Die Haut, in der ich wohne

La Piel Que Habito (2011), ES Laufzeit 121 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 20.10.2011

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7.0
Kritiker
39 Bewertungen
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6.9
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108 Kommentare
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von Pedro Almodóvar, mit Antonio Banderas und Elena Anaya

Der geniale Dr. Ledgard (Antonio Banderas) hält in Die Haut, in der ich wohne die junge Vera (Elena Anaya) auf seinem Anwesen gefangen. Er benutzt sie als Versuchskaninchen und stattet sie mit einer künstlich gezüchteten Haut aus, die nicht verbrennen kann. Da taucht plötzlich sein Halbbruder Zeca (Roberto Álamo) auf und braucht nach einem Banküberfall dringend ein Versteck. Doch Marilia (Marisa Paredes), die Mutter der beiden, weißt ihn ab. Zeca verschafft sich trotzdem Zugang ins Haus und findet die gefangene Vera. Es kommt zur Konfrontation zwischen den Brüdern, doch dies ist erst der Anfang weiterer Verwicklungen. Mit der Zeit kommen die geheimen Verstrickungen ans Licht, die die Schicksale aller Beteiligten miteinander verbinden.

Erste Planungen für Die Haut, in der ich wohne gehen bis in das Jahr 2002 zurück. Autor und Regisseur Pedro Almodóvars Film basiert lose auf dem gleichnamigen Roman des französischen Schriftstellers Thierry Jonquet. Beim Schreiben des Drehbuchs ließ sich Almodóvar außerdem von Georges Franjus Das Schreckenshaus des Dr. Rasanoff und den Thrillern von Fritz Lang inspirieren.

Die Zusammenarbeit zwischen Hauptdarsteller und Regisseur reicht bis zu den Anfängen beider Karrieren zurück. In Almodóvars Filmen aus den 80er Jahren, wie Fessle mich und Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs, übernahm der damals noch unbekannte Banderas immer wieder größere und kleinere Rollen, wodurch ihm letztlich auch der Schritt nach Hollywood ermöglicht wurde. Die Haut, in der ich wohne ist nach 21 Jahren der erste gemeinsame Film der beiden. Auch andere Schauspieler stehen immer wieder für den spanischen Regisseur vor der Kamera, wie Penélope Cruz oder Marisa Paredes, die in diesem Film die Mutter der ungleichen Brüder spielt. (AK)

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Cast & Crew


Kritiken (24) — Film: Die Haut, in der ich wohne

Kubrick_obscura: CinemaForever

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6.5Ganz gut

Almodovàr gräbt den Wahnsinn seiner frühen Tage nochmal aus und nach gefälligeren Werken wie "Volver", gibt es mal wieder eine ordentliche Portion Gender-Trouble, im wahrsten Sinne. Die Radschläge, die das Drehbuch so im Laufe des Films unternimmt, kann man schwer vorhersehen. Man lässt sich einfach führen durch die verschlungene Handlung, die an Melodrama kaum zu überbieten ist. Das was Almodovàr über Identität zu sagen hat, versteckt er mir manchmal zu sehr in der überkonstruierten Handlung. Erst gegen Ende wird alles klarer, bis es nackt vor einem steht und die eigene Haut, der einer Gans ähnelt.

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Mr Vincent Vega: Die 5 Filmfreunde, gamona, ...

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8.0Ausgezeichnet

Wem die melodramatische Perversion eines "Talk to Her" (Hable con ella), in der sich ja nichts anderes als die Radikalität menschlicher Begierden spiegelte, noch nicht weit genug ging, darf sich von Pedro Almodóvars neuem Film in psychologische Abgründe entführen lassen, die sonst nur noch ein David Cronenberg zu ergründen wagt. Zwischen totaler Frauen- UND Männerverstehung, Genreaneignung und maximal trügerischer Arthauskultiviertheit setzt "The Skin I Live In" von der ersten Minute an einen disparaten Gedankenstrom in Gang, der seine exploitativen Elemente allerhöchstens bildästhetisch verschleiert, inhaltlich jedoch genüsslich auskostet und bedachtvoll <-> eruptiv in extreme Fragestellungen überführt. Voller Schön- wie gleichermaßen Hässlichkeit und entscheidendem Blick fürs Bizarre, ein wunderbares Vergnügen. Mit solchen Filmen kommt wohl nur noch ein vermeintlicher Kunstgewerbler wie Almodóvar durch.

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Le Samourai

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Cronenberg und - offensichtliches Vorbild Almodovars - Georges Franju (Les Yeux sans visage).


