Wild at Heart - Die Geschichte von Sailor und Lula

Wild at Heart (1990), US
Laufzeit 124 Minuten, FSK 16, Thriller, Drama, Road Movie, Kriminalfilm, Komödie, Kinostart 20.09.1990

7.1 Kritiker
32 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.5 Community
2047 Bewertungen
54 Kommentare
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von David Lynch, mit Nicolas Cage und Laura Dern

Bei der Verleihung der goldenen Palme von Cannes sorgte “Wild At Heart” 1990 für einen Skandal -  indem er den ersten Preis bekam. Die konserative Presse war anderer Meinung: ihrer Meinung nach war der Film zu brutal, zu sexistisch und zu schockierend um einem Preis zu gewinnen. Nun gut, Lynch ist nun mal ein kleiner Feuerteufel und zündet gerne etwas mehr als nur Streichhölzer an, auf der anderen Seite ist dieser Film aber auch ein modernes Märchen, das sich vieler Elemente des Zauberers von Oz annimmt.

Handlung
Frisch aus dem Gefängnis entlassen, will Sailor (Nicolas Cage) nur eins: zurück zu seiner Lula (Laura Dern). Jahre zuvor hatte Lulas eifersüchtige Mutter Marietta (Diane Ladd) einen Killer auf ihn angesetzt, um ihn von ihrer Tochter fernzuhalten. Doch er ahnte was auf ihn zukommt und tötete seinen Widersacher in einer Mischung aus Notwehr und Blutrausch mit bloßen Händen. Lula holt ihren Sailor gegen den Willen ihrer Mutter am Tag seiner Entlassung ab. Sofort entbrennt die Leidenschaft zwischen beiden wieder. Sie wollen irgendwo ein neues Leben beginnen.

Doch Marietta lässt nicht locker: Sie setzt ihren Lover, den Detektiv Johnnie Farragut (Harry Dean Stanton), darauf an, die beiden zurückzubringen. Ungeduldig lässt sie es aber dabei nicht bewenden und heuert zustätzlich noch ihren anderen Liebhaber, den Geschäftspartner Marcelles Santos (J.E. Freeman) an, um Sailor und Lula zu finden. Santos hält sich nicht lange auf und gibt den Auftrag an Mr. Reindeer (William Morgan Sheppard) weiter. Doch der will die Gunst der Stunde nutzen und gibt einen zweiten Mord, den an seinem Konkurrenten Johnnie Farragut, in Auftrag.

Nichts von den Verfolgern ahnend, die Lulas wahnsinnige Mutter ihnen auf die Fersen gehetzt hat, macht sich das Paar über New Orleans auf in Richtung Kalifornien. Während ihrer Reise stellt sich heraus, dass Sailor früher für Santos arbeitete, und schlimmer noch: Er war in…


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Kommentare (54) — Film: Wild at Heart - Die Geschichte von Sailor und Lula

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aberaber

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Bewertung7.0Sehenswert

Ich muss gestehen, ich bin keine großer Freund der Filme von David Lynch. Wild at Heart ist aber doch richtig gut. Endlich mußte sich Nicholas Cage mal nicht verstellen...:-)

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Kalimero

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Bewertung0.0Hassfilm

Mit diesem Film ist für mich David Lynch gestorben. Der größte Sch..ß den ich je gesehen habe.

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SoulReaver

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Kennst du die anderen Lynch-Filme?


Kalimero

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Dune und Blue Velvet hab ich davor schon gesehen und war auch sehr enttäuscht.


Flominator

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Bewertung6.5Ganz gut

Die Story ist ganz in Ordnung, Cage spielt super (ganz im Gegensatz zu seiner Synchronstimme) und die Musik rockt. Was mich gestört hat, waren diese mystischen Effekte (fliegende Hexe?) und die überdrehte Mutter. Ein wenig brutal isser auch ...

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grinface

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Der Film ist eine Homage an den Zauberer von Oz, daher die Hexe. Und jetzt den Film mit diesem Wissen noch mal angucken, gogo! =)


Flominator

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Leider schon wieder gelöscht :(
Aber das erklärt dennoch viel. Danke.


