Herzensbrecher
Les amours imaginaires (2010), CA Laufzeit 101 Minuten, FSK 12, Abenteuerfilm, Komödie, Drama, Kinostart 07.07.2011
13 Bewertungen
Skala 0 bis 10
480 Bewertungen
43 Kommentare
Keine
von Xavier Dolan, mit Xavier Dolan und Niels Schneider
Ein junger Mann wird in Herzensbrecher zu Selbigem, als er zwei besten Freunden, Marie und Francis, gleichermaßen den Kopf verdreht. Stilisiert inszenierter Liebesreigen von Xavier Dolan.
Er ist jung, schön und geheimnisvoll: Nico. Als Marie (Monia Chokri) und Francis (Xavier Dolan) den Beau (Niels Schneider) auf einer Party in Montreal kennenlernen, ist es Liebe auf den ersten Blick. Beide sind gleichermaßen hingerissen von seiner natürlichen Ausstrahlung und irritierenden Unnahbarkeit – der Auftakt zu einer schwierigen Ménage à Trois. Standen sich Marie und Francis einst freunschaftlich nahe, macht ihre Schwärmerei für Nico sie nun zu Rivalen. Der Blondschopf genießt es von beiden angehimmelt zu werden, aber wird er die ihm entgegengebrachten Gefühle auch erwidern? Und wenn ja: Schlägt sein Herz für die extravagante Marie oder den zurückhaltenden Francis?
Hintergrund & Infos zu Herzensbrecher
Herzensbrecher (OT: Les Amours Imaginaires) ist bereits die zweite Regiearbeit des 21-jährigen Xavier Dolan, der damit seinen Ruf als Wunderkind aus Kanada festigt. Im zarten Alter von 17 Jahren schrieb Dolan sein erstes Drehbuch und verfilmte es mit 19 selbst (I Killed My Mother). Direkt im Anschluss begann die Arbeit an “Herzensbrecher”. Dolan führte dabei Regie, war Hauptdarsteller, Produzent und Drehbuchautor in Personalunion und zeichnete auch für Schnitt, Kostüme und Musik verantwortlich. Das tat er so überzeugend, dass sein Film prompt nach Cannes eingeladen wurde, wo er in der Sektion “Un Certain Regard” gezeigt und mit 8 Minuten stehendem Applaus als auch enthusiastischen Kritiken bedacht wurde.
Ein junger Mann wird in Herzensbrecher zu Selbigem, als er zwei besten Freunden, Marie und Francis, gleichermaßen den Kopf verdreht. Stilisiert inszenierter Liebesreigen von Xavier Dolan.
Er ist jung, schön und geheimnisvoll: Nico. Als Marie (Monia Chokri) und Francis (Xavier Dolan) den Beau (Niels Schneider) auf einer Party in Montreal kennenlernen, ist es Liebe auf den ersten Blick. Beide sind gleichermaßen hingerissen von seiner natürlichen Ausstrahlung und irritierenden Unnahbarkeit – der Auftakt zu einer schwierigen Ménage à Trois. Standen sich Marie und Francis einst freunschaftlich nahe, macht ihre Schwärmerei für Nico sie nun zu Rivalen. Der Blondschopf genießt es von beiden angehimmelt zu werden, aber wird er die ihm entgegengebrachten Gefühle auch erwidern? Und wenn ja: Schlägt sein Herz für die extravagante Marie oder den zurückhaltenden Francis?
Hintergrund & Infos zu Herzensbrecher
Herzensbrecher (OT: Les Amours Imaginaires) ist bereits die zweite Regiearbeit des 21-jährigen Xavier Dolan, der damit seinen Ruf als Wunderkind aus Kanada festigt. Im zarten Alter von 17 Jahren schrieb Dolan sein erstes Drehbuch und verfilmte es mit 19 selbst (I Killed My Mother). Direkt im Anschluss begann die Arbeit an “Herzensbrecher”. Dolan führte dabei Regie, war Hauptdarsteller, Produzent und Drehbuchautor in Personalunion und zeichnete auch für Schnitt, Kostüme und Musik verantwortlich. Das tat er so überzeugend, dass sein Film prompt nach Cannes eingeladen wurde, wo er in der Sektion “Un Certain Regard” gezeigt und mit 8 Minuten stehendem Applaus als auch enthusiastischen Kritiken bedacht wurde.
“Herzensbrecher” liefert eine Reflexion über Schwärmerei und Obsession, über Sehnsucht und Zurückweisung in der Liebe und das schwierige Gleichgewicht zwischen Zuwendung und Selbstaufgabe. Thematisch ist der Film in einer Reihe mit Jules und Jim, Der talentierte Mr. Ripley, Was nützt die Liebe in Gedanken, Die Träumer oder Chanson der Liebe zu sehen; Louis Garrel hat übrigens einen Cameo-Auftritt am Ende von Herzensbrecher und übernahm in Dolans drittem Spielfilm Laurence Anyways eine der tragenden Rollen.
