Ekel

Repulsion (1965), GB Laufzeit 105 Minuten, FSK 18, Drama, Horrorfilm, Thriller, Kinostart 07.07.1965

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8.2
Kritiker
22 Bewertungen
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7.6
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634 Bewertungen
20 Kommentare
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von Roman Polanski, mit Catherine Deneuve und Ian Hendry

Die Maniküre Carol lebt mit ihrer etwas älteren Schwester Helen in einer kleinen Londoner Vorstadtwohnung. Während die lebenshungrige Helen die meiste Zeit mit dem verheirateten Michael verbringt, lebt die sensible Carol zurückgezogen. Vorgänge auf dem Weg zum Arbeitsplatz, Erlebnisse mit den Kundinnen, Begegnungen mit dem jungen Colin – das alles bestätigt Carols Abscheu vor Menschen und Dingen ihrer Umgebung. Als Helen und Michael verreisen und Carol mit dem Auftrag allein lassen, die schuldige Miete dem Hauswirt zu übergeben, befällt das Mädchen eine unheilvolle Angst. Apathisch versieht Carol den Dienst, schneidet dabei einer alten Dame in die Finger und wird von der Chefin nach Hause geschickt. Sie verriegelt Tür und Fenster. Als Colin zu Besuch kommt und beunruhigt die Tür gewaltsam öffnet, erschlägt ihn Carol mit einem Kerzenleuchter. Sie wirft die Leiche in die Badewanne, nagelt die Tür notdürftig zu und glaubt, die akute Gefahr sei gebannt. Noch einmal wird die Tür aufgebrochen. Diesmal ist es der Hauswirt, der das Geld nun selbst kassieren will. Nachdem er sein Geld bekommen und gemerkt hat, dass Carol allein ist, macht er einen Annäherungsversuch. Rasend vor Ekel und Abscheu zückt Carol ein Rasiermesser und bringt den Eindringling um. Als Helen und Michael nach Tagen zurückkehren, finden sie das Mädchen bewusstlos und völlig entkräftet unter dem Bett. Die zusammengelaufenen Hausbewohner sind fassungslos und entsetzt, dass sich solche Dinge unbemerkt in ihrer Nähe zutragen konnten.

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kritiken (4) — Film: Ekel

SoulReaver: CinemaForever

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9.0Herausragend

[...] Polanskis inszenatorisches Feingefühl für angsteinflößende Schattierungen und die Einschübe von gesellschaftskritischen Untertönen, kommen dabei immer in vollem Maße zu tragen. Die Symbiose des unbehaglichen Klimas von Carols Situation und die eigentliche Sympathie für die leidende Carol, gestalten den Reiz des Geschehens und machen jede emotionale Facette umso deutlicher am eigenen Leibe fühlbar. Polanski geht der plumpen Kategorisierung unter dem schwammigen Deckmantel eines Horrorfilmes konsequent aus dem Weg, denn auch wenn das Gefühl des Zuschauers ihm hier unterschwellig zu verstehen gibt, ein Werk dieser Rubrik zu sehen, so ist die Umsetzung Polanskis doch ein viel komplexeres und tiefgreifenderes Mosaik aus distanzierten Charakterzügen im Verhalten Carols. [...]

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Oceanic6: CinemaForever

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9.0Herausragend

Roman Polanskis "Ekel" ist einer der psychologisch dichtesten Thriller, die ich je gesehen habe. Wie es hier gemeistert wird, von einer psychotischen jungen Dame zu erzählen, ihre Einsamkeit in Bilder zu fassen und ihre Berührungsängste mit Männern zu verdeutlichen, ist bis heute einmalig. Das ist vor allem auch der brillanten Darbietung Catherine Deneuves zu verdanken, die ihre Rolle unfassbar glaubwürdig meistert. Zwischen mitleiderregend und abstoßend spielt sie die Jungfrau Carol mit einer Leidenschaft, die nicht selten schockiert. Zudem ist dieses angsteinflößende Schicksal heute noch ebenso aktuell und wichtig wie im Erscheinungsjahr 1965. Ein zeitloser Klassiker, den Polanski da gedreht hat. Durch und durch.

