Stranger Than Paradise

Stranger Than Paradise (1984), DE/US Laufzeit 85 Minuten, FSK 12, Drama, Abenteuerfilm, Komödie, Kinostart 09.11.1984

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7.7
Kritiker
12 Bewertungen
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7.5
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794 Bewertungen
24 Kommentare
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von Jim Jarmusch, mit John Lurie und Eszter Balint

Als der in New York lebende Ungar Willie Besuch von seiner sechzehnjährigen Cousine Eva bekommt, ist er nicht gerade begeistert. Eva ist gerade in Amerika angekommen und bleibt zehn Tage, bevor sie zu ihrer Tante nach Cleveland zieht. Ein Jahr später tauchen Willie und sein Kumpel Eddie überraschend in Cleveland auf, entreißen Eva ihrer Tante und fahren mit ihr ins “Paradies” – nach Florida. Doch ihr Aufenthalt gleicht mehr einem Höllentrip: Willie und Eddie verzocken ihr gesamtes Geld beim Hunderennen, Eva will nur noch zurück nach Europa. Der Versuch, Eva zum Bleiben zu bewegen, nimmt für Willie eine völlig unerwartete Wende.


Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kommentare (24) — Film: Stranger Than Paradise


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based_god

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Bewertung5.0Geht so

Irgendwie kann ich mit Jim Jarmusch einfach nichts anfangen.

Trotzdem jedoch habe ich mir "STP" angeschaut und hatte das Ziel, wenn mich der Film schon nicht packt zumindest zu verstehen, was die Faszination an JJ Filmen ist. Und auch auf dieser Mission bin ich gescheitert. Man kriegt zwar gute Alltagsmomente serviert und auch einiges an skurrilen Szenen - Trotzdem hatte ich jedoch das Gefühl, dass ich auch weiterhin zu denen gehören werde, die Jarmusch als Arthouse-Langweiler bezeichnen werden.

Denn über weite Strecken habe ich den Film trotz seiner zweifellos interessanten Geschichte und seinen guten Ideen als langweilig und nichtswagend empfunden. Auch läge es mir fern den Film als schlecht zu bezeichnen, was meine Punkte-Vergabe zu bestätigen vermag. Aber ich habe einfach nicht verstanden und irgendwie habe ich das Gefühl, dass man diese Art von Film im Gegensatz zu anderen (die man als optische Wucht geniessen kann bzw. in deren Unverständlichkeit man viel hinein interpretieren kann) verstehen muss.

Trotzdem aber freue ich mich auf die Erstsichtung von "Down by law", von dem ich mir viel verspreche und auch JJs neuer Vampir-Film schaut durchaus vielversprechend aus...

You can hate me now...

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David Lukas Julisa

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Bewertung9.5Herausragend

ein jarmush ist NIE langweilig!
man muss nur die augen öffnen, die (noch nicht von mainstream ruinierten) sensoren weit, sehr weit öffnen und sich tragen lassen.
dann erlebt man ganz grosses kino!

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Demine

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Im Grunde sind ja alle Jarmusch-Filme gut. Einzig zu den beiden neuesten, also Broken Flowers und Limits of Control, konnte ich bisher nicht einen solchen Zugang finden. Und der Gedanke, dass 2013 ein Vampirfilm von Jarmusch kommt verstärkt den Eindruck, dass seine älteren Filme die besseren sind. Für mich jedenfalls.


David Lukas Julisa

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ja, seh ich auch so. wobei limits hab ich noch nicht gesehen, muss ich noch nachholen...


BattlemasterIZ

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein eher Inhaltlich belangloser Film, mit langsamen Tempo, einem Tag ähnelt dem anderen. Eigentlich hat dieses Werk doch garnicht so viel zu bieten und trotzdem gelingt es dem Regisseur, dem Zuschauer das Gefühl zu geben, dass die Zeit stehengeblieben ist. Eine Lebensgefühlte Rammdösigkeit kann Unterhalten, warum auch immer.... :)

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baser

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Totale Freiheit und Bindungslosigkeit ist im Endeffekt nichts anderes als - Leere. Drei junge Menschen reisen durch Amerika - New York, Cleveland, Miami -, machen Urlaub vor dem Urlaub, sind lediglich zusammen unterwegs, da sie nicht alleine sein können. Die Reise durch die verlassene Landschaft und die typisch amerikanischen Orte der Anonymität - Motels, ein Kino, ein Burgerladen - verändert die Protagonisten nicht; ihre Zerstreuung in alle Himmelsrichtungen zum Schluss ist lediglich zufällig. Während man die durch Schwarzblenden getrennte Szenen - oft von erlesener Schönheit - beobachtet, kommt man den Personen nicht näher, was aber nicht einem erzählerischen Mangel geschuldet ist sondern schlicht der Tatsache, dass die beobachteten Personen keinen doppelten Boden haben; die endlose Freiheit alle ihre individuellen Züge geraubt hat.

