Katzenmenschen

Cat People (1942), US
Laufzeit 69 Minuten, FSK 12, Horrorfilm

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6.2 Kritiker
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von Jacques Tourneur, mit Simone Simon und Kent Smith

Vor einem Raubtiergehege lernen sich Irena und Oliver kennen. Bereits nach kurzer Zeit heiraten sie. Doch die junge Ehe wird durch ein großes Problem belastet: Irena glaubt, dass sie mit einem Fluch belegt ist und von den mythischen Katzenmenschen abstammt. Mit seiner expressionistischen Lichtsetzung zählt Jacques Tourneurs Film zu den Höhepunkten des Film noir. Der Horror findet fast ausschließlich in den düster-geheimnisvollen Licht- und Schattenspielen statt. Gleichzeitig erzählt Tourneur von einem damals tabuisierten Thema: Das Nicht-Ausleben-Können einer verdrängten Sexualität.


Cast & Crew


Kommentare (2) — Film: Katzenmenschen

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Filmkenner77

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Bewertung7.0Sehenswert

Das Genre des Horrorfilms geriet nach den glanzvollen 30er Jahren und den zahlreichen Klassikern aus den Universal-Studios mit Beginn des 2. Weltkrieges 1939 in eine tiefgreifende Krise, von dem es sich bis zu Beginn der 50er Jahre nicht mehr erholte. Die 40er Jahre gelten gemeinhin als Tiefpunkt des Horrorfilms. Das Grauen spielte sich nicht mehr in den Lichtspielhäusern, sondern auf den Schlachtfeldern in Europa und Asien ab. Genreperlen waren somit in den 40er Jahren rar gesät und man kann sie im Grunde an zwei Händen abzählen. Die Universalstudios drehten in rascher Folge Fortsetzung auf Fortsetzung alter Filmhits wie "Die Mumie", "Frankenstein", "Dracula" und "Der Unsichtbare" etc., die aber allesamt nicht annähernd die Qualität der Originalfilme erreichten. "Der Wolfsmensch" (1941), ein später Nachfolger der legendären Klassiker darf schon als einer der wenigen Höhepunkte der Horrorfilms in den 40er Jahren bezeichnet werden, obwohl dieser deutlich schwächer als andere Klassiker aus den Universalstudios war. Filme wie "Traum ohne Ende" (1945) oder der Genremischling "Die Wendeltreppe" (1945) gelten als weitere Ausnahmen.
Val Lewton war es dann auch, der mit Werken wie "Katzenmenschen", "Ich folgte einem Zombie" und "Der Leichendieb" dem Horrorfilm neue Impulse verlieh und einige der bedeutendsten Genre-Werke der 40er Jahre produzierte. Martin Scorsese setzte der Ästhetik von Lewtons Filmen in "Shutter Island" ein spätes Denkmal. Jacques Tourneur, ein Amerikaner französischer Abstammung, wurde mit der Regie des nur 134.000 Dollar teuren Films "Katzenmenschen" beauftragt, der am Ende fast 4 Millionen Dollar einspielte und damit ein riesiger Erfolg wurde. Jacques Tourneur ist insofern ein interessanter Regisseur, weil er in nahezu allen Genres tätig war und Klassiker wie "Goldenes Gift" (1947), "Der Fluch des Dämonen" (1957) schuf, aber auch Filme wie "Die Schlacht von Marathon" (1959) oder "Stadt im Meer" (1965). Aufgrund des großes Erfolgs von "Katzenmenschen" folgte 1944 unter der Regie von Altmeister Robert Wise eine Fortsetzung unter dem Titel "The Curse of the Cat People", die aber nie in Deutschland erschien.
"Katzenmenschen" ist ein früher Vertreter des Film Noir und eine großartige Hommage an den deutschen Expressionismus der 20er Jahre. Das Licht und Schatten-Spiel schafft eine ständige Atmosphäre des Unbehagens. Vieles spielt sich nur in der Phantasie des Zuschauers ab und Spannung resultiert in erster Linie aus dem Konflikt der Hauptfigur mit seiner Umgebung. Unterdrückte Sexualität, Ehebruch, Eifersucht werden thematisiert und dies ist für die frühen 40er Jahre schon nahe am Tabubruch, wobei es Tourneur versteht, die Zensur geschickt zu umschiffen. Vieles spielt sich im Dunkeln ab, nicht nur aus rein ästhetischen Gesichtspunkten, sondern aus profanen monetären Gründen, weil Licht schlichtweg höhere Kosten verursachte. Gerade aus dieser dem Budget geschuldeten Tatsache zieht der Film viel von seiner Energie.
1982 entstand ein gleichnamiges Remake, das in allen Belangen deutlich expliziter zu Werke ging, aber inhaltlich erheblich vom Original abwich.
"Katzenmenschen" ist zweifellos einer der wenigen wegweisenden, "intelligenten" Horrorfilme der 40er Jahre, der vor allem inszenatorisch vollkommen neue Maßstäbe setzte. Ein ästhestischer Alptraum, eine Typologie des psychologischen, subtilen Horrors.

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filmschauer

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Bewertung7.0Sehenswert

Selbst wenn man die über die Jahrzehnte veränderten Sehgewohnheiten berücksichtigt, kann Jacques Tourneurs fauchender Horrorklassiker "Katzenmenschen" auch heute noch ohne Zweifel seine Stärken ausspielen. Gekonnte Subtilität ist in diesem Fall der entscheidende Faktor, welche einerseits zum Miträtseln verleitet, anderseits das Kopfkino in gewisser Weise anwirft. Denn diese Irena Dubrovna (hervorragend gespielt von Simone Simon) bleibt durch ihre unzureichend erklärten Herkunft und der seltsamen Furcht, sich bei bestimmten Emotionsschüben in einen Panther verwandeln zu können, immerzu geheimnisvoll, was abseits der verzweifelten Mitmenschen geschickt die Spannungskurve wachsen lässt. Unterstützt wird diese zudem durch den Eindruck einer indirekten Sicht, sei es durch das auffällige Spiel von Licht und Schatten oder bestimmten Kameraeinstellungen (bspw. im Hallenbad). Nicht ganz so überzeugend fällt hingegen die zugegebenermaßen passivere Rolle des Ehegatten aus. Dessen Umgang mit Irena sowie auch mit der Arbeitskollegin wirkt stellenweise etwas naiv und überhastet, wobei die Phase des Kennenlernens, der Heirat und den anschließenden Komplikationen bei einer kurzen Laufzeit ziemlich schnell von statten geht. Dies hält den Film dennoch nicht davon ab, seine unheimliche Wirkung zu entfalten, die mit einem geistreichen Schluss aufgelöst wird. Das Klassiker-Attribut ist nicht zu unrecht vorhanden.

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hoffman587

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Wunderbar!:) Ich nehme mal an auf ZDFkultur gesehen? Wenn ja, wirst du dann bestimmt auch die anderen Filme, die am Samstag gesendet werden von Tourneur rezensieren oder?


filmschauer

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@lieber_tee: Wird gemacht, falls er mir mal über den Weg läuft.
@hoffman587: Ganz genau. Besonders auf "Ich folgte einem Zombie" bin ich schon gespannt. Wie gewünscht werde ich dann auch ein paar Worte darüber verlieren. :)


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