Guilty of Romance

Koi No Tsumi (2011), JP Laufzeit 150 Minuten, FSK 18, Drama, Horrorfilm, Kinostart 19.07.2012


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6.6
Kritiker
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7.0
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33 Kommentare
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von Shion Sono, mit Miki Mizuno und Makoto Togashi

Guilty of Romance von Love Exposure Regisseur Shion Sono ist der letzte Teil seiner ‘Hass Trilogie’. Der exzentrische Erotikthriller spielt in Tokios Vergnügungsviertel Shibuya.

Guilty of Romance handelt von der schüchternen Izumi (Megumi Kagurazaka) liest ihrem pedantischen Schriftsteller-Gatten jeden Wunsch von den Lippen ab. Doch sobald er sich morgens verabschiedet, um seichte Liebesromane für frustrierte Hausfrauen zu ersinnen, spürt Izumi eine drückende Leere. Als sie eines Tages von einer Model-Agentin zu einer Foto-Session überredet wird, hofft sie, ihrer Langeweile entfliehen zu können. Das Shooting entpuppt sich bald als Porno-Dreh, bei dem Izumi die Lust am Verbotenen entdeckt. Entflammt stürzt sie sich in sexuelle Abenteuer und landet in einem berühmt-berüchtigten Rotlichtviertel Tokios. Literatur-Dozentin Mitsuko, die hier nebenbei als Prostituierte arbeitet, nimmt sich ihrer an. Während Izumi tagsüber weiterhin das züchtige Heimchen am Herd gibt, wird sie nachts von Mitsuko in die Abgründe sexueller Dienstleistungen eingeführt. Eines Tages wird die grausam zugerichtete Leiche einer jungen Frau aufgefunden. Kommissarin Yoshida, selbst gefangen in einem Doppelleben, begibt sich auf eine düstere Spurensuche.

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Guilty of Romance
Genre
Drama, Horrorfilm
Ort
Tokio
Handlung
Erotik, Fotoshooting, Hausfrau, Pornographisches Video, Pornoszene, Rotlichtmillieu, Schriftsteller, Sex-Sklavin, Sexvideo
Zielgruppe
Über 18 (Gewalt), Über 18 (Sex)
Tag
Avantgarde und Experimentalfilm
Verleiher
rapid eye movies
Produktionsfirma
Django Film, Nikkatsu

Kommentare (33) — Film: Guilty of Romance


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Heimacker

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Bewertung3.5Schwach

Ein Japsen-Kunst-Fick-Film. Schöne Bilder, andere Kultur, durchgeknallte Figuren, etwas hochgeistige Literatur für Arme und ein paar Leichen. Eine gescheite Story konnte ich nicht erkennen. Jede Szene war, für sich betrachtet, totaler Schwachsinn. Viel Gekreische, sinnfreies Gevögel, Farbbeutelattacken. Ein Hungerhaken und ein kleiner Moppi sorgten für das Kontrastprogramm. Hier wollte ein Regisseur sich selbst verwirklichen und schockieren. Ständige Textwiederholungen nach Schocksituationen, das Stolpern von einer Peinlichkeit in die nächste und die absolute Realitätsferne lassen den Zuschauer, zumindest mich, vollkommen kalt. Der Film hat mich werder emotional noch intellektuell erreicht. Ein Schuss in den Ofen. Schade um Mahlers Musik.

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celladore

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Mein Lieblingsfilm von Shion Sono. Nicht unbedingt sein bester, aber ein absolut gelungener Film mit einer unvergleichbaren Atmosphäre. Auch bei 145 Minuten Laufzeit habe ich mich nicht eine Sekunde gelangweilt, war stets gefesselt von der tollen Geschichte und beeindruckt von den neonfarbigen Bildern Tokios. Die Bezüge auf Kafkas Buch "Das Schloß" (tolles buch) fand ich auch klasse integriert in die Geschichte. Alles in allem ein sehr schönes, atmosphärisches Filmerlebnis.

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deevaudee

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Bewertung6.0Ganz gut

Dem Horro sei dank...... das ich mal was japanisches sehe ohne das Godzilla durchs Land trampelt. Ja gut, ist nicht der erste Asiate ohne das grosse Monster, aber einer dem ich einer Empfehlung gefolgt bin, weil hier angeblich brutal viel gevögelt werden sollte. Und Inspektor *dvd* musste sich doch überzeugen ob der werte Herr Horro recht hat, oder nicht, und wegen Falschaussage dran zu kriegen ist.

