Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford
The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford (2007), US Laufzeit 156 Minuten, FSK 12, Western, Drama, Kinostart 25.10.2007
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123 Kommentare
Keine
von Andrew Dominik, mit Brad Pitt und Zooey Deschanel
Jesse James war einer der ersten amerikanischen Medienstars. Es wurden zahllose faszinierende Bücher und fabelhafte Geschichten über Amerikas wohl berühmtesten Banditen geschrieben, die ihn größer machen als er zu Lebzeiten je war, doch die meisten von ihnen nehmen es mit der Wahrheit nicht ganz so genau. Für die Ausgeraubten und Terrorisierten und für die Familienangehörigen derjenigen, die Jesse James tötete, war er vermutlich nur ein gewöhnlicher Krimineller. Hingegen wurde Jesse und der James-Gang in den 1870er-Jahren von der Sensationspresse und in vielen Groschenromanen größte Ehrfurcht und Bewunderung entgegengebracht. Er wurde als eine Art Robin Hood gefeiert, der gezielt jene Banken und Eisenbahngesellschaften aufs Korn nahm, die den armen Farmern das Leben schwer machten. Er war ein tragischer Held: Als Südstaatensoldat ging er durch die Hölle und wurde verwundet – er war davon überzeugt, die Union der Nordstaaten hätte sein Leben ruiniert. Immer mehr Amerikaner zogen in die Städte, führten ein konventionelles, konservatives Leben. Gerade sie erlebten ihn als letzten freien Westernpionier – als Symbol für den amerikanischen Geist, als charismatischen Rebell, der das Gesetz ganz offen verhöhnte und nach seinen eigenen Regeln lebte. Er verkörperte alles, was eine Legende ausmacht. Robert Ford bewunderte Jesse James über alles – er war ein idealistischer und ehrgeiziger Junge, der sich nichts mehr wünschte, als eines Tages mit seinem Idol reiten zu dürfen. Er konnte nicht ahnen, dass er einst als der dreckige kleine Feigling in die Geschichtsbücher eingehen würde, der Jesse in den Rücken schoss. Aber wer war Jesse James wirklich – abseits der Halbwahrheiten und auflagensteigernden Schlagzeilen? Und wer war der damals 19-jährige Robert Ford, der zum inneren Kreis um Jesse gehörte? Wie brachte Ford eine derart monumentale Persönlichkeit zu Fall, was die Sheriffs in zehn Staaten vergeblich versucht hatten? Wie wurden sie Freunde? Und was spielte sich in den Tagen und Stunden vor jenem Schuss ab, der Jesses James’ Leben auslöschte und damit auch zum Wendepunkt in Robert Fords Leben wurde? Niemand wird je die ganze Wahrheit erfahren. “Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford” beruft sich auf Ron Hansens Roman über den berüchtigtsten Gesetzlosen und seinen Attentäter, um die Legende aus einem neuen Blickwinkel darzustellen: Was geschah tatsächlich in den Monaten vor dem berüchtigten Schuss? Im Jahr 1881 ist Jesse 34 Jahre alt. Er bereitet seinen nächsten großen Überfall vor und führt einen Privatkrieg gegen seine zahlreichen Gegner. Sie alle wollen das auf ihn ausgesetzte Kopfgeld und den Ruhm, Jesse James zur Strecke zu bringen. Doch die größte Gefahr droht ihm von den Menschen, denen er uneingeschränkt vertraut. (omdb)
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Cast & Crew
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Andrew Dominik
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Brad Pitt
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Zooey Deschanel
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Dorothy Evans
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Casey Affleck
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Robert Ford
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Mary-Louise Parker
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Sam Rockwell
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Sam Shepard
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Regie
Schauspieler
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Ted Levine
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Michael Parks
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Jeremy Renner
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Meredith Henderson
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Paul Schneider
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Kailin See
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Garret Dillahunt
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Ed Miller
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Pat Healy
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Brooklynn Proulx
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Mary James
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Barbara Kozicki
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Dicks Frau
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Matthew Walker
-
Robert Hansen
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Andrew Dominik
- Genre
- Western, Drama, Biopic
- Zeit
- 1880er Jahre, 1881, 1882, 19. Jahrhundert
- Ort
- Kansas, Kentucky, Missouri, Vereinigte Staaten von Amerika
- Handlung
- Angst, Antiheld, Aufhören, Ausstieg, Bank, Banküberfall, Besessenheit, Bewunderung, Bruder, Brutalität, Cowboy, Eifersucht, Enttäuschung, Erschiessen, Familie, Farm, Freundschaft, Gang, Geistige Krankheit, Geplanter Mord, Gewalt, Hassliebe, Intrige, Kopfgeld, Krimineller, Labiles Verhalten, Legende, List, Medien, Mord, Männerfreundschaft, Mörder, Müdigkeit, Nervenzusammenbruch, Pferd, Pistole, Plan, Plan, Raubüberfall, Revolverheld, Roman, Ruhestand, Ruhm, Scham, Schuldgefühl, Töten, Unsicherheit, Untergang, Verfolgungswahn, Versteck, Vorbild, Zugüberfall, Zurückweisung, Überfall
- Stimmung
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Drehbuch
Filmdetails Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford
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Kritiken (8) — Film: Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford
Oceanic6: CinemaForever
Kommentar löschenDrei Jahre ist es her als ich mir "die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" das erste Mal anschaute. Damals lies mich der Film recht unbeeindruckt zurück. Dann probierte ich es letztens auf Rat noch einmal, kam aber nicht über die erste halbe Stunde hinaus. Der Grund dafür, dieser Film ist ein Stimmungsfilm wie ich ihn zuvor noch nie gesehen hatte. Nun, alle guten Versuche sind drei. Und diesmal konnte der Film das Zitat "You're gonna break a lot of hearts." in die Tat umsetzen.
"Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" ist ein tiefgreifendes cineastisches Meisterwerk. Keinen gewöhnlichen Western bekommen wir präsentiert, vielmehr ein Drama über demokratische Werte, den Übergang zur Moderne und das Menschsein. Jesse James missliche Lage, Robert Fords Charakter, die nebenbei angesprochenen Themen (z.B. das Verehren von Stars) und all die negativen Auswirkungen, die diese in einer Gesellschaft hervorrufen…
12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 10 Antworten
facepalm 2011/01/13 20:49:33
Antwort löschenGanz toller Kommentar, freut mich dass er dich endlich auch so in den Bann zieht wie mich. Das war bestimmt nicht das letzte mal dass du ihn schaust, ich hab ihn vor wenigen Wochen nochmal gesehen und jetzt schon wieder Lust drauf. Und der Score...no comment :D
stuforcedyou 2011/01/13 21:10:17
Antwort löschenToller Kommentar zu einem tollen Film.
der cineast 2011/01/13 21:30:49
Antwort löschenSchicker Kommi, doch ist mir dein hochgelobter Jeremy Renner wiedermal nicht aufgefallen^^.
Auch Casey ist in meinen Augen in "Gone Baby Gone" überzeugender, weil authentischer.
facepalm 2011/01/13 21:33:26
Antwort löschenMitnichten, Freundchen. Casey spielt hier göttlich, das hat er vorher nicht geschafft und auch nachher nicht wieder erreicht :)
stuforcedyou 2011/01/13 21:35:54
Antwort löschenaffleck spielt hier großartig, genau wie in "gone baby gone"
Oceanic6 2011/01/13 21:36:31
Antwort löschenMeine Meinung, Casey ist ohne Zweifel in Gone Baby Gone absolut grandios, nur die Falten und Mimiken in Jesse James, das ist einsame spitze!!!
Oceanic6 2011/01/13 21:38:20
Antwort löschenUnd danke für das Lob an alle! ;)
der cineast 2011/01/13 21:50:52
Antwort löschen@Face und Stufu: Habe ich bestritten das er großartig ist^^?
Das ihr euch gleich immer so angegriffen fühlt :P
Außerdem ist es meine subjektive Ansicht, die darin begründet ist das Casey aus einem Mileau entstammt in welchem er in Boston spielt. Er wirkt heimischer in dieser Art von Film, als in einem Westernmantel mit Hut^^
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der cineast 2011/01/13 21:54:27
Antwort löschenmilieu, pardon!
Tyler.Fincher 2011/01/18 18:27:55
Antwort löschenToller Kommentar. Find ihn ebenfalls grandios und einer der besten Western die ich jeh gesehen habe. Manche Einstellungen (generell die Kamerarbeit) sind der Wahnsinn und Casey Affleck war nie besser.
Mr Vincent Vega: Fünf Filmfreunde, gamona, D...
Kommentar löschen[...] Der Film streift sein anfängliches Bild, geprägt von einem dicht inszenierten nächtlichen Zugüberfall, immer nur beiläufig, aber die vermeintliche Heldenbande um Jesse James skizziert er als ziellose und verwirrte Gruppe brutaler Taugenichtse. Diese Männer sind keine ritterlichen Geber, die den Vormarsch der Industrialisierung mit südstaatlichem Post-Bürgerkriegseifer zu bekämpfen versuchen, um die Habseligkeiten der ‚großen’ an die ‚kleinen’ zurückzubringen. Auch wenn der Film die Verklärung seines untersuchten Mythos’ selbst zugeben muss, sei es in der Presse, der Rechtssprechung oder der Kultur – schließlich wird all das Gesehene zu einem Stück trivialen Theaters verkommen –, achtet er ganz bewusst darauf, neue Blickwinkel auf Jesse James und seine Mitstreiter zu schaffen. Denn indem diese Gefolgschaft in sich verraten und zersetzt endet, kreiert der Film auch eine Metapher für die Unaufhaltsamkeit der Moderne, deren Züge sprichwörtlich längst am Anrollen sind. [...]
