Hooded Justice

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Hooded Justice aus Flensburg heißt Fabian oder einfach Hoody, ist 20 Jahre alt. Er hat sich auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 1434 Filme bewertet und legendäre 276 Kommentare geschrieben. Hoody liebt Gefühlskino, Melancholie und Dystopie, ist vernarrt ins Film noir und asiatische Kino, in Voice-over sowie außergewöhnliche Ästhetik und Atmosphäre. Außerdem ist er Verteidiger zahlreicher Horrorfilme und des doofen Fernsehens. Manchmal stellt er sich vor, sein Leben wäre ein Terrence-Malick-Film. Sein teuflisches Filmblog aus der Fleet Street: http://www.hooded-justice.blogspot.com/ Mehr


Saigon Stories
Saigon Stories

Hooded Justice 8.5 "Ausgezeichnet"

Während wir Vietnam aus dem Kino doch eigentlich fast nur als Kriegsschauplatz kennen und die Menschen als kleine Leute mit Bambushüten, die auf Reisfeldern arbeiten, wahrnahmen, als Schemen oder lose Gesichter, die ab und an mal aus den Büschen sprangen und ihre Waffen hochhielten, so ist dies ein Film über das Leben und die Seelen dieses Landes. Über die Moderne und die Tradition und den Umbruch des Landes. Und das sehen wir auch in den Menschen. Jeder führt einen anderen Weg durch die Großstadt Saigon. Eine Lotusblütenverkäuferin, die einen alten Dichter inspiriert, wir sehen einen kleinen Jungen, der seine Existenz, einen Bauchladen, verliert, einen Rikschafahrer, der sich in eine Prostituierte verliebt und einen amerikanischen Ex-Veteran, der seine Tochter sucht. Alle versuchen sich irgendwie zurecht zu finden, alle sind auf der Suche nach etwas. Aus allen von ihnen spricht nicht selten eine Unsicherheit. Doch Tony Bui kreiert seinen Film so unwertend, leicht und charmant, mal träumt er in seiner melancholischen Poesie, mal in seinem bitteren Realismus. Und er sagt uns immer wieder: es wird schon. Irgendwann.

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Das Dschungelbuch
Das Dschungelbuch

Hooded Justice 8.0 "Ausgezeichnet"

Saving Mr. Banks
Saving Mr. Banks

Hooded Justice 6.5 "Ganz gut"

Noah
Noah

Hooded Justice 4.0 "Uninteressant"

Aronofsky kreiert einen »Kunst-Blockbuster« (Jenny von T) – zwischen einem Krawummstyle eines Nolans oder Snyders und seinem eigenen typischen Tiefsinnknüppel. Es ist ein ganz peinlicher Film, der teilweise so lächerlich ernst philosophisch-mythologisch ist und gleichzeitig so dümmlich nach dicker Action und Dramatik ruft, dass man sich ständig dabei erwischen muss, »Ist das sein ernst?« zu denken. Leider merkt man ununterbrochen, dass es Aronofskys ernst ist. Ich kann verstehen, was er versucht hat, deswegen auch meine vier Pünktchen, aber das Ergebnis ich schlecht.

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Oldboy
Oldboy

Hooded Justice 2.0 "Ärgerlich"

Was macht das Original von Park Chan-wook so großartig? Die Geschichte bedient sich ja im Grunde genommen an recht gebräuchlichen Racheelementen: Abgründe, Schuld, Rivalität, Hass, Liebe. Es ist die Dramaturgie, die Originalität, in der Park Chan-wook erzählt, der Stil, die eingefangene Atmosphäre, die Stimmungsschwankungen jeder einzelnen Figur, es gab immer wieder ganz tiefe, von Poesie gezeichnete Einblicke in verlorene Seelen, es gab Choi Min-sik, die Brutalität, nicht nur die physische, sondern auch die psychische. Diese Neuverfilmung besitzt leider keine dieser Stärken. Spike Lee machte ein gemein konventionelles, herkömmliches und unkreatives Thrillerchen, das einen nicht aufgrund des Gezeigten schmerzt, sondern aufgrund seiner Dummheit. Ob es irgendjemanden auf der Welt gibt, der sich an diesem Film erfreuen kann? Ich hoffe nicht.

