Im Schatten

Im Schatten (2010), DE Laufzeit 86 Minuten, FSK 12, Kriminalfilm, Thriller, Drama, Kinostart 07.10.2010

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7.7
Kritiker
15 Bewertungen
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6.6
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190 Bewertungen
24 Kommentare
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von Thomas Arslan, mit Misel Maticevic und Rainer Bock

Wie so viele Gangster der Filmgeschichte vor ihm, denkt sich auch Trojan (Misel Maticevic), der Protagonist aus Im Schatten: Noch ein letztes, großes Ding drehen und dann ist Schluss. Der junge Berufskriminelle wurde gerade erst aus dem Gefängnis entlassen, da sieht er sich auch schon nach diesem berühmten finalen Coup um. Seine Pflichtverteidigerin(Karoline Eichhorn), die ihn liebt, gibt ihm Informationen, die für den Überfall auf einen Geldtransport. Doch schnell hat sich ein schmieriger, korrupter Kommissar (Uwe Bohm) an Trojans Fersen gehängt und eine ganze Menge Unterweltschergen wollen ihm auch ans Leder. Und wie so viele Gangster der Filmgeschichte vor ihm, muss auch Trojan festellen, dass er mit jedem überwundenen Gegner seinem Ziel kein Stück näher kommt.

Im Schatten lief im Forum der Berlinale 2010.

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kritiken (7) — Film: Im Schatten

HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

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8.0Ausgezeichnet

Indem wir Trojan bei der Ausübung seines Handwerks zusehen, enthüllt sich auch das Konstruktionsprinzip des Genres. Das ist nicht spannend im konventionellen Sinn. Aber absorbierend, weil einen das Betrachten von Menschen, die vollkommen in ihr Handeln versunken sind, in deren Trance hineinzuziehen vermag.

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J. Löblein: Sächsische Zeitung J. Löblein: Sächsische Zeitung

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8.5Ausgezeichnet

So präzise wie Trojan, der Räuber, zu Werke geht, so präzise formt auch Thomas Arslan, der Regisseur, seine Filme, zuletzt ein leises Familien-Drama im Brandenburgischen („Ferien“). Nun also glasklares Genrekino, ein Gangsterfilm reinsten Wassers und vielleicht der puristischste, den es je gab: Ohne dekadenten Glamour oder existenzialistische Psychologie, ohne neue Mythologie oder postmoderne Ironie.

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Jörn Hetebrügge: fluter Jörn Hetebrügge: fluter

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9.0Herausragend

Arslan erklärt nichts. Er erspart sich jede Psychologisierung. Sein Film, eine Choreografie aus Blicken und Bewegungen von beinahe abstrakter Schönheit, gehorcht der reinen Lust an der filmischen Form. Erklärungen wären da nur störendes Beiwerk.

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O.Baumgarten: Schnitt O.Baumgarten: Schnitt

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8.0Ausgezeichnet

Ein bemerkenswerter Film [...], der seinen Start im Kino verdient hat – ins Fernsehen kommt er schließlich früh genug, wo er womöglich im Schatten der Krimiformate als düster und langatmig verkannt werden wird.

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Norbert Raffelsiefen: Programmkino.de Norbert Raffelsiefen: Programmkino.de

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8.0Ausgezeichnet

Thomas Arslan erzählt mit Hilfe seines glänzend eingestellten Ensembles einen fesselnden Krimi, der seine Spannung über die präzise Wiedergabe der äußeren Abläufe bezieht. [...] Wer bislang um die unterkühlten Arbeiten des Autorenfilmer Thomas Arslan einen Bogen gemacht hat, der kann ihn bei diesem großartigen Kinokrimi (neu) entdecken.

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Julian Hanich: Der Tagesspiegel Julian Hanich: Der Tagesspiegel

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8.0Ausgezeichnet

„Im Schatten“ erzählt von mittelmäßigen Menschen, aber der Film ragt weit über jedes Mittelmaß hinaus. Seine graudunkle Welt erstrahlt nicht in satten Farben, aber sie ist alles andere als farblos. Der Film verliert wenig Worte – und sagt doch genug.

