Mr. Nobody

Mr. Nobody (2009), BE/CA/DE/FR Laufzeit 139 Minuten, FSK 12, Drama, Fantasyfilm, Abenteuerfilm, Science Fiction-Film, Kinostart 08.07.2010

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von Jaco van Dormael, mit Jared Leto und Diane Kruger

Was wäre wenn? – Jared Leto spielt in Mr. Nobody drei verschiedene Varianten seines Lebens durch, von denen ihn nur eine zum Glück führt.

Ein Junge steht auf einem Bahnsteig. Gleich wird der Zug losfahren. Die Mutter ist in den Zug eingestiegen, der Vater bleibt am Bahnhof zurück. Eine Trennung. Der Junge steht dazwischen. Für wen soll er sich entscheiden, bei wem will er lieber bleiben? Eine endlose Zahl verschiedener Möglichkeiten ergibt sich aus dieser Entscheidung. Aber so lange er sich nicht entschließt, kann ihm nichts passieren, so lange kann er noch nachdenken, wie seine Zukunft aussehen könnte. Drei Mädchen haben den Jungen bisher begleitet, alle drei interessieren ihn. Welche wäre die Richtige? Schon beginnen drei Liebesgeschichten, jede zeigt ein ganzes Leben voll glücklicher und trauriger Ereignisse: Anna ist die Ruhige, mit der ihn eine Liebe verbinden wird, die so heftig und wunderbar ist, dass er sie nie mehr vergisst. Die beiden werden getrennt, finden wieder zusammen und verlieren sich erneut, sein Leben lang sucht er nach ihr. Elise ist die immer irgendwie unglückliche, mit der er drei Kinder haben wird, trotz ihrer Unzufriedenheit. Sie gibt ihm den Auftrag, nach ihrem Tod ihre Asche auf dem Mars zu verstreuen, also tritt er die lange Reise ins Weltall an, ein Marstourist im Gefrierschlaf. Jeanne ist die Perfekte, mit der er Ehrgeiz und Langeweile teilen wird. Das Leben mit ihr ist luxuriös, eine Villa mit Pool, zwei Söhne, nur sein Herz ist nicht ganz dabei. Drei Varianten der Liebe werden das Leben des Jungen bestimmen – als alter Mann blickt er darauf zurück. Er weiß: Jedes einzelne dieser Leben verdiente es, gelebt zu werden.

Hintergrund & Infos zu Mr. Nobody
Jared Leto spielt in Mr. Nobody von Jaco van Dormael die Hauptrolle. Vielen dürfte er als Frontsänger, Gitarrist und Songschreiber der Band 30 Seconds To Mars besser bekannt sein. In einer Zeit, in der viele Stars aus der Musikbranche einen Ausflug nach Hollywood wagen, ist er einer der wenigen, die sowohl schauspielerisch als auch musikalisch große Erfolge feiern. Er sammelte erste Erfahrungen in der Serie Willkommen im Leben und gründete einige Jahre später mit seinem Bruder 30 Seconds To Mars. Am bekanntesten ist er aus Filmen wie Requiem for a Dream und Fight Club.

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Cast & Crew


Kritiken (15) — Film: Mr. Nobody

SoulReaver: CinemaForever

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4.0Uninteressant

»As long as you don't choose, everything remains possible.«

Jede ernstzunehmende Rezension sollte dem pietätvollen Ziel folgen, einem bestimmten Film mit der nötigen Seriosität und Fairness zu begegnen, auch wenn das affektive Verdammen so manches Mal von befreiender und verführerischer Natur erscheinen mag, im Gegensatz zu einer fundierten Auseinandersetzung mit dem abgeschlossenen Werk. Geht man dieser kompromissvollen Prämisse strikt aus dem Weg und lässt sich dennoch zu einem rhetorischen Frustabbau hinreißen, sollte man sich – wie immer – darüber im Klaren sein, das die Subjektivität in jedem Maß dem objektiven Kriterium abgeschworen hat. „Mr. Nobody“ bietet sich unter diesem Gesichtspunkt als leichte Beute für einen von nachhaltiger Wut und Enttäuschung gezeichneten Verriss an, damit würde man letzten Endes aber nicht nur der eigentlichen Intention des Drehbuches Unrecht tun, sondern auch der inszenatorischen Umsetzung des Filmes.

Über „Mr. Nobody“ lässt sich…

21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 13 Antworten

SoulReaver

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Wie sieht's eigentlich mal aus mit BoB? Nimm dir mal Zeit, ich warte nur auf Dich!


phoenix409

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Ich weiß, ich komm grad nicht dazu, sorry... fang lieber mal an, sonst wird das nie was!


Medienjournal: Medienjournal-Blog.de

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10.0Lieblingsfilm

[...] Mr. Nobody ist ein filmisches Meisterwerk! Ein Kleinod, ein Juwel, das die Möglichkeiten des Mediums bis aufs Äußerste ausnutzt, ja strapaziert, und den Zuschauer in eine beispiellos verworrene, genial konstruierte Gedankenwelt entführt. Mr. Nobody erzählt weniger die Geschichte von Nemo Nobody, sondern vielmehr vom Wesen der Zeit und des Universums, dem Prinzip seiner Ausdehnung – der Entropie – und der Schicksalhaftigkeit unumkehrbarer Entscheidungen. [...]

