Watchmen - Die Wächter

Watchmen (2009), US Laufzeit 158 Minuten, FSK 16, Actionfilm, Science Fiction-Film, Kinostart 05.03.2009


Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
7.0
Kritiker
85 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.3
Community
27039 Bewertungen
485 Kommentare
admin image admin trailer admin edit edit group memberships sweep cache Moviemaster:Movie

von Zack Snyder, mit Malin Akerman und Billy Crudup

In Zach Snyders Watchmen sind Superhelden fester Bestandteil des Kalten Krieges – und zwar auch seiner düsteren Kapitel – Denn wer bewacht Die Wächter?

Handlung von Watchmen
Wie würde die Weltgeschichte aussehen, wenn Superhelden in Konflikte eingegriffen hätten? Dieser Frage geht Watchmen nach, der uns in ein fiktives Amerika des Jahres 1985 führt: Der Kalte Krieg befindet sich auf seinem Höhepunkt und auch das Eingreifen des ersten echten Superhelden Dr. Manhattan (Billy Crudup) in Vietnam und anderen Kriegsschauplätzen hat die Spannungen zwischen UDSSR und den USA nur verschlimmert.

Als einer seiner früheren Kameraden ermordet wird, beginnt der heruntergekommene, aber nicht minder entschlossene maskierte Rächer Rorschach (Jackie Earle Haley) zu ermitteln und kommt einem geheimen Plan auf die Spur, demzufolge alle Superhelden verraten und getötet werden sollen. Rorschach verbündet sich daraufhin erneut mit den ehemaligen Mitgliedern der Liga, die schon in früheren Zeiten gemeinsam gegen das Verbrechen gekämpft haben – eine bunt gemischte Truppe ehemaliger Superhelden, von denen allerdings nur einer wahre Superkräfte besitzt.

Hintergrund & Infos zu Watchmenn – Die Wächter
Watchmen basiert auf der gleichnamigen Graphic Novel von Alan Moore und Dave Gibbons. Bereits seit 1986 gab es Pläne für eine Verfilmung, doch musste Watchmen eine sehr schwierige Produktionsgeschichte durchleben. Bevor die erste Klappe des Projekts für Regisseur Zack Snyder und Warner Bros. überhaupt fallen konnte, versuchten bereits Terry Gilliam, Darren Aronofsky und Paul Greengrass vergeblich, den Film zur Produktion zu bringen. Seine Premiere feierte der fertige Film erst am 23. Februar 2009.

Während der Dreharbeiten arbeitete Dave Gibbons als Berater für Zack Synder. Alan Moore hingegen verweigerte nicht nur seine Beteiligung am Film, sondern auch seine Nennung im Abspann. Seiner Meinung nach könne Watchmen nur als Comic so funktionieren, wie er es sich vorstellt. (ST)

  • 37795279001_659793453001_th-659786091001
  • 37795279001_1860783943001_th-5061da45c7e7b0e4255973d8-1592194029001
  • Watchmen - Die Wächter - Bild 1548268
  • Watchmen - Die Wächter - Bild 1693036
  • Watchmen - Die Wächter - Bild 1693023

Mehr Bilder (50) und Videos (5) zu Watchmen - Die Wächter


Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Watchmen - Die Wächter
Genre
Superhelden-Film, Science Fiction-Film, Actionfilm, Utopie & Dystopie
Zeit
1980er Jahre, Alternative Geschichtsschreibung, Kalter Krieg, Vietnamkrieg
Ort
Antarktis, Mars, Mond, New York City
Handlung
Amerikanischer Traum, Apokalypse, Blockbuster, Brutalität, Doppelleben, Dritter Weltkrieg, Dystopie, Gefängnisausbruch, Gefängniszelle, Geheime Identität, Gewalt, Gewaltausbruch, Held, Identität, Identitätskrise, Maske, Mord, Mordkomplott, Protest, Reaktor, Rettung der Welt, Richard Nixon, Selbstjustiz, Superheld, Superwaffe, Tagebuch, Unfall, Verkleidung, Verschwörung, Wissenschaftler, Übermensch, Übernatürliche Kräfte
Stimmung
Hart, Spannend
Tag
Blockbuster
Verleiher
Paramount Pictures Germany
Produktionsfirma
DC Comics, Gordon Company, Lawrence Gordon Productions, Warner Bros. Pictures