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Julio Sacchi: Das Manifest

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8.5Ausgezeichnet

Trojan (Misel Maticevic) war im Knast. Kaum draußen, will er schon das nächste lukrative Ding drehen. Sein alter Kumpan will ihn beseitigen. Ein korrupter Bulle (Uwe Bohm) will abkassieren. Eine Pflichtverteidigerin (Karoline Eichhorn) hat einen Plan.
Thomas Arslan versucht sich an einem reinrassigen Genrefilm und gewinnt auf ganzer Linie. IM SCHATTEN ist lakonisch, trocken, präzise, sehr sehr spannend und hat mit Maticevic in der Hauptrolle eine sensationell coole Sau zu bieten. Zu diesem unglaublich authentischen Berlinkrimi hätte auch ein Polizieschi-Soundtrack von Ennio Morricone gut gepaßt – das Ambient-Gebrummel auf der Tonspur unterstützt die dräuende Spannung aber auch aufs Vorzüglichste.
In jeder Hinsicht ein Killer. Famos!

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Le Samourai

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Kann ich so absolut überhaupt nicht nachvollziehen alles. :)



Kommentare (17) — Film: Im Schatten


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Grimalkin

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Bewertung5.0Geht so

Oskar Roehler wird auf Wikipedia bereits wunderbar zitiert: "Die sind immer spröde, immer streng. In den Filmen passiert eigentlich nichts. Sie sind langsam, trist und es wird nie etwas wirklich gesagt. Das ist dann die Berliner Schule. Die kommen bei der Kritik immer gut weg und haben dann so 5.000 bis 10.000 Zuschauer."
"Im Schatten" ist da nicht anders. Dialogarm, handlungsarm und anscheinend furchtbar gelangweilte Regie. Wenn Thomas Arslan in Wahrheit keine Lust auf den Dreh eines Gangsterfilms hat, dann soll er es ruhig vorher sagen statt mal einfach auf die Schnelle (denn genau so wirkt es) etwas hinzuklatschen, dessen Drehbuch auf einen Bierdeckel passt. Minimalismus per se muss nicht einmal etwas verkehrtes sein, aber dazu gesellt sich hier eben eine Riege vernachlässigbarer Charaktere, die von weitgehend uninteressanten Darstellern verkörpert werden. Emotional gibt es natürlich keinen Zugang, aber das war allen Beteiligten schon vorher klar. Die Kameraarbeit ist okay. Die Beleuchtung subtil und auf einen authentischen Look aus. Das funktioniert aber nur dann, wenn man die Abteilung Ton nicht immer wieder vernachlässigen würde. Nicht nur hier, sondern generell eine Unart des zeitgenössischen deutschen Films: Umgebungsgeräusche auf Maximum! Der sehr sparsame Einsatz von Musik und die Schweigsamkeit der Figuren verdeutlichen es hier noch einmal besonders; sowohl vordergründige, als auch (eigentlich) hintergründige Geräusche sind derart unnatürlich dominant, dass man sich fragen muss, ob Toningenieur in Deutschland ein seltener Beruf ist. Während mir das völlig wurscht ist, wie lange man dieses Spiel in belanglosen TV-Produktionen noch treiben will, ist das für das Kino ein Armutszeugnis. Durchgehend rauschen die Autos im Hintergrund, als hätte man den gesamten Film an einer Autobahnraststätte gedreht. Bei den Innenaufnahmen trampeln die Charaktere wie bockige Kinder laut durch Flure und Zimmer, dass sie ihr eigenes Wort nicht verstünden, hätten sie nicht ohnehin kaum etwas zu sagen. Völlig egal übrigens, ob nun ganz nah vor der Kamera oder am Ende eines gefilmten Hotelflurs. Dem Zuschauer soll nicht eine einzige Bewegung akustisch entgehen. Das fördert keine Authentizität, sondern ist kontraproduktiv, ja geradezu lächerlich.