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fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

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9.0Herausragend

In seinem schwelgerischen Drama erzählt der belgische Regisseur und Drehbuchautor Jaco Van Dormael («Le huitième jour») von der Kraft des Zufalls, durch die sich der Pfad des Lebens dauernd im Bewegung befindet. Virtuos und leidenschaftlich beschreibt Van Dormael die unterschiedlichen Entwürfe, die durch diese unendlichen Möglichkeiten entstehen.

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Flibbo: Wie ist der Film?

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10.0Herausragend

„Mr. Nobody“ ist der existenzialistische Overkill, kräftige Rundumpenetration und gleichzeitig Massage für das Gehirn, die Königin aller „Was wäre wenn?“-Fragen, fast mehr eine spirituelle Erfahrung als ein Film. Ein großes Puzzle, dessen Ausmaß man sich erst nach und nach bewusst wird, das sich dann allmählich zusammensetzt, um schließlich doch wieder auf ewig in Einzelteilen herum zu schweben. Die abartige Mühe, mit der die vor Einfällen nur so sprühende Inszenierung komponiert wurde, zwingt einen in die Knie. Kein Grund, sich dagegen zu wehren; das ist die große Freiheit der Filmkunst, voll ausgekostet. Das Publikum hat das Bedürfnis, den Kreis sich schließen zu sehen, doch „Mr. Nobody“ muss das nicht und ist trotzdem ein Meisterwerk, denn so ist das Leben, so ist Philosophie. [...]

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Flibbo

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Hm? Ich antworte Moviefan21, dass „Mr. Nobody“ vermutlich einzig wegen einer fehlenden Marketingkampagne inklusive halbwegs günstiger Kinoauswertung bei den Oscars gänzlich ungeachtet blieb. Ich sehe gerade: Scheinbar kam er in den USA nie ins Kino, damit war er dann automatisch raus.


LaVitaBellaAnna

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Kommentar von ganz oben: Du hast Recht Philipp. Gerade gesehen, herausragend. ;)


H.-U. Pönack: Deutschlandradio H.-U. Pönack: Deutschlandradio

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8.0Ausgezeichnet

"Das Leben ist voller Löcher, voll sinnloser Szenen und zufälliger Entscheidungen, und es bewegt sich unausweichlich auf den Tod zu. Das macht es so schön", erläutert Jaco van Dormael im Presseheft. Und hinterlässt einen rätselhaften, ironischen, angenehm intelligenten wie geistreich-surrealen Sinn- und Such-Film. Mit viel atmosphärischem Zeit- und intensivem farblichem Personen-Symbol-Geschmack wie Rot-Blau-Gelb-Weiß als virtuose visuelle Identitätsbeschreibung. (...) [Jared Leto] bietet eine grandiose Verwandlungsfähigkeit und packende Charaktertiefe. Eine vorzügliche Darstellung. In einem wunderbaren Erlebnis-Movie: "Mr. Nobody", das sind wir alle. Jeder von uns, wo und wie immer auch tickend.

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Blade-Maiden

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Klingt nach einem Film, den ich unbedingt sehen muss. Und das wird gleich erledigt :)


Khitos: Kälte Reich

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8.5Ausgezeichnet

Was soll man noch zu diesem Film sagen. Eine schier unglaubliche, verwirrende, komplizierte Geschichte wird erzählt, die am Ende eine umso einfachere Erklärung besitzt. Als störend empfand ich lediglich, dass es vielleicht sogar etwas zu lang geraten ist, wobei ich vollkommen verstehen kann, warum das so ist. Es wird einfach viel erzählt und es hätte bei weitem mehr erzählt werden können.
Mr. Nobody ist originell, erfrischend, je nach Sichtweise zu kurz oder zu lang geraten und auf jeden Fall interessant. Es regt zum Nachdenken über das eigene Leben an, besitzt die Kraft so viele identifizierbare Aspekte zu finden und dabei so weltfremd zu sein. Es erzählt vom Leben und spiegelt es auch gekonnt wider, in visueller, auditiver und erzählerischer Sicht. Wenn man die erste Hälfte des Films – oder darüber hinaus – nicht versteht, dann macht das auch nichts. Mr. Nobody unterhält auch so durch Witz, Charme und Ulk. Eines sollte jedenfalls sicher feststehen: Die Entscheidung diesen Film zu sehen.

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Maren Keller: spiegel-online Maren Keller: spiegel-online

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8.5Ausgezeichnet

Regisseur Jaco Van Dormael versucht gar nicht erst, einzelne Episoden als Erinnerungen oder Flash Forwards oder Gedankenspiele zu kennzeichnen. Alle stehen gleichberechtigt nebeneinander: als Möglichkeiten eines Lebens, die es alle verdient hätten, gelebt zu werden. Wahnsinn und Widersprüche fügen sich zu einer grandiosen Illustration des Gefühls innerer Zerrissenheit. [...] Sieben Jahre, sagt Van Dormael, habe er an dem Drehbuch geschrieben, jeden Tag von zehn Uhr morgens bis nachmittags um halb vier. In einem anderen möglichen Leben hätte er in diesen sieben Jahren vielleicht zwei oder drei oder mehr Filme aus dem Stoff gemacht. Das wäre gut gewesen, weil weniger anstrengend. Und weil er mehr Gedanken und Geschichten hätte auserzählen können. Andererseits wäre es auch schade gewesen. Denn Van Dormaels Werk ist zwar eine Zumutung, aber eine kluge und faszinierende Zumutung.