Wolfgang M. Schmitt jun.: www.die-filmanalyse.de

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9.0Herausragend

Durch die weitverzweigte Handlung von „Die Haut, in der ich wohne“ offenbart sich dem Zuschauer ein kaum zu entwirrendes Geflecht von Beziehungssträngen, deren Fasern aus Erotik, Obsession, Liebe und Perversion bestehen. Almodóvar zeigt uns Bilder und dann die Geschichten hinter der Oberfläche. Betrachten wir die Grundkonstellation des Films: Ein Mann erschafft sich eine Frau. Wir sollten hier schnell einen Ausflug in die Antike unternehmen, denn Almodóvar bezieht sich natürlich auf den Pygmalion-Mythos. Der Künstler Pygmalion hat eine wunderschöne Frau aus Elfenbein geformt, sich unsterblich in sie verliebt und sie dann zum Leben erweckt. Der Mythos spielt in der Filmgeschichte eine wichtige Rolle: Denken wir an das Musical „My Fair Lady“ oder an Woody Allens „Whatever works“. Doch das direkte Vorbild für Almodóvar ist Alfred Hichtcocks „Vertigo“. Darin kreiert sich James Stewart eine Frau nach dem Abbild einer Toten. Hitchocks Geniestreich über Identität und Begehren ist die Grundlage…

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Hendrik

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Leider kann man das verlinkte Video nicht anschauen da es auf privat gestellt ist. :-(


Diemuth Schmidt: Radio Köln Diemuth Schmidt: Radio Köln

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7.0Sehenswert

Weil "Die Haut, in der ich wohne" seine Pointe nicht zu früh verraten möchte, hält er sich auch gefühlsmäßig fern von seinen Figuren. Almodóvar setzt damit die Empathie des Zuschauers für ein gequältes Geschöpf aufs Spiel. Erst in der letzten Szene erklimmt der zweifache Oscarpreisträger wieder die gewohnte emotionale Höhe. Man merkt, wie sehr man sie in den letzten zwei Stunden doch vermisst hat.

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Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter

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8.0Ausgezeichnet

Die in mehrere Rückblenden verschachtelte Wahrheit rührt weit tiefer, als es die gewohnt makellosen Bilder vermuten lassen. [...] Antonio Banderas agiert in seiner Rolle – der ersten unter seinem früheren Entdecker und Mentor seit langer Zeit – so ruhig und gelassen, dass man selbst kaum merkt, welch diabolisches Werk er hier tut. Aber Almodóvar ist ihm gar nicht so unähnlich. Seine psychologischen Rätsel löst er so kühl und analytisch wie Ledgard die der Medizin.

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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

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5.5Geht so

"La Piel" ist, wie könnte es bei Almodóvar anders sein, keine geradlinig erzählte Geschichte vom Entführer und seinem Opfer, sondern erzählt von der Besessenheit eines Chirurgen, seine tote Frau wieder zum Leben zu erwecken. [...]
Das Spiel mit den Geschlechterrollen wird bis zum physischen Endpunkt getrieben, aber man wird das Gefühl nicht los, dass dies keine Herzensangelegenheit mehr ist, sondern eine Turnübung: Wie viele Schrauben kann man das Thema der sexuellen Identität noch weiter drehen, bevor es zum Absturz kommt? Alle Plot-Enden werden am Schluss ordentlich abgebunden, jedoch hauptsächlich deshalb, weil die richtige Figur im rechten Moment stets einen Revolver dabei hat.

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Birgit Roschy: echo online, epd Film Birgit Roschy: echo online, epd Film

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7.5Sehenswert

Sprechende Details wie die Anspielungen auf die Bildhauerin Louise Bourgeois, auf Filmklassiker und auch auf eigene Werke erfreuen den Kenner. Doch die reduzierten Interieurs und die surreal angehauchte Ästhetik ziehen auch Almodóvar-Neulinge in ihren Bann. Hier braucht es (fast) kein Blut, um Horror zu erzeugen: stattdessen erzeugt der Anblick der anmutigen, wie in einem Gemälde hingestreckten Nackten ein erotisches Prickeln, das sich zur Gänsehaut auswächst. Eine schaurig-schöne Mär, die ans Eingemachte von Männlein und Weiblein rührt.

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Florian Lieb: moviemaze.de Florian Lieb: moviemaze.de

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7.5Sehenswert

Zwar spielt er dieses Mal nicht so plakativ mit Kitsch, Humor und bunten Farben wie zuletzt, dafür reüssiert er in einem Genre, das an sich nicht seines ist. Womit Almodóvar untermauert, dass selbst wenn das Kino Jahr für Jahr an Qualität einbüßt, er, der Mann aus La Mancha, die Fahne der cineastischen Klasse weiter hochhält. Und Antonio Banderas... der sollte nicht wieder zwei Jahrzehnte warten, ehe er sich von seinem alten Freund und Weggefährten Pedro zu Höchstleistungen treiben lässt. Möge deshalb LA PIEL QUE HABITO der Anfang einer neuen Ära sein.

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Barbara Petsch: Die Presse Barbara Petsch: Die Presse

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7.0Sehenswert

Mag sein, dass sich gegen die schwere Emotionalität, die tiefschürfende Psychologie und den altmodischen Stil dieses Filmes einiges einwenden lässt, er ist auf jeden Fall ein unglaublich gedankenreiches Kunstwerk: Almodóvar, der Peter Handke des europäischen Films.

