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Anna Karenina

Anna Karenina (2012), FR/GB Laufzeit 130 Minuten, FSK 12, Drama, Historienfilm, Kinostart 06.12.2012


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7.0
Kritiker
35 Bewertungen
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6.8
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1267 Bewertungen
101 Kommentare
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von Joe Wright, mit Keira Knightley und Matthew Macfadyen

Keira Knightley ist als Anna Karenina hin- und hergerissen zwischen Ehe und Moral.

Anna Karenina (Keira Knightley), eine Frau im Russland des 19. Jahrhunderts, durchlebt eine lieblose Ehe mit ihrem Mann, dem Staatsbeamten Alexei Karenin (Jude Law). Eines Tages lernt sie den attraktiven Grafen Vronsky (Aaron Taylor-Johnson) kennen, in den sie sich unsterblich verliebt.

Hintergrund & Infos zu Anna Karenina
Der von Joe Wright (Wer ist Hanna?) inszenierte Film ist bereits die dreizehnte Filmversion des gleichnamigen literarischen Meisterwerks von Leo Tolstoy. Der Roman entstand in der Epoche des russischen Realismus und erschien 1877. Die Titelrolle in dieser Verfilmung von Anna Karenina übernahm Keira Knightley, die mit dem Regisseur zuvor schon in zwei Filmen (Stolz und Vorurteil, Abbitte) zusammenarbeitete.

Vor Keira Knightley spielten schon so namhafte Leinwandgrößen wie Greta Garbo oder Vivien Leigh die verzweifelte Russin. Neben der hochkarätigen Besetzung (inklusive Jude Law und Aaron Taylor-Johnson) besticht die Neuverfilmung vor allem auch durch den für die Adaption des Romans verantwortlichen Drehbuchautor: Der Oscar-Preisträger Tom Stoppard ist neben seiner Tätigkeit als Drehbuchautor (Shakespeare in Love) einer der bedeutendsten lebenden Theaterautoren und erhielt für sein Bühnenstück The Real Thing 1984 einen Tony Award.

Bei den Oscars 2013 gewann Anna Karenina den Oscar für Bestes Kostümdesign. (AP)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Anna Karenina
Genre
Ehedrama, Drama, Kostümfilm
Zeit
1870er Jahre, 19. Jahrhundert
Ort
Russland
Handlung
Adel, Adelstitel, Amour Fou, Betrogener Ehemann, Ehe, Ehebruch, Ehekrise, Ehemann-Ehefrau-Beziehung, Ehepaar, Emanzipation, Emotionslos, Freiheitsdrang, Gefühle, Gesellschaftliche Zwänge, Große Liebe, Heimliche Liebe, Heirat aus Berechnung, Junge Frau, Liebe, Liebe gegen alle Widerstände, Liebhaber, Moral, Rolle der Frau, Roman, Sex, Sexuelle Begierde, Starke Frau, Unabhängigkeit, Unglückliche Liebe, Untreue, Verbotene Liebe, Verlieben, Vernunftehe, Wahre Liebe, Öffentliche Demütigung
Stimmung
Berührend, Emotionen
Tag
Epos, Literaturverfilmung
Verleiher
Universal Pictures International Germany GmbH
Produktionsfirma
Focus Features, Universal Pictures, Working Title Films

Kritiken (30) — Film: Anna Karenina

stuforcedyou: Die Drei Muscheln, CinemaFo...

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4.5Uninteressant

Das ist alles so schön und so wundervoll stilistisch durchorganisiert, dass es fast schon wieder egal ist. Wrights "Anna Karenina" ist eben ein großes Freudenfest der Eitelkeiten und dabei trotz der ganzen satten Farben ungefähr so erwärmend wie der sibirische Nordwind. Und Obwohl hier Schauspieler aus Fleisch und Blut auf der (Film-)Bühne stehen wirken sie wie Puppen, ferngesteuert durch eine liebevolle und affektiert ausgestattete Welt ohne Seele.

