Triumph des Willens

Triumph des Willens (1935), DE
Laufzeit 114 Minuten, Dokumentarfilm, Historienfilm, Kinostart 28.03.1935

5.4 Kritiker
6 Bewertungen
Skala 0 bis 10
4.9 Community
101 Bewertungen
11 Kommentare
Triumph des Willens - Bild 6611559
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von Leni Riefenstahl,

Bei diesem Propagandafilm der Nationalsozialisten steht der Parteitag der NSDAP in Nürnberg im Jahr 1934, wo Adolf Hitler sich als alleiniger Führer feiern lies. Der Film war viele Jahre umstritten und ist es bis zum heutigen Tag, da er einerseits Nazi-Propaganda ist, abdererseits vom ästhetischen Standpunkt aus seinerzeit herausragend war, und Generationen von Menschen aus der Film- und Musikbranche bei ihren Inszenierungen geprägt hat.

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Kommentare (11) — Film: Triumph des Willens

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busybee

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Bewertung0.5Schmerzhaft

Leni Riefenstahl, selbst anfängliche Schauspielerin, fing im Jahre 1932 mit der Arbeit als Regisseurin an. Nach ein paar ersten Filmen wurde sie 1933 beauftragt den Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg zu dokumentieren. Daraus entstand der erste Film "Sieg des Glaubens" aus der sogenannten Reichsparteitag-Trilogie.
Schaut man sich diesen Film an, erscheint er wie eine Art Übung für den darauf folgenden und wahrscheinlich bekannteren Film "Triumph des Willens". "Sieg des Glaubens" hat teils holprige Passagen. Nicht alles sieht perfekt inszeniert aus und so kam auch direkte Kritik seitens der NSDAP. (Nicht zuletzt, weil Teile des Films SA-Chef Ernst Röhm gleichberechtigt mit Hitler dargestellt wurde). In späteren Interviews erklärt sie die Unvollkommenheit der Inszenierung mit einem Mangel an Zeit und Budget. Ihr war es also sehr wohl ein Anliegen einen perfekt inszenierten Film zu schaffen. Und hier kann man "Thriumph des Willens", meiner Meinung nach, nicht mehr als einen Dokumentationsfilm einstufen, da es klare Intentionen für diesen Film gab und er somit als Propaganda eingestuft werden muss.

Mit dem erheblich höheren Budget und Vorbereitungszeit schuf Riefenstahl im Auftrag Hitlers persönlich dann im Jahr 1934 "Triumph des Willens". Abgeleitet wird der Titel von Nitzsches Theorie "Willen zur Macht". Die Philosophie zu erläutern würde in diesem Zusammenhang vll. zuweit gehen, dennoch erklärt der Satz „Nur wo Leben ist, da ist auch Wille: aber nicht Wille zum Leben, sondern – so lehr ich's dich – Wille zur Macht!“ ihn in Ansätzen. Riefenstahl deutet die Philosophie für ihren Zweck um. Im Diskurs gesehen bedeutet Triumph also, dass die Erkenntnis des Lebens erreicht wurde.

Es ist fast erschreckend mit welcher Perfektion jeder Teil des Filmes inszeniert wurde. Cineastisch gesehen werden mit mehr oder minder auffälligen Mitteln dem Zuschauer Botschaften übermittelt. Allein schon der Anfang des Filmes ist im höchsten Maße interpretatierungswürdig. Das Flugzeug das aus dem Himmel über die Stadt fliegt und dabei einen kreuzförmigen Schatten zieht. Der Film bedient sich vieler christlich/religiöser Zeichen und dies ganz klar nicht unabsichtlich.

Was kann man für heutige Zeiten aus diesem Film herausziehen? Das die NSDAP eine erschreckende und grausame Partei war und wusste sich zu inszenieren? Hitler ein "böser Mensch" war? All diese Dinge sollten unserer Generation längst bewusst sein. Dieser Film schult. Er schult Filme auf ihren propagandistischen Inhalt zu prüfen. Wie stellt sich ein Film dar, um mir was zu vermitteln? Was macht einen Film zur Propaganda? Zwar bin ich nicht dafür ihn aus diesen Gründen an Schulen zu Unterrichtszwecken zu zeigen, aber er kann für reflektiv denkende Menschen lehrreich sein. Trotzdem kann ich ihn aufgrund seiner Aussagen einfach nicht besser bewerten.