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fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch
Kommentar löschenDie Analyse eines Mordes, der Beweggründe dafür und seiner Konsequenzen stehen im Zentrum. Andrew Dominik dringt in die zersplittete Gefühlswelt der Westernlegenden ein. Daraus ergibt sich ein sperriges, teils langatmiges Drama, das durchaus Geduld abfordert. Wer sich aber darauf einlässt, wird in eine berauschende Welt eintauchen.
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D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard
Kommentar löschenDas epische Zeitmaß - Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford dauert mehr als zweieinhalb Stunden - bekommt dem Film jedoch nicht unbedingt gut: Die eine oder andere Nebenfigur tritt zwar stärker hervor, er wirkt aber auch zunehmend bleiern. Zu akademisch ließ man sich hier auf die Herstellung von historischer Patina ein, die erst dann wieder zu Leben erwacht, wenn sie gleichsam über sich selbst erzählt.
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Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today
Kommentar löschenObgleich der Filmtitel listig eine Urknalltheorie andeutet, ist Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford keineswegs ein klassischer Western. Trotz etlicher Schießereien gibt der Film eine wundersam beschauliche und poetische Saga ab, die einen frischen und faszinierend neuen Ausblick auf ein verwaschenes Genre bietet.
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facepalm 2010/07/17 22:32:17
Antwort löschenWo gibt es in dem Film bitte "etliche Schießereien"?
Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr... Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr...
Kommentar löschenNicht James, Ford ist hier die Identifikationsfigur. Dessen Verehrung für ein Ikon der amerikanischen Geschichte, seine ambivalente Beziehung zu einem mehrfachen Mörder, beleuchtet Andrew Dominik en detail. Sein Film scheut nicht davor zurück, die Psychologie seiner Protagonisten in aller Ausführlichkeit und auf über 150 Minuten auszubreiten, was sich nicht immer frei von Längen darstellt.
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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
Kommentar löschenEin Versuch über den Western und das Verbrechertums, ein Beitrag zur reichen Kulturgeschichte des Verrats, ein Zen-Western, im schlafwandlerischem Stil inszeniert: Wie für die Figuren ist auch für die Zuschauer der Weg das Ziel, denn dieses kann nur der Tod, Jesse James' Ende und das Ende des Films sein.
Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Chuchaqui: Critic.de
Kommentar löschenHabe lange gebraucht, um mich endgültig festzulegen. Mittlerweile bin ich mir aber sicher: Ein sehr guter Film. Zwar gegen Ende etwas zu lang geraten und auch in den Unschärfe-Experimenten mit der Kamera habe ich wenig Sinn gesehen. Ansonsten aber starkes Kino mit tollen Bildern und vor allem sehr guten Darstellerleistungen, v.a. von Pitt und Affleck. Auch die Musik von Nick Cave trägt zum Kinoerlebnis bei.
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Kommentare (115) — Film: Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford
Kommentar schreibenIchundso 2012/05/22 20:57:10
Kommentar löschenDie große Geschichte, im Kleinen erzählt. Eine halbe Stunde vor Schluss ist der Punkt erreicht, zu dem bisher aufgebaut wurde. Mit Gesprächen, mit Drohungen, mit aufkeimendem Zweifel von allen Beteiligten. Und wenn Robert Ford mit seiner Tat konfrontiert wird, zehn Minuten nachdem man sie selber gesehen hat, kann man sich merkwürdigerweise nur noch vage erinnern, aber die Gefühle kommen auf. "Don't that picture look dusty?"
Die große Geschichte, die Ermordung des Jesse James durch (den Feigling) Robert Ford, das Drama über verlorenes Vertrauen, über Verrat, Freundschaft, Familie und Ehre. Dokumentarisch akkurat, aber mit Seele und Verstand umgesetzt, brillant und trostlos.
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Daymare 2012/05/07 21:37:32
Kommentar löschenSehr stimmungsvoller Film, der mir teilweise aber zu langatmig war. Der Soundtrack war aber nichtsdestotrotz sehr überzeugend!
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SienanntenihnMücke 2012/05/24 23:20:42
Antwort löschenExakt so würd ich ihn auch beschreiben, kommt zum Ende hin nochmal in Schwung.