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Flibbo: Wie ist der Film?

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6.5Ganz gut

Stilistisch irgendwo zwischen der jugendlichen Experimentierfreude der Nouvelle Vague („Außer Atem“, „Sie küßten und sie schlugen ihn“) und dem Hitchcockschen Suspense-Kino („Im Schatten des Zweifels“, „Psycho“) inszeniert Roman Polanski mit seinem ersten englischsprachigen Film einen Albtraum, der unscheinbar beginnt und sich dann immer weiter zuspitzt. „Ekel“ ist einer dieser Filme, die im Grunde nur daraus bestehen, auf ihr Finale hinzuarbeiten. Das Finale bietet dann keine wirkliche Überraschung mehr, so bleibt nur, sich an der Atmosphäre, den Effekten und vielleicht noch der Attraktivität der Hauptdarstellerin zu ergötzen. [...]

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Hitmanski: It's just a film, Reihe Sie...

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8.5Ausgezeichnet

In den letzten Tagen gab es hier viel zu lesen von Meisterwerken und von Klassikern - und doch verkennen all diese Auseinandersetzungen eines: Es gibt keinen Klassiker im Hier und Jetzt, maximal Kandidaten, die das Potential dazu haben, zu ebensolchen heranzureifen. "Repulsion" hat diese Feuertaufe bereits hinter sich gebracht und es in meinen erlauchten Kreis der Meisterwerke geschafft, denn er ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie ein Medium auch nach über 40 Jahren noch die gleiche Wirkkraft haben und behalten kann, wie damals (etwas, was auch die Damen und Herren von der FSK so sahen, und den Film nach wie vor nur für Erwachsene freigeben).
Es sind nicht die vordergründigen Schockeffekte oder Gewalt, die "Repulsion" zu dem machen, was es ist - es ist die einzigartige Atmosphäre, das bedrückende Gefühl in Polanskis Panoptikum der Angst und des Wahnsinns gefangen zu sein. Schleichend wie Gift und unaufhaltsam in seiner Wirkung zwingt einem "Repulsion" die komplette Bandbreite an menschlichen Emotionen auf, nur um schlußendlich doch in der Katastrophe zu gipfeln.
Ein Film so trist und bösartig wie das Schwarz-Weiß in dem er gezeichnet ist und trotzdem von einer hypnotischen Wirkung, der man sich nicht entziehen kann.
Kein Werk, das man nebenbei laufen lassen kann, vielmehr eines, das man sich vornehmen muss - nichtsdestotrotz gehört "Repulsion" in den Kanon an Filmen, die sich keiner entgehen lassen sollte.

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Kommentare (16) — Film: Ekel


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Pyro 91

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Bewertung7.5Sehenswert

Roman Polanskis Psychothriller besticht duch seine bedrückende, klaustrophische Atmosphäre, seine horrormäßigen Momente und seine in sich gekehrte Hauptdarstellerin, die von Catherine Deneuve teilweise hilflos, teilweise psychotisch und dadurch volkommen überzeugend verkörpert wird.
Ich bin mir bei dem Film allerdings nicht sicher, ob ich mich manchmal gelangweilt habe oder nur die immense Schwere und Leere der Hauptfigur gefühlt habe, die sehr unangenehm war. Teilweise war ich mir da gar nicht so sicher und ich denke, ich muss den Film noch einmal sehen, um mir ein endgültiges Urteil bilden zu können.
Gut gefallen hat mir vor allem die Ambivalenz in Polanskis Inszenierung, die nicht immer deutlich macht, ob das was wir sehen, sich auch wirklich so zugetragen hat. Insbesondere die "Inzest oder nicht?" - Frage bleibt offen und deswegen werden die Ursachen für Carols geistigen und emotionalen Zusammenbruch auch nicht eindeutig belegt, aber angedeutet.
Polanski lässt viele Symbole und Metaphern einfließen, um den Verfall seiner Hauptfigur zu visualieren. So sehen wir Carol zunächst wie hypnotisiert über die Straße gehen, bis sie plötzlich stehen bleibt, sich auf eine Bank setzt und einen Riss auf einer Gehwegplatte anstarrt. Dies symbolisiert den Zerfall ihrer äußeren Realität. Zuhause zieht sie sich dann zurück und auch die alten Wänder in ihrer Wohnung brechen immer mehr auseinander, der Ort in dem sie sich am wohlsten fühlt, der quasi ihr Innenleben darstellt. Diese Wohnung wird von Angreifern aufgesucht, die ihr nur Böses wollen und gegen die sie sich verteidigen muss. Doch die Wohnung lässt mit der Zeit auch zu Wünschen übrig, es riecht schlecht, es herrscht ein Durcheinander und des öfteren dringt jemand gewaltsam in sie ein, wodurch Carol versucht den Zugang wieder zu versperren. Sie sorgt auch dafür, dass kein Licht in ihr Apartment dringt. Sie, die so verletzlich und angstvoll ist, will nicht, dass jemand die Wahrheit sieht und ihren kläglichen Zustand enthüllt.

