Liebe

Amour (2012), AT/DE/FR Laufzeit 127 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 20.09.2012


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8.2
Kritiker
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7.8
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128 Kommentare
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von Michael Haneke, mit Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva

Michel Hanekes Kammerspiel Liebe begleitet das Rentnerehepaar Georg und Anne in den letzten Tagen ihrer großen Zuneigung, nachdem ein Schlaganfall Anne langsam entgleiten lässt.

Handlung von Liebe
Liebe erzählt die Geschichte des Paares Georg (Jean-Louis Trintignant) und Anne (Emmanuelle Riva). Beide sind um die 80 und kultivierte Musikprofessoren im Ruhestand. Ihre Tochter (Isabelle Huppert]), ebenfalls Musikerin, lebt im Ausland. Eines Tages erleidet Anne einen Schlaganfall, der ihren körperlichen und geistigen Verfall einleitet. Nach einer Operation kehrt sie nach Hause zurück. Sie ist von nun an an den Rollstuhl gefesselt und auf die liebe- und aufopferungsvolle Hilfe ihres Mannes angewiesen. Es beginnt eine Bewährungsprobe für die Liebe zwischen Georg und Anna. Immer wieder flüchtet Georg sich in Tagträume, die seine Beziehung zu Anne vor ihrer Krankheit zeigen.

Hintergrund & Infos zu Liebe
Liebe (OT: Amour) wurde vom österreichischen Regisseur Michael Haneke geschaffen, der auch das Drehbuch zum Film geschrieben hat. Für seine Arbeit wurde er 2012 auf den Filmfestspielen von Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Haneke ist einer von acht Regisseuren, die zweimal diesen Preis entgegennahmen und erst der zweite, der dies mit zwei direkt hintereinander gedrehten Filmen schaffte (Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte). Dasselbe Kunststück gelang ihm auch bei den Academy Awards 2013 als er für Liebe den Oscar für den Besten Fremdsprachigen Film gewann.

Die beiden Hauptdarsteller Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva waren beide Ikonen des französischen Kinos. Trintignant war ein Star der Nouvelle Vague und sogar im Western Leichen pflastern seinen Weg zu sehen. Emanuelle Riva wurde vor allem durch ihre traumwandlerische Rolle in Hiroshima mon amour bekannt.

Jean-Louis Trintignant hatte vor Liebe 14 Jahre lang keinen Film mehr gedreht. Michael Haneke gibt an, die Rolle extra für ihn geschrieben zu haben.
Bei den Golden Globes 2013 wurde Liebe in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film ausgezeichnet. (MS)

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Cast & Crew

Drehbuch
Filmdetails Liebe
Genre
Drama
Zeit
2010er Jahre
Ort
Paris
Handlung
Alte Frau, Alter Mann, Angst vor dem Tod, Art House-Film, Ehemann-Ehefrau-Beziehung, Große Liebe, Hohes Alter, Krankenpfleger, Krankheit, Liebe, Mutter-Tochter-Beziehung, Paar, Rente, Rollstuhl, Schlaganfall, Sterbehilfe, Sterben und Tod, Tochter, Tod, Vater-Tochter-Beziehung, Verlust der Großen Liebe
Stimmung
Berührend, Traurig
Tag
Arthaus-Film, Kammerspiel
Verleiher
Warner Bros./X-Verleih
Produktionsfirma
ARD Degeto Film, Bayerischer Rundfunk, Canal+, Ciné+, France 3 Cinéma, France Télévisions, Les Films du Losange, ORF, Wega Film, Westdeutscher Rundfunk, X-Filme Creative Pool

Kommentare (123) — Film: Liebe


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NewNemo

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein eher "stiller" Film, dafür aber umso eindringlicher. Nichts ist fesselnder als das Leben und der sog. Alltag.

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Johannes Jarchow

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Bewertung7.0Sehenswert

An meinen Zukünftigen: So möchte ich bitte auch sterben! Ganz genau so! Du darfst mich einmal schlagen, danach musst Du mich aber um Verzeihung bitten. Du sollst mir meine Wünsche erfüllen, auch wenn sie Dir lächerlich erscheinen. Du musst mich mit einem Kissen ersticken, wenn du merkst, es ist nur noch Quälerei.