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Sigrun

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Drifters. Schön geschrieben.


baser

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Köszönöm szépen! ;-)


Lorion42

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Bewertung7.5Sehenswert

Jim Jarmusch hat die unglaubliche Fähigkeit einen Kurzfilm lange auszudehnen, indem er Menschen in Alltagssituationen zeigt und dabei ihre Wünsche einfägt ohne sie auszusprechen. Ein Teil von mir mag seine Filme auf Grund seiner universellen Auslegbarkeit, ein anderer Teil langweilt sich bei jedem Film von ihm zu Tode. Jarmusch versteht wenig von Spannung, aber viel von Melancholie. Er hat ein gutes Auge für Bilder, aber ein schlechtes für Timing. Ich finde sein Stil funktioniert in Kurzfilmen am besten (Night of Earth z.B. ist ein schöne Kurzfilmsammlung). Im Grunde ist es aber so, dass wenn man einen Jarmusch gesehen hat, man alle kennt. Wenn ich nun jemanden, der noch keinen Film von Jarmusch gesehen hat, einen Film von ihm empfehlen müsste, würde ich sagen: Guck dir Stranger than Paradise an. Danach weißt du alles über ihn und seinen Stil, das du wissen musst. Die Sinnsuche der Protagonisten, der unterschwellige Humor in einigen Szenen und die Trostlosigkeit der Realität funktionieren hier am besten.

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DerDude_

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ich denke für manche Filme muss man einfach geschaffen sein. "Stranger than Paradise" von Jim Jarmusch ist einer davon. In dem Film passiert enorm wenig und sicherlich werden ihn viele als langweilig abstempeln, was ich sogar etwas nachvollziehen kann.
Mich aber hat der Film einfach blendend unterhalten. Jarmusch erschafft hier weniger einen Spielfilm und mehr ein Gefühl der tristen Leere welche sich wunderbar mit der S/W Optik des Filmes ergänzt. Die Darsteller sind in ihren Rollen so herzhaft charmant und wundervoll das der Film auch ruhig drei Stunden hätte gehen können und ich doch nie das Interesse verloren hätte.
Insgesamt ist es der Stil des Filmes der fasziniert. Obwohl fast nur Belanglosigkeiten passieren ist das ganze doch herrlich unterhaltsam. Meine persönliche Lieblingsszene ist wenn die Protagonisten im Kino sitzen. Ich weiß auch nicht aber irgendwie musste ich bei dem Anblick lauthals lachen. Zudem sagte mir auch Screamin Jay Hawkins mit seinem "I put a spell on you" sehr zu.
Insgesamt einfach eine herrliche Abwechslung vom großem, imposanten Megakino zum ruhigen, kleinen Kino. Einfach ein ruhiges Meisterwerk dessen Faszination ich mir momentan noch gar nicht erklären kann. Irgendwie hat er mir einfach gefallen.

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DerDude_

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Für mich ist es BROKEN FLOWERS aber der hier kommt knapp dahinter !


jacker

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'Obwohl fast nur Belanglosigkeiten passieren ist das ganze doch herrlich unterhaltsam.'
Auch wenn ich, ähnlich wie Telebaum, die Themen in Jarmusch's Filmen auch nicht belanglos finde, versteh ich genau was du meinst. Das ist einfach die Essenz seiner Filme. Da ist nichts künstlich aufgebauscht, die Handlung, oder Nicht-Handlung ist inszeniert als ob völlig normale Menschen einfach irgendwann ein wenig mit der Kamera begleitet wurden. Er zeigt die Aspekte des Lebens, die andere Filme aussparen, weil sie 'langweilig' sind, dadurch zeigt er umso mehr das Leben :)


SKURRIL

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Bewertung7.5Sehenswert

Schöner ist es immer dort, wo man nicht gerade ist. Nach diesem Motto und angetrieben von der alltäglichen Belanglosigkeit suchen die drei Protagonisten nach einer schutzgebenden Heimat. Doch selbst im Land der endlosen Möglichkeiten, USA, finden sie weder etwas, das sie fasziniert, noch etwas, das ihnen einen höheren Sinn gibt. Alles ist belanglos, egal, völlig fremd, einsam und trist. Sie ersticken fast vor Langeweile, scheinen verflucht zu sein zur Sinnlosigkeit. Gerade zu ironisch, dass zwei von ihnen "I put a spell on you" fasziniert laut aufdrehen und als letzten Ausweg wählen.

