Seraphim Falls

Seraphim Falls (2006), US
Laufzeit 108 Minuten, FSK 16, Western

7.0 Kritiker
8 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.8 Community
320 Bewertungen
32 Kommentare
Seraphim Falls - Bild 5740419
  • DVD
  • VoD
Online-Videothek
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von David Von Ancken, mit Liam Neeson und Pierce Brosnan

Fünf Jahre sind seit dem amerikanischen Bürgerkrieg vergangen und allmählich beginnt sich das Land von den traumatischen Ereignissen der Vergangenheit zu erholen. Bis auf einen Mann: Colonel Carver. Von Vergeltung getrieben, jagt er fieberhaft einen Ex-Soldaten namens Gideon, den er für den Tod seiner Familie verantwortlicht macht. Getrieben von Schmerz und Vergeltung, beginnt er quer durch die Wildnis der verschneiten Berge Nevadas eine gnadenlose Jagd auf Leben und Tod.


Cast & Crew


Kritiken (4) — Film: Seraphim Falls

Timo K.: Blockbuster Entertainment

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Durch eisige Berg-, sonnige Tal- und ausgetrocknete Wüstenterritorien abwechslungsreich konzipierte, narrativ unmissverständlich auf den Punkt inszenierte und von John Toll meditativ bebilderte Neo-Western-Hetzjagd quer durch die halbe Bürgernachkriegszeit. Mann gegen Mann, zwei Getriebene, zwei Traumatisierte, die von ihren eigenen Obsessionen angetrieben werden, der eine blind vor Vergeltung, der andere wahnsinnig vor Kälte, Hunger und Durst, ein hasszerfressener Liam Neeson gegen einen verwahrlosten Pierce Brosnan aus schönsten Südkoreazeiten seines letzten James-Bond-Abenteuers. Zunächst operiert die in schneebedeckten Bergen verankerte Dezimierung Colonel Carvers (Neeson) angeworbener Crew aus skrupellosen Kopfgeldjägern jedweden Alters (besonders interessant: Hayes, gespielt von Michael Wincott) durch Ex-Offizier Gideon (Brosnan), in die der Zuschauer ohne einleitenden Ballast blind hineingeworfen wird (Rückblendenfetzen charakterisieren durchgängig die Protagonisten), nach schematisch abgesteckten Genremechanismen maskuliner Survival-Thriller, wenn Blutstropfen eine verräterische Funktion erfüllen, wenn sich Gideon auf Bäumen versteckt, notdürftig versorgt, abwartet, Unterschlupf gewährt bekommt und mit Hilfe selbst gebastelter Fallen seine Gegner auf Distanz zu halten versucht. Ehe Regieneuling David Van Ancken danach höchst eigenwillig, aber zutiefst stimmig einen unkonventionelleren Weg beschreitet, den des Surrealen, halluzinatorischer Traumzustände, den der Metaphysik und faszinierende Nebenfiguren des Todes (Wes Studi, Anjelica Huston) zwischen dem großen Duell beider Kontrahenten installiert. Überaus hingebungsvoll gespieltes, psychologisch gefärbtes und geschickt geschriebenes Genreminimalhandwerk, nuanciert im Widerkäuen und Umdichten einschlägiger Western-Mythen, gnadenlos im Ausloten körperlicher und geistiger Grenzerfahrungen.

5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

sushi25: movie-fan.de

Kommentar löschen
4.5Uninteressant

Handwerklich gut gemachter Western, leider lies mich die Story irgendwo in der Mitte im Stich. Brosnan flieht, die Verfolger haben ihn .... fast/tatsächlich/schon wieder/...er entkommt.....fast/tatsächlich/schon wieder/

Zwar ist spannend und gut gemacht, wie bis in den Endteil des Films die Motivation und die Schuldfrage offen bleiben, aber ich war vom letzten Drittel enttäuscht.

Lieber nochmal das Lied vom Tod ansehen.

