Herr Lehmann

Herr Lehmann (2003), DE Laufzeit 105 Minuten, FSK 12, Drama, Komödie, Kinostart 02.10.2003

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6.6
Kritiker
37 Bewertungen
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7.2
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8205 Bewertungen
69 Kommentare
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von Leander Haußmann, mit Christian Ulmen und Detlev Buck

Wir schreiben das Jahr 1989: Berlin-Kreuzberg SO36 ist ein kleiner Kosmos in einer riesigen Galaxie, schon das angrenzende Kreuzberg 61 ist befremdendes Ausland, Charlottenburg ein anderer Kontinent und die DDR ein fremder Planet. Kreuzberg SO36 ist der Kiez, in dem Herr Lehmann zu Hause ist. Er ist der Guru einer beschaulichen, übersichtlichen Welt voller Philosophen, Künstler, Biertrinker, Kokser, Heteros, Schwuler und anderer Lebenskünstler, die inmitten einer feindlich gesinnten Welt ihre Enklave und das Recht auf Stillstand gegen jede Form von Veränderung verteidigen. Herr Lehmann heißt eigentlich Frank, aber da er schon bald dreißig wird, nennen ihn alle nur noch “Herr Lehmann”. Doch unaufhaltsam schleichen sich Störungen in die lieb gewordenen Gewohnheiten seines Lebens: Ein aufdringlicher Hund, der Besuch seiner Eltern, die schöne Köchin Katrin, sein bester Freund Karl und ein bis dato unbekannter Kristallweizen-Trinker werden in kurzer Zeit für mehr als nur Unruhe sorgen. Während sich im Ostteil der Stadt und in der ganzen DDR große Umbrüche ankündigen, hat Herr Lehmann alle Hände voll zu tun, die an ihn herangetragenen Herausforderungen zu bewältigen. (omdb)

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Kritiken (1) — Film: Herr Lehmann

Xander8112: Xanders Blog

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6.0Ganz gut

[...]
Das ist eigentlich sehr schade, denn hätte man die Charaktere etwas mehr ausgebaut, ihnen einen Hintergrund oder eine gewisse Tiefe gegeben, würde der Film nicht so an einem vorbeiplätschern, er wäre einem nicht so egal. Die guten Ansätze sind ja da, der Wortwitz ist schon recht komisch, und die letztendliche Trennung Franks von Katrin in der Dönerbude ist ganz großes Kino. Diese Szene ist mein persönliches Highlight des Films. Mehr Highlights hat der Film dann auch nicht und wird deshalb erstmal einige Zeit im Regal verbringen müssen, bis ich ihn vielleicht mal wieder gucke…

Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (68) — Film: Herr Lehmann


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MartinNolan

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Bewertung5.0Geht so

Skurrile Typen, Zigarettenqualm, jede Menge Bier und Stammtischphilosophie. Zwischen all dieser Kneipenromantik durchlebt Herr Lehmann (Christian Ulmen) lustige, aber auch traurige, aufwühlende Momente, kurz vor dem historischen Mauerfall. Etwas ziellos verleben dort seine Kumpels und Herr Lehmann eine feucht fröhliche Zeit, in einem eher abgeschiedenen Stadtteil Berlins. Wie in einem Traum wandeln sie als dunkle Gestalten durch die verwaisten Straßen, lachen, weinen und streiten zusammen.
Diese Bierstubenidylle inszeniert Regisseur Leander Haußmann zwar durchaus bemüht, aber zu keiner Zeit überzeugend. Viel zu oberflächlich bleiben die Charaktere und man begleitet daher Herr Lehmanns Leben als Zuschauer völlig teilnahmslos. Hinzukommt, dass die Dialoge oftmals zu konstruiert, zu gezwungen witzig und originell erscheinen, sodass schlussendlich der Film weniger unterhält als vielmehr belanglos vorüberzieht. Da helfen, ein oder zwei „gute“ Szenen, sowie eine Vielzahl an exzentrischen Figuren nicht wirklich, um aus einer ermüdenden Handlung und faden Dialogen, einen abwechslungsreichen Film zu kreieren.
„Herr Lehmann“ ist eine größtenteils triviale und monotone Buchverfilmung, die aufgrund fehlender Atmosphäre und holzschnittartigen Charakteren, dem Hype keinesfalls gerecht wird. Belanglosigkeit en vogue!