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DerDude_

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Snowpiercer
Snowpiercer

Hooded Justice 7.0 "Sehenswert"

Nymphomaniac 2
Nymphomaniac 2

Hooded Justice 9.0 "Herausragend"

Nach wie vor empfinde ich ein seltsames Gefühl, wenn ich »Nymphomaniac« sehe. So ein großer, selbstoffenbarender Film, der weit läuft und räumlich so vielfältig und ganz »real« stattfindet. Nicht wie in den (auf mich wirkenden) in sich verschlossenen »Antichrist« und »Melancholia«, vielleicht eher wie seine früheren Werke wie »Breaking the Waves«. Und dann noch ein schauspielerischer Höhepunkt nach dem nächsten. Doch nach und nach versteht und fühlt man die Geschichte einer Joe und eines Lars von Triers immer mehr. Und ich frage mich, ob wir die Sexsucht überhaupt unbedingt als eine solche sehen müssen. Können wir sie nicht als all das sehen, von dem wir uns abhängig fühlen? Die Dinge, die uns manchmal einfach sinnlos vorkommen, bei denen wir nichts mehr fühlen, aber dennoch nicht aufhören können, sie zu tun? Oder die Dinge, die uns das Gefühl verleihen, wir seien schlechtere Menschen? Das Lästige in uns, das uns zu dem macht, was wir sind, weil wir nicht alle gleich sind und nicht, wie der, der neben uns im Therapiekreis sitzt. Interessant ist doch die Abrechnung mit dem Spießertum, anfangs noch ganz niedlich, besonders im zweiten aber nahezu zynisch von Seligmann verkörpert – ich denke an die Diskussionen über Pädophilie, das Verbieten von Wörtern oder das Ende, in dem seine Rationalität und sein stolzer, bedachter Intellekt doch noch bricht. Überhaupt ist »Nymphomaniac« ein wahrer Rebell, dies besagte doch auch schon die von allen verurteilte Marketingkonzeption. Doch genauso ist doch auch der Film und Joe sagt es selber, als sie sich selbst in einer Szene bekennt, die ja schon beinahe nach einem befreienden Selbstgeständnis klingt: »Ich bin nicht wie du. Die Empathie, die du für dich beanspruchst, ist eine Lüge. Du bist nichts weiter als die Moralpolizei dieser Gesellschaft, deren oberstes Ziel es ist, meine Obszönität von dieser Erde zu entfernen. Ich bin nicht wie ihr. Ich bin eine Nymphomanin. Und ich liebe mich dafür, eine zu sein.«

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Her
Her

Hooded Justice 3.0 "Schwach"

Der groߟe Gatsby
Der groߟe Gatsby

Hooded Justice 8.5 "Ausgezeichnet"

Als ich das Buch den letzten Monat las, musste ich mich ständig dabei erwischen, wie ich darüber nachdachte, was wäre, wenn jemand anders dieses Buch verfilmt hätte als Baz Luhrmann. Ich dachte an meinen Iñárritu, der das Ganze triefend leidvoll und realistisch rübergebracht hätte, ich dachte an Christopher Nolan, der Gatsby ganz geistlos und unkreativ auf die Leinwand gebracht hätte, ich dachte an Jim Jarmusch, der einen stillen, introvertierten Film aus Gatsby gemacht hätte, oder ich dachte an Danny Boyle und wie spannungsgeladen, dramatisch und kurzweilig Gatsby dann ausgesehen hätte. Nichts wäre der famosen Geschichte um den großen Gatsby gerecht gewesen, alles wäre unpassend. Und ich kam zu dem Entschluss, dass niemand diesen Gatsby (»Welchen Gatsby?«) besser hätte verfilmen können als es Baz Luhrmann tat. Völlig überladen, dicht, pompös, prunkvoll und bombastisch. Genau wie F. Scott Fitzgerald die Welt der goldenen 20er Jahre in New York beschrieb. Jazz-Musiker hier, Tänzerinnen dort, ein paar Künstler und Reiche kommen in einem schicken Apartment in der Stadt zusammen, um sich von der Hitze abzukühlen und baden sich im Champagner, Polospiele auf dem Feld des eigenen Anwesens, oder wie Gatsby so distanziert und geheimnisvoll am Ende seines Steges steht und nach dem grünen Licht greift. Allein schon diese Form des Films ist ein Statement. Ein Leben im Überfluss. Und die gebrochenen Herzen. Miss Baker betitelt es bereits gleich am Anfang, als sie sich streckt und eigentlich alles über ihr Leben aussagt: »Ich muss eine halbe Ewigkeit auf diesem Sofa gelegen haben.« Und auch im wundervollen Soundtrack »Young and Beautiful« von Lana Del Rey wird die Geschichte und der, ja, Mythos Gatsbys wunderschön zitiert: »I’ve seen the world, I’ve done it all – and I had my cake now. [...] Will you still love me when I'm no longer young and beautiful?« Was für eine Welt.