Kommentare (462) — Film: Watchmen - Die Wächter


Sortierung

B.Snyder

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Ein von vorn bis hinten düsterer Film, der eine coole Atmosphäre schafft, mit coolen Charakteren überzeugt und eine ordentliche Story hinlegt. Der Film leidet etwas durch die Länge. Ich würde ihn als "den etwas anderen Superhelden-Film" bezeichnen, da Snyder es geschafft hat mit diesem Film sich von anderen Comicverfilmungen abzugrenzen (und damit einen Superheldenfilm auf die Leinwand gebracht, der aus der Masse hervorsticht).

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kamil90

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Mit Watchmen habe ich endlich noch eine der wenigen Comicverfilmungen anschauen dürfen, die auf meiner Nachhol-Liste ziemlich weit oben standen und obwohl ich doch ein klein wenig enttäuscht war, macht der Film auch vieles richtig.

Das hat man wohl der Vorlage zu verdanken: die Idee eine alternative Realität zu zeichnen, in der maskierte Superhelden bei historischen Kapiteln der Menschheitsgeschichte wie z.B. der Kennedy-Ermordung oder der Mondlandung präsent waren, ist in jedem Fall genial und lässt die Geschichte für mich wesentlich greifbarer und interessanter werden, als es beispielsweise mit den mittlerweile sehr abgehobenen Marvel-Verfilmungen der Fall ist. So ist der kalte Krieg mit seinen existenziellen Ängsten hier ein wichtiger Antriebsmotor der Handlung und sehr geschickt in den Verlauf der Geschichte eingebettet worden.

Fans der Vorlage loben zudem die Nähe der Visualisierung zum Comic-Buch, da Zack Snyder offensichtlich sogar einzelne Panels nahezu 1:1 in den Film aufgenommen hatte, ich, der die Comics immerhin noch nie in den Händen hielt, kann aber ebenfalls nur lobende Worte für den visuellen Stil finden, in den der Film eingekleidet ist: es liegt ein spezieller Ton in die Luft, eine gewisse Rohheit ohne jedoch das stilisierte Element eines Comic außer Acht zu lassen und gepaart mit nett choreographierten Action-Sequenzen, schönem Kostüm-Design und einer teilweise kompromisslosen Brutalität, ist 'Watchmen' definitiv ein Genuss fürs Auge gewesen.

Das große Problem des Films liegt aber vor allem in einem Wort: Dramaturgie. So nett das Universum und seine Handlungsprämisse auch anfangs anzuschauen sind, bei einer Länge von fast 3 Stunden hat man sich irgendwann am Stil satt gesehen und hofft vor allem auf eine spannend verdrahtete Geschichte, die einen zurück in die Welt des Films zieht. Leider hatte ich beim Schauen den Eindruck, als wäre so etwas wie ein stetig ansteigender Spannungsverlauf praktisch nicht-existent und dass der Film selber nicht so recht wüsste, wie er das Monstrum an Charakterkonstellationen, Rückblenden, historischen Rahmen, Action-Setpieces und einer dazu spannungsgeladenen Handlung zu stemmen habe, weshalb das Gefühl, dass ein Zahnrad geschmeidig in das andere greift, hier leider nicht aufkommt.

Dennoch gilt auch weiterhin: wer vom Marvel-Universum etwas müde geworden ist, das Comicfilm-Genre aber nicht vollständig verlassen will, sollte Watchmen allein schon wegen seines Stils eine Chance geben, auch wenn dieser allein nicht ganz ausreicht, um mich 3 Stunden lang zu packen.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

howartwollowitz

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Comic mal düster.
DC's düsteres Team.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

TrunxX

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

nach der 5 Sichtung hat der Film einen festen Platz in meinem Herzen, hallelujah :)

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

dertyp

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Wer überwacht die Überwacher?