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D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard

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6.5Ganz gut

Als Zuschauer wird man in "Die Haut, in der ich wohne" zwar wiederholt in die Position gebracht, die voyeuristische Haltung des Arztes zu teilen, aber um die perversen Tiefen seines Begehrens schleicht sich der Film herum. So bleibt er letztendlich selbst eine ästhetische Operation, die von großer Kunstfertigkeit kündet, aber zu wenig Nachdruck besitzt, um zu verstören.

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Patrick Heidmann: Schnitt Patrick Heidmann: Schnitt

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9.0Herausragend

Es ist ein vertracktes Spiel mit falschen Fährten und unterschiedlichen Erzählebenen, das Almodóvar mit «La piel que habito» auf die Leinwand zaubert, ein faszinierendes Puzzle aus überbordendem Plot und so vielen Überraschungen, wie andere Regisseure sie in ihrer gesamten Karriere nicht aus dem Ärmel schütteln. [...]
Zwar mag «La piel que habito» nie ganz die emotionale Wucht oder stilisierte Surrealität einiger seiner vorherigen Meisterwerke entwickeln. Doch wie er die unterschiedlichsten Genre-Elemente und Stilmittel von bösem Humor über gruseligen Psycho-Horror bis hin zu rührender Sentimentalität zu einer trotz allen Ausuferungen dichten, abgründigen und erstklassig bebilderten Erzählung vereint, ist einmal mehr herausragend.

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Kirk Honeycutt: Hollywood Reporter

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5.0Geht so

Almodóvar schafft es mit Die Haut, in der ich wohne aufrichtig zu sein und zugleich aufzuwühlen. Zur rechten Zeit liefert der Film auch die nötigen Lacher, um das Melodram aufzulockern und daran zu erinnern, dass Almodóvar nie seinen Witz verliert.

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D. Edelstein: USA Today D. Edelstein: USA Today

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5.0Geht so

Almodóvar war offensichtlich darum bemüht, allen Ausdruck aus der Mimik von Banderas zu entfernen, um das Böse durch das Fehlen jeglichen Mitgefühls und mangelnder Selbstreflektion darzustellen. Dadurch wirkt der Hauptdarsteller meistens ziemlich lustlos - genauso wie der Regisseur.

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W. Hamdorf: Deutschlandradio, film-dien... W. Hamdorf: Deutschlandradio, film-dien...

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6.0Ganz gut

Die um groteske Einsprengsel und Figuren ergänzte Adaption eines Kriminalromans, den Pedro Almodóvar zu einem souverän verschachtelten Rachethriller erweitert und diesen mit einem hohen Trash-Anteil versieht. Eine kühl inszenierte, vielfach gebrochene Reflexion über Rache und Kreativität, Liebe und sexuelle Identität, in dem alle Beziehungen von dunklen Erinnerungen oder obskuren Macht- und Ohnmachtsverhältnissen geprägt sind.

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Rex Reed: The New York Observer

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5.0Geht so

Die Haut, in der ich wohne ist nicht gerade mein liebster Almodóvar-Film, doch ich freue mich jedoch, sagen zu können, dass er noch immer das Fingerspitzengefühl besitzt, einen düsteren Stoff mit aufwändigem Beiwerk aufzuhübschen und dabei den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen.

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David Edwards: Daily Mirror David Edwards: Daily Mirror

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8.0Ausgezeichnet

Die Haut, in der ich wohne ist zu gleichen Teilen beunruhigend und provokant ohne dabei zu stark auf Blut und Eingeweide zu setzen. Es handelt sich zwar um einen Horror-Film - jedoch um einen, der bedeutend intelligenter und subitler daher kommt als der gewöhnliche Durchschnitts-Schocker.

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David Gritten: Daily Telegraph David Gritten: Daily Telegraph

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8.0Ausgezeichnet

Wie für Almodóvar typisch, hat er gemeinsam mit Produktionsdesigner Antxón Gómez und Kameramann José Luis Alcaine einen hinreißend schönen Film geschaffen. Zusammen schaffen es diese drei Männer den alltäglichsten Objekten etwas einmaliges abzugewinnen [...]. Die Haut, in der ich wohne ist die Arbeit eines Meister nahe dem Gipfel seines Könnens.

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Peter Bradshaw: Guardian Peter Bradshaw: Guardian

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8.0Ausgezeichnet

Für diejenigen, die sich wünschen, dass Almodóvar etwas radikal Neues liefert [...] könnte Die Haut, in der ich wohne zur Gedultprobe werden. Doch mich hat dieser Film von Anfang bis Ende gefesselt.

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Filmering: Filmering.at

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7.0Sehenswert

Die Haut, in der ich wohne ist ein wilder Genremix, ein radikales Spiel mit den Erzählebenen und ein kleines Regielehrstück von Pedro Almodóvar, der hier eindrucksvoll vorführt, dass er immer noch großes Interesse hat auf mutige Art und Weise seine Geschichten zu erzählen. Die eigenwillige Herangehensweise, die extravagante Geschichte und auch die teilweise vewirrende Erzählstruktur sind sicher nicht für jeden geeignet. Aber letzten Endes fügt sich alles ausgezeichnet ineinander und es gelingt dem Film einen sehr starken Eindruck zu hinterlassen. Die Haut, in der ich wohne ist somit sicherlich ein hochinteressanter und vor allem mutiger Film, den man gesehen haben sollte - denn die Faszination des Films lässt sich durch Worte nur sehr schwer erläutern.