Sein Thema verpackt Dolan in bisher ungesehene Bilder von betörender Schönheit. Immer wieder löst er den filmischen Fluss zu Gunsten von Zeitlupen auf, welche die einzelnen Filmbilder zu kleinen Kunstwerken erhöhen und schließlich mit echten Werken der bildenden Kunst verschnitten werden (u.a. Michelangelos David, Zeichnungen Jean Cocteaus). Filmisch bedient sich “Herzensbrecher” bei Wong Kar-Wais In the Mood for Love und Pedro Almodovars farbenfrohem Kino, verweist auf Gregg Arakis Mysterious Skin und die französische Nouvelle Vague, ruft Filmikonen wie Audrey Hepburn und James Dean auf, erinnert an den Glamour eines Tom Ford, an Gus van Sant und François Ozon. Trotz dieser Anleihen findet Dolan einen ganz eigenen Stil, der sich deutlich von seinem Regiedebüt I Killed My Mother abhebt und eine Weiterentwicklung insbesondere im Bereich der Lichtsetzung, Farbgebung und Kameraführung zeigt. (AW)
Mehr Bilder (17) und Videos (3) zu Herzensbrecher
Cast & Crew
- Genre
- Gross-Out-Film, Tragikomödie, Drama
- Zeit
- Gegenwart
- Ort
- Montreal, Quebec
- Handlung
- Amour Fou, Ausflug, Bewunderung, Dreiecksbeziehung, Eifersucht, Erwachsenwerden, Frau zwischen zwei Männern, Frauenschwarm, Freundschaft, Gebrochenes Herz, Geburtstagsparty, Homosexualität, Junge Leute, Kuss, Liebe, Liebe auf den ersten Blick, Liebeswirren, Missgunst, Mutter-Sohn-Beziehung, Ménage à Trois, Party, Rivalität, Schwärmerei, Schönheit, Secondhand, Sehnsucht, Sexuelle Obsession, Unerwiderte Liebe, Unglückliche Liebe, Unterdrückte Liebe, Verlieben
Fans dieses Films mögen auch
I Killed My Mother
CA 2009
Die Träumer
FR/GB/IT/US 2003
Was nützt die Liebe in Gedanken
DE 2004
A Single Man
US 2009
Hautnah
US 2004
Fans dieses Films gefiel auch
News zum Film Herzensbrecher
Aktuelle moviepilot-Interviews
Schauspieler und Filmemacher
Lieblingsfilm von:
Hassfilm von:
Links zum Film Herzensbrecher
- Herzensbrecher: critic.de
- Herzensbrecher: film-zeit.de




















Kritiken (11) — Film: Herzensbrecher
SoulReaver: CinemaForever
Kommentar löschen[...] Xavier Dolan kämpft auch mit „Herzensbrecher“ gegen jede platte Kategorisierung an und inszeniert eine humorvolle wie verführerische Geschichte über eine Ménage à trois, in der die Idealisierung des Angehimmelten keine stilistischen Grenzen kennt, am Ende jedoch nur die rivalisierte Enttäuschung bleibt. Experimentell und mit reichlich Kitsch codiert Dolan seinen eigenen Stil in neue Sphären und in jedem Frame möchte man einen Hauch von leibeigener Arroganz entdecken. Und doch ist „Herzensbrecher“ ein verspieltes wie empathisches Erlebnis über das Chaos und die Phantasmen der Verliebtheit, da sind auch die charakteristischen Manierismen noch zu verschmerzen, selbst wenn hier doch hin und wieder übertreiben wird.
Kritik im Original 17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Mr Vincent Vega: Die 5 Filmfreunde, gamona, ...
Kommentar löschenHerzensbrecher, oder: Wie drehe ich einen Nahaufnahmenfilm über das Verlangen nach Liebe. Ästhetizistisch schwul bis Anschlag, Dauerkniefälle vor der Nouvelle Vague, Song-Montagen noch und nöcher. Und im Leben im geht’s oft her wie in einem Film von Rohmer, zumindest wenn man den verlaberten Nichtproblemen aller Figuren Glauben schenken darf. In der Konstruktion einer Ménage à trois aus Eifersüchteleien, Sehnsüchten und Identitätsdurcheinander ähnlich Bernardo Bertoluccis "The Dreamers" oder Christophe Honorés "Les Chansons d'amour", deren Hauptdarsteller Louis Garrel hier einen Cameo als Spiegelbild des obskuren Objekts der Begierde absolviert. Da Xavier Dolan, der den Film geschrieben, inszeniert, produziert, geschnitten und teilausgestattet hat (die Hauptrolle übernahm er freilich auch noch), mit seinen gerade mal 21 Jahren so eine verdammt geile Sau ist, haben die Boys und Girls hier immer was zu gucken. Erträglich wird dieses unverhältnismäßig exponierte Slow-Mo-Klagelied übersättigter Hipster-Twentysomethings deshalb zwar noch nicht, mit Dolans zusammengeklaubter narzisstischer Bildsprache weht derzeit aber bezeichnenderweise wohl trotzdem der frischste Wind durchs Queer Cinema.
8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten
Janus Winter Wed, 13 Jul 2011 23:52:30 -0000
Antwort löschenDabei ist I KILLED MY MOTHER so gut. Gesehen?
Warste also im International. ^^
emaka Mon, 18 Jul 2011 22:48:20 -0000
Antwort löschenIch finde du beschreibst den Film genau so wie ich ihn auch sehen würde und dabei aber 7 Punkte gebe.