4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

GR0BI: Cinegate/Deadline-Magazin GR0BI: Cinegate/Deadline-Magazin

Kommentar löschen
10.0Lieblingsfilm

"Seraphim Falls" beginnt mit leichten Trapperfilm-Anleihen und steckt ohne große Reden sofort die Szenerie ab. Liam Neeson alias Carver jagt Gideon (Pierce Brosnan) und ist durch die Unterstützung einiger Kopfgeldjäger anfangs in einer vorteilhaften Position. Gideon hat allerdings auch einiges auf dem Kerbholz und geht mit rüden Methoden gegen seine Widersacher vor. Erst zum großen Schluß-Duell in der Wüste klärt sich der Ursprung des gegenseitigen Hasses und hält den Film damit konstant in Spannung...
Ein drückend realistisch angelegter "Ride"-Movie, in dem keiner der beiden einem so recht ans Herz wachsen will. Doch so brutal und konsequent beide in ihrem Vorgehen bei der Jagd bzw. der Flucht sind, verbindet sie eine abgrundtiefe Verzweiflung - und das verleiht ihnen Menschlichkeit. Eine allgegenwärtige Größe.
Im esoterischen Finale haben beide ihren Lebenszweck erfüllt. Während der bitteren Schlußeinstellung entlädt sich die gesamte Tragik zweier Getriebener, die niemals ihr Seelenheil finden werden oder finden konnten. Und diese Erkenntnis ist grausamer als das Blutvergiessen und der Schmerz beider Seiten, der nötig war, um diese Schicksale zusammenzuführen. Grimmig. Hart. Klug. Der beste Neo-Western seit "The Proposition"!

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

The-Duke: Dukesmovieblog/powermetal/s... The-Duke: Dukesmovieblog/powermetal/s...

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Der Bürgerkrieg gehört der Vergangenheit an. Doch ein Mann kann nicht vergessen und kämpft unentwegt weiter. Er ist auf der Jagd. Auf der Jagd nach Vergeltung und Rache an dem Mann, der seine Familie auf dem Gewissen hat. Die Rede ist dabei von Colonel Carver (Liam Neeson), der weder Mühen noch Anstrengung scheut, den Schuldigen zu schnappen. In den verschneiten Bergen Nevadas ist es endlich soweit, er scheint seinem Ziel zum greifen nahe. Doch sein Gegenüber, der Ex-Offizier Gideon(Pierce Brosnan), hat keineswegs vor schon jetzt davon zu scheiden. Es beginnt eine Hetzjagd auf Leben und Tod, dessen Ausgang zu keinem Zeitpunkt vorherzusehen ist und die Männer zu einem letzten, finalen Aufeinandertreffen führen wird…

Die Story also scheint nicht die originellste zu sein. Eine Geschichte rund um Rache und Vergeltung zwischen zwei Männern war schon viele Male auf den Bildschirmen zu sehen. Auch Carvers Motiv, seine dahingeschiedene Frau und Kind zu rächen, bietet nicht wirklich Innovation im Genre. Doch das wahrhaft interessante dabei, ist der Schauplatz der Geschehnisse. Die Zeit nach dem amerikanischen Bürgerkrieg. Jener Krieg, welcher das Land dermaßen auslaugen sollte, wie kaum ein anderes geschichtliches Ereignis. David von Ancken, seines Zeichens absoluter Regieneuling, traut sich in seinem Erstlingswerk sichtlich etwas zu. Denn dem zweifelhaften Ruf, dass der Western und artverwandte Filme heutzutage Kassengift wären, scheint er keinerlei Beachtung zu schenken. Umso besser für den geneigten Filmfreund, welcher mit „Seraphim Falls“ wohl eines der besten Genre-Projekte zu sehen bekommt, was in den letzten Jahren das Licht der Welt erblickte.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (28) — Film: Seraphim Falls

