht guter Film, zu einem der dunkelsten Kapitel deutscher Nachkriegszeit. Die Darsteller, allen voran Moritz Bleibtreu überzeugen von Anfang an. Auch die Zweiteilung des Films gefällt sehr gut und beleuchtet die Ereignisse zu dieser Zeit sehr intensiv, wenn auch teilweise recht einseitig. Was mich persöhnlich aber nicht stört! Starker Streifen!

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slavin77

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Bewertung10.0Herausragend

genial umgesetztes stück deutscher geschichte mit absolut großartigen schauspielern (einfach alle)

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BobbyIII

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Bewertung0.0Hassfilm

Propaganda ist Propaganda! Egal ob rechts, links, braun, rot oder rosa. Propaganda bleibt Propaganda. Riefenstahl hat damals Propaganda für die Nazis gemacht. "Der Baader Meinhof Komplex" propagiert die Studentenbewegung 68, den Klassenkampf und die RAF. Die Wahrheit wird sich so hingedreht und Halbwahrheiten erzählt, um die "guten" Intentionen von Mördern und Verbrechern aufzuzeigen und die Opfer gesichtslos zu halten. Undifferenziert und Prätentiös! Und obwohl die schauspielerische Leistung Bleibtreus wirklich gut ist, hat mich dieser Film einfach nur aufgeregt. Ich will sogar soweit gehen, dass der Film mich nicht nur aggressiv gemacht hat, er hat sogar Hass geschürt. Nicht nur auf den Film selber. Im Augenblick hasse ich aufgrund des Films die Linken genauso sehr wie die Rechten Schweine!

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BobbyIII

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Gut, der Vergleich mit Riefenstahl hinkt ein bisschen, stimmt. Da Riefenstahl zu ihrer Zeit die aktuelle Führung propagandatechnisch unterstützt hat, während dieser Film vergangenes schönmalt.
In Bezug auf "DBMK" bin ich einfach der Meinung, dass hier nur die Seite der Täter aufgezeigt wird, zwar nicht wirklich heroisierend aber meiner Meinung nach erklärend. Gar rechtfertigend! Das wäre okay gewesen wenn die RAF nicht wesentlich mehr Unschuldige mitreingezogen hätte als sie Schuldigen Schaden zugefügt haben (Im Übrigen, ein Grundsätzliches Problem ALLER terroristioschen Vereinigungen: IRA, ETA, Al-Fatah (in den Anfangstagen), Al-Quaida). So halte ich das ganze allerdings für äußerst fragwürdig. Wenn man so einen Film macht dann flächendeckend und nicht mit Halbwahrheiten, wo die Hälfte weggelassen wird die die RAF noch schlechter hätte darstehen lassen.


Kautschuk777

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Ich stimme mit dir völlig überein in deinem letzten und auch eigentlich wichtigstem punkt: "wenn man so einen Film macht dann flächendeckend und nicht mit Halbwahrheiten" m.E. sollte man sich so konroversen themen jungster geschichte nur auf wissenschaftlichem wege nähern, denn jede spekulation beeinflusst die zuschauer möglicherweise fälschlich in ihrem bild über die intentionen und motive der protagonisten.
ob und wie der film die motivik der täter darstellt ist somit eigtl. irrelevant du hältst ihn für glorifizierend, dem würde ich jetzt nicht so 100%ig zustimmen, ist aber wie gesagt völlig egal fakt ist der film beleuchtet die intentionen toter menschen ohne den geringsten anspruch auf Authentizität. dem einen erscheint es sinnlos, dem anderen propagandistisch ich halte es für schlichtweg falsch...