Alle 4 Antworten zeigen
grumbach Fri, 05 Aug 2011 08:41:02 -0000
Antwort löschenInteressante Kritik - trailer ist vielversprechend - 3 Punkte sind sehr wenig - Blue Valentine war anstrengend aber gut - da muss man sich sein Urteil über Herzensbrecher wahrscheinlich selber bilden. aber danke!
der cineast Sun, 14 Aug 2011 01:08:27 -0000
Antwort löschenÄsthetizistisch. Kann ich nicht aussprechen.
K. Longworth: Village Voice K. Longworth: Village Voice
Kommentar löschenHerzensbrecher, der zweite Film vom 21-jährigen Wunderkind Xavier Dolan, ist ein Schnappschuss über die Art wie wir heute ficken - oder präziser: über die Art wie großartig angezogene und frisierte Franko-Kanadier in ihren frühen Zwanzigern ficken oder versagen zu ficken, während sie über ihre fehlgeleiteten Versuche im Land der Liebe anzukommen stolpern. [...] Leider ist Schmunzeln die größte Annäherung, die Dolan beim Eintauchen in seine Charaktere gelingt. Ein unabweisbarer Triumph des Artifiziellen...
Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Ingrid Beerbaum: fluter Ingrid Beerbaum: fluter
Kommentar löschenSlow-Motion und das zentrale Motiv der Filmmusik, Dalidas spanische Version von Chers "Bang Bang" aus dem Jahr 1966, verstärken den Eindruck einer schwebenden Zeitlosigkeit des Geschehens. [...] Spannende Analysemöglichkeiten finden sich jedoch auch in den versatzstückhaften filmhistorischen Referenzen, den Anklängen an Klassiker der Nouvelle Vague wie Jean-Luc Godards Außer Atem (A bout de souffle, Frankreich 1960) und Jules und Jim (Jules et Jim, François Truffaut, Frankreich 1962). Hier ließe sich die Frage aufgreifen, auf welche Weise solche Filmzitate von Xavier Dolan zu einer ganz eigenen Geschichte montiert werden.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Marguerite Seidel
Kommentar löschenDie Story – oder besser gesagt die nicht vorhandene Story –, die der zum Zeitpunkt des Drehs erst 20 Jahre alte Regisseur erzählt, ist eine zeitlose Allerweltsgeschichte über den Sturm und Drang unglücklich Verliebter. [...] Dieses qualvolle Kopfkino und die kleinen großen Blamagen des Verliebtseins fängt Xavier Dolan in unglaublich ausdrucksvollen Bildern ein. Alles in "Herzensbrecher" ist Oberfläche, Glamour, Style, Kitsch und stets wunderhübsch anzusehen. [...] Manchmal zwar mag Dolans Manierismus anstrengend wirken, mal pubertär, aber "Herzensbrecher" muss als durch und durch ironisches Machwerk verstanden werden, dessen Humor eben erst durch diese visuellen Muskelspiele entsteht.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Irene Genhart: film-dienst, 451-Filmportal Irene Genhart: film-dienst, 451-Filmportal
Kommentar löschenSchon ist sie wieder da, die Unbekümmertheit von Regisseur Xavier Dolan, mit der er die Geschichtenkiste der Siebenten Kunst plündert, sowie das freche Spiel mit filmischen Mitteln, das jede Theorie Lüge straft und dem Zuschauer einen immensen Spaß bereitet [...] So ist „Les amours imaginaires“ erfrischend wildes und junges Kino. „Audacious!“, denkt man und hofft, dass dieser junge Mann namens Xavier Dolan noch etliche weitere Filme dreht.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Walli Müller: br-online, NDR Walli Müller: br-online, NDR
Kommentar löschenDas merkwürdige Balzverhalten junger Großstädter, in witzig entlarvenden Bildern vorgeführt und mit hippem Sound unterlegt: Herzensbrecher ist ein außergewöhnlich stilvoller Kino-Genuss.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Margret Köhler: br-online Margret Köhler: br-online
Kommentar löschen"Herzensbrecher" ist trotz einiger Längen eine gelungene Stilübung, in der man wie in einem Kaleidoskop Vieles neu zusammengesetzt findet - den Einfluss der Nouvelle Vague, Referenzen an Wong Kar-Wai und Eric Rohmer...
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Rex Reed: The New York Observer
Kommentar löschenMit gerade mal 21 Jahren gehört Xavier Dolan zu den Lieblingen des kanadischen Kinos - Herzensbrecher zeigt warum.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Elodie Leroy: Filmsactu Elodie Leroy: Filmsactu
Kommentar löschenMit seinem zweiten Film, der noch famoser als sein erster ist, beweist Xavier Dolan, dass er nicht nur eine Festival-Eintagsfliege war. "Les Amours Imaginaires" ist ein bittersüßer Traum, in dem sich junge Menschen in der verführerischen, aber schmerzhaften Illusion passionierter Liebe verlieren. Dolan spielt in verhackstückten Dialogen mit trockenem Witz; die ansprechende Farbgebung, die durchweg elegante Umsetzung und das unwiderstehliche Schauspieler-Trio, zu dem auch Dolan selbst gehört, sorgen für magische Momente auf der Leinwand. Man ist entzückt vom Anfang bis zum Ende - und verlangt nach mehr.