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Thomas Engel: programmkino.de Thomas Engel: programmkino.de

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9.0Herausragend

Unzählige imaginäre und reale Situationen sind gegeben, kunstvoll miteinander verschachtelt, ebenso faszinierend wie verwirrend. Eine Spielerei, aber auf beachtlichem Niveau. Dem Regisseur ist hier ein Kino-Opus-Magnum gelungen mit verblüffenden Schnittfolgen und Darstellern jeden Alters (Jared Leto, Diane Krüger, Rhys Ifans, Juno Temple, Toby Regbo – letzterer besonders gut), die ihre Sache bestens machen.
Was für ein filmischer Gegensatz zu zahllosen simplen und flachen TV-Spielchen!
Für echte Kinofans ein Genuss.

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G. H. Jekubzik: programmkino.de G. H. Jekubzik: programmkino.de

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8.5Ausgezeichnet

„Mr. Nobody“ berauscht, ja: überflutet mit der Bildgewalt seiner Welt und seiner Erzählraffinesse. Diese Welt erinnert mal an „12 Monkeys“, zitiert „2001“, verirrt sich scheinbar unwiderruflich in Parallelleben wie in Alejandro Amenábar „Abre los ojos“. Doch van Dormaels neuestes Meisterwerk begeistert nicht nur durch die Dichte der Idee und Bilder, durch einen eindrucksvollen Cast oder den ebenso leichten, wie treffenden Pop-Soundtrack. Nicht nur wegen seiner grandiosen Ausstattungsdetails wie den immer wechselnde Familien-Fotos und den technischen Spielereien wie der tatsächlich „fliegenden“ Kamera. „Mr. Nobody“ erzählt eine ganz große, bis zum letzten Moment mehr und mehr mitreißende Liebesgeschichte.

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Cristina Moles Kaupp: fluter Cristina Moles Kaupp: fluter

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5.0Geht so

Leider giert hier jede Idee rastlos nach neuen Assoziation und Bildwerdung. Manche sind zweifellos so bestechend, dass man aus dem Staunen kaum herausfindet. Zunächst. Denn je länger Mr. Nobody in seinen Erinnerungen kramt, desto kruder wird der Film. Die Episoden verfransen und der intelligente Anspruch, mit dem Jaco Van Dormael sein Publikum zu packen versucht, entpuppt sich rasch als Effekthascherei. Vom spannenden Ansatz, über Zufälligkeiten im Leben und die Richtigkeit von Entscheidungen zu sinnieren, bleibt wenig haften. Allenfalls die Erinnerung an die eine oder andere fantastische Bildidee und ein gekonnt inszeniertes Surfen über alle Filmgenres.

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J4KOB

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autsch


Karl Hafner: Der Tagesspiegel Karl Hafner: Der Tagesspiegel

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7.0Sehenswert

Visuell ist Mr. Nobody extrem beeindruckend. Beinahe ein Wunder ist es jedoch, dass der Zuschauer bei all diesen Fragmenten, Verweisen, Assoziationen und Wendungen den Überblick behält, wobei das konkrete Verstehen gar nicht so wichtig ist. Der Film ist traurig und lustig, melancholisch und kitschig, enervierend und unterhaltend, nichts oder alles.

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P. Bühler: Berliner Zeitung, fluter P. Bühler: Berliner Zeitung, fluter

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5.0Geht so

Jedes Bild des Films glänzt als ästhetisches Wunderwerk; jeder Schnitt, jede musikalische Überleitung sitzt perfekt. Dass sich aus dem gedanklichen Chaos kein kohärentes Ganzes herausschält, wäre der falscheste Vorwurf. [...] Was diesem Film fehlt, ist nicht der Sinn, sondern eine Haltung. Pathetisch gesprochen fehlt ihm die Seele. "Mr. Nobody" bebildert ein todernstes Gedankenspiel um alles und nichts. Dass Nemo nie wirklich Mensch wird und bloße Abstraktion bleibt, taugt nicht mal als kalte Analyse. Und so hält man sich an die kleinen Glücksmomente, von denen es in diesem visuell so prachtvollen Film immerhin genügend gibt.

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Gebhard Hölzl : br-online Gebhard Hölzl : br-online

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7.0Sehenswert

"Mr. Nobody" ist ein Film wie ein Abenteuerspielplatz, ein Imaginarium, wie es sich Terry Gilliam oder die Monty Pythons nicht verrückter hätten erträumen können. Genau da liegt aber auch die einzige Schwäche der Arbeit: Van Dormael will zu viel. Es fehlt trotz des hervorragend aufspielenden Jared Leto als Nemo das emotionale Zentrum, der Punkt, an dem der Zuschauer sich ausruhen und zur Besinnung kommen kann. Aber eins ist sicher: Langweilen wird sich hier niemand.

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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...

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7.0Sehenswert

Filme dreht Jaco van Dormael nur sporadisch, wenn er grade einmal nicht am Theater inszeniert. Doch wenn dann mal wieder ein filmisches Werk entsteht, heimst der belgische Regisseur damit regelmäßig in ganz Europa Preise ein. Nach „Toto, der Held“ und „Der achte Tag“ in den 1990ern kommt mit „Mr. Nobody“ nun erst van Dormaels dritter Film in die Kinos.
Seinem guten Ruf als ambitionierter Filmemacher, den er mit seinem neuen Werk einmal mehr eindrucksvoll untermauert, ist wohl auch die hochkarätige Besetzung zu verdanken, die er vor der Kamera versammelt hat. Neben dem US-Amerikaner Jared Leto („Alexander“) in der Hauptrolle, sind die Kanadierin Sarah Polley („Splice“), der Brite Rhys Ifans („Notting Hill“) sowie die Deutsche Diane Kruger zu sehen. Dass ihm all diese Talente zur Verfügung standen, dürfte auch dem Drehbuch zu verdanken sein, das van Dormael selbst verfasst hat. Darin beschäftigt er sich mit der Frage, ob unser Leben vom Zufall abhängt oder ob der Mensch selbst es planen kann?

