Ex Drummer
Ex Drummer (2007), BE Laufzeit 105 Minuten, FSK 16, Komödie, Drama, Kinostart 15.11.2007
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von Koen Mortier und Koen Mortier, mit Norman Baert und Dries Van Hegen
Eines Tages stehen sie vor seiner Tür: Drei Möchtegernmusiker aus dem tiefsten Sumpf der belgischen Provinz bitten den erfolgreichen Buchautor Dries darum, den noch vakanten Posten des Schlagzeugers in ihrer geplanten Rockband zu übernehmen. Dries, fasziniert von der morbiden Aura sozialer Verelendung, willigt ein und tauft das glücklose Häufchen “The Feminists”. Fortan ist er immer dabei: im Proberaum auf dem Bauernhof von Jans Eltern, wo die Mutter den kranken Vater per Zwangsjacke ans Bett fesselt, im blutigen Apartment von Koen, der nur Lust empfindet, wenn er Frauen misshandelt, und in dem verkommenen Loch, in dem Ivans Frau auf der Couch vor sich hindämmert und das schreiende Baby mit Kokain ruhigstellt. Dries ist ein Beobachter, der neugierig die Verkommenheit der Welt in sich hineinsaugt und abends heimkehrt in sein Designerloft hoch über den Dächern von Oostende, wo ihn seine hübsche Frau und manchmal auch eine Gespielin erwarten. Wie ein Gott steigt er immer wieder hinunter in den Sündenpfuhl, kommentiert, manipuliert, intrigiert … bis er sich schließlich selbst als mythischen Erlöser wähnt, der die Welt um ihre Übel erleichtert. Die Katastrophe ist unaufhaltsam.
Cast & Crew
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Koen Mortier
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Koen Mortier
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Norman Baert
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Dries Van Hegen
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Gunter Lamoot
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Sam Louwyck
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Bernadette Damman
Regie
Schauspieler
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Koen Mortier
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Koen Mortier
- Genre
- Schwarze Komödie, Politische Satire, Komödie, Drama, Anarchokomödie
- Zeit
- 2000er Jahre
- Ort
- Belgien
- Handlung
- Band, Behinderung, Bisexualität, Blut, Drogen, Glatze, Irrenanstalt, Konzert, König, Massaker, Mord, Motorroller, Musik, Mutter-Sohn-Beziehung, Nackte Frau, Penis, Perücke, Provinz, Psychopath, Punk, Rassismus, Rassist, Rockmusik, Roman, Schriftsteller, Schwuler, Sexualität, Vagina, Vergewaltigung, totes Kind
- Stimmung
- Berührend, Eigenwillig, Geistreich, Romantisch, Verstörend, Witzig
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Ex Drummer
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Trailer zum Film Ex Drummer
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Kritiken (4) — Film: Ex Drummer
Ephigenia: Nightmare-Horrormovies.de
Kommentar löschenEx Drummer ist einer der härtesten Filme überhaupt, insbesondere für die Psyche, der Gänsehaut erzeugt.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
SiameseAlex: SiameseMovies
Kommentar löschen[...]
Das Werk von Regisseur Koen Mortier ist auf den ersten Blick ein kontroverser Film, dessen harte, gewollt absurde Bilder; dessen alternative Kameraspielereien; dessen außerordentlich unsympathischen Charaktere; sowie dessen für die breite Masse äußerst gewöhnungsbedürftiger, weil avantgardistisch-noise-punk-mix-lastiger OST bereits ziemlich abschrecken könnte(n). Und nicht nur das. Der gesamte Film macht sich aufgrund der ungewohnten Vielfalt an grenzwertigen Elementen (angeführt durch die widerwärtige Handlung selbst) zutiefst angreifbar.
[...]
Zweifelsohne enthält 'Ex Drummer' ausschließlich unsympathische Charaktere, was jedoch keinesfalls mit uninteressanten Figuren- und deren zugehörigen Konstellationen gleichzusetzen wäre. Die sind nämlich bei genauerem Hinschauen echt witzig! [...] Und eben das macht 'Ex Drummer' zu einem Film, der es konsequent richtig macht eine Metaebene zu betreten, die von einem Schriftsteller bereichert wird, dessen Erlebnisse wir als Zuschauer teilen und dabei selbst Zeuge werden von seiner absoluten Unfähigkeit das Wörtchen Toleranz überhaupt buchstabieren zu können - ganz zu schweigen von seinen völlig missratenen Moralvorstellungen.