Ich glaube allerdings zu wissen (etwas komplex dieses Konstrukt), dass das doch eher unrealistisch und romantisiert ist. So eine Liebe ist eine Erfindung der Literatur. Und seither ein Gespenst der westlichen Zivilisation.

Aber es spricht ja nichts dagegen zu romantisieren. Wer stellt sich schon gern sein Ableben in einem garstigen Altenpflegeheim vor, wo einem der Stuhl im Akkord abgenommen wird und die einzige Abwechslung der Einfuhrplan ist. Und Verwandte, die nur noch das schlechte Gewissen zu dir zieht. Man kann ja nichts mehr geben. Man ist nicht mehr der Mensch, der man war, als man noch geben konnte und die Anderen gern genommen haben. Gelähmt, dement, depressiv, einsam zu sterben ist Scheiße. Für die meisten ist es Realität.

Die Kunst hat sich wie die Ordnung des Profanen aufzurichten an der Idee des Glücks.

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CuchillaPitimini

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Bewertung3.5Schwach

[Pitiminis FiFa-WM: Gruppe E - Frankreich]

Das war er also, der vielgelobte und hochdekorierte Film "Liebe", den ich nun im Rahmen meiner "Filmfan-Weltmeisterschaft" sah. Ich habe mir vorgenommen, zu jedem Film dieser WM einen Kommentar zu schreiben, also tu ich das auch hier - auch auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen.

Worum geht es also in "Liebe"? Um das Ehepaar Anne und George, die auch im Alter noch sehr zärtlich miteinander sind. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem Anne einen Schlaganfall erleidet und nach einer missglückten Operation nicht nur auf den Rollstuhl sondern auch auf Pflege angewiesen ist. Für George ist es selbstverständlich, seine Frau zuhause zu pflegen, egal wie widrig die Umstände werden.

Ja, ich sehe die Geschichte hinter diesem Film. Und ja, ich sehe auch die handwerklich tollen Griffe der Regie und der Kamera. Hier und dort sehe ich die künstlerischen Aspekte des Films. Aber das alles bringt mir nichts wenn mich der Film nicht erreicht. Dieses Gefühl um das es in diesem Film geht, ja das dem Film seinen Titel gab, die Liebe - die habe ich hier nicht gespürt. Im Gegenteil: auf mich wirkte der Film die ganze Zeit über schwer, kalt und anstrengend. Sicher ist die Zeit, die Anne und George erleben anstrengend, und der Film versucht zu zeigen, wie die Liebe durch diese schweren Zeiten hilft. Ich sah hier jedoch vielmehr Pflichtgefühl als Liebe. Für mich zog sich der Film schier endlos in die Länge, zäh wie Kaugummi, der einzige gefühlvolle Lichtblick war Tochter Eva. Aber sicher sieht das jeder anders und sicher sieht man den Film auch anders, wenn man vielleicht in seinem persönlichen Umfeld schon ähnliche Erfahrungen gemacht hat.

Meine Liebe gewinnt dieser Film jedenfalls nicht.

