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Grand Budapest Hotel

The Grand Budapest Hotel (2014), DE/GB/US Laufzeit 101 Minuten, FSK 12, Drama, Komödie, Kinostart 06.03.2014


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7.7
Kritiker
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8.2
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135 Kommentare
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Kinostart: 06.03.2014
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von Wes Anderson, mit Ralph Fiennes und Tilda Swinton

Grand Budapest Hotel ist der neue Film von Wes Anderson, der Ralph Fiennes als Hotelconcierge in die goldene Vergangenheit schickt.

Handlung von Grand Budapest Hotel
Der Film spielt in der fiktiven Alpenrepublik Zubrowska. Im Grand Budapest Hotel erlebt der gebildete und legendäre Concierge Monsieur Gustave H. (Ralph Fiennes) das pulsierende Leben der Goldenen 20er hautnah mit. Er bekommt mit Zero Moustafa (Tony Revolori) bald einen neuen Lobby Boy und führt seinen jungen Protegé in die Geheimnisse seines Berufes ein. Doch dann stirbt plötzlich die betagte Madame D. (Tilda Swinton) und die um ihr Erbe geprellten Hinterbliebenen sind mit dem letzten Willen der Verstorbenen nicht so ganz einverstanden. Gemeinsam werden Gustave H. und sein ihm loyal ergebener Lobby Boy in ein Abenteuer um ein gestohlenes Renaissancegemälde, ein riesiges Familienvermögen und die geschichtlichen Umwälzungen ihrer Epoche verwickelt.

Hintergrund & Infos zu Grand Budapest Hotel
Die skurrile Komödie Grand Budapest Hotel lief im Wettbewerb der Berlinale 2014 und feierte dort am 06. Februar 2014 ihre Weltpremiere. Dort erhielt Wes Andersons Film den Silbernen Bären im Rahmen des Großen Preises der Jury.

Im Abspann von Grand Budapest Hotel nennt Wes Anderson einen österreichischen Schriftsteller als Inspiration für den Film: Stefan Zweig. Für Stefan Zweig war die Donaumonarchie in Österreich vor dem Ersten Weltkrieg eine Art verlorenes Paradies. Während er vor dem Ersten Weltkrieg selbst einen luxuriösen Lebensstil pflegen konnte und zur intellektuellen Elite des Wiener “fin de siècle” gehörte, kämpfte er nach der Niederlage gegen steigenden Nationalismus und Antisemitismus – vergeblich. Mit der Machtergreifung der Nazis wurde er ins Exil nach Brasilien gezwungen, wo er 1942 starb. Er verarbeitete seine Erinnerungen an die vergangene Epoche in zwei Büchern, die als Vorlage für Grand Budapest Hotel gelten können: “Die Welt von Gestern” in dem er die untergegangene Monarchie nostalgisch verklärt und “Rausch der Verwandlung”, in dem ein Luxushotel in den Bergen als Insel der Glücklichen beschrieben wird, dessen Geschicke vom Concierge gelenkt werden.

Der Film rund um den Concierge eines großen Hotels ist der achte Film mit Spielfilmlänge von Wes Anderson nach Durchgeknallt, Rushmore, Die Royal Tenenbaums, Die Tiefseetaucher, Darjeeling Limited, Der fantastische Mr. Fox und Moonrise Kingdom.

Anders als der Filmtitel Grand Budapest Hotel vermuten lässt, fanden die Dreharbeiten nicht in der ungarischen Hauptstadt Budapest statt, sondern im sächsischen Görlitz, das hierfür im Glanz längst vergangener Tage neu erstrahlte. Über 50 Drehtage verbrachte Wes Andersen in ‘Görliwood’ und drehte kleinere Sequenzen auch in Zittau und der sächsischen Schweiz. Für das Gebäude des Grand Budapest Hotels standen unter anderem das Görlitzer Warenhaus und die Stadthalle Görlitz Pate.

Auch in Grand Budapest Hotel blieb Wes Anderson seinem gewohnten Cast treu und fand wieder Rollen für Owen Wilson, Bill Murray, Jeff Goldblum und Jason Schwartzman. Mit der Hauptrolle besetzte er Ralph Fiennes, der vorher noch nie in einem seiner Filme zu sehen war. Als wären das nicht schon genug Stars, gesellen sich dazu noch Edward Norton, Jude Law und die Jungschauspielerin Saoirse Ronan. Ursprünglich sollte angeblich Johnny Depp einen Part des Films spielen, doch das Gerücht wurde nie bestätigt. Angela Lansbury (Mord ist ihr Hobby) musste aus zeitlichen Gründen aus dem Filmprojekt aussteigen.