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Telebaum

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Den Film mit Melville und Bresson zu vergleichen, ist zwar verlockend, zugegeben, aber ich halte das für nicht sehr sinnvoll. Man muss die Berliner Schule doch mal als etwas ganz neues und eigenständiges betrachten, als eine Form, das alles schon Gesehene hinter sich zu lassen. Natürlich, wenn man sich Melville-Filme anschaut, dann brauch man doch gar nicht erst beginnen, einen eigenen Film zu machen, und den Meister zu kopieren, damit ist auch nichts gewonnen. Ehren wir also Arslans Versuch (genauso wie Heisenbergs RÄUBER), das Genre ich möchte fast sagen neu zu interpretieren, das ist bisher nicht wirklich gelungen, auch ich störe mich vom Schauspiel, über die Dialoge bis hin zum Fehlen der Metaebenen an Vielem, was da zu sehen bzw. nicht zu sehen ist, dennoch muss ich sagen, dass mich insbesondere der Minimalismus dieser Filme beeindruckt und wie man es schafft, mit diesem Minimalismus den Zuschauer bei der Stange zu halten, ich zumindest habe mich bei beiden Filmen nicht gelangweilt, auch wenn das natürlich nicht das relevanteste Kriterium ist, es bleibt danach nicht viel, aber das lege ich nicht der Schwäche des Konzepts sondern der Schwäche der Regisseure aus.

Die beste Möglichkeit die Filme der Berliner Schule zu bewerten ist also, sie von einer völlig neuen Warte her zu sehen, was voraussetzt, sich zunächst einem in das Dilemma eines Filmemachers im 21. Jh. Zu versetzen, auf dem die Filmgeschichte mit eben so unfassbaren Meisterwerken wie denen von Melville und Bresson lasten. Dort weiterzumachen ist schlechthin unmöglich, es wurden da Gipfel der Filmkunst erreicht, von denen man nur wieder hinabsteigen kann, und Nachahmer gibt es ja nun zuhauf. Auch wenn RÄUBER und IM SCHATTEN sicher nicht wirklich gelungen sind, sie stehen für mich für einen Aufbruch, der einfach einen völlig neuen Weg für das neue deutschsprachige Genrekino einschlägt bzw. eröffnet, dessen weitere Richtung noch gar nicht so wirklich absehbar ist, aber auf die zumindest ich gespannt bin – Scheitern ist auch eine Form der Kunst, allemal besser als Epigonentum.

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ratomelf

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Sehr atmosphärisch, sehr stringent und konsequent durcherzählt, ohne die üblichen Effekthascherein des Genres. Daher glaubhaft und spannend. Misel Maticevic bei der Arbeit zuzusehen ist hier im doppelten Sinne ein Vergnügen.

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Roco De Long

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Bewertung6.0Ganz gut

"Im Schatten" ist kein schlechter Film. Die Bilder sind elegant und durchdacht, die kühl inszenierte Story kommt ohne Schnörkel aus. Vor allem aber ist es der Versuch eines deutschen Genrekinos in einer der Königsdisziplinen: dem Thriller. Allein das verdient schon ein gewisses Lob. Stellenweise kommt auch Spannung auf, die aber durch die gedehnte Beobachtung immer auf der Kippe steht. Eine 10-minütige Autoverfolgung mit Tempo 30 durch Berlin mag authentisch sein. Es sind aber die Momente, wo ich mir etwas weniger Authentizität und etwas mehr Introsequenz von "Drive" wünsche. Nur ETWAS :)
Der große Schwachpunkt sind für mich allerdings die Dialoge. Die reduzierten, emotionslos vorgetragenen Zeilen dienen ausschließlich dem Plot und lassen quasi keinen Raum für Subtext. Das ist sicherlich auch Teil des Stils, wirkt aber oft sehr schablonenhaft. Man sieht förmlich, wie Sätze à la "Je schlechter die Zeiten, desto besser die Drogengeschäfte" oder "Ich hab dich auf dem Schirm, Trojan" ins Drehbuch getippt werden.
Einen guten Thriller in unserer Muttersprache zu machen, inklusive dem Wissen, dass man dieses Genre schon oft nahezu perfekt gesehen hat, ist schwer. Thomas Arslans Film ist auf einen guten Weg, wie ich finde.
Am Ende ist ein Film aber doch mehr als die Summe seiner Teile und das gewisse Etwas, das aus dem Zusammenspiel der filmischen Elemente entstehen kann, fehlt bei "Im Schatten" irgendwie. Aufgrund seiner konsequenten Machart ist es für mich definitiv ein überdurchschnittlicher Film, am Ende aber doch zu wenig für den ganz großen Wurf.