BenjiR88

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Bewertung7.0Sehenswert

BMK ist ein Film, der einen gut unterhalten kann, wenn man bereits über ein gewisses Wissen zur Thematik verfügt. Ansonsten kann es schnell passieren, dass man der teilweise sehr schnellen Abfolge von Geschehnissen nichtmehr sorecht folgen kann und den Überblick verliert. Gleiches gilt auch für das abrupte Auftauchen und verschwinden verschiedener Personen, was allerdings angesichts des Zeitmangels wohl kaum zu vermeiden war.
Generell kann man glaube ich eines nicht oft genug betonen: Spielfilme sind keine historisch korrekten Dokumentationen, auch wenn Eichinger und andere Beteiligten hier, genauso wie bei "Der Untergang", nur allzu gerne damit geworben haben, dass der Film sehr authentisch sei.
Ich habe mir damals zuerst den Film angeschaut, danach das Buch von Aust und noch 2 andere Publikationen zu diesem Thema gelesen und irgendwann später nochmals den Film gesehen und muss ehrlich sagen, dass man hier an vielen Stellen sehr vereinfacht, zu große Sprünge macht und die Rollen der einzelnen beteiligten - besonders der RAF-ler - oft garnicht oder nur oberflächlich dargestellt werden. Ob einen das stört oder nicht ist jedem selbst überlassen, wie gesagt: es ist nunmal ein Spielfilm.
Ich kann nur jedem, dem es um die Thematik an sich geht, dazu raten sich vorher erstmal zu informieren und vor allem den Film nicht mit dem Anspruch historischer Genauigkeit zu bewerten.
Sehr positiv fiel mir die Besetzung auf. Typisch Eichinger hat man es hier geschafft bis in die kleinsten Rollen wirklich gute Leute zu gewinnen.

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keinohrhase20

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Bewertung9.0Herausragend

Der Baader Meinhof Komplex ist ein Film der weitaus besser ist als sein Ruf. Voraussetzung ist jedoch man erwartet das was der Film sein will. Soll heißen eine akkurate, weder wertende noch Partei ergreifend und schlichtweg schnörkellose Nacherzählung der Ereignisse. Man kann durchweg anmerken das man statt Authentizität lieber etwas mehr Gefühl und statt alles genau so wie es war zu erzählen lieber wagen würde Freiheiten raus zu nehmen- doch dies ist nicht was der Film will. Er will nicht glorifizieren und nicht polarisieren er zeigt bloss auf was wird wen Widerstand eskaliert. Den ausnahmslos grossartig agierenden Darstellern dabei zuzusehen ist ein Heftiges aber auch lehrreiches Stück (deutsche) Geschichte.

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fiji

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Bewertung3.0Schwach

"Es missfällt mir, dass man Filme darüber dreht und sich vertieft in die Analyse der seelischen Befindlichkeit der Mörder, und über die seelische Befindlichkeit und das Schicksal der Opfer und ihrer Familien wird kein Wort verloren." Ich muss sagen, ich gehe da mit Helmut Schmidt. Denn genau dieser Schatten zieht sich von der ersten bis zur letzten Minute über diesen Film.

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derFilmfreak

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Das sehe ich genauso. Dazu kommt das man wichtige Personen aus dem RAF Umfeld weggelassen hat, obwohl diese heute noch bei SPD, Grüne und NPD im Amt sind oder waren. Warum hat man Baaders Sprachfehler weggelassen?


blablabla2011

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Bewertung7.5Sehenswert

ser unterhaltsam
und Bruno Ganz ist ne cule sau !!!

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Andy Dufresne

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Bewertung4.5Uninteressant

"Ihr habt die Leute nie gekannt, hört auf sie zu etwas zu machen was sie nie waren!"

Das ist der letzte Satz des Filmes und vielmehr gibt eigentlich es auch nicht zu berichten über dieses (für deutsche Verhältnisse) extrem aufwändig produzierte,mit (fast) allem und allen was hierzulande von Rang und Namen ist, versehene Werk.
Zu vollgepackt,zu spekulativ, zu reißerisch und auf cool und rebellisch getrimmt.
Trotzdem hat der Film mich zum Teil gepackt und er hat mit Bruno Ganz in der Schlüsselrolle (für mich ist seine Rolle dies) einen Großschauspieler Deluxe.