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Jenny von T

Kommentar löschen
Bewertung4.0Uninteressant

Noch nie habe ich Zack Snyder und mein Dashboard so verzagt erlebt. Sogar ausgewiesene Nicht-Fans des Regisseurs schlagen an meinem Browser-Seitenrand Purzelbäume vor Begeisterung und lassen großzügig Punkte kullern. Was ist nur passiert?
Ich sehe hier eine stark überfrachtete, aber eben auch arg konventionelle Comic-Verfilmung, die ihrer Vorlage wahrscheinlich nicht gerecht wird. Die Handlung ist relativ verschachtelt und umfangreich und kann jemandem, der mit der graphic novel nicht vertraut ist, eigentlich nur Fragezeichen aus sämtlichen Körperöffnungen quellen lassen, da der Gewichtung der Geschehnisse kaum Bedeutung beigemessen wird und man als Zuschauer schnell den Eindruck gewinnt, auch viel Irrelevantes an reinem, durchgehetztem Plot vorgesetzt zu bekommen – ob dies tatsächlich so ist, sei damit zwar noch nicht gesagt, Snyders missliches Pacing allerdings bringt mich, die nach ca. eineinhalb Stunden dann erstmal soweit ist, den Superhelden langsam ihre Namen zuordnen zu können, in Schwierigkeiten.
Es ist, als wolle man so wenig wie möglich vom Original abweichen, um eingefleischte Fans nicht zu verärgern und 158 Minuten werden so zu einem einzigen Kampf – allein bei dem Gedanken an die Existenz eines 215-Minuten Cuts nehmen meine Augenlider wieder beträchtlich an Gewicht auf. Trotz allen Bemühungen, die Makellosigkeit der eben doch nicht ganz so ehrenhaften Protagonisten kritisch auszuleuchten, falle ich darum offenbar noch lange nicht in die Zielgruppe.
Was nämlich jedenfalls auf der Strecke bleibt, ist jedwede Charakter-Dynamik (wie auch sonst einiges, was einen guten Film in meinen Augen ausmacht). In wenigen Momenten vermag ich es, mir vorzustellen, dass beispielsweise der "Comedian" eine Figur von moralischer Komplexität/Ambivalenz sein könnte, doch dazu bedarf es großer Energie (mindestens der eines Dr. Manhattan!), wenn Snyder – volle Kraft voraus - weite Teile davon in Zeitlupen-Gewalt und altbekannten Überwältigungs-Krawallmätzchen ertränkt.
Und es ist nun absolut nicht so, als hätte ich es nicht versucht mit Minutemen und Watchmen. Wenn bereits erwähnter Dr. Manhattan sich vor lauter Kummer auf den Mars beamt und seine Holde zu sich ruft, bin ich sogar nahe dran, hiermit als überhöhter, romantischer Idee meinen Frieden zu schließen, aber was dabei herauskommt, ist dann so überladen und cheesy, dass meine Synapsen noch am Ehesten die Verknüpfung zu Aronofskys Käsekuchen THE FOUNTAIN herstellen, ich am Liebsten ebenfalls auf einen anderen Planeten teleportiert werden würde und die Kerze neben mir schleunigst wieder auspuste, bevor es der dröhnende Film tut.
Überhaupt verdutzt es mich, wie beharrlich Form und Inhalt sich wechselseitig ein Bein stellen – wohl nicht einmal Tarkovsky wüsste hier, ob er schauen oder sehen soll. Dies ist besonders bedauerlich, denn hin und wieder bilde ich mir ein, bei Snyder so etwas wie eine Hingabe an visuelles Kino auszumachen, die beinahe zum Mitjubeln verleitet. Er überzeugt mich als begnadeter bildlicher Erzähler nach postmodernen Maßstäben - auf Musikvideo-Niveau; überfordert damit - oder verweigernd -, einen Rhythmus zu entwickeln, der auf Spielfilmlänge auch inhaltlichen Ballast stemmen kann, welcher mit allem optischen Aufwand mithalten würde.
Snyder ist sogar so begnadet, dass ihm anscheinend der Nachhall eines 6-minütigen Intros ausreicht, um vieles vergessen zu machen. Vergessen die epischen Fights gegen den Schlaf, vergessen das eher pubertär-anachronistische Einbinden von Simon + Garfunkel, Nenas "99 Luftballons", auf der anderen Seite Wagners Walkürenritt und - wenn es noch ein Klischee mehr sein darf - Mozarts Requiem, vergessen der Regie-Übermut, vergessen so mancher Dialog am Rande des Wahnsinns. Naja, fast.
Die Watchmen mögen - auch ohne eigene Bewacher - schlussendlich zur Ruhe gekommen sein, wir sowieso Normalsterblichen aber haben noch weitaus diffizilere Kaliber vor uns: Wer hält Zack Snyder im Zaum?