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Client_T

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Man kann über Frau Riefenstahl sagen/halten was man will, aber die Dame verstand es Ereignisse prunkvoll in Szene zu setzen. Ja, mir ist bewusst um was es sich handelt, und nein, ich befürworte die politische Einstellung von damals nicht. Ich bewerte hier nur Filmkunst und "Triumph des Willes" hat diese Bezeichnung redlich verdient. Imposante Bilder, gepaart mit wundervoller Musik, ergeben einen Dokumentarfilm der Extraklasse.

Ich war reglerecht überwältigt von der Bildgewalt die dieser Film zu bieten hat, deshalb gibt es von mir eben eine entsprechend gute Bewertung.

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dAJaro

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Bewertung6.0Ganz gut

Sehenswert als Zeitdokument = Mindestens 5 Punkte
Inszenatorisch der helle Wahnsinn = + 2-4 Punkte
Ideologisch etwas, *räusper*, verwerflich = Nicht mehr als 6 Punkte
Sorry Leni, aber mehr kann ich dir hierfür nicht geben. Das wäre den Filmen mit einer höheren Wertung gegenüber ungerecht. Z. B. deinen Festen der Schönheit und der Völker.
Da zieht auch die Ausrede "Auftragsarbeit" nicht.

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Keltoras

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Bewertung0.0Hassfilm

Bei sowas vergehn mir selbst die Nazi-Witze.. jede Minute dieses Streifen's hat mich irgendwie erschüttert. Und ich bekomme schon wieder so ein Gefühl das sich so anfühlt: Ich schäme mich weil ich Deutscher bin!

Ich weiß dass das totale Grütze ist für euch.. normal schäme ich mich auch niht dafür aber wenn ich sowas sehe da komm ich schon in Grübeln..

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HeilerDerWelten

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ist auch nichts anderes als eine gute Variante,
einer ami Doku heutiger Tage.

Dieses dauernde ich schäme mich für meine Großeltern Geseiere,
stößt mir mehr als sauer auf.
Ich stünde gerne dabei, um eures gleichen bei der Buße zu beobachten, doch mehr als lächerliche Lippenbekenntnisse bringt ihr ja nicht zustande.

...diese Schuldigenmentalität grassiert echt zur Volkskrankheit...
echt zum Kotzen das Ganze.


Kris

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Bewertung0.0Hassfilm

Inhalt und Form getrennt betrachten - Ich kann es einfach nicht!

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delaVega

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Bewertung9.0Herausragend

Ich kann da Muffin Man nur beipflichten. Mit dem Unterschied, dass ich ihn für mich bewerte. Dieser Film lehrt und ist definitiv sehenswert - vorausgesetzt man betrachtet ihn aus der richtigen Perspektive mit dem richtigen Vorwissen.

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Le Samourai

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Seh ich genauso. Beeindruckender Film, aus Filmemachersicht.
0 Punkte zu verteilen macht absolut keinen Sinn.
Aber die werte Leni war eine Frau...also "sie"... ;)


delaVega

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Ja, da hast du Recht. Da gehört natürlich ein "sie" hin. :)

Schön, dass du meine Meinung teilst.


alanger

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

klar doch, gut gemacht und mit weitreichenden einfluss: von bowie bis rammstein, von pop bis werbung.

aber natürlich ein propagandaclip für den teufel.

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keddschabb

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Nee, mal ernsthaft, der Film bringt einen doch wirklich in die Bredouille - wie taxiert man das ideologische Dilemma in diesem Punktesystem? Man müsste ihm eigentlich irgendwas zwischen 33 und 45 Punkten abziehen, aber damit wird man der Tatsache, dass die Bilder ihresgleichen suchen, auch nicht gerecht...


Hitmanski

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Falls noch nicht bekannt; very lesenswert in diesem Zusammenhang: http://www.getidan.de/film/georg_seesslen/1483/die-macht-der-bilder :)


