Synecdoche, New York
Synecdoche, New York (2008), US Laufzeit 120 Minuten, FSK 12, Drama
25 Bewertungen
Skala 0 bis 10
918 Bewertungen
74 Kommentare
Keine ?
von Charlie Kaufman, mit Philip Seymour Hoffman und Sadie Goldstein
Der Theaterregisseur Caden Cotard lebt in der Kleinstadt Schenectady im Bundesstaat New York. Als er eines Tages ein seltsames Augenleiden feststellt, ist dies der Auftakt zu einer Serie von mysteriösen Nervenkrankheiten, die seine Körperfunktionen außer Kraft zu setzen scheinen. Dann verlässt ihn auch noch Ehefrau Adele mitsamt der gemeinsamen Tochter Olive in Richtung Berlin, wo sie eine hippe Künstlerexistenz beginnt. Seine neue Beziehung mit der sexy Kassiererin Hazel ist zu Ende, ehe sie richtig begonnen hat. Cadens Leben ist offenbar völlig aus den Fugen geraten. Irgendetwas muss geschehen! Also mietet er sich für das neue Stück seiner Theatergruppe ein riesiges leerstehendes ehemaliges Kaufhaus mitten in New York. Nach und nach bastelt er darin eine Nachbildung der realen Welt mit Schauspielern, die darin ein fiktionales Leben leben.
Cast & Crew
-
Charlie Kaufman
-
Philip Seymour Hoffman
-
Jennifer Jason Leigh
-
Sadie Goldstein
-
Tom Noonan
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Sammy Barnathan
-
Michelle Williams
-
Peter Friedman
Regie
Schauspieler
-
Catherine Keener
-
Charles Techman
-
Josh Pais
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Dr. Eisenberg
-
Robert Seay
-
Stephen Adly-Guirgis
-
Samantha Morton
-
Frank Girardeau
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Klempner
-
Michael Higgins
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Schauspieler
-
Amy Spanger
-
Charlie Kaufman
- Genre
- Psychodrama, Melodram
- Zeit
- 2000er Jahre
- Ort
- Fantasiewelt, Manhattan, New York City, Simulierte Realität, Zwischenwelt
- Handlung
- Affäre, Aufführung, Brille, Bühne, Depression, Eskapismus, Fettleibigkeit, Getrennte Familie, Große Liebe, Inszenierung, Kulisse, Lebensgefühl, Mann-Frau-Beziehung, Peep-Show, Realitätsverlust, Restaurant, Scheidung, Schlaflosigkeit, Schriftsteller, Sex, Sinn des Lebens, Theater, Theatergruppe, Theaterregisseur, Trauer, Tätowierung, Vater-Tochter-Beziehung, Verlust der Großen Liebe
- Stimmung
- Eigenwillig, Geistreich
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Synecdoche, New York
Fans dieses Films gefiel auch
Happiness
US 1998
Eraserhead
US 1977
Lost Highway
US 1997
Adaption
US 2002
Mulholland Drive
US/FR 2001
Trailer zum Film Synecdoche, New York
Alle Trailer, Clips & Videos (2)










Kritiken (8) — Film: Synecdoche, New York
Björn Lahrmann: Das Manifest
Kommentar löschenEine Komödie ist SYNECDOCHE, NEW YORK nur noch insofern, wie alles menschliche Streben in seiner Vergeblichkeit lächerlich ist. Die Grundstimmung ist die eines Begräbnisses; von der Cannes-Premiere wird berichtet, das Publikum habe sich im Anschluß mehrenteils betrunken. Verglichen mit den Pappschachtel-Extravaganzen von Jonze und Gondry mutet Kaufmans Eigenregie geradezu spartanisch an, die Wahl filmischer Mittel einfach, das Casting berechenbar, der Ton gedämpft. Die Illusion wächst in der Lücke, die klafft zwischen profaner Inszenierung und Kaufmans wild wuchernder Mindfuck-Fantasie.
Kritik im Original 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
beetFreeQ: http://blog.freeqnet.de/
Kommentar löschenDer Streifen ist nachdenklich, an vielen Stellen aberwitzig innovativ, oft überzeichnet absurd und ungeheuer zynisch. Philip Seymour Hoffman hält hier als grandiose Hauptfigur eine Story zusammen, die schwer zu verstehen ist, aber vielleicht auch gar nicht verstanden werden will. Vermutlich wird jeder Zuschauer sich sein eigenes Bild machen, seine eigene Vorstellung von dem haben, was Kaufman ausdrücken wollte. Es ist allerdings nicht so, dass der Film zusammenhanglos und wirr vor sich hin läuft. Die Geschichte schlägt zwar ihre Haken, der Zuschauer fühlt sich aber nie verloren.
Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Mr.Vengeance: Lost In Imagination
Kommentar löschenEin unfassbarer Film. Ein Monster, ein Segen und eine Offenbarung. Sollte man gesehen haben.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
Jonny Krüger 2010/01/28 00:08:23
Antwort löschenIch wollte auch ne Kritik schreiben. Aber zu diesen Sätzen gibt es eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.
Es ist einer der wenigen Filme, die einen betroffen machen, allein weil sie irgendwann enden. Großes Kino!
