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Anatomie eines Mordes

Anatomy of a Murder (1959), US Laufzeit 154 Minuten, FSK 16, Kriminalfilm, Drama, Komödie, Thriller, Kinostart 22.09.1959


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7.4
Kritiker
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6.2
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20 Kommentare
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von Otto Preminger, mit James Stewart und Lee Remick

Leutnant Marion (Ben Gazzara) wir wegen Mordes angeklagt. Aus Eifersucht soll er den Barbesitzer Barney Quill ermordet haben. Auf diese Tat steht nur ein Urteil, die Todesstrafe. Rechtsanwalt Dr. Biegler (James Stewart) versucht, den Kopf des Leutnants aus der Schlinge zu ziehen, indem er auf unzurechnungsfähigkeit plädiert. Kurz vor dem Mord habe Quill Manions Frau Laura Manion (Lee Remick) vergewaltigt. Jedoch sprechen alle Beweise gegen seinen Mandanten. Auch die bildhübsche Laura gerät bald ins Zwielicht, denn ihr Vergewaltiger galt als ehrenwerter Mann. Entspricht ihre Aussage wirklich den Tatsachen? Der Anwalt kämpft verzweifelt gegen die Welle der erdrückenden Indizien.

Hintergrund & Infos zu Anatomie eines Mordes
1958 war der Roman Anatomy of a Murder von John D. Voelker ein Bestseller gewesen und schon ein Jahr später begann Regisseur Otto Preminger mit der Verfilmung. Anatomy of a Murder hob sich Ende der 50er Jahre von anderen Gerichtsprozess-Filmen ab, da der komplette Soundtrack als Jazzmusik verfasst wurde und da die Dialoge ungewöhnlich direkt waren. Der Film wurde in einigen US-Bundesstaaten einer Zensur unterworfen, weil er die Wörter “Bitch”, “Rape”, “Panties” und “Slut” mehrfach verwendet.

Jazz-Legende Duke Ellington, der die Musik zu dem fast zweieinhalbstündigen Streifen schrieb, hat einen Cameo-Auftritt als Pie-Eye.

Anatomie eines Mordes, der auch bei Juristen aufgrund seiner realistischen Darstellung und Plausibilität geschätzt wurde, erhielt sieben Oscar-Nominierungen, ging bei der Verleihung aber leer aus.


Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Anatomie eines Mordes
Genre
Detektivfilm, Gerichtsdrama, Komödie, Thriller, Drama, Mysterythriller, Kriminalfilm, Whodunit
Ort
Michigan
Handlung
Alkoholiker, Dreiecksbeziehung, Ehebruch, Eifersucht, Gericht, Gerichtsverhandlung, Geschworene, Hays Code, Hund, Jazz, Mord, Rechtsanwalt, Richter, Roman, Vergewaltigung
Tag
Literaturverfilmung
Verleiher
Columbia Pictures Corporation
Produktionsfirma
Carlyle Productions, Columbia Pictures Corporation

Kritiken (2) — Film: Anatomie eines Mordes

Timo K.: Blockbuster Entertainment

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7.5Sehenswert

[...] "Anatomie eines Mordes" ist wunderbare schwarz/weiß-Nostalgie in bedrückendem Raum. Etwas anstrengend, ja, aber nicht zuletzt der Andersartigkeit und des dichten Drehbuchs wegen packend. Dies ist keine idealistische Abhandlung über Gerechtigkeit, wo nur die Wahrheit und nichts als die Wahrheit siegen kann, kein Film, der plakative Effekte bedient, wo die Grenzen zwischen gut und böse klar auszumachen sind, stattdessen angesichts seiner flüssigen Rededuelle, seinen Stars und seiner fast nihilistischen Betrachtungs- und Arbeitsweise auf eine nicht immer überzeugende Justiz und einigen nicht immer moralisch einwandfreien Vertretern dieser, gleichermaßen etwas fürs Auge wie auch für den Verstand bietet. Geeignet für alle Dialogfans, Sprachfanatiker und cineastischen Klassikerfreaks.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Flibbo: Wie ist der Film?