Kommentar schreiben
Sortierung

brainchild

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Zu Unrecht eher unbekannter Western, der vor allem auf visueller Ebene wunderbar funktioniert. "Seraphim Falls" nimmt den Zuschauer mit auf ein Jagdszenario aus dem Genre Mann-gegen-Mann, das sich von einer bewaldeten Winterlandschaft bishin zur Wüste erstreckt und diese Elemente optimal zum Spannungsaufbau nutzt. Gerade der (Winter-)Anfang ist extrem stark, was in erster Linie an Brosnans grandioser Performance liegt, meines Erachtens oscarreif. In der Mitte schleichen sich ein paar Längen ein, das leicht surreale Ende hievt den Film aber nochmal auf einen höheren Level. Gezeigt wird die Destruktivität der sich aus Krieg - "Seraphim Falls" spielt drei Jahre nach dem Bürgerkrieg - und Hass ergebenden Handlungen, in denen letztlich selbst das eigene Leben dem Tod des anderen untergeordnet wird.

Für mich auf einer Stufe mit "True Grit".

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Oceanic6

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

"Nobody can protect nobody in this world."

Nadelwälder, Kälte und Schnee. Ganz viel Schnee. "Seraphim Falls" scheint sich am Klassiker "Leichen pflastern seinen weg" orientiert zu haben. Und zwischendrin ein Mann, gefangen in der Wildnis und auf der Flucht. Das Warum erfährt der Zuschauer im Laufe des Films.

"Seraphim Falls" beginnt zwar recht unlogisch (Flüchtiger überlebt Eiseskälte nachdem er einen Bergfluss als Fluchtmöglichkeit nehmen muss), bald jedoch entwickelt sich der Western zu einem sehr sehenswerten Genre-Beitrag. Opulente Naturaufnahmen, haufenweise Ideen und zwei sehr gute Darsteller, einer der Jäger (Liam Neeson), der andere der Gejagte (Pierce Brosnan). Figuren mit Ecken und Kanten, skrupellose Kopfgeldjäger, es beginnt eine spannende Hatz über die verschiedensten klimatischen Regionen. Wüsten, Schneelandschaften, Wälder, Berge, der Film deckt das gesamte Spektrum ab. Und das macht ihn so interessant. Er zeigt nicht nur die Menschen, die sich gegenseitig die Köpfe einschlagen, sondern die Natur als Kontrahent eben jener. "Seraphim Falls" ist ein Ausnahmewestern, der bald tiefer geht, als der Zuschauer anfangs glaubt. Hass, Rachegedanken, sinnloses Töten, "Seraphim Falls" ist ein Abbild unserer Welt. Dass der Regisseur seine Ideen konsequent durchzieht, ist umso erfreulicher.

Die Entscheidungen der Figuren sind zugegeben nicht immer realistisch. Die ein oder andere Länge verzeiht man gerne, ebenso dass dem Genre-Kenner bestimmte Szenen aus anderen Western bekannt vorkommen, denn "Seraphim Falls" ist ein toller Vertreter seiner Gattung. Er bietet coole Charaktere, ist hart in seiner Umsetzung und zugleich wunderschön bebildert. Solche Western würde ich gerne öfters sehen.

Bewertung: 74%

15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

duffy

Antwort löschen

Ah, schade.


der cineast

Antwort löschen

wer macht den quatsch den noch?


AMOvies

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Der Film fesselt von der ersten Sekunde an!
Gegen Ende jedoch löst sich die Fesselung etwas ;)
Stark ist auch, wie der Film es schafft dem Zuschauer keine klare Einteilung in "gut" u. "böse" vorzugeben!
Ein starkes Stück Weste(r)n !

