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Mutter und Sohn

Pozitia Copilului / Child's Pose (2013), RO Laufzeit 112 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 23.05.2013


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7.5
Kritiker
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6.5
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16 Kommentare
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von Calin Peter Netzer, mit Luminita Gheorghiu und Bogdan Dumitrache

Das rumänische Drama Mutter und Sohn gewann im Wettbewerb der Berlinale 2013 den Goldenen Bären. Eine 60-jährige Frau hat in diesem Film eine beinahe krankhafte Beziehung zu ihrem Sohn.

Bei einem Verkehrsunfall ist Barbu (Bogdan Dumitrache) für den Tod eines Kindes verantwortlich. Da er zu schnell gefahren ist, droht ihm eine langjährige Gefängnisstrafe. Während Barbu lethargisch passiv bleibt, beschließt seine Mutter Cornelia (Luminita Gheorghiu) die Angelegenheit für ihren Sohn zu regeln. Als Dame der rumänischen Oberschicht versucht sie ihren Reichtum und ihre soziale Stellung zur Entlastung ihres Sohnes einzusetzen. Die versucht Zeugen zu bestechen und die Opfer ruhig zu kaufen.

Hintergrund & Infos zu Mutter und Sohn
Mutter und Sohn spiegelt mit schwarzem Humor die Zerissenheit der modernen rumänischen Gesellschaft wieder. Außerdem behandelt er das Thema überfürsorglicher Mütter und ihre Auswirkungen auf die Entwicklung ihrer Kinder. Bei seiner premiere während der Internatioalen Filmfestspiele von Berlin konnte er auch die Jury überzeugen und gewann den Hauptpreis der Berlinale, den Goldenen Bären für den Besten Film.

Hauptdarstellerin Luminita Gheorghiu gilt als Grand Dame des rumänischen Kinos und kann auf eine Karriere von über 30 Jahren zurückblicken. Zu ihren Arbeiten zählen Code: unbekannt für Michael Haneke oder der rumänische Auslandserfolg 4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage. Mutter und Sohn ist nach -na ihre zweite Zusammenarbeit mit Regisseur Calin Peter Netzer.

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Mutter und Sohn
Genre
Drama
Zeit
2012
Ort
Rumänien
Handlung
Autounfall, Bestechung, Einfluss, Fahrerflucht, Korruption, Lüge, Macht, Mutter-Sohn-Beziehung, Oberschicht, Ohnmacht, Reiche Eltern, Schuld
Stimmung
Berührend, Geistreich
Zielgruppe
Frauenfilm
Verleiher
X Verleih AG
Produktionsfirma
HBO Romania, Hai Hui Entertainement, Parada Film

Kritiken (10) — Film: Mutter und Sohn

José Garcia: Textezumfilm

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8.0Ausgezeichnet

Mit kalten Farben und einer extrem unruhigen, teilweise zittrigen Handkamera entwirft Călin Peter Netzer ein Porträt einer Mutter, die alles unter Kontrolle halten will – nicht umsonst nennt sie ihr Mann „Controlia“. Ohne zu chargieren, spielt Luminita Gheorghiu die manisch-depressive Mutter ungemein nuancenreich. Der kalte Realismus zeigt aber auch die extremen gesellschaftlichen Unterschiede und die korrupten Strukturen im postsozialistischen Rumänien auf. Die pelzbemantelte, etwas neureich gekleidete Cornelia wirkt im einfachen Haus der Eltern des zu Tode gekommenen Kindes völlig deplatziert. Die Mutter-Sohn-Beziehung lässt sich deshalb auch als eine Metapher auf die Zustände im Post-Ceausescu-Rumänien verstehen. Ähnlich Barbu, der sich aus der Umklammerung seiner Mutter befreien muss, so muss auch Rumänien die menschenverachtenden Seilschaften abschütteln, die mit Geld alles zu kaufen meinen, soll dem Land ein wirklicher Neuanfang gelingen.