15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

Punsha

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Gut, die Szenen mit Levin und Kitty empfand ich aber als warmen Kontrast, der an die wahre Liebe in herkömmlichen Verhältnissen glauben ließ - speziell die des gegenseitigen Liebesgeständnisses. Hach <3 da bin ich fast zur Frau geworden, du nicht? ;)


stuforcedyou

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Wenn ich zur Frau werden will guck ich "Rambo 3" ;)


ChristiansFoyer: Cellurizon.de

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8.0Ausgezeichnet

[...]Wrights dritter großer Historienstoff nach „Pride & Prejudice“ und „Atonement“ erfüllt Kostüm- und Ausstattungsfreunden jeden Herzenswunsch, lässt die Figuren aber auch gelegentlich auf einem kargen Bühnenbild ganz mit ihren Emotionen allein. Deren Nachfühlbarkeit beschränkt sich natürlich durch Wrights so künstlerisch wertvollen wie künstlichen Ansatz, „Anna Karenina“ ist eh schon nicht das ewige Plädoyer für die Liebe gegen alle Widerstände, Wright sucht die Distanz zum nahesten aller Gefühle, formuliert die Liebe als Abbildung eines einschränkenden und reglementierenden gesellschaftlichen Habitats – oder eben: als eine Aufführung. Im pompösen Theater der Sinnestäuschung. Formal ist das bisweilen brilliant, in einzelnen Szenen bildgestalterisch erschlagend kreativ und waghalsig oder einfach nur wunderschön, wenn Wright das Theaterkonstukt aufbricht und man sich plötzlich in weiten verschneiten und später sonnenüberfluteten Feldern wiederfindet. Diese dienen der parallelen Liebesgeschichte um den anfangs verschmähten Kostja Ljewin und seiner Angebeten Kitty als ländlich-naturalistisches Gegenstück zur abstrakten und artifiziellen Bühnenkonstruktion des russischen Hochadels und seiner Entlarvung.[...]

Kritik im Original 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

SoulReaver: CinemaForever, D3M

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5.0Geht so

[...] Der hinderliche Abstand ist der ausschlaggebende Punkt, der den Zuschauer nicht nur zum Beobachter macht, sondern auch zum Forscher. Wir wollen in die reichhaltige Erzählung eintauchen, wollen die Charakter-Tiefe ausloten, die Ambivalenz erfahren, doch wir stoßen nur auf den unsichtbaren Widerstand, der sich auch in Keira Knightleys manierierter Anstrengung reflektiert, die weder Identifikationsfläche bietet noch den Zuschauer um den Finger wickeln kann. Es fehlt ihr schlichtweg an Ausstrahlung, an Leinwandpräsenz und ihre weibisch-aufmüpfige Performance ist entsetzlich kontraproduktiv. Der Abspann rollt, die Gedanken versuchen sich sammeln, doch es gibt letztlich nichts, was nachdenklich stimmen könnte. Äußerlich ansprechend angerichtet, innen maximal lauwarm. [...]

Kritik im Original 13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 13 Antworten

SoulReaver

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Danke, Schnucki.
Die 5 Punkte kommen so ziemlich nur wegen diesen ÜBERRAGENDEN Aspekten zusammen und die machen für mich letzten Endes noch keinen guten Film aus. Jude Law war halt auch fantastisch und die informalen Ansätze passen auch. Mehr isses einfach nicht.
Immerhin gab's ein Happy End für uns in Sachen Knightley, wa? :)


Le Samourai

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Der Zug der Erlösung.


SchnabelPower: filmosophie.com

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9.0Herausragend

Es bleibt hier nur noch eine Empfehlung für den Film auszusprechen, auch wenn Fans traditioneller Literaturverfilmungen sich in der theatralischen Welt von Joe Wright vermutlich nicht zu Hause fühlen werden. Joe Wright hat die Regeln des Genres ebenso durchbrochen wie seine Hauptfigur die ihrer Gesellschaft. Das Ergebnis ist dasselbe: Wer offen für Neues ist, wird begeistert sein.

Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Melanie Dorda: fluter Melanie Dorda: fluter

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9.5Herausragend

Joe Wright ist mit seiner Anna Karenina-Verfilmung etwas Besonderes gelungen: Er liefert damit nicht nur eine intelligente Interpretation des Romanepos', sondern auch ein ebenso eigenwilliges wie opulentes Kunstwerk voller Symbole und Anspielungen, das nachwirkt.

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Lars Tuncay: Filmtabs, Intro Lars Tuncay: Filmtabs, Intro

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9.0Herausragend

ine eigenwillige Adaption mit einem großartigen Ensemble, in dem Keira Knightley in der dritten Zusammenarbeit mit Wright zu Höchstleistungen aufläuft.

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Benjamin Schieler: Moviemaze Benjamin Schieler: Moviemaze

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Trotz aller Tragik, die Tolstois Geschichte innehält, haucht Wright dem Film viel Leben und Humor ein. Ein großer Spaß wird er allein durch die zahlreichen Einfälle und Spielereien in Verbindung mit der Theaterbühne.