JimSommer 2010/04/22 11:38:56
Antwort löschenEin unendliches Monster, ein Fluch und ein Martyrium ...
Horror - die sich rasant steigernde Langeweile wird mit
depressiver Armseligkeit gepaart, wo ist der Reiz? :7
TheCorey: MovieMaze
Kommentar löschenSynecdoche, New York ist ein Sammelsurium von Ideen, Einfällen, Anekdoten, Interpretationen, Metaphern und Synekdochen. Ein Film, der je nach Blickwinkel und Betrachtung sein Aussehen verändern kann. Eine Eigenschaft, die Kunstwerken innewohnt und als solches Kunstwerk ist auch Kaufmans Film zu sehen. „Everyone is disappointing the more you know someone“, meint Adele bevor sie Caden verlässt. Zehn Jahre nach Being John Malkovich hat Kaufman noch nicht enttäuscht. Möge er es auch nie tun.
Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Perry Simm
Kommentar löschenAuch wenn so manche Kaufman-ismen langsam zu nerven beginnen - "Synecdoche, New York" ist ein äußerst faszinierender, vielschichtiger und lohnender Film.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Jean-Luc Douin: Le Monde Jean-Luc Douin: Le Monde
Kommentar löschenDer Film ist unheilsverkündend, es fehlt ihm der Reiz.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Carrie Rickey: Philadelphia Inquierer Carrie Rickey: Philadelphia Inquierer
Kommentar löschenIn diesem epischen, ehrgeizigen Film, luftlos und manchmal atemberaubend, dem Regiedebüt des Drehbuchautoren Charlie Kaufman, ist Synekdoche ein Teil, der die Existenz widergibt, die ganze.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today
Kommentar löschenDas Meta-Narrative ist ausgedehnt, zusammenhangslos und experimentell und entzieht sich oft dem Verständnis, sodass es bewusst und arroganterweise unklar wirkt. Auf der Bonusseite: Momente surrealen Humors blubbern an die Oberfläche. Der Film vereinigt zudem viele der talentiertesten Darsteller.
"Ich glaube ich habe dich schrecklich enttäuscht", sagt Caden. Der Film enttäuscht ebenso schrecklich. Das Regiedebüt eines so kreativen und cleveren Drehbuchautors wurde spannend erwartet. Seine Filme Being John Malkovich und Eternal Sunshine of the Spotless Mind sind zwei der innovativsten und fesselndsten Filme der letzten Dekade. Synecdoche ist einer der verrücktmachendsten.
Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (66) — Film: Synecdoche, New York
Kommentar schreibenJ!GS4W 2012/01/11 18:05:59
Kommentar löschen"I've been pretending I'm OK, just to get along, just for, I don't know why, maybe because no one wants to hear about my misery, because they have their own. Well, fuck everybody. Amen."
Ich stehe in einem kleinen Konflikt mit mir selbst, denn eigentlich möchte ich diesem Film gerne die volle Punktzahl geben, kann es aber nicht. Hier mal meine Begründung:
"Synecdoche, New York" ist ein durchweg fabelhafter Film. Er ist wahnsinnig metaphorisch, hat die Traurigkeit wunderbar entschlüsselt, wenn nicht sogar das Dasein des Menschen, hat grandiose Schauspieler wie Philip Seymour Hoffman (natürlich), Samantha Morton und Michelle Williams, ist abwechslungsreich aufgrund seines Erzählerischen Aufbaus von zunächst logisch-naturalistischem und später ungeordnetem Ausmaßes und bietet sogar Selbstreflexion zur Genüge. Gerade die Art wie sich das Ganze entwickelt von den Zeitebenen und der Handlung mit Caden und seinem Theaterstück ist einfach brilliant.
Dann kommt aber doch ein Aber, denn obwohl mich dieser Film so fasziniert hat und teils sogar inspiriert, ließ er mich emotional relativ kalt. Es war vielmehr das Gefühl oder der Wunsch nicht so zu enden wie Caden, aber die Verbundenheit zum Charakter hat gefehlt. Deswegen ziehe ich auch einen Punkt von der Wertung ab, muss aber sagen, dass ich lange nicht mehr einen Film mit einem so gekonnt geschriebenem Drehbuch gesehen habe. Das Tolle an diesem ist nämlich, dass man trotz des Wirrwars und den Brüchen mit der Logik nie das Gefühl hat, dass man hier etwas sieht, das einem Selbstzweck dient oder gar die Aufschrift "Pseudointelligent" tragen könnte. Von daher gibt es hier von mir eine klare Filmempfehlung.
8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
antaris 2012/01/11 02:23:18
Kommentar löschenWahnsinnsfilm! Hier hat man es mit wirklicher Verbindung von Kunst und Philosophie zu tun. Und das auf dem allerhöchsten Niveau. Mit herausragender Besetzung.