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annaberlin

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Gestern mal wieder Herr Lehmann gesehen. Der einzig akzeptable Leander Haußmann-Film macht auch heute noch Megabock. DER Berlinfilm für mich überhaupt!

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werner.r

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Einer der mit Abstand tollstens Filme aus Deutscher Produktion. Verpasst mit Wortwitz und gewitzter Spielerei von Ulmen und Buck. Aber auch Waltz setzt sich selbst hervorragend in Szene.
Einfach nur toll, macht immer wieder Spass!

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headmusic

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Bewertung7.5Sehenswert

Eine hochphilosopische und ursympatische Umsetzung des Romans ;-) Herr Lehmann ist Christian Ulmen ist Herr Lehmann!

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BlackPaint

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Bewertung7.5Sehenswert

"Ich bin der Herr Lehmann, kannst mich aber trotzdem duzen."
Solider Film mit einem charismatischen Ulmen.
Und auch Weisheiten kann man mitnehmen.
Verliebt sein entspricht einer Lungenentzündung.
Lieben hingegen einer chronischen Bronchitits.
Herr Lehmann ist interessant.

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nils.johannson.1

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein grundsympathischer Film.

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WZRDOnTheMoon

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Bewertung6.5Ganz gut

"Herr Lehmann" ist eine Art Tragik-Komödie mit einer Mischung aus lustigen und ruhigen sowie melancholischen Momenten. Regisseur Leander Haußmann zeigt, dass er einen Sinn für eine milde aber dennoch teils paradoxe Situationskomik hat - ein gutes Beispiel hierfür ist die geniale Szene mit Herrn Lehmann und dem Hund, mit der der Film quasi eröffnet wird. Auch lebt der Streifen von herrlichen, kultivierten Grundsatzdiskussionen zwischen Herrn Lehmann und den Protagonisten, von denen ein jeder Einzelner eine kleine Besonderheit an sich hat. Stark ist auch, das Haußmann es fast immer schafft genial inszenierte Einfälle einzubauen, wenn man denkt, dass der Film eintönig zu werden droht.
Leider gibt der Film nur eine kurze Zeitspanne aus dem Leben des Frank Lehmann wieder und hat dementsprechend auch extrem wenig Handlung, was aber zum Glück aufgrund der teilweise guten Inszenierung nicht so häufig auffällt. Auch gelingt es Leander Haußmann leider nicht die erste Hälfte, die nahezu eine reine Komödie ist, mit der zweiten Hälfte, hingegen dann plötzlich melancholisch und nachdenklich, ideal zu verbinden, sodass man doch etwas überrumpelt wird und einige Schwierigkeiten hat, sich sofort darauf einzustellen.
Detlev Buck spielt seine Rolle als Lederuschi wie immer überzeugend und etwas eigenbrötlerisch, doch meine eigentliche kleine Überraschung des Films ist eindeutig Christian Ulmen, von dem ich nie gedacht hätte, dass er verhältnismäßig so gut schauspielern kann - er schafft es über weite Strecken zu überzeugen und war im nachhinein die Idealbesetzung.
Wer die Mischung aus Komödie und Tragik sympathisiert, bedachte Handlungen und zumeist ruhige aber auch teilweise deftige und abstruse Dialoge bzw. Situationen mag und sich zusätzlich gerne von guten Inszenierungen und Schauspielern begeistern sowie von Melancholie berieseln lässt, ist bei "Herr Lehmann" genau richtig - für meinen Geschmack dann aber leider doch etwas zu handlungsarm und ruhig.