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Manu Höllinger: outnow.ch Manu Höllinger: outnow.ch
Kommentar löschenWas im ersten Moment als "schon wieder eine Dreiecksgeschichte" scheint, entpuppt sich nach und nach als clevere Beleuchtung einer Szenerie, wie sie nur das wahre Leben schreiben kann. [...] Es ist fraglich, ob es sich hier um ein Werk handelt, welches Massen zu begeistern vermag, im Grossen und Ganzen geht Dolans Konzept aber auf. "Les amours imaginaires" ist intelligentes, junges Kino mit finalem "Aha-Effekt".
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (32) — Film: Herzensbrecher
natedb Tue, 07 May 2013 16:25:01 -0000
Kommentar löschen"Herzensbrecher" ist kein schlechter Film, aber was bei "I Killed My Mother" noch natürlich wirkte, wirkt hier konstruiert und kalkuliert. Xavier Dolan schwelgt in seinen unzähligen Zeitlupen und in den überbordenden Farben, lässt seine Protagonisten (und sich selbst) relativ sinnfrei vor sich herplappern und über die Bedeutung der Liebe und des Beisammenseins philosophieren. Sie freuen sich, sie leiden, sie lieben sich, sie hassen sich, sie streiten sich, sie sind eifersüchtig. Das ist teilweise unterhaltsam, teilweise geht der übertrieben experimentelle und selbstverliebte Stil á la "das ist Kunst" jedoch einfach auf die Nerven und macht den Film irgendwie unsympathisch.
bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
fabel Sat, 04 May 2013 10:50:42 -0000
Kommentar löschenIn „I killed my mother“ zeigte uns der Teufelskerl Dolan eine Geschichte über einen ausgewachsenen, extremen Mutter-Sohn-Konflikt. Schon dort setzte er Zeichen, was Bildsprache und Stil angeht. Dass der junge Mann gerade mal Anfang 20 ist, sieht man auch bei seinem zweiten Streifen kaum. In „Herzensbrecher“ geht es um Francis und Mary – beste Freunde, seitdem sie denken können. Sie mögen sich, sie lieben sich (freundschaftlich), und nichts kann sie auseinander bringen. Bis er auftaucht: Nic (wie geschaffen für diese hinterlistige Rolle: Niels Schneider). Francis (charmant wie eh und je: Dolan persönlich) ist erschlagen von seinem Erscheinungsbild und versucht alles, dass Nic sich auf ein homoerotisches Abenteuer einlässt – das geht sogar so weit, dass er in einer Sekunde des Alleinseins an Nics Kleidungsstücke schnüffelt und sich, nun ja, ein bisschen verausgabt….eine der intensivsten Szenen des ganzen Filmes.
Aber auch Mary (ebenfalls eine äußerst sympathische Erscheinung: Monia Chokri) will Nics Herz für sich gewinnen. Keine einfache Aufgabe. Beide legen sich sehr dafür ins Zeug – bei der Geburtstagsfeier von Nic gipfelt das in einem Styling, das etwas over the top geraten ist, mit Geschenken, die sonst niemand für das Geburtstagskind mitgebracht hat. Und vor lauter Verliebtsein merken die beiden ehemals ziemlich besten Freunde erst relativ spät, wie sehr Nic mit ihnen spielt und das aus ihnen beiden mittlerweile eher ziemlich beste Konkurrenten geworden sind...
Was Dolan hier fabriziert, ist hohe Kunst. Verspielte Kameraarbeiten, Spiele mit den Farben, viele Zeitlupen, ein einzigartiger Soundtrack – man könnte ihm durchaus vorwerfen, Dolan fühlt sich selber schon etwas zu gut. Mag sein, aber Dolan darf das, denn Dolan kann das einfach, was er macht.
Seine Geschichte ist wieder so mitreißend, dabei geht es um nicht viel mehr als die Imaginarität der Liebe (daher auch der Originaltitel „Les Amours imaginaires“ – ich weiß, ich hätte Übersetzer werden sollen). Dies zeigt er wieder einmal mit vielen aussagekräftigen Momenten, die die eifersüchtigen Liebhaber Francis und Mary zeigen, wie die oben beschriebene Geburtstagsszenen oder aber auch die Szenen bei einem Ausflug aufs Land:
Es ist morgens früh, alle drei entspannen in einem Haus auf dem Land, wunderschöne Landschaften, weitab vom Schuss. Mary wacht auf, findet weder Francis noch Nic irgendwo im Haus, sie geht nach draußen, sieht in der Ferne ihre beiden männlichen Freunde und wird rasend eifersüchtig – mit der Flucht aus dem Urlaub als Folge. Was folgt ist eine Wanderung der drei Protagonisten, in Zeitlupe, durch den Wald. Mary voran, Francis hinterher, der die wütende Mary einholen möchte – und Nic hinten dran, der sich über die beiden köstlich amüsiert. Eine starke Szene, mal wieder, die sich einbrennt und haften bleibt und fast schon aussagt: Single sein ist einfach viel schöner, jedenfalls hat man dann deutlich weniger Probleme. (ich spreche da aus Erfahrungen…) Dolans Aussage soll aber wohl eine andere sein:
Liebe ist schön und gut, dabei darf man die Freundschaft aber nicht aus den Augen lassen, denn das ist das wirklich höchste Gut, was wir besitzen. Dies unterstreicht er auch noch einmal mit den zwischendurch eingebundenen, fast schon dokumentarisch anmutenden Interviews von enttäuschten Liebhabern. Leckerbissen – sowohl technisch als auch inhaltlich.