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Nevenka 2011/11/22 00:34:48
Kommentar löschenMeiner Meinung nach muss man diesen Film nicht gesehen haben. Auch ist dies kein Film, fuer den ich hier in 5 Zeilen eine Zusammenfassung oder kohaerente Interpretation anbieten koennte. Meine emotionale Reaktion? Emotional viszeral und latent ambivalent. Haeh? Genau. Ein guter Freund hat nach dem Film gesagt: Two hours of my lifetime wasted that I'll never get back. Dem kann ich mich irgendwie auch nicht anschliessen. Und das ist symptomatisch - irgendwie. Denn irgendwie hochgradig interessant ist Synecdoche, NY schon. Eine Menge Anstoesse zum darueber Nachdenken wie wir unser Leben ueber lauter Reflektieren manchmal vergessen zu leben. Wie wir statt im jetzt zu sein oder in die nahe Zukunft zu streben, oft leicht nachhinken und versuchen, die gerade erlebte Realitaet zu beobachten, zu begreifen und sie dabei merkwuerdigerweise auch noch oft imitieren. Ne Menge Gedanken-Gewurstel. Und trotz exzellenter Schauspieler etwas langatmig geraten - es musste halt immer noch eine Schachtel eingebaut werden. Ein Film gegen das Verrennen in Hirngespinste. Vielleicht auch ein praktisches Anti-Beispiel.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kujasan 2011/11/20 18:00:59
Kommentar löschenHiob
Dieser Film handelt nicht von Religion.
Es ist bezeichnend, wie es in einer Welt von vertauschten Rollen und Handlungen schließlich ein Priester ist, der deutliche Worte spricht und fluchend die vierte Wand einreißt.
Die Frage nach einem Gott, der ihm all dies aufbürdet, stellt sich dem Protagonisten überhaupt nicht (mehr).
Er heult, er schreit manchesmal; bis zum Ende sucht er nach der schmerzhaften Wahrheit, oder gar nach der Wahrheit IM Schmerz. Aber immer erträgt er sein Leben ohne Klagen. Er ist einsam, ja. Aber er bezweifelt nicht, das hinter aller Fassade ein tieferer Sinn steht. Denn er muss da sein; wie sonst wäre das Leben sonst zu ertragen?
Also baut er die Fassade nach, Stein für Stein, und widmet ihrer Erforschung sein zerstörtes, versteinertes. verdorrendes Leben. Seine Widerstandslosigkeit ist bisweilen unerträglich, man wünscht sich einen Prometheus, der gegen alles Leid und alle Ungerechtigkeiten, die ihm widerfahren, aufbegehrt.
Aber er altert nur; die Welt um ihn herum, die kaum wahrgenommene Welt da draußen, verändert sich fast unmerklich, bis er sie nicht mehr kennt, bis jeder und alles gestorben ist, was er kannte; was IHN kannte und als Selbst definierte.
"Alle sind alle" ist kein gutes Ende. Auch kein böses. Es ist seine bittere Wahrheit.
4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
DerDude_ 2011/11/20 19:03:30
Antwort löschenDer beste Film der je gedreht wurde
Super Kommentar
Ichundso 2011/11/14 08:52:41
Kommentar löschenSynecdoche, New York mag als Studie für generelle Traurigkeit funktionieren und bestimmt auch als Parabel für irgendwas. Ich bin mir sicher, die ganze Theatersache hat auch irgendeine tiefgreifende Bedeutung, von der ich keine Ahnung habe. Der Film funktioniert als wahnsinniger Trip, als antieuphorisches Mittel, das alles Glück und Zufriedenheit im Kern abtötet. Nur irgendjemand hätte vielleicht daran denken sollen, dass er auch als Film funktionieren muss.
Synecdoche, New York ist hoffnungslos überladen, vollkommen unnötig konfus, gespickt mit Traumsequenzen und Jahren, die in Minuten vorübergehen. An einer Stelle sagt einer der Theaterleute "Wann holen wir Publikum hier rein? Wir proben jetzt seit 17 Jahren!" und der ganze Film ist ein einziges aufgequollenes Etwas, ohne Anfang und ohne Ende, man fühlt sich, als habe man gerade auf den Minutenzähler geguckt und dabei festgestellt, dass Synecdoche, New York schon seit 17 Jahren läuft und einfach nicht enden will.
5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
DerDude_ 2011/11/14 17:52:54
Antwort löschenIch verstehe dich. Auch ich habe mich schrecklich in dem Film verloren und konnte kaum einen Zugang finden. Dennoch haben mich die grandiosen Darsteller und das fantastische Script überzeugt ,sodass es 7.5 Punkte gab.
ABER
Nach der zweiten Sichtung erkannte ich die bodenlose Genialität Kaufmanns Werk ,seine Menschlichkeit die jeden Panzer entwaffnet ,seine unfassbare Kreativität und all die vielen Details ,die bei jeder Sichtung immer mehr werden.
Es ist tatsächlich der beste Film ,den ich je gesehen habe.
UNBEDINGT NOCHMAL ANSEHEN !!!!!
Ichundso 2011/11/14 23:51:56
Antwort löschenNaaa gut.
Punsha 2011/10/09 18:59:21
Kommentar löschenImmerzu will der Mensch alles begreifen, alles verstehen. Kaufmans eigentlich weniger komplizierte Story wird von ihm aber wiederum so grotesk und wirr aufgezogen, dass der Film nie einen wirklichen Bezug zum Zuschauer herstellen kann.
