Verdammt sind sie alle

Some Came Running (1958), US
Laufzeit 136 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 03.09.1959

admin edit edit group memberships sweep cache
6.0 Kritiker
4 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.7 Community
47 Bewertungen
2 Kommentare
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von Vincente Minnelli, mit Shirley MacLaine und Martha Hyer

Dave Hirsh, gerade aus der Armee entlassen, kommt nach Parkman in Illinois. Dort ist er geboren worden, sein Bruder Frank hat dort ein Juweliergeschäft und zählt zu den Honoratioren der Kleinstadt. Dave hat einige Bücher geschrieben, die sich jedoch schlecht verkauften. Warum er Ginny Moorhead bei sich behält, ein gutmütiges Flittchen, das er in Chicago aufgegabelt hat, weiß er nicht so recht. Ginny ist genau das Gegenteil von Gwen French, die Dave in Parkman kennen lernt. Sie unterrichtet dort, kennt seine Bücher und schätzt sie. Von ihr ist Dave sofort beeindruckt. Dave schließt sich Bama Dillert an, der davon lebt, andere beim Pokern auszunehmen. Gemeinsam machen sie ihre Fischzüge. Wie sein Bruder und dessen eingebildete Frau Agnes darüber denken, ist Dave gleichgültig. Weniger gleichgültig ist es Dave, dass auch Gwen sich von seinem Lebensstil abgestoßen fühlt, obwohl sie ihn liebt. Vergeblich versucht er, sie für sich zu gewinnen, Gwens bürgerliche Vorurteile sind stärker als ihre Liebe. Von ihr abgewiesen, entschließt er sich Hals über Kopf, Ginny zu heiraten. Mitten im ausgelassenen Treiben der Jahrhundertfeier von Parkman stellt dann ein eifersüchtiger früherer Freund Ginnys den beiden nach. Betrunken schießt er auf sie und trifft auch.


Cast & Crew


Kommentare (2) — Film: Verdammt sind sie alle

Kommentar schreiben
Sortierung

BaltiCineManiac

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wunderbare Literaturverfilmung nach dem Roman „Die Entwurzelten“ von James Jones, die es im Rahmen der biederen Konventionen der 1950er Jahre gekonnt versteht, einen sezierenden Blick hinter die aufgesetzt-scheinheiligen Fassaden US-amerikanischer Kleinstadtseelen zu werfen. Für die routinierte, handwerklich tadellose Umsetzung in bester MGM-Studio-Manier stand dem damaligen Regiestar Vincente Minnelli mit Frank Sinatra, Dean Martin und Shirley MacLaine ein illustres Starensemble zur Verfügung, das es auf eindringliche Weise versteht, die verdichteten, teilweise wie in Stein gemeißelt wirkenden Drehbuchzeilen zum Leben zu erwecken. Die abwechslungsreiche Musik von Elmer Bernstein, stilsichere Kameraarbeit, Ausstattung und Kostüme tragen ebenso zum wohligen Gesamteindruck des Films bei. Ein Klassiker des 50er-Jahre-Hollywoodkinos!

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

cacavas61

Antwort löschen

Ja, ein Klassiker !


Filmkenner77

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

"Verdammt sind sie alle" aus dem Jahre 1958 erinnert in seiner Grundstruktur nicht von ungefähr an die Dramen von Douglas Sirk, ohne aber in letzter Konsequenz deren Qualität gänzlich zu erreichen. Frank Sinatra spielt den Kriegsveteranen und desillusionierten, erfolglosen Schriftsteller Dave, der nach vielen Jahren wieder in seine Heimat zurückkehrt. Dort verliebt er sich in die distinguierte Lehrerin Gwen, die ihn zunächst allerdings wegen seines unsteten Lebenswandels abweist. Ein naives, leichtes Mädchen namens Ginnie (Shirley MacLaine) verliebt sich hingegen unsterblich in Dave, der wiederum von ihr nichts wissen möchte. Dieses Beziehungsgeflecht löst sich erst auf, als Dave endgültig von Gwen abgewiesen wird und Ginnie heiratet. Ginnie ist Dave intellektuell und sozial zwar unterlegen, aber er hat zum ersten Mal in seinem Leben das Gefühl, dass ihn ein Mensch wirklich liebt. Doch das Glück soll nur von kurzer Dauer sein.
Vincente Minnelli inszenierte den Roman "Die Entwurzelten" von Bestsellerautor James Jones (Verdammt in alle Ewigkeit, Der schmale Grat) souverän als melodramatisches Verliererdrama. Hinter den Fassaden der biederen Kleinstadtidylle lauern Doppelmoral und Verlogenheit. Sinnbild hierfür ist Daves Bruder Frank, der sich auf eine Affäre mit seiner viel jüngeren Angestellten einlässt, aber gleichzeitig Dave für dessen Verhalten in der Öffentlichkeit kritisiert, da er um seinen eigenen, sorgsam aufgebauten Ruf fürchtet.
Insgesamt ist "Verdammt sind sie alle", übrigens ein vollkommen unpassender deutscher Titel und sicherlich werbefördernd an den Klassiker "Verdammt in alle Ewigkeit" angelehnt, ein ansprechender Film mit starken Schauspielleistungen, der sich manchmal allerdings im Kreise dreht, am Ende eine etwas zu abrupte dramatische Wendung erfährt und dadurch einen Teil seiner Glaubwürdigkeit verspielt.

bedenklich? 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kommentar schreiben