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V. Robrahn: Filmszene.de V. Robrahn: Filmszene.de

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8.5Ausgezeichnet

[...] Daher stellt sich dann auch gar nicht ernsthaft die Frage nach der Existenzberechtigung, denn diese neue Anna Karenina ist ein echtes Fest für die Sinne.

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Michael Sennhauser: Sennhausers Filmblog Michael Sennhauser: Sennhausers Filmblog

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7.5Sehenswert

Jede Generation kriegt mindestens eine Kino-Karenina. Keira Karenina ist unsere.

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H.-U. Pönack: Deutschlandradio H.-U. Pönack: Deutschlandradio

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7.5Sehenswert

Regisseur Joe Wright verbleibt im atmosphärischen Unterhaltungskino-Rennen.

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Dirk Knipphals: taz Dirk Knipphals: taz

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7.5Sehenswert

In den Nebenfiguren betont Joe Wright zwar zu sehr die Klischees. [...] Aber dafür gewinnt Anna Karenina unglaublich viel Freiheit und Ausgestaltungsmöglichkeiten für das Liebeswallen im Zentrum der Handlung

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Walli Müller: br-online, NDR Walli Müller: br-online, NDR

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9.0Herausragend

Regisseur Joe Wright stellt in seiner Version die verschiedenen Auffassungen von Liebe gegenüber und betont die Sogwirkung der verbotenen Leidenschaft. Toll, wenn die Verfilmung eines so bekannten Klassikers noch auf ganzer Linie überrascht!

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

José Garcia: Textezumfilm

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7.0Sehenswert

Auffällig an Joe Whrigts Verfilmung ist der Verfremdungseffekt, den der Regisseur anwendet: Sein Film beginnt als Theateraufführung, die in einen Film übergeht. Dennoch kehrt die Bühne immer wieder zurück, Kulissen werden hin- und hergeschoben. Andererseits ist Joe Wrights „Anna Karenina“ kein gefilmtes Theater. Trotz des meisterhaften Schnitts von Melanie Ann Oliver, der fließende Übergänge schafft, trotz einer hervorragenden Kameraführung (Seamus McGarvey), die das Tableauhafte mit einer dynamischen Kamera etwa bei der Ballszene kombiniert, schafft die Vermischung der beiden Kunstformen für den Zuschauer eine gewisse Irritation. So etwa, wenn auf einer Bühne eine ganze Pferderennbahn Platz findet oder sich auf dem Dachboden des Theaters eine Schiffsszene abspielt, oder auch wenn sich eine Tür beziehungsweise ein Vorhang öffnet und hinter dem Theaterraum eine weite verschneite Landschaft oder eine Blumenwiese erscheint. Über die opulenten Kostüme und die großzügige Ausstattung hinaus gibt gerade die modern anmutende Choreografie des Balls der Handlung einen allgemein gültigen Charakter. Der französische Choreograf Sidi Larbi Cherkaoui lässt nicht nur die Hauptfiguren in einen sinnlichen Strudel geraten, der die entbrennende Leidenschaft zwischen Anna und Wronskij versinnbildlicht. Darüber hinaus friert er die Zeit für die beiden Liebenden ein, indem alle anderen Tänzer um sie herum auf der Ballbühne erstarren.

Gelingt es Keira Knightley und Aaron Taylor-Johnson, den Beginn der Leidenschaft zwischen Anna Karenina und Graf Wronskij überzeugend zu inszenieren, so scheinen den Schauspielern kaum über die darstellerischen Fähigkeiten zu verfügen, die aufzehrende Zwanghaftigkeit dieser Beziehung glaubwürdig wiederzugeben. Dafür wirkt insbesondere Aaron Taylor-Johnsons Graf Wronskij einfach zu eindimensional. Demgegenüber gestaltet Jude Law Alexej Karenin ungleich differenzierter. In Laws Darstellung erscheint der Regierungsbeamte nicht bloß als autoritärer Patriarch, der gesellschaftliche Konventionen über die Liebe stellt. Trotz Karenins Unfähigkeit, seine Liebe zu seiner Frau zu zeigen, erahnt der Zuschauer in ihm einen Schmerz, eine Tiefe, die gerade in der hoffnungsvollen Schlusseinstellung deutlich wird. Inhaltlich besteht die größte Stärke von Wrights „Anna Karenina“ indes darin, die Ehebruch-Haupthandlung mit den eingangs erwähnten zwei Nebenhandlungen um Ehe und Treue zu verknüpfen. Veranschaulicht Dollys Liebe zu ihrem untreuen Mann Oblonski, dass ein Verzeihen möglich ist, so stellt sich die Ehe zwischen Levin und Kitty als Gegenpol zur selbstzerstörerischen Leidenschaft zwischen Wronskij und Anna heraus. „Eine Liebe, die nicht rein ist, ist keine Liebe“, heißt es dann, um diesen Gegensatz zu verdeutlichen.