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DonChris

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Bewertung9.0Herausragend

Mit "Herr Lehmann" verfilmte Leander Haußmann das gleichnamige Buch des "Element of Crime"-Sängers Sven Regener. Und auch wenn der Film nicht ganz an Buch herankommt, so ist er für mich dennoch eine der besten deutschen (Tragik-)Komödien.
Thematisch geht es um das Leben 1989 - also kurz vor der Wende - im Berliner Stadtteil Kreuzberg und genauer gesagt um Frank Lehmann Leben. Im übrigen kann man über Christian Ulmen sagen was man will (...ja er macht mittlerweile größtenteils Mist...), aber in diesem Film kann man ihn nur mögen.
Der Film zeichnet eine schön abgeranzte Atmosphäre. Ein Stadtteil, der aus verlebten Straßen und Häusern besteht, kleine Kneipen deren Gäste eine kleine eingeschworene stets mindestens leicht angesäuselte Gemeinschaft bilden und Charaktere die allesamt mal einen "vorübergehenden" Job angefangen haben, mit dem sie sich immer noch durch den Alltag schlagen.
Ähnlich wie das Buch lebt der Film gerade von dieser abgegriffenen Atmosphäre und natürlich von den genialen Dialogen, Monologen und alkoholgeschwängerten lebensphilosophischen Diskussionen.
Es gibt da auch eine wunderschöne Szene, in der Herr Lehmann über die Grenze in den Osten will und direkt mal abgefangen und verhört wird. Wer freund witziger Wortgefächte ist, sollte dort genau die Ohren spitzen :D.

Ich mag besonders den besten Freund von "Herr Lehmann", den Karl, welcher köstlich durch Detlev Buck verkörpert wird. Karl ist ein riesiger, kräftiger, treuer, etwas dümmlicher Künstler, der Frank hier und da mal aus der Patsche hilft und ihn wiederum hier und da auch erst Probleme verschafft. Haußmann versucht so nah wie möglich am Buch dran zu sein, was zu einer Menge grotesker und lustiger Situationen führt. Außerdem kreiert er eine Menge witziger Kameraeinstellungen. So fällt es auch nicht auf, dass der Film im Grunde keine besonders außergewöhnliche Handlung hat, schließlich geht es hier nur um eine recht kurze Passage in Herr Lehmanns Leben. Der Film lässt einen diese Tatsache durch seine Machart allerdings genauso wenig spüren wie das Buch, welches ich im übrigen jedem wärmstens ans Herz legen kann.

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Andy Dufresne

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:)


DonChris

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:D


based_god

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Bewertung7.0Sehenswert

Hat herrlich Spass gemacht!

Dem guten Herr Lehmann zuzuschauen wie er durch Westberlin, unmittelbar vor stolpert, er sich verliebt und seinen Eltern was vorlügt, macht Spass. Das Leben wird aber auch in diesem Film nicht als grundsätzlich lustig dargestellt. Dafür sorgen die Storystränge seiner Freunde und auch derjenige, der sich mit Lehmanns Beziehung beschäftigt.
Einige Szenen fand ich etwas unnötig und weder witzig noch sonst wertvoll. Das Gesamtpaket wiederum macht eindeutig Spass. "Identifikationspotential" ist dank der "rauchend als letzte in der Kneipe sitzen"-Szene gleich von Beginn weg vorhanden.

Macht fast durchgehend Freude...

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Frankenchrist

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Bewertung6.5Ganz gut

Christian Ulmen ist mustergültig in seiner Rolle. Seine Zeilen und Gefühle übermittelt er als wären sie seine eigenen und nicht etwa die seiner Figur. Die Chemie stimmt zwischen ihm und seiner Angebeteten, Kathrin. Die Szenen, in denen beide aufeinander oder manchmal gegeneinander treffen, sind das beeindruckendste im ganzen Film. Solche intensiven Momente habe ich ihnen und vor allem ihm ganz persönlich gar nicht zugetraut. Allein, die Witze zünden zu Beginn leider kaum, oder ich verstehe bzw. habe nicht deren Humor. Was auch immer. Nach und nach werden sie merklich besser und der Film erhebt sich in anfangs ungeahnte Höhen; ja und endlich musste ich lachen, oft und von ganzem Herzen, was mich selbst positiv überrascht hat. Ich habe gesehen, dass man dem Film Zeit geben muss, sich zu entfalten... Eine eigens komponierte Filmmusik habe ich nicht gehört, dafür viele Lieder mit Kultgarantie, die sehr überlegt ausgewählt wurden. Hätte ihn mir nicht eine Person meines Vertrauens empfohlen, ich würde ihn wohl nicht zu Ende geschaut haben. Umso froher bin ich, doch nicht auf Stopp gedrückt zu haben. Und das Schmankerl ist wohl Christoph Waltz als Arzt, allein deshalb schon einen Blick wert. Seither denke ich immer an meine Elektrolyten.