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

derblonde

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Ein Western, indem keine einzige sympathische Figur mitspielt. Wann hat es das zuletzt gegeben?
Das Handeln der beiden Hauptprotagonisten kann man nicht wirklich nachvollziehen, großer Schwachpunkt.
Und Pierce Brosnan wirkt irgendwie dazu noch fehlbesetzt.
Und dieses Ende erst.
Streckenweise trotzdem faszinierend.
Bleibt die Hoffnung auf einen besseren Western heutiger Zeit.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Kreischling

Antwort löschen

Fehlbesetzt fand ich niemanden, aber alles ab dem Wasserloch am Ende war nur Quatsch. Was sollte der Indianer und die Frau mit der Kutsche?!
Ich hätte mir mehr Auseinandersetzung mit der Tatsache gewünscht, dass der Witwer durch seinen Hass auch kein Goodguy mehr war.


heikschn

Kommentar löschen
Bewertung3.5Schwach

Der Film fängt stark an und lässt um so stärker nach. Toll Pierce Brosnan anfangs als den dem Tode nahen Gejaten zu sehen. Klasse die Geradlinigkeit, mit der die Figuren eingeführt werden. Je mehr man aber über die Hauptcharaktere erfährt, um so langweiliger wird es. Mit jedem Male, da der Gejagte seinen Jägern entwischt, wird es ermüdender. Der erste Tiefpunkt ist die Erklärung für den Zorn des Jägers auf den Gejagten - ohne Überraschung und neue Erkenntnisse. Das stete Bemühen den Charakteren bei aller Entschlossenheit und Brutalität positive und sympatische Züge verleihen zu wollen, wirkt äußerst gekünstelt. Das Finale um die letzte Verführung und anschließende Läuterung ist für mich viel zu abstrakt für den bis dahin eher geradlinigen Plot.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Filmkenner77

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Elegischer und spannender Spätwestern. Lediglich am Ende verliert der Film ein wenig an Schwung. Kompromisslos, hart und mit Pierce Brosnan und Liam Neeson glänzend besetzt. Hervorzuheben sind darüber hinaus die großartigen Landschaftsaufnahmen und surrealen Einsprengsel am Schluss. Die reisende Händlerin, gespielt von Anjelica Huston, kann als Inkarnation des Teufels interpretiert werden, die ebenso plötzlich auftaucht wie sie schließlich verschwindet. Sicherlich einer der besseren Vertreter des Genre aus den letzten 10-15 Jahren.

10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

guggenheim

Antwort löschen

Bingo, so interpretiere ich es auch! Sie ist ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft... :)


spanky

Kommentar löschen
Bewertung5.5Geht so

Durchschnittlicher Western mit Elementen aus "Rambo", "Deliverance", "Unterwegs nach Cold Mountain" und "Leichen pflastern seinen Weg" (Schnee!). Leider fehlt die Epik der Vordenker in der Erzählweise und die Zeichnung der Charaktere ist viel zu unausgegoren. Brosnans Spiel aber ist traumhaft.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

suzee

Antwort löschen

ich war im Gegensatz zu Dir total positiv überrascht! Ich weiß jetzt nicht, obs dran lag, dass ich die erste viertel Stunde verpasst hab, aber ich hab mir die ganze Zeit versucht auszumalen, wieso der Liam den Pierce jagen könnte und vor allem, mit wem ich mitleiden soll...
Den Schluss fand ich zudem auch sehr gelungen.


spanky

Antwort löschen

Ich war eigentlich auch zuerst positiv überrascht. Aber irgendwie war mir da zu wenig Handlung. Und diese Figuren schaffen es nicht so skurril zu sein, wie sie sein wollen.


cpt. chaos

Kommentar löschen
Bewertung4.0Uninteressant

Der Spätwestern hat wirklich reichlich gute Ansätze (brauchbare Darsteller, wunderschöne Landschaftsaufnahmen, gute Kameraführung), aber vor allem das Ende ist dann doch recht schwach, als auch zugleich ziemlich merkwürdig geraten.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Grohacke

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Lohnt sich schon allein wegen des bärtigen Pierce Brosnan, den ich nicht erkannt hätte, stünde er nicht in den Credits. Eine unglaublich coole, harte Rolle, die ich ihm nicht zugetraut hätte. Die letztlich nicht vollständig aufgelöste Story, die gegen Ende ins Surreale driftet, ist simpel aber fesselnd. Und wieso Moralin immer sauer machen soll, habe ich noch nie verstanden. In diesem Fall hat es mir den Film jedenfalls nicht versaut.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

three$bill

Kommentar löschen
Bewertung5.5Geht so

Schwieriger Film. Die Geschichte ist ziemlich simple gestrickt, selbst die Erzählweise bleibt stets stringent. Betrachtet man diesem Film auf dieser Ebene, so bleibt von dem Film nur ein enttäuschtes Gefühl. Also versucht man dem Film noch andere Seiten ab zugewinnen. Jedoch gestaltet sich das ebenfalls sehr schwer.