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Filmering: Filmering.at

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4.0Uninteressant

Anna Karenina ist ein eiskaltes, formal gewagtes Experiment, bei dem man den Eindruck hat, dass es Joe Wright vor allem darum ging sich selbst zu profilieren. Durch die Entscheidung wesentliche Teile des Films als Theaterstück zu zeigen, und dabei die Künstlichkeit ins Schaufenster zu stellen, erzeugt der Film einen ganz eigenen Stil, der aber leider nicht wirklich funktioniert. Anna Karenina ist ein unterkühltes, selbstverliebtes und berechnenedes Werk, dass die eigenen formalen Spielereien weit über die Geschichte und die Figuren stellt und dabei noch nicht einmal konsistent vorgeht. Für den Zuseher ist dies anstrengend und verwirrend, vielleicht sogar ärgerlich, vor allem da die Intention von Joe Wright nie so ganz klar wird.

Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Oceanic6: CinemaForever

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9.0Herausragend

[...] Seine Vision von „Anna Karenina“ ist eine gleichsam verspielte wie emotionslose Abrechnung mit der Liebe und anderen sozialen Beziehungen. Gekonnt zieht Wright dabei die Fäden zwischen Theater, Kino und Wirklichkeit, zwischen Tradition und Moderne, zwischen gesellschaftlichem Zwang und freiem Entscheidungswillen. [...]

Kritik im Original 16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Joeyjoejoe17

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Wahnsinnig toller Film :)


Oceanic6

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Ja. :) Schön, dass er dir auch so gut gefallen hat!


Luitgard Koch: programmkino.de Luitgard Koch: programmkino.de

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8.0Ausgezeichnet

Es ist nicht zuletzt die intensive Präsenz und Brillanz der hochkarätigen Hauptdarsteller, die diese kühne Adaption zu einer wahrhaft gelungenen Variante des Stoffes werden lässt und einen spannungsgeladenen Sog erzeugt.

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Mr Vincent Vega: Die 5 Filmfreunde, gamona, ...

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[...] Formal herausragende Tolstoi-Adaption, die eine strenge Stilisierung echten Gefühlen vorzieht. Ein Film, irgendwo zwischen großartig und verdammt schwierig. [...]

Kritik im Original 16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten

der cineast

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Ist verdammt schwierig, im Sinne von *regt zur interessanten Auseinandersetzung an* nicht großartig?


Le Samourai

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Formal herausragend auf alle Fälle, echte Gefühle nicht vorhanden, Knightley wie erwartet hoffnungslos verloren und fehlbesetzt.


Lisa Schwarzbaum: Entertainment Weekly Lisa Schwarzbaum: Entertainment Weekly

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6.5Ganz gut

Anna Karenina ist symbolisch inszeniert und sehr kraftvoll, trotzdem kein atemberaubender Tolstoi.

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Peter Travers: Rolling Stone Peter Travers: Rolling Stone

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9.0Herausragend

Das hätte auch schwere Kost werden können. Aber dank Joe Wright hebt Anna Karenina ab und entführt uns in die wilde Welt der Imagination. Der Stoff wurde schon oft verfilmt, aber niemals auf so erotisch aufgeladene Weise.

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A.O. Scott: New York Times A.O. Scott: New York Times

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6.5Ganz gut

Der Film, so stürmisch und emotional er auch sein mag, geht nicht wirklich in die Tiefe. Am Ende ist man aufgefühlt aber man fühlt sich auch, als wäre man von einem Zug überrollt worden.

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Alle Kritiken (30)


Kommentare (71) — Film: Anna Karenina


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catherina.gartner.9

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Bewertung5.0Geht so

Bildgewaltig mit Wow-Effekt für diese Filmkunst. Der Szenenwechsel ist grandios.

Die Geschichte ist zäh. Wir hatten gehofft da es endlich vorbei ist. Das Ende sehr enttäuschend.

