Meine Nacht bei Maud

Ma nuit chez Maud (1969), FR
Laufzeit 110 Minuten, FSK 16, Drama, Komödie

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Meine Nacht bei Maud - Bild 26629
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von Eric Rohmer, mit Jean-Louis Trintignant und Françoise Fabian

Jean-Louis – seit einiger Zeit streng gläubiger Katholik – denkt ans Heiraten. In der jungen, blonden Frau, die regelmäßig am Gottesdienst teilnimmt, glaubt er auch bereits die richtige Kandidatin dafür gefunden zu haben. Allerdings ergab sich bisher noch nicht die Gelegenheit, mit ihr in Kontakt zu treten. Als er überraschend auf seinen Jugendfreund Vidal trifft, macht ihn dieser mit der attraktiven Kinderärztin Maud bekannt. Witterungsbedingt muss er die Nacht bei ihr verbringen, in der sie versucht, ihn zu verführen. Jean-Louis moralische Ansprüche an sich selbst werden auf eine harte Probe gestellt.

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Kommentare (3) — Film: Meine Nacht bei Maud

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Joe Gillis

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Bewertung7.5Sehenswert

Six contes moraux, 3: Der von Jean-Louis Trintignant verkörperte Protagonist (und Erzähler) – Mitte 30, Ingenieur bei Michelin in Clermont-Ferrand, praktizierender Katholik – beobachtet in der Messe eine zurückhaltend wirkende (blonde) Frau (Marie-Christine Barrault) – und schlagartig wird ihm bewußt, daß er sie, die er nicht kennt, von der er nichts weiß, heiraten wird. Bevor es soweit ist, verbringt er (ungeplant – heftiger weihnachtlicher Schneefall hindert ihn am Nachhausefahren) eine Nacht und den folgenden Tag bei und mit der freigeistigen (brünetten) Maud (Françoise Fabian), der (geschiedenen) Freundin eines (marxistischen) Bekannten. Die kurze Begegnung gleicht einem gedankenvollen Redestrom, der kontroverse Überlegungen zu Themenpaaren wie Zufall und Bestimmung, ewige Liebe und Abnutzung der Gefühle, Körper und Geist, freier Wille und göttliche Gnade, Religiosität und Unglaube, Prinzipienfestigkeit (= Treue) und Flexibilität (= Seitensprung) heraufspült und wieder verschlingt. Éric Rohmer inszeniert seine winterlichen scènes de la vie de province als strenges psychologisches Rezitationsdrama, das dank der stupenden Sensibilität von Kameramann Néstor Almendros trotz entschiedener räumlicher Beschränkung eine erstaunliche visuelle Spannkraft entfaltet. Leise (fast überhörbare) sommerliche Ironie verrät sich erst in der kolportagehaften Schlußpointe. PS: »Kommt, reden wir zusammen / wer redet, ist nicht tot…«

8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten

Joe Gillis

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PS: ;)


doctorgonzo

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Grazie mille


Prestigeww

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Bewertung9.0Herausragend

Der Film dreht sich um das Wett-Gleichnis Blaise Pascals, also den Wettstreit zwischen Glaube und Berechnung. Sehr zu empfehlen ist der Dialog zwischen dem Philosophen und dem Mönch auf dem Bonusmaterial der DVD.

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christof.s

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Interessanter Film, wunderbar rätselhafter Schluss.

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