Jack_Torrance

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Bewertung9.0Herausragend

Kommentar KÖNNTE Spoiler enthalten:

In seinem Film "Wild at Heart" setzt sich David Lynch auf eine sehr freakige und außergewöhnliche Art und Weise mit einem Thema auseinander, das für 08/15-Regisseure wie ... (ich will keinen bei Namen nennen) lediglich Vorwand für ein sentimentales Klimperfilmchen ist: die Kraft der Liebe. Ich wiederhole den Namen des Regisseurs: David Lynch.
David Lynch ist der Mann, dem wir wahrherzige Dramen (The Straight Story, Der Elefantenmensch), radikale Fassadenzerstörungen (Blue Velvet) und ultimative Mindfucks (Mulholland Drive) zu verdanken haben. Hier hat man das Gefühl, er vermische all die oben genannten Stile in einem.
Was herauskommt, ist ein teils freakiger, teils absurder, teils radikaler, teils unheimlicher, teils sensibler Film, der mit dem Kopf des Zuschauers stellenweise Baskettball spielt.

Anfangs war ich schockiert: Dieser brutale, dümmliche und übertrieben durchgeknallte Film soll vom Genie David Lynch sein. Ich konnte mir das beileibe nicht vorstellen.
Da plappert Nicholas Cage irgendwas von "Die Schlangenlederjacke symbolisiert meinen Drang nach Freiheit" oder "Ich habe angefangen mit vier zu rauchen".

Dann aber wurde mir mit der Zeit klar: Das war von David Lynch alles genauso gewollt: die Hässlichkeit, die sinnentleerten Phrasen, das ständige Rumgebumse, die expliziten Gewaltexzessen... Alles war von vorne bis hinten eingeplant.
Denn wie schon gesagt: Lynch thematisiert hier die Kraft der Liebe. Der Film ist auch nicht umsonst ein Roadmovie. Denn der Weg, den Sailor und Lula bestreiten, dient lediglich als Metapher für den Lebensweg des Menschen.
Bobby Peru, Sailors Mutter und wie sie alle heißen symbolisieren die Rückschläge des Menschen im Leben.
Sailor und Lula haben einen langen, schwierigen Weg vor sich, in dem sie viel erleiden müssen. Aber irgendwann kommt der Moment, in dem sie kurz anhalten, damit Sailor Ripley "Love me Tender" singt...

Angesichts dessen stellte David Lynch in "Wild at Heart" zum wiederholten Male seine Genialität unter Beweis und gewann verdientermaßen die Goldene Palme in Cannes.

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hoffman587

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Kann mich meinen Partner nur anschließen, exzellent beschrieben, Jackie! *?*


Jack_Torrance

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Grazie *?*


countcount

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Bewertung5.0Geht so

furchtbar... :p

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hoffman587

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Und wieso genau, ich finde dieses Werk durchaus interessant, mit seinen Oz-Versatzstücken, und dem tollen Dafoe, sehr überdreht, aber dich sehr interessant, eben Lynch:)


WaaayneTrain

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Die Welt hat ein wildes Herz und ist total verrückt geworden!"

Nicolas Cage holt hier in der Hauptrolle alles aus sich raus, selten habe ich ihn so überzeugend gesehen wie hier. Das wilde und junge Liebespaar Lula und Sailor auf der Flucht in die Unabhängikeit und in die Freiheit: Sailor, ein Totschläger und später auch ein Räuber, ist eigentlich auf Bewährung. Willem Dafoe als Bobby Peru ist einfach genial - genial widerwärtig. Lasst euch überraschen.
"Wild at heart" ist ein faszinierender Gangster-Road Movie. Die Mischung von David Lynchs typischer, ruhiger Erzählstruktur, seinen bizarren Ideen und einer grossen Portion schwarzem Humor funkioniert hier prächtig, leider hat er meiner Meinung nach am Schluss mit diesen Ideen die Suppe etwas versalzen.

8.5

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carsten-merz

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Bobby Peru is THE MEN!

