Aguirre, der Zorn Gottes

Aguirre, der Zorn Gottes (1972), DE/PE/MX
Laufzeit 100 Minuten, FSK 12, Abenteuerfilm, Kinostart 29.12.1972

7.8 Kritiker
17 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.2 Community
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37 Kommentare
Aguirre, der Zorn Gottes - Poster
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von Werner Herzog, mit Klaus Kinski und Helena Rojo

Peru im 16. Jahrhundert: Eine Gruppe spanischer Eroberer sucht im Amazonasgebiet nach dem sagenhaften Goldland “El Dorado”. Unterführer Lope de Aguirre wird mit einem Trupp zur Erkundung und Nahrungssuche ausgesandt. Doch Aguirre verfolgt ganz andere Ziele. Größenwahnsinnig erklärt er den spanischen König Philipp II. für abgesetzt und nennt sich selbst der “Zorn Gottes”.

Ich, der Zorn Gottes, werde meine eigene Tochter heiraten und mit ihr die reinste Dynastie gründen, die je die Erde gesehen hat. Zusammen werden wir über diesen ganzen Kontinent herrschen.1

HandlungUnter der Leitung von Gonzalo Pizarro (Alejandro Repulles) dringt eine spanische Expeditionstruppe 1561 in die peruanischen Anden vor, um das sagenumwobenen El Dorado für die spanische Krone zu beschlagnahmen und persönlichen Reichtum zu schöpfen. Nachdem sich die Truppe im Dschungel verlaufen hat, entsendet Pizzaro eine kleine Einheit, um die Gegend zu erkunden. Innerhalb dieser Gruppe befindet sich auch der Fanatiker Don Lope de Aguirre (Klaus Kinski), der den Kommandoführer des Erkundungstrupps, Don Pedro de Ursua (Ruy Guerra), nicht leiden kann. Nach einem Putsch gegen de Ursua wird der Edelmann Don Fernando de Guzman (Peter Berling) zum neuen König von El Dorado erklärt und soll die Gruppe anführen.

Doch auch sie verlaufen sich im Dickicht des Dschungels. Auf Flößen schiffen sie den Amazonas hinunter, stets auf der Hut vor den Indios, die ihnen den Garaus machen können. Aguirre spielt sich schließlich zum Anführer der Gruppe auf. Durch den Nahrungsmangel und die Hitze verfällt Aguirre jedoch in einen Wahn, der seiner Gruppe das Leben kosten wird.

Wenn ich, Aguirre, will, dass die Vögel tot von den Bäumen fallen, dann fallen die Vögel tot von den Bäumen herunter. Ich bin der Zorn Gottes. Die Erde, über die ich gehe, sieht mich und bebt.2

Nachdem einige Männer von Indios ermordet wurden und ein Floß bereits gekentert ist, muss auch Aguirre dem Tod ins Auge blicken.

Wissenswertes
Das Tagebuch des Mönches, auf dem der Film basieren soll, ist erfunden. Der Mönch Gaspard schrieb zwar ein Tagebuch, hat aber mit dem Film nichts zu tun.
Klaus Kinski ist in der ersten Landschaftseinstellung nicht zu sehen, da er zu sehr herumtobte. Er wollte die Gruppe anführen und als Anführer auftreten, was ihm Werner Herzog verweigerte. Daraufhin verließ Kinski wütend den Drehort und die Einstellung wurde ohne ihn gedreht.2
Drehzeit war vom 2. Januar 1971 bis
Das gesamte Team sollte an Weihnachten von Lima nach Cuzco fliegen. Doch die Mschine sollte repariert werden, sodass das Team von der Flugliste heruntergenommen wurde. Dieser Flug stürzte dann ab. Es gab nur eine einzige Überlebende: Ein 17jähriges deutsches Mädchen, das nach 14 Tagen aus dem Urwald auftauchte.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen im Internet
Kurzinfo über den Film in der Time-Liste der 100 Besten Filme (engl.)
Private Fanseite zum Film mit Rezension
Weitere Rezension von Thomas Groh auf der filmzentrale.com
Aguirre, der Zorn Gottes im filmportal.de mit zwei zeitgenössischen Rezensionen

Weiterführende Literatur
Michael Töteberg (Hrsg.): Metzler Film Lexikon, Stuttgart: Metzler 1995.

Quellen1 Klaus Kinski als Aguirre in Aguirre, der Zorn Gottes

2 Klaus Kinski als Aguirre in Aguirre, der Zorn Gottes

2 Audiokommentar in: Extras zu Aguirre, der Zorn Gottes, DVD, Arthaus, 91min.

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Kommentare (37) — Film: Aguirre, der Zorn Gottes

