Der Chef

Un flic (1972),
Laufzeit 98 Minuten, FSK 16, Kriminalfilm, Kinostart 16.01.1972

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6.5 Kritiker
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Skala 0 bis 10
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von Jean-Pierre Melville, mit Alain Delon und Richard Crenna

In der französischen Provinz wird eine Bank ausgeraubt. Der perfekt gelaufene Coup geht auf das Konto des Pariser Nachtclub­besitzers Simon. Kommissar Edouard Coleman, ein guter Freund von Simon, wird auf den Fall angesetzt. Doch nicht nur, dass sie sich gegenseitig respektieren, sie lieben auch die selbe Frau, Cathy. Simon hat schon einen neuen Raubzug im Visier, aber Coleman ist ihm dicht auf den Fersen.


Cast & Crew


Kritiken (1) — Film: Der Chef

SoulReaver: CinemaForever

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8.0Ausgezeichnet

[...] 'Der Chef' kann zwar nicht mit der grandiose Kompaktheit aus Charakteren und Story wie 'Vier im roten Kreis' auffahren, unterhält aber über seine gut 100 Minuten auf aller höchstem Niveau. Längen sind in Bezug auf Melville sowieso ein Fremdwert und dazu kriegen wir die wohl coolste Klavierszene überhaupt serviert. Delon mit Zigarette im Mundwinkel und seiner einmaligen Lockerheit am Flügel, während Cathy ihn dabei beobachtet. Einmalig. [...]

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Kommentare (6) — Film: Der Chef

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Jack_Torrance

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Bewertung4.0Uninteressant

Der Anfang ist großartig: Akribisch schildert Melville den Verlauf eines Banküberfalles und der darauffolgenden Flucht. Von da an gings aber nur noch bergab:
Während ich zu Beginn versuchte, mich in den Film irgendwie auf verkrampfeste Art und Weise hineinzuversetzen, verlor ich später mit jeder Minute zunehmend mein Interesse. Zu kühl war der Inszenierungsstil, zu uninteressant die Charaktere, zu emotionslos die Darsteller (war vom Film wohl so gewollt, mich hat's allerdings genervt).
Am Ende dieses Filmes war mir auch nicht so richtig klar, was Melville mit diesem Film eigentlich bewirken wollte. Ist es das Psychogramm eines nahezu emotionslosen Cops (das Anfangszitat scheint es zu bestätigen) oder letzendlich doch nur ein Old-School-Krimi ? Bei einigen Filmen weiß eben jene Mehrdeutigkeit, die Fragen aufwirft und zum Nachdenken anregt, durchaus zu faszinieren (Bestes Beispiel: Mulholland Drive), hier allerdings schien mir alles so nichtssagend und bedeutungslos. Ich hatte so das Gefühl, der Film starre mich nur ernst an, nicht mehr und nicht weniger...

Einziger Lichtblick hier ist Alain Delon, der seine Rolle trotz seiner Kühlheit mit einer sehr eigenen, sehr speziellen Präsenz füllt; er allerdings hebt den Film auch nicht aus dem Durchschnitt hervor.

Letzendlich ist Un Flic ein enttäuschender, wenn nicht gar überschätzter Film, der mich persönlich komplett gleichgültig zurückließ.

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Jack_Torrance

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Les Doulos war schon nicht so ganz meins, die obigen Empfehlungen nehm ich aber gerne an.


SoulReaver

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@Le Samourai Wie kannst du es wagen? Bekannte Regisseure sind doch scheiße und unoriginell! :)


hollygolightly1

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein kühler Film.
So hieß es jedenfalls in der Programmzeitschrift. Und das kommt nicht von ungefähr.
Jean-Pierre Melvilles UN FLIC sticht tatsächlich mit einem ungewohnt gefühllosen, seelenlosen, eisigen Stil hervor. Das Wort 'cool' ist die treffende Bezeichnung. In zweierlei Hinsicht: Nicht nur die Atmosphäre in dem Film ist 'cool', sondern auch Alain Delon als Kommissar Edouard Coleman, der mit dem Gangsterboss Simon um dieselbe Frau konkurriert.
Schön anzusehen ist die Szene, in der Alain Delon Klavier spielt und Catherine Deneuve ihm dabei zusieht. Der Höhepunkt aber ist gegen Ende zu finden. Glänzendes Finale.
Mit Alain Delon als FLIC und Catherine Deneuve als eiskalter Engel konnte Melville nicht viel falsch machen. Die beiden sind die idealen Darsteller für so einen Film. Da gibt es einfach keine Alternative.
Mir gefällt besonders die Geradlinigkeit, Raffinesse und Bescheidenheit in dem Film. Dennoch wären mehr Hintergründe zu den Charakteren und etwas mehr Inhalt nötig gewesen, um aus dem Film einen mehr als "sehenswerten" zu machen. UN FLIC ist aber trotzdem alles in allem klasse.
Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass die Heizung aus war, aber mir war während des Films kalt. Aber irgendwie auf eine angenehme Weise kalt.