Das war jetzt mal das Grobste, aber ich bin sicher, dass man beim zweiten Mal noch mehr entdeckt. Es ist wirklich ein Film, der hauptsächlich über seine deprimierende, "das alles führt nirgendwo hin"-Stimmung funktioniert und nur Unterhaltungswert hat, wenn man sich in die Figur einfühlen kann und die langsame Degeneration eines Mensches miterleben will.
Die Schockeffekte waren echt hart muss ich sagen. Zumal in den ersten vierzig Minuten kaum etwas passiert und dann kommt auf einmal dieser Herzaussetzer mit dem Spiegel. Auch die Hände, die aus den Wänden auf Carol zukommen, haben Albtraumpotenzial.

Wie gesagt, ich bin mir nicht sicher, ob es mir nicht doch teilweise zu "leer" war oder ob ich einfach nur zu sehr in die Geschehnisse involviert war, sodass ich das lähmende Dasein der Hauptfigur so stark wahrgenommen habe. Ich denke fast es war letzteres, aber mal sehen wie es bei der nächsten Sichtung aussieht...

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Joxcus

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Bewertung9.5Herausragend

Ganz großer Film von Roman Polanski, der faszinierend und verstörend gleichermaßen ist und mich am Ende mit sehr vielen Gedankengängen zurückgelassen hat. Denn "Ekel" ist soviel mehr als nur ein Psychothriller mit Horrorelementen. Er ist für mich eher eine intensive Charakterstudie über jemanden, der zuviel entsetzliches erlebt hat um selbst damit fertig zu werden. Gebannt verfolgte ich das Geschehen und habe versucht mir zu erklären, aus welchen Gründen die Hauptprotagonistin namens Carol so handelt. Polanski hat es geschafft mich ganz und gar in ihre Rolle einzufühlen. Ich konnte ihre Absichten nachvollziehen, verstehen weshalb sie so tickt und so absonderlich (re)agiert. So ausgiebig habe ich mich jedenfalls schon lange nicht mehr mit einer Filmfigur beschäftigt.

Traurig und innerlich zurückgezogen lebt die hübsche Carol zusammen mit ihrer Schwester. Traumatisiert arbeitet sie im Schönheitssalon. Gedankenverloren wandelt sie durch die Straßen von London. Sie ist einsam, wortkarg und man bemerkt, dass sie von Nähe und Geborgenheit nicht ganz abgeneigt ist. Sie hängt an ihrer Schwester und versteht sich auch gut mit ihrer Arbeitskollegin. So findet sie eher Zugang zu weiblichen Personen und es braucht auch nicht lange um zu erkennen, warum das so ist: Es sind die Männer, die ihr das Leben zur Hölle machen. Sie sind es, die sie überaus verabscheut. Sie sind Feinde und das eigentliche Übel in ihrer Welt. Ganz am Ende lässt Polanski Freiraum zur Interpretation und es kann vermutet werden, woher ihre Männerphobie letztlich herrührt.

Im Laufe der Zeit fühlte ich immer mehr mit ihr mit, wurde gar eins mit ihr, dank Polanskis großartiger Inszenierung, die u.a. mit wunderbaren Close-Ups aufwartet. Bekümmert musste ich feststellen, dass die meisten Männer aus puren Egoismus handelten. Die Begierde nach dem Körper ist leider meist größer als Gefühle und Befindlichkeiten.