Der Höhepunkt des Arschtritts an sämtliche Pseudo-Schocker ala 'Man bites Dog' und von mir aus auch 'Kick-Ass' ist dann aber doch das Understatement, das die Musik einer echt armseligen Truppe alles andere als musikalisch armselig ist. Natürlich ist der Soundtrack Geschmackssache und dennoch wird niemand mit einem gewissen musikalischen Know-How die technisch ansehnliche Performance der Künstler anzweifeln, was schließlich irgendwie das i-Tüpfelchen auf dem Fazit: GUTERFiLM ist!
Kritik im Original 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
Xebeche 2011/02/26 10:35:30
Antwort löschenSehr schön geschrieben!
SiameseAlex 2011/02/27 18:33:10
Antwort löschenDankeschön!
Filmsuechtiger: Filmsucht.org, Movieworlds
Kommentar löschenEs gibt ja Filme, die die Milieus der Mittellosen, der Dummen, Asozialen mit einem Blick der Sympathie einfängt, sie poetisch verklärt oder zumindest aus einem geistreich-überlegenem Gutmenschentum heraus überblickt – Ex Drummer geht einen gänzlich gegensätzlichen Weg: Immer berauscht von Alkohol und Drogen, ungepflegt und unbeherrscht, fehlen den üblen Charakteren Mitgefühl, Ethik oder soziales Denken aller Art. Die Gewaltbereitschaft und die anderen tierischen Triebe werden mit triebhaftem Sex und wilden Punkkonzerten gezügelt, Prügeleien inklusive. Der Ersteindruck der Protagonisten ist bereits reichlich abschreckend und doch nur die Spitze des Eisberges, im Laufe des Films entwickelt der Zuschauer schnell eine ausgeprägte Abscheu und weiß das angenehme, gutbürgerliche Leben zu schätzen. Die Figur des Dries van Hegen ist angenehm zurückhaltend, allein schon weil er denkt, bevor er sich sorgsam artikuliert. Er ist Schriftsteller, eine wahrhaft edle Kunst, und natürlich…
Kritik im Original 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
BigDi 2010/06/12 15:05:46
Antwort löschenBis auf die Wirkung des Endes kommen wir hier wirklich auf einen gemeinsamen Nenner. Schöne Kritik, nur die Wertung wirkt etwas niedrig.
Filmsuechtiger 2010/06/12 15:16:43
Antwort löschenIch finde ihn ja auch nicht ganz so gut wie du ;)
Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde
Kommentar löschenTechnisch und schauspielerisch ein beeindruckender Streifen, der in seiner Kotz- Dreck- und Proll-Ästhetik mehr als einmal an die krasseren Momente von Trainspotting erinnert, ohne allerdings so süffig stringent erzählt zu sein. Ein Film der das vielbeschworene "Prekariat" auf die schlimmstmögliche Erscheinungsform kondensiert und dabei mit keiner der Figuren auch nur einen Hauch Empathie zeigt. Eine sehr kalte Welt ist es die Ex Drummer da zeichnet, bei der es schwer ist sich zu entscheiden, ob die derangierten "Asozialen" unsympathischer sind oder doch der bar jeder menschlichen Regung agierende Intellektuelle, dessen Gossentourismus eher voyeuristischen, denn aufklärerischen Impulsen entspringt. Das die Story nach einigem Hin und Her folgerichtig in einem Blutbad endet, überrascht weniger, als dass es erst so spät passiert.
Bei allen technischen Finessen und Ideen, verbleibt am Ende allerdings auch ein wenig der Eindruck, dass die erzählerische Tiefe der Provokation und den Schockeffekte doch etwas hinterherläuft.
12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten
jannis 2009/08/17 10:24:43
Antwort löschen[x] süffig-stringent in einem Satz gelesen
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sikkmeidack 2009/09/04 12:48:13
Antwort löschenPr"e"kariat Herr Batzmann ;)
wiedererkennbar 2010/02/28 15:07:28
Antwort löschenSchön auf den Punkt gebracht. Für mich ist "Ex-Drummer" auf jeden Fall einer der härtesten Filme, die ich je gesehen habe. Das meine ich nicht nur auf die Gewalt bezogen, sondern vor allem auf die Eiseskälte der Hauptfiguren bezogen. Als Zuschauer konnte ich bei diesem Film für keinen der Charaktere Symphatie hegen.
Kommentare (70) — Film: Ex Drummer
Kommentar schreibenChanvre 2012/02/06 22:20:17
Kommentar löschenVerkommene Gesellschaft..