bedenklich? 27 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 14 Antworten

SpiceWeasel

Antwort löschen

Klasse Kommi, trotzdem das Meisterwerk unter den Superheldenfilmen. =)


stuforcedyou

Antwort löschen

Ich mag den sehr und steh dazu! Ha! :)


GermanSnake

Kommentar löschen
Bewertung4.5Uninteressant

Keine Ahnung warum aber der Film war nicht so meins ... schade hab mir echt mehr von erhofft!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

GermanSnake

Antwort löschen

OMG echt jetzt?Man darf sich ja wohl noch verschreiben ... streng dein Kopf an ...


riseoner

Antwort löschen

immer diese Grammatik-Nazis


Kommisar-X

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Das INTRO ist einfach nur Weltklasse.

Der Film scheint einen manchmal zu verwirren (aber nicht wegen der handlung). Es komtm auch KEINE positive Stimmung in dem Film auf, und da samcht den Film super.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

offthewell

Antwort löschen

Seh ich ähnlich! Bei Watchmen muss ich auch immer an das geniale Intro denken.


Feindbild_Mensch

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Beklemmend, Spannend, Actionreich, Düster... Ein durch und durch genialer Film,
bei dem es mich überhaupt nicht wundert, das er in den VSA kein Erfolg wurde. Vor allem wenn man die Scene sieht, in welcher Night Owl und The Comedian gegen einen Mob stehen, inmitten von totaler Anarchie. Zitat: "was ist mit uns geschehen... und dem amerikanischen Traum? The Comedian: ...Er ist Wahr geworden, da siehst du ihn... "

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

JonnyvsSherlock

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

“Rorschach's Journal: October 12th, 1985. Tonight, a comedian died in New York.“

Meine Fresse, was für ein furioser Einstieg. Erst eine brachial grandios inszenierte Mordszene, dann das Intro. Bob Dylan's "Times They are Changing" stimmt uns innerhalb drei wundervoller Minuten in das geschichtlich verwirrte, kritische Chaos des Watchmen Universums. Mit genialen Seitenhieben, wie den berühmten Kuss am Times Square mit zwei Frauen nachzustellen, nur um die beiden ein paar Sekunden später in einer Blutlache mit zugehöriger Warnschrift "Lesbian Whores" zu zeigen. Damit wird gleich klar gemacht, dass der Film keine Gefangenen macht. Er ist ein Gesellschaftsspiegel, der den Abstand zu einer vergangen Zeit nutzt, um die kritische Schmetterzange über sozialpolitsche Probleme zu schwingen.
Kurz nach diesem umwerfenden Intro wird gleich einer der faszinierendsten Charaktere der Filmgeschichte eingeführt.

“This city is afraid of me. I have seen its true face. The streets are extended gutters and the gutters are full of blood and when the drains finally scab over, all the vermin will drown. The accumulated filth of all their sex and murder will foam up about their waists and all the whores and politicians will look up and shout "Save us!"... and I'll look down and whisper "No." They had a choice, all of them. They could have followed in the footsteps of good men like my father or President Truman. Decent men who believed in a day's work for a day's pay. Instead they followed the droppings of lechers and communists and didn't realize that the trail led over a precipice until it was too late. Don't tell me they didn't have a choice. Now the whole world stands on the brink, staring down into bloodly Hell, all those liberals and intellectuals and smooth-talkers... and all of a sudden nobody can think of anything to say.”