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MrDepad

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Bewertung7.5Sehenswert

Nach "Permanent Vacation" folgt "Stranger than Paradise", der zweite Film von Jim Jarmusch", ähnlichen Motiven wie sein Debut. Diesmal stehen 3 Figuren im Vordergrund, die sich anscheinend an keinem Ort richtig zu Hause fühlen können und deswegen ständig auf der Reise bleiben müssen. Jarmusch setzt erneut auf eine sehr langsame, spannungsarme Inszenierung, bei der die Aufnahmen extrem real wirken, während wir nach und nach an die sympathischen, lebensnahen Charaktere gebunden werden. Durch die Schwarz-Weiß-Bilder und den gelungenen Soundtrack ist der Film von einer tristen Stimmung durchzogen, während Jarmusch von den verschiedenen Städten wieder ziemlich einsame Schauplätze auswählt, damit man die Motive der Figuren jederzeit nachvollziehen kann. Gegen Ende hat Jarmusch allerdings noch einige wirklich ironisch - erheiternde Momente in den Film eingebaut, wodurch "Stranger than Paradise" stimmig endet und letztendlich wieder als volle Empfehlung für Freunde von kleineren, unaufregenderen Filmen durchgeht.

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KilianPai

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"What are we doing here?" "I don´t know..."

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Miike

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

“I put a spell on you” dieser Titel von Screamin’ Jay Hawkins zieht sich durch alle drei Episoden des Films von Jim Jarmusch und der Titel des Liedes trifft zu auf die Wirkung die jener Streifen "Stranger than Paradise" auf mich hatte. Eine 90 minutige Reise ohne festes Ziel. Der Film hat eine wunderbare Melancholie inne, die sich über die gesamte Spieldauer ausbreitet. In Stranger than Paradise greift Jarmusch einige Themen aus seinem Erstling "Permanent Vaccation" auf wie z.B die Rastlosigkeit der Menschen oder auch die Trostlosigkeit einer Großstadt. (Lustigerweise schwärmt Eddie von Cleveland ohne es jemals gesehen zu haben, und dann doch nur entgeistert festellen zu müssen, dass Cleveland im Endeffekt genauso aussieht wie er es aus NY gewohnt war). Es ist ein Film über heimatlose, ohne feste Bindung, weder an Menschen noch an Orte. Willy und Eddie die beiden Hauptcharaktere schlagen sich durch Glücksspiel und kleinere Gaunereien durchs Leben, wodurch Jarmusch auch wieder diese Rückhaltlosigkeit (od. Freiheit) aufzeigt. Eva die dritte im Bunde, ist das belebende Element der Jugend. Sie möchte ausbrechen aus der Alltagstristesse und begibt sich zusammen mit Ihrem Cousin Willy und seinem Kumpel Eddie auf einen Trip ins vermeintliche Paradies. Der Film mag für manchen Betrachter gewiss seine Längen haben, mich konnte er aber seltsamerweise von der ersten Minute in seinen Bann ziehen und hat mir eine wunderbare Reise mit einem amüsantem Ende beschert.

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aiztur

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Bewertung7.0Sehenswert

Strangers in a strange land: Migranten und Außenseiter, Lebenskünstler und Reisende. Filmisch ruhig und langsam erzählend und immer gefährlich nah an der Grenze zur Langeweile balancierend spielen Jarmuschs Filme oft in diesem kunstvoll-minimalistisch eingefangenen Milieu. So handelt "Stranger Than Paradise" von osteuropäischen Emigranten, die in den USA eine neue Heimat suchen. Diese bleibt freilich irgendwie fremd und auch das vermeintliche Paradise Florida ist blasser und fader als erwartet. Die Stärke des Films ist - zugegeben - nicht die nüchterne und monotone Handlung, sondern vielmehr die in schwarz-weiße Pracht gegossene Ästhetik und das Gespür für atmosphärische Szenen. Es sind diese alternativen Lebensformen und -einstellungen, die uns Jarmusch immer wieder aufzuzeigen versucht: Freiheit, Lebensgenuss, Unterwegs Sein und Nichtstun. Kurz: Verschwende dein Leben!

