Anatomie eines Mordes

Anatomy of a Murder (1959), US
Laufzeit 154 Minuten, FSK 16, Thriller, Komödie, Drama, Kriminalfilm, Kinostart 22.09.1959

7.1 Kritiker
9 Bewertungen
Skala 0 bis 10
5.9 Community
637 Bewertungen
13 Kommentare
Anatomie eines Mordes
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von Otto Preminger, mit James Stewart und Lee Remick

Leutnant Marion hat die Vergewaltigung seiner Frau Laura gerächt. Mit der Ermordung des Gewalttäters. Auf diese Tat steht nur ein Urteil, die Todesstrafe. Rechtsanwalt Dr. Biegler versucht, den Kopf des Leutnants aus der Schlinge zu ziehen. Jedoch sprechen alle Beweise gegen seinen Mandanten. Auch die bildhübsche Laura gerät bald ins Zwielicht, denn ihr Vergewaltiger galt als ehrenwerter Mann. Entspricht ihre Aussage wirklich den Tatsachen? Dr. Biegler sieht nur einen Ausweg: Er muss die Unzurechnungsfähigkeit seines Mandanten beweisen. Der Anwalt kämpft verzweifelt gegen die Welle der erdrückenden Indizien. Im letzten Moment findet sich noch ein neuer Kronzeuge, der den Vergewaltiger schwer belastet. Aber wird dies reichen? Dr. Biegler beginnt sein Schlussplädoyer mit dem Mut der Verzweiflung.

1958 war der Roman Anatomy of a Murder ein Bestseller gewesen und schon ein Jahr später bot Preminger mit der Verfilmung auf. Duke Ellington, der die Musik zu dem fast zweieinhalbstündigen Streifen schrieb, hat auch einen Cameo-Auftritt als Pie-Eye. Anatomy of a Murder hob sich Ende der 50er Jahre von anderen Gerichtsprozess-Filmen ab, da der komplette Soundtrack als Jazzmusik verfasst wurde und da die Dialoge ungewöhnlich direkt waren. Der Film wurde in einigen US-Bundesstaaten einer Zensur unterworfen, weil er die Wörter “Bitch”, “Rape”, “Panties” und “Slut mehrfach verwendet.

Handlung
Lieutenant Manion
) steht vor Gericht, weil er vorsätzlich den Barbesitzer Barney Quill erschossen haben soll. Er gibt vor, Quill getötet zu haben, weil er kurz zuvor davon erfahren habe, dass Quill seine Frau Laura Manion (Lee Remick) vergewaltigt habe. Die Anklage geht allerdings davon aus, dass die verführerische Mrs. Manion eine Affäre mit Quill hatte…


Cast & Crew


Kritiken (2) — Film: Anatomie eines Mordes

Timo K.: Blockbuster Entertainment

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7.5Sehenswert

[...] "Anatomie eines Mordes" ist wunderbare schwarz/weiß-Nostalgie in bedrückendem Raum. Etwas anstrengend, ja, aber nicht zuletzt der Andersartigkeit und des dichten Drehbuchs wegen packend. Dies ist keine idealistische Abhandlung über Gerechtigkeit, wo nur die Wahrheit und nichts als die Wahrheit siegen kann, kein Film, der plakative Effekte bedient, wo die Grenzen zwischen gut und böse klar auszumachen sind, stattdessen angesichts seiner flüssigen Rededuelle, seinen Stars und seiner fast nihilistischen Betrachtungs- und Arbeitsweise auf eine nicht immer überzeugende Justiz und einigen nicht immer moralisch einwandfreien Vertretern dieser, gleichermaßen etwas fürs Auge wie auch für den Verstand bietet. Geeignet für alle Dialogfans, Sprachfanatiker und cineastischen Klassikerfreaks.