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HxC_Moe 2011/12/16 16:10:50
Kommentar löschenEinfach nur mega kranker Film. Zeigt eigentlich schonungslos die bittere Realität, bis er etwas zu schräg und durchgeknallt wird. Baut aber sehr gut eine richtig kranke realistische Atmosphäre auf. In Ex Drummer ist nichts schön. Die Landschaft nicht, die Stadt nicht, die Menschen nicht, die Wohnungen nicht. Es ist einfach alles hässlich, so wie es meistens eben ist in ekligen Gegenden. Die Anleihen an "Trainspotting" sind natürlich spührbar, aber das heißt nicht dass der Film alle Ideen kopiert. Ex Drummer zieht schon nochmal ein bisschen heftiger durch. Also, wem Trainspotting noch nicht hart genug war, kann sich Ex Drummer gerne ansehen.
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Marcus Nachname 2011/12/08 17:43:08
Kommentar löschenEX DRUMMER, mein persönlicher erster Belgier, hat mich so manches Mal Schlucken lassen und ich bin nicht wütend auf die Art, wie er gemacht ist, was er thematisiert und wie er es tut. Kino darf wohl alles, aber es muss gut gemacht sein! Und EX DRUMMER ist ein Meisterwerk.
Am auffälligsten und unmittelbares Stilmittel ist die Härte, die Kompromisslosigkeit, mit der EX DRUMMER auftritt. Sex und Blut sind in der Welt der Kaputten scheinbar untrennbar. Die Grenze der Vergewaltigung wird schnell überschritten und die Umgangssprache reduziert sich aufs Vulgäre. Ein Kind stirbt, nachdem die Mutter versucht es mit Haschisch ruhig zu stellen, während ein cholerischer, schwerhöriger Vater zusieht. „Ex-Vater, Ex-Gitarrist und Ex-Junkie“ wird er später gnadenlos zynisch genannt. Ebenso zynisch, wie Pädophilie und Inzest auf eine nicht weiter tragische Kindheitserinnerung heruntergeredet wird.
Das alles versteckt sich hinter einem surrealen Gewand. Die Wohnung des lispelnden Sängers „Koen“ steht Kopf. Während des Konzerts fällt links und rechts von Dries das gesamte Publikum geradezu hypnotisch zu Boden, als er sich von den Menschen entfernt.
Und als „Großer Schwanz“ Dries die Vagina seiner Gattin zeigt, stehen die beiden plötzlich mittendrin in der, wie er sie nennt, „Explodierten Ratte“.
Regisseur Koen Mortier abstrahiert die schlimmsten der gesellschaftlichen Verbrechen und Ansichten, auch derer, die an der Spitze stehen, vermengt sie kunstvoll miteinander in einer Art, wie sie die breite Masse nicht aushalten würde, nämlich kompromiss- und gnadenlos, fast realitätsfremd und lässt sie meisterlich in einem Blutbad gipfeln.
„In erster Linie ein romantischer Film.“ So schreibt es „themanifest.com“ und trifft den Nagel mit dieser Aussage auf den Kopf.
EX DRUMMER ist keine Sozialstudie und keine Satire. EX DRUMMER ist der blanke Zynismus, schwarzer Humor, wie er schwärzer nicht sein kann und doch todernst in seiner Aussage.
„The Feminists“, eine Band bestehend aus 4 Behinderten und angeführt von einem lispelnden, frauenfeindlichen Sänger, covern „Mongoloid“ von DEVO.
„Mongoloid, he was a mongoloid,
happier than you and me.
Mongoloid, he was a mongoloid,
and it determined what he could see,
Mongoloid, he was a mongoloid,
one chromosome too many.“
Und dem wäre dann auch nichts mehr hinzuzufügen.
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seven 2011/11/29 22:45:10
Kommentar löschenJenseits von kompromisslos authentisch geglaubten Genrevorzeigematerial aus Hollywood, jenseits von stilistischer Normalität, abseits von gutem Geschmack und meilenweit entfernt von Humanität kotzt Belgien dem Rest der Welt, vor allem aber Anhängern naiver "Harmonische Welt" Vorstellungen, eine ausgemachte Missgeburt ins Gesicht. Ein hochexplosives, sämtliche Konventionen scheuendes Konzentrat an sozialen Missständen, intellektuellen Armutszeugnissen, wüsten Beleidigungsorgien, lärmender Bastardmusik und verkrüppelten Ideologien. Koen Mortier serviert "Ex Drummer" wie eine unkontrollierbare, gottlose Naturgewalt, die ihre überbordende Kontroversität hinauskreischt. Die Schmerzgrenze der Mehrheit dürfte dabei empfindlich überfahren werden, besitzt der Film doch wie Brusselmans gleichnamige Vorlage ein Spektrum an radikalen Tabubrüchen, dass er leicht als kalkulierte, auf Skandal abgesehene Provokation missinterpretiert werden könnte. Pädophilie und Inzest wird zur sehnsüchtigen Kindheitserinnerung pervertiert, Homophobie offen praktiziert, das Vokabular auf den vulgärsten Grundstock reduziert und "Abgefuckt sein" zur Lebensphilosophie deklariert.