Spoiler -->

Der erste Mann hängt wie eine Klette an ihr, fühlt sich als was Besseres ("Warum nimmst du den Höhrer nicht ab! Ich habe versucht, dich die ganze Zeit zu erreichen!" oder "Warum lässt du mich so lang warten!"). Im Wagen versucht er ihr körperlich näher zu kommen. Am Ende tritt er ihr gar die Wohnungstür ein und will mit ihr "zusammensein", obwohl man ihr anmerkt, dass sie nicht will. Ebenso egoistisch und von sich eingenommen handelt auch der Vermieter, der weitaus schlimmeres vorhat oder aber der Freund ihrer Schwester, der eigentlich mit einer anderen verheiratet ist und Carol kurz vor Schluss seltsam lange mustert, obwohl es ihr sehr schlecht geht. Den Bauarbeiter mit seinen plumpen Anmachsprüchen sollte man am besten gar nicht erst erwähnen. Man kann nur erahnen, was Carol schon alles durchgemacht haben muss.

<-- Spoilerende

Im Grunde sehen sich hier alle Männer als das dominierende Geschlecht und in Carol ein Objekt der Lust. An dem Ursprung ihrer psychischen Belastungen will eigentlich niemand herantreten oder teilhaben, noch nicht einmal ihre Schwester. So konnte ich Verständnis für all ihre Taten aufbringen und auch nachvollziehen, warum sie in diese skurrilen Wahnvorstellungen versinkt. Eine tolle Parabel, die Polanski hier einbaut, denn sie ist aus heutiger Sicht noch hochaktuell und nicht im geringsten angestaubt.

Eine bedeutende Szene ist die, in der Carol mit ihrer Kollegin kommuniziert und ihre furchtbaren Gedanken mit all den Sorgen und Schmerzen kurzzeitig vergisst. Es offenbart sich ein fröhliches Mädchen, das lacht und auf einmal wahre Lebensfreude entwickelt. Sie so zu erleben erfüllt das Zuschauerherz mit Wärme und Entzücken, nur um anschließend - wieder getränkt durch Traurigkeit und Kummer - zusammenzubrechen, weil man mitansehen muss, wie sich ihr Leidensweg fortsetzt.

"Ekel" ist ein sehr interessantes Konstrukt, in dem jede Szene etwas auszusagen hat (Stichwort: "Nonnen", "Familienbild", "Fantasievorstellungen"). Insbesondere die letzte Einstellung mit dem Foto hat mich am Ende mit einer enormen Gedankenschwere zurückgelassen, da ich es nun mit gänzlich anderen Augen sah als zuvor. Das ist dem ohnehin schon ausgezeichneten Licht-Schatten-Spiel zu verdanken und einfach ein Geniestreich vom Regisseur. Catherine Deneuve passt in die Rolle der Carol wie die Faust aufs Auge, denn sie vermag es dem Zuschauer jede einzelne ihrer Emotionen absolut authentisch und überzeugend zu vermitteln. Die restlichen Darsteller machen ihre Sache ebenfalls sehr gut.

Ich könnte stundenlang über diese aufregende Thematik schreiben und noch weiter über die bedeutungsschweren Szenen grübeln. Mein erster Polanski: subtil, ungewöhnlich, bizarr, erschreckend, spannend und lehrreich. Ein optischer und inhaltlicher Hochgenuss. Mit anderen Worten: ein Meisterwerk.

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ElMagico

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Andere Menschen sind so fern und fremd. Sie geben einem nichts.

"Repulsion" fliesst dahin wie eine schwarze, zähflüssige Masse, die einen anzieht aber nie wirklich mitreisst. Man ist gespannt auf das was da kommen mag, aber bleibt neutraler Betrachter, mehr als ein unverständlicher Blick von außen wird nicht gestattet.

Sie wollen soviel. Ich kann das nicht. Das macht Angst.

"Repulsion" bleibt auch in seinen skurrilsten Momenten völlig bodenständig, schafft es aber dennoch den Zuschauer hier und da zu verwirren. Wie Carole muss man ab und an das gesehene erst einmal hinterfragen, muss man für sich entscheiden war das eben Realität oder Illusion.