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PaulthePirat

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Bewertung4.5Uninteressant

Nach "Rescue Dawn" war ich von Werner Herzogs Qualitäten als Regisseur eigentlich sehr überzeugt, also nahm ich mir nun einmal einen älteren Film vor. Die Erwartungen waren hoch und ich wurde bitter enttäuscht. Obwohl ich von den gewaltigen Landschaftsaufnahmen absolut gefesselt war, ebenso von der guten Kameraarbeit, fragte ich mich nach geraumer Zeit, wann denn nun endlich mal jemand was sagen würde...
Ich wartete vergeblich auf gute Dialoge, auf aussagekräftige Dialoge, die aus mehr als drei Sätzen bestehen. Ich wartete auch vergebens darauf, dass an irgendeinem Punkt im Film die Hintergründe für das Handeln der Personen in irgendeiner Weise zur Sprache kommen oder zumindest angedeutet werden - nichts dergleichen. So blieb ich ahnungsloser Zuschauer, der sich an der Landschaft und an den lustigen Kostümen erfreute, jedoch nichts über die Motivation der einzelnen Figuren oder der Geschichte an sich erfuhr (abgesehen von den einleitenden Worten aus dem Off). Zusätzlich kritisiere ich auch die schauspielerische Leistung von Klaus Kinski ( ich bin mir bewusst, dass ich mich damit ziemlich weit aus dem Fenster lehne). Minutenlange Einstellungen auf Kinskis ausdrucksloses Gesicht - Augen nach links, Augen nach rechts - ohne ein Wort zu sagen, und das mehr als einmal im Film. Das kann einem schon mal den letzten Nerv rauben. Ich werde mir sicherlich demnächst "Fitzcarraldo" zu Gemüte führen und bin gespannt, was mich erwartet.

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PaulthePirat

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Was ich noch sagen wollte: dieser Panflötenspieler ist für mich der größte Lump überhaupt in dem Film! Wer hat den denn engagiert? Der is ja nich ma gut genug für Straßenmusik in Olpe-Süd...einfach nur nervig sowas.


Schloøpselcki

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Herzog und Kinski zusammen sind mir immer eine große Freude, man findet immer etwas hochlobenswertes, wie beispielsweise Kinskis eigenwillige Darstellung oder (vor allem) Herzogs brilliantes Auge für ausdrucksstarke Aufnamen und Fotographien - aber es gibt auch immer etwas, das man bekritteln kann. "Aguirre, der Zorn Gottes" beginnt episch wie eh und je, breitet sehr behutsam und langsam Handlung aus und weiß mit geradezu unaufgeregt trägen Gesprächen hie und da, den geneigten Zuschauer zum kurzen Wegdämmern zu verführen. Die trostlose Stimmung übernimmt einen in der ersten Hälfte des Films vollkommen und man fragt sich hin und wieder wie lange es wohl beispielweise noch dauern wird, bis die im Strudel gefangenen Expeditionsgfährten endlich verrecken. Und dann WUSCH ist plötzlich Handlung da, man setzt sich wieder auf, reibt sich den Schlaf aus den Augen, sieht zu wie Ursuas Geliebte in den Urwald entschwindet, die Verlassenheit, die Seuchen und die giftigen Pfeile der Indios um sich greifen Aguirre sich entgültig an den Wahn verabschiedet. All das vor der Kulisse unglaublicher Bilder (das maskierte Pferd, dies gekenterte Floß, das Baumschiff, die Horde Totenkopfäffchen..) üben einen derartigen Sog auf einen aus, dass man beinahe in den Film und Aguirre selbst hineingezogen wird. Beim Schreiben allein wird mir schon wieder schwindelig von der letzten wirklich beeindruckenden Einstellung. Man sollte bei "Aguirre, der Zorn Gottes" nicht zu vorschnell urteilen, denn mit ein paar Tagen Abstand wirkt er noch mehr als er es vielleicht direkt nach dem Ansehen vermag. Umso mehr wird der Film Nicht-Kinski-Herzog-Fans eher schwer im Magen liegen.

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gwessel87

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Bewertung6.0Ganz gut

szenenbild und aufnahme wie fast immer bei herzog ganz weit vorne, spannung fehlanzeige..... schade.....