Ein nach Rache sühnender und über Leiche gehender Protagonist findet die Erleuchtung und beendet so den in seinem inneren wütenden Krieg. Klingt gut, doch die Umsetzung weist deutlich Defizite auf. Sie wird kaum glaubwürdig herbei geführt oder gar konsequent gestützt. Sie scheint einer spontanen Eingebung geschuldet zu sein.
Handwerklich und auch schauspielerisch kann man jedoch wenig an diesem Film aussetzen. Allerdings die zu ruhig erzählte Geschichte, ein, zwar symbolischen, doch unglaubwürdigen Charaktertwist und die mangelende Konsequenz lassen den Film hinter seinen Möglichkeiten zurück.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

guggenheim

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Anfang der 1960er wurde "Bonanza" noch wegen zu großer Brutalität aus dem Programm genommen und heute wird auf einem öffentlich-rechtlichen Sender ein Film gezeigt, in dem Pferde ausgeweidet und Kehlen aufgeschnitten werden - so ändern sich die Zeiten. Aber es handelt sich ja, anders als damals, nicht um die ARD, sondern um das ZDF. In Mainz ist einfach alles etwas liberaler - vielleicht...

Und ich bin auch ganz dankbar darum, dass die paar brachialen Szenen nicht die Ausstrahlung verhindert haben, denn "Seraphim Falls" ist ein Western im Stil klassischer Vorbilder, der sich zwar einer altbekannten Thematik bedient und deshalb auch recht vorhersehbar ist, aber eine wunderbar metaphorische Bildsprache benutzt, deren unterschwellig religiöser Ton glücklicherweise nie aufdringlich wirkt.
Die beiden Hauptdarsteller Neeson und Brosnan spielen ihre Rollen zudem großartig, vor allem letztgenannter hat mich selten dermaßen überzeugt.

"Seraphim Falls" gehört meiner Ansicht nach zur gehobenen Genrekategorie.

16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Bandrix

Antwort löschen

Fand den auch absolut klasse. Hatte ich schon vor ein paar Jahren auf DVD...


guggenheim

Antwort löschen

Das sind auch Kleinigkeiten, die ihn von der Masse abheben. Brosnan spricht in der 1. halben Stunde kein Wort, sondern spielt sich einfach die Seele aus dem Leib. Und dann das Stilmittel mit dem Wetter - toll!


mr_noname

Kommentar löschen
Bewertung4.5Uninteressant

Der Film fängt gut an, wird aber im Laufe der Geschichte immer langweiliger und auch unsinniger. Die erste Stunde ist ganz gut, danach flacht die Story aber dermaßen ab, dass es einem die Tränen in die Augen treibt. 4.5 Punkte gibts noch, weil es ein recht bildgewaltiger Film mit schönen, weiten Landschaften ist.

SPOILER:

Was mich besonder gestört hat:
Warum zum Beispiel sollte mitten im nirgendwo am Wasserloch ein Halbindianer stehen und den Leuten das Geld abknöpfen, wenn sie aus dem Wasserloch trinken wollen? Wie viele Leute mögen da wohl vorbeikommen? Die beiden kommen mit Pferd schon kaum bis zu diesem Ort und der Typ wartet friedlich an seinem Loch, zu welchem ihr wie auch immer ohne Pferd hingekommen ist. Also für einen sich selbst ernstnehmenden Film vollkommen schwachsinnig.
Genau so die Szene in der Wüste wo die Zigeunerin auf einmal antrabt. Ja, ne, is klar. Die Typen und deren Pferde sind halb ausgetrocknet und die reist mal so ganz locker durch die Wüste mit ihrem Gaul und dem Wagen und bietet den tausenden Passanten in dieser idyllischen Wüste den Deal ihres Lebens an. Also so einen Schwachsinn...da hat der gute Herr Regisseur das Ende aber meiner Meinung nach ganz schön versaut...