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fkfilmkritik

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Das ist mein erste Film, der nicht aus Lynchs Angst und Rätsel-Trologie herkommt. Auf der einen Seite äußerst entspannend. Auf der anderen Seite, aber immer noch eindeutig lynch´skes Werk mit ein paar doch polarisierenden Teilen. Das liegt diesmal weniger an seiner Atmosphäre und seinen morbiden Schocksequenzen oder seinen beängstigend dargestellten Kameraführungen, sondern eher an seiner äußerst hartgesottenen Gewalt. Dies ist wirklich ein ausgeflippter Road-Trip, der es in sich hat. Er verbirgt viel Dramatik und Tiefe in sich, bleibt aber dabei noch spannend. Seinen Spaß verliert man aber auch nicht. Charme gibt es nämlich auch jede Menge. Dafür sorgen eine schöne-böse Priese schwarzer Humor, aber auch die Darsteller. Nicholas Cage betreibt overacting, und ob das absichtlich ist oder nicht es passt hier einfach rein. Genauso wie die vor sich hin stöhnende, aber doch sehr aufgeweckt wirkende Laura Dern. "Wild at Heart" bleibt die volle Laufzeit sympathisch und wirkt nie zu überdreht, -inszeniert, -stylt oder oberflächlich auf cool getrimmt, da die Liebe der Protagonisten echt und ehrlich wirkt.
Nebenbei zückt Lynch noch eine kleine, knifflige Crime-Story aus dem Ärmel. Er weißt Synonyme von Teil zu Teil auf. Es ist sicher nicht so wie, wenn er eine Interpretation-Bombe entfacht, aber durchaus nett zu bemerken.

Lynchs kleines Kunststück, ist ein smarter Trip, mitten in eine blutjunge, wilde Liebesgeschichte. Ein Ausflug in ein surreales Herumgewirre. Ein echtes Erlebnis eben.

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RaZer

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Bewertung6.0Ganz gut

Ein Lynch-Film, den man nicht zusammenpuzzeln muss, damit er Sinn ergibt. Ist ja direkt gewöhnlich. Im Begeisterungsstürme lässt mich der Mindfuck-König aber nicht ausbrechen. Die Geschichte bietet vielleicht Stoff für eine Stunde, wobei einem die Laufzeit wie vier vorkommt. Einige Szenen sind einfach zu lang und alle fünf Minuten ne andere Bettszene macht das auch nicht unbedingt besser. Ich möchte dem Film aber nicht absprechen, dass er tolle und skurrile Charaktere bietet und interessante Szenen zu zeigen hat. Der besondere Flair, den einige hier erkennen, hat mich aber nicht erfasst.
Gute Schauspieler und teils interessante Szenen, aber nichts was mich jetzt länger fesseln würde.

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Punsha

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Bewertung7.0Sehenswert

Da hat sich Lynch also mal an ein Roadmovie gewagt und weiß damit zu überzeugend, denn er scheut sich dabei nicht vor der Darstellung schonungslos harter Brutalität und offener Sexualität. Zudem schaffte er es wieder unterhaltsame und skurrile Figuren zu entwickeln, mittendrin das Pärchen Lula (Laura Dern) und Sailor (Nicholas Cage), die beide durch starkes Schauspiel zu überzeugen wussten. Aber Lynch wäre ja nicht Lynch, wenn er nicht noch ein paar besondere, rätselhafte Elemente in den Film einbauen würde. So zieht er die ganze Story durch den Wunsch der beiden Protagonisten der grausamen Realität zu entfliehen unterschwellig märchenhaft auf, z.B. durch Einblendungen der bösen Hexe des Ostens, Lula's Mutter als Teufel oder ebenfalls als böse Hexe versinnbildlicht, die gute Fee und schlussendlich das kitschige Ende. Einerseits war der Bezug zum "Zauberer von Oz" wieder einmal erfrischend anders, aber andererseits fand ich es im Gegensatz zu seinen anderen Filmen in Bezug aufs Genre etwas unpassend, nicht düster genug, zu oft eingesetzt ums zu ignorieren und zu rar verdeutlicht, um es ernst zu nehmen.
Aber dennoch bleibt zu sagen: Wild at Heart rockt und schockt zugleich, bekommt von mir zwar nicht den Status seiner anderen Filme verliehen, ist aber trotzdem allemal sehenswert.