Auch die Musik ließ Anderson erneut von Alexandre Desplat komponieren, der bei seinen letzten beiden Filmen auch mit von der Partie war. (LM)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Grand Budapest Hotel
Genre
Drama, Komödie
Zeit
1920er Jahre, Renaissance, Vergangenheit
Ort
Budapest, Europa, Fiktiver Ort, Osteuropa, Ungarn
Handlung
Arbeit, Beruf, Brief, Diebstahl, Diener, Dienstmädchen, Dienstvorschrift, Entstelltes Gesicht, Erbe, Freund, Freundschaft, Gast, Geheimnis, Gemälde, Hotel, Hotelbar, Hotelier, Hotellobby, Hotelmanager, Hotelzimmer, Kunstwerk, Lernen und Lehren, Liebe, Neubeginn, Reichtum, Schlüssel, Strenge, Tod, Todesfall, Uniform, Veränderung, Wandel, ungleiche Freunde
Stimmung
Witzig
Tag
Berlinale 2014, Wettbewerb Berlinale 2014
Verleiher
Twentieth Century Fox of Germany GmbH
Produktionsfirma
American Empirical Pictures, Indian Paintbrush, Scott Rudin Productions, Studio Babelsberg

Kritiken (32) — Film: Grand Budapest Hotel

Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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8.0Ausgezeichnet

Das Grand Budapest Hotel ist nach Rushmore tatsächlich mein zweiter Lieblingsfilm von Wes Anderson. Auch wenn ich Moonrise Kingdom sehr mochte, legt er mit dieser skurrilen, phantasievollen und überraschend berührenden Story nochmal eine Schippe drauf. Es macht einfach verdammt viel Laune dieses Film nur anzusehen, denn auch wenn Anderson seinen Frontalfetisch hier einmal mehr ins Extrem steigert, stört die stilisierte Inszenierung an keiner Stelle die Geschichte - ja sie unterstützt sie sogar. Wo in Darjeeling Limited der halbgare Mix aus Stil, Pathos und Glückskeksphilosophie nervte und die Charaktere uninteressanter machte, ist Anderson mit dem fiktiven Staat Zubrowka eine ganz und gar stimmige Kreation gelungen.

Das die All-Star-Cast allen vorran Ralph Fiennes ihre hart am Rande der Karikatur ballancierenden Figuren immer mit jenem Quentchen Menschlichkeit auszustatten, die verhindert dass wir sie als reine Cartoon-Charaktere abtun ist dabei ebenso beachtlich, wie die Leichtigkeit mit der Anderson zwischen Zeitebenen (inkl. Aspect-Ratios) und Filmgenres herumspringt. Leichtfüssig mischt er Düsternis, Pathos mit Klamauk, ein Loblied auf zivilisiertes, menschliches Benehmen mit blutig-brutalem Gefängnisfilm und Buster Keaton-Action.

Einziger Wermutstropfen bleibt vielleicht, dass einige der wunderbaren Stars verschwendet sind. Wie schon in Moonrise Kingdom, weiß Anderson auch diesmal mit Bill Murray nichts anzufangen und auch von Jeff Goldblums Anwalt hätte ich gerne noch mehr gesehen. Doch das sind Luxusbeschwerden in einem Film, der so warmherzig, so verschroben und gleichzeitig so zugänglich und schamlos unterhaltsam ist - und dabei einfach phantastisch aussieht. Andersons Faible für Miniaturen, Gemälde und Retro-Optik hat hier endlich den passenden Rahmen gefunden in dem er komplett der Geschichte dient und mit Gustave H hat er eine wahrlich unvergessliche Figur erschaffen, die im jungen Zero einen würdigen Gegenpart findet.

Anschauen.

PS: Das der Film komplett in Deutschland gedreht und finanziert wurde, gibt einem dann doch ein wenig den Glauben an die deutsche Filmförderung wieder.

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kobbi88: Die Drei Muscheln

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8.5Ausgezeichnet

Skurril, bunt und irgendwie seltsam. So könnte man „Grand Budapest Hotel“, den aktuellen Kinofilm von Wes Anderson, wohl am besten beschreiben. Gut, natürlich kann man so ziemlich jeden Film des amerikanischen Filmemachers mit diesen drei Worten beschreiben, aber immer und immer wieder treffen sie einfach zu. So wundert es auch nicht, dass dieser Film den Menschen, die schon nichts mit Andersons bisherigen Filmen anfangen konnten, sicher auch nicht gefallen wird. Der Rest wird auf die Reise nach Zubrowka geschickt, einem fiktiven, südosteuropäischen Zwergstaat, in dem das Grand Budapest Hotel steht, in dem und um das sich eine skurrile, rasante, unglaubliche, lustige und liebevoll ausgestaltete Geschichte um den Lobby Boy Zéro, den Hotelchef Monsieur Gustave und den Tod einer alten Dame und dessen Folgen.

Egal was man von dem Film hält, nacherzählen ist schier unmöglich. Wes Anderson verwendet drei verschiedene Zeitebenen: die äußere Rahmenhandlung im Jahr 1985, der innere Rahmen im Jahr 1968 und eine dritte, die eigentliche Geschichte, ab dem Jahr 1932, kurz vor Ausbruch eine Krieges. Und in diesen drei Zeitebenen erzählt er fünf aufeinander aufbauende Episoden, von der eine merkwürdiger und lustiger ist als die andere. Auffällig ist, dass neben den vielen merkwürdigen Begebenheiten auch immer wieder brutale und blutige Szenen vorhanden sind, die aufgrund der Comichaftigkeit des restlichen Filmes einerseits überraschend, andererseits auch umso härter erscheinen. Aber gut, letztlich handelt es sich ja auch um eine Kriminalgeschichte, da ist ein wenig Gewalt auch nicht verkehrt. Aber trotzdem ist „Grand Budapest Hotel“ extrem in allen Variationen. Besonders in die öffentlich verpönten Themen wie zum Beispiel Sex stößt er immer wieder vor und ist sich auch nicht zu schade, in Anlehnung an den zweien Weltkrieg ein wenig Geschichte und Politik in das fiktive Land Zubrowka zu bringen.