Schriftsteller Dries van Hegen, anfänglich erhoffter Rettungsanker in einer Welt von Verdorbenheit und Stumpfsinn, lässt sich mit einer einschüchternden Coolness und Arroganz hinab in die Welt von Krank- und Faulheit. Mit ultimativer Resilienz gegen den menschlichen Dreck gewappnet zieht er wie ein römischer Imperator in das Schlachtfeld von niederen Instinkten und ethischen Unkorrektheiten, ebenso trostlos wie grausam eingefangen von einer "innovativ" atmenden Kamera. Er sieht sich berufen, seine über dem Abschaum thronende High Society-Wohnung zu verlassen, die eigene Monotonie und Langeweile zu durchbrechen. So nimmt er Kontakt zu drei erbärmlichen Gestalten auf, die ihn zum Drummer ihrer gehandicapten Band erwählt haben. Aus diesem assozialen Haufen sticht er hervor wie ein schöner, gebildeter Todesengel. Das untere Ende der sozialen Leiter stets unmittelbar vor den höhnischen Augen, selbst dabei unendlich weit davon entfernt. In Gewissheit auf die Rückkehr in den kommoden, luxuriösen Lifestyle geht er tagtäglich bei den Losern bar jeden Niveaus hausieren und probt mit ihnen in einer heruntergelassenen Scheune, inklusive gammliger Blümchentapete an den bröckelnden Wänden. Eben dort, wo Behörden nicht mehr hinschauen wollen. In direkter Konfrontation mit armseligstem Elend läutet er zu experimentierfreudiger Kamera und bestialisch-krachender Toneebene ein beißendes, hinterhältiges Sozialexperiment ein, in dem er Kontrolleur und gleichzeitig aktiver Protagonist ist. Auf das zugrunde gehende Leben des cholerischen, schwerhörigen Gitarristen Ivan reagiert Dries mit entwürdigendstem Sozialdarwinismus. Den rauen Umgangston zwischen dem schwulen Bassisten Jan und seiner Perücke tragenden Mutter kommentiert er mit gleicher Respektlosigkeit. Dem rassistischen, frauenfeindlichen Nonsensgelaber des unberechenbaren, lispelnden Sängers Koen (Hardcoreversion von Nick Oliveri; neben rasiertem Schädel prägt sich seine rückenbedeckende Tätowierung GOD IS (D)EVIL besonders ein), setzt er ebenbürtige Geringschätzung entgegen, die der Andere nicht einmal als Verspottung erkennt. Eine nihilistische Aura umgibt Dries durchgehend, potenziert in einer der symbolhaftesten Szene: Während eines Musikfestivals bahnt sich Dries in Zeitlupe seinen Weg durch die enthusiastische Menge. Umweltgeräusche sind zurückgenommen, nur heimischer Metal von Blunch. In einer Art Ekstase wirft sich die Meute zu beiden Seiten Dries zu Boden, wodurch jene hypnotisch-surreale Szenerie fast schon religiösen Charakter erfährt, Übermensch richtend über dem stupiden Volk.
Als bestechend ungestüme Antwort auf romantische Verklärung à la "Sex, Drugs and RockNRoll" ist Koen Mortiers Erwiderung desillusionierend und ernüchternd: Ja, Sex (hauptsächlich Vergewaltigungen) gibts reichlich. Ja, Drogen werden konsumiert. Brüllender, ohrenzerfetzender Punkrock deckt die dritte Komponente ab. Trotz exzessiven Auslebens des längst Klischee gewordenen Slogans bleiben die Jungs aus der Gosse jedoch ganz unten. Keine Befreiung, keine Erlösung, kein Licht am Ende des Abwassertunnels. Der kinetische Stil lässt den Film trotz massiver Hässlichkeit zu einem kunstvollen Monster mutieren und fasziniert.
