Silentium

Silentium (2004), AT
Laufzeit 116 Minuten, FSK 16, Thriller, Kriminalfilm, Kinostart 03.03.2005

6.6 Kritiker
12 Bewertungen
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7.6 Community
663 Bewertungen
17 Kommentare
Silentium - Bild 34871
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von Wolfgang Murnberger, mit Simon Schwarz und Peter Traxler

Jetzt ist schon wieder was passiert. Diesmal in Salzburg. Der Schwiegersohn des Festspielpräsidenten ist tot. Angeblich Selbstmord. Für die Kirche eine glückliche Fügung. Hat doch der Tote erst vor kurzem mit skandalträchtigen Erinnerungen an seine Jugend im Knabenkonvikt aufhorchen lassen. Brenner hat andere Sorgen. Doch die attraktive Witwe des soeben Verblichenen macht ihm schöne Augen und ein finanziell verlockendes Angebot. Sie glaubt, dass ihr Mann ermordet wurde. Und Brenner soll es beweisen. Ein Glück, dass ihm sein alter Freund Berti zu Hilfe kommt. Ihre Ermittlungen führen sie in die verschwiegene Welt des Konvikts und hinter die Kulissen der Festspiele. Brenner gerät unter Mordverdacht und kommt um ein Haar ums Leben. Am Ende ist der Fall gelöst. Doch die Spitzen der Gesellschaft haben ihre eigene Auffassung vom Lauf der Gerechtigkeit…

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Kritiken (2) — Film: Silentium

Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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8.0Ausgezeichnet

Auch Haders zweiter Auftritt als mürrischer Privatschnüffler Brenner bietet schrullige, skurrile Unterhaltung auf hohem Niveau. Die surreale Atmosphäre in der Amigo-Provinz Salzburg trägt viel zum Charme des Films bei, der sich neben den eigensinnigen Figuren auch durch originelle Bilder vom TV-Krimieinerlei abzuheben weiß. Hader ist wundervoll, doch auch die übrige Besetzung kann überzeugen, auch wenn man diesmal die Cameos schon fast etwas zu dick aufträgt. Dennoch, die Mischung aus Spannung, Drama und schwarzem Humor stimmt und sorgt für Vorfreude auf den Knochenmann.

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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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8.5Ausgezeichnet

Murnberger würzt seine Groteske trefflich mit schwarzem, lakonischen Humor, vielen Doppelbödigkeiten und makabren Assoziationen. Neben dem ausgekochten Drehbuch sind es die exzellenten Schauspieler, die den Film zu einem Ereignis machen, mit soviel Widerwärtigkeit, dass einem übel wird: neben Joachim Król als fieser Präfekt brillieren Udo Samel als skrupelloser Festspielpräsident, Jürgen Tarrach als feister, lüsterner Sängerstar sowie Christoph Schlingensief, der sich selbst prima auf die Schippe nimmt.

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Kommentare (15) — Film: Silentium

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ElMagico

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Jetzt ist schon wieder was passiert....
Brenners 2. Fall, den er wie den ersten eigentlich gar nicht will...und auch sonst scheint er nachwievor in seiner Lethargie dem Leben gegenüber gefangen zu sein. Mittlerweile verdingt er sich zwar als Kaufhaus-Detektiv in Salzburg, wir dort aber schon schnell Entlassen und auch abseits davon ist alles beim Alten, sprich: Kiffen, Jimi Hendrix, klägliche Flirt-Versuche und wenn ein Fettnäpfchen da ist, wird Brenner auch reintreten.
Der Fall, in den er diesmal hineinstolpert, hebt sich dann aber doch vom Vorgänger ab. Suhlte sich "Komm, süßer Tod" noch in den tiefen des Wiener Proletariats, führt "Silentium" Brenner in die High-Society rund um die Salzburger Festspiele und die höhen der katholischen Kirche. Und wer den Grundton des Vorgängers kennt, weiss das diese gesellschaftlichen Institutionen ein gefundenes Fressen für Brenners Sarkasmus und Weltanschauung sind.
Und auch inhaltlich zeigt uns "Silentium", dass die Motivationen für einen Mord auch in den höheren Gesellschaftsschichten letztendlich denen, im eher asozialen Milieu gleichen. Sicher sind die Anzüge besser, die Geldbeträge grösser und die Partys feiner....die Gier, die Perversion, die Triebhaftigkeit und das (fast komplette) fehlen von moralischen Verhaltensregeln ist hier genau dasselbe.
Dabei schafft es Regisseur Murnberger wieder eine in sich stimmige und spannende Kriminalgeschichte aus dem Ärmel zu schütteln, setzt diese aber ernsthafter, grimmiger und auch brutaler um als den Vorgänger. Was jedoch nicht bedeutet, dass hier an der einen Sache gespart wird, die "Komm, süßer Tod" schon so auszeichnete: dem tiefschwarzen Humor. Nein, auch "Silentium" ist bitterböse, kommentiert gewohnt gelangweilt, aber eben auch abwertend, die Abgründe der Menschen und die Dekadenz der oberen Zehntausend.
Ein weiterer Volltreffer und wieder ein Genuss, wie sich Brenner durch diesen Fall lustlos durchwurschtelt, während sein Freund Berti mit Feuereifer bei der Sache ist. Eben jener Berti geht hier immer etwas unter, ist aber für das Feeling der Brenner-Filme immens wichtig und erzeugt viel Sympathie, weil er letztendlich der normalste zu sein scheint...also soweit man in diesen Filmen von Normal sprechen kann.
Der Soundtrack stammt wieder von den Elektro-Tüftlern Sofa Sufers und auch der passt (wie auch schon bei "Komm, süßer Tod") ganz hervorragend ins Bild. Etwas verquer und schräg, aber nie nervig oder zu extrem...wie Brenner eben.
Toller Nachfolger, den ich nur etwas schlechter bewerte, weil die Milieu-Studie im ersten Teil einfach so grossartig war und ich dies damit honorieren will. Ansonsten gilt aber alles was auch schon bei "Komm, süßer Tod" geschrieben wurde...Grossartig!