Gedreht wurde der Film zu großen Teilen in Görlitz, wo sich Anderson unter anderem des Görlitzer Warenhauses und der Stadthalle bediente. Weiterhin wurden zahlreiche Aufnahmen in den Babelsberger Filmstudios gefilmt. Da verwundert es auch nicht, dass mit Florian Lukas oder Karl Markovics ein paar deutschsprachige Darsteller auftreten. Darüber hinaus hat sich um den jungen Tony Revolori ein All-Star-Cast versammelt, der den Zuschauer mit mehr als nur den Ohren schlackern lassen dürfte. In aller Kürze: Ralph Fiennes als M. Gustave, dazu Tilda Swinton, Edward Norton, Harvey Keitel, F. Murray Abraham, Jude Law, Willem Dafoe, Adrien Brody, Mathieu Almaric, Saoirse Ronan – ach verdammt, das ist noch nicht mal die Hälfte der bekannten Namen. Egal, sie alle spielen mit so viel Engagement und meist auch jugendlichem Elan, dass es einfach eine Freude ist, ihre (bis auf Fiennes und Revolori) kurzen Auftritte zu beobachten.

Laut Anderson selbst ist „Grand Budapest Hotel“ inspiriert von Werken des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig. Dessen meist melancholischer, resignativer und doch dramatischer Stil überträgt sich auch merklich auf den Film. Das ist gut so, denn eine reine Komödie, so irrwitzig sie auch sein mag, ist der Film nicht. Vielmehr hat er auch zahlreiche Aspekte, die zum Nachdenken anregen, die einen traurig stimmen oder die eine gewisse Ratlosigkeit zurücklassen. Trotzdem dominieren die skurrilen Figuren und der fantastische Wortwitz. Gemeinsam mit der farbenfrohen Pracht und der luxuriösen und reichlichen Ausstattung des Film, der hervorragenden Kameraarbeit Robert D. Yeomans und besonders auch mit der fantastischen Filmmusik von Alexandre Desplat ist „Grand Budapest Hotel“ ein skurriler Trip für alle Sinne geworden. Ein typischer Wes Anderson-Film, der – wie so oft – so viel mehr kann als nur unterhalten und dazu noch genügend Schauwerte, inhaltliche Vielfalt und Raffinesse bietet, ihn sich immer wieder anzusehen.

Kritik im Original 41 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 29 Antworten

Lydia Huxley

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Ach so, und verwende für den Helikobbter bitte Biodiesel! Denk an die Ökobbilanz!!! :D
Hach... ich könnte noch ewig so weiter machen^^


kobbi88

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Ich merk schon :))


Beeblebrox: dasfilmfeuilleton.de

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8.0Ausgezeichnet

[...] Wenngleich eben noch die Präsenz von Bill Murray, Tilda Swinton oder Harvey Keitel für herzhaftes Lachen sorgte und die Dialoge zwischen Ralph Fiennes sowie Tony Revolori generell auf einem äußerst geschliffenem Level der verbalen Akrobatik stattfinden, dringt regelmäßig ein Gefühl des Weltuntergangs durch das rosarote Kaleidoskop des gezeigten Mikrokosmos. Monsieur Gustave H. versucht verzweifelt als letzter seiner Art eine Zeit aufrecht zu erhalten, für die er im Grunde selbst zu jung ist. Es ist die Sehnsucht nach einer heilen Welt. Und in diesem Punkt – egal wie tief er unter Schachteln von Mendels-Gebäck versteckt ist – weiß auch Wes Anderson keinen Ausweg außer den skurrilen.

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Der Witte: CEREALITY, Die Drei Muschel...

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7.5Sehenswert

Wes Anderson bringt einen flotten Abenteuerfilm auf die Beine, der sich in europäischer Märchenhaftigkeit hüllt und dabei ebenso allzu reale Zeitumstände des frühen 20. Jahrhunderts in einen fiktiven Rahmen setzt, nebenbei auch dessen Aspect-Ratio dauerhaft die Ehre erweist. Aus dem titelgebenden Hotel und den innewohnenden Figuren macht er liebevoll handgemachte, anarchische Püppchen und detailverliebte Toy-Dekors, legt auf irre Verspieltheit an und frönt geradezu narzisstisch seinem altbekannten Stil - was aber noch lange nicht heißen muss, dass er hier höchst sperrig agiert.

Im Gegenteil: Humor, Handlung und Charakterzeichnung geschehen in perfekt abgeglichener, publikumswirksamer Kohärenz und Rasanz, machen den Zuschauer tolerant für Zucker-übergossene Erhöhungen der plakativen Naivität und erfreuen sich ebenso an klassisch-kindlicher Unterhaltung, als auch an erwachsenen, hier vollends frech aufgespielten und irrsinnig-willkürlichen Genre-Ansätzen von Sex, Fluchwörten und Gewalt. Pubertärer Leichtsinn in sympathischer Leidenschaft, traumhaft aufgebaut im Studio Babelsberg, versiert mit klassischen Self-Made-Effekten - von Miniaturbauten und -figuren bis hin zu verkünstelten Matte-Paintings.