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shadowhunting

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Bewertung10.0Herausragend

Laut Regisseur Werner Herzog ist es entscheidend für die gute Qualität eines Filmes einen unvergesslichen Moment in Form von Bild und Ton zu entwicklen, eine Erinnerung zu schaffen, indem eine außergewöhnliche Szene besonders hervorsticht. Eine Szene, die sich sofort im Gedächtnis einnistet und für lange Zeit intensiv das Empfinden und das Bewusstsein bezüglich des Filmes dominiert. Werner Herzog hat es geschafft sein Ziel umzusetzen, denn die erste Szene ist grandios inszeniert und prägt wohl am meisten das Andenken an diesen Abenteuerfilm. Die peruanischen Anden, jenseits der 2000 Höhenmeter, dunkle Bergwälder, extrem fallende Hänge, nebelverschleierte Gebirgsketten, einzelne Gipfel schwimmend im Wolkenmeer, natürliche Panoramen erfüllen in Gänze die Aussicht. Eine unglaublich aufwendige Aufnahmeaktion hat diese seltene Konstellation des Andengebirges eingefangen, Herzog Kamerateam erzielte anscheinend einen echten Glückstreffer am Drehtag. In der Nähe der bekannten inkaischen Ruinenstadt Macchu Picchu marschiert ein Trupp Konquistadoren samt Sklaven einen schmalen und steilen Bergpfad hinab. Hühnerkäfige purzeln in den vernebelten Abgrund, langsam und mühevoll rückt die Menschenkette Schritt für Schritt aus dem Hintergrund in den Vordergrund des Bildes. Zudem erklingen die instrumentalen Klänge des Popol Vuh, eine mystische und geheimnisvolle Melodie, die sich völlig harmonisch der Bildersprache anpasst. Wabernde Musik umfasst wabernde Berghänge. ''Aguirre, der Zorn Gottes'' lebt und atmet durch diese bildhaften Momente, durch diese einschneidende Darbietung der Umwelt und Umgebung. Die fiktive Geschichte basiert auf historischen Gegebenheiten und sollte daher nicht als Märchen und romantisches Luftschloss angesehen werden. Die spanischen Eroberer wandern endlos durch die Weiten Südamerikas, irren durch dichte unheilvolle Dschungel, überschreiten gigantische Höhenzüge und fahren mit letzter Kraft über gefährliche Flüsse und Ströme, überwinden bedrohliche Wasserstrudel und durchqueren immer wieder feindliches Terrain. Herzogs Abenteuerfilm schildert eindringlich die Entbehrung der Eroberer, das unverständliche Leid der Eingeborenen und die Motivationen, welche diese wahnsinnigen Mammutprojekte anstacheln bzw. auslösen. Klaus Kinski in der außerordentlichen Rolle des Lope de Aguirre ist der Inbegriff des Wahnsinns, der Gierigste unter den Gierigen, der Verrückteste unter einer Schar Verrückter und ebenso Opfer seiner Selbst, getrieben durch den Hunger nach Gold, Macht und Ruhm, fehlgeleitet durch falsche Hoffnungen und angespornt durch die Nachahmung tragischer Idole. Es gibt wenig Kinofilme, die menschliche Abgründe so intensiv und so auffällig echt darstellen können, wie Werner Herzogs ''Aguirre, der Zorn Gottes''. Die dramatische Entwicklung wird nicht vorhergesehen, permanent treten Entgleisungen und Fehleinschätzungen ans Tageslicht und das spanische Expeditionskorps zermürbt sich im Laufe der Zeit selbst. Die angespannten Gemüter werden nicht entlastet und die endlose Suche nach dem Goldland endet unvorhersehbar in einer Katastrophe. Werner Herzog und Klaus Kinski hatten bei ihrem gemeinsamen Debüt sicherlich keinen leichten Stand, aber sie haben ein monumentales Filmwerk erschaffen, mit zahlreichen Emotionen realisieren sie die unauslöschlichen Schwächen menschlicher Taten und Gedanken.

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SoulReaver

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Bewertung10.0Herausragend

„Wenn ich, Aguirre, will, dass die Vögel tot von den Bäumen fallen, dann fallen die Vögel tot von den Bäumen herunter. Ich bin der Zorn Gottes. Die Erde, über die ich gehe, sieht mich und bebt.“

Es war das Jahr 1972 in dem Werner Herzog und Klaus Kinski ihren ersten gemeinsamen Film zusammen drehten. Mit 'Aguirre, der Zorn Gottes' begann eine der kräftezehrendsten Zusammenarbeiten der Filmgeschichte. Die Dreharbeiten waren nicht nur einmal unglaublich turbulent und von Kinski's berühmten Wutausbrüchen geprägt, denn mit Klaus Kinski als Hauptdarsteller hatte Herzog eine pure Naturgewalt ausgewählt, dem in seiner Art niemand gewachsen war. Doch egal wie schwer die gemeinsame Zeit auch war, egal wie oft sie sich gegenseitig umbringen wollten und egal wie oft Kinski alles auseinander schlagen wollte, am Ende kam doch immer wieder ein einzigartiges Kunstwerk des deutschen Films dabei raus. Das lässt sich ohne Probleme auch auf 'Aguirre, der Zorn Gottes' übertragen, der zum Beispiel für Hollywood-Größen wie Francis Ford Coppola als Inspiration diente.

In den peruanischen Anden des 16. Jahrhunderts ist ein spanischer Expeditionszug auf der Suche nach dem sagenumwobenen Goldland El Dorado. Der fanatische Lope de Aguirre zettelt einen Aufstand gegen den Anführer der Gruppe an, lässt ihn festnehmen, von einem Scheingericht zum Tode verurteilen und hängen. Besessen von der Idee, in El Dorado zusammen mit seiner Tochter eine absolute Dynastie zu gründen, treibt Aguirre mit einer Gruppe ohnmächtiger Gefolgsleute auf einem Floß den Amazonas hinunter. Er lässt die Mannschaft in einem Delirium aus Fieber, Hunger und Indianerangriffen vor die Hunde gehen. Mit Macht und Gier nach Ruhm geladen wie mit Dynamit. Er nennt sich "Der Zorn Gottes".