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8.5Ausgezeichnet

[...] Das Herzstück des Films ist das lange, in mehrere Akte aufgeteilte Verbal-Duell im Gerichtssaal, welches gewitzter, spannender und ausgeklügelter ist als es ein Duell mit Schwertern jemals sein könnte. Der von James Steward brillant verkörperter Verteidiger kämpft hier gegen gleich zwei Anwälte der Gegenseite. Beide Seiten erweisen sich als sehr fähig und klug. Die Sympathien liegen natürlich bei dem von Stuart gespielten Profijuristen Paul Biegler. Doch dieser leistet sich auch mal ungünstige emotionale Ausbrüche und kleine Schnitzer, und steht angesichts seiner fast gleichstarken Gegner nicht selten kurz vor der Ausweglosigkeit. Das macht den besonderen Reiz des Films aus. [...]

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Kommentare (17) — Film: Anatomie eines Mordes


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emotionfreak

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Bewertung9.0Herausragend

Was für ein fantastischer Gerichtsfilm. Er schafft es die ganze Laufzeit über zu unterhalten und zu fesseln. Spannung, geniale Dialoge, tolle Schauspielerleistungen und eine gelungene Kritik am amerikanischen Rechtssystem machen diesen Film zu einem Meisterwerk und einem Genereklassiker. Hochinteressant und faszienierend, wie der Verteidiger und der Staatsanwalt arbeiten,wie sie versuchen, die Geschworenen von Schuld, b.z.w Unschuld des Angeklagten zu überzeugen, beindruckend und fesselnd, wie sie sich vor Gericht gegenseitig zerfetzen. Der Film ist nicht so düster, wie viele ähnlich gelagerte Filme dieser Zeit, er ist im Gegenteil, anfangs sogar recht humorvoll. Überhaupt wirkt er zunächst ungewöhnlich. So sind der Angeklagte und das vermeintliche Vergewaltigungsopfer eigentlich eher unsympathisch. Wenn ich hier also das Wort fesselnd benutze, meine ich damit nicht, dass ich mitfiebern konnte. Das ist aber jetzt nicht als negative Kritik gemeint, da es gewollt war, denn das Werk ist nicht nur ein hochspannender Gerichtskrimi, sondern auch eine gelungene Kritik am Rechtssytem. "Einspruch statt gegeben. Die Geschworenen werden die letzte Bemerkung nicht berücksichtigen" " Wie können die Geschworenen das nicht berücksichtigen, wo sie es doch gerade gehört haben." " Können sie ja nicht, das ist es doch."Dem Verteidiger ist es genauso egal, wie dem Staatsanwalt, ob der Angklagte schuldig ist, oder nicht, sie wollen nur eins, gewinnen. Obwohl der von James Stewart verkörperte Verteiger seinem Mandanten lieber nicht im Dunkeln begegnen möchte und weiß, dass seine Frau, die (angeblich) vergewaltigt wurde, eigentlich kaum mehr, als ein billiges Flittchen ist, versucht er mit allen Mitteln, sie bei den Geschworenen in ein gutes Licht zu rücken und als Opfer darzustellen. Dabei spielt er seine Rolle perfekt und täuscht gekonnt Gefühlsausbrüche vor(die die Geschworenen eigentlich nicht berücksichtigen dürfen). Um das Recht geht es gar nicht. SPOILER Manch einer kritisiert, dass man nie so richtig erfährt, wie es wirklich war, aber für mich ist das keine Schwachstelle, denn das unterstreicht noch einmal, dass es eigentlich gar nicht um das Recht geht. Der geniale Schluß setzt dann noch mal richtig einen drauf und rundet das Ganze ab.
"Anatomie eines Mordes" ist ein Film, bei dem man mitdenken kann(sollte), sich ab und an, selbst Gedanken machen kann, warum Verteidiger oder Ankläger, jetz gerade so handeln, gerade das sagen, was sie sagen. Auch sollte man gut aufpassen, sonst entgeht einem so manche Feinheit.
Fantastischer Film, fesselnd, beindruckend, anspruchsvoll und tolle Darstellerleistungen. Empfehlenswert für Cineasten, ebenso, wie für Nichtcineasten.