Man kann seine inszenatorischen Gedanken nicht greifen, und alles was der Mensch nicht greifen kann, macht ihn verrückt. Im Gegensatz zu beispielsweise Lynchs Mindfucks, baut sich hier nicht einmal eine beklemmende Atmosphäre auf, die den Zuschauer in seinen Bann zieht und ihm das Gefühl gibt, nicht verstehen zu müssen, sondern einfach zu erleben.
Zumindest machen die für Kaufman typisch groteske Komik und die durch die Bank exzellenten schauspielerischen Leistungen den Film dennoch ansehnlich, aber niemals unterhaltsam.
5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
DerDude_ 2011/09/25 14:29:13
Kommentar löschen"I've watched you forever, Caden, but you've never really looked at anyone other than yourself"
Das Filmgeschäft ist eins der ungerechtesten Geschäfte der Welt. Während Mainstream Dreck wie "Transformers" in den größten Kinos läuft, schaffen es Filme wie "Synecdoche, New York" in Deutschland nicht einmal ins Kino. Noch trauriger wird diese Tatsache dardurch das es sich bei Charlie Kaufmanns Regie Debüt ein das Meisterwerk der letzten Jahre handelt. Ein Film der dem Leben näher nicht kommen könnte.
Zwar ist "Synecdoche, New York" alles andere als realistisch aber die Weise wie Kaufmann das Leben einfängt ist beängstigent : Die Welt von Caden Cotard ist voller Schmerz und Leid, so ist auch das Leben gefüllt mit Enttäuschungen. Jedoch lebt der Film ebenfalls von seinem sehr speziellem Humor. Jedoch bezieht sich der Humor des Filmes immer aus dem lächerlichem Handeln der Prontagonisten über welches nur der obektive Zuschauer lachen kann.
"Synecdoche , New York" ist ein Film den man unbedingt mehrmals sehen muss. Noch bei der fünften Sichtung stößt der Zuschauer auf interessante Details und Randinformationen. Auch streut Kaufmann viele sehr abstrakte Szenen in seinen Film ein ,dessen Sinn der Zuschauer selbst herausfinden muss.
Kaufmanns Regiestil mag für viele ein Problem sein. Im Vergleich zu seinen letzten Regisseuren (Spike Jonze , Michel Gondry) ist er sehr zurrückhaltend und reduziert geraten und das er die Geschichte sehr unoffen und sperrig erzählt. Jedoch benötigt der Film nur ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit und dies dürfte kein Problem sein. Über das Spiel von Hauptdarsteller Phillip Seymour Hoffman muss ich jedoch kaum Worte verlieren : Einfach brilliant.
Und dann wäre da noch die Frage worum es in "Synecdoche, New York" geht. In diesem film geht es um alles : Das Leben , die Angst vor dem Tod , der Wunsch des Menschen nach Unsterblichkeit und Vollendung ,welche in der Erkenntnis enden ,das es kein Theater über das Leben geben kann. Jeder hat sein eigenes Theater. Wenn sie diesen Kommentar lesen sind sie ein Statist in meinem Theater und ich bin einer in ihrem.
Und dieser Statist ist zu folgender Erkenntnis gekommen :
"Synecdoche, New York" ist ein Meisterwerk !
"As the people who adore you stop adoring you; as they die; as they move on; as you shed them; as you shed your beauty; your youth; as the world forgets you; as you recognize your transience; as you begin to lose your characteristics one by one; as you learn there is no-one watching you, and there never was, you think only about driving - not coming from any place; not arriving any place. Just driving, counting off time. Now you are here, at 7:43. Now you are here, at 7:44. Now you are... Gone"
16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
CapitanKnaecke 2011/09/27 16:51:28
Antwort löschenWunderbare Kritik zu einem wunderbaren Film!
xXxWantedxXx 2011/08/15 21:24:21
Kommentar löschenEin nur schwer zu entwirrendes, komplexes Gedankenkonstrukt aus der Feder des genialen Charlie Kaufman. Traurig, irgendwie deprimierend, aber vor allem eines: ehrlich. Eine konsequente, wenn auch nicht sonderlich einfache Auseinandersetzung mit dem menschlichen Streben nach dem Sinn des Lebens. Visuell zurückhaltend ist 'Synecdoche, New York' dafür plottechnisch nur um so verstrickter. Kaufman lässt die Grenzen zwischen Realität und Fiktion gekonnt verschmelzen und fordert ein weiteres Mal die erhöhte Aufmerksamkeit des geneigten Zuschauers. Sicherlich nicht jedermanns Geschmack, allerdings für die, die sich auf 'Synecdoche, New York' wirklich einlassen, umso wertvoller.
24 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten
Flibbo 2011/08/15 22:27:36
Antwort löschenDen muss ich mindestens noch einmal sehen, um überhaupt irgendeine Wertung oder Meinung dazu abgeben zu können.
xXxWantedxXx 2011/08/15 22:28:12
Antwort löschenIch eigentlich auch, die Wertung kann also noch sehr schwanken.
momopipi 2011/08/15 22:39:15
Antwort löschenund ich dachte, dass ich der einzige bin, der den film so schätzt...