DerDude_ 2012/04/26 21:43:53
Kommentar löschenIn erster Linie ist "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" ein sehr bildgewaltiger Film. Regisseur Andrew Dominik findet unzählige Bilder die er in wunderbarer Ästethik vermittelt. Auch enthält der Film zahlreiche perfekt inszenierte Sequenzen mit Gänsehaut Garantie. Brad Pitt spielt gewohnt einfach Erstklassik und beweist erneut das er mehr als ein Name ist. Ben Afflecks Bruder Casey brilliert ebenfalls. Das Sahnehäubchen im Ensemble ist aber Sam Rockwell : Der Mann geht einfach immer ! Die famose Ausstattung rundet das Bild ab. Dennoch ist "Die Ermordung..." ein, aufgrund seiner epischen Laufzeit, recht anstrengend und durch sein ruhiges Tempo auch schwer zugänglich.
Fazit : Schwere Kost und nicht uneingeschränkt zu empfehlen, aber dennoch hoch interessant und mit famosen Bildern !
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cacavas61 2012/04/26 22:34:03
Antwort löschenJa, wirklich recht anstrengend... ;-)
Nathan Mzt 2012/04/08 22:31:48
Kommentar löschenMit einer der besten Soundtracks überhaupt!
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MartinNolan 2012/04/08 17:17:26
Kommentar löschenDer Titel des Films sowie der Anfang stimmen einen vielversprechend. Brad Pitt spielt Jesse James ,einen Anführer einer Bande von Verbrechern. Auf ihn ist ein Kopfgeld ausgesetzt und so findet er auch schließlich seinen Tod. Er wird feige von hinten von Robert Ford (Casey Affleck) erschossen.
Der Film erzählt sehr sehr mühsam die Geschichte eines Anführers und dessen Bewunderers R.Ford, der nach dem Treffen mit seinem "Helden" Jesse James eher enttäuscht ist. Oft herrscht Stille in dem Film und der Zuschauer fragt sich wann die Handlung seinen Lauf nimmt. Dann wird Jesse auf einmal beim Abstauben eines Bildes erschossen. Nach dem Tod von James entsteht ein gewisser Mythos um ihn und schlussendlich wird auch Ford von einem Anhänger von James umgebracht.
Es fehlt leider an musikalischer Untermalung und an gut erzählter Handlung.
Ein Film mit Brad Pitt, der so nicht überzeugen kann!
Wer sich für die Thematik interessiert darf sich den Film anschauen. Wer sich jedoch einen guten Film mit Western-Atmosphäre erhofft, wird enttäuscht werden.
So interessant, wie das Abstauben von Bildern!
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FumerTue 2012/04/03 23:37:57
Kommentar löschenOh je, das will mir irgendwas sagen... Ohne es gewusst zu haben tagesgenau am 3. April, 130 Jahre nach Jesse James' Ermordung, schau ich mir also "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" an...
Das ist genau so ein Film, so eine Geschichte, wie die Amerikaner sie lieben und wie ich sie mag, einer von den Filmen, die so eine Geschichte so richtig ausführlich und anschaulich und spannend erzählen, alle Höhen und Tiefen mit reinbringen und die am Ende auch noch nachwirken... Der Streifen ist wie sein Titel recht lange, aber irgendwie geht er doch in angemessener Zeit rum. Sollte man auf jeden Fall gesehen haben, weil schlecht ist der nicht!
Leider im Englischen sehr schwer zu verstehen, da eher gehobene Sprache und undeutliche Aussprache. Aber die deutsche Übersetzung und Synchronisation ist in der Tat sehr gut gelungen! (Kein so doofer Übersetzer war da am Werke, der "Are you okay?" zum Beispiel mit "Bist du okay?" übersetzen würde, sondern einer, der sich dann auch noch überlegt: "Wie würde man da jetzt im Deutschen wohl sagen?"; ist mir voll sympathisch!)
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pentafuchs 2012/04/01 22:17:56
Kommentar löschenein film für den man in der richtigen stimmung sein muss, um ihn wirklich erfassen zu können, weshalb er vielen wahrscheinlich nicht zusagen wird, da er ohne große effekte und abseits des klassischen western mit viel ruhe und tiefgang eine geschichte zu erzählen weiß, die einen letztlich mehr berührt als man vermutet.