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RotWeisserHai

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein über die ganze Länge von über 150 Minuten spannendes Gerichtsdrama.

Darüberhinaus machen gute Schauspielerische Leistungen (allem vorran von James Stewart) diesen Film zu einem Genreklassiker. Die Wortgefechte im Gerichtssaal sind hierbei keinesfalls zu übersehen!!

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jp@movies

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Wieder ein Film, den ich mal als Kind gesehen habe, der aber erst jetzt seine volle Wirkung entfaltet. Damals war ich enttäuscht, nicht "die Wahrheit" präsentiert bekommen zu haben, und niemand hat mir damals gesagt, dass genau das der Punkt ist, vom dem der Film erzählt. Im Vordergrund geht es in dem Gerichtsdrama um die Pflichtverteidigung eines Mörders. In Frage gestellt wird in ANATOMIE EINES MORDES aber das Rechtssystem an sich, das Spiel auf und hinter der Bühne des Gerichtssaals. Gerne möchte man an Gerechtigkeit glauben, wie sie bei WER DIE NACHTIGALL STÖRT oder DIE ZWÖLF GESCHWORENEN hart erkämpft wird, aber in ANATOMIE EINES MORDES ist es die Gerechtigkeit selber, die dran glauben muss. Die zynische Abgebrühtheit mit dem alle hier ans Werk gehen, die Anwälte, der Richter, der Angeklagte, die Zeugen, könnte einem den letzten Rest Vertrauen in das Rechtssystem nehmen. Das wird mit einer mitreißenden Leichtigkeit erzählt, die so gar nicht zum zugrunde liegenden Kapitalverbrechen passt. Wie James Stewart moralische und ethische Konflikte von sich schiebt (je mehr er über die Ehepartner erfährt), erst gar nicht an sich heran lässt, ist beängstigend, und wie sympathisch er trotzdem erscheint, ist ganz große Schauspiel- und Inszenierungskunst. Dem Anwalt Biegler ist das Angeln selber eben wichtiger, als die sich im Kühlschrank stapelnden Fische.

Formal ist der Film überragend: die Musik ihrer Zeit voraus, die Kamerafahrten und das s/w wunderschön. Wie beweglich die Kamera auf dem Dolly in der Anwaltswohnung den Figuren folgt, ist derart plastisch und durchkomponiert, dass man ihr gerne noch in die anderen Zimmer folgen - ach was - überallhin folgen würde. Die Besetzung und Schauspielführung sind über jeden Zweifel erhaben. Der Schnitt ist nimmt die Dynamik der Kamera auf und beginnt schon oft während des Satzendes damit zur nächsten Szene zu überblenden. Und am Ende verzichtet er mal eben auf die Schlussplädoyers, was gar nicht weiter auffällt, da die Würfel längst gefallen sind, die "Spieler" wissen längst wohin ihr Hase - die Jury - läuft. Ein echtes Meisterwerk, und mein neuer Lieblingsgerichtsfilm (ZEUGIN DER ANKLAGE wartet allerdings noch auf eine Neusichtung seit Kindertagen); ein Genre, mit dem ich eigentlich nicht viel anfangen kann, obwohl ich in den 80er Jahren die Serie L.A. LAW geradezu verschlungen habe. Ein Film, der mit jeder Frage, die man an ihn stellt reifer und voller wird, ein Paradebeispiel für einen Filmklassiker, der vorführt, was Kino zu leisten in der Lage ist.

