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I Hired a Contract Killer
I Hired a Contract Killer (1990), DE/FI/FR/GB/SE Laufzeit 79 Minuten, FSK 12, Drama, Komödie, Kinostart 14.03.1991
7.5
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von Aki Kaurismäki, mit Jean-Pierre Léaud und Margi Clarke
Pech ist das einzige, was Henri Boulanger hat. Aber davon hat er reichlich. Der Franzose, der in London lebt, will sterben. Seine kläglichen Versuche, seinem Leben selbst ein Ende zu bereiten scheitern, und so beschließt Boulanger, einen professionellen Auftragskiller anzuheuern. Während er geduldig darauf wartet, dass der Killer seinen Auftrag erledigt, macht Boulanger einen Fehler: Er trinkt zum ersten Mal in seinem Leben Whiskey. Und verliebt sich. Unglücklicherweise ist der Vertrag mit dem Killer nicht mehr rückgängig zu machen.
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Cast & Crew
Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails I Hired a Contract Killer
- Genre
- Drama, Komödie
- Ort
- London
- Handlung
- Art House-Film, Franzose
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Kommentare (7) — Film: I Hired a Contract Killer
Demine Thu, 04 Apr 2013 19:01:28 -0000
Kommentar löschenIm Rahmen seines Filmes "Lichter der Vorstadt" sagte Kaurismäki einst:
"Ohne Arbeit bist und bleibst du ein Verlierer."
Genau so ergeht es in seinem Film "I Hired a Contract Killer" dem in England lebenden Franzosen Henri Boulanger, der sich nach seiner fristlosen Kündigung nicht nur als Verlierer fühlt, sondern auch die Motivation am Leben verliert. Er hat genug von dem grauen, eintönigen Leben was ihn umgibt und setzt alles daran um sich selbiges schnellstmöglich zu nehmen.
Fest entschlossen besorgt er sich entsprechende Hilfsmittel um seinen Selbstmord zu vollstrecken und gibt schon einmal seiner Vermieterin Bescheid, dass er innerhalb der nächsten Tage auf "Reise" gehen werde. Doch, wie sollte es anders sein, auch beim Sterben scheitert er, denn so kreativ seine Selbstmordversuche auch sind, gelingen möchte ihm keiner.
Erst als er am nächsten Tag in der Tageszeitung die Anzeige eines Auftragsmörders entdeckt, scheint er eine Lösung für das vorhandene Problem gefunden zu haben. Kurzerhand verkauft er die ihm als "Abfindung" geschenkte Uhr und holt anschließend seine gesamten Ersparnisse ab, um den Auftragsmörder auf Henri Boulanger - also sich selbst, anzusetzen.
Was zunächst wie die perfekte Lösung wirkt, entwickelt sich spätestens dann zum Problem als Henri realisiert, dass das Leben doch eigentlich auch seine schönen Seiten hat und er den von ihm abgegebenen Auftrag nicht mehr rückgängig machen kann.
Mit "I hired a Contract Killer" erzählt Kaurismäki einmal mehr eine wunderbar lakonische Geschichte über gescheiterte Existenzen und ihren Kampf im täglichen Leben. Anders als in vielen anderen seiner Werke begegnet einem hier allerdings nicht die totale Hoffnungslosigkeit, im Gegenteil: der Film verdeutlicht einem, dass das Leben auch trotz schwieriger Phasen weitergeht und sich oft gerade dort eine Hoffnung birgt, wo man sie nicht mehr erwartet.
Stilistisch orientiert er sich dabei wieder einmal an den 50er/60er-Jahren und vertraut mit dem hervorragenden Jean-Pierre Léaud (bekannt aus u.a. den Filmen von Truffaut und Godard) einem alten Weggefährten. Nichts desto trotz braucht es, wie bei Kaurismäki üblich, einige Minuten um sich an die lakonische Erzählweise des Filmes zu gewöhnen.
Aber wie sagte er so schön:
"Wir Finnen sind nun einmal wortkarg."
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Markbln Sat, 06 Apr 2013 16:15:43 -0000
Antwort löschenSchöner Text, thanks.
Demine Sat, 06 Apr 2013 17:58:32 -0000
Antwort löschenIch danke dir :)
Aldo_Valletti Sun, 20 Jan 2013 10:51:52 -0000
Kommentar löschenSchade, dass ich diesen Kaurismäki erst so spät gesehen habe, denn es ist einer seiner Besten, neben Der Mann ohne Vergangenheit und Lichter der Vorstadt. Typische Kaurismäki Tristess gemischt mit guter Musik, auch wenn ich nie ein Joe Strummer Fan war, geschickt eingesetzte Farben und ordentlich Rauchen. Bei dem diesmal in London spielenden Film habe ich mich sofort an Mistery Train erinnnert gefüht. Dieser Film erzeugt einfach ein positive Stimmung. Super!
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Einar Sun, 06 Jan 2013 23:47:54 -0000
Kommentar löschenWar mir persönlich ein wenig zu getragen, fast "französisch" in seiner Machart. Die Bilder und der unveränderte Hintergrundton sollen für sich sprechen, dazu ein wenig Source-Musik. So stelle ich mir als Laie einen Film vor, der in erster Linie Kunst ist und dann erst unterhalten möchte.
Leider zieht das bei mir nicht, auch wenn die Stimmung schön melancholisch daherkam. Zu dialogarm. Und ein Quäntchen fehlt, das ich nicht genau definieren kann.
Aber: Schön gespielt ist es!
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Brentano Fri, 11 May 2012 10:00:33 -0000
Kommentar löschenEin schöner Film auch (oder speziell?) für Freunde der schauspielerischen Arbeit von Jean Piere Léaud, den ich sehr schätze und fast menschlich, emotional mag: (obwohl ich ihm selber nie begegnet bin)
Ja dadurch "voreingenommen" bin und ihn seit den "400 cents coups, la nuit américaine, la Chinoise, u.a." - "verfolge". auch dieser Film badet in seinen bekannten Marotten/Ticks und nicht überwundenen Zweifeln, legt sie in eine ältere, reifere Lebensepoche (er ist inzwischen, wie wir alle, etwas gealtert) aber er entblößt sich wieder, ist ratlos „betroffen“ und läuft dahin, mal dorthin.
Er bleibt trotz aller gravitätischen Stimmung, Lage in die ihn das Szenario „pressen“ mag, seinem Grund-Charakter treu, so des „gereiften Luftikusses“ und melancholischen Ant-Helden etwa verpflichtet. Also ein Film um Jean-Pierre Léaud herum, als nur "mit ihm" oder an "ihm vorbei" gedreht, aber dafür ist auch Kaurismäki „Dank“ zu zollen.
Gerade aber auch das, was ich hier beschreiben habe, könnte man dem Film jedoch ebenso als "mörderische" Kritik daran auslegen, wie auch immer, ..!?
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ElMagico Thu, 10 Nov 2011 11:09:33 -0000
Kommentar löschenAki Kaurismäki begibt sich wieder in die Tiefen der Einsamen und Vergessenen, in die Welt derer die Halt suchen in Sachen, welche andere schon gar nicht mehr beachten. "I hired a contract killer" ist aber kein typischer Kaurismäki. Zu leichtfüssig kommt er daher, zu versöhnlich ist sein Humor und seine Stimmung. Irgendwo erinnerte mich das fast ein bisschen an Loriot...an einen etwas verbitterten Loriot, den ganz legt ein Kaurismäki seine Sicht der Dinge natürlich nicht ab. Ich glaube das könnte er auch gar nicht. Der alte Kauz.