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lufink

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Wer den Film nicht mag, sollte Ihn sich einfach nochmal anschauen.

Einer der wenigen Filme die man sich ständig und immer wieder anschauen kann, und dabei auf´s neue herrliche Dialoge und Sprüche findet.
Läuft bei mir, immer mal wieder mit Freunden und natürlich ner Kiste Beck´s , hat sogar einen Namen "Lehmann-Abend"

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valle_92

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Bewertung7.0Sehenswert

Genialer Film.
Ulmen ist in meinen Augen sowieso in Deutschland einer der Genialsten.
Dann noch dieser hammermäßige Soundtrack dazu.
Hat sich mal wieder gelohnt, den Fernseher einzuschalten!

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wallone77

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Bewertung7.0Sehenswert

Passable Umsetzung der Buchvorlage. Wie fast alle Haußmann-Filme durchaus mit Unterhaltungspotential und glaubwürdigem Zeitkolorit, aber auch mit der typischen Lahmarschigkeit und zeitweise arg künstlich wirkenden Dialogen. Die Lässigkeit und Situationskomik der Vorlage wird so leider nicht erreicht. Ulmen in seiner ersten Hauptrolle stellt eine adäquate Besetzung dar und darf hier das spielen, was in der Folge immer wieder spielen wird.

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Hagen Hagen

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Bewertung6.0Ganz gut

Das Buch öffnet ein Fenster in eine längst vergangene Zeit. Der Film gibt zwar vor, zur gleichen Zeit zu spielen, bleibt aber merkwürdig zeitlos und auch ziemlich belanglos.

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Mac_C_Tiro

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Bewertung6.5Ganz gut

Wohlfühlkomödie mit leichtem Coming of Age- Charakter (ja, trotz des Alters der Protagonisten..) und viel (teils klischeehaftem) Lokalkolorit. Ein eher belangloser Film für einen ruhigen Feierabend und für uns ältere ein netter Blick zurück auf den Mauerfall und seine Nebeneffekte.

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Kalkwerker

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Bewertung9.5Herausragend

herrlich unaufgeregte Typen mit coolen Spüchen, für mich ein Kultfilm. Herzerwärmend die Protagonisten , einfach zum lieb haben. Zum Ende etwas mehr Tiefe und Ernst, es reichen doch nicht nur "Elektrolyte", ... schade

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Surfer Rosa

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Bewertung7.5Sehenswert

Ich will die Nacht zum Tag machen, warum überhaupt einem Tagesablauf folgen? Ich will nicht bereits am Morgen auf den Feierabend warten müssen, montags schon dem Freitag entgegenfiebern müssen und am Ende des Urlaubs auf den Nächsten warten müssen. Ich will mich in Melancholie wälzen und die urbane Anonymität entschleiern. Der Stadtteil ist auch nur ein Dorf. Ich will nicht das tun, was ich nicht tun will. Muss ich den die mir geschenkte Freiheit wirklich „legitimieren“, „das Behältnis füllen“, möglichst mit einem anderen Bedürfnis, dem nach Selbstverwirklichung. Und was, wenn das offenbar übergeordnete Gerüst so symbolisch zusammenbricht? Warum Idealen hinterherjagen? Und warum nicht? Vielleicht um schöne Szenen zu erschaffen und zu beschreiben, wie es „Herr Lehmann“ besonders zum Ende tut. Ich will der Kunst, der Freiheit frönen, faulenzen und nebenbei etwas Sinnlosigkeit und apathische Lebensfreude genießen.