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Hannelore Heider: Deutschland Radio Hannelore Heider: Deutschland Radio

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7.5Sehenswert

Mit der Handkamera ganz nah an seinen Protagonisten, [...] werden so Strukturen sichtbar, die zu moralischen Entgleisungen führen, ohne dass den Filmhelden etwas von ihrem Menschsein oder die Chance auf Veränderung genommen wird.

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Andreas Busche: taz,fluter, Der Freitag Andreas Busche: taz,fluter, Der Freitag

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8.0Ausgezeichnet

[Der Film] erzählt die pathologische Mutter-Sohn-Beziehung vor dem Hintergrund einer desolaten rumänischen Gesellschaft [...].

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Thomas Engel: programmkino.de Thomas Engel: programmkino.de

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7.0Sehenswert

Gestaltet ist die Produktion nüchtern-professionell, von Thema, Handlung und Darstellung her auf jeden Fall beachtlich.

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Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de

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5.0Geht so

Dass die 'Opferung' eines Kindes nur als dramaturgischer Auslöser für einen [...] Luxus-Konflikt inszeniert wird, macht [den Film] nicht unbedingt sympathisch.

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Gabriele Summen: Radio Köln Gabriele Summen: Radio Köln

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8.0Ausgezeichnet

Dem jungen Regisseur Calin Peter Netzer [...] gelingt es meisterhaft, vordergründig 'nur' ein inzestuöses Psychodrama mit denkbar unsympathischen, aber dennoch fesselnden Protagonisten zu inszenieren. Im Hintergrund aber werden die gesellschaftlichen Zustände im heutigen Rumänien deutlich [...].

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F. Kleiner: Film-Dienst.de F. Kleiner: Film-Dienst.de

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8.0Ausgezeichnet

Ein hochkonzentriertes Drama um eine ungesunde Mutter-Sohn-Beziehung, zugleich das bissige Porträt einer postsozialistischen Gesellschaft, in der das Geld die oberste Instanz ist.

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Ulrike Frick: BR Ulrike Frick: BR

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8.0Ausgezeichnet

Packendes Drama über eine alles erdrückende Mutterliebe und zugleich ein nüchternes Gesellschaftsporträt.

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Hannah Pilarczyk: Spiegel Online Hannah Pilarczyk: Spiegel Online

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7.0Sehenswert

Wollte man etwas an Mutter und Sohn kritisieren, dann wäre es wohl das Erwartbare der Inszenierung. Alle wichtigen Bestandteile des Stilrepertoires des neueren rumänischen Films sind hier vertreten: der Neorealismus, die Handkamera, die Plansequenzen. Dadurch wirkt der Film zum Teil statischer, als er es inhaltlich ist.

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Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,... Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,...

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8.0Ausgezeichnet

Ein Meisterstück des indirekten Erzählens, das eine Familientragödie zu einer Bestandsaufnahme der ­rumänischen Gesellschaft weitet.

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Kommentare (6) — Film: Mutter und Sohn


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marcowski

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Bewertung4.0Uninteressant

Ungeschminkter, dokumentarisch wirkender Film, der übertriebene Mutterliebe und ihre Konsequenzen zwar treffend thematisiert, aber streckenweise auch mit zähen Dialogen langweilt. Am interessantesten waren da noch die Szenen, die zeigen, wie selbstverständlich Korruption im praktischen Leben funktioniert.

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Sundance_Kid

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Bewertung9.5Herausragend

In Rumänien entstehen schon seit einigen Jahren die interessantesten Produktionen der weltweiten Kinematografie. Poziția Copilului ist dafür ein weiterer Beweis. Der Film von Călin Peter Netzer ist sowohl formell als auch inhaltlich herausragend. Formell herausragend deshalb, weil man durch Bildästhetik und Kameraarbeit jederzeit das Gefühl hat, Teil dieser Geschichte zu sein. Man fühlt sich immer so, als wäre man wirklich dabei, als säße man mit der Familie am Tisch, als wäre man mit Barbu auf dem Rücksitz, als stünde man an der Türschwelle und Cornelia beim Schnüffeln zusehen. Die Kamera als stiller Beobachter, immer ganz nah am Geschehen, immer mittendrin, aber nicht unmittelbar involviert. Inhaltlich herausragend, weil es Netzer wie schon anderen rumänischen Filmemachern vor ihm gelingt, anhand eines Mikrokosmos die Fehlentwicklung einer ganzen Gesellschaft aufzuzeigen – und das quasi nebenbei. Von außerordentlicher Qualität ist auch die Figurenzeichnung. Die Charaktere sind wenig sympathisch, aber menschlich, jeder hat seine Stärken und vor allem Schwächen, mit niemanden kann man sich als Zuschauer richtig identifizieren, und das ist auch gut so. Cornelia, die Mutter, ruft von Anfang Ekel hervor, bei Barbu weiß man nicht, ob man Mitleid haben soll. Der Film löst mehrheitlich negative Emotionen frei und er löst starke Reaktionen aus. Mehr kann man nicht wollen.