Lange Zeit vorher reiste Herzog in die peruanischen Anden und erforschte das Gebiet um die passenden Drehorte für seinen Historien-Film zu finden. Viele Probleme kamen natürlich auf, Stromschnellen die zu reißerisch waren, undurchdringliche Sumpfgebiete und die Bestie Natur in ihrer ganzen Kraft. Doch Herzog fand die richtigen, wenn natürlich auch extrem gefährlichen, Drehorte und das ist die erste, fast überschattende Stärke des Films. Die Kameraarbeit von Thomas Mauch zählt mit zu den intensivsten die ich bis jetzt erleben durfte. Zum Teil immer mit Handkamera ganz nah am Geschehen, ob auf einem Floß mitten in den Stromschnellen oder vor den Schluchten der nebeligen Anden, die gleich zu Anfang des Films eine der besten Einstellungen der Filmgeschichte liefert. 'Aguirre' lebt zuerst von seinen unglaublich kraftvollen und aufbrausenden Bildern der unberührten peruanischen Natur. Dazu immer wieder der elektronisch beeinflusste, mystisch-paralysierende Score von Popol Vuh der dem Film in seinem unausweichlichen Sog den perfekten Klang gibt.

Mit Klaus Kinski als besessener Eroberer Aguirre hat Herzog SEINEN Schauspieler gefunden. Kinski spricht nur wenig, doch wenn er spricht zittert die Erde. Allein seine unbeschreibliche Ausstrahlung stellt alles in den Schatten und Kinski versteht es allein durch die winzigste Gestik den Zuschauer absolut zu bedrängen und angsteinflößend zu wirken. Und das zu jeder Zeit. Kinski zählt zu den besten Darstellern die je gab und wenn man sich allein die Filme mit ihm unter der Regie von Herzog ansieht, lässt das auch die letzten Skeptiker verstummen. Viel zu groß ist eine ständige Präsenz, auch wenn er nicht zu sehen ist. Mit Kinski atmet der Film und durch seine grandiose, einmalige und perfekte Darstellung setzt Kinski 'Aguirre' die Krone auf. In den weiteren Rollen, natürlich auch gut gespielt aber immer im Schatten von Meister Kinski, Nastassja Kinski Film-und echte Tochter Kinski's, Del Negro als Gasper de Carvajal und Cecilia Rivera als Flores.

Was 'Aguirre' zuerst so besonders und ausdrucksvoll macht ist die extreme Authentizität und die realistische Darstellung des Films. Es gibt keine Spezialeffekte, es gibt kein Double, alles wird selber gemacht, auch wenn es natürlich unglaublich waghalsig ist. Herzog schiebt sein Verhalten heute noch gerne auf den jugendlichen Leichtsinn. Dazu ist die Wahl seiner Schauspieler mehr als exzellent, denn wenn Indianer zu sehen sind, dann sind das auch echte Stammes-Indianer. Niemand wird von den eingeborenen verkleidet und alles bleibt echt. Dazu natürlich die bereits erwähnten langen, fast hypnotisierenden Einstellungen der berauschenden peruanischen Landschaften. 'Aguirre' ist ein purer Kraftakt, für den Zuschauer sowie für die Schauspieler. Wenn die Schauspieler sich direkt am Anfang durch einen schmalen Pfad direkt neben einer Schlucht abmühen wird einem schnell bewusst, was für Strapazen die Menschen auf sich genommen haben. Doch es hat sich allemal gelohnt. Der Film behandelt natürlich ein ganz anderes Thema. Mit 'Aguirre' inszeniert Herzog einen Film, über einen größenwahnsinnigen Eroberer, immer erzählt aus den Tagebüchern von Mönch de Carvajal. Aguirre, besessen von Gier und Macht. Erfüllt von Zorn und gleichermaßen Liebe für seine Tochter, will er sein eigenes Reich aufbauen. Immer dem Wahnsinn nah, wie Kinski selbst. Mit einer Handvoll Männer macht er sich auf dem Weg nach El Dorado, doch sein Plan erweist sich als reines Himmelfahrtskommando. Ein Weg, der zum Ruhm führen sollte findet sein Ende im Tod. Doch es ist nicht nur Aguirre der seine Männer an den Rand des Möglichen treibt. Der unsichtbare Feind aus dem Dschungel ist immer da, erst immer nur angedeutet, dann in manchen Szenen deutlich und doch immer fremd. Dazu die Krankheiten die ausbrechen, der Hunger der sich breit macht und die Wahnvorstellungen die den Männern jeglichen Sinn für Realität nimmt. Eine Reise ins Verderben, der Weg in die Schwärze. Gesprochen wird im Film dazu allgemein wenig, immer wieder lässt sich erkennen, das 'Aguirre' in seiner Art manchmal auch gerne als dokumentarischer Stummfilm durchgehen könnte. Dazu muss man einfach nochmal lobend erwähnen, wie exzellent 'Aguirre' Kinski immer wieder in Szene setzt, allein durch seine berühmte Kinskische-Schraube, indem er sich von hinter der Kamera ins Bild schraubt und plötzlich aus dem Nichts wieder das ganze Hauptaugenmerk auf sich zieht. Auch die geniale Art in der Aguirre einen Dialog führt um dann fast ausschließlich in einem absolut angsteinflößenden Monolog zu enden. Genau diese Sachen machen 'Aguirre' einfach zu einem der besten Filme aller Zeiten, denn so etwas hat es bis dahin nicht gegeben und so etwas wird es nie wieder geben. Absolut Empfehlenswert an dieser Stelle auch der Audiokommentar von Werner Herzog.

Fazit: 'Aguirre, der Zorn Gottes' zählt ohne weiteres zu den besten deutschen Filmen, aber auch zu den besten Filmen überhaupt. Zu seiner Zeit zerrissen, heute gefeiert. Mit Kinski‘s unheimlicher Leinwandpräsenz hat 'Aguirre' den perfekten Schauspieler für den wahnsinnigen Eroberer gefunden, niemand hätte diese Rolle besser spielen können. Dazu der fast lähmenden Score und der unbeschreiblich kraftvolle Sog der Bilderflut, der 'Aguirre' zu einem einzigartigen Kunstwerk macht und >vielleicht< zur besten Zusammenarbeit von Kinski und Herzog.

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seven

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Sauber Souli! :)


SoulReaver

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Danke :)


ash-williams

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Bewertung5.0Geht so

Aguirre ist ein Film mit einem interessanten Grundgerüst; leider wird der Film derart spannungsfrei erzählt, dass man zwischendurch mit dem Sandmann ringen muss um nicht einzuschlafen. Der Urwald als Schauplatz ist gnadenlos, gut gewählt und schön fotographiert, leider bleibt er das einzig wirklich positive am Film. Die schauspielerische Leistung von Kinski ist wie so oft nur von den Fans herbeigeredet, er ist zwar solide, mehr aber nicht. Schade, hatte mehr erwartet.

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TheDrPepperPower

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In Sachen Story gebe ich dir natürlich recht. Die ist kaum vorhanden, allerdings geht es in diesem Film auch eher um Impressionen und daher stört mich ihre mangelnde Komplexität eigentlich nur wenig. Was die Darstellerleistungen angeht, hmm, ich bin nunmal Kinski Fan, auch wenn ich nicht behaupte, dass er der beste Schauspieler aller Zeiten ist. Seine Art trifft sicher nicht jedermanns Geschmack. Für die Rolle des Aguirre ist er allerdings ziemlich perfekt wie ich finde. Er spielt seinen harakter ausgezeichnet (die Rolle ist ihm aber auch auf den Leib geschrieben). Atmosphäre ist für mich nun gerade die Hauptstärke dieses Films. Mich erinnert sie etwas an die in Apocalypse Now. Ein zielloses Umherirren in einer fast sureallen Umgebung, während die Menschen mehr und mehr dem Wahnsinn verfallen. Schade, dass du es ist nicht so empfunden hast.


ash-williams

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Kinski ist so ne Sachen. Ich finde ihn manchmal ganz großartig (wie in Fitzcarraldo) und manchmal eher mau, vor allem wenn seine "Leistung" nur darin besteht irre in Richtung Kamera zu gucken, wie das hier der Fall ist.
Das Setting hat mir hingegen auch sehr gut gefallen. Naja, werde den Film sicher nächstes Jahr noch ne Chance geben, manchmal brauch man bei so nem Film auch ne ganz besondere Stimmung beim gucken!


filmfeldforscher

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Bewertung9.5Herausragend

Wie kommt das Schiff auf den Baum :)?

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SoulReaver

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Fieberwahn :)


nini_paga

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Die Atmosphäre, die Erhabenheit der Bilder, die Menschen, die in der Wildnis krampfhaft versuchen ihre kleine menschliche Macht zu behalten und dabei jede Würde verlieren... das alles ist genau nach meinem Geschmack... jedoch hatte ich mir von diesem Film (den ich bestimmt schon seit 10 Jahren vorhabe zu sehen) mehr versprochen. Ich kann den Werdegang von Aguirre's (Größen)Wahnsinn psychologisch nicht nachvollziehen. Das ist mir hier zu symbolisch und ikonografisch dargestellt, es fehlt die Tiefe. Kinskis Spiel ist zwar intensiv, setzt sich meiner Meinung nach aber hauptsächlich aus Aggression und Lautstärke zusammen. Der gierige, machtbesessene Blick, mit dem seine Augen über den Urwald streifen, ist allerdings unschlagbar!

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Ich-Bin-Viele

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Gut 3 Wochen nachdem ich den Film zu letzten Mal (was aber bei weitem nicht das erste Mal war) gesehen habe, sitze ich an einem Samstagabend mit einem Bier vor meinem Rechner und tippe diese Zeilen. Ich bin unschlüssig, ob dies der richtige Moment ist, einen Kommentar zu "Aguirre" zu verfassen; die üblichen Floskeln scheinen nicht angebracht, und vielleicht täte mir eine frischere Erinnerung an den Film gut. Doch seit ich hier angemeldet bin steht das erste Werk der Zusammenarbeit von Herzog und Kinski unter meinen "Lieblingsfilmen" - irgendetwas muss der Film also haben, das bei mir eingesickert ist, das tief in mir sitzt und das ich mit mir herumtrage. Hier mein Versuch, dieses etwas in Worte zu übersetzen.