LynchFan1706 2011/08/15 22:50:13
Antwort löschen@xXxWantedxXx: eher nach oben oder nach unten?
xXxWantedxXx 2011/08/15 22:52:25
Antwort löschenIch hoffe mal nach oben ;)
Alle 7 Antworten zeigen
LynchFan1706 2011/08/15 22:57:26
Antwort löschenDu hoffst? Ich weiß! ;-)
xXxWantedxXx 2011/08/15 23:18:06
Antwort löschenDann ist ja gut ;)
Nicname 2011/08/12 22:34:02
Kommentar löschenGrandioser Film. Einfach nur grandios. Nachdem die erste Hälfte für mich wirklich eine recht langatmige und komplizierte "Einleitung" für den Rest war, stellte sich die zweite Hälfte als perfektes Filmerlebnis heraus. Besonders die letzte Szene, ein völlig alleingelassener und vom Leben besiegter Seymour-Hoffman, der seine eigenen Gedanken endlich durch Regieanweisungen erfährt, gehört für mich zum Besten was ich im Bereich des Films je gesehen habe. Recommended, aber (vielleicht) nur für Leute mit Geduld.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
LynchFan1706 2011/08/12 21:59:11
Kommentar löschen"Synecdoche, New York" ist für mich im Grunde eine einzige große Allegorie auf das Leben und wie wir damit umgehen oder eben nicht damit umgehen können... Charlie Kaufman zeigt uns das Phänomen Leben und seine Werte... Mit dem Wissen um Tod und Vergänglichkeit, der Sehnsucht nach bedingungsloser Liebe und Freundschaft und der Suche nach der "absoluten Wahrheit", die doch niemals erreicht werden kann... Diese Hilflosigkeit, Verzweiflung und Unsicherheit während dieser Suche äußert sich in Cadens' Hypochondrie, seinem Wahn Sterben zu müssen und dem Verlust des Zeitgefühls... Der Rahmen dieser Suche, den Caden sich schafft und der für ihn alles zusammenhält, ist die Theaterkulisse New York... Die Sicherheit, das Schauspiel "seines Lebens" zu inszenieren, um dann im Leben angekommen zu sein... und während all dieser Zeit verpasst er sein Leben... Man möchte ihn schütteln und ihm sagen, dass das Leben eben keine Generalprobe ist... es findet zu jeder Minute statt...
Millicent schafft es, Caden zu beschreiben, als sie erklärt, warum sie Caden im Stück verkörpern könnte: "... ich glaube, ich verstehe ihn. Caden Cotard ist ein Mann, der schon tot ist. Er lebt in einem Paralleluniversum, zwischen Stagnation und Veränderung und seine Zeitrechnung ist durcheinander. Sie ist nicht chronologisch. Bis vor kurzem kämpfte er heldenhaft, seiner Situation irgendeinen Sinn zu verleihen, aber jetzt ist er zu Stein geworden."
Der rote Faden im Film, (und die zugleich surrealste Metapher!) der mich darauf aufmerksam macht, dass nichts so ist, wie es sein sollte, ist das brennende Haus Hazels...
Letzte Szene: Regieanweisung seiner eigenen Gedanken: "Darf ich meinen Kopf an deine Schulter legen?"... Einzigartige Szene dieser hoffnungslosen, tragischen Einsamkeit und Resignation...
Grandios gespielt von Philip Seymour Hoffman... Meine Bewunderung hat er...
"Wir Menschen suchen alle nach etwas, was uns längst gefunden hat" Jim Morrison
11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 8 Antworten
Jaliju 2011/08/13 12:27:11
Antwort löschenSuper geschrieben! :) Den muss ich unbedingt noch ein zweites Mal schauen und dabei Deinen Kommentar im Hinterkopf behalten.
Danyrail 2011/08/13 16:41:15
Antwort löschenTrotz alledem kann ich mir auf das brennende Haus noch keinen wirklichen Reim machen. Alles andere ergibt für mich mehr oder minder Sinn, aber das Haus...das bekomme ich nicht "verpackt"! Wie von dir beschrieben als Metapher der Unnatürlichkeit kann ich es nicht ganz greifen.
LynchFan1706 2011/08/13 21:31:24
Antwort löschen@Jaliju Vielen Dank :-)
LynchFan1706 2011/08/13 21:56:17
Antwort löschen@Danyrail Das war nur ein Ansatz zur Erklärung für das brennende Haus... Nach langem Überlegen hier meine zweite Interpretation: Meine Frage: Kann ein brennendes Haus ein Zuhause sein? Die Frage bezieht sich auf das Gespräch Hazels mit der Maklerin: "Ich bin nur wirklich in Sorge, dass ich im Feuer sterbe.“ sagt Hazel - Maklerin: "Es ist ein wichtige Entscheidung, wie man sterben möchte." Hazel zieht in dieses brennende Haus ein, das erfordert Mut... Hazel überwindet ihre Angst... entscheidet sich und wird letztendlich belohnt... Sie begegnet ihrem Mann, gründet eine Familie und dieses brennende Haus bedeutet nicht ihren Tod sondern wird ein Zuhause für sie... Vielleicht hätte Caden auch einmal mutiger sein müssen und seine Ängste überwinden müssen, sich seinem wahren Leben stellen, dann wäre er vielleicht auch belohnt worden... Also eine Metapher für Mut, den Caden nie hatte...