Sie sollen wegbleiben. Sie widern mich an.

"Repulsion" bleibt auch in seiner prinzipiellen Darstellung dieser Carole immer wahrhaft, spielt nicht mit ihrer Krankheit, sondern zeigt völlig authentisch den Verlauf dieser nach. Sicherlich bedient er sich in seinen denwürdigsten Szenen einiger filmischer Spitzen. Diese sind deshalb aber nie unrealistisch. Sie sind nur seltene Extreme.

Ich bleib alleine. Die Menschen sind seltsam und schlecht.

"Repulsion" verleiht der Alltäglichkeit etwas bedrohliches und absonderliches. Alles scheint ein Eigenleben zu haben, ein eigenes Denken. Selbst die Atmosphäre in dieser immer abstruseren Wohnung, scheint zugegen zu sein, scheint eine Form anzunehmen und dunkel durch die Zimmer zu wandeln.

Ich bin seltsam. Ich sehe seltsam aus, ich fühle mich seltsam an und ich denke seltsame Sachen.

"Repulsion" ist immer genauer Betrachter und ein fast noch besserer Erzähler, verliert aber nie seinen künstlerischen Anspruch. Visuelle Darstellung und menschliche Studie ergänzen sich hier auf eine nahezu geniale Weise. Ein faszinierendes Schema von Aktion und Reaktion von Mensch und Bild.

Ich bin allein. Aber ich kann nicht.

"Repulsion" weckt das Helfersyndrom. Man will diesem hübschen, naiven und doch so lieben Mädchen einfach helfen. Es scheint ja so einfach. Man will sie bei der Hand nehmen, ihr sagen: "Geh raus. In die Welt. In die Sonne. Dann ist alles gut." Eben diese Floskeln die man nur allzu oft benutzt. Aber es scheint ja tatsächlich so einfach. Von außen.

Ich hab kein Vertrauen. Nicht in die Menschen, nicht in die Dinge, nicht in die Welt.

"Repulsion" ist Horror, aber verdammt leiser Horror. Er lässt den Zuschauer allein, kümmert sich nicht um ihn, ja schaut ihn noch nicht einmal an.

Sie wollen mich. Die Menschen. Die Dinge.

"Repulsion" steuert langsam, aber konsequent auf sein Ende zu und verliert auch dort seine Glaubwürdigkeit nicht. Ein erschreckendes Szenario, welches einem so absonderlich vorkommt, dass man aber hinter jeder verschlossenen Wohnungstür durchaus vermuten könnte.

Ich bin allein. Sie sind soviele.

"Repulsion" fordert Geduld und Empathie, gibt aber selbst nichts zurück. Er zeigt fast klinisch kalt seine Geschichte. Ein aufwühlendes Einzelschicksal, dass so echt und plausibel dargestellt wird, dass es eine gewisse Allgemeingültigkeit erlangt. Der Kern, der Ausgangspunkt dafür...der steckt wohl in jedem Menschen.

Allein.

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jacker

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Musst du aber nicht, denn der Kommentar (ist mal wieder) großartig!


ElMagico

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Danke du! Sehr lieb! :)


MikeC.

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Bewertung5.0Geht so

Ich werde einfach nicht warm mit Polanskis alten Filmen.
Für mich hat es absolut nichts Interessantes an sich, wenn man mir minutenlange Einstellungen von Alltagsszenen präsentiert. Ich gucke mir keinen Film an, um Leuten dabei zuzusehen, wie sie über Bürgersteige oder zu Bett gehen.
Und ich versteh nicht, warum Polanski seine weiblichen Hauptdarsteller immer so ausdruckslos aufspielen lässt. Das gleiche Probleme hatte ich schon bei Rosemaries Baby.
Selbst ein traumatisierter Charakter sollte ganz subtil Emotionen zeigen! Durch das fast schon puppenhafte Auftreten fragte ich mich immer wieder, ob Fräulein Deneuve bewusst völlig emotionslos spielt, oder einfach nur nicht schauspielern kann. Das ist schade, denn in zwei Szenen spielt sie richtig auf und beweist, dass sie mehr kann (und vielleicht auch mehr will?).

