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Faustrecht der Freiheit
Faustrecht der Freiheit (1975), DE Laufzeit 123 Minuten, FSK 18, Drama, Kriminalfilm, Kinostart 06.06.1975
7.8
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Moviemaster:Movie
von Rainer Werner Fassbinder, mit Peter Chatel und Rainer Werner Fassbinder
Der arbeitslose Franz Biberkopf schlägt sich als Gelegenheitsstricher durch. Als er beim Lotto eine halbe Million gewinnt, erhofft er sich durch den neu erworbenen Reichtum Anerkennung in den gehobenen Schwulenkreisen. Er verliebt sich unsterblich in den bankrotten Unternehmersohn Eugen, der sich von ihm aushalten lässt und Franz überredet, Geld in die marode Druckerei seiner Eltern zu investieren. Eugen lehrt ihn standesgemäße Umgangsformen und verspricht, ihn in die kultivierte Welt einzuführen. Doch bald muss Franz erfahren, daß der Klassenunterschied unüberwindbar ist. Kaum ist das Geld aufgebraucht, ist Eugen nicht weiter an einer Beziehung interessiert.
Cast & Crew
Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Faustrecht der Freiheit
- Genre
- Drama, Romanze, Kriminalfilm
- Zeit
- Karneval
- Handlung
- Freundschaft, Karneval, Liebhaber, Lotterie
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Kritiken (2) — Film: Faustrecht der Freiheit
Ulrich Behrens
Kommentar löschenDer Proletarier Franz scheitert an seiner eigenen psychischen und mentalen Disposition, die in der Konfrontation mit der Ökonomie der Ökonomie gnadenlos scheitert und scheitern muss. Das ideologisch verbrämte Postulat der individuellen Freiheit entpuppt sich als Erneuerung des Faustrechts in gesetzlich eingefassten Bahnen und mental eingeübter Praxis auf beiden Seiten, der „proletarischen“ wie der „bürgerlichen“ – zwei Seiten einer Medaille.
Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kubrick_obscura: CinemaForever
Kommentar löschenFassbinder erzählt hier eine ganz traurige Geschichte und zeigt uns die sozialen Unterschiede zwischen armen Reichen und armen Armen. Die Ausbeutung findet ihren Höhepunkt im genialen Schlussbild.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
Sigmund Wed, 21 Dec 2011 14:25:43 -0000
Antwort löschenAllerdings! Das Schlussbild gehört wirklich zu den genialsten überhaupt. Unvergesslich.
Kommentare (4) — Film: Faustrecht der Freiheit
mattxl Tue, 03 Jul 2012 07:42:07 -0000
Kommentar löschenFassbinders xte Variation zum Thema "Liebe und Ausbeutung". Diesmal an einem schwulen Paar durchdekliniert. Und wie jedes mal hat Fassbinder auch hier nach der Premiere Prügel von den jeweiligen Interessensgruppen bekommen. Idealisierte Figuren/Beziehungen waren definitiv nicht sein Ding - und mancher Kinobesucher, um ein positives Selbstbild bemüht, fand hier nichts, was dazu einlädt.
Lustig, witzig, ironisch ist nichts davon. Den Film durchweht ein heiliger Ernst, der schon anstrengend ist. Lässt man sich auf ihn ein, ist er schlicht mitreißend. Er erinnert an eine Zeit im Kino, in der die Flucht des Ernsten in das Ironische noch nicht das übliche war. Bei den meisten wird der Film wohl Abwehrreflexe hervorrufen: "Deutsches Problemkino". Ja, das ist Problemkino. Ich frage mich immer, was das für ein dämlicher Begriff ist, weil ich mir schlechterdings keinen mich interessierenden Film vorstellen kann, der nicht um ein irgendwie geartetes "Problem" kreist.
(kleine Spoilerwarnung) Fassbinder ist für mich auch ein Meister der Übertreibung (und übertrieben hat er es in jeder Hinsicht, leider - auch mit seinem frühen Tod): Es reicht nicht, dass ein Mensch unglücklich verliebt es, auf das widerlichste von seinem Lover gedemütigt wird und in schierer Auswegloskeit stirbt, nein, er muss auch noch ... - hier kommt dann die schon mehrfach erwähnte Schlussszene. Das Erstaunliche: Zu keinem Zeitpunkt ist diese Übertreibung lächerlich. Fast möchte man sagen: Die Schlussszene ist 2012 realistischer als sie es 1975 war. Vielleicht war Fassbinder ja auch soetwas wie ein Prophet.
bedenklich? 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten
Markbln Tue, 03 Jul 2012 13:07:33 -0000
Antwort löschenEin Superkommentar und sehr wahr.
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Markbln Tue, 03 Jul 2012 13:10:29 -0000
Antwort löschenDie Schlussszene zählt zum trostlosesten und traurigsten, was Fassbinder je gedreht hat. Aber vor allen Dingen ist sie aus heutiger Sicht eins: visionär.
mattxl Tue, 03 Jul 2012 13:27:41 -0000
Antwort löschenvielen dank! echt noch mal besonders beklemmend, diese szene mit dem "Wissen bzw. den Zeitungsnachrichten von heute" zu sehen ...
ellen_ripley Sun, 21 Jun 2009 21:26:04 -0000
Kommentar löschenIch will die Menscheit nicht so sehen. Ich weigere mich. Ich will lieber auch in Ecken sitzten, vielleicht gerade, weil es pubertär ist.
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boxcarsboxcars Mon, 26 Jan 2009 09:42:05 -0000
Kommentar löschenDas Messer geht auf und Franz nimmt noch einmal ordentlich Anlauf, damit am Ende auch wirklich kein Zweifel daran besteht, dass er wirklich für alles, was er nie brauchte oder wollte, bezahlt hat. Nicht ein Fitzelchen Selbstachtung, Fleisch, nicht der kleinste Überrest ist an der Klinge hängen geblieben. Alles ist in die letzten zwei Minuten des Films gesickert, findet im Schlussbild dann auch gleichzeitig die Entschuldigung: Alles nur, weil die liebe von ihm mehr verlangt hat als ein Butterbrot.
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Tenzing Thu, 26 Jun 2008 15:26:03 -0000
Kommentar löschenDie ganze Zeit war ich angespannt und hab sehnsüchtig auf die rache von franz gewartet. und mitgelitten. und dann hat der film noch so großartige bilder. toll. so kann nur fassbinder erzählen.
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