„Herr Lehmann“ ist bestimmt kein großer Film. Er ist ein bisschen still, etwas bescheiden und denkt zu viel nach, gibt wenig preis. Er zieht sich oft zurück, hat seine Längen so wie jeder Tag seine Längen hat, jeder Abend in der Bar, jedes Fußballspiel und jeder Spaziergang durch die Winkel der Stadt. Man kann sich in diesen Längen wohlfühlen, ihnen verfallen.

Der von Herr (Frank) Lehmann und seinen Gefährten gelebte Geist (er kehrt ihm zum Ende anscheinend den Rücken zu) hat seine Zeit überdauert, ist stärker geworden in Berlin– mag man denn den weichzeichnerischen Reportagen in der „Zeit“ vertrauen. Ich kann dem Herr Lehmann vertrauen, diesem wuscheligen Kopf mit dem hintergründigen Lächeln. Ulmen in seiner Rolle. Er ist schon einer der Besten. Dieses Gesicht, in das der Schelm gemeißelt ist - irgendwo unter den Impro – Instinkten und der mimischen Spontanität. Nicht schön, das sind sie alle nicht. Nicht der Künstler Karl und auch nicht die Saufkumpanen, die so viel mehr sind als das. Vielleicht die Köchin, die aufbrausend und ihre beste Kundin ist. Durch die regennassen Straßen, die im Schein der Laternen nächtliche Großstadtromantik verstrahlen, müssen sie alle, wenn sie in die nächste Kneipe wollen. Die Liebe finden und enttäuscht werden. Erfolg haben oder ihn simulieren – mit Bratenkruste und Billigwein – merkt ja keiner.

In diesem Berlin kann man die große Wende miterleben und sie auf das eigene Leben auslegen. Die Mauer fällt und mit ihr die Mauer im Kopf – die Barriere ist weg – er ist frei, jetzt packt er es an, das Leben. Ein bisschen pathetisch aber immerhin eine Botschaft. Wenn nicht, dann doch wenigsten eine Ode an das das „Sich-treiben-lassen“. Raus aus der Sinnlosigkeit, die graue Attitüde ablegen.
Seis drum. Das nächste Bier und nen Kurzen dazu.

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Dr.Hasenbein

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Herr Lehmann ist ein schöner unspektakulärer Film über Berlin Kreuzberg und ihre verschobenen Leute!
Die Story ist weder besonders Originel noch irgendwie spektakulär.
Aber sie ist ehrlich und aus dem Leben gegriffen.
Irgendwie findet sich hier jeder wieder, vorausgesetzt man ist um die 30 und noch nicht richtig erwachsen!
Der Film lebt von seinen verrückten aber sympathischen Figuren,
und natürlich von den tollen Bildern Berlins die fast schon einer Liebeserklärung gleich kommen!
Obendrauf gibt es einen guten Soundtrack der sich wunderbar in das Gesamtbild einfügt!
Ein Film den man schlecht beschreiben kann, man sollte ihn aber auf jeden Fall gesehen haben!

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cpt. chaos

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Bewertung5.0Geht so

Der Auftakt mit dem besoffenen Hund, ist so ganz nach meinem Geschmack, aber danach verflacht Frank Lehmanns Odyssee durchs Berlin Ende der 80er zusehends. Zwischendurch bekommt man immer mal wieder einige philosophische Lebensweisheiten um die Ohren gehauen, über die ich mich beömmeln kann, aber im Ganzen dann doch nicht so konsequent unterhaltend, wie ich es von einem brauchbaren Film erwarte.
Bedingt durch die literarische Vorschädigung, gibt es volle fünf Punkte, die der Film ansonsten so nicht unbedingt verdient hätte.

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KilianPai

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Bewertung9.0Herausragend

Klar kann der Film dem Roman nicht wirklich gerecht werden, selbst wenn Regener das Drehbuch geschrieben hat. Aber trotzdem einer der kultigsten deutschen Filme

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