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WHSS 2012/03/21 01:06:39
Kommentar löschenDer Film ist nicht schlecht. Schöne Bilder, guter Soundtrack, gute Schauspielerische Leistung. Jedoch gibt es, aus meiner Sicht einen großen Problem. Paradoxerweise scheint mir die über 2,5 Stunden erzählte Geschichte nicht ausreichend. Die zentrale Figur von Jesse James ist unvollständig dargestellt. Es fehlt der Anfang. Wie ist er Jesse James geworden? Diese, meiner Meinung nach, extrem wichtige Frage, bleibt unbeantwortet. Dadurch sind viele Aspekte der Handlung nur schwer nachvollziehbar. Warum handelt und fühlt Jesse James so und nicht anders? Warum leidet er, was bereitet ihm Sorgen, wovor hat er Angst? Warum benehmen sich andere Charaktere ihm gegenüber auf dieser bestimmte Art und Weise? Der Film beantwortet diese Fragen nur Kurz und nicht ausreichend. Dadurch bleibt er als Werk, das die Persönlichkeit von Jesse James darstellen soll, unvollendet.
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petepitt 2012/02/28 02:54:37
Kommentar löschenDer Filmtitel widerspiegelt den Film ziemlich genau: lang, kompliziert und vielsagend. Angelehnt an die historischen Tatsachen überzeugen in diesem Film besonders die Schauspieler. Die tiefgründigen Einblicke in die Charaktere und deren Beziehungen, lassen viel Interpretationsraum offen und regen zum Nachdenken an über Mythen, über Medien, über Moral, über menschliche Psyche. Begleitet wird dies durch grandiose Filmmusik, welche eine düstere Atmosphäre schafft.
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emacs 2012/02/26 00:45:50
Kommentar löschenLangatmig, langweilig.
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Joker_ 2012/02/20 19:11:05
Kommentar löschenBildgewaltig und musikalisch atemberaubend.
Packende Dialoge, gehalten von brillierenden Schauspieler.
Intensiv, subtil und künstlerisch kommt er daher.
Er bewegt sich elegant und ruhig, dessen Erzählperspektive fesselnd.
Keine Stunde, keine Minute, keine Sekunde -- zu lang.
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FabiCry 2012/02/20 00:32:28
Kommentar löschenGuter Film mit wunderschönem Soundtrack.
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aberaber 2012/02/18 10:47:25
Kommentar löschenEin bis in die kleinesten Rollen hervorragend besetzter Film, aber sicherlich eine Stunde zu lang. Der Regisseur würde sein Werk wahrscheinlich als episch bezeichnen, komatös ist aber meiner Meinung nach die treffendere Bezeichnung. Vielzuviel Gerede, bedeutungsschwere Blicke und lange statische Kameraeinstellungen machen das Anschauen zu einer echten Geduldsprobe. Andererseits hat der Film aber auch viele großartige Momente, vor allem zum Ende der Geschichte. Ich warte jetzt auf den Short-Cut...:-)
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xXFilmFreakXx 2012/02/12 20:49:59
Kommentar löschentoller und leiderauch verkannter film,ähnlich wie der schmale grat ,dessen größe auch nicht anerkannt wird
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jimmey11 2012/02/08 20:52:03
Kommentar löschenJesse James, Robert Ford. Ein Dialog.
Jesse:
Zuerst kaum wahrgenommen, den unscheinbaren Unsichtbaren, der mit der brüchigen Stimme. Lobeshymnen hat er mir gesungen, Gedichte hat er mir geschrieben. Keine Herausragenden, aber sie gefielen mir doch. Und langsam in mein Leben, langsam in meine Festung, die Undurchdringbare, eintrat. Sie einriss, mit bloßen Händen. Was ich nie für möglich gehalten, was ich aufgegeben hatte, fand ich in ihm. Keinen Bruder. Keinen Freund. Doch ebenso verloren, ebenso allein wie ich.
Rob:
Ich habe niemanden. Ich bin niemand und verlange nichts. Ich lasse all das über mich ergehen und meine Figur löst sich im Schatten, nicht mal ein Umriss bleibt zurück. Nichtmal die Erinnerungen. Es gab nur einen einzigen Menschen für mich, nur eine Person der ich ewig und ohne zu wissen warum, verfallen war. Meine Bestimmung. Mein Schicksal.
J.:
Ich habe niemanden. Eine lebende Legende ohne Ziel. Unsichtbar und doch nicht unbekannt. Je mehr Bewunderer ich habe umso einsamer fühle ich mich. Sie verstehen nicht. Sie wissen nicht. Nur er weiß es. Ich sehe es in seinen Augen. Ein Einziger der zu mir vordringt. Und doch zurückschreckt. Warum? Warum bleibst du stehen und drehst dich weg? Warum lässt du mich allein? Komm zurück. Lass mich Mythos werden und beende mein Leid.
R.:
Bevor ich die Waffe hebe und ein letztes Mal auf den Mann blicke, der mir alles war. Bevor ich die Waffe hebe und ein letztes Mal an die Hefte denke, an das warme Gefühl im Bauch, den Kloß im Hals beim Gedanken an Jesse. Bevor ich die Waffe hebe und abdrücke. Und mein Leben in den Abrund reiße. Bevor ich Legende zum Mythos werden lassen.