Rohrschach ist auf den ersten Blick mit das unmenschlichste Wesen, was einem hier unterkommen mag. Zynisch, undurchschaubar, pessimistisch, ein schwarzweißes Tuch über dem Kopf. Tatsächlich kann er zwar auch genauso bitterböse sein, wie wir ihn uns vorstellen. Allerdings mausert sich immer mehr zu einer Figur, die unter all den "Menschen" der einzig humane zu sein scheint. Da ist der mordende, vergewaltigende Comedian, der das Gesicht der Gesellschaft auf seine eigene komische Art durchschaut, ohne auch nur eine Sekunde etwas daran ändern zu wollen. Nein er lebt den amerikanischen Traum, nach seinen Vorstellungen. Da gibt es den wohl einzigen Superhelden im klassischen Sinne, Dr. Manhattan. Dieser denkt aber absolut pragmatisch und scheinbar ohne ein Herz. All diese Charaktere machen den Film aus. Die Vielschichtigkeit der Figuren ist hier absolut einzigartig. Man denkt wirklich mit jedem Einzelnen mit und setzt mich mit dessen moralischen Konflikten auseinander.
Auch das geniale Ende ist ein moralischer Konflikt. Ein absolut krasser Moment, für den man bereits viel Zeit investieren musste. 163 Minuten -und das gerade mal in der kürzesten Version- sind schon ein hübsches Sümmchen. Aber diese vergehen schon fast wie im Flug. Der Film ist ein einziger inszenatorischer Orgasmus. Jedes Bild ist ein modernes Gemälde, jeder Ton ein atmosphärischer Geniestreich. Das war Zack Snyder zwar sowieso zuzutrauen, gehört aber in diesem Fall zu einem grandiosen Gesamtkonzept. Dazu gehören niveauvolle Dialoge und eine perfekte Dramaturgie zwischen Krimi, Thriller und Gesellschaftssatire. Verpackt als brutale Deformierung des Superheldengenres.
Nach nun mehrmaliger Sichtung des Films liebe ich jeden Bruchteil dieses Meisterwerks. Zufallsmäßig angefangen beim Soundtrack. Ob Mozart's "Requiem", Wagner's "Wallkürenritt", Leonard Cohen's "Hallelujah", Dylan's "The Times They are Changing", oder einfach nur Tyler Bates blutgefrierende Hollywood Mucke. Zu jeder Zeit wird hier eine grandiose Stimmung erzeugt. Die ständig in Bewegung gehaltene Kamera ist auch ein Wunderwerk. Man nimmt sich dabei Zeit und setzt dann an den richtigen Stellen trotzdem rasante Schnitte. Überhaupt profitiert der ganze Film von dieser gewissen Ruhe. Die Geschichte wird über eine zeitliche Tragweite erzählt, die einem wirklich das Gefühl von historischen Superhelden vermittelt. Und dabei wird man auch unglaublich zum Nachdenken angeregt. Gut und Böse existieren nicht. Identifikationsfiguren werden zu Bösewichten, Arschlöcher zu Helden und Dummköpfe sterben ganz einfach. "Watchmen" ist auf seine ganz eigene Art und Weise dreckig und grausam. Wir werden in eine Parallelwelt gezogen, die der unseren auf den zweiten oder dritten Blick gar nicht so unähnlich sieht.
Zack Snyder hat mit diesem Film ein bahnbrechendes, komplexes Meisterwerk geschaffen, dass sich innerhalb der Comicverfilmungen einen ähnlich unerreichbaren Platz ergattert wie "The Dark Knight".

“I heard a joke once: Man goes to doctor. Says he's depressed. Says life is harsh and cruel. Says he feels all alone in a threatening world. Doctor says, "Treatment is simple. The great clown Pagliacci is in town tonight. Go see him. That should pick you up." Man bursts into tears. Says, "But doctor... I am Pagliacci." Good joke. Everybody laugh. Roll on snare drum. Curtains.“

bedenklich? 14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

Hueftgold

Antwort löschen

Besser hätte ic hes nicht ausdrücken können! Chapeau!


JonnyvsSherlock

Antwort löschen

@Drehmumdiebolzen
Danke;) Du solltest ihm unbedingt eine Chance geben!!! Und, mal nebenbei, MoS hab ich auch gehasst...

@Heisenberg
Vielen Dank;D

@Hueftgold
Dankeschön:D


TheNoseman

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Ich halte es übrigens für eine ziemlich schlechte Idee, sich direkt an der Eisabbruchkante anzusiedeln, vor allem mit einem solch bedeutendem Hausrat.