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Hooded Justice

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:)


Benjamin Barker

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Wir Supporter müssen zusammenhalten! Tolle Arbeit, Hoodie. Es ist mir nach wie vor unbegreiflich, warum der allgemein so mäßig wegkommt...


Tropico
Tropico

Hooded Justice 10.0 "Lieblingsfilm"

Was für ein melancholisches Kunstwerk über alles, was Lana Del Rey ist und lebt: zerbrochene Herzen, Sünde und Vergebung, der Verkauf von Schönheit und die Traurigkeit. Amerika und die Lüge. Amerika und das scheinbare Paradies. Die dunkeln Nächte, das Laster, das sich manchmal wie das Paradies, das verlorene Paradies, anfühlt. Life on the dark side of the american dream. Und die Lüge, dass alles am Ende gut ist. Die Farce.

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ready2fall

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Wow. Danke für den Tipp.


natedb

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Lana <3


Kill Bill: Volume 2
Kill Bill: Volume 2

Hooded Justice 10.0 "Lieblingsfilm"

Was »Kill Bill« für einen Sog hat, ist unbeschreiblich und unbestreitbar. Doch können wir eine solche unwirkliche Rachegeschichte nicht als Metapher auf unser Leben sehen? Die Brutalität ist doch so irreal, dass wir »Kill Bill« darauf kaum ernst nehmen können und keinesfalls sollten. Faszinierender ist der Alleingang einer Frau, wie sie ihren von den Tödlichen Vipern zerstörten Traum rächt. Sie zahlt es allen heim, die sich ihr und ihrem Wunsch vom Leben in den Weg gestellt haben. Und dann bekommen wir alles zu sehen. Leicht ist es nicht. Wir müssen lernen, wie wir eine ganze Herde Yakuza-Schläger kleinmachen, wie wir uns selbst aus der Erde wieder ausgraben. Und dann schaffen wir es auch danach trotzdem, durch die glühende Wüste Kaliforniens zu waten und Elle Driver das letzte Auge rauszuholen. Und schließlich die Fünf-Punkte-Pressur-Herzexplosions-Technik auszuüben. Und irgendwann werden wir auf dem Badezimmerboden liegen und weinen. Vor Freude. Die Löwin und ihr Junges werden wieder vereint sein und im Dschungel wird wieder Ruhe einkehren.

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BigDi

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Vollendeter Film.


J4KOB

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Gefällt mir sogar besser als der erste.


Philomena
Philomena

Hooded Justice 6.5 "Ganz gut"

I Spit on Your Grave
I Spit on Your Grave

Hooded Justice 3.0 "Schwach"

Monuments Men - Ungewöhnliche Helden
Monuments Men - Ungewöhnliche Helden

Hooded Justice 3.0 "Schwach"

American Hustle
American Hustle

Hooded Justice 4.0 "Uninteressant"

Dallas Buyers Club
Dallas Buyers Club

Hooded Justice 7.0 "Sehenswert"

Nymphomaniac 1
Nymphomaniac 1

Hooded Justice 9.0 "Herausragend"