Isolation 2011/08/17 08:30:13
Antwort löschenKlasse geschrieben!
LynchFan1706 2011/08/17 19:42:38
Antwort löschen@Isolation: Danke schön, das freut mich!
Alle 8 Antworten zeigen
Heidisdottir 2011/12/12 20:00:05
Antwort löschen@Danyrail, @Lynchfan1706: Tennese Wiliams Gedicht "Wir leben alle in einem brennenden Haus":
Wir leben alle in einem brennenden Haus!
Es gibt keine Feuerwehr die wir rufen können
und keinen Weg nach draußen!
Wir haben nur das Fenster im
oberen Stockwerk!!
Ausdem wir zusehen können wie das
ganze Haus niederbrennt!!
Niederbrennt mit uns
als Gefangende, eingesperrt!!!
Das englische Original hab' ich jetzt leider nicht vollständig gefunden. Hinweise zur Bedeutung aber auch auf der Seite des IMDB.
Das brennende Haus - auch eines meiner Lieblingssymbole in diesem Film - obwohl auch eines der offensichtlicheren...
LynchFan1706 2011/12/12 20:35:35
Antwort löschenNa, wenn das Gedicht nicht excellent passt... :-)
ZaZa 2011/08/02 09:23:09
Kommentar löschenPuhh.. so hab ich gefühlte 3 Stunden Herzschmerz und Depression hintermir, den der Film ununterbrochen in mir Auslöste. Ist das jetzt Gut oder Schlecht?
Ich weiss nicht ganz ob ich den Film verstanden habe aber viele Menschen werden und müssen ihn gar nicht verstehen. Der Film basiert meines erachtens auf einer Aussage, die jeder für sich Selbst entdecken muss. Synecdoche, New York ist kein Film wie jeder andere, Nein. Es ist die Betrachtung eines Menschen, der Sich selbst sucht und Durch die ewige Suche Krank und gar Verloren zusein Scheint. Ich fand seinen Vorletzten Tag seines Lebens überragend gespielt und dermaßen überragend "präsentiert", dass mein "ganzer Körper" diese Szenen mitverstanden hat..
Fazit: Überragender Hauptdarsteller, Überkrasses Drehbuch und Kolisse in der ich mich manchmal sogar ,verloren' gefühlt habe. :D
4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Muxi92 2011/07/31 18:43:22
Kommentar löschenIch habe das Gefühl diesen Film einfach nicht begriffen zu haben. Ich merke, dass hier etwas Großartiges erzählt wird, doch ich verstehe es irgendwie nicht. Ich werde dem Film aber auf jeden Fall noch eine Chance geben.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
ash-williams 2011/07/30 00:05:38
Kommentar löschenSynecdoche, New York ist mal wieder einer dieser Fragezeichenfilme. Die Story ist nicht wirklich komplex, aber wird von Kaufman dermaßen wirr aufgezogen, dass der Zuschauer nicht hinterher kommt und Sprünge von mehreren Jahren teilweise erst nach einiger Zeit auffallen; dadurch verliert der Zuschauer leicht die Orientierung in der Geschichte. Das Ende wird dann immer grotesker und mündet schließlich in einem dramatischen Ende, was der Zuschauer jedoch nicht wirklich greifen kann. Was man Synecdoche, New York zugute heißen muss sind die gezeigten schauspielerischen Leistungen, die durchgehend auf oberstem Niveau sind. Somit ist der Film doch noch recht ansehnlich. Ich kann nicht sagen, dass er mir nicht gefallen hat, ich konnte ihn jedoch nicht greifen. Das ändert sich vielleicht bei einer Zweitsichtung.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
jan christian 2011/07/24 15:35:42
Kommentar löschenCharlie Kaufmans "Synecdoche, New York" ist unfassbar - weitgehend deprimierend, aber auch hoffnungsvoll, eigentlich traurig-melancholisch, aber auch mit lustigen Momenten, nicht unbedingt "spannend", aber höchst interessant. Im Zentrum ein Mann (großartig gespielt von Philip Seymour Hoffman), der sich auf einige Frauen einlässt und ein ganzes Theaterensemble unter sich hat, aber dennoch allein ist und noch einsamer wird, je mehr Leute er um sich herum hat. Er verlangt die Wahrheit und sucht den Sinn des Lebens, verliert sich dabei aber in einer Traumwelt, während die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen, was nicht zuletzt für den Zuschauer eine große Herausforderung ist. Vielleicht gelingt deshalb so gut die Identifikation mit dem Protagonisten, weil man sich beim Betrachten selbst auch so verloren fühlt. Beeindruckend finde ich sein Durchhaltevermögen; die Jahre vergehen, bis ins hohe Alter gibt er nicht auf, während er so vieles, das ihm etwas bedeutet, verliert.
"Synecdoche, New York" ist verwirrend und fordernd - vieles habe ich nicht oder vielleicht falsch verstanden, wahrscheinlich sind manche Szenen Metaphern, Träume, Fiktionen innerhalb der Fiktion. Aufmerksam wurde ich auf den Film durch das Cover und den Klappentext der DVD; diese versprachen ein interessantes Drama mit guter Optik. Doch letzteres bietet dieses poetische Werk trotz des imposanten Nachbaus einer ganzen Stadt in einer Lagerhalle eigentlich nicht - dafür aber so viel mehr.