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jacker

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Bewertung9.0Herausragend

Oftmals ist weniger mehr!
Wenn es um Horror geht, wünscht man sich gerade bei heutigen Produktionen oft innigst, dass dieser Prämisse mal wieder mehr Beachtung geschenkt wird. Was Polanski hier vor mittlerweile fast 50 Jahren geschaffen hat, ist im Gegenzug vielleicht die reinste, intensivste Form dieses 'Konzeptes' überhaupt:
Weniger ist mehr und nichts ist alles. Horror in seiner absoluten Reinform, geboren tief in der Psyche, verborgen in der Stille, Entfesselt in der Einsamkeit.

Die arme Carole ist Gefangene ihrer Selbst, ihre Vergangenheit hat sie verstört, apathisch geistert sie durchs Leben und klammert sich an wenige Bezugspunkte die ihr halt geben. Sie schreckt vor allem was mit Männern zu tun hat zurück - Kontakt, Gerüche, bereits Gegenstände aus dem besitz eines Mannes - ein Rasierer, ein Unterhemd - lösen extremste Reaktionen der Abneigung aus.
Anfangs versteht man noch nicht wie es um Sie steht, doch je mehr sich das Bild langsam, sehr langsam zusammenfügt umso grausamer wird es.

Gerade aufgrund dieser unglaublichen Langsamkeit mit der "Ekel" sich entwickelt, wirkt er sehr intensiv. Dabei sind es die kleinen Feinheiten, die die Stille durchbrechen und einem immer wieder die Nackenhaare aufstellen: Das klicken der Uhr, die gedämpften Stimmen im Hinterhof, das klacken von Schuhsohlen im Hausflur.
Die Normalität, verkommen zur verzerrten Karikatur ihrer selbst, Geborgenheit wird zur Falle, der Terror lauert überall, vor allem wo man ihn nicht vermutet.

Was die Intensität von "Repulsion" (den Originaltitel finde ich noch treffender, wörtlich heißt es ja eher 'Abstoßung', 'Ablehnung') noch weiter steigert, ist der Fakt dass Polanski ab und an trotz aller Subtilität noch klassische Schock-Elemente einbaut. Selten, dafür umso intensiver!

Ein unglaublich fesselndes Psychodrama, was bei weiterer Analyse zudem noch stark die damalige Gesellschaft und ihre Verhaltensweisen an den Pranger stellt.

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fkfilmkritik

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Bewertung9.0Herausragend

In der Steigerung von dem Schritt für Schritt mehr werdenden Ekel vor dem männlichen Geschlecht ist die schüchterne Schönheit Carol in London vollkommen auf sich alleingestellt. Jeder Gang über die Straße fühlt sich wie Stunden an und immer wieder wirft Polanski den Zuschauer durch die Nahaufnahmen von Deneuve mit in die Meute aus all den Passanten, von denen sich Carol angestarrt fühlt oder angestarrt wird. Immer weniger traut sie sich auf die Straße, immer mehr vergräbt sie sich in ihrer Wohnung, realisiert ihre angsterfüllten Phantasien, bis diese dann plötzlich zur Realität werden und zu einem fiesen Schluss führen.

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Spielberg_Fan

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Polanskis erster Film der Mieter-Trilogie, die mit „Rosmarie's Baby“ und „Der Mieter“ ihre Vollendung fand.

„Ekel“ dürfte dabei sogar der eindringlichste der Trilogie sein, denn durch die herausragende Kameraführung, der meisterlichen Regiearbeit von Roman Polanski und dem grandiosen Spiel der Hauptdarstellerin Catherine Deneuve, entwickelt der Film eine beängstigende und fast schon abstoßende Atmosphäre. Vor allem die Symbolkraft von immer wiederkehrenden Elementen (Risse in Boden und Wände, verwesendes Kaninchen usw.) lassen viel Raum für Interpretation bzw. beantworten so einige Sequenzen des Streifens. Leicht verdaulicher Stoff ist „Ekel“ also nicht. Es ist Kino der ganz besonderen Art. Kino wie man es selten findet.