Bleibt zu hoffen, dass Dolan auch demnächst mit seinem dritten Werk „Laurence anyways“ an seine beiden ersten Streifen anknüpfen kann. Zu hoffen wäre es, denn für Dolan gilt: „Heartbreaker, that’s you!“ Und mein Herz und das vieler anderer hat er bisher mit seinen Filmen bereits gebrochen – im positiven Sinne, versteht sich.
bedenklich? 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
MrDepad Mon, 01 Apr 2013 17:38:22 -0000
Kommentar löschenMit seinem zweiten Film "Herzensbrecher" verfolgt Xavier Dolan seinen Stil weiterhin äußerst beeindruckend.
Diesmal ist die Geschichte verglichen mit Dolan´s Debüt deutlich lockerer und zugänglicher. Er übernimmt erneut eine der Hauptrollen und spielt den homosexuellen Francis, der sich in den selben Typen verliebt wie seine beste Freundin. Zwischen den beiden entwickelt sich nach und nach ein Duell, in dem sie um die Gunst des blonden Nicolas kämpfen, der allerdings mit beiden nur zu spielen scheint.
Dolan gibt uns Einblick in das Leben von oberflächlichen, jungen Menschen, die sich völlig ihren luxuriösen Idealen hingeben. Schicke Klamotten und ein trendiger Lifestyle scheint das einzige zu sein, was die beiden Hauptfiguren zu interessieren scheint, bis sie merken, dass es im Leben noch mehr zu geben scheint. Erzählerisch hinkt Dolan ein wenig hinter seinem Debüt her, doch das macht er mit seiner unbändigen Inszenierungswut wieder wett. Mit Zeitlupen, Kamerawechsel, Farbspiele, Soundcollagen und vielem mehr wirft er wie wild um sich, was zu einem kleinen Sog führt, der den Zuschauer entweder abstößt oder fasziniert. Die Attitüden der Figuren vermittelt er über Hochglanzbilder, die genau diese Einstellungen transportieren. Oftmals ist es ein äußerst schmaler Grat, bei dem Dolan droht, in eine zu starke Oberflächlichkeit abzurutschen.
"Herzensbrecher" ist oftmals sehr stark "Style over Substance", doch das bunte Liebesdreieck, das Dolan in seinem 2. Film inszeniert, ist äußerst amüsant und manchmal auch ein wenig dramatisch. Mit seinen gerade mal 24 Jahren bleibt er also weiterhin einer der interessantesten Regisseure zurzeit.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Nevica Thu, 07 Feb 2013 20:47:58 -0000
Kommentar löschen"I Killed My Mother" ist schon ein herausragend gut inszenierter Film, "Herzensbrecher" übertrifft diesen noch ein wenig. Xavier Dolan ist mit seinen jungen Jahren wahrlich ein bewundernswerter Künstler! Er vermag es phantastisch sensible Szenen/Bilder zu schaffen und herrlich eindringlich mit Bild, Musik & Farben zu arbeiten/umzugehen. Es fällt mir bei beiden Filmen sehr schwer, das Gesehene in Worte zu fassen...alles ist wunderbar künstlerisch – Dolan versteht es mit seinem Filmmaterial zu spielen... Das Ergebnis zeigt sich dann in außergewöhnlich ehrlichen & authentischen Darstellungen, welche mich beim Schauen zum Teil einfach nur berauschen.
Man muss seine Filme einfach ernst nehmen, nicht nur aufgrund vereinzelter autobiographischer Sequenzen oder nachdenklich machender Zitate, sondern auch weil er so viel vom Leben verstanden hat.
Es mag sein, dass manche ihm "arrogante" oder gar "narzistische" Züge unterstellen wollen, doch die haben ihn eben einfach nicht 'verstanden'. Man sollte stets in die Menschen hinein blicken, anstatt sie bloß grobschlächtig von außen zu begutachten & zu beglotzen - und wie geht dies besser als durch eben jene Werke solcher Künstler?
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Velly Thu, 17 Jan 2013 22:01:14 -0000
Kommentar löschenIch wollte den Film richtig gerne mögen und eigentlich waren auch so viele Zutaten in dem Topf, die mir das Ganze hätten schmackhaft machen müssen.
Schöne Bilder und Musik, die mir sehr gefällt.
Eine Geschichte von einer Freundschaft, die an einer Ménage à trois zu zerbrechen droht.
Und Xavier Dolan, den ich trotz (oder gerade wegen ^__^) seiner schaut-wie-heiss-ich-bin-Art und seiner seltsamen Mundmimik einfach toll finde.
Aber fesseln konnte mich das alles leider nicht. Es kam sehr selten Spannung bei mir auf und erst recht kein Bauchkribbeln.
Zu oft waren mir die Bilder einfach zu steril, zu gekünstelt. Zu viel Zeitlupe, zu wenig berührende Momente. Wenn sich eine spannende Situation zu nähern schien, gab es einen Szenenwechsel (zB auf die Interviewszenen, die ich irgendwie als uninteressant empfand) und man war wieder raus.