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snour 2012/01/14 18:00:51
Kommentar löschenIch war nie ein Fan von Western, aber bei diesen Film hatte ich nie das Gefühl gehabt, dass er versucht Western Klischees zu erfüllen.
Viele finden es auch nicht gut, dass der Titel den Inhalt des Films verrät, aber ich persönlich finde es viel wichtiger "WIE" und natürlich "WARUM" Jesse von Robert ermordet wird.
Ich bin auch ein großer Fan von Brad Pitt, denn er schaff es immer wieder einen Film durch seine Präsenz aufzuwerten.
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Hagen Hagen 2012/01/07 07:35:45
Kommentar löschenWunderbare Bilder, wunderbare Darsteller, wunderbarer Film.
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Roolfer 2012/01/07 19:37:15
Antwort löschen...wunderbarer soundtrack
Hagen Hagen 2012/01/08 22:58:07
Antwort löschenstimmt. Und wunderbare Dialoge.
Jose Pereira 2011/12/20 22:52:33
Kommentar löschenOh... wer den Titel kennt, kennt den Film. (Ich bin überrascht.)
Mich wundert es, dass viele Jesse James als Meisterwerk feiern, und den Banditen als Robin Hood bezeichnen. In welcher Szene hat er denn Heldentaten bewiesen? Ich habe keine einzige gesehen. Ist er aufeinmal ein Held, weil er mit seinem kleinen Sohn in die Kirche geht? Amen. Und wieso wird Robert Ford als Feigling dargestellt? Ähm.. wäre im Vergleich Jesse James dann nicht selbst ein Feigling? So viel Mut aufzubringen, den Mann umzubringen, den Robert ein lebenlang vergöttert hat, ist die einzig richtig coole und intelligente Aktion im Film. (Respekt!!) Gegen Casey Affleck sieht Brad Pitt ziemlich blass aus. Trotz langgezogenen Szenen ist die Atmosphäre sehr interessant, besonders die wahrhaftig zu erkennende Verzweiflung in den Gesichtern. Das Ende mit den Drinks an der Bar hat mich jedoch enttäuscht, daher nur eine 5,5.
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bluebigpappa 2011/12/21 22:06:36
Antwort löschenAlso lohnt sich der Film nicht? Ich wollte den immer mal sehen aber der passte von der Laufzeit her meistens nicht "dazwischen"!
arillo 2012/02/22 19:19:09
Antwort löschen[ ]Du hast den Film verstanden.
[x]Du hast den Film nicht verstanden.
Es geht bei "Die Ermordung.." nicht darum, Robert Ford als Feigling darzustellen. Der Film behauptet auch zu keinem Zeitpunkt, Jesse James wäre ein Held. Es ist die Legende um diesen Mann, die Mund-zu-Mund-Propaganda, der Revolverheldenmythos, der in dieser Zeit umgeht und Einzug in Groschenromane und tollkühne Fantasien junger Männer findet, der dazu führt, dass ein Gewaltverbrecher betrauert wird - und schließlich dazu, dass Robert Ford für seine Tat von der Gesellschaft, die Jesse James für einen tollen Kerl hält, verachtet und gehasst wird.
Der Film zeigt doch, wie Jesse James seinen Gefolgsleuten in den Rücken schießt, einem wehrlosen Mann beim Zugüberfall mit dem Revolver ins Gesicht und auf den Kopf schlägt und macht ganz eindeutig die bedrohliche Präsenz dieses Mannes, der charismatisch und angsteinflößend zugleich ist, zum zentralen Element des Films.
Es geht nicht darum, den Verbrecher Jesse James zu verherrlichen, sondern darum, diese ungerechtfertigte Verherrlichung darzustellen.
Und natürlich um die große Kluft zwischen dem Idol und der Wahrheit dahinter.
Jose Pereira 2012/02/22 21:58:26
Antwort löschenOffensichtlich habe ich meine Bewertung nicht ausreichend argumentiert, konnte ja als „Neuling“ nicht ahnen, dass hier tiefgründig diskutiert wird, geschweige Unverständnis unterstellt wird. ;)
Die 5.5 ist meine reine persönliche Bewertung für den Film. Ich habe mich einfach gelangweilt und wenn ich zurückblicke ist mir tatsächlich nur eine gute Szene in Erinnerung geblieben. In 95% des Films passiert nichts aufregendes. Allein das teilweise exzellente schauspielerische Talent einiger Akteure, macht einen Film noch lange nicht zu einem Meisterwerk.