Nun ja so denn.....
Ja hallo bitteschön, probieren sie mal, es schmeckt gut.......
Das in der Enlosschleife, und man wird so schon irre. Danke liebe Libido, dass die Hauptdarstellerin dabei nackig sich vor dem Spiegel gerekelt hat. So gab es eine plausible Erklärung für diese längere Szene. Und länge ist das Stichwort. Dieses mal kommt es in der Tat auf die Länge an, und die ist übertrieben zu lang.
Aber nie war der Spruch, das Fleisch ist willig, doch der Geist ist schwach so treffend wie hier. Eine gut gebildete Frau, Dozentin, hat sich der dunklen Seite angeschlossen und hurt Nachts durchs Rotlichtviertel, einfach weil es ihr danach lüstet. Aber doch auch lastet. Der hintergrund ist fast einfach und doch nicht erwähnenswert, denn sonst verrate ich zuviel.
Und sowieso ist diese Geschichte so dermaßen dreigeteilt, dass auch jeder seine explizite Erzählung bekommt. Nichts kurzfristiges. Nein, schön tiefer gehend; und für Leute die Doppeldeutig denken ist das bestimmt jetzt ein Grund zum grinsen. Und ich kann dem nicht wiedersprechen. Jede der drei Damen hat so ziemlich ein Ding am laufen, da kocht das Wasser auch ohne Hitzequelle. Die erwähnte Dozentin, die diese unnachahmliche Konstante herstellt, dann Izumi, das Frauchen eines gefeierten japanischen Schriftstellers, die Leiderfahrende Hauptperson, und dann bleibt noch die Polizistin, die zwar Mann und Tochter hat, aber auch nicht gerade mit ner weissen Weste aus der Saison gehen würde, wäre sie ein Torwart. 3 Frauen. 3 Schicksale. 2 vereinen sich, die andere lässt sich davon übermannen.

Die Verstrickungen sind recht intelligent gelöst, und auch gewisse Arthaus Momente blinzeln durch das Bilderdickicht durch. Mir war am jetzt nur die Frage, was wollte mir der Film eigentlich sagen? Jeder ist ein Schwein??
Auch das Lyrische, die inKunst im Film deutete auf ein eher durchdachtes Machwerk hin. Doch wäre da nicht dieser Mord, und die später erkennbare Zeitverschobene Erzählweise, wäre es nur ein 0815 pseudo intelligenter Film. Nein, er versuchte sich in Filmkunst zu verirren, und die Einfachheit der Dinge zu zelebrieren, wie angreiffbar wir sind, wenn es nur ums fleischliche geht. Wie verletzend es sein kann. Dann bleibt die Frage, ist es vernünftig vom Menschen, sich diese Pseudogedanken einimpfen zu lassen, das die Liebe das Maß aller Dinge ist, Ehebruch etwas ganz ganz furchtbares ist, das man treu sein soll und ein Fremdgang das Ende aller Dinge ist? Oder es damit zu rechtfertigen, im Prinzip trotz Treueschwur, wir im Grunde niemanden gehören, und doch für alles und jeden verfügbar sind?
Es wäre mit Sicherheit auf Psychologie Ebenen eine garantiert illustre Unterhaltung möglich, aber es hier zu erörtern, sprengt den Rahmen, und hat bis auf das Prinzip, keine grosse Aussagekraft zu diesen Film. Auch der Titel selbst, schuldig der Romantik, lässt klar blicken, das es einen Standpunkt gibt, von dem man aus, diesen Film betrachten soll. Denn letztlich ist Prostitution doch im Verruf. Und doch generiert dieses Feld soviele Finanzen, und treibt global viele auch in kriminielle Millieus. Dadurch verkommt es zum Verruf. Aber wie es im Film so schön heisst, schläfst du mit einem Mann, bei dem es keine Liebe ist, verlange dafür Geld!

Im Prinzip ist der Film auf vielen Ebenen enorm interessant, und teilweise spannend gestaltet. Aber seine Laufzeit, und vorallem die anfängliche brave Ehefrau die jeden Tag für ihren Mann die Latschen zurecht rückt, hat man mindestens nach der zweiten Einstellung verstanden, und muss nicht noch weitere 4 Tage das Ding durchziehen. Aber naja.
Der Mordschauplatz, oder auch Tatort, ist dagegen wieder schaurig. Hatte fast etwas von nem Saw Film. Doch zwischen unwohlig düsterer Atmosphäre zu ein paar Vögelszenen, in denen ein halber Fetisch rausspricht, wechselt der Film zu häufig das Thema. Düstere Tatortromantik und auf der andere Seite das Alltagsdilemma am Mittagstisch, das vor Tragödie nur so schreit.
Verzweiflung wird gross geschrieben. Das dem Alltag entfliehen will, neben hallo bitteschön Würstchen Werbereien, und einem Hinterhältigen Model-Sexdreh Auftrag, Ehefrauchen, sowie der verruchten Dozentin die Nachts nur ihre Möse zum flattern kriegen will. Aber an dem Eingang zum "Schloss" scheitert, und nur scheitern kann.