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Benni-THE-KING

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Bewertung5.5Geht so

"Going somewhere, getting nowhere"
ziemlich langweilig
eigentlich auch ziemlich cool
aber schon eher langweilig

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reveal

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Bewertung4.0Uninteressant

Ein Film, bei dem man Menschen sieht, die sich einen Film ansehen. Das nenn ich Meta.
Diese Einblicke in das Leben der Personen könnten auf ihre Art und Weise interessant sein, doch für mich liegt das Potential dabei eher in der Gesamtgeschichte, sowie besonderen Details. Die meisten der Szenen haben zwar Details, doch besonders ist da nichts. Nichts, was mir die Charaktere wirklich näher bringen würde - die Minuten einer Szene vergehen, ohne das man etwas erfährt. Immer nur minutenlang die selben banalen Eindrücke.

Hinzu kommt, dass mir die Dialoge, das miteinander Umgehen im Film zu gekünstelt, zu gestellt ruhig wirkt, als das man es noch als realistisches Slice of Life verkaufen und die Inhaltsleere der Szenen damit rechtfertigen könnte. (z.B. Wenn man sein komplettes Geld beim Hunderennen verliert, hat man die Rennbahn und den Weg nach Hause, um sich komplett auszutoben. Da sollte der "you told me you had a good feeling" - Dialog schon längst gefallen sein, wenn man zu Hause angekommen ist. Oder?)
Andauernd nach jeder Szene für eine halbe Sekunde einen komplett schwarzen Bildschirm zu sehen, hat mein Filmerlebnis auch nicht unbedingt verbessert. Doch das nur am Rande.

Persönlich mag ich eigentlich solche Meta-Filme und wenn man bis zum Schluss durchhält, bekommt man zumindest ein von der Idee her gutes, wenn auch nicht ganz schlüssiges Ende geboten. Insgesamt bleibts aber bei einem eher schwächeren Eindruck.

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Xebeche

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Bewertung9.0Herausragend

Mit "Stranger Than Paradise" sollte man nicht unbedingt als Jarmusch-Einsteiger beginnen. Der Film ist ein Phänomen: ein Film, den man als interessante Langeweile bezeichnen könnte. Während meiner ersten Sichtung fragte ich mich mehrmals: "Ja, passiert denn noch irgendwas?" Gleichzeitig übertrug sich die seltsame, triste Stimmung, in der die drei Protagonisten vor sich hin leben auch auf mich und nahm mich ein, ohne dass es unwohl war. Diese Art der Melancholie entstand, die manchmal an kalten, grauen Wintertagen oder in manchen Momenten des Alleinseins eintritt; die nachdenklich macht und zur Selbstreflektion bewegt; die Art der Melancholie, die nicht negativ konnotiert ist, also keinesfalls traurig oder gar depressiv macht (ich hoffe, ich kann verständlich machen, was ich meine?).

"Stranger Than Paradise" handelt von der Rastlosigkeit dreier Menschen, von deren ziellosem "Sich-umher-treiben-lassen", erfüllt von tiefer, innerer Sehnsucht, einen schöneren Ort zu erreichen, was sich allerdings nicht als das erwartete Paradies entpuppt, sondern letztlich vollkommen aus dem Ruder läuft. Das ganze ist so ruhig und unspektakulär gezeigt, als würde man irgendwelchen beliebigen Menschen bei ihrem täglichen Tun beobachten. Und eigentlich macht man beim Sehen des Films auch nichts anderes. Kann so etwas interessant sein? Natürlich, man muss sich nur darauf einlassen.

Im Verhältnis zum gesamten Film betrachtet überschlagen sich zum Ende die Ereignisse geradezu. Nochmals mit Betonung: im Verhältnis zum gesamten Film (!) wirkt das Ende fast spektakulär, was im Grunde nicht das richtige, aber doch irgendwie das passendste Wort ist. Denn auch die letzten zehn Minuten sind ganz beiläufig erzählt, lassen aber den Zuschauer mit einem inneren, “merkwürdigen Lächeln” zurück (ich finde einfach keinen passenden Ausdruck für dieses Gefühl), während zu Screamin’ Jay Hawkins “I put a spell on you” der Abspann läuft.

Es ist kein Film, der (im maistreamigen Sinne) unterhält, sondern einer, den man fühlen muss.