In mehrfacher Weise passend, dass das erste Stück von "The Feminists" (Zynischer geht nicht) eine Coverversion von Devos "Mongoloid" ist. Nicht nur weil der Sound in seiner rohen Garagerock-Entfaltung, in seiner simplen und effektiven instrumentellen Konstruktion samt kreischender, verzerrter Stimme zur billigen, dreckigen Kulisse passt. Vier "Behinderte" spielen und singen "One chromosome to many". Politisch unkorrekt, selbstironisch und dabei entwaffnend cool (zudem eine Widerlegung der haltlosen Behauptung, ein Cover könne das Original nicht übertrumpfen). Ununterbrochen stellt "Ex Drummer" vor diese Zwickmühle, vor dieses Empfindungschaos. Welche Reaktion ist angemessen? Pechschwarze Sozialsatire? Verabscheuungswürdig?
Dass sich von staatlicher Seite niemand bereit erklärte, die Verfilmung eines Skandalromanes von Autor Herman Brusselmans zu unterstützen, überrascht bei der grassierenden Gewalt und dem sozialkritischen Ton nicht. Nach jahrelanger Aufschiebung des Projekts setzten sich schließlich doch die Dreharbeiten in Gang. Bei permanenter Unterfinanzierung waren diese beinahe so ungemütlich wie der Film selbst. Lästern über andere Crewmitglieder, kollektiver Hass auf einen (über)ambitionierten Regisseur, Verunsicherung ob des gewagten Thementopfs. Wahrscheinlich trug die aggressive Atmosphäre dazu bei, diese einmalige Durchschlagskraft und bezwingende Ehrlichkeit zu beschwören, wahrscheinlich war sie es, die den Cast zu dieser ausnahmelosen Intensität reizte.
Am Ende sieht man sich bestätigt in dem, was man befürchtete, jedoch nicht wahr haben wollte: Mortier hat uns auf die gleiche Weise manipuliert, wie es Dries mit seinen Kollegen aus der Unterschicht tat. Denn nachdem wir uns an der akademischen, zynischen Figur als Identifikationsträger in all dem Chaos orientiert haben, gibt Mortier in einem finalen Amoklauf das wahre Wesen jenes "Gutmenschen" preis, der sämtliche Zivilisationsreste wegsprengt. Und auf einmal wird uns mit erschreckender Gnadenlosigkeit bewusst: Das wahre Übel, das wirklich Böse, verbirgt sich in jenem Mann, der seine Stilsicherheit und Bildung als Vorwand nimmt, seiner bodenlosen Überheblichkeit zu frönen. "This is [goddamn] hardcore!"
26 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 16 Antworten
SiameseAlex 2011/11/29 22:50:40
Antwort löschenStarker erster Satz!
seven 2011/11/29 22:51:02
Antwort löschenDankeschön.^^
lieber_tee 2011/11/30 00:19:42
Antwort löschenToller Film, tolle Kritik und ja, toller erster Satz.
seven 2011/11/30 08:42:16
Antwort löschenIch danke dir! :)
JohnnyKee 2011/11/30 12:11:54
Antwort löschenTypisch seven!^^
seven 2011/11/30 12:21:47
Antwort löschenDrück dich nicht so verschwommen aus, Johnny! Komm sags mir ins Gesicht!^^
JohnnyKee 2011/11/30 12:25:13
Antwort löschenAlter, Ich GIB dir gleich! ;>
seven 2011/11/30 12:32:32
Antwort löschen:D
_Garfield 2011/11/30 14:25:54
Antwort löschenMan, man, man. Du bist echt gut geworden! ;)
seven 2011/11/30 17:47:10
Antwort löschen@_Garfield: Haha, dank dir! ;)
Benjamin Barker 2011/11/30 17:47:37
Antwort löschenDamn good, man! Muss da auch endlich mal ran.
seven 2011/11/30 17:50:32
Antwort löschen@Benjamin Barker: Danke, das freut mich ehrlich! :)
DieSodomistin 2011/12/01 00:34:13
Antwort löschenbesser kann man es gar nicht ausdrücken!
seven 2011/12/01 08:46:27
Antwort löschenHerzlichen Dank! :>
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FilmFreeza 2012/01/17 17:56:40
Antwort löschenKlasse!
seven 2012/01/17 17:58:45
Antwort löschenVielen Dank! :)
Digit 2011/11/04 17:02:45
Kommentar löschenBin ein wenig verwundert über die sehr gute Resonanz. Ist nun schon ne weile her das ich ihn gesehen habe. Was mein Gefühl noch weiß: verstörend, Brutal, lustig und ecklig.. aber noch lange kein guter oder sehr guter Film. Vielleicht fehlt mir mal wieder der intellektuelle Zugang.