Engin

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Bewertung0.0Hassfilm

Solch eine Diskussion hier vorzufinden, habe ich gleich positiv aufgefasst. Riefenstahl, Riefenstahl. Was soll man mit dieser Frau anfangen. Zunächst, In der Tat ist Doku nicht gleich Doku. Und Doku selbst ist grundlegend niemals objektiv. Nur eine fixierte Überwachungskamera ist eine "Doku" in jenem Sinne, wie man generell glaubt eine Doku zu definieren.
Riefenstahls Talent und Arbeit könnte man hoch einstufen, wenn man denn gewillt ist, den verbrecherischen Aspekt auszuklammern. Jedoch ist es wichtig zu wissen, dass sie nichts herausragendes, neues, bahnbrechendes für den Film geleistet hat. Sie hat nichts erfunden, weder stilistisch noch sonst was auch immer einen Platz in der Ruhmeshalle der Filmkünste rechtfertigt. Selbst wenn das der Fall wäre, bliebe immer noch bereits erwähnter Aspekt. Aber wer seinen Schauspielern mit dem KZ/Vernichtungslager droht, wenn sie nicht wie gewünscht agieren, fällt in jedem Fall durch jedes Sympathieraster durch. Eisenstein hingegen hat in der Tat bahnbrechendes für die Filmkunst geleistet. Sicher, Lenins Revolution ist nicht unblutig vonstatten gegangen, allerdings lang nicht in stalinistischen Ausmaßen und selbst dann ist ein Vergleich mit dem Abschaum der Menschheit nicht angebracht.
In diesem Sinne, scheiß auf Riefenstahl und lobe Eisenstein, amüsier dich bei Moore, wenn es gefällt.

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alter.native

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Bewertung0.0Hassfilm

Kunst ist immer auch politisch, ob gewollt oder ungewollt. Frau Riefenstahl hat's gewollt und sicher für ihre Zeit (von den Nazis ausgestattet mit ziemlich opulenter Technik, Budget und Kamerateams) formal sehr eindrucksvolle Bilder abgeliefert. So einen "Dokumentar"-film kann man aber nicht ohne seine Aussage sehen . . . und die ist einfach unter der Gürtellinie! Eisenstein und Moore mit ihren Filmen in diese Reihe zu stellen, funktioniert nicht, aber das ist schon wieder ne andre Geschichte!

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Bennilein

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Bewertung0.0Hassfilm

Der Teufel malt die Dinge in des schönsten Farben, um uns zu überzeugen. Trotzdem bleibt er der Teufel. Ästhetik ist nie unpolitisch, egal was das deutsche Feuilleton sagt. Wer diesen Film unabhängig von seinem politischen Kontext betrachtet, macht sich nahezu schuldig. Schuldig an der Ermordung von sechs Millionen Juden und vielen weiteren Millionen Menschen. Denn er verkennt, dass auch dieser Film dazu diente, Menschen im dritten Reich davon zu überzeugen, das Rassentrennung gut und die Tötung von Menschen außerhalb der propagierten Rassen natürlich ist. Ästhetik ist nicht unpolitisch, nicht wenn es um Menschenleben geht. Ernst A. Granditz (3sat, Kulturzeit) hält diesen Film für „ästhetisch unereicht“. Sollte es das jüngste Gericht geben, wird es vermutlich über ihn richten. Sicher werden die Richter den Film vermutlich auch für unheimlich ästhetisch halten.

Michael Moore übrigens mit Leni Riefenstahl zu vergleichen, also, Propaganda für ein menschenverachtendes, menschenzerstörendes, menschenvernichtendes, menschentötendes "Regime" mit einem zugegebenermaßen merkwürdigen Film zu vergleichen, ist wirklich sehr gewagt. Sehr gewagt. Seehr gewagt. Hier findet man unser Grundgesetz:

http://www.bundestag.de/parlament/funktion/gesetze/grundgesetz/index.html

Für alle, die es nicht kennen.

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HeilerDerWelten

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boah, ich glaube ich muss mich übergeben...


Mr_Hart

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Bewertung7.5Sehenswert

Es ist schwer sich zu dem größten und erfolgreichsten Propaganda Film der Nazizeit positiv zu äußern. Doch sobald man Materie von Bildern trennt, ist es für einen ästhetischen Menschen umöglich diesen Film als 'schlecht' zu bewerten. Entegen sämtlicher faschistoiden Kunst, die doch meist hölzern und hinterwäldlerisch ist, zeigt dieser Film nuanciertes künstlerisches Feingefühl.

Die Kameraführung, die Perspektiven, die Musik, die Bild-Überlagerungen, alles ist bis ins kleinste Detail ausgefeilt und wie eine Symphonie geschnitten. Triumph des Willens wäre sofern Leni Riefenstahl nicht die Berichterstattung zur Olympiade in Berlin 1936 gemacht hätte der beste 'Dokumentarfilm' aller Zeiten.

Wofür sie ihre Talente verwendet hat ist mehr als fragwürdig, gar diesen Film als Dokumentarfilm zu bezeichen mag für einige vermessen klingen, doch jeder Dokumentarfilm ist auf seine Art 'Propaganda'.

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