Lediglich sobald seine Entsprechung der SS, die Zig-Zags, ihre erbarmungslosen Schädel-Emblems in die Geschichte stecken, gerät eine angebrachte, furchtsame Spannung in die Luft, welche zum Ende hin auch in schmerzvolle Gefahr ausartet und den Film in fortschreitend-anlaufenden Kriegsjahren aufs Trübsinnigste entfärbt. Ansonsten ist die dramaturgische Fallhöhe nur ansatzweise auszumachen. Da es Anderson hierin eher um die luftige Stärke des Stils geht, um seinem fortlaufenden Abenteuer genügend frischen Bubblegum-Wind und Absurditäten zu verleihen, musste die sehnsüchtige Melancholie anderer Werke (siehe u.a. 'DIE TIEFSEETAUCHER' und 'DER FANTASTISCHE MR. FOX') leider weichen - weshalb auch viele Charaktere nur kurz angerissen werden und/oder comichafte Karikaturen darstellen.

Da dieser verklärende, überspitzte Kniff allerdings auch zur Erzählstruktur passt - schließlich lesen wir zusammen mit einem Mädel ein Buch über jenes Hotel, welches von einem Autoren niedergeschrieben wurde, der wiederum den Erinnerungen des alt gewordenen Lobby Boys Zero lauscht; wohlgemerkt alles in einem fiktiven Land, welches allerdings Deutsch als Amtssprache benutzt - und ohnehin mit leichtherziger Verknüpfung & Liebe um Gerechtigkeit und Glück innerhalb einer turbulenten Hatz aus der Rache der Enterbten heraus buhlt, geht das schon voll in Ordnung.

Direkt ins Herz zu schießen, gelingt dem stets eigensinnigen Anderson diesmal leider nicht ganz - weiterentwickeln möchte er sich ja offenbar ohnehin nicht mehr. Aber für einen Autorenfilmer, der schlicht seinem eigenen Herzen folgt, ist er noch immer ein spaßiger Geselle und mit jedem Jahr die stets erfrischende, gelungene Ausnahmeerscheinung - welche die bereits aus seinen anderen Filmen bekannten Stars neben einigen neuen, allerdings ebenso berühmten Gesichtern wie befreite Gastspieler einer Bühneninszenierung vom stets gleichen Ensemble wirken lässt (außer natürlich Fisher Stevens - wie ist der hier reingekommen?).

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Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today

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8.5Ausgezeichnet

Grand Budapest ist eine durchdachte, vielschichtige, visuelle Meisterleistung. Der unnachahmliche Wes Anderson erzählt ein Märchen mit unvergesslichen Charakteren.

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Hannah Pilarczyk: Spiegel Online Hannah Pilarczyk: Spiegel Online

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9.0Herausragend

Bill Murray hält Grand Budapest Hotel für den bisher besten Film von Wes Anderson. Er hat Recht: Die Historienfarce verbindet charmante Charaktere und bezaubernde Kulissen mit politischem Feingefühl.

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B.Spoerri: Neue Zürcher Zeitung B.Spoerri: Neue Zürcher Zeitung

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7.5Sehenswert

Anderson pflastert unseren Weg mit Filmzitaten, inszeniert einen frechen Gefängnisausbruch von Monsieur Gustave und eine Verfolgungsjagd, von der die eine oder andere Volte durchaus als Déjà-vu daherkommt.

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AmyNicholson: L.A. Times AmyNicholson: L.A. Times

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8.0Ausgezeichnet

Grand Budapest Hotel ist Wes Andersons reifster Film und auch sein visuell cleverster. Er ist verspielt ohne sich dafür selbst zu beglückwünschen und trotz seiner Bäckerei-Obsession satt ohne zu übersättigt zu sein.

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Peter Travers: Rolling Stone Peter Travers: Rolling Stone

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9.0Herausragend

Grand Budapest Hotel ist eine filigrane Spielzeugkiste von einem Film [...].

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Owen Gleiberman: Entertainment Weekly Owen Gleiberman: Entertainment Weekly

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8.5Ausgezeichnet

The Grand Budapest Hotel ist ein fabelhafter Apparat, ein Thriller, in dem sich Rädchen innerhalb anderer Rädchen drehen und der pures sauerstoffreiches Kino atmet.

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JesseCataldo: Slant Magazine JesseCataldo: Slant Magazine

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8.5Ausgezeichnet

Wie immer richtet Wes Anderson seine Markenzeichen-Präzision auf die direkte Konfrontation mit dem Chaos und der Verwirrung, die seine liebenswerten Charaktere bedrohen.

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Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de

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8.5Ausgezeichnet

Nach Die Royal Tenenbaums (2002), Die Tiefseetaucher (2005) und Moonrise Kingdom (2012) spielt (Wes Anderson) im gleichen Stil, ebenso exzellent, aber nun politisch das Aufkommen des Faschismus im Hotelgewerbe Osteuropas nach. Ein melancholisches Vergnügen!

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Bettina Friemel: Movie Maze Bettina Friemel: Movie Maze

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9.0Herausragend

Auch dieser Ausflug in eine andere, fantasievolle, aber auch äußerst schräge Welt ist ein absoluter Filmgenuss!

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Patrick Seyboth: epd-film Patrick Seyboth: epd-film

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8.5Ausgezeichnet

Noch mehr als seine vorangegangenen Filme schwelgt Wes Andersons neues Werk in überbordendem Reichtum an Ideen, Figuren und berückenden Bildern. Und es bietet noch etwas mehr als den erwartbaren Trip ins Reich des Skurrilen.

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Stefan Benz: Echo - Online Stefan Benz: Echo - Online

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6.5Ganz gut

Wer diesen Regisseur liebt, der wird auch hier nicht genug kriegen. Für alle anderen muss es ein visueller Zuckerschock sein.

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PhilHeron: DVD-Forum PhilHeron: DVD-Forum

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8.5Ausgezeichnet

Mit The Grand Budapest Hotel ist Wes Anderson ein weiterer großartiger und idiosynkratischer Film gelungen. The Grand Budapest Hotel ist ein Fest für die Augen und überzeugt neben der ausgezeichneten Besetzung mit großartiger Ausstattung und absurdem Humor.

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José Garcia: Textezumfilm

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7.5Sehenswert

Die einzigen Figuren mit durchgängiger Präsenz sind die von Ralph Fiennes und von dem Debütanten Tony Revolori verkörperten Gustave und Zero. Dazu kommt noch Saoirse Ronan als Agatha. Obwohl sich die visuellen Einfälle und die Geschichte selbst im Laufe der Zeit merklich abnutzen, ist es dem gutaufgelegten Trio und dem hohen Erzähltempo zu verdanken, dass der Zuschauer das Geschehen in der skurrilen Welt des Regisseurs Wes Anderson weiterhin gebannt verfolgt. Trotz der Naivität, mit der Lobby-Boy Zero die Geschehnisse schildert, schleichen sich in Wes Andersons Film nicht nur nostalgische Zwischentöne wegen der zu Ende gehenden Epoche ein. Aufgrund des drohenden Zweiten Weltkriegs zieht sich durch seinen Film auch eine resignative Melancholie, die zweifelsohne aus den Werken des Wiener Schriftstellers Stefan Zweig stammt, die Wes Anderson selbst als seine Inspirationsquelle für „Gran Budapest Hotel“ bezeichnet.

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Gabriele Summen: Radio Köln Gabriele Summen: Radio Köln

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8.0Ausgezeichnet

Als Wundermittel gegen fantasieloses Blockbusterkino kann man sich nichts Besseres wünschen als einen Film von Wes Anderson. [...] In Grand Budapest Hotel wird der Bogen ständig überspannt, reißt aber wundersamerweise nie.

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Timo K.: Blockbuster Entertainment

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6.0Ganz gut

Vorerst prototypischer Wes-Anderson-Schwank, hysterisch wie zum Spießrutenlauf, in bizarr-sentimentales, teutonisches Süßigkeitenpapier gewickelt, symmetrisch, hibbelig, noch hibbeliger; schließlich hüpft "Grand Budapest Hotel" nach oben und unten, nach rechts und links, und Szenenabläufe werden von keinen Grenzen mehr behindert, sondern verschlingen und verknüpfen einander in einem Flechtwerk. Wer allerdings gedacht hätte, Anderson ruhe sich auf einem Stil aus, auf den Erfolgen künstlerischer Stagnation, der hat diesen Film nicht gesehen, diesen infantilen, beherzt in Skurrilitäten verknallten Ensemblefilm. Anarchischer war Wes Andersons eigenwilliges Kino der Überdosis vermutlich nicht. Überfallartig kreuzt der Amerikaner Gemälderaubfilm, Gefängnisausbruchsfilm und ein Tableau an Streitkultur über Hotels und Hochwohlgesinnte, die irgendwie alle in einem Boot in die jeweils andere Richtung zu paddeln versuchen. In seiner Bewegungslust, wenn Arme und Beine und Körper vorwärts preschen (aber auch dabei manchmal abgehackt werden), verzeichnet "Grand Budapest Hotel" seinen trashigsten, zugleich aber auch nostalgischsten Gestus: Charlie-Chaplin-Slapstick erweitert Anderson erstmals und montiert mit Hilfe dessen schrägste Playmobil-Verfolgungsjagden, die in einer überkünstelten James-Bond-Schneeactioneinlage zusammenfließen (Blofeld: Zuhälter William Dafoe). "Grand Budapest Hotel" ist hierbei dem logischen Umkehrschluss zufolge eine radikale Steigerung artifizieller Anderson-Unterhaltung, bei der unzählige wohlbekannte, (vereinzelt zu) kurz vorbeischauende Gesichter dazu anwesend sind, die richtigen Schalter (oder Typen) an den richtigen Stellen umzulegen – und loszulegen.

26 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

Punsha

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Das klingt nach einer wunderbaren Sause. Stark seziert. :)


Timo K.

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Ist es auch, danke. Ich hatte hier sehr viel Spaß, an diesem Quietschigen und Überkandidelten, das in jeder neuen Szene überrascht.


smoitzheim: Das Manifest, kino-zeit.de ...