Aber "I hired a contract killer" drückt eben nicht so sehr wie gewohnt aufs Gemüt. Eine etwas hellere Bildsprache, eine kleine amüsante Geschichte, welche sich anfühlt als käme sie direkt aus den 50er Jahren und vorallem der Gedanke, dass dieses mal alles gut ausgehen könnte. Doch auch wenn der Film in England produziert wurde, bis Hollywood ist es noch ein weiter Weg und zu einem Happy End ist es oft noch viel länger hin. Und so gibt es hier eine sehr feinfühlige, wenn auch wiedermal oft sehr spartanische Tour der Emotionen, die die grossen Gefühle des Lebens im kleinen Rahmen der Alltäglichkeit zeigt.
Eigentlich wie gemacht für Einsteiger Kaurismäkis, da "I hired a contract killer" sein recht pessimistisches Weltbild in einen sehr charmanten und auch witzigen Film verpackt.
bedenklich? 18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 9 Antworten
Sigrun Thu, 10 Nov 2011 11:40:17 -0000
Antwort löschenSchön, Magic! Kann gut sein, dass das sogar damals mein erster Kaurismäki war, denn "Leningrad Cowboys Go America " davor hatte ich nur in Ausschnitten gesehen :)
ElMagico Thu, 10 Nov 2011 11:43:11 -0000
Antwort löschenWie sind die eigentlich so? Also die Leningrad Cowboy-Filme? Bekam die nur früher als Band nebenbei so mit, mochte sie aber nicht....und von einen Kaurismäki hatte ich da noch keinen Schimmer ;) Machen mir die Filme den Aki madig?
crab1973 Thu, 10 Nov 2011 11:46:47 -0000
Antwort löschenDer November ist grau, die dicken Jacken müssen wieder angezogen werden, meine Stimmung wird melancholisch. Also genau die richtige Zeit für einen Kaurismäki... Danke für den Tipp!!!
ElMagico Thu, 10 Nov 2011 11:47:52 -0000
Antwort löschenNeiiiiin! Dieses Jahr gibt es keinen Winter...Bitte! :D
Sigrun Thu, 10 Nov 2011 11:59:17 -0000
Antwort löschen@Leningrad Cowboys: Mmmh, kenne ja nur ein paar Ausschnitte aus dem Film, die sehr eng mit der Musik verknüpft sind und weiß von jemanden, der mit der Band mal einen drauf gemacht, skandinavische Musiker vertragen ja ordentlich was. Ob die nun aber gut drauf waren, ist leider nicht überliefert. Und ich hatte bisher noch kein Bedürfnis, mir den ganzen Film mal anzuschauen. Mal sehen, vielleicht dieses Jahr, wenn der Winter sehr sehr hart wird ...
Sigrun Thu, 10 Nov 2011 12:06:37 -0000
Antwort löschenP.S. ... und stimmt, es gibt ja zwei Leningrad-Cowboys-Filme :)
ElMagico Thu, 10 Nov 2011 12:12:52 -0000
Antwort löschen....es gibt 2 Leningrad Cowboys Filme, aber keinen Winter :)
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crab1973 Thu, 10 Nov 2011 12:17:00 -0000
Antwort löschenOkay... keinen Winter. :) Den Film guck ich mir trotzdem an. Ach ja, zu den "Cowboys": Erster gut. Zweiter so la la...
ElMagico Thu, 10 Nov 2011 12:18:50 -0000
Antwort löschenok ;) hach, wahrscheinlich unterlieg ich eh dem Fluch des Komplettismus...
magX Mon, 20 Apr 2009 14:47:29 -0000
Kommentar löschenEin sehr ruhiger, auf Kleinigkeiten achtender Film der zwar extrem tragisch ist, jedoch auch mit viel Humor und einer interessanten Grundidee diese Tragik in den Schatten stellt. Zudem lässt sich auch eine gewisse Sozialkritik nicht abstreiten, die heute vermutlich noch aktueller ist als damals: der Wert und die Sicherheit der Arbeit. Der Film vereint also alles was man von einem Film erwarten kann: er ist unterhaltsam, kritisch, spannend und sehr gut gemacht.
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maslobojew Mon, 14 Apr 2008 17:33:02 -0000
Kommentar löschenEin grausam nüchterner Film. Vielleicht ein guter Einsteigerstreifen für Kaurismäki-Neulinge.
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