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LeGrip

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Bewertung9.5Herausragend

Gott ich liebe die Östereicher für ihren Humor!

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dbeutner

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Mein zweiter Brenner im Filmformat - und etwas besser als der Knochenmann. Letztlich aber ähnlich: Ganz großer Josef Hader, aber die Nebenrollen sind zum Teil mit der "ersten Fernsehriege" besetzt, die aber eben doch weit von der Hader-Klasse entfernt ist. Hier sind es vor allem die bekannten Deutschen, die eher (leicht) unangenehm auffallen, dabei sind es eigentlich durchaus nicht die Schlechtesten: Joachim Król, Jürgen Tarrach und - so leid es mir tut - Christoph Schlingensief (hatte mich so auf ihn gefreut, und tat das beim Zuschauen immer noch, weil ich ihn so mochte, aber wenn man ehrlich ist: Das muss eine Freundschaftsbesetzung gewesen sein).

Ansonsten gilt: Wieder stehen die Art der Erzählung und die Figur des Brenner klar im Focus - die Geschichte ist weniger zerfranst als im Knochenmann, reißt aber auch nicht im Ansätzen vom Hocker. Da es aber um Brenner geht, muss sie das auch gar nicht.

Nach der zweiten Verfilmung wage ich aber bereits zu behaupten: Die beste Medien-Umsetzung eines Brenner-Buches ist und bleibt wohl das Hörbuch "Das ewige Leben" (10/10, große Empfehlung).

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Kubrick_obscura

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Bewertung9.0Herausragend

Unbegreiflich zu was eine Komödie fähig sein kann. Ich muss zugeben, dass ich auf diesem Gebiet enormen Nachholbedarf habe. Zwar ist Österreich als Film-Nation kein unbeschriebenes Blatt mehr, aber mit Haneke und Seidl haben Murnbergers "Brenner"-Filme beachtlich wenig zu tun. Allerdings gibt es Ähnlichkeiten, was zum Beispiel, dass Menschenbild angeht. Das ist auch in "Silentium" bitter-böse und wird hier durch reichlich schwarzen Humor vorgeführt.
Natürlich ist das kein Film bei dem man schallend lacht und sich auf die Schenkel klopft. Das Lachen bleibt auch hier im Halse stecken. "Silentium" ist einer dieser wunderbaren, wie ihn das österreichische Establishment gerne nennen würde, Nest-Beschmutzer-Filme, denn dass die Ösis Probleme mit ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit haben ist kein Geheimnis und wird dennoch so verpackt.
Es gibt immer wieder diese kleinen fiesen Seitenhiebe, die Schreibmaschine mit der verdeckten SS-Taste, das Finale in der Dusche oder allgemein das grundsätzliche Verdrängen aller negativen Ereignisse gegen das Brenner anzukämpfen hat.
Das ist ein grandioser Film, der diese Wertung redlich verdient. Auch weil er auf so schöne Weise "North by Northwest" zitiert, aber das ist auch nur der Zuckerguss auf diesem herrlich verdorbenen Kuchen.

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Bäda

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Bewertung7.5Sehenswert

kommt leider nicht an den Debütbrennerfilm "komm süßer Tod" heran. Aber das schafft das Buch ja schließlich auch nicht. Dennoch eine gute Verfilmung mit einem Brenner den man einfach gern haben muss.