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Demine

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Ok, damit kann ich mir einen eigenen Kommentar zu dem Film sparen. Du hast alles wesentliche (wobei wesentlich in diesem Film nun wirklich einzuschränken ist) treffend auf den Punkt gebracht. Schöner Kommentar :)


Xebeche

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Thx :)


statist

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Bewertung1.0Ärgerlich

Wie auch "Dead man" kommt leider auch dieser Jarmusch-Klassiker daher: Die Reduziertheit ist hier der krampfige Versuch, cool und intelektuell zu sein - und sagt letztendlich nichts aus. Auch als rein kontemplative Anhäufung nicht zu geniessen. Als Kurzfilm vielleicht eher interessant. Ingesamt gerade wegen des Kult-Status sehr enttäuschend!

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statist

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Es gibt Filme, die zum allgemein-gültigen Film-Kanon gehören, also Streifen, die man mal gesehen haben sollte, um sich eine Meinung zu bilden. Der gehört halt auch dazu.


David Lukas Julisa

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ich kapier nicht wie man den film mit "dead man" vergleichen kann...


Jonassi

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Bewertung7.0Sehenswert

reicht meiner Meinung nach nicht an Down by Law ran, den ich davor geschaut habe. Bleibt aber trotzdem lange im Gedächtnis, wegen den Bildern und der einzigartigen Atmosphäre, ...NICHT wegen der Handlung

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Xebeche

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Gut, ich find den zwar besser als "Down By Law", aber den zweiten Satz unterschreibe ich so. STP brennt sich ins Gedächtnis ein, obwohl so gut wie nichts passiert.


facinus

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein Jarmusch typischer Film. Der wieder alle Regeln der klassischen Erzählweise bricht und einen Film erschaffen hat, der trotz seines Minimalismus und seiner Einfachheit, sehr faszinierend ist. Dabei lebt der Film von seinen interessanten Protagonisten und seiner besonderen Bildersprache, die das Erlebnis, die Reise und auch das aufeinandertreffen erst möglich macht. Es ist ein Gesamtkunstwerk, das nur Jarmusch erschaffen kann.

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notsch

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Bewertung7.0Sehenswert

Definitiv ein sehenswerter Film!

Wie viele Jim Jarmusch-Filme wird auch "Stranger Than Paradise" von einem Gefühl der latenten Einsamkeit und Tristesse durchzogen, ohne dabei ein trauriger Film zu sein. Man beobachet normale Menschen und erlebt, wie diese ihr Leben dahinleben.
Jarmusch hält dabei lange drauf, wo andere Regisseure längst 'Cut' gerufen hätten. Wenn man gehässig ist könnte man meinen, er tue dies bloß um den (recht kurzen) Film zu strecken, aber genau diese Szenen brennen die Stimmung in das Zelluloid und den Kopf des Zuschauers. Die Montage der einzelnen Bilder des Films durch Abblenden verstärken diesen Effekt nochmals.
Allerdings muss auch gesagt werden, dass die eigentliche Banalität der geschilderten Ereignisse den Zuschauer am Ende nicht wirklich bewegt zurückläßt, "Stranger than Paradise" bleibt eher durch seine Form und transportierte Stimmung als durch seine Handlung oder Emotionalität in Erinnerung.

Der Film zeigt aber, dass man selbst ohne großes Geld deutlich überdurchschnittliche Filme produzieren kann.

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Blonder

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wirkt stellenweise nicht wie ein Film, sondern wie eine Doku. Denn man hat das Gefühl, als würde die Kamera drei junge Menschen aus dem wirklichen Leben begleiten. Die Reise der Drei nach Florida ist gleichzeizig auch eine Suche. Lange Kameraeinstellungen und eine sehr ruhige Erzählweise machen den Film zu einem unvergeßlichen Erlebnis. Wieder einmal hat Jim Jarmusch ein Meisterwerk voller Ironie abgeliefert.

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magX

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Bewertung9.5Herausragend

Die ruhigen Bilder, die natürlichen Lebenssituationen die im Mittelpunkt stehen machen diesen Film so großartig. Dazu kommt ein Drehbuch, dass vor allem gegen Ende, dem Zuschauer eine Überraschung bietet, die aber immer noch im Bereich des Möglichen liegt. Die schwarz/weiß Inszenierung unterstreicht das Gefühl der Hauptcharaktere und ihren Wunsch nach einem Aufbruch. Die Beziehungen werden nie übertrieben dargestellt und doch spürt man die Emotionen zwischen den Charakteren. Jarmuschs besonderer Humor macht diesen Film zu einem überragenden Werk des Kinos, das dem Zuschauer alles bietet, was ein Film bieten sollte: eine gute Geschichte mit Wendungen, Szenen die in Erinnerung bleiben und glaubwürdige Charaktere. So sehen gute Filme aus.

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