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8.0Ausgezeichnet

[…]Nach MOONRISE KINGDOM hatte ich ein Bisschen auch die Vermutung, dass ich Anderson und seinem Stil schlicht überdrüssig bin. Ich konnte nicht ganz artikulieren, was ich von Anderson erwartete, um mich wieder für seine Filme zu begeistern. GRAND BUDAPEST HOTEL gibt die Antwort: Anderson bleibt sich selbst und seinem Stil treu, wendet diesen allerdings auf ein für ihn neues, unerschlossenes Genre an. Das Ergebnis ist, wenn man so will, die Wes Anderson-Version eines Blockbusters: vielleicht nicht der tiefgängigste Film (welcher Anderson-Film war das schon?), aber dafür umso unterhaltsamer, ja spektakulärer.[…]

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Alle Kritiken (32)


Kommentare (103) — Film: Grand Budapest Hotel


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GlenLantz

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Das Wichtigste vorab: Seht euch diesen Film bitte in der Originalfassung an; anders ist es nicht dasselbe..!
Der Film fängt an mit einer Stimme..-warte die kenne ich doch..Ist das nicht...-Doch das ist er doch..-Jude Law!! Wusst ichs doch. Warte mal..Jude Law?? Cooool. Und Ralph Fiennes. Richtiger Starcast. Das verspricht Talent.
Hey, warte mal..Der Typ von Jurassic Parc..Wie hieß er doch gleich? Jeff Goldblum! BILL MURRAY?? Das wird ja immer besser. Na dann.. Hä?! So langsam kommt es mir vor, als hätte ich Halluzinationen..- Ist das etwa..-EDWARD NORTON?!! *Keuch* Und das.. das ist doch.. oh gott der erinnert mich doch an .. WiLlEM DAfoE?!
Dann kehrte Ruhe ein um die Überraschungsgäste ..bis..OMG Owen Wilson????? *schluchz*.....WAAAAAAAAHHH das ist doch George Clooney. Neeee jetzt gehts aber mit mir durch.. OH GOTT er war es wirklich. Holy Fuck.
Und dann noch deren Leistung. Denn sie stehen nicht nicht nur da..-SONDERN SPIELEN ALLESAMT MEISTERHAFT. Allen voran Ralph Fiennes; dem hätte ich solche Art des Schauspielens gar nicht zugetraut! Und nicht zu vergessen, der Neuling unter all diesen bekannten Gesichtern. Tony Revolori. Ich feier dich Junge. Mach weiter so.
Und das ist noch nicht alles. Dazu kommt noch die einzigartig verwobene Geschichte mit dieser unglaublichen Ironie, ich war Fan von der ersten Minute an. Das lässt sich nicht in Worte fassen. Amazing. Stunning. Fucking Art.
"You see, there are still faint glimmers of civilization left in this barbaric slaughterhouse that was once known as humanity. Indeed that's what we provide in our own modest, humble, insignificant... oh, fuck it."
Ralph Fiennes und seine Flüche. Hahaha unvergesslich.

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jacker

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Bewertung7.0Sehenswert

Vieles was über GRAND BUDAPEST HOTEL gesagt wurde unterschreibe ich voll, manches muss ich auch ein wenig entkräften.

Ich unterschreibe, dass Wes Anderson hier seinen Stil auf eine absolut unnahbares Maß der Perfektion gebracht hat. Dass all die bunten, schrulligen und skurrilen Einfälle, Kulissen, Montagetechniken, Kamerawinkel, Modelle und Kostüme in ihrer strahlenden Existenz irgendwo zwischen Puppenhäuschen, YPS-Heft und absurdem Theater einlullen, begeistern und auch mitreißen. Dass GRAND BUDAPEST HOTEL eben ein toller Film ist.

Was ein wenig übertrieben (oder vielleicht für Anderson ein gänzlich falscher Ansatz ist), sind die ab und an aufkommenden Behauptungen, seine Figuren wären ihm völlig egal. Das ist nicht der Fall. Ganz sicher nicht. Anderson pflegt eine Art Filme zu machen, die die Figuren nun mal nicht nur über ihr Inneres, sondern auch über die elementare Integration in ihr Umfeld und die Interaktion mit diesem formt und gedeihen lässt. Und auch hier hat er wirklich in jedes Frame (und eben auch in jede Figur) viel Liebe einfließen lassen - das merkt man und das amüsiert über weite Strecken wirklich sehr.

Doch woher dieser Vorwurf kommt, das ist mir klar, denn das Fundament dieser Kritik teile ich ein wenig. Charmant, skurril, ulkig, abgedreht - die Liste der treffenden Beschreibungen könnte lang werden und doch (und das ist das einzige, wenn auch nicht gerade unwichtige Problem dieses Films), obwohl es konstant versucht sich seinen Platz in der Reihe zu erkämpfen, fehlt ein entscheidendes Adjektiv: berührend.

Nach dem Kinobesuch habe ich eine Weile gegrübelt, was ich da nun gesehen habe. Das Fazit ist wie folgt: Einen Film voller Ideenreichtum und spielerischer Freude, der mich zum Lachen gebracht und teilweise den starken Willen, wie ein begeistertes Kind, zu jubeln und applaudieren geweckt hat... und doch bei all diesem Lob eben EMOTIONAL unerwartet wenig abgeholt hat. Nicht auf die Art und Weise, wie MOONRISE KINGDOM es geschafft hat. Oder THE LIFE AQUATIC. Mich nicht dahinschmelzen und in den Bildern und Momenten verlieren lassen hat. Ich würde (und werde) diesen Film jederzeit wieder schauen und hoffen, dass auch diese Barriere bricht. Und sollte das nicht passieren, bleibt dennoch ein lockerer, audiovisuell beeindruckend kreativer Film, der eben "nur" eine Menge Spaß macht.