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Flibbo: wieistderfilm.de

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8.5Ausgezeichnet

[...] Das Herzstück des Films ist das lange, in mehrere Akte aufgeteilte Verbal-Duell im Gerichtssaal, welches gewitzter, spannender und ausgeklügelter ist als es ein Duell mit Schwertern jemals sein könnte. Der von James Steward brillant verkörperter Verteidiger kämpft hier gegen gleich zwei Anwälte der Gegenseite. Beide Seiten erweisen sich als sehr fähig und klug. Die Sympathien liegen natürlich bei dem von Stuart gespielten Profijuristen Paul Biegler. Doch dieser leistet sich auch mal ungünstige emotionale Ausbrüche und kleine Schnitzer, und steht angesichts seiner fast gleichstarken Gegner nicht selten kurz vor der Ausweglosigkeit. Das macht den besonderen Reiz des Films aus. [...]

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Kommentare (11) — Film: Anatomie eines Mordes

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servo80

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein Klassiker, den man gesehen haben sollte.
Jimmy Stewart bringt eine derartige Präsenz in den Film, wie man es selbst heute selten findet. Genial geschrieben, ein fesselnder Gerichtsfall, der mit seiner heiklen Thematik damals sicher Tabus gebrochen hat. Mit George C. Scott als Staatsanwalt liefert sich Stewart ein packendes Duell. Durch die gewitzten Dialoge bleibt der Film über die gesamte Laufzeit aber irgendwie locker leicht, trotz des ernsten Themas. Ein Kunststück, dass man als Regisseur erstmal hinbekommen muss.
Man bereut es nie, sich diese alten Klassiker anzusehen. Gut, kein 3D und keine Spezialeffekte, aber es bleibt was hängen. Da wünscht man sich die alten Zeiten zurück.

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Le Samourai

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Bewertung10.0Herausragend

"People aren't just good or just bad. People are many things."
ANATOMY OF A MURDER ist eine filmische Offenbarung. Selten passen die verschiedenen Bauteile dermaßen genial zusammen wie in Premingers bittersüßen Abrechnung mit dem amerikanischen Justizsystem. Hier stimmt einfach alles. Jimmy Stewart in einer seiner glänzendsten Rollen, seine über zweieinhalb Stunden konstant fesselnde Performance ist eine Wucht und macht ihn endgültig zu einem meiner absoluten Lieblingsschauspieler. Der übrige Cast ist ebenso genial, erwähnenswert auf jeden Fall der junge Ben "Jackie Treehorn" Gazzara als Angeklagter in einer seiner frühen Rollen. Duke Ellingtons Jazz-Score ist fantastisch, Premingers Inszenierung sowie Wendell Mayes' Drehbuch (nach dem Roman von John D. Voelker) grenzen an Perfektion. Mit hauchdünnem Vorsprung mein persönlicher Favorit der drei großen Gerichtsfilme, vor WITNESS FOR THE PROSECUTION (Billy Wilder) und 12 ANGRY MEN (Sidney Lumet).
Die Community-Wertung von 5.9 macht mich ein weiteres Mal fassungslos...

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Roco De Long

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Wahrlich meisterhaft. Gut, wenn man Ben Gazzaras Gesicht sieht und seine Rollen kennt, sind einem einige Dinge schlagartig klar - aber das tut dem Vergnügen keinen Abbruch :)
5.9? Puh. Und wieder mal bin ich froh, mit dieser Community so wenig wie möglich zu tun zu haben...


Le Samourai

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Hehe :)


FredFuchs

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Bewertung9.0Herausragend

Ausser Preminger kann sich nur Hitchcock damit ruehmen eine derartige Leistung aus den Tiefen des grossartigen Jimmy Stewart herausgekitzelt zu haben. Das perfekte Gerichtsdrama, detailliert praezise, gespickt mit wunderbaren Kompositionen von Duke Ellington und einem Drehbuch, das man Seite fuer Seite vergolden sollte.
Werke wie dieses lassen noch deutlicher werden, dass das, was heute unter grossem Kino verstanden wird eigentlich groesstenteils B-Filme sind...

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FredFuchs

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Nice. Beim naechsten mal schauen vll...War fuer mich suf jeden fall die perle der letzten tage!!