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jp@movies

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Preminger scheint sich da sehr am Buch orientiert zu haben - http://en.wikipedia.org/wiki/Anatomy_of_a_Murder

Ob dort als letztes Bild aber auch ein Mülleimer vorkommt, weiß ich nicht. Der ist als abschließendes Statement zur Justiz dann doch schon wieder ziemlich deutlich :)


jollyroger

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Ah, das wußte ich nicht - dann ändere ich meine Aussage: "Der Author hat es sich zu einfach gemacht für mich"..;)
Trotzdem wunderbarer Film.


filmschauer

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Schon der höchst ungewöhnliche Trailer zu "Anatomie eines Mordes" lässt anklingen, mit was man als Zuschauer rechnen darf: großes Gerichtsdrama-Kino mit illustren Duellanten, einem sehr verstrickten Fall und leiser Ironie trotz aller Ernsthaftigkeit. Ach ja, beschwingte Jazz-Musik findet darüber hinaus auch seinen Platz im Film. Die Justiz-Thematik an sich gehört nicht unbedingt zu meinen Favoriten, da es sich meist entweder um staubtrockene Abhandlungen dreht oder aber Kitsch und Melodramatik überproportional viel Platz einnimmt. Das Besondere an Otto Preminger ist es, das ihm ein gesunder Mittelweg gelingt. Lieutenant Manion ist nicht offenkundig zu Unrecht angeklagt und überaus sympathisch kommt er auch nicht rüber. Ähnlich verhält es sich mit dessen Frau, die das Unglück mit ihrem Verhalten erst mit ausgelöst hatte. Doch auch so ein diffiziler Fall muss erfolgreich verteidigt werden können, meint Anwalt Biegler und stürzt sich nach langer Abstinenz mit voller Kraft in diesen Prozess. Dass James Stewart als jener Biegler irgendwann den Film an sich reißen würde, ist natürlich abzusehen und reicht bei seinem mitreißenden Elan innerhalb eines Gerichtssaals an den 20 Jahre früheren Capra-Klassiker "Mr. Smith geht nach Washington" heran. Nur gibt es diesmal einen veritablen Konkurrenten. George C. Scott tritt als Claude Dancer zwar verspätet der Geschichte bei, besitzt jedoch sofort eine nicht verachtende Präsenz. Hinzu kommen noch interessante Nebencharaktere, seien es der eigenbrötlerische Biegler-Kumpane McCarthy oder der jederzeit verständnisvolle und abgeklärte Richter Weaver, die das Geschehen nochmals um ein gutes Stück bereichern. "Anatomie eines Mordes" hat mit über zweieinhalb Stunden sicherlich eine sehr beträchtliche Lauflänge, ist bei diesem gekonnten Pacing von Preminger dennoch nur selten zu spüren. Im Gegenteil, fast schon abrupt wird nach unterhaltsamen Wortgefechten ohne überflüssige Dramatisierungen das Finale eingeläutet, wenn der unvermeidliche Urteilsspruch ansteht. Wie der aussieht, wird natürlich an dieser Stelle nicht verraten und sollte selbstverständlich selbst entdeckt werden. Es lohnt sich nicht nur für cineastische Jura-Anhänger.

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aberaber

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Anatomie eines Mordes" hat eine spannende Story und ist hervorragend inszeniert, aber die eigentliche Stärke des Films sind die schauspielerischen Leistungen. Trotz der 150 Minuten bleibt der Film durchgängig spannend und unterhaltsam.

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Cellmorbasg

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Bewertung10.0Herausragend

Wenn man einen Film ins Laufwerk schiebt, dann ist da immer die leise Hoffnung, mal wieder ein Meisterwerk zu sehen. Hier war es der Fall. Dieses Gerichtsdrama ist von der ersten bis zur letzten Minute fesselnd und lebt von der Spannung die die Charaktere miteinander verbindet. Die Figuren zeigen Verletzlichkeit, sind aber zugleich aufbrausend und verletzend. Die schauspielerischen Leistungen lassen Menschen hervortreten und machen den Gerichtssaal wiederum zur Spielwiese für das Schauspiel einer Gerichtsverhandlung. Es wird Intimität erzeugt die mit den Figuren mitfiebern lässt und auf Grund der resultierenden Unsicherheit krönt das Ende voll Ungewissheit diesen Film.

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AlexDeLarge

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein Meisterwerk.