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Jorah

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ich will nun mal meine Meinung zum Film "Watchmen" von Zack Snyder darlegen. (Möglichst Spoilerfrei)
Dieser Film ist einfach von vorne bis hinten eine Wucht. Selten hat mich ein Film so begeistert. Ich bin ja generell ein großer Fan von Comicverfilmungen und feiere auch so ziemlich alles von Zack Snyder (steinigt mich aber der typ Haut einen Geniestreich nach dem anderen raus. Ja, auch Man of Steel!!!) aber "Watchmen" ist einfach mal der am besten inszenierte, spannendste und coolste Film den ich je gesehen habe. Ja, ihr merkt es wohl schon, ich bin ein Fanboy und das hier ist wohl mehr eine Lobeshymne an den Film als eine Kritik, aber beim besten Willen kann ich nichts schlechtes an dem Film finden. Die Schauspieler sind perfekt besetzt. Rorschach ist einfach mal der coolste mofo im ganzen Universum und auch der innere Konflikt des zwiespältigen doctor Manhattan wurde perfekt rübergebracht. So gibt eine zehn Minuten lange Szene die sich komplett um ein inneren Monolog doctor manhattans dreht wo man mehr über seine Vergangenheit erfährt. Dass dabei die einzelnen Ausschnitte aus seinem Leben teilweise komplett unchronologisch und durcheinander erzählt werden unterstreicht nur nocheinmal wie er sich langsam immer mehr von einem Menschen entfernt und komplett den Sinn für Zeit verliert. Ganz großes Kino.
Auch die anderen Schauspieler liefern grandiose Leistungen an, ganz vorne an wie schon erwähnt Jackie earle haley als Rorschach. Bei diesem Charakter weiß man nie was als nächstes passiert. Zwar ist er vollkommen geisteskrank, trotzdem sind seine Motive zu 100% nachvollziehbar. So fiebert man, obwohl er eine Grausamkeit nach der anderen vollübt, ständig mit ihm mit.
Auch bei der musikauswahl hat Snyder mitten ins Schwarze getroffen. Highlight ist der geniale Vorspann mit Bob dylans "the Times they're changing". Gänsehaut pur. Da zeigt sich nocheinmal snyders geniales Talent für Inszenierung wie er es bei 300 schon bewiesen hat. So setzt er auch wieder etwas ein was ich gerne als die "Ästhetik der Gewalt" bezeichne. Bei manchen Szenen fließt fast so viel Blut wie in einem splatterfilm, trotzdem widert es den Zuschauer nicht an. Im Gegenteil, man genießt die Gewalt fast. Auch wirkt sie nicht fehl am Platz, sondern passt perfekt zum Rest des Film. Der ganze Film passt wirkt einfach in sich so stimmig. Bei der erstsichtung war ich lediglich vom Finale etwas enttäuscht. Zu unspäktakulär. Doch nach einiger Zeit ist mir klargeworden, dass es für diesen Film kein besseres Ende hätte geben können. Es ist schwer zu erklären, aber wer den Film gesehen hat wird mir zustimmen (hoffentlich ;) )
Jetzt hab ich mir mal alles vom Herzen geschrieben was ich so zu "watchmen" sagen kann. Seht es weniger als eine Kritik sondern eher als eine Empfehlung von ganzem Herzen.
So, nach dem Roman muss ich jetzt erstmal meine Hand ausruhen...

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

lennardB.

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Zack Snyder zweit bester Film.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Tigerschwalbe

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Die Graphic Novel Watchmen von Alan Moore und Dave Gibbons gehört vermutlich zu den interessantesten und spannendsten literarischen Werken mit denen ich je in Kontakt geraten bin. Moores Demontage klassischer Superheldenmythen ist gespickt mit historischen Anspielungen, ineinander verschachtelten Themen und Motiven und verpackt in eine ungemein komplexe und mehrschichtige Erzählstruktur. Ist Snyders Adaption eine würdige Umsetzung dieses hochklassigen Stoffs? Ich sage ganz klar ja.