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S.Bendix

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Bewertung4.5Uninteressant

Die Idee, einen Film dieses Kalibers in den Innenräumen eines Theaters spielen und dadurch die geschaffene Illusion sich selbst enttarnen zu lassen – sichtbare Kostüm- und Kulissenwechsel inklusive -, hat eine Menge Potential (wenn Joe Wright sie nur konsequent durchziehen würde) – der Film selbst im Grunde auch, hatte ich doch insgeheim gehofft, er würde mich auf einem ähnlichen Fuß erwischen, wie es die geradezu schamlos-romantischen postmodernen Pop-Opern eines Baz Luhrmann regelmäßig tun. Durch die forcierte Künstlichkeit, die Grandezza des Films, die Erhebung der Form zum Inhalt und das grenzenlose Over-Acting drängt sich der Vergleich in der Tat auf – das einzige Gefühl, das Wright auf den Zuschauer übertragen mag, ist hingegen die Leere, die Anna Karenina in ihrer Ehe empfinden muss, nicht aber ihre Verzweiflung, ihre Sehnsüchte, ihre Widersprüche. Ja, dieser Tolstoi fühlt sich in erster Linie leer an – eine Ausstattungsorgie ohne Seele, die sich in ihrer Opulenz gefällt, für die Belange ihrer Figuren aber keinen Sinn hat. Ich warte derweil auf den nächsten Luhrmann (in fünf, sechs Jahren vielleicht.. :-()

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S.Bendix

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Ja, das ist mir beim anschließenden Überfliegen einiger Kommentare auch aufgefallen, Einigkeit scheint es da kaum zu geben - "Der große Gatsby" und "Anna Karenina", die Beatles und Stones des Glitzer- und Glamour-Kinos. Vorher hatte ich irgendwie die Hoffnung, ich könnte beide mögen, weil ich ja durchaus ein Faible für diese Art des Kinos habe, soweit es "richtig" (also von Baz Luhrmann^^) gemacht wird. Einen zweiten Gatsby habe ich nicht erwartet, von der Herz- und Seelenlosigkeit der wright'schen Karenina-Version war ich dann doch ein wenig überrascht.
Übrigens ist "Anna Karenina", soweit ich mich recht erinnere, bei den Kritikern wesentlich besser an- und weggekommen - schon eigenartig.


Jenny von T

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Mich überrascht das nicht wirklich. Luhrmann war ja nie ein Kritikerliebling - wahrscheinlich, weil er eben seine ganz eigene Art hat, Literatur in die Neuzeit zu übersetzen und sein Stil dabei eben sehr extrovertiert ist. Man muss sich bei ihm wirklich komplett auf diese ausladende Form einlassen können, um den "Inhalt" (nämlich geradezu schamlose Romantik alter Schule) zu schätzen, der sich gerade nicht aus massenweise Intellektuellen-Subtext ergibt - woraus Luhrmann allerdings auch keinen Hehl macht.
ANNA KARENINA dagegen erschien mir mehr stilisiert-unterkühlt, was so mancher Kritiker vielleicht mit "anspruchsvoll" gleichsetzt. Für mich war der Film einfach nur anstrengend.


abendrot

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Bewertung4.0Uninteressant

Sehenswerte Kostüme und Darsteller, allerdings macht es mir das gekünstelte Theater-Getue schwierig, mich zurückzulehnen und einfach die Geschichte auf mich einrieseln zu lassen. Wirkt wegen der Theateratmosphäre auch dramaturgisch überspitzt und völlig überkandidelt.

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LowRidah

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Bewertung1.5Ärgerlich

"Anna Karenina" oder auch "Eine Frau die nicht wusste was sie will"

Als ob das was neues wäre...

Fazit: Laaaaangweilig

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Line3105

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Bewertung7.0Sehenswert

Ich mag dieses Genre auch nicht sonderlich, schaute aber aus Neugier trotzdem mal rein. Irgendwie war ich enttäuscht von der Art des Films. Ich empfand den versuch es als Bühnenbild und auch als richtigen Film darzustellen als sehr nervig. Störte mich beim Anschauen.

Ansonsten ist die Geschichte gut und auch Keira Knightley, die andauernd solche Filme dreht, ist hier ganz nett anzuschauen. Zum Ende hin kommt der Film noch etwas mehr in Fahrt. Man fängt sogar an etwas mitzufiebern (wenn man die Story nicht schon vom Buch oder einer der Tausend anderen Verfilmungen kennt).