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JimiAntiloop

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Bewertung5.0Geht so

Bekomme das Gefühl nicht los, vor 20 Jahren wäre das ein guter Film gewesen, aber von einem Berlinale Gewinner hätt, ich mehr erwartet. Nicht schlecht, aber irgendwie auch kein Film den man gesehen haben muss.
Gabs schon mal nen RealityDrama über hungernde Kinder im Slum. Das wäre doch mal eher was.

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VisitorQ

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

dis muvi.
Ein exzellenter Film. Tja, und mit diesen drei Worten beende ich meine Kritik auch schon wieder... naja, fast. :D Mutter und Sohn ist ein toll inszenierter und hervorragend gespielter Film der einfach mal etwas anders daherkommt. Der Film besteht so gut wie nur aus Dialogen, die oftmals sehr lang und ohne Schnitt gedreht wurden, die Kamera und das besagte Spiel der Schauspieler ist dabei hervorragend. Und auch wenn ich keinen der Charaktere auch nur ansatzweise mochte konnte ich mich stets in die Lage der einzelnen Personen hineinversetzen und wurde phasenweise förmlich mitgerissen. Aufgrund der etwas unkonventionellen Erzählweise hatte ich außerdem keine Ahnung wie lange der Film schon läuft; 45 Minuten? 85 Minuten? Ist er gleich vorbei? Super!
Und das Ende fand ich.... einfach.... so gut.

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marcus-wagenknecht

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Bewertung9.0Herausragend

Der Film bietet eine Fülle an Denkanstößen zum Thema Schuld und Sühne. Sühne wird im Film nicht angeboten.
In einem möglichen Schuldfall werde ich als Vater meiner Tochter die Sühne nicht abnehmen können.
"Vater & Tochter"
Ansehen & selbst ein Urteil bilden.

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Lenosaurus

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Bewertung6.5Ganz gut

Wirklich schade, hatte mich sehr auf den Film gefreut da ich ihn auf der Berlinale leider nicht sehen konnte.
Der Film geht gefühlte drei Stunden lang und lässt mich keine wirklichen Höhepunkte feststellen. Emotional spricht mich der Film überhaupt nicht an, trotz der an sich packenden Story über die gestörte Mutter/Sohn Beziehung, deren Verhalten und Veränderung zu einander in Krisenzeiten, gespielt im postsozialistischen Rumänien. Viel Raum für Spannung sowie ein hohes Konfliktpotenzial wird geschaffen und dennoch kommt der Film nicht auf den Punkt. Nie ist eine eindeutige Linie zu erkennen, keine konkrete Botschaft wird vermittelt. Charaktere werden ins Geschehen geworfen, bringen die Story aber nicht vorran sondern wirken wie eine Verzögerung, nur um das Ende des Films noch ein wenig rauszuschieben.
Was man mitnimmt sind lediglich die gesellschaftlichen Verhältnisse in Rumänien aus dem Blickwinkel einer reichen Familie.
Allerdings hatte ich teilweise wirkliche Probleme mit der Kameraführung, erbarmungslose Zooms, Wackelei ohne Ende. Extrem schlechte Schnitte teilweise... leider stimmte die Beleuchtung an manchen Stellen einfach nicht und man bekommt den Eindruck dass da irgendjemand bei der Produktion einfach gepennt hat....
Ein Lob geht an die gute Frau Mutter, gute Schauspielerin.

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