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Roldur

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Bewertung9.0Herausragend

Wenn ich jetzt an den Zeitpunkt denke, welchen ich mir für Michael Hanekes „Liebe“ ausgewählt habe, dann hätte ich einen passenderen Augenblick wohl kaum finden können. Müde und emotional angreifbar, beschließe ich also um 2 Uhr Nachts den Film zu schauen, nachdem er etwa 1 Jahr in meinem Regal vergammelt ist. Wohl gerade weil um diese Uhrzeit die Nerven blank liegen hat das meine Erfahrung noch verstärkt und Haneke hat mich mit voller Wucht getroffen.
Der kammerspielartige Film um das Rentner-Ehepaar Georg und Anne ist ein wahres Meisterwerk geworden. Hanekes distanzierte Art mit Emotionen umzugehen macht den ganzen Film noch viel direkter und verwebt verstörende wie zärtliche Momente auf eine wunderbare und grazile Art. Hier wird auf jegliche Sentimentalität verzichtet und trotzdem hätte man den Schmerz aber auch die Aufopferung seitens Georg und auch Anne wohl kaum besser bebildern können.
„Liebe“ ist ein sehr intimer Film geworden. Nicht nur für Haneke, der Teile seiner Erfahrungen direkt in den Film adaptierte, sondern auch für Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva. Das Schauspielerensemble spielt wie aus der Realität gegriffen und lässt keinerlei Distanz zu, so dass zumindest ich zu einer sehr direkten und persönlichen Wahrnehmung gezwungen war.
„Liebe“ war ungemein berührend, traurig aber auch hoffnungsvoll, was man angesichts des Plots wohl kaum vermuten würde. Haneke charakterisiert die Liebe seiner Hauptcharaktere als ewig und das so glaubwürdig, dass man Georg unterstützen will und Evas Schmerz fühlt.
Sicherlich war es keine richtig angenehme Erfahrung „Liebe“ zu sehen, aber eine Erfahrung die man unbedingt gemacht haben sollte. Wenn ein moderner Film irgendwann ein Klassiker werden sollte, dann ist es „Liebe“, denn etwas vergleichbares würde mit jetzt nicht einfallen.
Und wieder einmal wird mir unmissverständlich bewusst, dass ich manche Filme einfach nicht in Worte fassen kann. Unbedingt anschauen, auch wenn es vielleicht eine der schmerzhaftesten Film-Erfahrungen eures Lebens wird – besonders wenn ihr Teile der Handlung aus der Realität kennt oder ein bisschen zu empathisch seid.

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Val Vega

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Das Schicksal ist es, das zugeschlagen hat und die Liebe ist es, die das Schicksal zu besiegen weiß. Es ist die Liebe eines Mannes zu seiner Frau, die er über alles liebt, doch der sich der Problematik gegenübersieht, dass er nicht weiß wie mit ihrem Leben umzugehen ist.

Michael Haneke ist einer der größten Regisseure unserer Tage, versteht er es doch aus einem (auf dem Papier) einfachen Stoff durch seine virtuose, unaufdringliche und unglaublich intelligente Inszenierung eine Tragödie zu machen, die sich nur mit einem Wort betiteln lässt: Kunst. Er versteht es eine Atmosphäre aufzubauen, die spürbar ist, die Magie des Kinos zu entfalten. Die Isolierung und Trennung der beiden Liebenden durch den Krankheitseintritt ist in jedem Augenblick vorhanden und klar aufgezeigt. Doch es ist genau diese Isolierung, die eine Form der Intimität zwischen den beiden verlangt. Eigentlich die Intimität, die ein Pfleger zu seinem Patienten pflegt, doch dann wenn er ihre Hand berührt, zärtlich darüber streichelt und sie ansieht, sie aber diesen Blick nicht zu erwidern vermag, dann ist hier eine Form der Liebe zu sehen, die ich selbst nicht in Worte fassen kann, doch die Beweist, dass man sich in dieser umfassenden Form dem Thema „Liebe“ wohl nur in der Tragik widmen kann.
Es rührt mich zu Tränen, Georges anzublicken während er Anne ansieht mit so viel Liebe aber auch Unverständnis, doch dazu braucht es nicht einmal verkitschte Musik, lange Dialoge oder sonstige Merkmale inszenatorischer Mangelhaftigkeit, die ein gewöhnlicher Regisseur verwenden würde, sondern lediglich Hanekes Gespür für die Menschen und Menschlichkeit. Und mit von ihm immer wieder erwähnten Verbindungen zu seiner eigenen Familiengeschichte merken wir vor allem eines im Film: Haneke lässt mit „Liebe“ tief blicken.