Hier sind einige großartige Kommentare zum Film dabei. Ich bewundere die Autoren, wie gut sie ihre Eindrücke in Worte fassen konnten. Ich werde meine auch noch irgendwann besser ausdrücken können. Aber bis dahin werde ich "Synecdoche, New York" noch einmal schauen müssen. Mindestens.
5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
Ansi 2011/07/24 16:05:37
Antwort löschenKlingt sehr interessant, würde ich mir wohl mal ausleihen wollen - falls ich die anderen beiden Filme irgendwann mal gesehen habe sollte ;-)
seltmansa1991 2011/06/29 02:06:10
Kommentar löschenWTF?!
ich persönlich kann die ganzen guten bewertungen hier nicht verstehen. Zum einen ist der Film maßlos überladen und man sehnt sich nach einem roten Faden welcher den ganzen Film zusammenhält. Mag sein dass der film auf viele arten zu interpretieren ist und viele versteckte Informationen enthält, jedoch war es für mich nach einer weile echt anstrengent den Film weiterzuschauen aufgrund seiner langwierigkeit.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Jack_Torrance 2011/06/17 15:38:10
Kommentar löschenAnfangs stellt Charlie Kaufman die knallharte Realität dar. Unser Held Caden wacht auf und hört zu Beginn des Tages ein sogenanntes Gedicht einer selbstgefälligen Depri-Poetin. Überall bekommt er zu spüren wie Scheiße das Leben ist. Umgeben ist er nahezu von potentiellen Selbstmördern.
Da wirkt nichts aufgesetzt. Da stimmt alles: das Desinteresse der Frau, die aufgesetzte Neutralität der Ärzte, die Naivität des Kindes, das glücklicherweise nicht dem Ooohhh-wie-Süß-Effekt dient. Alles wirkt wie aus dem Leben gegriffen.
Dann aber konfrontiert uns Kaufman mit der Realität des Irrealen. Unser Held Caden (ohne Worte: Phillip Seymour Hoffman) versucht seine eigene Realität zu erschaffen, um sich selbst zu finden bzw. um eine Antwort auf die Frage "Wer bin ich ?" zu finden. Diese von ihm erschaffene Welt gerät aus den Fugen ehe sie gemacht wurde. In seiner Verzweiflung verliert sich Caden in diesem Geflecht aus Künstlichkeit, Besessenheit und Wahnsinn. Auch dieses andere Leben ist für ihn die Hölle. Glück findet er nur in der Unendlichkeit.
Der letztere Standpunkt ist auch die einzige Schwäche dieses ansonsten faszinierenden Filmes. Wo ist Hoffnung ? Wo ist der Moment, der mein Dasein versüßt ? Ich persönlich habe ihn nicht gefunden. Deswegen kann ich diesen Film nicht lieben, aber ich kann mich immer wieder auf ihn einlassen...
20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
KlapTrap 2011/06/17 18:54:20
Antwort löschenCaden konnte ihn nicht finden, den Moment der das Dasein versüßt, weil er stets und jede Sekunde danach gesucht hat.Bis zu seinem letzten Atemzug hat er versucht den Sinn, den Zusammenhang in seinem Leben zu suchen - und ihn gerade damit verloren.
Für mich also keine Schwäche des Films, sondern nur der Hauptfigur, und damit gewollt (und gekonnt) umgesetzt !
Jack_Torrance 2011/06/18 12:48:11
Antwort löschenInteressante Interpretation !
Broda 2011/06/14 18:14:30
Kommentar löschenCharlie Kaufmann als regisseur und autor, und mit Philip Seymour Hoffman.
Sowas von Vorgemerkt !!
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
hoffman587 2011/06/14 18:15:11
Antwort löschenRight, right:)
annaberlin 2011/05/23 11:24:12
Kommentar löschenEiner der traurigsten Filme, die ich kenne. Und der faszinierendsten. Charlie Kaufman hat ein faszinierendes Drehbuch geschrieben, das den Zuschauer extrem herausfordert und noch lange nach der Sichtung nachdenklich macht. Der Titelsong Little Person ist wohl die perfekte Intonierung der Grundstimmung von Synekdoche, New York. Leider lässt sich Kaufman anfangs sehr viel Zeit zum Erzählen, erst gegen Ende lichtet sich der Wald und ein paar wenige Lichtstrahlen fallen hinein. Die ersten zwei Drittel des Films stiften schlichtweg zu Selbstzweifeln und Selbstmordgedanken an. Ob der Film ein Meisterwerk ist, kann ich jetzt noch nicht beantworten.
10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
ElMagico 2011/05/06 16:44:28
Kommentar löschenEinfach macht es einem Kaufman mit "Synecdoche, New York" wahrlich nicht. Das ist in vielerlei Hinsicht alles sehr anstrengend, verschachtelt, symbolträchtig und beansprucht Phasenweise auch die Geduld des Zuschauers. Vom feinsinnigen Witz den Kaufmans Drehbücher sonst versprühten, ist nur wenig übrig geblieben, hier gibt es kaum schöne Momente, kaum Licht und letzten Endes geht alles gewaltig den Bach hinunter.