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cpt. chaos

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Bewertung5.0Geht so

Eine etwas ungewohnt schlüpfrige Sprache für einen Film der 50er, der zudem ein äußerst brisantes Thema aufgreift: James Stewart vertritt als Rechtsanwalt einen Mörder, welcher seine Frau - ein vermeintliches Vergewaltigungsopfer - damit rächen wollte. Dabei tritt ihm vor Gericht niemand geringerer als George C. Scott, in der Rolle des Staatsanwalts, gegenüber.
Die Akteure liefern allesamt überzeugende Schauspielkunst ab, jedoch ließ der 150 minütige Gerichtsfilm trotz akribischer Aufarbeitung des Falls letztendlich zu viele Fragen, vor allem die entscheidenden, ungeklärt.

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servo80

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein Klassiker, den man gesehen haben sollte.
Jimmy Stewart bringt eine derartige Präsenz in den Film, wie man es selbst heute selten findet. Genial geschrieben, ein fesselnder Gerichtsfall, der mit seiner heiklen Thematik damals sicher Tabus gebrochen hat. Mit George C. Scott als Staatsanwalt liefert sich Stewart ein packendes Duell. Durch die gewitzten Dialoge bleibt der Film über die gesamte Laufzeit aber irgendwie locker leicht, trotz des ernsten Themas. Ein Kunststück, dass man als Regisseur erstmal hinbekommen muss.
Man bereut es nie, sich diese alten Klassiker anzusehen. Gut, kein 3D und keine Spezialeffekte, aber es bleibt was hängen. Da wünscht man sich die alten Zeiten zurück.

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Le Samourai

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Bewertung10.0Herausragend

"People aren't just good or just bad. People are many things."
ANATOMY OF A MURDER ist eine filmische Offenbarung. Selten passen die verschiedenen Bauteile dermaßen genial zusammen wie in Premingers bittersüßen Abrechnung mit dem amerikanischen Justizsystem. Hier stimmt einfach alles. Jimmy Stewart in einer seiner glänzendsten Rollen, seine über zweieinhalb Stunden konstant fesselnde Performance ist eine Wucht und macht ihn endgültig zu einem meiner absoluten Lieblingsschauspieler. Der übrige Cast ist ebenso genial, erwähnenswert auf jeden Fall der junge Ben "Jackie Treehorn" Gazzara als Angeklagter in einer seiner frühen Rollen. Duke Ellingtons Jazz-Score ist fantastisch, Premingers Inszenierung sowie Wendell Mayes' Drehbuch (nach dem Roman von John D. Voelker) grenzen an Perfektion. Mit hauchdünnem Vorsprung mein persönlicher Favorit der drei großen Gerichtsfilme, vor WITNESS FOR THE PROSECUTION (Billy Wilder) und 12 ANGRY MEN (Sidney Lumet).
Die Community-Wertung von 5.9 macht mich ein weiteres Mal fassungslos...

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Le Samourai

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Hehe :)


MikeDares

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Ich schaue immer eher auf die Freunde, die mir von den Bewertungen ähnlich sind, darauf kann man sich meist recht gut verlassen. Und die Vorhersagen passen sehr oft auch wirklich gut mit nur kleinen Abweichungen.


FredFuchs

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Bewertung9.0Herausragend

Ausser Preminger kann sich nur Hitchcock damit ruehmen eine derartige Leistung aus den Tiefen des grossartigen Jimmy Stewart herausgekitzelt zu haben. Das perfekte Gerichtsdrama, detailliert praezise, gespickt mit wunderbaren Kompositionen von Duke Ellington und einem Drehbuch, das man Seite fuer Seite vergolden sollte.
Werke wie dieses lassen noch deutlicher werden, dass das, was heute unter grossem Kino verstanden wird eigentlich groesstenteils B-Filme sind...

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FredFuchs

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Nice. Beim naechsten mal schauen vll...War fuer mich suf jeden fall die perle der letzten tage!!