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José Garcia: Textezumfilm

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7.5Sehenswert

In „Mr. Nobody“ sind Wirklichkeit und Fantasie kaum zu trennen Dies wird besonders deutlich in der Mars-Episode, bei der Nemo als Weltraumtourist eine Reise zum Mars unternimmt, um dort die Asche seiner Frau aus einer Urne zu verstreuen, wie er es ihr in seiner Jugend versprochen hatte. Oder ist dies lediglich Teil eines Science-Fiction-Romans, den der 16-jährige Nemo auf einer alten Schreibmaschine tippt? Vielleicht war doch die in drei unterschiedlichen Varianten erzählte Lebensgeschichte lediglich die Fantasiewelt eines Neunjährigen, so der Greise selbst, der sich bei der Trennung seiner Eltern nicht für den einen oder den anderen entscheiden kann, und die unmögliche Wahl für die beiden Elternteile trifft.

Trotz der allzu deutlichen Zitate, die insbesondere in der Mars-Episode irritierend wirken, weil Jaco van Dormael eine mit Wong Kar-wais „2046“ verwandte Geschichte in ähnlichen Bildern erzählt und mit genau derselben Musik („Casta Diva“ aus Vincenzo Bellinis „Norma“) unterlegt, trotz eines überfrachteten Drehbuchs, das mühelos Stoff für gleich mehrere Spielfilme geliefert hätte, überzeugt „Mr. Nobody“ nicht nur durch seine betörenden Bilder und seine bestechende Kameraführung, seine hervorragende Ausstattung und eine immer adäquate Filmmusik, sondern auch durch seine Grundaussage von der entscheidenden Wirkung kleiner Entscheidungen im Laufe eines Lebens.

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Kommentare (206) — Film: Mr. Nobody


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cha0s

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

wundervoll, herausragend gespielt, poetisch!

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H4rl3k1n

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Einer der Filme, in die man Ruhe, Zeit und Kraft investieren muss um gut unterhalten zu werden. Intelligentes Kino, dass sich wirklich sehen lässt. Es ist wirklich schade, dass die Mainstreamverdummung einen solchen Grad erlangt hat, dass Filme wie Mr. Nobody offenbar an den Kinokassen komplett vernachlässigt werden. Zu einer absoluten Spitzenbewertung war mir die Geschichte vielleicht einen Tick zu unpersönlich. Aber trotzdem absolut empfehlenswert. Eigentlich muss man solche Filme direkt nocheinmal schauen. Dafür ist er allerdings etwas zu lang. Trotzdem wird er jetzt seinen Platz in meiner Sammlung finden.

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DonChris

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

"Mr Nobody" spielt mit dem Prinzip der Chaostheorie, also damit, dass jede Entscheidung weitreichende Auswirkungen auf unsere eigene Zukunft und die Zukunft anderer hat, da sich ab eines jeden Moments eine neue Kausalkette bildet und wenn wir auch nur eine Kleinigkeit anders machen würden, kann sich dadurch schon alles verändern - man weiß halt nie was passiert wäre,wenn ...

Der Film an sich geht recht kreativ mit der Geschichte um, teilweise kann er etwas wirr wirken, weil er einfach sehr viele Sprünge macht und förmlich mit der Zeit spielt. Mal erlebt man den Film aus der Perspektive eines alten Greises und im nächsten Moment ist man schon ein kleiner Junge oder ein Jugendlicher. Dies kann dazu führen, dass man bei der Erstsichtung ein wenig von der Komplexität überfahren wird, zumal der Stil des Films visuell äußerst außergewöhnlich und abwechslungsreich umgesetzt ist.

Mir ist dabei selbst eigentlich nicht hundert prozentig klar ob [...]
- ACHTUNG SPOILER -
[...] letzten Endes ein alter Mann sein Leben Revue passieren lässt und auch die Alternativen durchdenkt, oder ob es der kleine
neunjährige Junge ist, der eine weitreichende Entscheidung zu treffen hat und der diese in seinen Gedanken durchlebt.
- SPOILERENDE -
Weis da jemand genaueres?

Regisseur Jaco Van Dormael schafft viele, oft sehr surreal wirkende Welten und berührt mit seinem Film auch philosophische Themen. Dabei macht den Film nicht die außergewöhnliche Handlung, die zwangsmäßig teilweise etwas wirr wirkt so stark,
sondern die einzigartige, komplett unkonventionelle Umsetzung, welche durch einen genialen Soundtrack, die überragende Kameraarbeit Christophe Beaucarn`s
und dazu höchst kreative Effekte untermalt wird.
Ich finde man spürt auch die Inspiration anderer Filme wie "2001", "Matrix" oder "Die fabelhafte Welt der Amélie".

"Mr. Nobody" ist so einzigartig, kreativ und liebevoll umgesetzt, dass er für mich schnell zu einem meiner Lieblingsfilme wurde. Allein deswegen, weil es kein Film ist den man schaut ausmacht und der einfach runtergespult wurde, sondern weil es einer ist, der noch lange thematisch nachwirkt und handwerklich sehr inspiriert.