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hoffman587

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@Punsha: Daumen hoch:)


Punsha

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Danke


MoeByDays

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ich war wirklich gespannt, wie ein Roadmovie a la Lynch wohl aussehen wird bzw. ob der Meister des Surrealen nicht vielleicht über's Ziel hinausschießt, und für dieses Genre schon zuviel Künstler ist. Aber falsch gedacht! "Wild at heart" ist hart, rührend, mal temporeich, mal dialogintensiv und ruhig, skurril, kitschig und doch insgesamt einfach grandios. Nicholas Cage (den ich nie sonderlich mochte) und auch Laura Dern spielen ihre Rollen authentisch, und wirken auch in den bewusst kitschig oder überzeichnet inszenierten Szenen nicht comichaft. Natürlich ist der Film - wenn wir von damaligen Standards ausgehen - hier und da ziemlich hart. Allein die Anfangsszene und die völlig abgedrehte Shotgun/Bankszene lassen den Vorwurf aufkommen, dass Gewalt hier zum Selbstzweck dargestellt wird. Und ja, sie ist tatsächlich vor allen Dingen ein Stilmittel. Mal trocken und hart mit gewaltiger Musik untermalt, dann wieder überzogen, aber nicht weniger schockierend. Dennoch verherrlicht Lynch die Gewalttaten meiner Meinung nach nicht, oder schießt über's Ziel hinaus. Auch die zahlreichen Sexzenen sind eher harmlos. Jedenfalls stelle ich mir einen Skandalfilm anders vor. "Wild at heart" erzählt vorrangig eine in eine kranke Welt voller abscheulicher Figuren eingebettete Liebesgeschichte. Es geht um Sex, Verbrechen, Gewalt, Romantik, Eifersucht, Betrug und um zwei arme Seelen, die sich inmitten dieses Chaos' finden. Diese heile Welt vs. menschliche Abgründe Thematik kennen wir aus Blue Velvet oder Twin Peaks, und ja, hier trägt der Film dann eben doch David Lynch's Handschrift. Ganz sicher ist "Wild at heart" aber kein typischer Lynch. Es sind viel mehr die Details, wie der inflationäre musikalische Einsatz eines Powermad-Riffs, die Märchenthematik, die eingeschobenen Musical-Szenen und einige andere unkonventionelle Stilmittel, die zeigen, dass hier eben doch ein "etwas" anderer Regisseur am Werk war. Manchmal wusste ich nicht, ob ich staunen, lachen oder mit dem Kopf schütteln soll. Der Film balanciert immer haarschaf an der Grenze zur Lächerlichkeit, um dann plötzlich schonungslos und hart zu werden. So manch einen wird dies sicherlich stören. Aber irgendwie hat mich das Gesehene dann doch durchgängig gefesselt. Und William Dafoe spielt hier wohl einen der widerlichsten Bösewichte ever! Toller Film.