Snyder nimmt bei seiner Umsetzung der 12 Kapitel von Watchmen Kürzungen und Straffungen in Kauf. Allerdings weder aus zeitlichen Gründen (die Laufzeit des Films beträgt immer noch deutlich mehr als zwei Stunden) noch um die Vorlage dem konsensgerechten Mainstream zu opfern (wie zum Beispiel Norringtons League of the Extraordinary Gentlemen, der ebenfalls auf Moores Werken basiert), sondern schlicht weil Teile der Graphic Novel unverfilmbar sind. Moore fügt nämlich jedem Kapitel einen Anhang hinzu, beispielsweise Ausschnitte aus Memoiren, Presseartikel, Polizeiakten oder sogar Schularbeiten, die den vorangehenden Handlungsstrang erweitern, kommentieren und die darin auftretenden Charaktere erheblich vertiefen. Diese Anhänge lässt Snyder gezwungenermassen weg und ersetzt sie nur teilweise durch kleine Verweise und Anspielungen, die dem mit der Vorlage vertrauten Zuschauer auffallen dürften. Zurück bleibt jedoch die weiterhin sehr komplizierte, mit diversen Rückblenden und Parallelhandlungen versehene Haupthandlung des Comics, die Snyder nahezu unverändert in bewegte Bilder giesst.

Dabei beweist Snyder auch enormes Gespür für unkonventionelle und stimmige filmische Gestaltung, bereits der Vorspann ist audiovisuell brillant und dient als originelle Einführung der Geschichte. Diverse Einstellung sind exakte Widergaben der entsprechenden Panels aus dem Comic, jedoch ist der farbliche Stil des Films anders als Gibbons Illustrationen des Buches. Aufwändige Sets und Kostüme werden mit surrealen Computeranimationen ebenso kongenial vermischt wie eine neonfarbig-leuchtende Farbpalette mit dem trostlosen und düsteren Anstrich der Bilder. Die kraftvolle Ruhe und die häufigen Brüche mit filmischen und musikalischen Konventionen des modernen Blockbusterkinos erinnern mich teilweise sogar an den Grossmeister Stanley Kubrick, etwa in der Art, wie Snyder den Planeten Mars inszeniert.

Grosse Stars finde sich in der Besetzung von Watchmen glücklicherweise kaum, stattdessen legt Snyder viel Wert darauf, die Rollen optisch treffend zu besetzen und Moores charaktertechnisch überragender Vorlage gerecht zu werden. Moore stellt in der Graphic Novel mit dem Charakter Rorschach eine der vermutlich furchterregendsten und zugleich faszinierendsten Figuren der Literaturgeschichte vor: ein paranoider, seelisch zerfressener Detektiv, abstossend und einladend zugleich, ein sozialer Krüppel von Geburt an, dessen Selbst während eines grauenhaften Mordfalls gestorben ist und der seither nur noch als maskierter Spürhund in einer schwarz-weiss gezeichneten Welt der Selbstjustiz existiert. Moore hat diese Figur im sechsten Kapitel seines Buches demaskiert und einem Psychologen vorgesetzt, und damit die Personifikation der menschlichen und gesellschaftlichen Abgründe freigelegt. Es wirkt beinahe schon sarkastisch, dass ausgerechnet Rorschach am Ende der zugänglichste und offenbar ehrlichste Charakter der Geschichte ist - neben dem misanthropischen, gewalttätigen Zyniker Edward Blake. Ein Geniestreich ist die Besetzung von Jackie Earle Haley als Rorschach, der die stoische Kälte und den paranoiden Ehrgeiz auch unter der Maske perfekt portraitiert - wobei dies gewiss auch zu einem grossen Teil Moores kongenialer Vorarbeit geschuldet ist.

Fazit: Watchmen nimmt gegenüber der Vorlage leichte Anpassungen und Kürzungen vor, wo keine andere Möglichkeit der Umsetzung besteht, bleibt jedoch ungemein nahe an der Vorlage und wird dem zynischen, komplexen Paralleluniversum des Comics mit seinen einzigartigen Charakteren mehr als gerecht. 9,5 / 10

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

MovFo

Kommentar löschen
Bewertung5.5Geht so

Steinigt mich nicht - ich fand ihn ziemlich langatmig und nicht sonderlich spannend. Vllt habe ich auch den Fehler gemacht mir die 3 1/2 Stunden Version anzusehen, aber mich hat Watchmen nicht abgeholt. War ganz nett, einige Charaktere waren interessant, aber wie auch bei Sin City passte für mich einfach alles nicht zusammen. Verstehe die Leute, die diesen Film als grandios bezeichnen, da es schon ein aufwendiger und mehr oder minder intelligenter Film ist, aber ich werde ihn mir wohl kein zweites mal ansehen.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Stooorm