Oft werden die ersten Sekunden eines Herzog-Films gelobt; immer zeigt er etwas, das man so noch nicht gesehen hat. In diesem Falle eine Horde Menschen, welche ein Gebirge in einem Urwald hinuntersteigen; das Bild wirkt auf den von Hollywood überreizten Zuschauer beinahe unspektakulär. Es bedarf einer gewissen Mühe zu verstehen dass diese Bilder ECHT sind, bevor man anfängt zu fühlen, was man hier beobachten darf. Nicht lange dauert es, bis man Kinskis Gesicht zum ersten Mal mit skeptisch-hartem Blick die Umgebung mustern sieht: es sind nicht seine Dialoge oder Taten, die ihn zur Hauptfigur machen, sondern man spürt es.
Der Film handelt von Versessenheit, von Manie. Von Isolation: abgeschieden von jeglicher Menschenseele, von Strapazen und Tod umringt mitten im Amazonas-Urwald, erzählt Herzog eine Symphonie aus Charakteren und Szenerien, deren Bestimmung schlussendlich ist an ihrer Leidenschaft zu verglühen.
Der Soundtrack ist völlig anders, als jeder andere eines "Abenteuerfilms" (will man ihn wirklich so nennen): beinahe rein elektronisch, unheimlich minimalistisch, beschränkt er sich auf das, was Musik bei einem im Kopf macht, und lässt den Rest weg. Höre ich ihn, bekomme ich Gänsehaut. Ein wildes Flötenspiel eines Indianers, diffuse "Lalala"'s eines der Expeditionsteilnehmer - irgendwie gehört auch das zum Soundtrack.
"Aguirre" ist das mitreißendste Portrait des Größenwahns, das mir je zu Augen gekommen ist, erschaffen von Größenwahnsinnigen - die aber, völlig gegen alle Regeln der Natur, Erfolg hatten mit dem, das sie zu schaffen versuchten.

"Ich bin der große Verräter! Es darf keinen größeren geben. Wenn ich, Aguirre, will, dass die Vögel tot von den Bäumen fallen, dann fallen die Vögel tot von den Bäumen herunter. Ich bin der Zorn Gottes. Die Erde über die ich gehe sieht mich und bebt."

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SpiceWeasel

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Schön geschrieben! Einer meiner Lieblingsfilme der zur Inspiration für meinen absoluten Lieblingsfilm wurde! (Apocalypse Now)


vannorden

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Bewertung9.5Herausragend

Besessenheit soweit das Auge reicht. Der Regisseur, der Hauptdarsteller, die Hauptfigur, die Affen, alle werden von ihrem unstillbaren Durst nach Bedeutung angetrieben. Die manische Qualität des Films ist beängstigend, breitet sie sich doch epidemisch aus… aus den Augen Kinskis, aus den Bildern und aus dem Soundtrack von Popol Vuh flirrt sie und lockt den Zuschauer in ihr irrationales Reich.

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Baumkopf Holzfaust

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Was Kinski mit seinem Gesicht machen kann, das können Bay, Emmerich und Spielberg mit keinem Milliardenbudget.

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guggenheim

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Wie wäre es denn, heute den Flachwitztag auszurufen? Ich hätte da nämlich was auf Lager:

''Agiere, der Porn Gottes''

http://www.youtube.com/watch?v=DKnj4dabZiU

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duffy

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Nicht? Also ich wäre mit ihm gerne mal um die Häuser gezogen. :D


guggenheim

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Ich weiß ja nicht. Das Zwerchfell wäre wohl geschont worden, dafür hätte es auf kurz oder noch kürzer Fratzengeballer gegeben... :)


BigDi

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Die Lächerlichkeit der menschlichen Gier und Allmachtsphantasie auf einem Weg ohne Wiederkehr, als überbeladener und unfreiwillig komischer Fremdkörper im subtil mächtigen Dschungel. Kinski mit Eisenhelm (Aguirre) ist zwischen den Ängstlichen, den Bibelfanatikern und den Verfressenen der einzige, der sich nicht in, sondern vor der Masse sieht, und schleicht mit verächtlichem Blick und vollgepumpt mit mühvoll geschaffener Arroganz um das langsam anbahnende Chaos und sorgt immer wieder dafür, dass das (Höllen)Feuer im Inneren nicht ausgeht. Der mit überraschenden Skurrilitäten gespickte Schluss lässt den bis dahin wunderbar authentischen und physisch stets ultranahen Film ein wenig entgleisen, was aber nicht als Kritikpunkt gesehen werden sollte, da er den schön-spröden Trip relativ "logisch" zu Ende führt und sich nicht zuletzt dank der grandios-grotesken Schlusseinstellung ins Gedächtnis brennt. Betrachtet man die Entstehungsgeschichte dieses Werks, möchte man ihn fast als eine Art Katastrophenfilm bezeichnen, was dem Inhalt durchaus gerecht wird.