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ElMagico

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Bewertung7.0Sehenswert

David Lynch klopft mit "Wild at heart" an der Tür zur Perfektion, lässt mich aber irgendwie kalt zurück.
Mit dieser märchenhaften Parabel, welche fast schon wie in Hänsel und Gretel, die 2 Hauptfiguren durch all das Leid und die Freude des Lebens führt, liefert Lynch Inszenatorisch seinen bis dahin besten Film ab. Hier leuchtet es an jeder Ecke, hier passiert ständig etwas und seltsame Charaktere geben sich die Klinke in die Hände. Und mit Sailor hat man auch eine ambivalent sympathische Figur, der man auf diesem Roadtrip gerne folgt und wir hinzu noch hinreissend von Nicolas Cage verkörpert. Laura Dern als Lula an seiner Seite steht jedoch immer etwas in seinem Schatten, man findet sie teilweise fast schon etwas dümmlich und nervig. Was David Lynch an dieser Frau findet, kann ich eh nicht so ganz nachvollziehen. Dieses Manko fällt aber kaum ins Gewicht, da "Wild at heart" ein Sammelsurium seltsamer und verquerer Figuren ist und somit diese einen, etwas unpassend angebrachten Charakter vergessen machen. So folgt man den Zweien auf ihrem Trip, während immer mehr Typen auftauchen, die ihnen nichts Gutes wollen. Da diese sich untereinander aber auch nicht Grün sind und sich gegenseitig ans Leder wollen, gibt es immer Erzählstränge und Konstellationen unter den Nebenfiguren. Da dies alles in einem dem Gesetz nicht so nahen Milieu spielt, wird man natürlich sehr schnell an einen Tarantino erinnert. Und "Wild at heart" erinnert tatsächlich öfters an "Pulp fiction", ist aber, wenn man diese Filme denn vergleichen will, die Erwachsene Version, die dreckige, die abgründige und viel explizitere, vorallem was den Sex anbelangt.
Warum "Wild at heart" mich dann doch nicht vollends überzeugen konnte? Er riss mich nie mit, nahm mich mit seiner Geschichte nie Gefangen, war wie ein perfektes Bild, dass einen aber nicht interessiert und keine Emotionen weckt. Vieles schien mir ein bisschen gewollt in "Wild at heart" und ich hatte auch den Eindruck, dass Lynch hier eine sehr disziplinierte und stringende Regiearbeit abliefernt wollte. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern, merkt man, dass er sich nicht gehen lässt, nur in wenigen Momenten blitzt der Wahnsinn durch. Und so blieb der Film für mich, einfach im gehobenen Mittelfeld, nicht mehr. Meiner Meinung nach hätte ihm etwas mehr Lynch gut getan, denn ein paar Gewaltausbrüche, viele überspitzte Figuren und unzählige Sex-Szenen machen noch keinen tollen und auch keinen kultigen Film aus. Das war auch keine enttäuschte Erwartungshaltung für mich, es war einfach kein übermässig guter Film für mich....
Andere werden das anders sehen und ihn abkulten, für mich war er etwas zu formal und zu bieder...trotz all dem Smud.

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Jenny von T

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Bedauerlich, dass er dich nicht gepackt hat. Ich finde ihn genial von vorne bis hinten.


ElMagico

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Ihr macht mir ja fast ein schlechtes Gewissen ;)


J!GS4W

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Bewertung6.0Ganz gut

J!GS4W auf der großen Suche nach den guten David Lynch Filmen.
The Straight Story war ziemlich gut, doch hat sich Lynch dort erstaunlich ruhig und zurückhaltend gezeigt, was die Authentizität der Story und der Figuren steigerte. Doch dann landete ich bei Mulholland Drive, der alles andere als ruhig oder authentisch war. Vielmehr beschleicht mich nun nach "Wild at Heart" mehr und mehr das Gefühl, dass David Lynch ein verrückter, sexistischer, gewaltverherrlichender Perverser ist, aber nunja, damit macht Quentin Tarantino ja auch sein Geld. Der große Unterschied hierbei ist jedoch, dass mir Tarantino's Filme Spaß machen. Zwar ist nicht alles behindert an diesem Film, Grundgeschichte und Schauspieler wie Cage und Dafoe leisten wirklich saubere Arbeit, doch hat Lynch einmal mehr ein Paralleluniversum geschaffen, indem sich fast ausschließlich kranke Wichser finden lassen, die wirken, als wären sie so eben aus einer Anstalt ausgebrochen. Zwar sind einige wenige Elemente vorhanden, die wirklich cool sind wie Lula's Akzent, Sailors Rolle insgesamt (Er scheint auch die Neutralste zu besitzen) und sein Gesangspart, aber trotzdem kam bei mir nie Spannung auf und auf dieser Reise musste ich feststellen, dass es besser ist eine Kotztüte dabei zu haben. Dass David Lynch ein fähiger Mann sein kann, weiß ich, aber finde ich, dass er sein Potenzial in einem Sumpf aus "Fuck You"'s, die dem Selbstzweck dienen, Sex- und Gewaltszenen und seinen unauthentischen widerlichen Figuren, einfach verschwendet.
Fazit: "Wild at Heart" ist wohl eher "Insane at Heart".