Die erste halbe Stunde ist noch sehr stringend und straight erzählt, je grösser das Lebenskonstrukt des Caden (ein brillanter Philip Seymour Hoffman) jedoch einstürzt, umso mehr schmeisst uns Kaufman in einen Storytechnischen Wahnsinn. Kaum in wenigen Sätzen zusammenfassen, aber ungemein faszinierend und einem David Lynch näher als seinen eigenen früheren Werken. Und man wünschte sich, er hätte sich selbst manchmal ein wenig ausgebremst, nicht immer noch eine Schippe draufgelegt, um den Film wenigstens ein wenig durchschaubarer und zugänglich zu machen. Denn so wie Caden sein eigenes Leben auf der Bühne konstruiert und immer mehr in den dunklen Tiefen des Details versinkt, so meint man als Zuschauer manchmal nur noch das Echo eines Echos eines Echos zu vernehmen und so wie manche der Schauspieler in Cadens grossem Stück, weiss man nicht mehr was echt ist und was unecht. Und wie wenn nicht schon alles Vertrackt genug wäre, streut Kaufman immer wieder skurille Sequenzen ein, die zumindest für mich, mit der Geschichte an sich relativ wenig zu tun haben.
Das klingt jetzt sicher negativer als es gemeint ist, "Synecdoche, New York" unterhält auf seine ganze eigene Weise, er stösst Gedanken an, aber vorallem zielt er es auf die Bauchgegend ab. Denn in all seiner Kompliziertheit, hat der Film ein ganz laute Aussage, allein man kann sie nicht wirklich in Worte fassen. Man fühlt sie. Etwas mit Menschen, der Menschheit und das es einfach nicht funktioniert. Was genau? Wie? Warum?
Ich weiss es nicht!
15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten
LynchFan1706 2011/05/06 16:58:37
Antwort löschenWiederum coole Kritik... Jetzt freu' ich mich um so mehr auf den Film ;-)
Alle 3 Antworten zeigen
ElMagico 2011/05/06 17:01:45
Antwort löschenja, denk irgendwie der ist wirklich was für dich :)
Timo K. 2011/05/06 18:17:36
Antwort löschen"[...] Keiner dieser Leute ist ein Statist; sie sind alle Hauptrollen in ihrer eigenen Geschichte. Man sollte ihnen Respekt entgegenbringen." :)
philopee 2011/03/15 19:49:29
Kommentar löschenGanz anders als das Cover vermuten lässt, investiert "Synecdoche, New York" eigentlich überhaupt gar kein Potenzial in die Optik, der Film erhebt zu keinem Zeitpunkt den Anspruch gut auszusehen. Genausowenig ist er spannend, genaugenommen sogar eher fad. Außerdem geht den Film als Komödie zu bezeichnen schon fast ins Groteske. Selbst zur Handlung sollte man sich nicht äußern, denn auch die ist eigentlich ziemlich irrelevant.
Es ist die Aussage des Films die sich wie ein deprimierender schwarzer Faden durch die Laufzeit zieht und dem Zuschauer gegen Ende vollkommen die Nerven verlieren lässt. Eine Weltanschauung und Lebensphilosophie wie sie wahrer und dunkler nicht sein könnte.
Aus einem Kommentar von Björn Lahrmann (s.o.): "Von der Cannes-Premiere wird berichtet, das Publikum habe sich im Anschluß mehrenteils betrunken. "
-Dies ist eine Reaktion die ich durchaus nachvollziehen kann, denn nach der Sichtung wird man nicht drumherum kommen sich seinen Kopf über diesen Film zu zermartern. Wer eine positive Weltanschauung sein eigen nennt und hofft, dass das noch länger so bleibt, der sollte am besten die Finger davon lassen.
Nach "Synecdoche, New York" wird mir auch die Genialität und der verschrobene Wahnsinn des unglaublichen Charlie Kaufman klar, dessen Charakter ich in "Adaption" einfach nicht nachvollziehen konnte. Bekommt man erstmal dieses Werk vorgeknallt, ist es schwer zu argumentieren ob nun er selbst oder Phillip Seymour Hoffman, der die Hauptrolle mit unglaublichem Herzblut verkörpert, als Genie bezeichnet werden muss.
Auf jeden Fall ist klar: Charlie Kaufman hat sich hiermit ein Monument geschaffen.
(Und das vor seinem Tod!)
12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten
KlapTrap 2011/03/15 23:40:29
Antwort löschenToll! Vielleicht motiviert dich das ja sogar, irgendwann nochmal zu ADAPTION zurückzukehren, und ihn (vielleicht) mit ganz anderen Augen wahrzunehmen.
philopee 2011/03/16 17:25:36
Antwort löschenDas wärs auf jeden Fall wert. Ich bin gespannt auf Weiteres vom Charlie Kaufman!
stalker 2011/03/17 00:07:53
Antwort löschenAdaption ist was großes!
Alle 5 Antworten zeigen
philopee 2011/03/17 20:57:07
Antwort löschenDann ist Synecdoche New York was Riesiges!
JesusQuintana 2011/05/03 17:23:59
Antwort löschenbeides wahr :)