Bei einem solchen (hochkomplexen,bis heute nicht komplett geklärtem,gelöstem) Thema allerdings, reicht es nicht aus sich 2 Stunden Spielzeit zu nehmen und darin Geschehnisse abhandeln zu wollen die Jahrzehnte umspannten und eben noch umspannen und sich die "coolen" ,reißerischen,spannenden,rebellischen und krassen Momente rauszupicken und ein Bild zu zeichnen das der Komplexität der Wichtigkeit und der Bedeutung des Geschehenen einfach nicht gerecht wird.

Für mich hätte man den Film einfach nicht machen müssen (ich meine nicht sollen,nur müssen),er bringt Menschen die sich nur diesen Film anschauen und mit den tatsächlich stattgefundenen Geschehnissen nicht befassen,darüber nichts wissen, ein Bild rüber das zu einfach ist, vor allem wie und warum die Dinge zusammenhingen (und noch hängen).

Es reicht einfach nicht sich ein Bild über die Bild (Zeitung) zu machen oder sich sein geschichtliches und tagesaktuelles Wissen bei Galileo oder den RTL 2 Nachrichten zu holen: Und genauso ist der Film: Er lügt,wie auch eben genannte Medien, vielleicht nicht, aber er ist tendenziell,nicht tiefgehend und vor allem nicht komplett.

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doctorgonzo

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Zwischen Spinne und Fliege kann es keinen Kompromiss geben."
jamaikanisches Sprichwort

Man möchte manchmal meinen, ähnliches gelte auch für reale historische Ereignisse und Kinofilme. Entweder erreicht man das blockbustergeschädigte Publikum und verwässert die Geschichte, oder man scheitert an den eigenen Ansprüchen, künstlerisch wie finanziell.

Mit einem Dokudrama Kinoumsätze zu generieren ist, anders als bei einem Biopic, eine schwierige Angelegenheit. Denn dokumentieren kann man nur das, was da ist. Die Realität. Doch die Realität ist eine komplexe Mistsau. Sie weigert sich, nach Mustern zu funktionieren, sie fordert Verstand, Verständnis und Wachheit. Und eben das alles möchte nicht jeder mit in einen Kinosaal tragen.

Kunst kann Realität zwar recht genau imitieren, aber um bei Kunst bleiben zu können, muss man dem Kommerz Rechnung tragen.

Und so versucht sich das Duo Eichinger/Edel an etwas, das eigentlich gar nicht funktionieren kann, weil es weder die mit geschichtlichem Wissen gesegneten Konsumenten noch das halb- bis uninformierte Allerweltspublikum zu befriedigen in der Lage ist.
Allerdings hat man mit diesem Thema, einem neben der friedlichen Revolution 1989 und der Guillaume Affäre wohl packendsten Stücke deutscher Nachkriegsgeschichte, auch einen fliegenden Start. So ehrlich darf man gerne sein.

Ich kann dem Werk mehr als nur den Mut eines solchen Versuches anrechnen. Denn trotz einiger Schwächen schafft "Der Baader Meinhof Komplex" einen Brückenschlag zwischen zwei unvereinbar scheinenden Genres in beinahe überraschender Manier.

Das liegt nicht zuletzt an Stefan Austs gleichnamiger Buchvorlage. Aust, der selbst direkt mit dem Tun der Gruppe in Berührung kam, als er an der "Befreiung" von Meinhofs Kindern aus dem sizilianischen Exil mitwirkte (zurück zum Vater, von dem sich Meinhof mit Beginn ihrer Arbeit für die Gruppe endgültig getrennt hatte), dekonstriuert das Phänomen RAF auf fachlich kompetente und spannende Weise.
Diese historische Authentizität übernimmt der Film fast vollkommen. Nichts bleibt dem Zufall überlassen: Kennzeichen, Waffen, Ortsangaben...alles wird mit einer Genauigkeit nachgearbeit, die, themenunabhängig, so manche Doku erstaunlich schwach dastehen läßt.
Im Gegenzug spielen Eichinger und Edel in jeder Sequenz, die nicht belegt ist, das volle Blockbusterprogramm aus: Action und Brüste. Ob das Training etwas zu martialisch aufgezogen wird, oder es unbedingt nötig ist, dass sich die Terroristengruppe nackt auf einem Kasernendach im Fatahcamp sonnt, sei mal dahingestellt. Es schadet jedenfalls nicht, will man auf der Leinwand etwas bieten.
Deutlich Potential verschenkt man dafür bei der mitunter sehr indifferenten Charakterzeichnung der "Protagonisten", diese bleibt fast ausschließlich an den Darstellern hängen. Auch wenn hier angeführt werden kann, dass der "Komplex" aufgrund der zahlreichen Charaktere schon komplex genug sei. In der Masse der Figuren liegt ein gern angeführter Kritikpunkt an diesem Film, aber für mich macht eben gerade einen Teil des Reizes aus. Es wird gern vergessen, dass die RAF aus mehr als einer Handvoll Krawallmachern bestand. Das kann hier nicht geschehen. Das Kollektiv wird farbenfroh und anschaulich präsentiert.
Selbst von der Geschichte oft unterschlagene Figuren bekommen hier ihre Screentime, egal ob Mahler (dessen Werdegang besonders interessant ist), Homann, Proll, Schelm, Grashoff, oder Müller.

Dass bei einer solchen Vielzahl an Tätern kaum mehr Zeit für Verfolger und Opfer besteht, ist so bedauerlich wie logisch. Ein klassischer "Täterfilm", der die Wertung der Taten jedoch den Köpfen der Zuschauer überlässt. Revoluzzer, Freiheitskämpfer, wahrer Visionär, verblendeter Weltverbesser, Strolch mit Maschinenpistole, oder gewissenloser Mörder, das muss man schon selbst entscheiden.
So gut es geht verkneift man sich Sympathie und erhobenen Zeigefinger.
Und deshalb funktioniert der Film wohl auch als Anreiz zur Beschäftigung mit diesem Thema. Vielleicht jetzt besonders, wo im Sinne des Kampfes gegen den internationalen Terrorismus Parolen wie Rasterfahndung und Polizeistaat mal wieder oder Begriffe wie "Bundestrojaner" ganz neu laut werden.
Eine umfassende Beleuchtung kann man hier nicht erwarten, eher das Spotlight, das Leuchtfeuer, von dem aus man starten könnte.
Wie eine Userin (ihr Name bleibt aus Datenschutzgründen ungenannt) im Zuge der `Top7 der schwergewichtigen Philosophiekracher´ im Bezug auf "Matrix" schrieb: "Wenn es nur ein paar Prozent der Leute anregt, die vorher nie darüber nachdachten, ist es schon Gold wert.", so kann man es durchaus auch hier sehen.

Dass einem der Einstieg in die Thematik versüßt wird, liegt nicht nur am fetzig-dynamischen Schnitt oder dem gelungenen Score, oder der gut zubereiteten Action, sondern vor allem am umfassend gut besetzten wie stark aufspielenden Cast.
Martina Gedeck ist als Ulrike Meinhof umwerfend. Mit einer Mischung aus Determination, Unsicherheit, Überzeugung und Zurückhaltung glänzt sie in der Rolle der Theoretikerin der Gruppe. Quasi als "Schriften-Goebbels" der Organisation war Meinhof nie so sehr Führungsperson wie der Name der Gruppe erscheinen mag und eben das bringt Gedeck auf den Punkt rüber. Vollkommen überzeugt, was das Gedankengut anging, aber zögerlicher, wenn es um die eigentliche Aktion ging.
Johanna Wokalek spielt Gudrun Ensslin, die eigentliche Frau Nr.1 der RAF, vielleicht einen Hauch zu lasziv, aber nicht minder fesselnd. Wie auch Michael Gwisdek ihren Vater sehr überzeugend präsentiert.
Andreas Baader, der Popstar der deutschen Weltverbesserer wird eindrucksvoll von Moritz Bleibtreu wieder zum Leben erweckt. Charismatisch, zielgerichtet, aber auch jähzornig und egozentrisch.
In den Reihen der Terroristen stechen darüberhinaus Katharina Wackernagel als Astrid Proll, Susanne Bormann als Peggy Schoenau, Jan Josef Liefers als zweifelnder Peter Homann, Vinzenz Kiefer als Peter Jürgen Boock und Alexandra Maria Lara als Petra Schelm besonders hervor.
Abseits der Gruppe überzeugt Bruno Ganz als BKA Chef, auch wenn er ganz anders wirkt als der echte Horst Herold. Außerdem brilliert Tom Schilling als Dutschke Attentäter Josef Bachmann.
Die Opfer bekommen samt und sonders nur sehr kurze Momente auf der Leinwand, so dass deren Darsteller sich nur unzureichend in Szene setzen können, auch wenn ein Könner wie Hans Peter Hallwachs durch seine bloße Präsenz schon Eindruck macht.

Wenn ich mir also insgesamt genauer betrachte, wer hier alles auftritt und vor allem wie, dann möchte ich mein eigenes Gemecker über den Mangel markanter deutscher Schauspielkunst selbst kaum glauben.

Leider ist es eben nicht immer so darstellerisch eindrucksvoll wie hier, wenn deutsche Filme dann tatsächlich im Kinoformat mal mehr wollen, als eine seichte (romantisch) Komödie zu erzählen, was ja an sich schon selten genug ist.

Trotz so mancher Schwäche ist "Der Baader Meinhoff Komplex" sehr sehenswertes deutsches Kino, das eines der schwärzesten wie interessantesten Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte eben auch für jene ein Stück weit anschaulich macht, die weniger Interesse oder Kenntnis bezüglich des Phänomens RAF mit Aufstieg und Niedergang besitzen.
Ist die Neugier erst einmal geweckt, bieten Dokudramen und reine Dokus zu diesem Thema genug Tiefgang an, dass in der Endabrechnung nur mehr wenig unbeleuchtet bleiben muss.


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A-Wax

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Uneingeschränkte Zustimmung und eine große Verbeugung vor diesem Kommentar


doctorgonzo

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Das sag ich doch mal ganz artig danke.


alexandrasmovie

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Bewertung7.0Sehenswert

Geschichte muss nicht langweilig sein und im Falle der RAF ist sie es auch bestimmt nicht.
Der Film beginnt sehr stark damit,dass während des Schah-Besuchs Demonstranten sowohl von den Persern als auch von der Polizei attakiert werden.
Die Härte der Polististen und die Macht des sogenannten Polzeistaates werden dabei sehr deutlich. Auch der darauffolgende Mord an Benno Ohnesorg durch einen Polizisten lässt die wachsende Wut auf den Staat nachvollziehen. Man wird am Anfang förmlich in den Film gesogen und fühlt sich wie ein Teil von ihm.
Die Entwicklung von Ulrike Meinhoff, die von einer bügerlichen Journalisten immer weiter in die radikale Szene der RAF gerät ist dabei sehr gut und glaubhaft verfilmt worden. Sie gehört meiner Meinung nach neben Andreas Baader auch zu den interessantesten und vielschichtigsten Personen des Filmes.
Nach dem wirklich fantastischem Start des Film wird leider versucht etwas zu viel historisches Material in den Film einfließen zu lassen. Vor allem wenn man sich noch nicht großartig mit der Geschichte der RAF beschäftigt hat, sind es einfach zu viele Daten und Fakten auf einmal. Zudem geraten dabei die Motive der RAF und die einzelnen Schicksale zu sehr in den Hintergrund.
Stark wird der Film wieder, als sich der Kern der RAF im Gefängnis befindet, da dort wieder mehr auf die einzelnen Charaktere eingegangen wird . Die Veränderung Meinhofs, die sich von den anderen distanziert oder auch Baader der immer agressiver wird sind schauspielerischer eindrucksvoll dargestellt und auch die Auswegslosigkeit, durch die Gefangennahme wird sehr deutlich.
Insgesamt ist der Film trotz des mittelmäßigen Mittelteils eine gelungenen Verfilmungen, besonders zugute halten muss man dem Film , dass er keine Scharz/weiß Malerei betreibt und nicht bewertet. Dem Zuschauer ist es selbst überlassen sich ein Urteil zu bilden, was bei vielen historischen Filmen leider nicht der Fall ist.

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cruzha

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Bewertung7.0Sehenswert

Der Baader-Meinhof-Komplex ist der mitunter verzweifelte Versuch, die komplette Geschichte des 70er-Jahre-Terrorismus in Deutschland in einen Film zu pressen. Von Namen und Reputation her fährt Eichinger die Creme de la Creme der deutschen Schauspielerei auf. Leider inszeniert sein Regisseur Uli Edel das Mammutprojekt mit zu vielen Längen, und ob das alles historisch so korrekt ist, sei mal dahingestellt. Unterm Strich bleibt ein trotz aller Kritik sehenswerter Ritt durch zehn Jahre bundesrepublikanischer Geschichte, der allerdings nur die Historie erzählen will und sich Wertung, Interpretation und Analyse komplett selbst verbietet.

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cruzha

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Ja, vielleicht. Aber gerade, dass DBMK nur die Geschichte wiedergibt und sich jeder weiterführenden Auseinandersetzung entzieht, wird dem Film (auch hier) mitunter als Fehler vorgeworfen. Ganz abgesehen von der deutsche-Filme-sind-doof-Pauschalkeule.


doctorgonzo

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Die weiterführende Auseinandersetzung könnte ja im eigenen Bewußtsein stattfinden, deshalb waren ja viele womöglich aus Überforderung enttäuscht. Das mit der Pauschalkeule stimmt leider. Aber auch an deren Berechtigung hat man lange gearbeitet.


horstkevin

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Bewertung4.5Uninteressant

Ich gebe zu, ich weiß nicht viel über die RAF, ihre damaligen Methoden und Vorhaben. Deshalb wollte ich mehr über Geschehnisse vergangener Tage wissen und hatte diesen Film noch im Hinterkopf. Mein Bauchgefühl und letztlich, die gelesenen Kommentare anderer Boardmitglieder weckten bei mir den Eindruck, das hier historisch gesehen nicht alles korrekt dargestellt wurde. Vor allem viel zu wenig.

Selbst wenn man davon ausgeht das soweit alles korrekt wäre, die Schauspielerischen Leistungen halten sich alle in einem sehr engen Rahmen. Einzig allein Bleibtreu (er nervt mich nur noch) kann man seine Rolle einigermaßen abnehmen. Dieser Film hat mal wieder gezeigt warum deutsche Schauspieler auch wirklich nur Erfolg in Deutschland haben.

Ich hätte mir im Endeffekt viel lieber eine reine Dokumentation und nicht diesen aufgebauschten Actionbrei angesehen, welcher einen ins Grübeln kommen lässt ob dieser Film seinen Ansprüchen an die Geschichte gerecht wird!?

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A-Wax

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Außerdem sind sie NICHT falsch dargestellt. Das Buch von Stefan Aust auf dem der Film basiert ist knapp 900 Seiten lang und handelt gut 10 Jahre deutscher Geschichte ab. Wie bitte soll man Vorgänge die sich über 10 Jahre ziehen und von mehreren "Generationen" an RAF-Mitgliedern begangen werden in ein halbwegs vernünftiges Kino- bzw. Fernsehformat von 2-4 Stunden bringen, ohne gewisse Details wegzulassen.

Ich stimme denjenigen noch zu, die sagen der Film beleuchte vorrangig die Täterseite und gehe zuwenig auf die Opfer ein. Aber dem Film und damit auch Stefan Aust (der war am Dreh beteiligt) historische Ungenauigkeiten zu unterstellen, das ist schon ganz schön dreist.

Ach ja, "RAF für Dummies" find ich übrigens nen Riesenspruch!!!!


horstkevin

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Ich habe nichts unterstellt!


BlueSquirrel

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Bewertung4.0Uninteressant

Nochmal gesehen - noch mehr gesehen! Jede zweite Szene ist lachhaft und grenzt an Hilflosigkeit; peinlich gestellte Situationen verplempern die beachtliche Laufzeit, die sich dieser Film nimmt, um ein Daten- und Bilderarchiv als großes Kino zu tarnen. Zwischen all dem Pro und all dem Kontra erstarrt DBMK zu eiskaltem Rührei und offenbart seine gezwungene, "politische" Neutralität. Und als Moritz B. in einem Interview darauf hinwies, dass man die Tonbandaufzeichnungen von Baader damals besser doch veröffentlicht hätte, weil als Konsequenz die Hälfte der Sympathisanten verloren gegangen wäre - "Soll ich den wirklich so spielen Uli?" - antwortete Edel mit: "Natürlich nicht! Wir wollen doch keine Komödie machen." Seine Alternative war dann anscheinend das hier:...verdammte Fotze nochmal; schnauze Schwuchtel(ine); klappe Alter! Die Stadt-Guerilla operiert im Riss zwischen Staat und Masse...Alter - was ja viel weniger witzig ist. Und selbst wenn es so gewesen wäre, erklärt hier keiner warum es denn so war. Großes Tennis Herr Aust! Das war alles nach all den Jahren? Ich glaube ich habe mehr tiefen Sinn in BRAVEHEART (Murron ist Ohnesorg;) verspürt als in dieser lieblosen Collage. Ich habe jetzt außerdem da so meine eigenen Vorstellungen, was Zeitgeist angeht, aber dieser Film hat sicher nichts dazu beigesteuert, und ich habe damit höchstwahrscheinlich Recht.
PS Die drei Damen haben das gerettet.

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BlueSquirrel

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Na ja, vielleicht probiere ich das Buch dann mal. Ich hatte nur gedacht, dass der Aust, weil er da ständig bei den Promos und am Set umher flitzte, schon in einer Position war diesen Film zu beeinflussen. Aber das mag ja vielleicht auch gar nicht stimmen.


hash

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Bewertung4.0Uninteressant

Mir kommt der Hintergrund der RAF eindeutig zu kurz. Wer keine ausreichenden Vorkenntnisse hat, kann den Film an vielen Stellen nicht greifen. Gerade bei einem so brisanten Thema hätte man mehr Fingerspitzengefühl beweisen müssen. Die RAF mag vielleicht am Anfang eine coole Bande gewesen sein, die Brandsätze in Kaufhäusern gezündet und trickreich Banken überfallen hat. Doch leider mutierte das Robin-Hood-Prinzip schnell zum Wolf im Schafspelz: Im Untergrund entstand eine große terroristische Bedrohung, die Menschen vorsätzlich getötet hat. Der Mord an Hans-Martin Schleyer war sinnlos, da die Organisation zu diesem Zeitpunkt längst ihren Zenit überschritten hatte. Aber was motze ich: Als angehender Geschichtslehrer kann ich den Film wunderbar im Unterricht benutzen, um den Jugendlichen zu zeigen, wie eine angebliche Popkultur medial inszeniert wird. Mein Hauptproblem mit dem Film ist, dass er die RAF als multikulti supercoole Truppe darstellt. Wenn ein Film provozieren will, kann das ja durchaus ein Stilmittel sein, einzelne Figuren zu überziehen. Da der Film aber ein historischer Abriss sein soll, hätte der Entstehungsgeschichte weitaus mehr Platz eingeräumt werden müssen.

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Olliebollie

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein sehenswerter Film - aber 'ein Film zum Buch'. Wer das Buch nicht gelesen hat, wird das Gefuehl haben, das ein historischer Schnellzug an einem vorueber faehrt. Zeitlicher, politisch-sozialer Hintergrund wird schnell durchgespielt, um die Motivation der vielen Charaktere zu erklaeren. Dann folgen die vielfaeltigen Aktionen. Der historische Anspruch hindert deshalb den Film, sich auf interessante Details der Figuren zu konzentrieren und ein filmischer Schwerpunkt wird nicht wirklich gewaehlt. Alles muss gezeigt werden und alles kommt ein wenig zu kurz. Ansonsten aber sehr professionell und interessant. Sehr gute Action-Dokumentation.

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Mr.Film

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Bewertung7.5Sehenswert

Ich hab immer gedacht das der Geschichtsunterricht langweilig sein MUSS! Aber dieser Film hat mir gezeigt: Es geht auch anderst. Durch diesen Film wurde der Unterricht wortwörtlich "Sehenswert". Da ich zu der Zeit als es die RAF gab, nicht gelebt habe, kann ich nicht sagen ob es alles so war wie im Film, aber wenn, hat der Film es wirklich sehr gut wiedergegeben. Die Schauspieler wie zB Moritz Bleibtreu haben mich sehr überzeugt, jede Figur wurde gut gespielt. Aber auch allein die Geschichte des Films fasziniert mich, und dann auch noch zu wissen das dass alles wirklich passiert ist, macht den Film noch besser.
Absolut Sehenswert, auch außerhalb des Geschichtsunterrichts ;).

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J-Ross

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Bewertung1.0Ärgerlich

So zäh wie der Geschichtsunterricht höchstpersönlich! Der Film hat zu viele Längen. Mit ein bischen Geschichtsunterricht hätte man es belassen können, aber nein. Immer muss man wahren Stoff aus der Vergangenheit in Filmen wieder beleben. Kriegsfilme und Politdramen wie diese zählen zu langweiligsten Filmen überhaupt für mich! Das Drehbuch war total öde und unbewegend. Es passiert fast nichts. Ich weiß auch nicht, was so große Stücke auf die Darsteller gesetzt werden. Mit keiner der Rollen sympathisiert man. Die wirken alle flach. Die unübersichtlichen Schießereien gehen auch auf die Nerven. Total unspektakulär! Wieso wollen die Leute immer nur Realität und wahres Geschehenes sehen, wo bleibt da die Magie des Films und des Kinos? Seit diesem Film wünsche ich mir, von solchen Filmen verschont zu bleiben. Deutschland macht fast nur Schrottfilme. Wo bleiben große Sachen wie "Die unendliche Geschichte"? Deutschland ist doch fortgeschritten genug. Hört auf mit niveaulosen Klamauk wie von Bully oder den Til Schweiger Kitsch und Politdramen werden besser auch verschont. Bitte, bitte, bitte!

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King Conan

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Der Film ging für meine verhältnisse etwas zu lang.
Mann muß aber sagen das dieser Film eines der besten ist was das Deutsche Kino hervorgebracht hatt. Es wird gut gezeigt wie sinnlos der Terror des RAF war, und das sie einem Land nur schande und verluste gebracht haben.
Ich wußte früher kaum was von Bernd Eichinger dem Autoren & Produzenten des Films, aber werde in Zukunft ausschau nach seinen alten Filmen halten.
Möge er in Frieden Ruhen.

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marco11

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Bewertung9.0Herausragend

So wird Zeitgeschichte spannend, authentisch und zum Nachdenken anregend vermittelt ohne billige Effekthascherei dafür aber mit viel Einfühlungsvermögen in die Figuen und die damalige Zeit.

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