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jacker

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@ Bubo: Viel Spaß, ich halte die Augen nach deiner Meinung offen!
@ tee: wir haben den scheinbar sehr ähnlich empfunden. Ich würde den auch uneingeschränkt empfehlen und hab ihn sehr gemocht, aber er hätte ruhig noch mehr in mir auslösen können..


ready2fall

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Die Figuren (passendes Wort) bleiben immer Mittel zum Zweck, mögen sie noch so viel von außen geformt werden, ich wundere mich wie man das anders empfinden kann. Ist aber ja auch nicht weiter schlimm, der Film kann ja trotzdem gefallen.


philipp.warnke

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein wunderbar skuriller, bunter und einfach nur abgedrehter Wes Anderson.
Die Charaktere sind mit so viel Liebe zum Detail konzipiert, dass es schon fast zu schade, dass viele Figuren einfach nur durch das Bild huschen.
Der fabelhafte Cast gibt sein Bestes um nicht gegen die grandiose Wes Anderson typische Optik des Films zu verlieren. Diese Puppenhaus ähnliche Ästhetik liebe ich genauso, wie der überschwängliche Einsatz von knallbunten Sets in denen ich es keine 5 Minuten aushalten würde (Den knallroten Fahrstuhl würde ich nie benutzen).

Das einzige was man dem Film vorhalten könnte ist, dass er ZU VIELE STARS hat.
Jude Law, Tom Wilkinson, Jason Schwartzman, Owen Wilson und Bill Murray sind nur einige, die viel mehr Screen Time verdient hätten.
Aber nichts desto trotz hatte ich einen riesen Spaß in dem Grand Budapest Hotel, da es auch einfach so turbulent war.
Wie Willem Dafoe einfach die Katze aus dem Fenster geworfen hat...herrlich.

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Spike1990

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein morbides, wundersames Märchen mit surrealen Schauplätzen. Ralph Fiennes zeigt hier alle Facetten seiner Schauspielkunst und beweist, dass er einfach alles spielen kann.

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alter.native

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Phanstastisch ist sicher die treffendste Beschreibung diese Films!
Und im Gegensatz zu Allen und Jarmusch die entweder im mitternächtlichen Paris die europäische Denkergarde aufmarschieren oder unsterbliche Vampire von ihren Gesprächen mit den europäischen Geistesgrößen vordergründig schwärmen ließen, ist das hier die gelungendste und mit den grellsten Bildern stillste Huldigung an eine "Welt von gestern", die Stefan Zweig im gleichnamigen Buch so eindrücklich beschrieb. Verpackt in eine lustig, skurril, spannende Handlung, was will man mehr!

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Hartmut Wastian

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Bewertung5.0Geht so

Schöne Bilder, nette Inszenierng, aber ziemlich sinnlose Story, die an den wenigen Stellen, wo es interessant werden könnte, abbricht oder durch die Stimme aus dem off weitererzählt wird. Ganz witzig die tributes an andere Filme (Bond, Hitchcock etc.), aber viel zu gewollt "flippig", um wirklich zu berühren.

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LIONS

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein wirklich wunderschöner Film von Wes Anderson mit vielen skurrilen und schrägen Bildern zugleich. Im Kino habe ich mich zurückgelehnt und es einfach nur genossen. All die Szenen wurden wunderbar gedreht. Einige Momente werden in richtig schöner, ja gerade in künstlicher Art gezeigt. Die Geschichte ist einfach unterhaltsam und bietet genug um daran Gefallen zu finden. Was mir auch richtig gefiehl waren die ganzen kleinen, netten Details auf welche man im Film immer richtig schön achtete. Auch die Schauspieler sind alle tadellos, vor allem Fiennes hat es mir hier wieder angetan ;D Seine Figur wurde richtig gut im Film geschrieben, überhaupt dieses ganze Staresemble zu sehen war einfach toll. Anderson weiß sie alle immer richtig einzusetzen. Norton z. B. hat mich als Inspektor immer mal zum Schmunzeln bringen können. Dafoe in seiner Psychorolle war grandios (gerade die Boxszene war sehr witzig gewesen), und auch Brody als Widersacher hat hier spaß gemacht. Und Jeff Goldblum ist es immer wert sich einen Film anzusehen und passte prima zu seiner Rolle.
Auch Schauspieler wie Jude Law, Bill Murray, Mathieu Amalric, Owen Wilson und Jason Schwartzman sind zu sehen (manche nicht so kurz, manche nur kurz). Von Murray hätte ich jedoch gern etwas mehr gesehen. Trotzdem hat es sehr spaß gemacht.
Fiennes als Hotelier hat hier jedenfalls wie die Faust aufs Auge gepasst. Er hat immer so seine Momente durch seine schräge Präsenz und Persönlichkeit, und sein junger Partner (gespielt vom noch eher unbekannten Tony Revolori) hat sich seiner Rolle bestens anpassen können.Was kann man eigentlich zu solch ein Film mit so vielem, hübschen Bildern noch viel mehr weiter sagen? Es war einfach wundeschön und der Abend hat sich dadurch mit aller größter Sicherheit gelohnt. Man ist entzückt wenn man solch meisterwerkliche Bilder hier und da sieht und es verleiht den Film dazu mehr seines schönen Flairs.

Weiter so Mr. Anderson! Wenn er in Zukunft seiner Linie treu bleibt und dieses schöne Flair in seinen nächsten Filmen fortsetzt rangiert er sich mehr und mehr zu meinen Lieblingsregisseuren hoch ;D

Um Grand Budapest Hotel alles in einem schlussendlich in ein Wort zusammenfassen zu können: MÄRCHENHAFT!