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Puni

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Bewertung9.0Herausragend

Was ist Kinski nur für ein Schauspieler. Ohne ihn wäre Aguirre vermutlich nur nett, aber er hebt den ganzen Herzog-Film auf eine völlig andere Ebene. Seine Anwesenheit strahlt so unglaublich viel Stärke, aber auch innere Zerbrochenheit aus, dass dadurch alle anderen Schauspieler völlig ins abseits gedrängt werden und er zum absoluten Highlight des Films wird. Dazu kommt noch Herzogs tolle, langsame Regie, die perfekt zum Stimmungsbild der Reise auf dem Amazonas passt. Es gibt einige starke Szenen, für mich werden diese am Ende nur durch die konsequente Schlussszene überschattet, die einfach nur genial ist.
Ein richtig toller, trotz seiner Thematik meistens ruhig bleibender Film, in den man richtig eintauchen kann. Als nächstes muss ich unbedingt Fitzcarraldo gucken.

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horro

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Schweres Stück Film von Herzog, dem man sein Entstehungsjahr langsam aber sicher ansieht. Trotzdem strahlt die Geschichte um die letzte Expedition Richtung des geheimnisvollen El Dorado von Pizarro eine tiefe Faszination aus. Der Zuschauer kann schon bald nicht mehr unterscheiden, ob es sich nun bei den Dreharbeiten zum Film oder 500 Jahre früher um die echte Variante gehandelt hat; hier erleiden, wie auch 10 Jahre später bei Fitzcarraldo, alle die selben realen Qualen und Entbehrungen. Kinski, mit seiner kantigen, fieberwahnsinnigen Art, wirkt wie ein Fels in der Mitte der Spirale, die sich langsam aber sicher einem apokalyptischen Untergang entgegen dreht. Aguirre ist sicher ein Meilenstein und Puzzleteil der Filmgeschichte, das trotzdem nicht so richtig in ein Schema passen will - Herzog halt.

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filmschauer

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@Sam: Ja, die Doku zeigt querbeet auch allerlei Ausschnitte von den Dreharbeiten.


SamRamJam

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Ah, dank dir :)


SamRamJam

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Bewertung9.0Herausragend

Mit Vorhersagen bei mp ist das bei mir immer so eine Sache, viel zu viel Schrott hab ich mir schon angesehen weil mich irgendein Plakat auf jeder zweiten Profilseite anlachte und meinte geguckt werden zu müssen.
++SPOILER++
Von einem Aguirre hatte ich bislang noch nie etwas gehört und auch Klaus Kinski kannte ich bislang nicht wirklich (ich weiß dass er Schauspieler ist, Exentriker bzw. Wahnsinniger, bei ''Für ein paar Dollar mehr'' dabei war und in den Edgar Wallace Dingern, thats it).
Nun ja, trotzdem wird man ja irgendwann Neugierig, und ich hatte sämtliches erwartet: Von Scheiße bis hin zu ziemlich Gut. Das mir der Film aber so sehr zusagte hätte ich nicht geglaubt. Gerade auch im Hinblick auf die minimale Inszenierung. Es werden weder große Dialoge geführt noch irgendeine Action gezeigt. Wenn dann mal was passiert sieht man nur das Ergebnis wie etwa die Toten auf dem Floß. Zudem wird auch nichts erklärt. Warum befördert sich Aguirre nicht gleich selbst zum Kaiser? Wieso schleppt er seine Tochter mit? Was wird aus den Hinterbliebenen vom Anfang? Viele Filme im historischen Gewand versuchen ja auch immer irgendwie Lehrstunde zu sein. Hintergründe werden erörtert, Meinungen und Gegenmeinungen gezeigt usw. Je unbekannter das Thema (und wer will jetzt sagen dass er sich wirklich damit auskennt was die Spanier alles in Südamerika getrieben haben?) desto mehr werden auf solche Gesichtspunkte wert gelegt.
In Aguirre ist dies nun anders, der Zuschauer wird einfach mit vollendeten Tatsachen konfrontiert, ob er diese gut heißt, sich damit beschäftigt oder einfach als gegeben hinnimmt bleibt wohl jedem selbst überlassen.
Mir hat zumindenst die Ruhe und Aussagekraft über Wahn und Irrsinn zugesagt, ich kann den Film nur weiterempfehlen.
Anbei: Im Film tauchen immer wieder Gegenstände auf und verschwinden wieder, die Zahl der Truppen auf dem Floß variiert ebenso ohne erkennbaren Grund. Wenn man sich nun aber die Produktionsgeschichte durchliest dann wundert es dass Werner Herzog es überhaupt geschafft hat den Film fertigzustellen. Mich haben diese kleinen Fehler nicht gestört da sie ja nichts am Storyverlauf oder der Aussage ändern.

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horro

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Schön beschrieben mein Freund ... wie wenn's sein müsste, bin ich auch grad an dem Film dran und komme gleich mit meinem Kommentar ... ein richtiges Herzog-Revivial heute Abend :)


duffy

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Rescue Dawn ist für mich ein kleines Meisterwerk. Nicht nur, daß Herzog den Bale richtig gut zu führen wusste, er hat Steve Zahn und Jeremy Davies bis zum Äussersten getrieben. I like that. :)


Marti DiBergi

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Bewertung7.0Sehenswert

Werner Herzog setzt auf Physis. Selten ist man weiter als zwei Meter von den Darstellern entfernt, häufig nehmen sie das gesamte Bild ein. Fast schon dokumentarisch in Bild und Rhythmus fängt Herzog die Suche nach der goldenen Stadt ein. Die Musik tut ihr übriges, um dem Film einen ganz eigenen Charme zu geben. Kinski und der Rest des Ensembles haben wohl das meiste improvisiert, und doch ist das Spiel sehr organisch.
Ein wunderbarer Flm, jedoch sehr eigen und ab und zu auch anstrengend.