Ich hatte wirklich Angst vor »Nymphomaniac«. Davor, dass Lars sich irgendwo verloren und verrannt hat und plötzlich unaufhaltsam ärgern will, mit einer Starbesetzung hoch zehn abhebt, mit Rammstein offensichtlich aufstachelt und plötzlich auch noch alles wie einen absurden Witz aussehen lässt – auf einmal lese ich in Kommentaren zu einem Larsi-Film so etwas wie der Film sei lustig. Und ja: Irgendwie ist »Nymphomaniac: Teil 1« tatsächlich nicht wirklich typisch oder charakterisierend für Lars von Trier. So leicht kam mir ein Lars von Trier nie vor. Anders als in seinen anderen Filmen wird ganz eindeutig Schritt für Schritt aus erster Hand erzählt, was seine Heldin, sein Alter Ego Frau, auf ihrem Weg erlebt und empfindet. Wo wir bei Justine aus »Melancholia« oder der Frau aus »Antichrist« eigentlich immer auf mehrdeutige, tiefsinnigere Dialoge, Handlungsschritte und Gedanken achten mussten, um einen (subjektiven) Sinn zu ziehen oder die Figur zu verstehen und letztlich auch Larsis Absicht nachvollziehen zu können, so macht es »Nymphomaniac« einfacher, da die Geschichte uns ganz greifbar und handfest geschildert und nicht selten auch noch deutlich visualisiert wird – durch Zahlen, Leoparden, Puzzles und Fliegenangeln. Nicht, dass diese Vorgehensweise nicht zum Denken anregen würde. Das Interessanteste aber an »Nymphomaniac« ist eigentlich Larsis Entwicklung, denn ohne nun sagen zu wollen, es sei sein bester Film – und das ist er meiner Meinung nach wirklich nicht – ist dies sicherlich sein erwachsenster Film hinsichtlich seiner Größe, dem Aufbau und dem Plan, und gleichzeitig auch sein kindlichster Film hinsichtlich seinem süßen Umgang mit der jungen Sexualität und seinem – oh Gott – Humor (!). Die kleinen Sexszenchen sollten in der 2-Stunden-Fassung eigentlich nicht die Rede wert sein. In mir brodelt das Gefühl, dass Lars da einen sehr seltsamen, aber auch irgendwie einen doch gar nicht so schlimmen Film gebraut hat. Auf jeden Fall sehr verdaulich. Aber wir haben ja eh nur die Hälfte bisher sehen dürfen. Faszinierend ist der neue Lars von Trier auf jeden Fall.

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Big_Kahuna

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Kanns kaum erwarten. Morgen ist es so weit. Schöner Kommi!


natedb

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Schön! Heute Abend isses bei mir auch endlich soweit :)


Only God Forgives
Only God Forgives

Hooded Justice 10.0 "Lieblingsfilm"

Refns Alptraum. Die roten Lichter, die Drehorte schreien nur so wie die Hölle auf Erden. Die Stimmen oder vielmehr die bedrückende Stille, die Musik und die Bilder. »Only God Forgives«, das Portrait einer Stadt ohne Nachsicht? Der Titel sagt es doch: Nur Gott vergibt.

Ryan Gosling als Anti-Macho, als unsicherer, großer Bruder, gibt dem Film aber das größte Potenzial und gleichzeitig das größte Geheimnis. Wir erleben ihn als einen Drogendealer, doch ist er nicht wirklich das Bild, das man sich unter einem solchen vorstellt. Er sitzt gefesselt, nahezu unterworfen auf einem Stuhl gefesselt da und sieht einer Frau beim Masturbieren zu. Er sieht sich die Frauen immer nur an, aber befriedigen oder beglücken tun sie ihn nicht. Irgendwie ängstlich, irgendwie total befangen und furchtsam sitzt er regungslos da. Auch einer der Gründe, wieso er eine »Entertainerin« fragen muss, ob sie vor seiner Mutter so tut, als sei sie seine Freundin. Ein Spiel, das wir eigentlich nur von »Homosexuellen-Alibis« kennen. Seine drückende, herrische Mutter, beeindruckend gespielt von Kristin Scott Thomas, treibt derweil ein absolutes Gefühlstheater. Und sie hat Erwartungen. Mal hasst sie ihren Julian, mal liebt sie ihn. Mal tut sie so als ob. Mal will sie das, mal nicht mehr. Beeindruckend, und was diesen Film gleichermaßen so schwer macht, zu deuten, ist die totale Verschließung eines Innenlebens seiner Charaktere. Wir sehen Handlungen, Mimik und Gestiken, besonders die eines Ryan Gosling. Doch offenbart uns der Film eigentlich nichts außer unseren subjektiven Wahrnehmungen – unseren Gefühlen. Der Film überkommt uns mit nichts als Gefühlskälte und das macht ihn gerade dadurch so emotionell. Ryan Goslings leere, hilflose Ausdrücke wirken wie ein Haufen Elend einer Seele. So voller Angst und Befangenheit und Melancholie. Gerade durch diese Leere an Seele der Figuren wird der Film so irrational und emotional wie es nur geht: Wir blicken, nicht zuletzt durch die beeindruckende Kameraführung, ständig tief in die Augen und Blicke unserer Figuren. In diesem Film sagen sie noch mehr als tausend Worte und offenbaren uns, sobald wir es nur zulassen, tiefe Gefühle und sogar Ängste – wenn wir Julian mit befangener Miene am Stuhl gefesselt, durch die roten Gänge und Straßen oder ihn sogar verängstigt seine Hände zu Fäusten ballen sehen. Refn schmiert hier keine Geschichte eines großen Helden ins Kino, sondern wie ein menschlicher Sohn zum gnadenlosen Rächer fungieren soll – doch machen nicht gerade unsere Schwächen uns so menschlich? Meinen Gefühlen nach zu gehen – und das ist alles, was man in diesem fantastischen Film machen kann – ist Ryan Gosling noch der einzige Menschliche in dieser Welt. Das widerspenstige Symbol des Händeabhackens dafür, dass er sich sündig fühlt. Und diese Schwäche und Hilflosigkeit. Vielleicht ist dies »Only God Forgives«: Ein Film über die Menschlichkeit inmitten einer Welt, die der Hölle gleichkommt.