Die großen Schauspieler des Films, Jean-Louis Trintingnant und Emanuelle Riva, die in ihrem hohen Alter, die Schönheit der Anmut und Ausdrucksstärke besitzt, glänzen in jeder Hinsicht. Beide spielen ruhig, jedoch mit völliger Hingabe. Sie sind in jeder Szene sich ihres Handwerkes bewusst und strahlen den Glanz und die Erhabenheit des Alters aus. Alleine ihr wunderbares Spiel, macht den Film zu einem unglaublichen Erlebnis, dass mir zum Denken gibt, dass dieses Film-Jahrzehnt, ein wahrhaftig Großes bisher ist und hoffentlich auch weiterhin sein wird.
„Liebe“ ist filmische Poesie, Kunst auf höchster, vollendeter Stufe und ein tiefgründiger Film, der zum Nachdenken über das Thema anregt. Die Schauspieler bieten Höchstleistungen und haben in ihrem späten Alter noch einmal bewiesen, dass sie zu den Großen ihrer Zunft gehören und Haneke, dessen Status als einer der größten Regisseure unserer Zeit ohnehin unantastbar sein sollte, beweist mit diesem sehr persönlichen Werk, zu was Kino fähig ist, nämlich um große Themen der Menschheit anzusprechen.

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Val Vega

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Danke, Fonda ;)

Könnte mir vorstellen, dass du dem auch ne 9 gibst :)


BenAffenleck

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Werde mir den sehr gelobten LIEBE auch noch mal geben. Mit DAS WEISSE BAND kannste mich allerdings jagen. Der war nicht meins.


puroduroo

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Bewertung6.0Ganz gut

Eigentlich kein schlechter Film, aber er zieht sich sehr, alles wird zu ausführlich lang gezeigt. Aber das ist natürlich Ansichtssache. Manchen gefällt vermutlich genau das.

Trotzdem ganz gut.

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Drax

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Michael Haneke zeigt in seinem kammerspielartigem Drama "Amour" jenseits großer Sentimentalitäten die ausweglose Liebesgeschichte eines alten Ehepaares.
Haneke weicht dabei mal wieder vor keinen Tabubrüchen zurück und wagt sich an die heiklen Themen Alter, Hoffnungslosigkeit, Tod und Sterbehilfe, alleine dafür gebührt ihm meiner Meinung nach großer Respekt.
Getragen wird der Film dabei vor allem von seine zwei Hauptdarsteller Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva, die beide überragende Leistungen abliefern und dafür mehrfach verdient ausgezeichnet wurden.
Zusätzlich überzeugt "Amour" jedoch auch durch seine minimalistische Inszenierung, so dass der Film unglaublich realistisch ja beinahe dokumentarisch wirkt.
Michael Hanekes "Amour" ist daher alles in allem ein großartiger und äußerst sehewerter Film, den ich jedem nur wärmstens empfehlen kann.

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stuforcedyou

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So isses


SoulReaver

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Zusammen mit THE MASTER.


sachsenkrieger

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Bewertung9.0Herausragend

Liebe! Wie oft ist dieses wahrscheinlich banalste und gleichzeitig universellste Wort unseres Planeten schon gesagt, geschrien, geflüstert, gelogen, mißbraucht, gehaucht oder gestammelt worden, ohne das jemand auch nur ansatzweise sagen könnte, was es bedeutet, was letztendlich dahintersteckt?

Wer sich diesen Film mit offenem Herzen ansieht, der sollte der Antwort ein großes Stück näher gekommen sein. Zwei Menschen in Harmonie, mehr kann, darf, muss, soll die Liebe nicht sein. Das sind im Idealfall zwei Kreise, die fast zu einem verschmolzen sind. Es gibt kein oben, unten, links oder rechts. Wenn einer dieser Kreise schwindet, schwindet ein mehr oder weniger großer Teil des anderen mit ihm.

Michael Haneke hat mit seinen beiden herausragenden Darstellern ein meisterhaftes Kabinettstück inszeniert, das wohl jeden, der liebt, im Innersten berührt. Er hat es (für mich) erreicht, das selbst der Tod nicht mehr der Liebe übergeordnet scheint, sondern als ein Teil von ihr anzusehen ist, als (vielleicht) letzter Ausdruck der Liebe.

"Für die Welt bist du irgendjemand, aber für irgendjemand bist du die Welt." - Erich Fried

GOOD NIGHT AND GOOD LUCK!

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mary84

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Bewertung7.5Sehenswert

!!! Eventuell Spoiler !!!

Ein toller Film über die Thematiken der grenzenlosen Liebe (bis das der Tod uns scheidet, egal was kommt), die hingebungsvolle und nervenaufreibende Pflege eines geliebten Menschen, Suizidgedanken, Geduld, Belastung, Isolation, Hilflosigkeit und Sterbehilfe sowie Sterbebegleitung.
Der Film ist tiefsinnig und intensiv auch ohne viele Dialoge oder Worte. Allerdings wirkt er manchmal etwas langatmig, einige Szenen werden ziemlich ausgereizt.
Die ständigen Hilferufe (man ist sich nicht sicher, ist es der Wunsch nach Erlösung oder etwas anderes) haben mich zum Nachdenken angeregt, wie muss es wohl in solch einem Menschen vorgehen und was will die Person damit wirklich ausdrücken, sollte man z. B. nur noch einen sehr begrenzten Wortschatz besitzen, bedingt duch einen Schlaganfall oder nichts anderes mehr ausdrücken können (wobei man das Wort Hilfe eigentlich klar definieren kann).
Das Ende hat mich dann schon ziemlich überrascht und kam so plötzlich. Auch da werden die wirklichen Beweggründe in Frage gestellt, zumindest von mir.
Ob das Ende moralisch vertretbar ist, darüber lässt sich selbstverständlich diskutieren, ich kann dazu nicht mal wirklich meine eigene Meinung wiedergeben, da ich noch nicht (zum Glück) in so einer Situation war, wenn das irgendwann mal auf mich zukommt, werde ich es erst dann beurteilen können. Ich denke es ist ziemlich schwierig, wenn man entscheiden soll, ob man einen Menschen mit dem man viell. 60 Jahre lang verheiratet war erlösen soll oder nicht.
Der Film schafft es auf jeden Fall, dass man danach emotional aufgewühlt ist und über das Leben, die Liebe und das Alter oder die Sterblichkeit nachdenkt.

...Was ist die wahre Vorstellung von Liebe...
...Was ist Liebe überhaupt...
...Wie weit geht Liebe...

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Dachsman

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Bewertung7.0Sehenswert

Fragmente eines Zerfalls. Georges stemmt sich unerbittlich gegen den schleichenden Verlust von Anne. Haneke stellt die Kamera auf und beobachtet. Was wir am Ende sehen sind nüchterne Eindrücke, ohne kitschige oder effekthaschende Momente (dass Altersdemenz und Schlaganfälle auch noch ungemütlichere Formen annehmen, sollte man niemandem zu erfahren wünschen). Dies lädt Haneke mittels Musik, Kunst oder Tauben symbolträchtig auf. Das schmeckt mir persönlich weniger, weil ich das Thema allein schon für gewichtig genug halt, als dass mir noch mit der hochkulturellen Kelle nachgeschenkt werden müsste, funktioniert aber. Ob es vordergründig tatsächlich um „Liebe“ ging ist eine Frage, die jeder selbst beantworten sollte (meine Antwort: Nein, aber „Verantwortung“ ist auch kein schöner Verleihtitel). Und Riva und Trintignant! Was braucht man in einem Internetforum noch groß darüber schreiben?

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SoulReaver

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Wie gesagt, es geht um viel, doch das Ende zeigt, dass die Liebe über allem thront. SPOILER
Nachdem Georges Anne erlöst hat, erlöst er auch sich (Tauben = Seele). Wenn man ihn dann im Gästezimmer sitzen sieht, wie er aufstehen willbund noch einmal auf das Bett fällt, dann trennt sich der Geist vom Körper und Georges geht mit Anne in die Ewigkeit. Ist doch romantisch, nach dem Kampf, zu zeigen, dass die Liebe über den Tod hinausgeht. :)


Dachsman

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Das stimmt schon. Wobei, das sind die letzten Minuten, die zwei Stunden vorher decken noch einiges mehr ab, was ich persönlich interessanter fand. Diese, ich nenne es mal sehr flapsig, metaphysische Versöhnung nach einem doch heiklen Thema, kann man übrigens auch kritisch sehen (wobei das für mich jetzt nicht unbedingt gegen den Film spricht). Die Szene, die Du beschreibst war für mich übrigens deswegen ein schöner Schlusspunkt, weil sie eine der ersten Szenen im Film spiegelt (das erste Betreten der Wohnung von Georges und Anne, die Kamera steht diesmal gegenüber ihrer ersten Position).


udowegener

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Bewertung5.0Geht so

eine sehr rührende Geschichte. Sonst nichts. Nicht einmal besonders gut gespielt, gefilmt oder inszeniert. Mir hat es nicht einmal für Ostermontagnachmittag gereicht.....

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NadineSusannNitsche

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Bewertung9.0Herausragend

als der Film zu Ende war, blieb es im Kinosaal stumm. Niemand sprach ein Wort, ein paar Tränen flossen, ganz still. Dieser Film ist ein Meisterwerk, wenn auch schwer zu verdauen, da er so intensiv ist und ein schwieriges Thema bearbeitet.

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THE_DREAM

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Bewertung3.5Schwach

Es ist ja eigentlich ein guter Film - wichtiges Thema, guter Regisseur, überzeugende Darsteller, sich zuspitzender Grundkonflikt, ruhige Kamera, aber er ist eben auch sehr, sehr, sehr langsam, man könnte sagen langatmig.

Es ist kein Film, den ich - trotz der schlechten Bewertung - als schlecht bezeichnen würde, und ich kann verstehen, dass jemand anders mit ihm viel anfangen kann. Aber für mich war das nichts - Elend und Verzweiflung in Zeitlupe. Wirklich Geschmackssache. Und da "cero" mit seinem Kommentar schon vieles gut beschrieben hat, schreibe ich mal nicht mehr dazu.

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Drehmumdiebolzen

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Bewertung9.0Herausragend

Was ist Liebe?

"Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe"

(Quelle: Erich Fried "Es ist was es ist. Liebesgedichte, Angstgedichte, Zorngedichte", Berlin 1996)

Der unverbauliche, ungetrübt schnörkellose, hemmungslos aufrichtige Blick durch das hanekeske Kaleidoskop.
Auf das schrecklich schönste, das selbstsüchtig bedingungsloseste, das schlicht komplizierteste, auf ewig unergründlichste Mysterium des Urmenschlichsten aller Gefühle.

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pischti

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Schöne Worte mein Guter.


Drehmumdiebolzen

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@ pischti: Danke, mein Bester! :)


razzo

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

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Lydia Huxley

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Auf den Punkt! :)


jorg.hoffmann.9849

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Bewertung7.5Sehenswert

Anne und Georges sind ein Ehepaar an ihrem Lebensabend. Der Alltag der beiden ändert sich dramatisch, als Anne einen Schlaganfall erleidet und halbseitig gelähmt ist. Georges verspricht seiner großen Liebe, dass er sie nicht in ein Krankenhaus oder Heim einweisen wird: Obwohl es mit seiner Frau stetig bergab geht, steht er diesen letzten Kampf gemeinsam mit ihr durch.

Liebe handelt von der bedingungslosen Liebe zweier Menschen bis zum Tod.
Anne wird plötzlich schwerkrank und Ihr Zustand wird immer dramatischer.Ihr Mann Georges versprach Ihr, sie nicht mehr ins Krankenhaus bzw. in ein Pflegeheim zu geben.Michael Haneke schafft es wieder einmal einen Film zu drehen, der einen den Hals zuschnürt und das alles ohne jegliche Filmusik.Der gezeigte Realismus ist beängstigend aktuell dargestellt und wirft außerdem viele Fragen auf.
Liebe ist ein Film der weh tut und sicher kein Film für die breite Masse.Trotzdem kann ich jeden empfehlen, diesen Film anzuschauen, denn er hat ein brisantes Thema zu bieten, daß uns alle treffen kann. 7,5/10 von mir

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Commentator

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Bewertung10.0Herausragend

Diesen Film als Gesamtwerk mit "Liebe" zu betiteln halte ich schon stark für provokativ. Ich bin ein absoluter Gegner der Sterbehilfe, da dies für mich aus moralischen Gründen nicht vertretbar ist. Und ja, ich weiss, wie das ist, jemandem beizustehen, der unendlich leidet. Ich hatte genau so einen Pflegefall in der Familie, dem ich über Monate hinweg täglich mal nur eine halbe Stunde mal mehrere Stunden beigestanden habe, bis es vorbei war. Furchtbar, weshalb ich auch der Meinung bin, dass lebenserhaltende Maßnahmen nicht immer sein müssen, wobei sich jede Einzelperson aber selbst Gedanken machen muss und dies eventuell in einer Patientenverfügung für sich definieren muss.
Sterbebegleitung halte ich für sträflich vernachlässigt in unserem guten Deutschland. Auch hier sollte man viel, viel mehr machen. Hier hat mir übrigens eine Szene sehr gut gefallen. Sie ruft mehrmals affektiv um Hilfe, immer und immer wieder. Er hält ihre Hand - und sie wird leiser und beruhigt sich, zumindest ein wenig. So einen Beistand haben viel zu wenig Menschen.
Die Sterbehilfe hat mich allerdings provoziert und hat mich wütend gemacht. Man kann eine solche Handlung nachvollziehen, aber ich will es trotzdem nicht akzeptieren.
Hier möchte ich auf ein Interview von Haneke verweisen und er ist typisch für ihn. Er provoziert und öffnet damit auch eine Debatte, hält sich selbst aber raus.
http://www.artechock.de/film/text/interview/h/haneke_2012.html
Zurück zum Film. Ich war schockiert, fühlte mich nach dem Film provoziert. Aber, und deswegen ist dieser Film so grandios, dieser Film gibt keine Wertung ab. Dieser Film ist ehrlich und wirkt umso echter und ehrlicher, weil zwei absolut grandiose Schauspieler mit gewirkt haben.
Ich mag dieses Thema nicht und ich mag den Film nicht, aber dieser Film ist absolut grandios. Er ist Kunst. Die Schauspieler, der Regisseur sind Künstler. Und Kunst ist eben hin und wieder nicht immer nur schön, sondern auch mal unangenehm. Gut so! Vielleicht machen sich ja mehr Menschen nach dem Film Gedanken über dieses Thema. Und das kann ich nur befürworten!

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dannydiaz

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danke für den Interview Link. Ich mag Haneke Interviews. Da lernt man immer ein bischen was dazu.


Commentator

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Ich auch. Nach einem Haneke-Film habe ich bisher immer seine Interviews dazu gelesen. ;-)


Gielchen

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Bewertung7.5Sehenswert

Geduld sollte man für diesen Film auf jeden Fall aufbringen..
Allerdings fesselt er und man bekommt ein gutes Gefühl zum Thema "Sterbebegleitung/ Sterbehilfe".

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bonjovi84

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Bewertung6.0Ganz gut

sehr tiefgründig, auch ohne dass es die Dialoge in worte fassen müssen. großartige Darsteller.
für meinen Geschmack jedoch zu langatmig und zäh. daher "nur" 6 punkte für dieses werk!

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Line3105

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Bewertung9.0Herausragend

OMG!!! Dieser Film ist sowas von verstörend. Ich bin ein wenig geschockt. Mich lässt es nicht los. Diese grenzenlose Liebe zwischen zwei Menschen, für die das wichtigste im Leben einander ist. Das Ende hat mich völlig umgehauen.

Trotz der schockierenden Emotionen, die diese Bilder in mir hervorgerufen haben, fand ich den Film sensationell gut gemacht. Es wurde in keiner Sekunde langweilig, auch wenn der Film komplett in einer einzigen Wohnung gedreht wurde und es nicht viele Schauspieler gab. Es kam alles rüber, was musste.

PS. Nachdem wir diesen Film gestern Nacht gemeinsam angeschaut hatten, brachte mein Mann mir heute morgen einen Strauß weiße Rosen :-)

Man erinnert sich wieder wie sehr und warum man sich liebt.

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