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Simon Eberhard: Outnow.ch Simon Eberhard: Outnow.ch

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6.0Ganz gut

Da mögen die Aufnahmen noch so ästhetisch sein, mit so lebensfremden Figuren mag man sich dennoch nicht so richtig identifizieren. La piel que habito ist ein zwar gefälliger Something-Like-Krimi, perfekt durchkonstruiert, aber eben: durchkonstruiert. Das macht ihn, wenn überhaupt, zu einem höchstens intellektuellen Vergnügen.

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Kommentare (83) — Film: Die Haut, in der ich wohne


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Quibybaby

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Bewertung3.0Schwach

der film plättschert mir zu sehr vor sich hin, ist nicht aufregend oder gar spannend, erinnert mich an "das parfüm" - sehr eigen aber nunmal gar nicht mein fall.

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Bassewitz

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Bewertung7.0Sehenswert

Anfangs dachte ich, dass das so ein künstlerischer Film wird, der viel auf Bilder und Dramatik setzt. Aber weit gefehlt! Dramatik ist da schon noch und auch die Bilder sind schön gewählt, doch weit mehr findet man sich in einem regelrechten Psychothriller wieder. Es gibt da diesen Zeitsprung, wo noch die Welt ganz normal erscheint, ein Zeitsprung, bei dem man glaubt, lediglich paar interessante Infos und Hintergründe zu der Vorgehensweise des Doktors zu bekommen. Doch dann gibt es diesen einen Punkt im Film, diese Wendung, die einen völlig umhaut und mit der man weiß-Gott nie gerechnet hätte! Der Film läuft selbstverständlich weiter, aber man sitzt als Zuschauer völlig fassungslos da und muss ersteinmal verarbeiten, was da vor sich geht. In der Zeit revidiert man nochmal die erste Hälfte des Films und sieht jede Szene dadurch in einem ganz neuen Licht.
Leider ist das dadurch einer der Filme, die man sich selten noch ein zweites Mal anguckt. Höchstens, um neue Details zu bemerken, die man mit dem Wissen des Twists vielleicht eher bemerkt.

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jacker

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Bewertung9.0Herausragend

Ich liebe es, dieses Gefühl mit offenem Mund da zu sitzen wenn der Abspann läuft und völlig umgehauen zu sein, weil ich einen emotionalen, visuellen und sehr eingängigen Trip hinter mir habe!

Mal wieder hat es sich rentiert nicht mal den Klappentext zu lesen, sondern mich lediglich auf die Vorkenntnisse zum Regisseur zu verlassen um mir diesen Film anzusehen. Denn jegliches Vorwissen zu DIE HAUT IN DER ICH WOHNE kann hier vielleicht schon die Dampflok, die mit 200 Tonnen Wucht von einem Moment auf den anderen über uns drüber prescht, ein wenig ausbremsen. Denn wenn Almodovar hier eins besonders schafft, dann uns (mich zumindest) wirklich die ganze Zeit völlig darüber im Dunkeln zu lassen wohin die Reise gehen könnte. Bis halt das Tuten der Dampflok zu hören ist. Und zwischen Tuten und Kollision vergeht nicht mehr viel Zeit.

Meisterhaft (und nichts anderes!) ist das perfekte audiovisuelle Gesamtkonstrukt was hier geschaffen wurde. Bilder von atemberaubender Schönheit und Komposition, ein perfektes Tempo, wundervolle und auf den Punkt passende musikalische Untermalung und dazu dieser dauerhafte Schleier der Undurchsichtigkeit. Da stimmt einfach alles!
Vielleicht ist der wahnsinnige Plot ja auch viel offensichtlicher, als es mir beim Schauen des Werkes erschien? Und mir einfach entgangen, wie es unausweichlich kommen muss? Ich kann es mir nicht vorstellen und sollte es so sein seh ich das so: ich lasse mich nun mal einfach gern berauchen und verzaubern, anstatt schon mittendrin verkopfte Analysen zu starten.

Was so unscheinbar beginnt und Stück für Stück puzzleartig kleine Einblicke in die tragische Geschichte eines gebrochenen Mannes gibt, entwickelt sich im weiteren zum puren Wahnsinn, zum ultimativen Horrorfilm (und das meine ich wirklich so!).
Wer ist Hannibal Lector? Wer war Jack Torrance?
Ich habe soeben Dr. Ledgard kennen gelernt!
All die großen Wahnsinnigen der Filmgeschichte verblassen ein wenig, die Entladung ihrer Störungen in simple körperliche Gewalt erscheint nahezu stumpfsinnig, verglichen mit dem 'Werk' was wir hier geboten bekommen.

Sicher wird der ein oder andere Realismus-Freak durch diesen Film in den Grundfesten seines beschränkten Weltbildes gestört, die Jagd nach 'unrealistischen Szenarien' und 'Logiklücken' (Pfui, dieses Wort allein) dürfte sicher ertragreich sein, aber ich empfehle nur so viel: Lasst euch auf dieses gnadenlose Spiel aus Verzweiflung, Schmerz und Hass ein, lasst euch an der Nase herum führen, euch verwirren, euch schocken und werdet durch eine wundervolle filmische Erfahrung belohnt!

Großartig geschrieben, großartig gespielt, großartig inszeniert

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craax

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Ich mag das, wenn du was magst
:) ist eingetipt


jacker

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Hat bis jetzt ja auch immer gut geklappt ;-)


jedi37

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Dieser moderne, gar nicht so unrealistische, "Frankenstein" hat mich gegen Ende echt aus den Socken gehauen.
Spoilergefahr:

Am Anfang ist man noch voll bei dem armen Vater und Arzt, der Frau und Tochter verliert.
Bis herauskommt, wie krank, rachsüchtig und verrückt der Mann ist, auf was für eine perverse und sadistische Art er einen Menschen nach seinem Willen umformt, nachdem er ihn einfach aus Vergeltung aus dessen Leben gerissen hat.

Elena Anaya... eine fast perfekte, wunderschöne Frau, bringt hier eine sehr respektable Leistung auf Augenhöhe mit Antonio Banderas, der mit einer Ruhe agiert, die man fast mit Hannibal Lector vergleichen kann.

Der einzige echte Kritikpunkt, wie bei allen Filmen mit so intensiven AHA-Momenten: Beim zweiten Mal schauen ist man nicht mehr ganz so überrascht.

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Kammerflattern

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Bewertung9.5Herausragend

Plötzlich scheint der Boden zu schwanken, die Welt dreht sich im Kreis, Übelkeit steigt auf. Ein Film, der mich wochenlang beschäftigt hat.

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Mr. Pink

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Bewertung9.0Herausragend

Ein Film, der unter die Haut geht, wenn diese nicht gerade künstlich und schmerzresistent ist. Ein phänomenales Wahnsinnswerk. Über den Inhalt will ich hier gar nicht viel verraten, weil ich glaube, dass "La piel que habito" umso wirkungsvoller ist, je weniger man vorher weiß. Der Film ist aber auf jeden Fall grandios gemacht, sehr empfehlenswert und von den Filmen Almodóvars, die ich bisher gesehen habe ganz klar sein bester. Gekonnt mixt der spanische Ausnahmeregisseur verschiedene Genres. Die dunkle Mischung aus Drama, Thriller und Horrorfilm mit surrealem Unterton ist nicht, wie sonst oft bei dem Regisseur, in laute, bunte Bilder und grelle, schrille Farben getaucht, sondern versprüht eine kalte Atmosphäre, ist widerlich, distanziert, vollkommen steril. Und trotzdem ist "La piel que habito" unglaublich stilsicher, das Zusammenspiel von Szenenbild, Musik und Kamera ist äußerst formidabel. Antonio Banderas hat als verrückter, aber auch brillanter und talentierter Wissenschaftler, der sich immer weiter in seine Besessenheit und seinen Wahn hineinsteigert eine tolle Rolle und spielt genial. "La piel que habito" verursacht die ganze Zeit ein flaues Gefühl in der Magengegend und ist extrem verstörend, hier wird eine Geschichte erzählt, die schockiert und fasziniert. Die Spannung ist immer auf einem hohen Niveau, weil wirklich nichts vorherzusehen ist und der Film immer wieder täuscht und überrascht. Zusammen mit der hervorragenden Inszenierung ergibt das somit nicht weniger als ein absolutes Meisterstück, das man hier bewundern, dabei staunen, sich fürchten, fesseln, verblüffen lassen darf.

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Roldur

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Bewertung7.5Sehenswert

Pedro Almodóvar's Frankenstein oder auch „Die Haut, in der ich wohne", hat es geschafft mich gleichermaßen zu faszinieren wie zu verwirren. Das mag wenn man es so liest erstmal durchweg positiv klingen ist aber dennoch mit Vorsicht zu genießen. Das Handlungskonstrukt, welches Almodóvar hier kreiert ist viel zu verworren und komplex um es in einem Kommentar überhaupt ordnungsgemäß darzulegen und vor allem, ohne dabei die halbe Handlung verraten zu müssen. Also versuche ich meine Gedanken erstmal an der Oberfläche zu erläutern.
Ästhetisch gesehen ist hier wieder einmal ein Meisterwerk gelungen, bunte, knallige Farben werden hier von einer genialen, wie zurückhaltend schönen Kamera unterstützt. Wie jeder Almodóvar ist eben auch „Die Haut, in der ich wohne“ ein Genuss für die Augen.
Schauspielerisch kann man sich größtenteils auch nicht beschweren bis auf den unsäglichen „Tiger“-Bruder der Hauptfigut Roberto, auf den ich gleich noch näher eingehen werde. Zusätzlich lässt sich noch sagen, das hingegen besonders Antonio Banderas als Roberto ,im Gegensatz zu seinem Bruder, wirklich grandios spielt. Meiner Meinung nach seine beste Rolle seit Jahren. Nun aber zurück zum „Tiger“: Sein Auftritt war so misslungen, so nichtssagend und überflüssig, dass aus einem grandiosen Film ein lediglich ein ziemlich guter Film wurde. Pseudoprovokant und voyeuristisch setzt mein Lieblingsspanier seinen Auftritt in Szene, so rüde und unnötig, dass ich mich echt ärgern musste.
Das wäre aber auch schon der einzige wirkliche Kritikpunkt, den ansonsten haben wir es mit einer hochinteressanten, spannenden und wirklich ästhetisch erzählten Geschichte zu tun. Almodóvar kann es wieder, da hatte ich mir nach dem „okayen“ Film „Zerrissene Umarmungen“ schon Sorgen gemacht. Weiter so, ich mag nämlich die Beschreibung „Almodóvar meets Croneberg“ recht gerne :-)

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movie.max

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Bewertung6.5Ganz gut

Interessant.
Abgefahren.
Labyrinthisch.
Überraschend.

Ja.
Ja.
Ein bisschen.
Ein mal.

Schade, dass Almodovar sich hier lediglich auf seine wunderbare Idee verlässt, anstatt tiefer zu graben. Dadurch verliere ich schnell das Interesse an Banderas und seinem Schaffen. So sehr ich mit dem Twist wieder zum Leben erweckt werde, so schnell krepiere ich auch wieder im Wissen, dass mehr nicht kommt.

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Jek-Hyde

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Die Haut, in der ich wohne ist einer dieser seltsamen Filme, bei denen man Maulaffenfeile hält und nicht glaubt was da gerade vor sich geht. Man fühlt sich abgestoßen und fasziniert zugleich, der Film ängstigt einen, aber bringt gleichzeitig den Hirnskasten in Schwung und regt zum nachdenken an. Ein Film, den man keinem Gerne wirklich zuordnen kann. Ein Film, der einfach ist. Dazu kommt eine bewundernswerte, kunstfertige Optik. Dazu noch ein interessanter Score und sehr gute, schauspielerische Leistungen. Mir ging es hier ähnlich wie bei Oldboy, sobald man herausfand, wer die geheimnisvolle Fremde war dachte ich einfach nur: "Nein! Oh nein! Dass darf doch nicht wahr sein, so eine verfickte Scheiße! Das geht doch nicht?!“
Der Film zerstört und erschafft. Ein Moderner Frankenstein, nicht nur in der Geschichte, sondern die aus tausend Genres zusammengeschnipselte Geschichte selbst. Ich ging ohne Erwartungen heran und wusste nicht wie mir geschah. Wenn ein Film dass alles kann, dann gibt es keine andere Möglichkeit als ihn dafür zu loben. Es ist ein krankes Kunstwerk. Ich schreibe selbst und wäre überglücklich, wenn mir mal so ein Kunstwerk von Geschichte und Erzählkunst gelingen würde. Almodovar, ich verneige mich vor Ihnen.

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albaniax

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Bewertung7.5Sehenswert

Wer auf einzigartiges, krankes, bizarres, spannendes, vielen Wendungen, Spanien und mind-fuck steht, ist hier am richtigen Ort.

Kamera, Regie, Produktionsdesign, Schauspieler alle Top ohne Macken.

Nur das letzte Viertel hat mir irgendwie gefehlt.

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Cellmorbasg

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Das Grauen versteckt sich hinter den schönsten Fassaden, bis man es selbst nicht mehr erkennt. Verdrängung ist ein starker Begleiter. Manchmal schützend und zum guten, manchmal blendend und zum schlechten. Die versteckte Wahrheit zu finden, ist nicht leicht, ein gutes Ende nicht gewiss. Nur ein Ende, das kommt immer. Eine verstörende Mischung der Gefühle. Keine Helden, nur Schuldige.

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lieber_tee

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Bewertung6.5Ganz gut

*SPOILER*
So wie Haut-Nerven neu moduliert werden, so moduliert Regisseur Pedro Almodóvar verschiedenste Genre zu einem etwas unförmigen Film-Gesicht.
Ein Maskenspiel aus Rape&Revange, Körper-Horror, Arthouse-Drama, Thriller, Porno und Frankenstein-Mad-Scientist-Parabel...
Die maßgeschneiderte Begierde nach Formvollendung. Der perfekte Körper als perfekte Kunst. Rache als ein Akt der Schönheit...
Ein Transgender-Thriller in aseptischer Ästhetik, mit dem Ziel Identitäten aufzubrechen und neu zu formulieren.
Trotz Ideenreichtum, visueller Kraft, hervorragenden Schauspiel, grimmig-schwarzen Humor und grandioser Musikauswahl wirkt die zwei-geschlechtliche Stockholm-Syndrom-Geschichte (gewollt) distanziert, absurd und bekommt bei mir oftmals den Beigeschmack einer Provokation, die in Beliebigkeit versiegt, da bei aller inszenatorischer Brillanz der Regisseur nicht vermitteln kann worauf er konkret hinaus will und eine emotionale Vertiefung der Figuren versagt bleibt.

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Anoirja

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Schön, dass wir das geklärt haben und der Vorwurf ausgeräumt werden konnte. Bleibt zu hoffen, dass dir mein Almodóvar-Fave bei einer erneuten Sichtung tatsächlich mehr zusagt.


lieber_tee

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Erklärung an die Leser: Ich habe in meinem vorherigen Text dem Film vorgeworfen er würde Sympathie für einen Vergewaltiger haben. Nach genauerer Betrachtung der zentralen Szene und in der Diskussion mit A. kann der Vorwurf so von mir nicht mehr gehalten werden, da letztlich keine Vergewaltigung dargestellt wird sondern eine Verkettung unglücklicher Umstände mit tragischem Ausgang.


102milo

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Bewertung0.0Hassfilm

was für ein kranker Scheiß!

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Kill_Diether

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Bewertung9.0Herausragend

Sogar diese bedeutungsschwangeren Tragik-Geigen am Anfang machen am Ende Sinn. Es bleibt nicht bei den schier unendlich langen Einstellungen und Szenen wo scheinbar nichts passiert. Auf einmal, mit einem zeitlichen Twist, entwickelt sich der bis dahin gediegene Film zu einem astreinen, unvorstellbar, wahnsinnig, skurrilem Psycho-Thriller. Antonio Banderas ist die richtige Wahl für den Chirurg. Elena Anaya, die Patientin, wirkt austauschbar. Besonderes Lob hat der Jung-Darsteller Jan Cornet verdient. Das zeugt von großem Talent, was er hier leistet.

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Lorion42

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Bewertung6.5Ganz gut

Almodovar ist seltsam. Entweder verzehre ich seine Filme (Alles über seine Mutter, Volver, Sprich mit ihr) oder ich fühl mich irgendwie fehl am Platz (Fessle mich, Zerrissene Umarmungen, Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs). Formal gesehen sprudelt jeder seiner Filme vor Kreativität und Erzähldrang. Doch nur einige Filme schaffen es wirklich mich zu berühren.
"Die Haut in der ich wohne" geht hauptsächlich in Richtung Thriller und ist als solcher ganz gut gemacht. Der Zuschauer wird verwirrt, manipuliert und vor den Kopf gestoßen. Das Thema des Films sind Vergewaltigungen. Und um ihn vollständig genießen zu können, muss man ihn vermutlich zweimal sehen. Doch dieses Interesse habe ich nach der ersten Sichtung nicht. Dazu fühlte sich der Film zu schwer an, zu häufig wartet man nur darauf dass etwas passiert, aber die Figuren werden nur in Stellung gebracht für den nächsten Knall. Das ist genug, dass ich den Film positiv bewerte, aber zu wenig dass ich mich nach dem Film verzehre.

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Kill_Diether

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mir gehts ziemlich genau umgekehrt. Volver, einer der langweiligsten Filme die ich kenne. Sprich mit ihr, geht so.
Schlechte Erziehung, ist schon spannender. Die Haut, in der ich wohne hat mich am meisten gefesselt.


Stefan Ishii

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Bewertung7.5Sehenswert

Bei Pedro Almodóvar weiß man nie so genau was man bekommt. Trotzdem und irgendwie auch wieder schon... Seinen Filmen ist das gewisse Etwas eigen, das manchmal bizarr, manchmal pervers oder manchmal auch nur leicht merkwürdig daher kommt. Egal was für ein Thema der Film hat oder was für einem Genre er angehört, irgendwie reiht sich jeder Film in das Gesamtwerk des Spaniers nahtlos ein. So auch bei "Die Haut, in der ich wohne" aus dem Jahre 2011.

Zunächst wollte mir "Die Haut, in der ich wohne" nicht so recht gefallen. Die ersten 30 Minuten trafen einfach nicht meinen Geschmack. Aber ab einem gewissen Punkt faszinierte mich die Handlung, die sich langsam aber fesselnd entfaltete. Dies geschieht auf eine erstaunlich altmodisch wirkende aber doch extrem frische Art und Weise - nicht zuletzt weil sich Almodóvars Film zwischen verschiedenen Genres ansiedeln läßt ohne den filmischen Mikrokosmos des Regisseures zu verlassen. Genial!

Wenn nur leider der Anfang nicht wäre...

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Dr.Hasenbein

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Bewertung7.5Sehenswert

Ohne Antonio Banderas hätte "Die Haut in der ich wohne" zwar nicht so ein Interesse geweckt, wäre aber vielleicht etwas drastischer ausgefallen.
Das liegt natürlich weniger an Banderas als daran dass so mehr Zuschauer den Film zu sehen bekommen.
Die Story ist wirklch spannend, schockierend und fesselnd,
und wird mit sehr viel Ruhe dargestellt.
Manchmal scheint es als würde sich der Film etwas zuviel Zeit nehmen,
am Ende oder beim zweiten ansehen entpuppt sich das aber als Trugschluß.
Denn genau das macht den Film neben seiner Grundsituation so gut.
Man erfährt nach und nach immer mehr über die unbekannte Patientin, Robert
und ihre Vergangenheit und steuert mit ihnen auf das spannende Finale zu.
Trotzdem muß ich sagen dass ich mir die Umsetzung hier und da etwas drastischer gewünscht hätte.
"Die Haut in der ich wohne" ist aber trotzdem ein Ausnahmethriller der sich gekonnt vom Hollywood Einheitsbrei abhebt und die Wurzeln des Regisseurs sichtbar zeigt!

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chmul_cr0n

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Bewertung7.5Sehenswert

Cool und leicht abgefuckt.
Schöne Kombination, meinetwegen hätte die Inszenierung aber auch etwas weniger zahm ausfallen können.

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Markbln

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Bewertung5.0Geht so

Ich habe am Wochenende den Film zum zweiten Mal angeschaut, um zu sehen, ob er nach der unbefriedigenden Kinosichtung ein wenig wachsen konnte, wie das bei vielen Almodovars vorher geschah.
Als ein Fan der erste Stunde, der jeden neuen Film von ihm verschlingt, meine ich jedoch, dass "Die Haut, in der ich wohne" nach "Live Flesh" der schlechteste Film des Spaniers überhaupt ist. Was Angesichts seines hohen Levels immer noch für einen interessanten Film reicht. Doch was bisher immer zu Almodovars größten Stärken zählte - verschachtelte, konstruierte Geschichten raffiniert zu erzählen - gelingt, wenn überhaupt, nur im letzten Teil des Films. Die erste Hälfte ist nicht nur erstaunlich langweilig, sondern lässt den gesamten Cast gegenüber früheren Figurenzeichnungen extrem blass aussehen. Diesmal muss Almodovar daher umso mehr konstruieren, um ein vollständiges Ende hinzukriegen, was der Frankensteingeschichte nicht gut tut.
Die grandiosen Dialoge und genialen Figurenkonstellationen, mit denen er das Publikum bis dahin beglückte, gehen ziemlich verloren. Das Drama um Schuld und Sühne, um Identität und Persönlichkeit spielt sein Star Antonio Banderas zwar durchaus überzeugend, Marisa Paredes bleibt im Vergleich zu ihren grandiosen Auftritten in "High Heels, "Mein blühendes Geheimnis" und "Alles über meine Mutter" aber leider blass (zusätzlich vermasselt die deutsche Synchronisierung mit der dritten unterschiedlichen Stimme ihre Rolle) und Elena Anaya musste nur lernen, starr geradeaus zu schauen. Das ist gewohnt stilsicher. Alles ist wieder perfekt ausgestattet, es gibt riesige Gemälde von Tizian, erlesene Designermöbel, exakt ausgewählte Farben und Muster. Doch diesmal berührt es mich nicht. Auch die bemühte Geschichte ist nicht wirklich rund.
Die Story nach der Romanvorlage von Thierry Jonquetas hat Almodovar selbst umgeschrieben. Doch das Drehbuch ist wesentlich schwächer als das seiner grandiosen Vorgänger. Der elementare Wandel der Geschichte bezieht sich auf eine "Vergewaltigung", die Almodovar clever aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Dadurch wird auch die Handlung des Arztes in Bezug auf sein Opfer in Frage gestellt. Dessen weitere Beziehungen, zur Mutter, zur Frau oder des erwähnten Bruders, werden nicht weiter ausgeleuchtet, das macht seine Figur nicht gerade glaubhafter. Die Geschichte wirkt teils gar unausgegoren, besonders, wenn eine Figur im Tigerkostüm erscheint, die Funktionen früherer Almodovar-Filme aufnimmt (KIKA), 1:1 kopiert, aber nur ein bemüht komischer Einwurf ist und völlig irrelevant bleibt.
Dafür fokussiert sich Almodovar lieber auf den Körper, die Operationen, die Haut. Das ist sehr pathologisch, doch die Motivation der Figuren bleibt dahinter zurück. Für Almodovar erstaunlich oberflächlich wirkt es, als wolle er einem amerikanischen Multiplexpublikum Kunstkino zeigen.
Er scheint sich im Thrillergenre wohlzufühlen, die melodramatischen Töne treten in seinen letzten Filmen immer mehr zurück, von den komischen, aberwitzigen Momenten seiner Frühwerke ganz zu schweigen. Insgesamt zwar eine Weiterentwicklung für den Regisseur, der Erzähler unglaublich dichter Geschichten bleibt jedoch auf der Strecke. Vielleicht hätte Almodovar den Film, wie geplant, tatsächlich lieber als s/w-Stummfilm machen sollen.

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eisbaerdios

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Bewertung6.0Ganz gut

Almodovar ist einfach nicht mein Kino. Das gibt mir irgendwie alles gar nichts. Werde ihn wohl in Zukunft komplett auslassen.
Mit seinem Twist bekommt der Film aber eine interessante Ebene, allerdings wird dies kaum ausgespielt. Das wirkliche Drama wird in meinen Augen einfach verschenkt.

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