„Wer den Titel kennt, kennt den Film.“ bezieht sich darauf, dass man sobald die Namen im Film gehört hat, man sich denken kann, wo das ganze hinführt. Die Ermordung von Jesse durch Robert ist nur eine Frage der Zeit.... na ja.. dauert hier etwas länger. Erst in den letzten Minuten kommt eine überraschende Wendung, dessen Effekt meiner Meinung nach in „diesem Film“ zu kurz gehalten wird.
Meine mit Ironie bekleidete Aussagen waren eher als Kritik an die Gesellschaft gerichtet, ich wollte nur meine Empörung kundtun, dass Robert als Feigling dargestellt wurde, denn eigentlich ist er ja der wahre Held.
[ ]Ich habe den Film nicht verstanden.
[x]Ich habe den Film verstanden, nur bin ich wohl ein Fan von Happy Ends. ;)
arillo 2012/02/23 00:09:42
Antwort löschenNaja...meiner Auffassung nach wird er eben nicht vom Film selbst als Feigling dargestellt - der Film zeigt, dass die Welt, sein eigener Bruder und dadurch schließlich auch er selbst sich als Feigling sieht.
Wer erwartet, dass das, was der Titel schon verrät, hier zum zentralen Spannungselement gemacht wird, kann den Film natürlich nicht mehr so toll finden - eben dieses Ereignis ist doch aber wohl kaum das Entscheidende an dem Film, sondern die Darstellung der Figuren. Der Zwiespalt, in den sich Ford im Laufe des Films begibt - von reiner Verehrung seines großen Idols, zur berechtigten Todesangst vor selbiger, zur Gewissheit, dass die Hefte, die er heimlich liest keineswegs die Wahrheit wiedergeben und Jesse James kein Antiheld ist, sondern ein unberechenbarer Mörder.
Jesse seinerseits ist alt, krank und des Kämpfens müde und lässt sich im Finale ganz eindeutig bewusst von seinem größten Verehrer erschießen. Wirklich interpretieren kann ich diese letzte Handlung nicht. Ich bin sowieso ganz schlecht im Interpretieren.
Wie in meiner PM an dich schon geschrieben: Ich mag Filme wie "No Country For Old Men" oder "There Will Be Blood" - "Die Ermordung des Jesse James" hat ja einen ähnlichen Kammerspielcharakter, ohne ein Kammerspiel zu sein. Der Film lebt von seinen Darstellern und egal wie ruhig und langatmig das Werk insgesamt sein mag, ich hab trotzdem meinen Spaß. Wenn die Darsteller so eine intensive Leinwandpräsenz entwickeln und so fantastisch miteinander harmonieren, entsteht eine ganz andere, viel dichtere Spannung, als wenn nur eine Handvoll Stereotypen mittelmäßig dargestellt in einen Topf geworfen und ausgewürfelt wird, wer die nächste Schießerei nicht überlebt. Das interessiert mich doch nicht.
Schade, dass du den Film nicht so wahrnehmen konntest wie ich. Aber über Geschmack lässt sich nicht streiten. Unverständnis habe ich dir unterstellt, weil dein Kommentar zum Film so auf mich wirkte, als hättest du dem Film Aussagen in den Mund gelegt, die dieser einfach nicht trifft. Nichts für ungut. :>
Alle 6 Antworten zeigen
arillo 2012/02/23 00:14:32
Antwort löschenP.S.: Vermutlich hast du recht: exzellentes schauspielerisches Talent macht einen Film wohl nicht zum Meisterwerk.
Exzellentes schauspielerisches Talent, gepaart mit einem fantastischen Drehbuch, noch fantastischeren Charakteren, dem unglaublichen Soundtrack von Nick Cave und Warren Ellis und der Tatsache, dass (meiner Meinung nach) jeder Frame ein Kunstwerk ist, tut das sehr wohl.
Dass die Fülle an Figuren, die wenig Screentime haben, aber immer wieder eine Rolle spielen und erwähnt werden, bisweilen überladen und verwirrend wirkt, ist das Einzige, was ich dem Film ernsthaft zum Vorwurf mache.
Jose Pereira 2012/02/23 20:05:53
Antwort löschenEin Apfel ist nicht gleich schlecht, nur weil ich es nicht essen mag. Wenn der Film insgesamt uninteressant wäre, hätte ich anders bewertet. Wahrgenommen habe ich schon einiges..
"Trotz langgezogenen Szenen ist die Atmosphäre sehr interessant, besonders die wahrhaftig zu erkennende Verzweiflung in den Gesichtern."