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mj1978

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Bewertung7.0Sehenswert

toll gemacht, toller Cast+Ausstattung. Aber leider nicht mein Genre

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Mc-Di

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Bewertung7.5Sehenswert

"Warum?"
"Liebe kennt kein warum.. es ist Liebe."

Exzellente schauspielerische Leistung, allen voran Aaron Taylor-Johnson.
Oscar für das beste Kostümdesign steht außer Frage. Besonders die Kleider der Anna Karenina haben es mir angetan. Keira Knightley passt einfach wunderbar in die alte Zeit (siehe Die Herzogin, Stolz und Vorurteil, Abbitte).
Da zeigt sich erneut, mit welcher Kraft die Liebe den gesellschaftlichen Normen trotzt.

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Schlegel

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Bewertung7.5Sehenswert

Überladene, manierierte Inszenierung, die eher zuschüttet als freilegt. Tolstois Buch ist aber großartig und unkaputtbar und überlebt jede Verfilmung.

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angelmoonsoul

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Keira Knightley und Joe Wright sind nun nach "Stolz und Vorurteil" und "Abbitte" wieder gemeinsam vor bzw hinter der Kamera tätig.
Matthew Macfadyen ist wieder mit dabei, jedoch weder als Wronski od. Karenin, nein hier spielt er den Bruder von Anna, Stiwa.
Jude Law als Ehemann von Anna spielt seine Rolle auch echt gut. Und ich finde seine Rolle im letzten Drittel des Filmes auch fast schon sympathisch.
Die wohl beste Arbeit liefert hier sicher Keira Knightley ab. Sie spielt die Anna mit so viel Gefühl und ist einfach perfekt.
(besonders für Kostümfilme.)
Aaron Taylor-Johnson als Wronski spielt ganz okay. Wenn er noch ein bischen an sich arbeitet, wird das vielleicht noch besser.
Die schwedische Newcomerin Alicia Vikander (bekannt aus Die Königin und der Leibarzt ) ist
in ihrer Rolle der Kitty absolut bezaubernd.
Und auch Domhnall Gleeson als Lewin spielt seine Rolle grandioß.
Alicia und Domhall sind ganz klar so ein kleines Highlight in diesem Film.
In Nebenrollen sind u.a. noch Holliday Grainer (Borgia), Emily Watson, Olivia Williams, Ruth Wilson und Topmodel Cara Delevingne zu sehen.
Joe Wright hat die besten Schauspieler aus dem europäischen Raum engagiert.
Meiner Meinung nach, die bis jetzt beste Anna Karenina Verfilmung.

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JoeKramer

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Bewertung9.0Herausragend

Schwere Kost und dafür unglaublich kreativ gut umgesetzt.Wer das über 1.000 Seite lange Buch schon mal gelesen hat, rechnet ja mit einem 3 Teiler à 4h ;-) Kein wunder, dass man sich da einiges Einfallen lassen muss um das ganze in 2h zu pressen.
Schauspieler waren durch die Bank super, Kostüme gigantisch und der Sound in bestem 5.1. perfekt abgemischt.

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cule0809

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Tolle Buchverfilmung zu einem tollen Buch. Der Film ist aufgebaut wie ein Theaterstück. Wenn die Darsteller durch eine Tür gehen, wird die nächste Szene erst aufgebaut und man ist in einer komplett anderen Szene. Toll gemacht! Dazu eine tolle, wie auch bekannte Geschichte. Dieser Film zeigt zudem viele Facetten der Filmkunst und die dazugehörigen Möglichkeiten. Die Darstellerleistung tut hier sein übriges.

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Nemoflow

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Bewertung6.0Ganz gut

Leider so viel an Potential verschenkt. Nach dem 1/3 des Film dachte ich noch: "Wow, wie wunderbar" ... Handlung, Ausstattung, Optik, Ideen und Ensemble, alles war so überaus stimmig. Doch leider konnte das Niveau (mit Ausnahme des überragenden Spiels von Jude Law und Domhnall Gleeson) in all diesen Kategorien nicht gehalten weden.
Die 2 besten (Gänsehaut)Momente des Films: 1.) Die Ball-Szene [Mindblowing] 2.) Die "Scrabble-Szene" zwischen Kitty und Levin [pure Empfindung].

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Pardus

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Bewertung5.0Geht so

wirkt zu gewollt künstlerisch. Das strengt eher an, als das es unterhält. Warum Cara Delevingne für ihre Nebenrolle so gelobt wurde, erschließt sich mir nicht. Hab sie nicht ein Wort sprechen hören.