Schlecht fand ich den Film deswegen nicht, aber auch nicht gut. Schade eigentlich.
Allerdings gibt es einen extra Punkt für das Ende, das mir richtig gut gefallen hat!
bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Annathegreat Fri, 04 Jan 2013 17:19:54 -0000
Kommentar löschenVon Hipstern für Hipster. Trotzdem fand ich die Selbstironie äußerst angenehm. Ein visuell stimmiger Film zum Abtauchen und Abschalten.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Punsha Sun, 23 Dec 2012 17:59:42 -0000
Kommentar löschenSchade. Nach dem wirklich erstklassigen Coming-of-Age-Drama "I Killed My Mother" hatte ich große Hoffnungen in Regieneuling Xavier Dolan gesetzt, doch leider kann sein Nachfolgewerk weder inszenatorisch, noch narrativ mit der Klasse des Erstlings mithalten. Aus dem erst ansprechenden und fundierten Stil wurde selbstverliebtes und selbstzweckhaftes Kameragewichse, eine Mischung aus Wong Kar-Wais "In the Mood for Love" und Nicolas Winding Refn auf Schmusekurs; die Story passt auf jeden Bierdeckel: Es ist eine Aneinanderreihung von Enttäuschungen und Eifersucht zweier hoffnungslos Verliebter, ohne dass sich ihre Figuren in den ersten 90 Minuten spürbar entwickeln. Mehr oder weniger gestelzte Interviews, indem scheinbar Dahergelaufene über verletzte Liebe schwadronieren dürfen, gute Schauspieler und ein zugegeben ziemlich gelungenes Ende, indem die Freundschaft der Liebe den Garaus macht, können den fehlenden Anspruch eines überlangen Fashion-Werbeclips leider auch nicht egalisieren. Den Dolan behalte ich vorsichtshalber aber trotzdem im Auge.
bedenklich? 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten
Hooded Justice Sun, 23 Dec 2012 18:53:57 -0000
Antwort löschenEs ist Weihnachten und wir sind uns einig. Yeay!
Alle 3 Antworten zeigen
Joeyjoejoe17 Sun, 23 Dec 2012 19:57:25 -0000
Antwort löschenFand den hier auch nicht so pralle, obwohl mir sein Debüt sehr gefallen hat.
Punsha Sun, 23 Dec 2012 22:01:41 -0000
Antwort löschen@HJ: Och, aber nicht nur an Weihnachten. So schlimm ists nun auch wieder nicht um uns. ;)
@Joey: Joa, denke das geht den meisten so.
Farbian Fri, 21 Dec 2012 20:59:55 -0000
Kommentar löschenEin Film wie ein 100-minütiger H&M-Werbespot.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Aldo_Valletti Sat, 08 Dec 2012 13:21:33 -0000
Kommentar löschenIch glaube, dass man mit so einem Film nur eintauchen kann wenn man in seinem Leben ähnliche zwischenmenschliche Gefühle erlebt hat und in solch einem eher promisken Umfeld lebt.
Die Kamerazooms im Interviewteil nerven mich, soll das Authentizität darstellen? Das ist die Art wie MTV schneidet um langweilige stellen kurzweilig erscheinen zu lassen, eigentlich sollten die Stories für sich stehen.
Die Interviews hätte man sich auch sparen können, vorallem die aufgesetzte Hornbrille der Frau verrät die Oberflächlichkeit dieses Teils, vielleicht auch unserer Mediengesellschaft, insofern wieder gut.
Ich glaube nur nicht, dass das gewollt ist.
Die künstlerischen Zwischenszenen find ich echt gut.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
8martin Thu, 06 Dec 2012 14:58:10 -0000
Kommentar löschenDer Originaltitel spricht von ‘der imaginären Liebe‘. Und so formuliert es auch einer der drei Figuren ‘Man liebt die Vorstellung und nicht den Anderen‘. Nicholas (Nils Schneider), Marie (Monia Chokri) und Francis (Regisseur Dolan) versichern sich ständig, dass sie sich lieben. Sie reden aber nur darüber, streicheln sich und prügeln sich auch, aber sie tun es nicht miteinander, nur mit anderen: homo und hetero.
Immer wenn zwei aus dem Trio versuchen sich näher zu kommen, bleibt der Dritte außen vor. Ewig lange Monologe ermüden auf die Dauer. Einzig die Machart weckt Interesse. Es ist typisch für Regisseur Dolan: viel Slomo, eine zuckende Kamera und eigenartige Zwischenschnitte (z.B. Zeichnungen). Und immer wieder der Song ‘Bang-Bang‘ als Symbolträger. Er präsentiert ein revolutionäres Ambiente, seltsam unpassende Dialoge danach (‘Der Smoke, der Scheiße verbergen kann.‘) und dabei eine permanente Bespiegelung der selbstverliebten Egozentrikern, die ständig über Beziehungen reden und unter dem Fehlen einer solchen leiden, aber es nie zu einer echten kommen lassen. Stattdessen schwärmen sie lieber vom ‘Löffelchen-machen‘. Ihre träumerischen Gedanken sind die Realität, in der sie leben. Ein anstrengendes Konstrukt, an dem der Regisseur nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern auch ein vitales eigenes Interesse hat an diesem Spezial-Dreier. Ob das dem Zuschauer auch so geht, bleibt die Frage.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Stallforce Tue, 04 Dec 2012 16:09:32 -0000
Kommentar löschenUnglaublich was fuer ein Blender dieser Xavier Dolan doch ist! Man weiß nicht so recht ob man einen Musikclip anschaut, oder das Wunderwerk eines 20-Jaehrigen. Mit 20 Jahren seinen zweiten Film drehen?! Unglaublich! Leider sieht man in manchen Szenen die fehlende Reife des kanadischen Regie-, Schauspiel-, Drehbuch-, Wasauchimmerwunders. Zeitlupen, kitschige Dialoge, 'Selbstverliebtheit' und die Geschichte laesst gegen Ende leider stark nach! Was solls? Er war verdammt nochmal 20 Jahre alt! Insgesamt ist der Film wunderschoen anzuschauen und allein der Einsatz des Klassikers 'Bang Bang' der schielenden Dalida ließ mich kurzzeitig dahinschmelzen.
bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten
mariega Tue, 04 Dec 2012 20:49:13 -0000
Antwort löschenLa version française la plus connue de la chanson de Cher "Bang Bang"est celle chantée pas Sheila 1966 (reprise dans le court-métrage de François Ozon "Une robe d'été"). Dalida la chante en français ou en italien dans le film? Est-ce que tu as vu "J'ai tué ma mère"?
Stallforce Wed, 05 Dec 2012 00:46:29 -0000
Antwort löschenC'est la version italienne que tu peux aussi entendre dans la bande annonce. 'J'ai tué ma mère' est le prochain film que je vais regarder. ;)
Alle 4 Antworten zeigen
mariega Wed, 05 Dec 2012 10:00:36 -0000
Antwort löschenLe Canada ;)!
Stallforce Wed, 05 Dec 2012 18:58:59 -0000
Antwort löschenMerci! Oui, c'est vraiment génial! :)
Markbln Fri, 28 Sep 2012 07:39:17 -0000
Kommentar löschenIch habe doch vor ein paar Tagen erst IN THE MOOD FOR LOVE wieder gesehen.
Sorry, Referenzen an seine Vorbilder zu zeigen ist eine Sache, sie 1:1 zu übernehmen aber langweilig. Viel zu viel Wong Kar Wei und Almodovar in diesem Werk, ohne eine eigene Note hinzuzufügen. Im Gegensatz zu seinem sehr sehenswerten Debüt I KILLED MY MOTHER ist hier vor allem einer ganz doll verliebt: HERZENSBRECHER in sich selbst. Zu sehr klebt er an seiner Oberfläche, er entwickelt keine Spannung, die Figuren sind letztlich blass, trotz greller Farben und Schminke. Die Dialoge sind unreif bis albern. Wichtiger scheint das richtige Blusenmuster zum passenden Schirm zu sein. Teilweise wirkt der Film wie eine Dauerschleife von MTV. Das ist ganz nett, aber auch ein bisschen wenig.
bedenklich? 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten
spanky Fri, 28 Sep 2012 07:56:43 -0000
Antwort löschenSo schaut's aus. Trotzdem war der Film schön anzuschaun. Den Hype darum versteh ich allerdings nicht so ganz
Markbln Fri, 28 Sep 2012 07:58:55 -0000
Antwort löschenGab es einen? Nie davon gehört hier auf meinem Dorf :)
Alle 4 Antworten zeigen
Wumz Fri, 28 Sep 2012 10:09:12 -0000
Antwort löschenIch fand schon I killed my Mother ziemlich selbstgefällig, doch nichtsdestotrotz sehenswert. Wenn er dieses Selbstverliebte ablegt und seinen eigenen Stil findet, könnte aus dem Jung noch was werden. Die richtigen Vorbilder hat er anscheinend.
Markbln Fri, 28 Sep 2012 10:12:49 -0000
Antwort löschenWar er auch, aber da war sie immerhin noch einer Figur geschuldet, die eine Entwicklung durchmachte. Das hier fand ich nur noch Pose.
jimmey11 Thu, 27 Sep 2012 21:23:49 -0000
Kommentar löschenEin wenig wie Tykwer's 'Drei' für Spätpubertierende, auf eine gute Weise. Dolan diesmal viel selbstironischer als noch in 'I Killed My Mother'. Das sorgt für eine Menge Schmunzler und Lacher, weckt aber auch irgendwie tief hinten in den dunklen und tiefen Kammern des Unterbewusstseins Erinnerungen an 'Desperate Housewives', auf keine gute Weise. Und trotz allem und nach allem ist Dolan unverschämt sympathisch wie er sein Ding durchzieht. Wenn er diese kleinen Unverschämtheiten des Alltags ganz explizit einfängt und mir als "Alltagsler" nur zu oft eine Reminszenz an mich selbst von früher und von jetzt vorhält. Ein wenig gewollt wirkt das Alles noch an der ein oder anderen Stelle. Die profanen Sprüche, angehaucht von einem schwachen Intellektuellendunst, sind teils wirklich urkomisch ("Eine Zigarette zu rauchen hält mich am Leben. Bis ich sterbe."). Der Preis für die beste Perfomance geht definitiv an Monia Chokri. Nicht unbedingt besser als der Muttermord, aber doch sehr ansehbar.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
VEINvein Mon, 05 Mar 2012 11:17:47 -0000
Kommentar löschenWenn Selbstverliebtheit so aussieht, dann sollte es mehr davon geben. Endlich mal ein Regisseur, der seine jugendliche Freiheit dazu nutzt Geschichten auf visuell neue und kreative Art zu erzählen. Xavier Dolans Bilder sagen mehr als tausend Worte und haben mich ins Staunen gebracht. Der Ton wäre eigentlich komplett überflüssig, wenn er nicht selbst so eindrucksvoll gestaltet worden wäre.