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patcharisma

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Bewertung5.0Geht so

Der wahre Star von Werner Herzog's Filmen war nicht etwa Klaus Kinski, sondern Florian Fricke* - der Mann, der unter dem Namen "Popol Vuh" sämtliche grossartige Soundtrackkunst zu seinen klassischen Filmen beisteuerte. Immer wieder tue ich mir mal eines von Herzog's Frühwerken an, nur um rauszuhören, welche Fetzen der Musik auf keinem seiner unzähligen Plattenerzeugnissen enthalten sind und immer wieder werde ich fündig, auch hier.

Zum Film selbst: Mit allem Wohlwollen und auch der nötigen Portion Verklärung muss ich nüchtern sagen, dass es sich hier halt schlicht um eine Art Ausgabe von "Duschungelcamp für Hippies in den frühen 70's" handelt. Das Laientheater auf dem treibenden Floss auf der Reise ins Nirgendwo ist einfach eine schrecklich anstrengende Durchhalte-Veranstaltung, die ab und zu mal durch etwas unfreiwillige Komik aufgefrischt wird (zum Beispiel, wenn Kinski Wörter wie "Scheisse" und "Arschloch" sagt). Seine berühmte Exzentrik hält sich hier ziemlich in Grenzen, aber sein weltumspannender Grössenwahn kommt beim Abschluss-Monolog wieder einmal mehr ganz schön zur Geltung.

*Fricke nahm sich im Dezember 2001 das Leben, da er - gemäss seinem Legacy - alles zu dieser(!) Welt beigesteuert hatte, was er konnte. Das ist in etwa genau so konsequent, wie seine grosse Flow-Musik (und die damit verbundene Botschaft) eben immer tönte. Und falls man mal von irgendwo wegzieht, sollte man davor immer "Letzte Tage - letzte Nächte" anhören - yes it's Eso, but a fabulous one of a kind!

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patcharisma

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GuruGuru, Amon Düül (II), auch Can und das ganze Brian-Label ist für mich einfach mostly höchstgradig anstrengend & auch erschöpfend, Popol Vuh dagegen waren (sogar in der Früh-Moog-Phase) immer sehr easy - naja meistens, jedenfalls.
Und falls man "Aguirre" nicht gesehen hat, verpasst man (sorry to say that!) wirklich gar nichts.


KlapTrap

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Yeah, manchmal brauch ich anstrengend ! Schwer zu erklären, es gehört sicherlich eine gewisse Grundstimmung dazu, aber dann projeziert es Kopfkino wie nichts anderes.


FrankB2B

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Bewertung7.0Sehenswert

Die Suche der spanischen Conquestadoren nach der heiligen Stadt El Dorado sehr eigenwillig umgesetzt von dem hochgradigem Exentriker Werner Herzog der die Hauptfigur des Films einem noch größerem Exentriker namens Klaus Kinski welcher sich hier quasi selber spielt förmlich auf den Leib geschrieben hat.
Das diese Zusammenarbeit zwischen den beiden nicht in einem realen Blutbad endete wirkt bis heute noch wie ein Wunder.
Herzog & Kinski konnten nicht mit aber auch nicht ohne einander......eine richtige Hassfreundschaft die sich nicht nur in diesem Film auf einem äußerst extremen Level bewegte.
Dieser Film ist schon mehr als nur ansehnlich,er zeigt die menschliche Psyche von der dunklen & verstörenden Seite und wie schnell man doch den Weg des Wahnsinns beschreiten kann......und das ist etwas das einem Klaus Kinski darzustellen leichter viel als anderen Schauspielern.
Es heißt ja bekanntlich das in so manchem Genie der Geist des Wahnsinns innewohnt......ob Kinski oder auch Herzog Genie's waren kann ich nicht sagen aber das sie durch ihre mitunter wahnhaft kranke Art es vermochten andere zu beeindrucken ist einschlägig bekannt.
Man sollte diesen Film schon gesehen haben auch wenn man wie ich nicht unbedingt jemand ist der von sich behaupten würde ein Sympatisant dieser beiden Charaktere zu sein.

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kinskiFan

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Bewertung9.0Herausragend

Meiner Meiung nach, ist dieser Film neben "Fitzcarraldo" der beste Film dieser beiden Exzenriker und Filmwahnsinnigen Herzog & Kinski:

Tolle Naturaufnahmen, realistische Darstellungen und Dialoge (Kinski-like, zwischen Genie und Wahnsinn) und eine extrem spannende und dichte Handlung die zum Schluss hin immer mehr und mehr in den Wahnsinn und Irrsinn abgleitet und den geneigten Zuseher mit offenem Munde zurück lässt...

Ein Film, den man auf jeden fall mal gesehen haben sollte (schon allein wegen dem überragendem Klaus Kinski).

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