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Limone103

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Bewertung7.0Sehenswert

Mir gefiel in den ersten Minuten des Film,dass man jedes Geschehen auf einer großen Bühne sah.Auch die Übergänge zu den jeweiligen Szenen waren super.Leider nimmt dieses "Bühnenstück" im Laufe des Filmes immer mehr ab und somit verschwindet der gewisse Zauber des Filmes.
Dennoch würde ich ihn empfehlen,weil die Geschichte,die Schauspieler und natürlich die wunderschönen Kostüme (insbesondere der blaue Mantel von Herrn Vronsky) den Film sehenswert machen.

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CoactaSum

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Nur ein Wort: "episch".

Wunderbare Ausstattung, wunderbare Schauspieler. Die Theatermetapher passt perfekt zum Film, gegen Ende wird der Zuschauer selbst in Annas Situation versetzt: Abseits von allem Pomp fließt das Leben träge dahin- außerhalb des Theaters hat das Märchen keine Chance.

Das der Film den Nebelplot um Kitty und Lewin größtenteils auslässt, ist in meinen Augen kein Makel- ein guter Film setzt eben Akzente.

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HimmelHoch

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

"Hier ist alles Trug, alles Traum, alles nicht das, was es scheint."

Mutige Verfilmung eines Epos.
Dramatisch, theatralisch, bunt, oppulent, bildgewaltig; ein perfekt choreographierter Tanz durch die russische Gesellschaft, voller Musik, Leidenschaft und Hingabe, Tragik und Humor.

"Why do they call it love? " - "Because it's love."

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HimmelHoch

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Oh, es hätte wohl ein 'Epos' sein sollen. :D


moviereporter

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;)


bugie

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Bewertung4.5Uninteressant

Tolle Kostüme, interessante Idee mit der Theaterwelt, die Musik mag passen oder auch nicht. Aber insgesamt fand ich ihn anstrengend und über weite Strecken langweilig.

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elmnope

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Keine Frage, die komplette Ausstattung des Films ist pompös, beeindruckend- optisch schlichtweg eine Wucht. Untermalt wird das alles zudem mit einem wunderbaren Score (die tolle Musik findet man ebenfalls in Wrights Stolz und Vorurteil, wie Abbitte).
Die Idee mit der Theaterinszenierung erweist sich als genau richtig, steht sie doch nicht nur sinnbildlich für das gesellschaftliche Treiben, das ein einziges großes (und falsches) Schauspiel ist, sondern bringt auch frischen Wind in die Inszenierung und Dynamik in die einzelnen Szenen. So wirkt Anna Karenina immer auch ein wenig wie ein Musical, das keines ist.
Besonders schön ist hierbei der Kontrast zwischen gewollt Bühnenhaftem und den wenigen Aufnahmen in freier Natur- Wright spielt mit den Bildern, mit der Atmosphäre der einzelnen Szenerien, welche die Gefühle und Situationen der Figuren widerspiegeln und weiß allein hierdurch einen guten Teil seiner Geschichte zu erzählen.
Hierbei geraten die beeindruckenden Bilder aber auch ein wenig zum Stolperstein; der Zuschauer wird davon so vereinnahmt (und scheinbar wurde dies auch der Regisseur selbst), dass die Handlung nie die Kraft entfalten kann, die man oftmals erahnt.
Keira Knightley passt auch in dieser Zusammenarbeit mit Joe Wright gut in ihre Rolle, Aaron Johnson dagegen war eine kleine Enttäuschung.
Das wahre Highlight war für mich aber sowieso Jude Law, den ich eigentlich gar nicht so gerne mag, den ich in seiner Rolle als betrogener Ehemann abseits des Klischees aber mehr als überzeugend fand.
Anna Karenina ist ein Fest für die Sinne, ein kleiner Fall von Style over Substance, aber dennoch insgesamt eine tolle Verfilmung eines Literaturklassikers.