Natürlich ist der Film in seinem Sog aus Gewalt, Gefahr und bunten Lichtern der düsteren Unterwelt Bangkoks unheimlich faszinierend, genauso natürlich wie die Gewalt niemals im Licht der Befürwortung steht – eben wie in anderen Meisterwerken, die mit Gewalt abschrecken und verabscheuen. Um das zu tun, muss die Gewalt allerdings gezeigt werden – und das tut »Only God Forgives« so konsequent durchzogen wie es nur geht. Er ver-teufelt sie. Viele meinen, der Film sei ganz anders als »Drive«. Doch eigentlich ist er genauso. Nur viel konsequenter. Wieder spielt Ryan Gosling einen weichen, melancholischen Kerl im Macho-Milieu. Wieder ist er oberflächlich ein totaler Vollkerl. Und innerlich ein totales Rätsel. Irgendwo ein Weichei, ein viel zu lieber Mann, der seinem „Date“ das Kleid gerne schenken möchte, und ein Mann, der das herrische, unterdrückende Verhalten seiner Mutter damit rechtfertigt, dass sie eben seine Mutter sei. Ryan Gosling, der schweigsame Held. Ich liebe dich und möchte mehr davon.

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Fando_Y_Lis

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Ich teile nicht in allen Punkten deine Meinung zu dem Film, aber dein Kommentar ist echt super!


wolphyx

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"genauso natürlich wie die Gewalt niemals im Licht der Befürwortung steht" Naja, allerdings wird sie auch nicht gerade "verteufelt". Immerhin kommt der wahnsinnige Polizist ohne jegliche Konsequenzen für sein Handeln davon. Überhaupt scheint gar niemand von seinen Serienmorden auch nur die geringste Notiz zu nehmen. Am Ende singt er einfach wieder als wäre nichts gewesen. Wo siehst du da jetzt genau die Verteufelung von Gewalt? Der Polizist schien sie eher zu zelebrieren.


Only Lovers Left Alive
Only Lovers Left Alive

Hooded Justice 8.0 "Ausgezeichnet"

House at the End of the Street
House at the End of the Street

Hooded Justice 4.0 "Uninteressant"

Gästebuch

DerDude_

Wenn du mir eine Freude machen willst : Zerfetze das OLDBOY Remake ! :D

DerDude_

Macht nix. Was gefiel dir denn an HER nicht ?

DerDude_

Hoody !
Mach mich doch nicht unglücklich :(

SoulReaver

Ich werde es versuchen. :)

DerDude_

Wunderschönes neues Bild. Justine steht dir fantastisch ;)

DerDude_

Schön DER GROSSE GATSBY nun bei 8 Punkten zu sehen !
Wie wärs mit nem neuem Kommentar ? ;)

JohnnyKee

Und ich wusste ganz genau wem ich damit ne Freude bereite ;>

Absurda.

Ja, stimmt, meine Schwester hat mir mal erzählt, dass er in der Öffentlichkeit einen auf Macho macht, auf facebook aber nur so sensibles Zeug über Liebe postet. Andererseits hat er (wenn man Bushido Glauben schenkt) im Spanien-Urlaub mal eine vergewaltigt (!), was ihn wiederum ein Stück weit unsympathischer macht. Interessant ist aber allemal.
Und im Grunde genommen tragen will alle Masken, es sei denn wir sind Kinder oder besoffen ;-)

Tj.

Nicht zwingend. Hab ihn vor kurzem gesehen und mit 5.5 bewertet. Er war anschaubar. ;)

Tj.

Profilbild - Erstklassige Wahl! Grüße.


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