Ganz interessant, ist ihre Mutti. Die alte Schachtel. Die war echt nicht ganz knusper im Kopf, aber die Alte hatte echt Eier in der Hose, und ein Olli Kahn wäre stolz auf die gewesen. Die hatte echt nen super geilen Part im Film. Mehr sag ich dazu aber nicht.
Die Schlusseinstellung mit der Müllabfuhr, ist so glaubwürdig nicht. Aber ... verdammt.... leuchtet mir jetzt erst gerade ein... haha.... krass. Müsste noch nen halben Punkt extra geben. Aber den hab ich vorsorglich in die Wertung miteinfliessen lassen, falls der Film nachwirken sollte.
Die Hauptdarstellerin,der Izumi, ist schon ein Leckerchen. Aber ihr nahm ich die pure Unerträglichkeit nicht so ganz ab.
Was bleibt ist ein Plädoyer was den guten Horro entlasten kann. Brutal viel gevögelt, okay, nicht zwar, aber wer weiss was jeder gewohnt ist. ;)
Dennoch wurde nicht mit gespart und zimperlich ist es auch nicht von statten gegangen. Insofern wurde dieser MoviePilot entlastet und bekommt den Freispruch.
Eine zarte Empfehlung für diesen Film kann ich auch raus geben, auch wenn ich hinzufügen muss, das Geduld benötigt wird dafür. Weil der Länge halt. Charakterstudie in maßen, und extrem blutig irgendwas plus heftiger Ekelfaktor, eher nein. Total beklemmend und Abgründig, auch eher nein. Aber im ganzen doch extrem Aufwändig und klug inszeniert. Leicht stilistisch, aber nicht zu extrem in eine Richtung gehend. Irre sind nur die Darsteller. Dozentin und Mutti ganz arg. Aber sollte man schon mal gesehen haben. Und vor allem sollte man den Film nicht wegen dem Sex gucken. Der zeigt nur, das nicht jeder von uns lieber im Schatten wandeln möchte.

In diesem Sinne, bin ich auch Guilty of romance. Auf welcher Seite ich stehe, bleibt mein Geheimnis. soviel sei gesagt. Ich will nicht unbedingt ins Schloss. ;)

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Hornblower

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Deine war die lange! Die andere geht nur knapp zwei Stunden. Dort fehlt im Wesentlichen das Liebesleben der Kommissarin; deshalb ist mir das überhaupt aufgefallen. ;)


deevaudee

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Ah okay. Vielen dank.


Cayopei

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Bewertung9.0Herausragend

Kafka und Ibsen als Inspirationsquellen mit Prostitution, Love Hotels, (sexuellen) Obsessionen, Abhängigkeiten, (mörderischer) Gewalt und der 'Körperwerdung' einer Frau auf der Suche nach sich selbst und der Liebe zu vermischen - das gibt es in dieser Form (wohl) nur bei Sion Sono, und genau das macht ihn und seine Filme so besonders. Sicherlich ist der Abschluss seiner "Hass"-Trilogie nicht jedermanns (oder jederfraus) Sache, aber wer will schon jedem gefallen?

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Markbln

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein zwiespältiger Film. Und ein langer Film. Zu lang meiner Meinung nach.
Die Geschichte über die Liebe und Sex suchende Izumi im Tokioter Amüsierviertel Shibuya ist interessant und geht über die ausgestellten Fetischszenen am Pornoset, über die bei GUILTY OF ROMANCE oft berichtet wurde, weit hinaus. Am interessantesten ist Sion Sonos Film dann, wenn die vereinsamte Ehefrau des Schriftstellers auf ihr Sexteacherin, die vulgäre Literatur-Dozentin Mitsuko trifft. Ihre Gespräche haben es in sich. Die Dritte im Bunde ist die ermittelnde Kommisarin Kazuko, auch sie hat ein Geheimnis und wird am Ende mit einer parabelhaften Szene das perfekte Schlusswort haben. Gustav Mahlers 5. Symphonie hätte ich nicht schon wieder filmisch verwurstet haben müssen und auch die übrige klassische Musik, die in asiatischen Filme zu oft als Nonplusultra für Tiefsinn und Intellektualismus eingesetzt wird, ist ein bisschen sehr omnipräsent.