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Le Samourai

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... bis auf den letzten Satz. Klarer Unterdurchschnitt.


Roco De Long

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Durchschnitt sind für mich Sachen, die hier und da unterhalten, wo aber hinterher gar nichts hängenbleibt. Hier bleibt für mich definitiv was hängen, nämlich eine gute technische Umsetzung und annähernd eine eigene Tonalität. Gerade Letzteres bewerte ich wahrscheinlich einfach viel höher als du. Aber das habe ich unter deiner Kritik schon genauer beschrieben.


Le Samourai

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Bewertung5.0Geht so

Ab und zu versuche ich ja dem zeitgenössischen deutschen Film mal wieder eine Chance zu geben, doch regelmäßig werde ich von ihm enttäuscht. So auch von Thomas Arslans Genrekinoversuch "Im Schatten", der einmal mehr mein Problem mit dem deutschen Kino offenbart. Der nicht wegzudiskutierenden Genrearmut des deutschen Filmes versucht Arslan einen reinrassigen Gangsterthriller entgegenzusetzen, scheitert damit aber wie ich es befürchtet hatte weitestgehend. Die "Berliner Schule" des dffb-Absolventen zeigt sich in seiner wortkargen, kühlen Inszenierung, viel wird angedeutet, nichts wird erklärt. Doch was bei Melville ("Le Samourai", "Le Doulos") oder Bresson ("Pickpocket") hervorragend funktioniert, wirkt hier dröge, uninspiriert, unglaubwürdig und klischeebeladen. Die 90 Minuten gestalten sich weitestgehend höhepunktarm, spannungsarm und absolut vorhersehbar. Die wenigen Dialoge sind von den mittelmäßigen, charakterlosen Darstellern hölzern und unglaubwürdig vorgetragen, sodass selten so was wie Spannung, Authentizität oder Interesse am Handlungsverlauf aufkommt. Kamera und Schnitt sind ebenfalls absolut einfallslos, uninspiriert und unmutig. Ein Soundtrack ist leider nicht vorhanden, das Ambient-Gebrumme wirkt deplatziert.
Pluspunkte sind die authentischen Drehorte, die ein recht stimmiges Bild von Berlin zeichnen, sowie zumindest der Versuch, einen brauchbaren Beitrag zum enttäuschenden deutschen Genrekino zu leisten. Jedoch hat man wirklich jede Szene dieser Genreübung schon hundertmal gesehen, aber eben auch hundertmal besser. Bleibt ein weiterer deutscher Film, der mich eher enttäuscht zurücklässt und über den man in ein paar Jahren kein Wort mehr verlieren wird.

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Le Samourai

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Nee Roco, der Räuber ist genauso belanglos.


Roco De Long

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Jetzt weiß ich was du meinst (bzw. wusste es auch vorher) und kann es auch nachvollziehen. Das ist schon gewöhnungsbedürftig :)
Belanglos finde ich beide Filme jetzt nicht. Besonders Kamera und Schnitt bei "Im Schatten" finde ich sogar ziemlich gut. Was heißt z.B. "einfallslos" und "umutig"? Krasse Kamerawinkel, Werbeoptik und MTV-Schnitte? Ich sehe die Kameraarbeit hier als Teil eines stimmigen Konzepts, von daher ganz und gar nicht einfallslos! Da macht man es sich auch zu leicht. So gesehen ist die reine Kamera bei einem "Le Samourai" auch einfallslos - und dennoch genial im Sinne der Gesamtwirkung.
Neue Wege im zeitgenössischen (deutschen/europäischen) Kino zu gehen finde ich grundsätzlich gut, auch wenn es hier - da sind wir uns einig - (noch) nicht komplett funktioniert. Und dann ist da immer noch die hölzerne Sprache, die einen irgendwie oft abfuckt. Wäre das ein dänischer Film, lobt man an einem anderen Tag vielleicht die ruhige, kühle Inszenierung und gibt wahrscheinlich ne 7-8. Mich hat der Film ja auch nicht geflasht, aber auf gewisse Stärken kann man schon setzen und vor allem aufbauen. So viele gute Thriller von unserem Kontinent fallen mir in den letzten Jahren jetzt nämlich auch nicht ein...


filmschauer

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Auf den ersten Blick konnte man sich nur schwer vorstellen, dass das ganz eigene Pacing der Berliner Schule mit dem Thriller/Krimi-Genre harmonieren würde. Doch "Im Schatten" von Thomas Arslan, den man schon in diese Richtung einordnen kann, zeigt, dass der ungemein ruhige Stil nicht nur auf existenzielle Dramen anwendbar sein muss. Zugegebenermaßen spielt auch dieser Aspekt eine Rolle, denn man bekommt es hier auch mit einer Schicksalsgeschichte zu tun, die zwar im Grundgerüst (Gangster lässt sich u.a. zu einem allerletzten Auftrag überreden) sicherlich nicht unbedingt bahnbrechend wirkt, durch das langsame Erzählen jedoch eine sehr stimmige und ansprechende Atmosphäre bereithält. Wie so oft bei Filmen der Berliner Schule muss man sich darauf einlassen können, dass eben nicht ständig diskutiert und alles haarklein erklärt wird. Hauptdarsteller Misel Maticevic, den man vielleicht noch als Antagonisten aus "Im Angesicht des Verbrechens" kennt, macht dabei mit seinem reduzierten Spiel sehr viel richtig und bietet die passende Figur eines eigenbrötlerischen Antihelden. An ganz wenigen Stellen im Film kann dies auch leicht anstrengend wirken, die fühlbare Anspannung der Beteiligten bleibt aber immer aufrecht. Diese fällt neben einigen kompromisslosen Aktionen dann auch erst ab, wenn das ideenreiche und kluge Finale vorüber ist und man anschließend den einen oder anderen Gedanken über das zuvor Gesehene machen wird. Ein kleines Juwel in der deutschen Genrearmut der letzten Jahre, und das ohne dem großen Budget und den oftmals als notwendig erachteten Effekten. Tja, warum nur gibt es nicht mehr von der Sorte?

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chriskaps

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Bewertung6.0Ganz gut

Auf jeden Fall Berliner Schule. Das Drehbuch muss gerade mal 20-30 Seiten umfasst haben bei dem Mangel an Dialogen. Was nicht weiter schlimm ist, aber man wünscht sich doch das mal ein bißchen mehr passiert, ein paar mehr Emotionen zum Vorschein kommen. Ein sehr kühler Film. Zu kühl, und damit zu gewagt, fürs deutsche Fernsehen, aber fürs Kino gibt er dann doch zu wenig her.

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VisitorQ

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Bewertung6.5Ganz gut

Wirklich sehenswerter deutscher Film mit einer dichten Atmosphäre, Spannung und nicht einem guten Charakter. Böse Menschen ftw! ;-)

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N. Hornblower

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Bewertung7.0Sehenswert

Als hätte man einen konventionellen Gangsterfilm genommen und alles, was von der Geschichte ablenken könnte (z.B. Musik, Humor, weitschweifende Dialoge, übertriebenes Geballer, Verfolgungsjagden), entfernt, so dass nur noch ein Handlungsgerippe übrigbleibt. Erklärt wird wenig, die Handlungen der Charaktere sprechen für sich. Die Story ist etwas vorhersehbar, aber unterhaltsam und glaubwürdig. Überzeugt haben mich vor allem die Atmosphäre und der Realismus (soweit ist das als weitgehend Nicht-Krimineller beurteilen kann).
Für mich durchaus sehenswert.

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christoph-m

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Erzählfluss, Setting, Symbolik und Schauspiel funktionieren aussagekräftig und stimmig. Die Einstellungen und der Schnitt geben in ihrer versierten Einfachheit die Sicht darauf so frei, dass diese 'Gangstergeschichte' ein Gefühl (deutschen) Alltagserlebens gebend ohne genre- bzw. themenübliche Überhöhung und Verbrämung auskommt.

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Benjamin W.

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Bewertung7.0Sehenswert

Streng nach thematischen wie formalen Richtlinien der Berliner Schule inszenierter Ausflug in das Leben eines Kriminellen, der nach seiner Haftentlassung gleich wieder das nächste krumme Ding dreht. Arslan erzählt langsam, stringent, hochkonzentriert und in langgezogenen Einstellungen, scheitert aber stellenweise an seinem ultrarealistischen Anspruch, der "Im Schatten" zwar ungeheuer authentisch wirken lässt, aber - vor allem in der erste Hälfte - nicht selten dramatischen Elementen im Weg steht. Gut bis sensationell gespielt und mit teils ausgesprochen interessanten Aufnahmen (das Licht-Schatten-Spiel im Auto, der Lauf durch den Wald) gespickt ist das aber trotzdem.

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Florian Albrecht

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Interessanter ruhiger Film im Stil von Michael Manns HEAT. Neben Berlin Calling ein sehr guter Berlin Film.

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Jaliju

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Bewertung4.0Uninteressant

"Im Schatten" ist ein extrem langweiliger, typisch-deutscher, stimmungsloser, grauer Film, den man guckt und nach ein paar Tagen wieder vergisst. Ich frage mich, warum in deutschen Filmen immer so wenig Musik benutzt wird? Wenn schon die Schauspieler so nichtssagend sind, würde zumindest ein guter Soundtrack einen Film retten oder zumindest aufwerten können.
Aber gut...mal wieder ein Fall, wo ich besser auf meine Vorahnung hätte hören sollen, statt mich übereden zu lassen, dem deutschen Film doch mal wieder eine Chance zu geben.

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THE_JUDGE

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Bei deutschen Filmen pauschalisierst du immer ganz gerne ne ;)? Du weißt, es gibt sie, die guten Streifen. Man muß nur ein wenig suchen.


Le Samourai

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Hast vollkommen Recht, Julia. :)


stillertony

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Bewertung3.0Schwach

Wer gerne Autos beim Hin- ud Herfahren sowie Ein- und Ausparken zusieht kommt hier voll auf seine Kosten. Alle anderen laufen Gefahr sich zu Tode zu langweilen.

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Delonghi

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Bewertung5.5Geht so

Also da hätte ich mir viel mehr erwartet!!Vor allem für das Ende habe ich überhaupt kein Verständnis, das ist mir dann doch zu wenig....schade...

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Horvath

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Bewertung6.5Ganz gut

Hölzerne Dialoge wie so oft bei Thomas Arslan. Dabei kein Satz den man nicht so oder ähnlich in Filmen dieses Genres schon dutzendfach gehört hätte. Trotzdem generiert die Nüchterheit und insektenforscherische Genauigkeit ein erhebliches Maß an Glaubwürdigkeit, die den Film auch aufgrund der Vermeidung jeglicher Effekthascherei zu einem originären und - wie ich finde - kurzweiligen Seherlebnis macht. Unterm Strich kein großes Kino, sondern ziemlich gutes Fernsehen.

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AugusteB

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Bewertung9.0Herausragend

Runtergekocht aufs Nötigste. Das Genre auf den Punkt gebracht und doch ganz bei sich (Berliner Schule?) geblieben. Starke Figuren magisch einfach gespielt. Der beste Berlin Film seit langem.

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