Le Samourai

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Auf jeden. Absolutes Meisterwerk. Unkonventionell, tabubrechend, böses Ende für Hollywoodfilme, Jazz statt Klassik, etc etc...


patcharisma

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Bewertung7.0Sehenswert

Der Film könnte auch "Anatomie einer Gerichtsverhandlung" heissen, denn so akribisch und detailliert sah man so eine bis dato nicht. Es ist einfach erstaunlich, wie James Stewart all diese komplizierten Sätze auswendig gelernt hat und wie aus einer Pistole spricht, denn Dialogkunst orientiert sich oft an den Begebenheiten oder der "Action" am Schauplatz, in praktisch nur einem Raum ist es umso schwieriger zu acten, ähnlich einer Theaterbühne. Sämtliche Rollen sind toll besetzt, vorallem die junge Lee Remick ist natürlich zum Knuddeln charmy und süss. Am besten gefiel mir aber fast Eve Arden als Assistentin und gutes Herz vom grossen James (deren Schreibmaschine immer wieder mal den Geist aufgibt), die man als lustige Ober-Lehrerin aus den "Grease"-Filmen kennt. Der coole Jazz von Duke Ellington und sein Gastauftritt am Piano geben dem Film ein tolles Noir-Feeling. Anyway, wer Fan wenigstens einer der Schauspieler hier ist, ist das schon eine Must-See-Verpflichtung. Und für die anderen denn?

Da bin ich mir nicht so ganz sicher: Mit "Zeugin der Anklage" kann man den Film (gemäss Hülle) nicht vergleichen, dazu ist das Drehbuch (das sich stark an den Roman hält) einfach zu "straight" und auch ziemlich viel trockener. Und die 2 1/2 Stunden Spieldauer lassen einem die Langwierigkeit so einer Verhandlung auch gut spüren, ob das nun einfach nur zu Gunsten des ganzen Filmes ist, lasse ich mal offen. Immerhin wird die Verhandlung in der letzten halben Stunde so dramatisch, dass man nicht mehr unbedingt an die Lauflänge denkt und das ist schon sehr cool! Sieben verdiente Klassiker-Punkte gibt es natürlich von mir auch.

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patcharisma

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Hey danke Dir für die ausführlichen Erklärungen. Tönt mega-interessant und werde ein Auge darauf richten... ;-)


bootsmann13

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Ja, mach'ma! Lohnt sich.


Elia Kazan

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Meiner Meinung nach, einer der wohl besten Filme (nach "To Kill a Mockingbird")seines Genres. Mit viel Geduld und viel Detail beschreibt der gesamte Film einen Gerichtsprozess. Von der Anklage bis zur Urteilsverkündung. James Stewart spielt überragend. Aber auch der restliche Cast ist nicht zu unterschätzen (z.B. Ben Gazzara und Lee Remick).

Das Drehbuch gefiel sehr gut, weil der Film mit wenigen Schnitten auskommt und vor allem viel Platz für Dialoge lässt. Die Dramaturgie und die schauspielerische Leistung sind in diesen Film das Prunkstück

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doctorgonzo

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Bewertung7.5Sehenswert

Überzeugendes, manchmal etwas zu offensichtliches Gerichtsdrama. Profitiert natürlich vom Wirken eines Jimmy Stewart, der einen enormen Beitrag zur dichten Atmosphäre des Films leistet.

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BumbleBee1988

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein sehr interessanter Gerichtsfilm. Leider manchmal etwas zu vorhersehbar und dadurch an Reiz verlierend in manchen Minuten. Geguckt haben sollte man diesen Film trotzdem.

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cannibal83

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Bewertung7.0Sehenswert

Sehenswerter Gerichtsfilm den Jimmy Stewart praktisch allein trägt. Handlung und Dialoge sind jederzeit auf einem guten Niveau, ohne dabei jedoch an die Genre-Könige heranzureichen. Einzig richtig störende Tatsache für mich: Bevor es in den Gerichtssaal geht, langweilt der Film stellenweise, da die eigentlich von vornherein durchschaubaren Charakteristika der Figuren, immer wieder durchgekaut werden. Somit wäre weniger mal wieder mehr gewesen.

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SaulSilver85

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Sehr interessanter Gerichtsfilm der auf seine Art und Weise überraschend lustig ist und sympathische Charaktere hat...

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