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Elyra

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ich war sprachlos.
Ich habe ja schon viele (Kostüm-)Filme mit Keira Knightley gesehen, allen voraus "Stolz und Vorurteil", "Abbitte", "Die Herzogin", etc. aber der hat mich echt umgehauen.
Aber fangen wir mal von vorne an: Ich gehe ahnungslos durch die Stadt und sehe plötzlich beim Karstadt "Anna Karenina"; ich bin reingestürmt und innerhalb von zwei Minuten war es meine DVD ;) Als ich sie dann am gleichen Abend angesehen hab war ich erst ein bisschen skeptisch. Der Einstieg ist dann doch etwas verwirrend gewesen vor allem mit den Theaterszenen. Aber nach längerem Schauen hab ich mich dran gewöhnt und nach längerem Nachdenken ist die Idee Moskau als Theater darzustellen und die Moskauer Gesellschaft als kritisierendes Publikum einfach ein Geniestreich!! Nach der ersten halben Stunde konnte ich nicht mehr genug von diesem Film kriegen.
Anna , die zwischen der Liebe zu Graf Vronskij und ihrem Sohn hin und hergerissen ist, von der Moskauer und St. Petersburger Gesellschaft für den Seitensprung geächtet wird (Männern wird sowas ja immer leichter verziehen als Frauen) und nichts hat "außer der Liebe zu Graf Vronskij", und natürlich - ACHTUNG SPOILER - ihr Selbstmord am Schluss.

Die Kostüme waren grandios und echt. Die Wahl der Schauspieler einfach top. Kulisse und Kameraführung clever eingesetzt.
Meiner Meinung nach ist der Film einer DER Filme 2012.
simply epic!

P.S.: Für alle, die den Soundtrack vom Trailer suchen (den ich auch so lange gesucht habe): "Two steps from hell - Nero"

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Kamell

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Bewertung9.0Herausragend

"Das Erstaunlichste an der Leidenschaft der Liebe ist der erste Schritt, ist die Extravaganz des Umschwunges, der sich im Kopf eines Menschen vollzieht. Die vornehme Gesellschaft mit ihren glänzenden Festen dient der Liebe, indem sie diesen ersten Schritt begünstigt." (Stendhal, 'Über die Liebe', 13. Kapitel)

Und in einer höfischen Welt, die jedes Gefühl dem Reglement der Gesellschaft unterjocht, führt die Liebe aus Leidenschaft unzweifelhaft zu einem Desaster für diejenige, für die deren moralisch verbrämten Regeln auf Leben und Tod gelten - die Frau. Der soziale Tod auf der Bühne des Gesellschaft bedeutet für die Dame von Welt den realen Tod - die Marionette tanzt im Takt oder ihre Fäden werden gekappt. Das ist tragisch, gerade wenn die ungelenkten Kräfte der romantischen Liebe die einzig mögliche Form der Auflehnung eines Individuums gegen die Konventionen ausmachen.

In einem unfassbar schönen symbolischen Rahmen, schön im ästhetischen und im kühl-logischen Sinn, der die formalen Voraussetzungen der Liebesgeschichte im 19. Jahrhundert gerade am Anfang mühelos in tänzerische und maschinelle Formationen übersetzt, zeigt sich die zerstörerische "Extravaganz" entfesselter Leidenschaft. Mir ist schleierhaft, wie man sich dem Zauber der in Anna Karenina vorgeführten Liebesdramen entziehen kann. Sowohl die tragische als auch die glückliche Liebesgeschichte, die kontrapunktisch gegeneinander gesetzt sind, sind außerordentlich überzeugend entwickelt, sorgfältig inszeniert, atemberaubend gespielt, fotografiert und symbolisch untermauert. Und das, obwohl es so viel schwieriger ist, eine positive Entwicklung fesselnd zu erzählen als den Niedergang einer großen Leidenschaft (ich denke da etwa an "Wer hat Angst vor Virginia Woolf", der mir tatsächlich als negatives Äquivalent in der Konsequenz und Intensität in den Sinn kam).

Vielleicht bin ich befangen durch gelungene Projektionen, weil ich ins Kino (OmU und dann auch noch ein 400 Jahre alter Saal mit Holzdecke und bequemen Sesseln) gehen konnte im Gefühl der Leidenschaft und jede Szene zwischen der glühenden Keira Knightley und dem beständig an Format gewinnenden Aaron Taylor-Johnson getragen wurde von eigenem Empfinden.
Ich weiß es nicht, ich werde den Film erneut ansehen, bevor ich überlege, einen Lieblingsfilm daraus zu machen. Aber wer einmal romantische Leidenschaft durchleiden und erleben durfte, ohne die Freuden und Qualen zu verdrängen, sollte Joe Wrights Interpretation dieses russischen Meisterwerkes vielleicht nicht genießen, aber mit angehaltenem Atem bewundern können.

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