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THE_JUDGE 2011/10/26 00:48:12
Kommentar löschenOk, sind ja alle schwer begeistert hier. "Ex Drummer" ist stellenweise wirklich komisch, dabei aber meist ein wenig zu übertrieben-hohl. Bei manch anderen Streifen die nach Moviepilotangaben Drama und Komödie sein sollen war es oft eher so, dass ich die Komödie nicht ganz heraussehen konnte, hier ist es nun anders herum. Ja klar, es ist mächtig dramatisch, es gibt das was es immer gibt wenn etwas anstoßen soll, nämlich Schwänze, Fotzen, Drogen, Gewalt und das dazugehörige Vulgärgelaber. Den Streifen als Sozialstudie zu sehen ist wohl ein wenig viel der Interpretation, denn wer soll denn hier studiert werden, etwa "Die Belgier"? So recht kann ich die Figuren in kein spezifiziertes soziales Umfeld einordnen, denn dafür sind sie alle zu gemischt, zu viel von allem irgendwie (Drogenopfer, Gestörte, Musiker, "Belgier", Hinterwäldler, lebende Tote (Ok, das ist es!!), ne glatzköpfige Mutter, einer mit Aids, einer mit nem dicken Plastik-Pimmel etc.). So, ließt man jetzt den Inhalt der Klammer muß man eigentlich schowieder lachen, denn um mal zu den positiven Sachen zu schwenken, so ein Mix kann doch nur lustig sein oder? Neben den 85% Dialogen die man sich auch hätte schenken können, nagelt mich nicht drauf fest, das ist nur ne vage Vermutung, ist der Rest schon ok. Als Beispiel "Die explodierte Ratte" oder dieser wunderbare Dialog zwischen "Wunderglied" und seiner Alten, in dem er am Ende fünf Bierchen statt nur zwei für sich ordert. Was mir eigentlich mit am Besten gefallen hat, waren die Bilder und die Schauplätze. Da war wirklich Potential vorhanden möchte ich mal meinen. Mit einem Hang zur Unterbelichtung und in Nebel gehüllte, heruntergekommene Dorf- oder Kleinstadtschauplätze. Ja Ostende ist schon ein wenig größer, aber davon sieht man auch nicht zu viel unbedingt. Vieles wirkte auch wie schon tausend Mal gesehen, verranzter Proberaum, die Wohnung eines Gestörten, die Wohnung eines, im direkten Vergleich, "Yuppies" etc., aber dennoch es waren schon immer interessante Einstellungen, Winkel und Kompositionen dabei. Aus den hundert Minuten Material, könnte man locker 20 gute Musikvideos schneiden, wenn es so etwas überhaupt gibt, denn um mal ein wenig auf der Schiene des Films mitzufahren, ich bin so schockierend, dass ich fast nur Bands höre die so klein, unbekannt und brutal sind, dass sie erstens keine Musikvideos brauchen und zweitens den "Normalo" durch ihre Andersartigkeit nur verwirren würden. Ist natürlich völlig übertrieben und den Faden habe ich jetzt auch endgültig verloren, aber passt ja angesichts des Streifens oder ;)?
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MoMa 2011/08/30 11:31:11
Kommentar löschenunglaublicher Soundtrack
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Maddy87 2011/08/30 17:29:24
Antwort löschenhttp://youtu.be/eo_MZEPRDVs
Mr. Pink 2011/08/29 16:12:00
Kommentar löschenSehr abgefahren, sehr düster, äußerst dreckig und extrem abgefuckt. "Ex Drummer" erinnerte mich teilweise an eine härtere Variante von "Trainspotting". Ich bin jedoch nicht hundertprozentig sicher, was mir der Film nun sagen wollte, ob es sich hier wirklich um eine rigoros ernst gemeinte sozialkritische Gesellschaftstudie handeln soll oder ob der Film vielleicht doch einfach nur eine schwarze Komödie sein möchte. "Ex Drummer" bietet viele Ansätze, schafft es letztendlich aber auf jeden Fall, seine Zuschauer zu fesseln und zum Nachdenken über das Gesehene anzuregen.
Die Inszenierung ist sehr gelungen, da der Film optisch einfallsreich und verspielt gestaltet ist. Die Musik ist abwechslungsreich, passt immer gut zur Stimmung und das Schauspiel ist überzeugend.
Auf jeden Fall ist "Ex Drummer", sowie seine Geschichte über einen Haufen asozialer, kaputter Menschen ungewöhnlich, so viel steht fest. Der Film konnte mich deswegen auch überzeugen und durchaus begeistern, auch wenn mir wie schon gesagt nicht wirklich klar ist, was nun die genaue Intention des Regisseurs war. Trotzdem handelt es sich hier um einen sehenswerten und interessanten, weil kreativen und unkonventionellen, genauso jedoch ungemütlichen und irgendwie sogar ekligen und abstoßenden Film, der mir alles in allem aber dennoch sehr gut gefallen hat, weil er einfach das gewisse Etwas hat.