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Longjohn

Antwort löschen

Ach maaan, ich hab den Film auch gerade gesehen. So schlecht war er nich. Pierce und Liam liefern sich echt n gutes Duell. Auch wenn jetz kein durchgängiger Nervenkitzel vorhanden war, hatte der Film ne gewisse, solide Grundspannung.
Was den Schluss angeht, interpretier ich die plötzlich aufgetauchten Leute als so ne Art Halluzinationen. Wenn man bedenkt, dass sie da schon Tagelang ohne viel Wasser und Essen unterwegs warn und dann auch noch in ner Wüste gelandet sind, doch nich undenkbar.
Wird dem Film mindestens ne 7/7,5 geben. Man kann ihn sich durchaus anschauen.


cpt. chaos

Antwort löschen

Die Halluzinations-Variante hört sich recht plausibel an, aber das hätte man vielleicht dann auch entsprechend herauskehren sollen/müssen, um nicht den Zuschauer irritiert zurück zu lassen.
Also ich fand jedenfalls auch, dass der Streifen mächtig nachgelassen hat!


count)(down

Kommentar löschen
Bewertung5.0Geht so

Schauspielerisch, Handwerklich top Film. Die Sache mit der ungewissen Rollenverteilung (wer ist jetzt tatsächlich Antagonist/Protagonist) in der ersten hälfte des Films fand ich eigentlich ganz gut..das hält einen bei der Stange. Wenn das dann geklärt war, war es leider nur noch zäh und ermüdend. Das war auch genau die Stimmung die der Film durchgehend vermitteln wollte und erfolgreich geschaft hat. Nur ohne Spannung is das ein Schuss in den Ofen.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

dustyOn3

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Bildgewaltiger und gewalttätiger Western mit toller Filmmusik. Neben "Todeszug nach Yuma" einer der wenigen guten Filme aus der näheren Vergangenheit, über den Wilden Westen.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Lars1979

Kommentar löschen
Bewertung3.5Schwach

Dieser Film hätte definitiv eine 7,0 oder Besseres bekommen können: Gute schauspielerische Leistungen beider Hauptdarsteller, optisch ansprechende Bilder der Kamera und eine an sich akzeptable Story. Aber aus irgendeinem Grund meinten die Macher wohl, mal etwas ausprobieren zu müssen. Deshalb werfen sie den Zuschauer mitten in die Handlung und lassen ihn bis 30 Minuten vor Filmende darüber im Unklaren, worum es eigentlich geht. Und als wäre man dann nicht dankbar genug, endlich am Ende angekommen zu sein, hängen sie nochmal 20 Minuten drann, die einfach nur komplett überflüssig sind. Was für eine Verschwendung wirklich hochwertigen Materials...

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

tom777

Kommentar löschen
Bewertung4.5Uninteressant

Der Film fängt ganz gut an ist mit Neeson und Brosnan,die ihre Sache auch nicht schlecht machen,gut besetzt und handwerklich gut gemacht.
Warum war er dann ein riesiger finanzieller Flop?
Weil das Westerngenre out ist,weil die Handlung nicht sonderlich originell ist?
Nur zum Teil,zum größeren Teil weil die letzten zwanzig Minuten absolut nicht zum bis dahin gezeigten Grundton des Filmes passen und absolut aufgesetzt und unglaubwürdig wirken und doch ziemlich enttäuschen.
*****Vorsicht Spoiler**************
Louise C. Fair alias Lucifer in Form von Anjelica Huston und einen weisen Indianer auftreten zu lassen und dem Film damit in einen Fantasy Mystery Touch zu verleihen war ein Versuch der wohl gründlich in die Hose ging und weder bei mir noch vermutlich beim Großteil des Publikums gut angekommen sein dürfte.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Moe Szyslak