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Shritz

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Bewertung6.0Ganz gut

"Wild at Heart" ist ein Chaos aus Sex, Gewalt, Verschwörungen und...Liebe. Ja, die Liebe zweier Menschen, die zwar nahezu den ganzen Film nur auf körperlichen Aspekten zu beruhen scheint, sich am Ende aber dennoch als wahr erweist. Lynchs Roadmovie vermischt verschiedene Genres miteinander, verliert sich aber nie in diesen sondern bildet viel mehr einen überaus runden Hybriden daraus. Er ist unterhaltsam, zärtlich, spannend, intelligent und brutal. So brutal wie die Welt nur sein kann. Und obwohl die Geschichte von Sailor und Lula die gesamte Grausamkeit des Seins zeigt, schafft sie es immer, auch dessen positive und schöne Seiten zu beleuchten.
Großspurig und grausam inszeniertes Roadmovie, dass trotz einiger Skurilitäten auch Leuten gefallen dürfte, die mit Lynch weniger am Hut haben.

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Tyler Durden 22

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Ein typischer David Lynch Film ebend!!


Ripley1

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Geht 'ne Frau zum Fleischer: Ich hätte gerne zwei Pfund Nackend.

Sie meinen: Zwei Pfund Nacken?!

Ebend!


hoffman587

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wild at Heart-Die Geschichte von Sailor und Lula
"Wild at Heart" ist ein gewöhnungsbedürftiges, bizarres, brutales, düsteres und trotzdem faszinierendes Road-Movie von David Lynch aus dem Jahre 1990 nach Barry Giffords gleichnamigen Roman.
Der Film zeigt die leidenschaftliche Liebesgeschichte von Sailor und Lula, die ihr gemeinsames Glück vor Killern, eifersüchtigen Müttern und seltsamen Verwicklungen schützen müssen.
Weiterhin spürt Lynch in seinem Werk der amerikanischen Gesellschaft nach, mit ihren Ängsten, Alpträumen und Neurosen.
Zudem bietet er einige Anspielungen auf den Film "Der Zauberer von Oz" und ist eine weitere originelle Variante der "Bonnie & Clyde"-Thematik.
Somit kann sagen, dass die Grundstory recht einfach gestaltet ist.
Die Regie und die Kamera sind virtuos.
Außerdem besitzt er exzellente Darsteller mit Nicolas Cage, Laura Dern, Diane Ladd, Willem Dafoe, Harry Dean Stanton und schließlich Isabella Rossellini.
Dazu kommen noch ein cooler Soundtrack, ein guter Score von Angelo Badalamenti, exquisite Dialoge und nicht zu vergessen unheimlich schräge Charaktere.
Trotzdem können möglicherweise einige Längen auftreten.
Zum Schluss lässt sich also sagen, dass David Lynchs "Wild at Heart" ein ausgezeichneter Film voller großer Gefühle und finsterer Abgründe ist.

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sleepy_dinosaur

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hab den leider verpasst...


quellecair

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Ist zwar schon ein Weilchen her, als ich mir diesen Streifen angesehen habe. Ein typischer Lynch: bizarr, verstörend und auf seine Weise eben doch genial.


Nishi

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Bewertung6.0Ganz gut

Ein "ganz gutes" Roadmovie, jedoch mit einigen Längen und auf Dauer zu viel Sex der die Story überdecken soll... trotzdem ein ziemlich guter Cage und ein genialer Soundtrack!

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mexamillion

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auf Dauer zu viel Sex?

???????


matzzze

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Bewertung6.0Ganz gut

Fast schon unfreiwillig komisch....

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lynch86

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Spitzen Film !!!

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Punk

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Maximale Gewalt, maximale 80er, maximaler Sound. David Lynchs umstrittenes Meisterwerk wirkt noch immer, und sei es nur grotesk.

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Tyler Durden 22

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Bewertung6.5Ganz gut

Ein typischer Film von David Lynch.Das ist wohl schon Kunst was der Mann Macht.Ein Film voller komischer und seltsamer Figuren.Die Story ist ok aber es ist irgendwie zu viel von allem.Da hat mir Blue Velvet besser gefallen!!

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