...Ach so, ich spreche übrigens nur vom Director`s Cut, in welcher Hinsicht sich dieser von der Kinofassung unterscheidet, kann ich bisher noch nicht vergleichen. Ich schaue mir lieber den Film so an, wie ihn der Regisseur haben wollte und nicht die beschnippelte Fassung ;)

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StOrbit

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Wow, ich muss jetzt mal ein Kompliment aussprechen. Eure Kommentare sind wirklich sehr inspirierend!
Vor allem xsite und DonChris zum Schluss bringen es für mich auf den Punkt.
Solange man sich alle Entscheidungen offen hält, schlägt man nie seinen eigenen Weg ein, immer geblendet vor der Angst und der Tragweite der eigenen Entscheidungen.

Kurze Frage noch an die Runde (falls ihr nach nem Monat noch alles im Kopf habt^^): Der Junge trifft doch gegen Ende eine Entscheidung, indem er die Entscheidung dem Zufall überlässt und jeden, sich daraus entwickelnden Weg, akzeptiert. Er pustet das Blatt im Wald weg und simuliert dabei den "Butterfly-Effect". Oder?

Wenn ja ergeben sich bei mir die gleichen Fragen wie bei den Meisten. Das Blatt landet dann in der "Bank-Szene" bei Anna. Angenommen er hat sich in der "Zug-Szene" alle Zukunftsszenarien ausgedacht, kann das Blatt (am Schluss) dann wirklich zufällig bei ihr landen? Will er es dann nicht genau so?

Der Film hat mich gerade wirklich umgehauen und ich sollte ihn bald nochmal anschauen. In der Hoffnung all meine Fragen werden beantwortet und der Vermutung, dass sich hinterher wahrscheinlich noch mehr stellen.


xsite

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Hier bleibt wirklich eine ganze Menge Platz für Interpretation. Wenn ich über die Blatt-Szene nachdenke, scheint sie mir ebenfalls sinnbildlich für die Entscheidung zu sein, sich in das Leben zu stürzen und zugleich fest daran zu glauben, dass sich die Dinge zum guten wenden.

Natürlich kann man diese Szene auch "wörtlich" nehmen oder mutmaßen, dass es sich um das Leben handelt welches der Erzähler letztendlich gelebt hat (dann entscheidet nicht als Junge über sein Leben sondern erinnert sich retrospektiv an beide Ereignisse). Für mich bleibt die Szene aber in aller erster Linie ein Hoffnungschimmer, ein Mutmacher und ein Abschluss zur Analogie des Erzählers. Ein Resümee... dass er vielleicht aus seinem Leben gezogen haben mag.


amandus.schwarz

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Bewertung9.0Herausragend

Ein wirklich besonderer, wunderschöner Film der einem zum Nachdenken anregt. Tolle Schauspielleistung; ebenfalls die musikalischer Untermalung. Für jeden sehenswert, der gerne seinen Horizont, wenn auch nur theoretisch, erweitern möchte :)

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Ruste

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Bewertung7.5Sehenswert

Wenigstens traut sich mal jemand die Möglichkeiten die eine filmisch erzählte Geschichte bietet, auszunutzen. Mich hat der Film dazu angeregt, bestimmte Entscheidungen in meinem Leben zu reflektieren. Was wäre gewesen. wenn ich damals nicht so, sondern anders entschieden hätte?!

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jannick.duderino

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Spoiler:
Sagt mal, geht das nur mir so oder sind noch anderen kleine verbindungen zu requiem for a dream aufgefallen? Der Leuchtturm zum Beispiel. Oder wenn er die eine Beziehung aufrecht erhalten hätte? Das würde perfekt passen, ich hoff das ist nicht nur reines Wunschdenken.

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schwedenretter

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Bewertung4.0Uninteressant

Der Film liefert mehrere Erleuchtungen, die alle schon mal da gewesen sind. Er ist mehr Liebesfilm als er sein will und bleibt auch da an der Oberfläche. Viel Mühe in Ausstattung, Kamera usw aber für diese Laufzeit zu wenig.

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Janus Winter

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Bewertung4.0Uninteressant

OK. Leben ist beliebig. Tusch! Und dafür braucht es *2.5* Stunden? Ich fühl mich grad komplett verarscht. Und ratlos. Wo ist der Gag? Außer dass die Schokolade alle ist und nicht wieder kommt? What the x?

bunnyfaktor.de: 7 (aus Superbunny Leto hätte man viel mehr Sex rausholen können - *2.5h*!)

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WZRDOnTheMoon

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Bewertung4.0Uninteressant

Was "Mr. Nobody" abliefert, ist mit Verlaub, zu einfach gestrickt - die simpelsten dramaturgischen Kniffe werden mit großer plakativer Geste vorher erläutert und dann filmisch ewig lange breitgetreten, die populärwissenschaftliche Ausflüge sind furchtbar flach und die Hauptperson um Jared Leto eiert mit ein und demselben Gesichtsausdruck durch den Film. Im Zentrum kreist der Film um drei alternative Liebesgeschichten, die letztendlich nur episodisch gestreift und nie komplett ausgelotet werden - dafür aber bis zur Ödnis zerredet werden.
Eine verknotete und noch so komplexe Handlung ist noch lange keine Kunst - schicke Bilder ersetzen ebenso wenig den Inhalt und die pseudophilosophischen Ansätze führen bei mir zum Augenrollen.
Mich persönlich hat "Mr. Nobody" letztendlich, vor allem inhaltlich und teilweise schauspielerisch, keineswegs überzeugt - die Punkte gibt es fürs filmische Handwerk, überzeugenden Jungschauspieler und einem guten Soundtrack.