Herzensbrecher ist an sich eine sehr simple und einfache Geschichte, die mich trotzdem tief berührt und bewegt hat. Das liegt vor allem an diesem unglaublich träumerischen Erzählstil...
Dieser Junge hat zu recht Erfolg.
bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Hooded Justice Thu, 16 Feb 2012 17:13:00 -0000
Kommentar löschenWorüber man in I KILLED MY MOTHER mittels der anregenden Story hinwegsehen konnte, führt Xavier Dolan in seinem zweiten Schaffen um uninteressant bekundetes Liebesunglück, Homoerotik und poplauten Junggesellenpartyakten bis aufs Äußerste: Seine gruselige Selbstverliebtheit. Dolans Erstlingswerk hatte Geschichte zu erzählen, HERZENSBRECHER besteht just aus Klatschgeschwätz (Philosophie? Oder Offenbarung?), irgendwann nervtötender Schwärmerei und Reinfall, abgefilmt in den unterschiedlichsten Kreativmodi einer teuren Cam.
Zu hohe Erwartung? Nö, lediglich Hoffnung. Aber das hier endet im derbnervigen Vollfail. Bonuspunkte für die italienische Version von „Bang Bang“.
bedenklich? 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
herrbenson Sat, 11 Feb 2012 00:55:22 -0000
Kommentar löschenSehr, sehr ruhiges und gefühlvoll erzähltes Drama mit nachdenklichen Momenten hier und da.
Allerdings ist mir das ganze (von ein paar Ausnahmen abgesehen) dann doch "too much" Arthouse mit den sehr langen Kameraeinstellungen, sehr bunten Farben, langen musikfreien Passagen, krassen Kameraperspektiven/-positionen...
Das Drehbuch wiederum ist nicht sonderlich spektakulär, der Film besticht hauptsächlich durch Kamera und Postproduktion.
Eine technische Kleinigkeit, die mir mehrmals störend aufgefallen ist: Die Musik ist im Vergleich zu der Sprache zu laut abgemischt, die Dynamik ist einfach zu hoch. Man muss einige Male den Player lauter und leiser stellen.
Xavier Dolans Vorgängerfilm "J'ai tué ma mère" hat mir weitaus besser gefallen.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Sinister Kid Sun, 29 Jan 2012 19:02:54 -0000
Kommentar löschenOh ja, Niels Schneider ist hier wirklich einfach nur schön!
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Nouvelle Sun, 08 Jan 2012 02:49:43 -0000
Kommentar löschenattraktive, unnahbarwirkende schauspieler + verschiedene sexuelle orientierungen= 'künstlerisch/komplex' wirkender film.
Bei mir kommt jedoch 'Öde' raus.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
mattxl Thu, 29 Dec 2011 13:17:29 -0000
Kommentar löschen5 Punkte, die allein aus dem schönen Soundtrack und der guten Kamera resultieren. Selten hat mich eine menage a trois so kalt gelassen. Der Film trieft vor Eitelkeit und Narzissmus, dass es einen nur so schüttelt. Da blitzt kein bischen Liebe oder Leidenschaft zwischen den Darstellern auf. Alles nur schöne Bilder, Oberfläche, überkleistert mit viel nichtssagenden und nichtsfühlenden Studenten-BlaBla. Das will Independent-Kino sein, ist aber letztlich nicht mehr als ein Empfehlungschreiben für Musik-Video-Mogule. Große Enttäuschung. "I killed my mother" hat mir gut gefallen und ich geb die Hoffnung nicht auf, dass das vielleicht zu früh erfolgreiche "Supertalent" Dolan doch noch einmal wieder Beziehungskonstellationen interessanter ausleuchtet und sich daran erinnnert, dass Kino in der Regel auch etwas mit "erzählen" zu tun hat.
bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
Markbln Fri, 28 Sep 2012 07:47:51 -0000
Antwort löschenMerci ; )
davidpm Mon, 21 Nov 2011 22:07:16 -0000
Kommentar löschenDer Film ist so selbstverliebt und eitel wie das Objekt der Begierde, um das sich alles dreht. Obwohl er in der zweiten Hälfte durchaus interessanter wird und man hier und da die alles bestimmende Sehnsucht unerfüllt Liebender so schmerzhaft wie sie ist aufblitzen sieht, bleibt das Ganze doch zu sehr haften am Zur-Schau-Stellen von Schönheit. Videoclipartige Oberfläche, hübsch anzusehen und zum Einen gerade deshalb langweilig. Zum Anderen, weil die Liebenden in ihrer Liebe so unterkühlt bleiben und man gar nicht mit ihnen schwelgen kann.
bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten