Cruising

Cruising (1980), US/DE
Laufzeit 106 Minuten, FSK 18, Thriller, Kriminalfilm, Kinostart 25.08.1980

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6.1 Kritiker
9 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.6 Community
117 Bewertungen
11 Kommentare
Cruising - Bild 42873
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von William Friedkin, mit Al Pacino und Paul Sorvino

New Yorks Homosexuelle stehen unter Schock. Ein sadistischer Mörder scheint seine Opfer gezielt in der Schwulenszene der Stadt zu suchen. Der Polizist Steve Burns wird in die Szene eingeschleust um dem Täter auf die Schliche zu kommen. Für den heterosexuellen Burns beginnt eine Reise in eine ihm bisher unbekannte Welt aus Drogenexzessen und Sex. Zunehmend wird er von dieser Welt in ihren Bann gezogen und scheint die Kontrolle über seine Ermittlungen zu verlieren.


Cast & Crew


Kritiken (4) — Film: Cruising

SoulReaver: CinemaForever

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5.0Geht so

[...] 'Cruising' ist keine Charakterstudie, sondern eher eine ausgiebige Milieustudie. William Friedkin leuchtet die Szene der homosexuellen in den 80er Jahren aus und tat das auch auf realistische und unverblümte Art und Weise, die man nicht als Provokation verstehen sollte, sondern als ehrliche Aufnahme der Umstände in diesen SM-Clubs. Hier punktete Friedkin auch voll, denn die Atmosphäre ist einfach unheimlich dicht und stark eingefangen, so dass sie sich ab dem ersten Augenblick auf den Zuschauer übertragen kann. Auch der langsam splitternde Charakter von Burns deckt das Interessenfeld ab und die Fragen, wie lang er sich noch unter Kontrolle hat und wann er schließlich seinen Trieben unterliegt und dabei das Ziel aus den Augen verliert, machen Burns zur fesselnden Figur. 'Cruising' scheitert aber daran, dass die eigentliche Handlung rundum die Mördersuche keine richtige Spannung erzeugen kann und die wahren Stärken des Thrillers viel zu sehr aus den Augen verloren werden. Er schafft es nicht, den Zuschauer zu packen und den richtigen Kniff anzuwenden, um das Feeling mit dem 08/15 Plot zu verbinden. Das bremst 'Cruising', neben den homophoben Ansätzen, ungemein aus und zerstört einen Film, der ein weiteres Highlight in Friedkins Karriere hätte werden können. [...]

Kritik im Original 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 8 Antworten

JackoXL

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"Scarface"= 10, "Leben und Sterben in L.A." = 8. Pacino hat danach noch viel gerissen ("Heat" ist Lieblingsfilm!), Friedkin nichts mehr.


SoulReaver

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Jap, wobei Pacino heute auch in der Gosse angekommen is und sich mit Sandler abgeben muss. Aber naja, unsterblich bleibt er. Und beim Friedkin hoffe ich auf KILLER JOE.


fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

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8.0Ausgezeichnet

«Cruising» ist in erster Linie eine eindringliche Charakterstudie des in sich gespaltenen Polizisten.

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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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6.5Ganz gut

Sein Stigma wird Friedkins Cruising wohl nie ganz los werden. Doch wenn man sich auf ihn einlässt hat der Film mehr zu bieten als seinen Skandal. Trotz nicht zu leugnender Schwächen, abstruser Wendungen und homophober Momente, bei denen man sicher diskutieren kann in wieweit sie unbewusst oder beabsichtigt vorhanden sind, bleibt Cruising ein sehenswerter und spannender Film und ein Zeitdokument. Pacino der nach Dog Day Afternoon zum zweiten Mal einen Charakter mit Schwuppenhintergrund spielt ist in jedem Fall beeindruckend.

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Mr.Vengeance: Lost In Imagination

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8.5Ausgezeichnet

Mögen die homophoben Ansätze auch stören, ich kann Friedkin's Film eine gehörige Portion Augenzwinkern nicht absprechen. Viel eher zwengt er dem Zuschauer den damaligen Blick eines Außenstehenden auf um diese Position ad absurdum zu führen. Und lassen wir das mal außer acht: CRUISING ist definitiv einer der spannendsten, unbehaglichsten und düstersten Thriller der 80er Jahre. Schon rein handwerklich.

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Kommentare (7) — Film: Cruising

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JackoXL

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Bewertung5.5Geht so

Der Film scheint ja ziemlich zu polarisieren, was mich auch nicht gerade wundert. Ich weiß auch nicht so wirklich, was ich davon halten soll. Das Friedkin's Film seinerzeit ein Flop war ist wenig überraschend, was sollte man in den homophoben USA Anfang der 80er denn erwarten? Da das dem Regiesseur bewusst gewesen sein muss, kommt es mir auch so vor, als wäre die explizite, teilweise schon voyeuristische Darstellung der schwulen SM-Szene eine gezielte Provokation, um ein gewisses Skandalpotential zu schaffen. Schlußendlich ist das aber auch leider das einzige, was von "Cruising" auf lange Sicht im Gedächtniss bleibt. Eine gewagte, weil wohl sehr realistische Darstellung einer Subkultur. Der eigentliche Krimiplot ist aus meiner Sicht weniger gelungen. Er ist nicht sonderlich spannend und bleibt hinter der Milieuzeichnung irgendwie sekundär. "Cruising" ist nicht uninteressant oder gar schlecht, aber leider doch entäuschend, da er mit einer besser ausgearbeiteteren Thrillerhandlung wohl wirklich gelungen wäre.

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TinaCocaine

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Bewertung4.0Uninteressant

Ich mag den Film nicht. Zwar ist die Inszenierung super, die Musik erstklassig und natürlich Mr. Pacino wie immer genial, aber mir gefällt die Story nicht wirklich, es wiederholt sich einige Male und mir gibt es zu viel Gerede...Also für mich ist es kein Wunder, dass der Film damals so ein Flop war!

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spanky

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Bewertung7.5Sehenswert

Nach Männerschweiß und Poppers stinkendes Stück Zelluloid, dass die schwule Szene New Yorks der 80er kurz vor der dem Ausbruch der AIDS-Seuche ausleuchtet. In seiner Bild- und vor allem Soundästhetik zeitdokumentarisch, zugleich aber auch düster und romantisch. Als reiner Krimi dann doch etwas zu verträumt und spannungsarm.

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maslobojew

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Bewertung9.0Herausragend

Ein Film, der bei mir ziemlich nachwirkt. Mit Sicherheit liegt das an Pacinos Figur, die Friedkin dem Studium durch den Zuschauer freigibt, sich im Laufe der Handlung zu verlieren scheint und am Ende wie es aussieht neu entdeckt.
Die Undercover-Ermittlungen laufen dazu parallel und sind spannend und eindringlich gefilmt. Seinem Titel wird der Streifen auf der Bildebene dabei sehr gerecht.
Ein weit unterschätzer Film, weil er kein typischer Thriller ist und ein Thema hat, das mit vielen Vorbehalten und Ängsten besetzt ist.

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sikkmeidack

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Bewertung9.5Herausragend

Als schwuler Mann, der in den 90ern kaum einen Leder oder Swinger/Motto-Laden (es gab viel zu feiern) ausgelassen hat, kann ich beurteilen, dass dieser Film eine herausragende Wiedergabe der damaligen Szene ist/war. Ich habe NYC und Berlin erlebt: the lure, the hell, Der Knast, Tom´s Bar, New Action, Eagles,--- die ganze Motzstr.
Die Verquickung mit diesem äußerst thrilligen Plot macht ihn zum absolut besonderen Film.
William Friedkin hat das Auge für realistische Umsetzungen und äußerst "unangenehme" Darstellungen, die einen tief berühren. Deep Impact. Bug ist ein weiterer seiner überdurchschnittlichen Filmbeiträge.
Aber bei CRUISING rieche ich noch immer Poppers.

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Kubrick_obscura

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Bewertung9.0Herausragend

Gerade gesehen und ich bin sehr beeindruckt. Cruising ist auf der Schwelle zwischen den freien 70ern und den reaktionären 80ern entstanden. Kein Wunder, dass er ein Flop wurde. Sogar Nominierungen für die goldene Himbeere waren drin, was allerdings nur wieder beweist wie beliebig und massenkompatibel die ihre "Auswahl" gestalten.
Denn Cruising ist überhaupt nicht massenkompatibel, sondern ein schmutziger Genrefilm.
Die Atmosphäre ist eletrisierend. Friedkins Einsatz von Bild und Ton ist phänomenal. Allein die ungemütliche Musik von Jack Nitzsche treibt mir Schauer in den Nacken. Die heftigen Morde mit ihren harten Schnitten und Symbolen. Die surrealen Elemente, die sich letztendlich als real entpuppen. Das ist kein Film über Homosexualität, dafür oder dagegen. Es geht um Scheinrealitäten und die Gewissheit, dass es keine Identitäten gibt. Der Mensch muss sich immer verwandeln, in andere Rollen schlüpfen und zu dem werden, was der andere in ihm sieht. Sei es der schwule Sohn, der für seinen Vater zum Mörder wird oder der Polizist, der sich für den Job, in einen Homosexuellen verwandelt.
Cruising ist der erste Film, der das Whodunit als Frage und nicht als Antwort begreift. Das Ende ist in seiner geschlossenen Offenheit eines der besten, was ich jemals sah.

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Herr Marcus

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Was für ein großartiges Zeitdokument der schmutzigen Jahre in NYC. Die aufziehenden Achtziger mit ihrer Verklemmtheit (und dem AIDS Virus) bilden den Horizont - aber auf den Strassen und den Clubs ist man schwul, frei und selbstbewußt. So düster aber ist die Geschichte, dass man das alles gar nicht sieht beim ersten Mal. Beunruhigend. Ich mag den Film sehr.

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