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Sehr gute Comic Verfilmung mit genialer Regie von Zach Snyder. Leider ist der Film dann doch ein wenig zu lang. Das Ende war zwar für mich überraschend, aber trotzdem gut umgesetzt.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

lennart.biehl

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

unerreicht.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

manuel.filipic

Antwort löschen

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen ;-)


Riah

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

War mir unsicher und hab den Film lange vor mir her geschoben, aber jetzt doch mal rangetraut und es nicht bereut. Ein wahrlicher Leckerbissen, hat total Spaß gemacht es zu gucken und das Ende ist so ganz anders, als ich gedacht habe. Rorschach! war der beste Charakter von allen natürlich.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

wenzel.venohr

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

Es ist merkwürdig und gleichzeitig auch nicht. Es kam ganz unvorbereitet über mich. Wie ein Schlag wurde mir klar, dass Watchmen nicht nur einer meiner Lieblingsfilme ist, sondern DER Lieblingsfilm. Ja, ich gehe sogar soweit ihn über meinen Kindheitsfilm Der König der Löwen zu stellen. Watchmen ist für mich das absolute Meisterwerk unserer modernen Kinogeschichte!

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

movie.max

Antwort löschen

So isses.


Friedsas

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

"Es ist alles nur ein Witz. Ein beschissener Witz!"

*Times are changing* Und das hat Zack Snyder mit diesem eindrucksvollen Film bewiesen. Er hat einen Superhelden Film geschaffen, von Fanboys für Fanboys mit Szenen die direkt aus dem Comic stammen könnten. Allgemein sieht der komplette Film aus wie ein Comic oder fühlt sich zumindest danach an. Eine ikonische Szene nach der anderen. Ein Mega cooler Spruch nach dem anderen.

"Anscheinend kapiert ihr es alle nicht. Ich bin hier nicht mit euch eingesperrt, ihr seid hier mit mir eingesperrt!"

*The baffled king composing Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah*
Das große Problem des Films ist seine Länge, auch wenn man Fan ist. Auch wenn man Comics liebt wie ich, lässt sich diese Überlänge nicht kaschieren (und ich scheine mit 2 h 45 min noch die kürzeste Version zu kennen) denn obwohl viel Mühe investiert ist zieht die Geschichte einen nie komplett in den Bann. Die "Superhelden" sind zu normal. Wir haben 5 mal einen kräftigen, Karatemeister und einen übermächtigen Gott. Unterscheiden tun sie sich nur von den Kostümen und der Skrupelheit. Außerdem ist die Stärke einiger Charaktere etwas zu überzeichnet (*SPOILER*Ozymandias der plötzlich eine Kugel fangen kann*SPOILER).
Trotzdem wiegen viele Stärken dagegen auf, der Comedian welcher einfach wie Rohrschach unglaublich ikonische Charaktere sind, das Setting, die durchdachte Story, die Darstellerischen Leistungen, die Effekte, die Dialoge. Alles greift in einander als hätte Dr. Manhattan von selbst die Zahnräder gesetzt.

"Ja habe ich und du hast mir dabei zugesehn, du hättest die Knarre in Dampf, die Kugel in Quecksilber und die die Flasche in in ne Schneeflocke verwandeln können, aber das hast du nicht weil dir Menschen nämlich am Arsch vorbei gehn, du driftest immer weiter von uns weg Doc, Gott steh uns bei."

*Hello, darkness, my old friend
I've come to talk with you again*

Zack Snyder hat einen unglaublich intensiven, brutalen, kompromisslosen Fantraum geschaffen der mit ikonischen Bildern, Dialogen, Charakteren und Musik nur so um sich wirft aber aufgrund dessen auch an seiner Überlänge krankt.

„In ein paar Jahren fliegen die Atomraketen hier durch die Gegend wie Maikäfer. Und unser Ozymandias hier ist dann der klügste Mensch auf dem Aschehaufen. Macht's gut, ihr Witzfiguren.“

bedenklich? 13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 8 Antworten

Friedsas

Antwort löschen

Danke wobei der Gefängnis Spruch bei weitem der beste ist ;)


Comicverkäufer

Antwort löschen

Stimmt absolut!



Fans dieses Films mögen auch