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SoulReaver

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Sehr gut. Und dann noch Armee im Schatten und Der Teufel mit der weißen Weste besorgen und gut :)


hollygolightly1

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Werden lange Filmnächte.. :)


JackoXL

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Bewertung7.5Sehenswert

Deswegen lohnt das Spätprogramm kleiner Sender während der Woche.
"Der Chef" ist ein eiskalter, präziser, hervorragend inszenierter Gangsterfilm der alten Schule. Wahnsinnig stimmungsvoll, mit Alain Delon und Richard Crenna optimal besetzt. Regiesseur Jean-Pierre Melville erzeugt eine fesselnde Atmosphäre, lässt seine Figuren extrem kühl wirken, was sie nie symphatisch, aber faszinierend macht. Einziger festzustellender Makel war die Hubschrauber/Zug Szene, das sah aus wie aus dem Schaufenster eines Spielwarenladens. Wäre für die damalige Zeit und das wohl vorhandene Budget auch wahrscheinlich deutlich zuviel gewesen, kann ich aber verschmerzen. Der Rest ist so prima gemacht, altersbedingte Schönheitsfehler lasse ich da durchgehen. Die Geschichte ist interessant, hätte für meinen Geschmack nur noch dieses kleine Detail mehr gebraucht. Deshalb knapp an der 8 vorbei, aber wirklich hauchdünn. Sehenswert, auf jeden Fall. Eine Zweitsichtung folgt bestimmt, bis dahin 7,5, eher 7,9.

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JackoXL

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Schon lange auf meiner To-Watch-Liste.


cacavas61

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Und "Swimming Pool" (mit Romy Schneider) ist auch brilliant !


Le Samourai

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Warm anziehen, denn was Stilikone Jean-Pierre Melville hier in seinem letzten Werk auf die Leinwand zaubert, ist eiskalt. Graublaue, triste Bilder. Vollkommen emotionslose Charaktere. Zwei genial inszenierte Überfälle und ein Finale, mit dem sich der Meister, der nur ein Jahr später verstarb, mehr als würdig verabschiedet...

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hoffman587

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Bewertung9.0Herausragend

Un flic

"Der Chef" ist ein fesselnder, melancholischer, ruhig erzählter, stilvoller und unheimlich faszinierender Krimi von Jean-Pierre Melville aus dem Jahre 1972.
Die Handlung kann als kleiner Trip in die Unterwelt gesehen werden, indem die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen: Ein Kommisar jagt einen befreundeten Gangster, wegen eines Banküberfalls. Ein weiteres Problem, die beiden lieben die selbe Frau.

Die Regie und die Kamera um es einfach zu sagen, sind virtuos, denn sie sind detailliert, erschaffen kühle Bilder und können nur als nahezu perfekt beschrieben werden.
Die Darstellerriege ist natürlich auch großartig ausgewählt mit einem exzellenten Alain Delon als Kommisar Coleman, einem grandiosen Richard Crenna als Gangster Simon und einer überzeugenden Catheine Deneuve als deren Geliebte Cathy.
Weiterhin sind die Charaktere solide gezeichnet, auch wenn sie teilweise im Gegensatz zur Regie, etwas vernachlässigt wurden und die Dialoge wirken authentisch.

Somit lässt sich zum Ende sagen, dass "Der Chef" ein herausragendes, letztes Werk von dem legendären Regisseur Melville ist, dass man als meisterhaftes, kühl in Szene gesetztes Psycho-Duell beschreiben kann.

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tom777

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Bewertung4.0Uninteressant

Sein letzter und leider auch einer der schwächsten Melville Filme und damit drei Klassen schlechter als "Le samourai",ebenfalls mit Delon in der Titelrolle.
Nicht nur das der Film nur so von Logikfehlern strotzt ist besonders die Aufnahme des Spielzeug Hubschraubers und der Modelleisenbahn so dilettantisch gemacht das selbst Sehbehinderte sofort erkennen das weder Hubschrauber noch Zug echt sind.
Zwar sind einige Aufnahmen atmosphärisch gut gemacht,das Drehbuch ist aber sowohl unlogisch als auch erschreckend bieder.

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