Und eine Sache unterstreicht dieser wichtige Film der 60er Jahre ganz besonders! Roman Polanski gehört zu den größten und besten Filmemacher unserer Zeit.

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Puebleau

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Bewertung9.0Herausragend

Die Kamera klebt förmlich an der Protagonistin und zeichnet eine aggressive, dominante Männerwelt auf, der sie schutzlos ausgeliefert ist. Dieses klaustrophobische Gefühl der Hilflosigkeit überträgt sich recht bald auf den/die ZuschauerIn, welcheR dem unberechenbaren Wahnsinn der Schönen im Appartement nicht entweichen kann. Polanski schafft eine Atmosphäre, die so unvorhersehbar und düster wie die dynamische Schwarz-Weiß-Kamera ist und bereichert diese mit Metaphern der Männlichkeit, welche das düstere Geheimnis bereits erahnen lassen...
"Repulsion" weiß leise zu gruseln, laut zu schocken und einen "Ekel" zu erzeugen, der sich hinter Bild und Ton in schleichender Gewissheit verbirgt.

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Azazil

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Bewertung7.5Sehenswert

Die erste halbe Stunde fragt man sich noch ob ihr größtes geistiges Problem nicht Zurückgebliebenheit ist. War teilweise doch eine Geduldsprobe, aber bin froh durchgehalten zu haben, da Repulsion sich dann als einmaliges Werk entpuppt hat.
Ein sehr bedrückender Film. Der Zuschauer leidet mit Carole durch den zunehmenden Wahnsinn und der ständigen Bedrohung durch die Außenwelt. Die letzte Szene deutet eine Erklärung ihrer Ängste an und lässt den Zuschauer mit mulmigem Gefühl zurück.
Aufjedenfalls Sehenswert. Hätte bei mir noch mehr Punkte gegeben, aber der Anfang war allerdings doch etwas zu öde.

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Ich_mache_Seife

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Bewertung7.5Sehenswert

Mit intensiven Bildern und einer tollen Kamera zeigt Polanski seine Version einer Schwarzen Witwe, ihr Antlitz so wunderschön, zerbrechlich und anziehend für die Männlichkeit, doch so tödlich die Misandrie die ihr innewohnt.
Gelungen ist die Darstellung der jungen Frau, die mehr Opfer ihrer selbst ist - seltsam verloren in dieser Welt - denn ein von Kälte durchflossenes Individuum.
Objektiv gesprochen virtuos umgesetzt, beeindruckende Sequenzen, die Einblicke in das Innenleben der Protagonistin gewähren, jedoch subjektiv nicht ganz das große Werk, das ich erwartete und erhoffte, obgleich überaus faszinierend in seiner Sogwirkung der Bilder.

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phoenix409

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Bewertung7.0Sehenswert

Die Grausamkeit der Einsamkeit. Oder so.
Ein grauer Fiebertraum, müßig, morbide, melancholisch, etwas misanthropisch und für seine Zeit doch auch recht mutig. Polanski und Kameramann Taylor erzeugen ordentlich unbehagliche Atmosphäre irgendwo zwischen Noir und Expressionismus, das Handwerk sitzt. Wie die Frisur der zeitlos schönen Catherine Deneuve. Kein Film für jedermann, dafür sind einige Längen etwas zu anstrengend, dennoch ein sehenswerter Grundstein Psychokino.

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Tyler__Durden

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Bewertung5.0Geht so

Wunderschöne Frau von außen. Geschundenes Kind von Innen. Vom Wahnsinn gebeutelt und dem selbigen erlegen Mordet sich die Mimisch Tote Catherine Deneuve in ihr Verderben. Brauch sie doch eher einen Psychiater in ihrer Wohnung als Männer die ihr auf die Pelle rücken. Obwohl ein Zimmermann wäre auch nicht schlecht den die Risse an der Wand sind ja wirklich nicht mehr schön. Unterhalten will das alles nicht das wird schnell klar. Hier will jemand ganz tief schürfen und hypnotisierende Einblicke geben. Nur leider ist das Psychologische Konstrukt das Polanski aufbaut samt Umsetzung leider kaum Interessant oder einnehmend. Jedenfalls für mich. So verbreitet sich dann, man mag es kaum glauben, eine Leere die ich mir nur mit Langeweile füllen konnte. Ohne Frage bietet REPULSION einige nette Ansätze und kann dann doch, wenn nur durch individuelle Szenen, welche auch rar gesät sind, gefallen unterliegt dann letztendlich aber seinen eigenen Ansprüchen und meinen zugegebener maßen hohen Erwartungen. Wer weiß wohl möglich war ich in der Falschen Stimmung und tue dem Film unrecht ihn als Enttäuschung ab zu stempelt. Als Emotionsgesteuerter Mensch ist dies aber leider genau das was ich empfinde!

