Hiroshima mon amour

Hiroshima mon amour (1959), JP/FR
Laufzeit 90 Minuten, FSK 16, Drama, Historienfilm, Kinostart 12.04.1960

8.0 Kritiker
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7.5 Community
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Hiroshima mon amour - Bild 44003
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von Alain Resnais, mit Emmanuelle Riva und Eiji Okada

Eine französische Schauspielerin (Emmanuelle Riva) reist ca. 15 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs nach Hiroshima, um dort einen Film zu drehen. Dort lernt sie bald den japanischen Architekten (Eiji Okada) kennen mit dem sie ein intensives Verhältnis beginnt. In Hiroshima mon amour mischen sich die Liebesszenen mit Szenen des Krieges, da die Französin durch die Präsenz des Krieges in Japan auch an ihre Erfahrungen während des Zweiten Weltkrieges in Frankreich erinnert wird. Sie erzählt ihrem japanischen Liebhaber, dass sie damals in einen deutschen Soldaten verliebt war, der von einem Résistance-Kämpfer getötet wurde. Sie wurde daraufhin von den Bewohnern ihres Dorfes beschimpft und verjagt.

Regisseur Alain Resnais plante statt Hiroshima mon amour zunächst einen Dokumentarfilm über Hiroshima und die Atombombe zu drehen und entschied sich erst später, das Material für einen Spielfilm zu verwenden. In Hiroshima mon amour wechseln sich so Spielfilmszenen und Dokumentaraufnahmen vom Abwurf der Bombe ab, wodurch eine besondere Atmosphäre zwischen Realität und Fiktion entsteht.

Außerdem verwendet Resnais in Hiroshima mon amour verstärkt das Mittel der Rückblende um die Geschichte und die Erinnerungen der Französin zu erzählen. Dieser traumhafte Eindruck wird zudem von einer sehr eindringlichen Musik von Giovanni Fusco und Georges Delerue verstärkt.

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Cast & Crew


Kritiken (2) — Film: Hiroshima mon amour

Filmsuechtiger: Filmsucht.org, Movieworlds

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5.0Geht so

Formal ist Alain Resnais' erster Spielfilm außerordentlich interessant, konzentriert sich vollends auf seine Figuren und macht Einzelszenen physisch spürbar, beispielsweise in der schönen Eingangssequenz. Mit seiner handwerklichen Stilistik ist Hiroshima mon amour klar der Nouvelle Vague zuzurechnen, mit seiner schwermütigen Melancholie ist der Film aber dennoch weit entfernt von der Leichtigkeit anderer Vertreter der Strömung. Gleichzeitig ist die bleierne Atmosphäre trotz seiner Dichte auch ein Kritikpunkt, da sie den Film mehr und mehr ausdehnt, dabei aber die Handlung vernachlässigt, weshalb der Stil einige Ausdauer beim Publikum voraussetzt.

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Almut Steinlein: critic.de

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Hiroshima mon amour gleicht einer psychoanalytischen Therapie, in der die traumatische Vergangenheit ins Gedächtnis der Französin zurückgerufen wird, um sie vergessen zu können. In ihrem Schuldgefühl, den deutschen Liebhaber überlebt zu haben, gleicht die Französin den Überlebenden Hiroshimas, die ihr japanischer Liebhaber verkörpert. Diese Gegenseitigkeit wird auch in den Namen „Nevers“ und „Hiroshima“ hergestellt, die sich die Liebenden geben, bevor sie auseinander gehen.

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Kommentare (5) — Film: Hiroshima mon amour

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the traveler

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Bewertung9.0Herausragend

Kurze Momente voller Schönheit und Vollkommenheit.
Lange Zeiten erfüllt von Trauer und Verlust.

Hände und Blicke, die sich ineinander vergreifen. Und bald wieder loslassen müssen.
Sehnsucht nach der Vergänglichkeit des Schmerzes. Sehnsucht nach dem Vergessen im Angesicht der Erinnerung.
Sehnsucht nach der Ewigkeit für den Moment des Glückes. Sehnsucht nach der Erinnerung im Angesicht des Vergessens.

Vergessen der Liebe. Vergessen des Krieges.

So viel Sehnsucht in einem Film.
Dévorer moi.

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Darbon

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Bewertung7.0Sehenswert

Die Bilder auf der Haut von Okada und Riva brannten sich ein wie der Name dieser Stadt Nevers, als ich 16 war. Als Nouvelle-Vague-Film zu thesenhaft und gelackt, bleibt Resnais' Werk ein gültiges Manifest. Gerade 2011, wenn Japans Führung sehr laut tönt, die Atomkraftwerke seien absolut sicher.

7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

moep0r

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ziemlich eindrucksvoller Film, der eine sehr sehr bedrueckende Einleitung hat, sich dann aber zu einer wundervollen Liebesgeschichte entwickelt. Es handelt sich hier zwar um recht schwere Kost, aber dennoch einen Blick wert.

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Stefan Ishii

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein grossartiger Vertreter der französischen Nouvelle Vague mit wundervollen Mono- und Dialogen als der Feder von Marguerite Duras ("Der Liebhaber"), die wie keine Zweite das Wesen menschlicher Gefühle begreift und in Worte zu packen weiss.

Der Film entstand als französisch-japanische Co-Produktion. Sowohl Darstellern als auch Crewmitglieder stammen aus beiden Ländern. Gerade der Einblick in die japanische Gesellschaft der 50er-Jahre hat mich stark interssiert.

Im Grunde ist der Film dreigeteilt: Zunächst gibt es einen quasi-dokumentarischen Rückblick auf die Folgen der Atombombe. Dieser Teil ist unglaublich eindringlich und hat wirklich tolle Textzeilen. Er ist der mit Abstand beste Teil des ganzen Filmes. Dann gibt es die Liebesgeschichte einer französischen Frau mit einem japanischen Mann. Und in Rückblicken wird eine unglückliche Liebe dieser Frau zur Zeit des Weltkrieges in Frankreich dargestellt. Während der erste Teil für sich steht, sind die anderen zwei Elemente in sich verzahnt, was es unglaublich interessant und spannend macht.

Der Film enthält einen Satz, der mir nicht mehr aus dem Sinn geht: Die Frau antwortet auf die Frage, warum sie sich für Hiroshima so stark interessiert, dass "man nur durch genaues Betrachten hinter die Dinge sehen und sie so begreifen kann". Dies ist (zumindest für mich) eines der großen Geheimnisse der Kinokunst.

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Kubrick_obscura

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Bewertung7.0Sehenswert

Der Film mit einem der beeindruckendsten Anfänge der Filmgeschichte. Der Rest war dann doch manchmal sehr lang.

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