Visuell knallt es heftig, zwischen Pop-art und Neo-Film Noir richtet sich der Japaner Sion Sono ein. Manchmal ist das übler Kitsch, überraschend oft aber auch sehr intensiv. Die beiden Hauptdarstellerinnen sind perfekt gewählt. Wie sich die untergebene, aufopfernde Schriftsteller-Gattin von der kriechenden, Pantoffel cm-genau auf Position stellenden Dienerin zur lasziven, wollüstigen Hure verwandelt, ist glaubwürdig. Genauso, wie sie im Strudel von Eros und Macht die Kontrolle zu verlieren scheint.
„Wie viel besser wäre ich dran, wenn ich niemals die Bedeutung der Worte erfahren hätte. Ich stehe still im Inneren deiner Tränen und komme allein zurück in dein Blut.“
Diese lyrischen Zeilen sind das intellektuelle Zentrum des Films und werden wiederholt von der nymphomanischen Literatur-Dozentin zitiert. Sie verteidigt vehement den Gedanken, dass Worte nur dann eine Bedeutung haben, wenn man sie physisch erlebt. Izumi, die selbstverleugnende Ehefrau, muss dafür alle Konventionen über Bord werfen. In einer mit Tabus und strengen gesellschaftlichen Regeln vollgestopften Gesellschaft wie Japan, die ein starres Kastendenken beherrscht, erfordert dies ungeheure Kraft und Willen. Was Sion Sono darunter versteht, finde ich sehenswert. Ein interessanter Film, der stellenweise zu voyeuristisch, langatmig und gekünstelt ist, insgesamt aber ein sinnliches Erlebnis nicht nur für das Auge bietet.

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Hartmut Wastian

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Bewertung6.0Ganz gut

Zwischen Arthouse und Trash angesiedelter Schocker, der plakative Bilder mit einer etwas banalen Geschichte kombiniert und ein tristes japanisches Frauenbild zeichnet.
Ich hoffe sehr, dass die Japanerinnen heute etwas emanzipierter sind.

In Teilen ganz nett anzusehen, aber am Ende dann überdreht, vorhersehbar - insgesamt unbefriedigend.

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Johannes Jarchow

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Bewertung6.0Ganz gut

Im Niveau erstaunlich flexibel, von Telenovela über Porno zu Kafka. Zweifelsohne eine Enttäuschung im Angesicht großer Erwartungen. Botschaften so platt wie unsinnig. Sex so sexy wie Brot. Was mich anhob, war das Verstörende und Zerstörende, die Desillusion. Das Fallen ohne Bedauern.

Bunnyfucktor: 6.5

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fkfilmkritik

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Bewertung7.0Sehenswert

Es fällt mir irgendwie schwer diesen Film so sehr schönzureden, wie ich ihn eigentlich sah, denn "Guilty of Romance" ist in seinen hasserfüllten Vorstellungen von Abgründen durchaus ziemlich platt und kaum ernst zu nehmen. Eine Ehe, geführt wie in einem völlig anderem Zeitalter wird hier als das ach so gefahrlose, aber schon auch ziemliche langweilige Leben gezeigt, doch wenn die schüchterne Izumi sich ins Geschäft der Prostitution bewegt, gerät sie natürlich ganz schnell in Gefahren. Eigentlich stellt Sion Sono hier die meisten Menschen, die mit einer Prostituierten Sex haben wollen, als bedrohlich dar und jede Form von Crime wird in diesem Film konsequent mit Sex vereint. Die Kommissarin wird während des Geschlechtsakt angerufen, um zum Tatort zu kommen und bei den Ermordeten handelt es sich nur um Prostituierte. Sono schafft es aber das Bild von dem für die Protagonisten natürlichen Alltag den Zuschauer in den Kopf zu drängen, um ihn dann in sämtliche Richtungen zu verzerren. Spannend ist es wie nah und selbstverständlich intim man sich hier mit dem Selbstkonflikt der Hauptprotagonistin auseinandersetzt, die mehr und mehr die Scheu vorm Zeigen und Verkaufen ihres Körper verliert. Über alles hinweg beeindrucken die vielen bunt beleuchteten Gassen und Räume, die den Glimmer und die Gefahr des Geschäftes an die Oberfläche treiben. Über das Showdown herrscht ein berauschendes Etwas aus Farben und Hysterie, in dem sich Geheimnisse mit festen Paukenschlägen auflösen, während das Ende dann nur noch still und distanziert die endgültige vollstreckte Entfremdung von Izumi beobachtet.