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Lenymo 2011/06/09 22:41:55
Kommentar löschenAlso direkt nach anschauen dieses Filmes war ich, was war ich da? Ich würd sagen mitgenommen trifft es gut, aber nicht perfekt.Anfangs hab ich ihn auch "nur" eine 8 gegeben. Aber nachdem mich dieser Film jetzt schon eine woche nicht losgelassen hat, und ich immer wieder an einzelne Szenen denken sowie die genialität und kompromisslosigkeit dieses filmischen Kunstwerks mich immer noch fasziniert sehe ich mich gezwungen die Wertung hochzusetzten. Nach einer weiteren Sichtung werde ich entscheiden ob die wertung nicht noch weiter steigt. Aber es sei gesagt, dass kein Film mich nach dem anschauen so lange beschäftigt hat wie dieses fast schon wiederwertige Meisterwerk.
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Fu-Jay 2011/06/01 21:23:29
Kommentar löschenFaszinierendes Kunstwerk über das soziale Elend, das von einem grandiosen Finale gekrönt wird.
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OlleBall 2011/05/26 20:42:45
Kommentar löschenselten sowas gesehen...selten nach einem film so fertig gewesen...meine worte fallen mir grad schwer...grad gesehn und muss jetzt erstmal runterkommen...werd ich mir so bald nicht nochmal anschauen!!!
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Chico89 2011/05/26 21:29:11
Antwort löschenNen Kumpel hat mir den schon mehrmals vorgeschlagen, nur bin noch nie dazu gekommen Ihn mir anzusehen. Wenn ich überhaupt noch dazu komme, da er auch schon zu viel gespoilert hatte. Aber ja muss ziemlich heftig sein der Streifen.
freakualizer 2011/04/08 20:20:56
Kommentar löschenGeiler, kranker Streifen! Dreckiger als Trainspotting, mit grandiosem Ende. So authentisch, dass es weh tut. Ich wusste gar nicht, dass unsere belgischen Nachbarn "dänisch" können..
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KASAKA 2011/04/07 23:08:32
Kommentar löschenWOW. Ich bin sehr überrascht, hätte nicht gedacht das mich soetwas Abstoßendes, Treckiges und Echtes so fesseln und begeistern würde.Meiner Meinung nach ein absolut exzellenter Film, der nicht nur durch seine Schauspieler und seine Machart glänzt. Sondern auch durch seine Schlichtheit und doch Extravaganz.Wer auf Trainspotting steht darf diesen Film nicht verpassen!
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Arventus 2011/04/07 11:13:57
Kommentar löschenKann man sich ruhig mal ansehen,da er eine interressante Abwechslung zu den meisten anderen Filmen die wir aus Hollywood kennen bietet.
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Metzler 2011/04/01 20:21:22
Kommentar löschenGewalt findet statt oder liegt in der Luft, und das permanent. Sex ist schmutzig, egal ob als Vergewaltigung in versiffter Umgebung oder steril als Symbol der Gewissens- und Teilnahmslosigkeit im penthouse. Jeder Protagonist ist auf seine Art ein asozialer Psycho- und Antipath, der eine als Resultat eines völlig verwahrlosten Milieus, der andere als Auswuchs von Dekadenz aufgrund intellektueller Überlegenheit und analytischer Kälte.
Schwarzhumorig, zynisch, brutal, pervers, übertrieben. Die Akteure sind sowohl optisch als auch darstellerisch dermaßen passend und überzeugend, dass mir bei der Überlegung, warum das wohl so ist, mulmig wird...
Für mich eine der positiven Überraschungen der letzten Zeit.
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Laura Eissenberger 2011/04/01 15:18:43
Kommentar löschen„Die visuell wie sprachlich drastische Darstellung sozialen Elends versteht sich nicht als Realismus, sondern als Reflexion über die Darstellbarkeit von hoffnungslosen Lebensweisen, kunstvoll gebrochen sowohl über die Hauptfigur als auch über Stilisierungen auf der Bild- und Tonebene.“
Trifft es perfekt. Ein unappetitliches Meisterwerk.