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WZRDOnTheMoon

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Alles Geschmackssache, jeder hat andere Ansichten ;)
@hollygolightly1: richtig! :D


jacker

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Ich hab den ganz anders empfunden!
Für mich war das van Dormael's TOTO DER HELD in der Deluxe-Version. Lasse mich aber unheimlich gern von wundervollen Bildern aufsaugen und brauche dann kaum noch mehr als das.
Außerdem mache ich mir selber gern (immer mal wieder) Gedanken über die Essenz des Daseins und den Weg den wir so gehen, deswegen kann mir so ein Thema, egal wie oberflächlich es nur angekratzt wird, nie platt vorkommen. Weil es eh keine absoluten und definitiven Lösungen gibt!

Dennoch: guter Kommentar und klar (vor allem nachvollziehbar) die Position begründet.


BattlemasterIZ

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Bewertung9.0Herausragend

Er berührt und bewegt, er ist komplex gestaltet und sehr feinsinnig Inszeniert.
Geniales Drehbuch, Starke Darsteller & schöne Musik. Das technische, visuelle gibt dem Film dann zusätzlich noch mehr emotionalere Farbe. Hier stimmt alles. Ein klasse Film :).
Kein ganz so ernstzunehmender Vergleich, aber für mich ist Mr. Nobody der bessere Cloud Atlas.

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werner-holt

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Bewertung1.5Ärgerlich

Moviepielot hat mit seiner Vorhersage von 7,5 Punkten für mich voll daneben gelegen. Das passiert öfter in letzter Zeit :/
Und wenn ich mir die Masse der positiven Kommentare für den Film anschaue, dann frage ich mich ob die nen anderen Film gesehen haben als ich.

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natedb

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Bewertung7.0Sehenswert

Schwierig zu bewertender Film...
Einerseits sind mir die Bilder viel zu künstlich und irgendwie auch platt, genau wie die Erzählstränge zu Beginn und Ende. Doch der Mittelteil des Films großartig, in welchem Nemos potentielle Lebenswege geschildert werden - diese sind nämlich mit Elan umgesetzt und geizen nicht mit Dramatik. Über die Grundaussage kann man sich natürlich streiten, der eine wird "Mr. Nobody" als banal bezeichnen, der andere als tiefgründiges, anspruchsvolles Kino. Für mich ist er irgendwie beides gleichzeitig, aber genau das ist es, was "Mr. Nobody" gerade so interessant macht.
Jared Leto spielt beeindruckend, ebenso wie die gut ausgewählten Nebendarsteller und besonders die jungen brauchen sich nicht im Schatten ihrer namhaften Spielpartner zu verstecken!
Die Bildsprache war mir persönlich zu übergestyled, teilweise kam man sich vor wie in einem Werbeclip, und die besonders zu Anfang und Ende eingesetzten Spezialeffekte - möchte ich betonen - waren auch nicht gerade das Non-Plus-Ultra(!). Was die Optik angeht für mich ein ganz klassischer Fall von "Weniger = Mehr".
Davon abgesehen sollten Freunde von kunstvoll miteinander verwobenen Erzählsträngen auf jeden Fall mal einen Blick auf diesen Film werfen!

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cyberpunky

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Unfassbar das diese Filmperle so unbekannt ist, optisch brillantes Sifi-Drama!
Anschauen!!!

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Nevica

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Bewertung9.0Herausragend

Ein wunderbar 'positiv verrückter' Film.. Ich mag den Gedanken der Zeitlosigkeit, die Kraft schöner (auch philosophisch betrachteter) Erinnerungen, aber auch die Sehnsucht, welche darin liegt. Der Film lässt mich die Wirklichkeit vergessen – er führt den Zuschauer weg von der Realität; nicht mit Übertreibung oder Ähnlichem, sondern durch den abgewandelten Fokus auf die Dinge... natürlich kommt dieser Film nicht ohne ein paar Klischees aus, aber diese störten mich weniger. Vielmehr fasziniert er durch die verschiedenen bildhaften Eindrücke, mit welchen der Zuschauer direkt zu Beginn konfrontiert wird.
Am besten gefielen mir jene jugendlichen Szenen zwischen Nemo & Anna - herrlich prickelnd & intensiv!
Abstoßend hingegen war mir die Mutter Nemos - ignorant & innerlich histerisch...solche Mutterfiguren sind mir zuwider.

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Enclase

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

930 Filme habe ich mittlerweile bewertet...und auch nach 10 000 Filmen wird Mr. Nobody meine Nummer 1 sein, da bin ich mir ziemlich sicher.
Danke für dieses Meisterwerk - es bedarf keiner weiteren Worte.

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lionfish

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Bewertung10.0Herausragend

Frage: Ich habe die DVD mit zwei Versionen, "kurze" und Director's Cut. Welche lohnt es sich aus welchem Grund zu schauen? Bitte ohne grobe Spoiler ;-)

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lionfish

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Gute Entscheidung, danke. Was für ein wunderbarer Film. Konnte gar nicht lang genug gehen ;) eine glatte 10


DonChris

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Freut mich das er dir gefallen hat! Ist aber auch wirklich ein außergewöhnlicher Film!


Sahbiel

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Bewertung0.5Schmerzhaft

Absolut genialer Trailer, der jedoch den kompletten Film behandelt und diesen somit überflüssig macht. Der Film ist absolute Zeitverschwendung! Der Trailer genügt vollkommen um die Thematik des Filmes abzuhandeln.