... aber Dich hat der Film ja echt weggehauen, und das freut mich auch. Du bist halt ein wahrer Fan. Kompliment an den Regisseur und seinem Team, die es geschafft haben Menschen mit ihrer Arbeit so intensiv zu erreichen. ;)
Keky 2011/12/20 11:59:31
Kommentar löschenPuh!!! Nicht gerade "The Wild Bunch"Egal wie schön und glaubwürdig geschauspielert wird und ebenso egal wie realistisch und bezeichnend ein Film sein kann. Das hier ist definitv ein Streifen für den man Durchhaltevermögen braucht. Er ist ewig lang und hat auch noch ne richtige Schlaftabletten Kamera-Arbeit. Aber wer sich für eine amerikanische Geschichtsfigur wie Jesse James und seine Spießgesellen interessiert sollte sich den Film ansehen. Und ein Plus hat der Film wirklich: Er hält sich an ein realistische Darstellung dieser Epoche
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Lumpowitz 2011/11/19 00:55:21
Kommentar löschenJesse James kann als einer der ersten großen Helden im Zirkus der Massenmedien gelten. Unzählige Zeitungsartikel und Groschenromane beschäftigten sich schon zu dessen Lebzeiten mit den Taten des Zugräubers, stilisierten ihn zu einer Art Wohltäter, der im Sinne des Volkes die Macht der großen Bankiers und Bahnmonopolisten schwächte. Ein moderner Robin Hood ist er im Film von Andrew Dominik aber nicht. Mit dem erbeuteten Geld ernährt James zwar seine Familie, aber er nutzt sie auch, um sich inkognito als reicher Geschäftsmann zu gebärden. Wer mit ihm reitet, ist ihm letztlich egal. Eben jene Ignoranz bekommt auch Robert Ford zu spüren, der über seinen Bruder mit der James-Gang in Kontakt kommt. Für ihn ist es das Größte, mit Jesse auf Raubzug zu gehen, bewundert er ihn doch von Kindesbeinen an. Und auch wenn sie Bob zum Spottobjekt der anderen Bandenmitglieder macht, steht er zu seiner Obsession. Robert Ford will sein wie Jesse James - nein – er selbst will Jesse James sein. Der jedoch belächelt nur die Schmeicheleien des Tagträumers. Nicht weil er über den Dingen steht, sondern weil er genau weiß, wie viel oder wenig Wahrheit die Legenden um seine Person beinhalten. Jesse James zerbricht an seinem Status Quo, an der Überhöhung seiner Person, der eigenen Lebenslüge, und flüchtet sich in Paranoia. Der Fanatismus von Bob Ford erfährt eine klare Ablehnung und verkehrt sich in Hass.
Was Andrew Dominik mit „Die Ermordung des Jesse James…“ auf die Leinwand gebracht hat, darf gut und gern als Musterbeispiel des psychologischen Western bezeichnet werden. Der Film macht alles richtig. Jede seiner Figuren darf ihr eigenes Süppchen kochen, um es den Anderen alsbald löffelweise zu servieren. In höchst angespannten Situationen werden dann misstrauische Blicke gewechselt, minutenlang. Es wird künstlich gelacht, um die eigene Angst zu kaschieren. Es wird gegenseitig gestichelt und die Münder speien Zwietracht. In eben diesen Augenblicken ist Dominiks Werk am stärksten und installiert eine sogartige Spannung, die sich ausschließlich zwischen den instabilen Persönlichkeiten seiner Antagonisten zuträgt und sich wie von selbst ergibt. Sie muss nicht in Schusswechseln und Verfolgungsjagden erst erschaffen werden. Die Revolver werden hier spärlich und nur kurz aus ihren Halftern gelöst. Wenn gestorben wird, dann ohne Umschweife.
Man könnte „Die Ermordung des Jesse James…“ als dialoglastig abtun, aber das würde ihm nicht gerecht. Er lebt von seinen unzähligen Unterhaltungen wie vom Verzicht auf Getöse. Dass er dabei nie banal wirkt, hat der Film neben seinem vorbildlichen Skript auch dem ausgezeichneten Cast zu verdanken. In den Besprechungen des Films wurde Casey Affleck gern herausgehoben, dabei verdient der leider nach wie vor unterschätzte Brad Pitt dieselbe Aufmerksamkeit. Und auch die zahlreichen (männlichen) Nebendarsteller gesellen sich mit nuanciertem Spiel zu den Titelfiguren: Sam Rockwell, Paul Schneider, Jeremy Renner, Garret Dillahunt und kurz Sam Shepard – die ganze Gang trägt zum außerordentlichen Gelingen dieses epischen Werks bei, das einfach keine Schwächen hat. Seien es die edlen Bilder von Kameramann Roger Deakins oder der elegische Soundtrack des Duos Nick Cave/Warren Ellis. Der Western funktioniert auf jeder Ebene. Er ist alles: Psychologisch ausgereiftes Kammerspiel, moralisch ambivalente Heldendemontage, prachtvoller Ensemblefilm und große Tragödie. Ein Monument!
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