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Klasse Film.
Brosnan mit Bart im verschneiten Wald kaut an einem frisch erlegten und gegrillten Hasen, ein Schuss fällt, trifft ihn in den Arm und man ist mittendrin in einer atemlosen Hetzjagd.
Also der Anfang war wirklich grandios, vor allem der verschneite Wald macht was her, man friert richtig mit.
Brosnan und Neeson liefern sich ein verbittertes und intensives Verfolgerduell auf Leben und Tod, und auch wenn sie ab und an auf andere Menschen treffen, so ist der Fokus doch so auf die beiden gerichtet, dass die anderen nur als Randerscheinungen wirken. Also das fand ich schon klasse gemacht, es gibt nur die Beiden in einer Welt, in der "keiner keinen vor irgendetwas schützen kann" (Neeson).
Allerdings muss ich sagen, dass der tragische Verbindung zwischen den beiden vielleicht etwas spät aufgelöst wurde. Ja, das Verfolgerduell war intensiv, aber es hätte noch wesentlich intensiver sein können, wenn man die Auflösung mehr an den Anfang gestellt hätte. Bilde ich mir zumindest ein. So fiebert man zwar generell mit, aber man weiß nicht, für wen man sein soll. Aber vielleicht ist auch gerade das beabsichtigt.
Also Neeson spielt den verbitterten, zynischen und bedrohlichen Verfolger grandios, eigentlich kann man den nicht mögen, das ist ein fieses gewissenloses Schwein, das über Leichen geht. Brosnan spielt auch grandios, er ist der Verfolgte, und auch wenn man ja grundsätzlich dann doch meistens für die (angeblich) Schwachen ist, so muss man doch sagen, dass der auch keineswegs sympathisch war und auch so ein paar richtig fiese Sachen drauf hatte.
Also irgendwie fiebert man nicht für die Personen mit, sondern für die Situation, und man hofft, dass die beiden endlich aufeinander treffen, um zu sehen, was dabei rauskommt. Hört sich vielleicht irgendwie negativ an, aber der Film war spannend, dramatisch und intensiv. Im Prinzip kein Western, sondern eher ein Drama mit Thrillerlementen.
Das Ende..... naja
Gegen Ende gehts dann Richtung Steppe und Wüste, das hatte richtig apokalyptische Züge an sich und es gab da dann auch so merkwürdig surreale Szenen. Also es war gut, aber es war auch einen Tick zu bizarr.
Mann gegen Mann bis zum letzten Atemzug, das ist alles, was am Ende übrig bleibt.
Also mir persönlich als Western-Fan war das dann doch einen Tick zu atypisch, aber diese Szenen am Ende und dann ja auch das völlig unerwartete Ende heben den Film doch irgendwie aus dem Genre ab, auch wenn das gewiss nicht jedem zusagt.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

RaZer

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Hab Western noch nie sonderlich gemocht, aber dieser ist nicht ganz konventionell was die Story angeht und obendrein noch gut besetzt und erzählt. Es gibt kein klares Gut und Böse, überhaupt gibt der Film nur stückweise seine Wahrheit preis. Besonders der Beginn unterhält prima.
Ordentliche Arbeit.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

daScorp

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Sehr gut inszenierter Western mit schönen Landschaften, der vom Spiel der beiden Hauptdarsteller lebt. Gegen Ende wird der Film sogar ein bisschen philosophisch. Mir haben der Film und die Atmosphäre sehr gut gefallen, aber zuviel Action darf man sich nicht erwarten.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Bäda

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Echt nicht schlecht. Jedoch reicht es nicht an die alten Italowestern als Leone heran. Aber kann man durchaus mal anschauen. Spannend und gut erzählt... wenn mal erzählt wird ;)

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kommentar schreiben

Fans dieses Films gefiel auch