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Gabster

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Bewertung7.5Sehenswert

Auf "Guilty of Romance" habe ich mich sehr gefreut. Schon seit langem denke ich mir, dass ich unbedingt mal einen Sono sehen muss und jetzt ist es endlich so weit. Trotz seiner epischen Laufzeit hatte ich das Gefühl eines sehr kurzweiligen und doch anspruchsvollen Filmes. Hin und wieder drückt Sono ein bisschen zu sehr die manipulative Schiene, aber die Asiaten haben ja, was das angeht, eh andere Sehgewohnheiten als wir. Thematisch nervt es irgendwann vielleicht ein bisschen, wie sexbesessen alle Figuren zu sein scheinen, umso schöner fand ich aber die Passagen um die Bedeutung von Sprache und Worten. An einigen Stellen hat mich der Film an Bunuels "Die Schöne des Tages" erinnert und irgendwie ist das schon bezeichnend, dass Sono hier ein Gesellschaftsbild des modernen Japans zeichnet, das dem ähnelt, das Bunuel vor fast fünfzig Jahren in Frankreich angesiedelt hatte. Also entweder verzerrt Sono hier einiges oder aber die Japaner sind, was Emanzipation und sexuelles Selbstbewusstsein der Frau angeht, tatsächlich ein bisschen spät dran. Spielt aber auch keine Rolle, wie realistisch all das ist, es ist auf jeden Fall wunderschön und gerade durch die langsame und ausführliche Erzählweise ungeheuer fesselnd.

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Grimalkin

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Bewertung9.0Herausragend

Na gut, eine Seite von mir ist leicht ausrechenbar: Meine filmästhetischen Lieblinge der letzten Jahre gleiten in der Regel durch neonbeleuchtete Metropolen und tauchen ein in die finstersten Herzen der Stadt, um in einem Strudel aus Sex und Gewalt in meinen Kopf einzudringen und sich dort wie ein pulsierender Kopfschmerz einzunisten. Einfach ein paar bunte Lichter filmen, ein paar Menschen physisch und/oder psychisch verstümmeln und irgendwie Noé, Refn oder Sono vorne draufschreiben - schon werfe ich mit Punkten um mich. Das sagt letztlich viel mehr über mich als über die jeweiligen Filme aus, klar, aber es ist auch eine Facette meines Geschmacks, die zuvor viel zu selten befriedigt wurde. Erst in den letzten Jahren entdecke ich diese Filme, die einen am Hinterkopf packen und in diese wunderschön anzusehenden, aber gleichzeitig abgründigen, molochartigen Milieus mit der Nase reindrücken, um letzten Endes aber auch so viel mehr zu erzählen als nur: "Seht, sowas gibt's!"
Sonos "Guilty of Romance" ist eine Geschichte über Ausbruch, Entfaltung und Entfremdung, über das radikale Ausleben eines inneren Drangs und die Akzeptanz seiner Konsequenzen. Und sie ist einfach verdammt gut.

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Grimalkin

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Na gut, ok! Die Hauptsache ist doch, dass "Guilty of Romance" ein guter Film ist und das siehst du ja mit einer 8.0 ähnlich. :D


Anoirja

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No offense. Es liegt eben an meiner Aversion gegen Noé und wenn ich einen Text "like", wo der Typ irgendwie positiv erwähnt wird, kann ich meine zappeligen Finger einfach nicht im Zaum halten. ;)


derblonde

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Bewertung6.0Ganz gut

Für Arte ein Trashfilm, aber davon ist dieses verstörende Etwas von Film weit entfernt. Trotz Kunstanspruch für mich eher ein durchschnittlicher Film, der aber trotzdem fesselt.

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Thanatos1

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Guter Film.
Interessantes Ende, nette Geschichte und teils wirklich surrealistische Szenen.
Einen weiteren Pluspunkt sind natürlich auch die wunderschönen Titten der Hauptdastellerin :D

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strangelet

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Stellenweise wirkt "Guilty of Romance" wie eines dieser furchtbar bedeutungsschwangeren, surrealistischen Möchtegernkunstwerke, die ich so gar nicht haben kann, weil sie langweilen ohne Ende. Mit dem winzigen Unterschied, dass mich ununterbrochen interessiert hat, wie die Geschichte weitergeht. Und wenn das der Fall ist, dann bin ich bereit, ein bisschen intellektualistisches Gehabe zu verzeihen.

Oder, gegebenenfalls, sogar davon auszugehen, dass das alles wirklich so tiefsinnig ist, wie es tut.