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DonChris

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Verstehe ich nicht. Zumal der Film ja nicht wirklich durch den Trailer verraten wird. Aber gut, wenn es nicht dein Ding ist, dann ist das eben so. Ist ja am Ende nichts schlimmes dabei ;)


TehObvious

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Der Trailer zeigt tatsächlich die komplette erste Hälfte des Films. Ich hab den Trailer zum glück erst hinterher gesehen.


aMAZEing

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

woah so geil ♥ ♥ ♥ ♥

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MrDepad

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

"Mr. Nobody" von Jaco Van Dormael ist Film, der viele Genres, Themen, Eindrücke und Stilarten in sich vereint und sich somit zu einem unvergleichlichen, rauschartigen Erlebnis entwickelt.
Die Story ein wenig zu beschreiben ist eine schwierige Angelegenheit, denn der Film erschlägt einen bei der ersten Sichtung förmlich mit Eindrücken. Grob kann man sagen, dass es darum geht, wie wir im Leben immer wieder vor Entscheidungen gestellt werden und wie diese den weiteren Verlauf unseres Lebens beeinflussen. Van Dormael zeigt, wie sich verschiedene Entscheidungen in unterschiedliche Richtungen entwickeln und sich dadurch diverse Lebensstränge entwickeln. Dazu mischt er komplexe und philosophische Ansätze, wie die Chaostheorie oder den Schmetterlingseffekt, was dem Werk eine enorme Tiefe verleiht.
Man muss von Anfang bis Ende aufmerksam bleiben, damit man nichts wichtiges verpasst. In fast jeder Einstellung oder Dialog gibt es kleine Details zu entdecken, die sich auf Vergangenes oder Zukünftiges beziehen, dazu überschneiden sich die unterschiedlichen Handlungsstränge, wodurch Motive von einer Geschichte in die andere überschwappen. Als ob das nicht schon genug wäre, fährt Van Dormael visuell große Geschütze auf, bietet traumhafte Bildmontagen und Schnitte, bei denen ich mehrfach ins Schwärmen kam. Dazu kommt ein Soundtrack mit fantastischen Songs, die einfach genial in den Film passen. Schauspielerisch gibt es ebenfalls nichts zu beanstanden, vor allem Jared Leto zeigt wieder, was für ein wandelbarer, wunderbarer Schauspieler er ist. Ich könnte jetzt abschließend bemängeln, dass der romantische Aspekt vielleicht etwas zu ausgebreitet wurde und bei 155 Minuten im Director´s Cut die ein oder andere Länge dabei ist. Mach ich aber nicht, da "Mr. Nobody" seit einer Ewigkeit ein Film war, den ich innerhalb von nichtmal 24 Stunden 2 mal komplett angeschaut habe. Der Film hat mich fasziniert, zum Staunen gebracht, gefesselt und berührt zugleich und somit gibt es für mich keinen Zweifel, dass er sich einen Platz unter meinen Lieblingsfilmen wohl verdient hat.