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Chross 2011/03/23 21:13:56
Kommentar löschen- weit offener Mund und Kopf schüttelnd -
muss man gesehn haben
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ash-williams 2011/03/22 20:20:38
Kommentar löschenAn diesem Film ist so ziemlich alles abstoßend. Die Charaktere sind widerlich und man hofft niemals mit solchen Menschen Kontakt zu haben. Die Story ist simpel und grotesk zugleich, wodurch die Filmemacher Zeit hatten für so viele erschreckende Details. Der Film ist filmisch sehr gut gemacht und ist von diesem Standpunkt betrachtet definitiv sehr Sehenswert. Trotzdem ist der Film wie ein Autounfall, man kann kaum hinschaun, möchte aber auch nicht wegsehen. Einige Szenen waren einfach nur widerlich und ich hatte gehofft so etwas nie zu sehen. Wahrscheinlich bin ich für so einen Film einfach zu konservativ. Definitiv: Schwere Kost!!!
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Brainkiller007 2011/03/21 04:48:19
Kommentar löschenSchon lange habe ich nicht mehr so oft den Kopf geschüttelt während ich ein Film gesehen hab. Der Film ist mal echt krank :-)
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Klopper 2011/03/01 21:31:44
Kommentar löschenEin hässlicher, blutüberströmter Mann blickt auf den riesigen, abgetrennten Penis auf dem Tisch vor ihm. "Alle Männer wollen einen großen Schwanz. Meinen können sie haben."
Nein, Ex-Drummer ist kein netter Film. Er ist ein böser Film. Ein sehr böser Film.
Drei Asoziale aus der untersten Unterschicht wollen eine Band gründen. Als Schlagzeuger wählen sie ausgerechnet den erfolgreichen Schriftsteller Dries aus. Der praktiziert gelebte Dekadenz, wohnt in einem Penthouse voller Designermöbel mit seiner schönen Frau, die gerne mal ebenso schöne Freundinnen auf einen Dreier einlädt.
Dries geht das Experiment ein, will die Gelegenheit nutzen ein Buch über diese Menschen im Abgrund der Gesellschaft zu schreiben. Was er sieht, ist ekelhaft, fast nicht zu ertragen. Doch Dries macht mit und nimmt die Gewohnheiten seines Umfeldes schnell an.
Adjektive gefällig? Menschenverachtend, brutal, ekelhaft, frauenfeindlich, schwulenfeindlich, unverantwortlich, pervers, asozial, gefährlich, hart, schockierend, extrem. Das alles beschreibt Ex-Drummer recht gut. Er ist ein schwarzer Brocken, ein boshafter Tumor, gefährlich pulsierend und Blut spuckend. Er lässt ähnlich gelagerte Filme, die in ebenso asozialen Milieus spielen, wie Gute-Nacht-Geschichten aussehen. Explizite Beschreibungen möchte ich ersparen. Das Beispiel zu Beginn des Textes zeigt schon deutlich, wo die Reise hingeht.
In dieser düstersten aller düsteren Welten ist Dries nicht nur Besucher. Er wird zum Aktivposten, zum Motivator, sowohl im guten wie im bösen Sinn. Er passt sich schnell den neuen Regeln an, nutzt seinen überlegenen Intellekt, um den ungebildeten Pöbel zu manipulieren. Dazwischen kehrt er wieder in die Idylle seiner eigenen heilen Welt zurück. Schnell stellt man sich die Frage, wer eigentlich die unsympathischere Person ist: Der psychopathische Frauenschänder? Der verantwortungslose Vater, der seine Frau ermordet? Der sadistische Schwule, der seinen Vater ans Bett fesselt? Oder doch Dries, der sich das alles anschaut, ja geradezu gafft, um danach seelenruhig im Penthouse seine Frau zu vögeln. Die Kälte seines Handelns ist geradezu spürbar.
Ex-Drummer verkommt trotz allen Schockierens nicht zur Sammlung von Ekelszenen, sondern erhebt den moralischen Zeigefinger in Richtung all der Voyeure, die sich am Elend anderer laben. Und dazu gehört auch der Zuschauer.
Trotz all des abgebildeten Ekels und der Grausamkeiten ist Ex-Drummer ein schön fotografierter Film, der technisch zu überzeugen weiß. Freunde der härteren Musik dürfen sich über einen sehr gut ausgewählten Soundtrack freuen. Auch die Schauspieler erledigen die ihnen auferlegten Untaten überzeugend. Zum Schluss muss Ex-Drummer die notwendigen Konsequenzen ziehen und dem grausamen Treiben ein ebenso grausames Ende setzen. Das ist leider nicht glaubwürdig, dafür konsequent. Zurück bleibt eine unangenehme Leere. Und das fast schon verschämte Schuldgefühl, diesem Film eine hohe Punktzahl zuzugestehen. Denn auch wenn Ex-Drummer ein böser Film ist, so ist er doch ein guter, böser Film.
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