Nicht dass das irgendwie wichtig wäre.

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Polyphem

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Bewertung6.5Ganz gut

Etwas verwirrend ist der Aufbau des Filmes schon, denn man erwartet bei dem Auftakt eine entsprechende Fortsetzung, wie man es aus dem Westen kennt, stattdessen lässt man den linksliegen und blickt in das Seelenleben der Darsteller. Es geht nie darum ob der Täter geschnappt wird, es gibt kein Katz und Maus Spiel mit schnellen Schnitten. Wenn man an diesem schwierigen Film dran bleibt, der auch seine Längen hat, und etwas mit der Thematik anfangen kann, wird man durchaus zu einigen Überlegungen gebracht, die man bei gewöhnlichen Streifen übers Rot-Licht-Milleu nicht erhalten würde, weil sie nur an der Oberfläche kratzen.

Offensichtlich geht es gar nicht nur um irgendeinen Mord, sondern vielmehr um die Funktion und den Sinn von Prostitution und menschlichen Beziehungen. Frauen wie Mitsuko Ozawa wirken auf mich wie Sasha Grey, wo Sexualität nur als eine blosse Obsession, wie eine Zwangshandlung und Zweckgetriebenheit fungiert. Offenbar beruht der Film auch auf den Fall der ermordeten Yasuko Watanabe, die als Nutte und als Wirtschaftsforscherin arbeitete. Der Film ist von Menschen inspiriert, die völlig von sich und anderen Menschen entfremdet sind. Die Höchststrafe für Sex ist diese Leere, Beziehungslosigkeit und Langeweile während des Aktes. Das würde auch erklären warum man die Prostituierte Mitsuko als vulgär bezeichnet, denn dieses Wort bedeutet nach Adorno ein "Einverstandensein mit der eigenen Erniedrigung". Die Menschen in diesem Film sind rastlos und irren nur umher, werden verletzt und verletzen. Hierin liegt die Tragik, die offenbar nur noch durch den eigenen Tod beendet werden kann.

Ich habe den Roman von Kafka ("Das Schloss") nicht gelesen, daher kann ich nicht einschätzen, was mit der Erwähnung des Schlosses gemeint sein könnte. Es gibt ein paar grotesk anmutende Szenen, wie die zerplatzenden rosa Farbbeutel, oder einen Satz wie "Das ist sehr gut, ich freu mich" als eine Darstellerin einen Penis anfässt oder als bei einem Pornodreh das Mädel so wild reitet, dass es selbst dem notgeilen Hauptdarsteller zu verrückt wird. Sowas kann den Blick auf den eigentlichen Zweck des Films verdecken und verwirren. Unterm Stich ist das ein sehr trauriges Werk und es handelt darüber wie tief Menschen sinken können. Wenn man seinen Blick von den Fickszenen lösen kann, schafft man es möglicherweise tiefer zu blicken. Ich bin mir einerseits nicht sicher ob Regisseur Sono sich mit dem vielen Sexszenen einen Gefallen getan hat, andererseits war es wohl die einzige Möglichkeit die leere Getriebenheit auszudrücken. Die Schlussszene zeigt dann auch, dass man den Seelenmüll, die Leere und Verlorenheit loswerden kann, wenn man nur dran bleibt. Der Film hat mir besser gefallen als "Strange Circus" und ich kann ihn vorsichtig empfehlen, wenn man die nötige Geduld und Wachsamkeit aufbringt.

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Stefan Ishii

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Bewertung5.5Geht so

Ich hab mit Sion Sono so meine Probleme. Mal mehr, mal weniger... "Strange Circus" hat mich einfach nur angewiedert. "Love Exposure" fand ich dann überraschend gut. Leider hat mich "Guilty of Romance" jetzt wieder enttäuscht.

Die Handlung und der Hintergrund interessierte mich durchaus, doch der übertriebene Stil des Regisseurs hat mich erneut größtenteils gestört. Einfach nicht mein Fall, fürchte ich... Aber ich will den Film jetzt auch nicht schlechter machen als er es verdient hat. Immerhin konnte er mich stellenweise fesseln (insbesondere in der ersten Hälfte sowie die Abschlußszene).

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Stefan Ishii

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Ohweh, das ist wirklich schon lange her und im Detail erinnern kann ich mich ehrlich gesagt auch nicht mehr. Aber so wie ich das im Moment sehe, bist du da auf dem richtigen Weg. Die Mutter verachtete die Tochter, da sie nunmal auch das Kind des Vaters ist.

Von dem Film gibt es auch verschiedene Schnittfassungen. Da kann auch vielleicht mal etwas unklar sein. Obwohl in diesem Fall die Langfassung eher unnötig ist, da sie nur die Dinge noch stärker zu erklären versucht.


Hornblower

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Danke trotzdem für die Antwort. Nach 10 Monaten hätte ich bestimmt auch Schwierigkeiten mit einer so konkreten Frage. :)
"Die Mutter verachtete die Tochter, da sie nunmal auch das Kind des Vaters ist." Das auf jeden Fall. Die Mutter betont das "niedere Blut" des Vaters und dass das für die Obszönität und die Hurerei der Tochter verantwortlich sein muss.
Ich hatte ja auf Wikipedia gehofft, aber dort ist die Inhaltsangabe sehr übersichtlich.
Die Langfassung bringt da leider auch kein Licht ins Dunkel. Gesehen hab ich die kurze Internationale Fassung (gleichzeitig der "Directors Cut").


CatafalqueForFallenFlies

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Wo beginnt Moral und wo findet sie ihren Sinn und ihr bitteres Ende? Wieviel Geld ist sie einem wert und mehr noch, wie viel kostet ihre völlige Aufgabe?
Sion Sono ist mit diesem Film ein weiteres Meisterstück gelungen, das seinesgleichen sucht. Selten wurde ich in einem einzigen Film in derart vielfältige Gefühlslagen hineingestoßen, gegen die ich völlig wehrlos war und die von Szene zu Szene, von Einstellung zu Einstellung nur noch düsterer und abgründiger ausgearbeitet wurden. So düster und voller Verhängnis, dass man es kaum ertragen kann. Der Zuschauer erhält aus einer Idylle heraus einen visuellen Fausthieb nach dem anderen und kriecht bald besinnungslos am Boden, sucht nach sich selbst, nach seiner Rolle in diesem Schauspiel, das so frei von jedem Fluchtweg erscheint. Doch warum sollte Sono uns diese auch liefern?
Irgendwo zwischen 'Soft'porno, Psycho-Thriller und Krimi siedelt er 'Guilty Of Romance' an, garniert es mit einer Prise Kafka und deckt ganz nebenbei und so ungeschohnt wie selten die moralischen Gefälle des menschlichen Lebens auf, die freilich nur eine Richtung kennen: abwärts. Die Erwartungshaltung wird klar erfüllt und gleichzeitig stets gebrochen, weiß man doch, dass die heile Welt einen Antgonisten besitzt, der sich unweigerlich an die Oberfläche eifern wird und sei es durch den kleinsten unerwarteten Riss. Liebe ringt mit ihren eigenen Käuflichkeit und das Hässliche mit dem schönen Schein und der Gewinner heißt doch von Anfang an Symbiose, wenigstens bei Sono. Zu keiner Zeit hat man dabei das Gefühl von unnötigen Längen gequält zu werden, oder gar in Langeweile zu versinken, nein hier sitzt jeder Blick, jeder Reiz, jeder Akt und das schlechte, niederschmetternde Gefühl am Schluss. Ein Film, der nur sehr schwer verdaulich ist und mich noch einige Zeit beschäftigen wird. Ein Film, den ich uneigeschränkt empfehlen kann, der aber unbedingt die richtige Stimmung (ab)verlangt und wohl nur einmal im halben Jahr erträglich ist, löst er doch (zumindest in mir) unweigerlich zu viel von dem aus, was man sonst im Exil der Verdrängung findet..

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row-t

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Toller Text, macht Lust den Film bald mal zu sehen. Liegt hier schon lange rum. Wenn der in einer Liga mit "Love Exposure" spielt, dann wird's ein Fest. "Himizu" ist übrigens auch ganz gut geworden, gibt's bisher aber nur die DVd und Blu ray aus UK. Hierzulande muss man auf die Veröffentlichung noch warten.


Sven - Friedrich Wiese

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Wunderschöner, fast schon schwärmerischer Kommentar zu einem Film, von dem ich bis dato noch nichts gehört habe.


DerSuperBob

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Bewertung7.5Sehenswert

schöner abschlus der Hass-Trilogie
total durchgeknalltes japan zeug :)
kommt aber nicht an Love Exposure ran

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horro

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Bewertung7.5Sehenswert

In diesem Film wird aber echt brutal viel gevögelt ... bitte meine Ausdrucksweise zu entschuldigen, aber das war wohl nicht nur bei mir der erste Gedanke, der einem nach ein paar Minuten durch den Kopf geht. Nicht nur wegen oder vielleicht gerade trotz der dauernden Fickerei ist hier die Inszenierung absolut faszinierend und teilweise auch perfekt gelungen. Düstere albtraumhafte Verbrechenstatorte wechseln sich mit erotischen Bettszenen bis hin zur Analyse von menschlichen Perversionen ab. Eine explosive Mischung, die einen schon ziemlich in ihren Bann ziehen kann und die, wenn man zur richtigen Zeit auf den Zug aufspringt, auch mehr als einen Moment lang haften bleibt. Trotz beachtlicher Überlänge kommt selten das Gefühl von Längen auf; immer wieder hält einen das richtige Bild zur richtigen Zeit bei der Stange.

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horro

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welche hast du denn schon von ihm gesehen?


lieber_tee

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Suicide Circle, Strange Circus, Exte: Hair Extensions, Love Exposure, Cold Fish und Guilty of Romance. Fand alle gut bis klasse. Mag seinen Stil.


180manGER

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Bewertung9.5Herausragend

"Ich hätte niemals der Worte Bedeutung erlernen sollen,
weil ich jedoch Japanisch und ein klein wenig fremde Sprachen erlernte,
bleibe ich still in deinen Tränen stehen und kehre zurück in dein Blut!"

Ein bildgewaltiges und tiefes Gedicht als Leitmotiv! Es geht irgendwie um die Bedeutung der Wörter, so kann anhand einer Träne der Körper dieses Wortes nachgebildet werden. Doch wie ist es um Abstrakta wie Gefühl, Empfindung und Liebe bestellt?
Lassen sich solche Worte auf eine Bedeutung reduzieren; lässt sich das zu Bedeutende erfassen? Gibt es hier überhaupt eine Bedeutung, ein Signifikatum?
Auf der Suche nach einem solchen, nimmer greifbaren Sinn befinden sich die drei Protagonistinnen Izumi, Mitsuko und Yoshida. Und ähnlich wie in Kafkas Schloss kreisen sie lediglich um den Sinn, ohne einen Blick auf dessen Eingang erhaschen zu können.
Die drei Geschichten der Frauen stehen für Emanzipation, Befreiung, Wollust und Perversität. Es mag Gesellschaftskritik durch überzogene Darstellungen und ausgereizte Handlung sein, ja; aber vielmehr drängt sich die Poetik einer unvergleichlichen Sinnsuche auf. Der eigene Körper, wenn der Worte Körper unerreichbar sind, wird aufs radikalste erniedrigt, bis dessen Bedeutung gar ausgelöscht ist. Shion Sono schaffte es mich herauszufordern wie ein philosophischer Aufsatz Nietzsches. Und zusätzlich diese zerstörerische Gewalt der Bilder, diese mitreißenden Szenen und zahlreichen Motive, die allesamt einer eigenen Interpretation bedürfen. Dieser Film drängt auf, regt an und tut körperlich weh. Das ist Kunst!!!

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lieber_tee

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Bewertung7.5Sehenswert

"Ich will etwas erleben, bevor ich 30 bin."
Es gibt sicherlich so einige Lesarten des Films: Als eine oberflächlich-ablehnende, sexistische Altherren-Männerphantasie im Nutten-Milieu, als eine übermütig, schäbig-scharfe Farce über unterjochte Frauen in der japanischen Mittel-Schicht-Gesellschaft, die sich durch bezahlten, sadomasochistischen Sex von ihren Fesseln lösen oder als eine traurig-tragische Suche nach dem "Sinn des Lebens".
Zentrale Motive bleiben aber immer die Begriffe "Entgrenzung" und "Befreiung".
Macht, Liebe, Schuld, Körperlichkeit, Selbstzerstörung stoßen auf ein kafkaeskes Labyrinth aus Groschenroman-Motiven und Emanzipationsgedanken, werden in Shakespearehafter Dramatik mit Pink-Eiga-Softcore-Einlagen vermischt, eingerahmt in einen giallonesken Mordfall.
Die Schwierigkeit und zugleich auch der Reiz von Sonos Regiearbeiten sind seine offen-provokative Themen, mit symbolträchtigen Bildern, dem Betrachter ins Hirn zu knallen. Es läuft immer auf eine doppelgesichtige, schwarz-humorige Farce hinaus, voller grotesker Überschreitungen, mit theatralischem Ausgang.
Seine Mammutwerke sind genauso schwer greifbar wie angreifbar aber immer unberechenbar
und erreichen bei mir eine verstörende Wirkung.
Das mag ich.

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VisitorQ

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jajajajaaaaaaaaaaaa ♥


horro

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da ich das wahrscheinlich auch mag ist der jetzt fällig!



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