Le Samourai

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Auf jeden. Absolutes Meisterwerk. Unkonventionell, tabubrechend, böses Ende für Hollywoodfilme, Jazz statt Klassik, etc etc...


patcharisma

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Bewertung7.0Sehenswert

Der Film könnte auch "Anatomie einer Gerichtsverhandlung" heissen, denn so akribisch und detailliert sah man so eine bis dato nicht. Es ist einfach erstaunlich, wie James Stewart all diese komplizierten Sätze auswendig gelernt hat und wie aus einer Pistole spricht, denn Dialogkunst orientiert sich oft an den Begebenheiten oder der "Action" am Schauplatz, in praktisch nur einem Raum ist es umso schwieriger zu acten, ähnlich einer Theaterbühne. Sämtliche Rollen sind toll besetzt, vorallem die junge Lee Remick ist natürlich zum Knuddeln charmy und süss. Am besten gefiel mir aber fast Eve Arden als Assistentin und gutes Herz vom grossen James (deren Schreibmaschine immer wieder mal den Geist aufgibt), die man als lustige Ober-Lehrerin aus den "Grease"-Filmen kennt. Der coole Jazz von Duke Ellington und sein Gastauftritt am Piano geben dem Film ein tolles Noir-Feeling. Anyway, wer Fan wenigstens einer der Schauspieler hier ist, ist das schon eine Must-See-Verpflichtung. Und für die anderen denn?

Da bin ich mir nicht so ganz sicher: Mit "Zeugin der Anklage" kann man den Film (gemäss Hülle) nicht vergleichen, dazu ist das Drehbuch (das sich stark an den Roman hält) einfach zu "straight" und auch ziemlich viel trockener. Und die 2 1/2 Stunden Spieldauer lassen einem die Langwierigkeit so einer Verhandlung auch gut spüren, ob das nun einfach nur zu Gunsten des ganzen Filmes ist, lasse ich mal offen. Immerhin wird die Verhandlung in der letzten halben Stunde so dramatisch, dass man nicht mehr unbedingt an die Lauflänge denkt und das ist schon sehr cool! Sieben verdiente Klassiker-Punkte gibt es natürlich von mir auch.

12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten

patcharisma

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Hey danke Dir für die ausführlichen Erklärungen. Tönt mega-interessant und werde ein Auge darauf richten... ;-)


bootsmann13

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Ja, mach'ma! Lohnt sich.


Elia Kazan

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Meiner Meinung nach, einer der wohl besten Filme (nach "To Kill a Mockingbird")seines Genres. Mit viel Geduld und viel Detail beschreibt der gesamte Film einen Gerichtsprozess. Von der Anklage bis zur Urteilsverkündung. James Stewart spielt überragend. Aber auch der restliche Cast ist nicht zu unterschätzen (z.B. Ben Gazzara und Lee Remick).

Das Drehbuch gefiel sehr gut, weil der Film mit wenigen Schnitten auskommt und vor allem viel Platz für Dialoge lässt. Die Dramaturgie und die schauspielerische Leistung sind in diesen Film das Prunkstück

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doctorgonzo

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Bewertung7.5Sehenswert

Überzeugendes, manchmal etwas zu offensichtliches Gerichtsdrama. Profitiert natürlich vom Wirken eines Jimmy Stewart, der einen enormen Beitrag zur dichten Atmosphäre des Films leistet.

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BumbleBee1988

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein sehr interessanter Gerichtsfilm. Leider manchmal etwas zu vorhersehbar und dadurch an Reiz verlierend in manchen Minuten. Geguckt haben sollte man diesen Film trotzdem.

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willy50

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Bewertung9.0Herausragend

Eines der besten Gerichtsdramen aller Zeiten.

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cannibal83

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Bewertung7.0Sehenswert

Sehenswerter Gerichtsfilm den Jimmy Stewart praktisch allein trägt. Handlung und Dialoge sind jederzeit auf einem guten Niveau, ohne dabei jedoch an die Genre-Könige heranzureichen. Einzig richtig störende Tatsache für mich: Bevor es in den Gerichtssaal geht, langweilt der Film stellenweise, da die eigentlich von vornherein durchschaubaren Charakteristika der Figuren, immer wieder durchgekaut werden. Somit wäre weniger mal wieder mehr gewesen.

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SaulSilver85

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Sehr interessanter Gerichtsfilm der auf seine Art und Weise überraschend lustig ist und sympathische Charaktere hat...

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Zuri

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein toller Gerichtsfilm! Gehört in jede gute Filmesammlung!

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