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Mr Vincent Vega

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Von 6.5 innerhalb weniger Minuten auf 5. :)
Im Übrigen ganz sicher ein Problem der Erwartungshaltung. Schaue dir den Film in zwei, drei Jahren noch mal an, ich garantiere dir, du wirst dich darin wiedererkennen und ihn mindestens zutiefst faszinierend finden.


Tyler__Durden

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Irgendwann sehe ich ihn mir bestimmt noch mal an. Bin ja noch Jung. :)
Bewertungen nehme ich neben bei bemerkt eigentlich nie wirklich so ernst weshalb die sich auch mal ändern können.
Und 5, auch wenn es nur eine Zahl ist, spiegelt dann noch am besten wieder was ich von dem Film halte.


JimiHendrix

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Bewertung7.0Sehenswert

Die Wolfsmutter des Psychothrillers hat in der Zwischenzeit ein wenig an Biss verloren, dennoch gibt es ein paar solide Schockmomente.

Polanskis zweiter Ausflug in dieses Genre überzeugte mich als jungen und vorbelasteten Zuschauer leider nicht mehr so, wie ich es mir erhofft hatte. Zu viele moderne zweitklassige Thriller habe ich schon über mich ergehen lassen, das stumpft ab.
Ich versuche mich immer in die Zeit hinein zu versetzen und wie gewisse Effekte wohl auf die noch unschuldigen Zuschaueraugen des Jahres 1965 gewirkt haben müssen. Daran gemessen war der Streifen bestimmt eine Innovation in seiner Brutälität und Morbidität. Die Ausstrahlung des Films erinnerte mich teilweise an "Eraserhead" oder "Der Mieter" , welche auch durch ihre stille Bedrohlichkeit und Zerrissenheit eine düstere und trostlose Atmosphäre schaffen.

Catherine Deneuve wurde durch diese Rolle bekannt, was sich auch durchaus anerkennen läßt, da sie die introvertierte und scheue Carole glaubhaft schauspielt.

Den schwarz-weiß bebilderten Szenen wurden nur selten Musik oder Dialoge beigesteuert und so blieb Carole allein mit sich und der Wohnung. Nach und nach ließ man die Außenwelt immer weniger in Erscheinung treten und wenn diese sich gewaltvoll ins Bild zu drängen versuchte wurde ihr als Bedrohung der Garr ausgemacht.

Dennoch fehlte mir hier phasenweise der Spannungsbogen und auch die Überraschungsmomente waren zu rar gesäht, sodass man der langsam verrückt werdenden Hauptdarstellerin alles zutraute.

Sicherlich ein guter zeitfestgelegter Beitrag zur Thematik des charakterbedingen wahnsinnig werdens, an dem man gut feststellen kann, wie sich typische Horrorelemente aus solchen Klassikern heraus entwickelt haben.

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moep0r

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Sehr intensiv, sehr boese und sehr gut.

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maslobojew

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Bewertung9.0Herausragend

Nichts, um sich bloß unterhalten zu lassen - das nur als Warnung für gewisse Filmfreunde. Der Film klagt letztendlich an und stellt unangenehme Fragen. Bedenkt man, wann der Film gemacht ist, verwendet er effektvoll früh zahlreiche Merkmale des zeitgenössischen Psychothriller- und Horrorfilms.

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Ferdinand

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Schon lange her, dass ich den Film gesehen hatte, aber er hat sich eingeprägt. Schockierend, bedrückend, aufregend.

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