Faustrecht der Freiheit

Faustrecht der Freiheit (1975), DE Laufzeit 123 Minuten, FSK 18, Drama, Kriminalfilm, Kinostart 06.06.1975

noch nicht bewertet

Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
7.8
Kritiker
10 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.5
Community
135 Bewertungen
7 Kommentare
admin image admin trailer admin edit edit group memberships sweep cache Moviemaster:Movie

von Rainer Werner Fassbinder, mit Peter Chatel und Rainer Werner Fassbinder

Der arbeitslose Franz Biberkopf schlägt sich als Gelegenheitsstricher durch. Als er beim Lotto eine halbe Million gewinnt, erhofft er sich durch den neu erworbenen Reichtum Anerkennung in den gehobenen Schwulenkreisen. Er verliebt sich unsterblich in den bankrotten Unternehmersohn Eugen, der sich von ihm aushalten lässt und Franz überredet, Geld in die marode Druckerei seiner Eltern zu investieren. Eugen lehrt ihn standesgemäße Umgangsformen und verspricht, ihn in die kultivierte Welt einzuführen. Doch bald muss Franz erfahren, daß der Klassenunterschied unüberwindbar ist. Kaum ist das Geld aufgebraucht, ist Eugen nicht weiter an einer Beziehung interessiert.


Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kritiken (2) — Film: Faustrecht der Freiheit

Ulrich Behrens

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Der Proletarier Franz scheitert an seiner eigenen psychischen und mentalen Disposition, die in der Konfrontation mit der Ökonomie der Ökonomie gnadenlos scheitert und scheitern muss. Das ideologisch verbrämte Postulat der individuellen Freiheit entpuppt sich als Erneuerung des Faustrechts in gesetzlich eingefassten Bahnen und mental eingeübter Praxis auf beiden Seiten, der „proletarischen“ wie der „bürgerlichen“ – zwei Seiten einer Medaille.

Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kubrick_obscura: CinemaForever

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Fassbinder erzählt hier eine ganz traurige Geschichte und zeigt uns die sozialen Unterschiede zwischen armen Reichen und armen Armen. Die Ausbeutung findet ihren Höhepunkt im genialen Schlussbild.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Sigmund

Antwort löschen

Allerdings! Das Schlussbild gehört wirklich zu den genialsten überhaupt. Unvergesslich.



Kommentare (4) — Film: Faustrecht der Freiheit


Sortierung

mattxl

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Fassbinders xte Variation zum Thema "Liebe und Ausbeutung". Diesmal an einem schwulen Paar durchdekliniert. Und wie jedes mal hat Fassbinder auch hier nach der Premiere Prügel von den jeweiligen Interessensgruppen bekommen. Idealisierte Figuren/Beziehungen waren definitiv nicht sein Ding - und mancher Kinobesucher, um ein positives Selbstbild bemüht, fand hier nichts, was dazu einlädt.

Lustig, witzig, ironisch ist nichts davon. Den Film durchweht ein heiliger Ernst, der schon anstrengend ist. Lässt man sich auf ihn ein, ist er schlicht mitreißend. Er erinnert an eine Zeit im Kino, in der die Flucht des Ernsten in das Ironische noch nicht das übliche war. Bei den meisten wird der Film wohl Abwehrreflexe hervorrufen: "Deutsches Problemkino". Ja, das ist Problemkino. Ich frage mich immer, was das für ein dämlicher Begriff ist, weil ich mir schlechterdings keinen mich interessierenden Film vorstellen kann, der nicht um ein irgendwie geartetes "Problem" kreist.

(kleine Spoilerwarnung) Fassbinder ist für mich auch ein Meister der Übertreibung (und übertrieben hat er es in jeder Hinsicht, leider - auch mit seinem frühen Tod): Es reicht nicht, dass ein Mensch unglücklich verliebt es, auf das widerlichste von seinem Lover gedemütigt wird und in schierer Auswegloskeit stirbt, nein, er muss auch noch ... - hier kommt dann die schon mehrfach erwähnte Schlussszene. Das Erstaunliche: Zu keinem Zeitpunkt ist diese Übertreibung lächerlich. Fast möchte man sagen: Die Schlussszene ist 2012 realistischer als sie es 1975 war. Vielleicht war Fassbinder ja auch soetwas wie ein Prophet.

bedenklich? 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

Markbln

Antwort löschen

Die Schlussszene zählt zum trostlosesten und traurigsten, was Fassbinder je gedreht hat. Aber vor allen Dingen ist sie aus heutiger Sicht eins: visionär.


mattxl

Antwort löschen

vielen dank! echt noch mal besonders beklemmend, diese szene mit dem "Wissen bzw. den Zeitungsnachrichten von heute" zu sehen ...


ellen_ripley

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Ich will die Menscheit nicht so sehen. Ich weigere mich. Ich will lieber auch in Ecken sitzten, vielleicht gerade, weil es pubertär ist.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

boxcarsboxcars

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Das Messer geht auf und Franz nimmt noch einmal ordentlich Anlauf, damit am Ende auch wirklich kein Zweifel daran besteht, dass er wirklich für alles, was er nie brauchte oder wollte, bezahlt hat. Nicht ein Fitzelchen Selbstachtung, Fleisch, nicht der kleinste Überrest ist an der Klinge hängen geblieben. Alles ist in die letzten zwei Minuten des Films gesickert, findet im Schlussbild dann auch gleichzeitig die Entschuldigung: Alles nur, weil die liebe von ihm mehr verlangt hat als ein Butterbrot.

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Tenzing

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Die ganze Zeit war ich angespannt und hab sehnsüchtig auf die rache von franz gewartet. und mitgelitten. und dann hat der film noch so großartige bilder. toll. so kann nur fassbinder erzählen.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Fans dieses Films mögen auch