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Jenny von T

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Jennys guilty pleasures, Teil 4: MR. NOBODY
Als wäre es vorherbestimmt gewesen: Vor mehr als 2 Jahren las ich irgendwo einen Text über MR. NOBODY und liebte den Film bereits, ohne auch nur eine Szene gesehen zu haben. Als ich ihn endlich in die Hände bekam, übertraf er selbst meine kühnsten Erwartungen. Viel Sympathie, aber auch einiges an Hass ist diesem Film seitdem entgegengeschlagen. Auch ich wurde vor Kurzem noch einmal skeptisch, nicht zuletzt unterstützt durch meine Erinnerung, welche ich mit meinen Sehgewohnheiten abglich: "Moment mal, dieser Film passt doch eigentlich gar nicht zu mir." Haben sich meine Sinne in dieser Größenordnung blenden lassen? Ich musste der Sache noch einmal auf den Grund gehen – heute also unter erhöhter Skepsis der Härtetest, Zweitsichtung. Ergebnis: Jegliche Zweifel unbegründet. Ein Film, der mein Herz dermaßen rotieren ließ, kann läppische 2 Jahre später kaum seinen Zauber verloren haben. Und so war es auch. Stattdessen ist MR. NOBODY für mich zum reinsten Mysterium geworden, denn: Der Film besitzt zweifellos so einige Elemente, die mich unter normalen Bedingungen irreparabel abstoßen, und ich gebe zu: Heute habe ich mir während der ersten halben Stunde tatsächlich einige Male vor Fremdscham auf die Lippen gebissen. Hochglanzoptik hin, Werbefilmchen her, warum nur verzeihe ich MR. NOBODY von geklauten Terrence Malick-Soundtracks von Hans Zimmer bis hin zu seinem peinlich inszenierten Dystopie-Szenario jede Sünde? Ein Erklärungsversuch:
Überfliege ich negative Kritiken, habe ich oft das Gefühl, dass die jeweiligen Rezensenten den Film bereits nach dem Trailer oder spätestens nach Ablauf der ersten Kapitel abschließend beurteilt haben und dann ihre üblichen Anschuldigungen abspulen. Dies tut Jaco van Dormaels Film hochgradig unrecht. Unumstritten weht uns in den ersten Minuten durchaus ein stinkender Hauch von reißerisch-biederem Flair entgegen, den der Film bei genauerer Betrachtung für meine Begriffe jedoch glücklicherweise nicht aufrecht erhält. Und wenn es dann soweit ist, gereicht MR. NOBODY seine futuristisch-bunte Optik sogar zum großen Vorteil, denn ich sah in ihm heute wie damals mehr ein traumwandlerisches Experiment als irgendetwas anderes, und Träume sind bekanntlich manchmal auch ziemlich abgefahren.
Der kleine Nemo steht mit seinen Eltern am Bahnsteig. Vater und Mutter haben sich getrennt und Nemo muss sich entscheiden: Mit Mama in den Zug steigen oder bei Papa bleiben? Ich bin selbst Scheidungskind und fand diesen großen Aufhänger der Geschichte schlichtweg herzzerreißend – als hätte ich darauf gewartet, dass ein Regisseur einmal genau dieses Bild von metaphorischer Qualität bemüht. Nemos Leben jedenfalls wird im Folgenden aus diesen beiden Optionen (Vater oder Mutter?) heraus durchexerziert, pendelt geradezu schwebend zwischen Zeit und Raum hin und her. Die Übergänge verketten die hypothetischen Stränge nahtlos miteinander, jeder Moment ist perfekt und doch ganz und gar nicht kopflastig durchkomponiert – vor allem dieser Faktor hat mich dieses Mal enorm beeindruckt. Die zwischendurch präsentierten, angeblichen "philosophischen Halbweisheiten" erscheinen mir gerade nicht als selbstgefälliges Geschwurbel, sondern haben, ganz konkret, stets Bezug zu dem zuvor oder danach Gezeigten. Man sollte unterscheiden: Hüllt ein Film sich in übertriebener Kryptik oder steht er zu dem, was er ist? In diesem Fall gilt meiner Meinung nach die zweite Alternative, welche darüber hinaus den Weg in einen echten Nischenbereich ebnet: Den des guten Mainstream.
Das Erstaunlichste jedoch: MR. NOBODY ist ein über die Maßen emotionaler Film mit Mut zur Sentimentalität, wie ich ihn so noch kaum erlebt habe. Alle Leben des Nemo haben ihre schönen und tragischen Seiten, mit einer großen sinnstiftenden Konstante: Der Liebe. Wildheit, Tragik und geradezu pathetische Zärtlichkeit geben sich die Klinke in die Hand, egalisieren sich wechselseitig, Soundtrack und Kamera erheben sie zum Lebensgefühl. Lebensbejahend geht nur über liebensbejahend. Van Dormael mag nicht der erste sein, der sich daran versucht, seine kindlich-romantische Verspieltheit über alle Genregrenzen hinweg allerdings ist einzigartig und bemerkenswert.
http://www.youtube.com/watch?v=IFBZfWC3lz8
"Wer XY nicht mag, hat ihn nicht verstanden!" – wie oft wird dieser Satz nicht tagtäglich von allzu toleranten Filmfans bemüht...? Für MR. NOBODY gehe ich in die entgegen gesetzte Richtung: Wer ihn nicht liebt, mag intellektuell unterfordert sein, hat aber dafür sein Herz an der Kühltheke vergessen.
Vielleicht ja wirklich ein Film für eine ganz bestimmte Zielgruppe. Für mich weiterhin ein nahezu perfekter Traum aus einem Guss, eine Anleitung und Anweisung zum Fliegen. "Guilty pleasure!", schreit mein Verstand, während meine aufgewühlte Seele sich auch Stunden später noch mühsam selbst wieder zusammenflickt.
Hach, muss Werbung denn immer schlecht sein?

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phoenix409

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Sehr schön. Das zeigt, dass man entweder das annehmen kann, was einem da angeboten wird, oder man sieht darüber hinweg, was du zumindest nicht getan hast. Ich glaube, was man für sich selbst aus dem Film mitnimmt ist größtenteils eh das, was man von sich selbst darin sieht. Was ich ohnehin nicht verstehe: Wieso wird die Optik des Films stets der Werbung angeheftet? Wo bleibt da die Differenzierung? So bunt sie teils ist, sie ordnet sich damit der Geschichte/den Geschichten und ihren zahlreichen Ideen unter.


Jenny von T

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Die Inszenierung bietet durchaus eine große Angriffsfläche für selbsternannte Cineasten und wenn MR. NOBODY jemanden darüber hinaus nicht berührt, ist es nunmal ein leichtes Spiel, ihn darauf zu reduzieren. Ich finde auch, das tut ihm unrecht, aber so sind nun einmal Geschmäcker. Ebenso könnte man tagelang versuchen, mir durch ellenlange Vorträge Tarantino oder Wes Anderson näherzubringen, es würde schlichtweg nicht funktionieren, weil ich emotional einfach nicht richtig für deren Filme gepolt bin.
Komplett hinwegsehen tue ich über die "Werbefilmchen"-Optik (die mich normalweise auch abstoßen würde!) nicht, dafür ist sie zu penetrant. Ich habe aber für mich akzeptiert, dass ich mich im Falle von MR. NOBODY nicht an ihr störe, was vor allem auch bedeutet, dass in dem Film sehr viel mehr (= "Seele") drinstecken muss. Ich würde es folgendermaßen vergleichen: Stell' dir vor, du bekommst eine neue Arbeitskollegin zugeteilt, die eigentlich gar nicht dein Typ ist. Sie ist brünett und etwas fülliger, aber du stehst normalerweise nur auf blond und schlank; kurz: Von dir aus hättest du sie niemals auf der Straße angesprochen. Wie sich aber herausstellt, seid ihr seelenverwandt und im nächsten Moment ist sie für dich die schönste Frau der Welt. Mit Filmen kann das - wie es aussieht - ebenfalls passieren.
Ach, und was ich schon die ganze Zeit sagen wollte: Haters gonna hate. Sowieso. :-)



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