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Abronsius

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Bewertung10.0Herausragend

Beim Brenner fällt mir immer wieder der Spruch von Rock Hudson aus Bettgeflüster ein-
„Ich hatte schon diverse Kater, aber diesmal tun mir sogar meine Haare weh“.
Brenner muss man nicht mögen, aber seine Handlungen und Nicht-Handlungen machen ihn zum außergewöhnlichen Ermittler. Quasi mit dem Unterbewusstsein löst dieser Unbeugsame die ekelhaftesten Knoten.
Silentium ist kein Reißer, der sich nur der Überführung des Täters widmet, eher ist es wohl ein bestürzendes Potpourri der menschlichen Niederträchtigkeiten. Die Verbindung, die hier vom Hygieneunterricht im Knabenkonvikt zu den Salzburger Festspielen gezogen wird, läßt mir fast die Halsschlagader platzen. Der eiskalte Witz, der durch den gesamten Film weht, kühlt das Gemüt ein wenig ab, bewirkt aber nicht wirklich Entspannung, denn ganz schnell zieht einem irgendeine neue Erkenntnis oder Suspence-Szene wieder das Parkett unter den Beinen weg.
Oftmals ist man einfach überrascht, mit wie viel visuellen Witz und einfachsten Mitteln hier ein dunkles Märchen erzählt wird.
Once upon a time in Salzburg- Ist der Abspann davongelaufen beginnt das eigentliche Drama, denn man weiß ja, die Wirklichkeit ist noch viel, viel

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dgk

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Bewertung7.0Sehenswert

spannend: vom Anfang bis zum Ende. Gute filmische Ideen: im Überfluss. Hanebüchener Plott: leider auch.
Die Wirklichkeit hat den Film eingeholt. Offenbar geht es auch ohne die Klosterkiller mit den aufgeschraubten Schalldämpfern.
Selbst als Süddeutscher wünscht man sich bisweilen hochdeutsche Untertitel.

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Joe Gillis

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Bewertung7.5Sehenswert

Genau wie im richtigen Leben (und im richtigen Sterben) paßt auch in diesem Film nicht viel zusammen. Mehr oder weniger mürrisch ziehen die Figuren zwischen katholischem Knabenkonvikt und Salzburger Festspielzirkus ihre Kreise durch ein schmierig-trübes Kuddelmuddel, das mit einem »gut konstruierten« Plot soviel zu tun hat wie ein Stück Leberkäs. Apropos: Woraus wird der Lerberkäs gemacht? Aus den Resten von Knackwürsten. Und woraus werden Knackwürste gemacht? Aus den Resten vom Leberkäs.

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doctorgonzo

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Keiner ist auf so amüsante Art mürrisch wie Josef Hader. Rabenschwarzer Humor, der durch hintersinnige Gemeinheiten glänzt und jemandem wie mir einfach enorm viel Freude bereitet.
Immer wieder gut zu wissen, dass aus Österreich auch coole Dinge kommen und nicht nur DJ Ötzi, Hitler und Almdudler.

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doctorgonzo

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richtig...


Tytus

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was sit denn Almdudler, ich dachte mit dem Begriff sei ein anderer DJ Ötzi gemeint Okay man lernt nie aus :)


pellekraut007

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Also entweder mag man diesen Brenner, den Haas und den Murnberger, oder nicht. Wenn nicht, bitte nicht weiterlesen! Wenn doch oder unbekannterweise: Ja! Dieser Psychokrimi ist gleichwertig zu setzen mit allen internationalen Produktionen, obwohl er natürlich auch vom Dialekt lebt und von einem herrlich genialen Darsteller namens Josef Hader! Was vielleicht etwas abgelutscht wirkt, ist der Plot, daß die Kirche, das Rotlichtmillieu und die Faschisten Hand in Hand arbeiten um die armen Asiatinnen als Sexsklavinnen auszubeuten. Nunja, natürlich ist das witzig, spannend aber auch ein bißchen speckig, weil wir uns in unseren Resentiments nur bestätigt fühlen und dann ist es eigentlich nur halb so lustig. Daß wir Volksmusiker für durchgeknallt und spießbürgerlich halten, ist ja auch irgendwie klar. Deshalb hau ich auch keinen Zehner drauf! Grunz!

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kitkat42

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ausgezeichneter Movie! Mit einem Hader in Hochform. Man muss die Art von Humor allerdings mögen ...

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Sheeeeep

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Maybe werde ich den auch noch watchen.


beauman

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Brenner ist total fertig & extrem lustig

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AverageJoe

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Nicht ganz so großartig wie "Komm süßer Tod", aber trotzdem hervorragend.

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alter.native

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Bewertung6.5Ganz gut

Hader ist gut, aber irgendwas hat mir an diesem Film geholpert, Vielleicht war's das starke Bedürfnis allzuviel Gegenwartsbezug rein zu bringen.

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Sonse

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Bewertung9.0Herausragend

Brenner rules! Hoffe sehr, dass nach den hervorragenden schwarzen Ösi-Krimis "Komm, süßer Tod" und "Silentium", in Sachen Haas-Verfilmung bald "schon wieder was passiert..."

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