All die Erwartungen die man hier hatte bekommt man geboten und man wird so nicht enttäuscht. 8.5 Punkte!

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LIONS

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Sehe ich auch so. Anderson schafft es immer so viele Stars für seine Werke zu verpflichten. Auch ein Grund warum ich Wes so sehr schätze.


MrDurden

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War mein erster Anderson, mal gucken, ob und wann ich die anderen zu sehen bekomme, bin gespannt!


Fuzzyh3ad

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Bewertung7.0Sehenswert

Extrem skurill. Ich wurde sehr gut unterhalten. Viele urkomische Szenen. Aber zwischendurch etwas einschläfernd, daher leider Punktabzug...

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Ronjabonjamonja

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Mein erster WES ANDERSON.
Und ich finde ihn so gut.
Ich will mich gar nicht so lange über das Bild auslassen wie ich sollte... Ach doch, ich mach's:
Vielleicht habe ich was verpasst, aber ich erinnere mich nicht daran jemals etwas Vergleichbares gesehen zu haben und ganz tief in mir drin ist irgendein Ordnungsfutzi jetzt zutiefst befriedigt, da jede Aufnahme im GBH einfach wunderschön in Szene gesetzt wurde. Würd ich mir so an die Wand hängen.
Der ganze Film erinnert ein wenig an ein Bilderbuch. Eine Geschichte, in einer Geschichte, in einem Buch, in einem Film. Stimmt das? Auf jeden Fall stecken wir ganz tief drin und es ist wunderbar!

Was die Kamera macht und welch Choreographie der ganze Film zudem auch noch ist, ließ mich nicht weniger staunen UND DAZU AUCH NOCH eine klasse Geschichte mit wunderbaren Charakteren. Ralph Finnes Rolle des M. Gustave hab ich genauso schnell in mein Herz geschlossen,wie es sicherlich beabsichtigt war.
Und Zéro: ich will ja nicht sagen, wer diesen Bub nicht in sein Herz schließt, hat gar keines, aber es juckt mir in den Fingern!
Tilda Swinton: Ah! Fabelhaft. Wirklich.
etc etc
Die Maske, die Kostüme, die Idee, das Drehbuch, die Besetzung, die Kamera, all das war für mich einfach wie ein wunderbarer Traum.

Allein schon, weil ich kein einziges Mal dachte: Das ist ein echt klasse Bild, aber Gegenstand X überschneidet sich dann doch etwas mit Y und das ganze is irgendwie nicht mehr so richtig.
Von vorne bis hinten inszeniert und zurechtgelegt; aber mit welcher Liebe!
Ich bin froh, dass ich endlich mal einen Anderson gesehen habe. Und ich kann es jedem nur wärmsten ans Herz legen.

Das GBH erinnert mich ein wenig an eine Geschichte, die man einem Kind erzählt, mit diesen phantastischen Bildern fühlte ich mich zumindest wieder komplett in eine Zeit zurück versetzt als unendlich lange Leitern noch ein richtig guter Witz waren. Und ganz ehrlich: Das sind sie immer noch!
[Ich glaube, ich hab vergessen zu erwähnen, dass dies mit Abstand der schönste Humor in einem Film ist, den ich seit langem gesehen habe. Was schöner Humor ist? DIESER FILM]

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SebastianK

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dein erster Wes Anderson? Das hätte ich jetzt aber nicht gedacht ;) Dann hast du ja noch einige Perlen vor dir!


Ronjabonjamonja

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Das Beste kommt zum Schluss? :D


WhatTheFudge

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Welch schöner Film! Wie gewohnt sehr subtil in allen Belangen, sei es Witz oder Pathos. Absolut unaufdringliche, fast schon versteckt liebevolle Huldigungen an Situationskomik und Augenzwinkern. Ein schnelles Pacing, das (zumindest bei mir) bewirkt, dass es nie langweilig wird. Skurriler Plot, der aber nie zu dick aufträgt. Zahlreiche Musen Andersons dabei, ich glaube dieses mal wird wirklich jede/r einzele aufgefahren. Ralph Fieness so wie den Lobby Boy fand ich großartig, außerdem hat mir Adrien Brody in der Szenerie sehr gut gefallen Alles untermauert von Wes Andersons bemerkenswert kreativer, wie immer treffsicherer und einfach SCHÖNER, erfrischender Graphik; >>außerordentlich stilvolles Kino<< möchte ich Wes Anderson fast schon hashtaggen. Hab mich wirklich sehr gut amüsiert. All hail Wes Anderson //Einziges Manko fand ich den "Don't flirt with her" - Running Gag. Der schien mir aus irgendeiner schnellebigen, ätzenden Beziehungskomödie verirrt.

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Dual

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Bewertung9.0Herausragend

Ab heute trägt Dual einen gemalten Oberlippenbart...

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Lydia Huxley

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Hehe^^ Ich kann's mir bildlich vorstellen :D Schön, dass dir der Film auch gefallen hat!


jennifer-hagen

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Bewertung3.5Schwach

Hand auf's Herz - dies war mitnichten ein witziger Film! Wes Andersons spezielles Talent, verschrobene aber liebevolle Nerds zu porträtieren (gelungen bspw. in "Rushmore"), kam in "Grand Budapest Hotel" bedauerlicherweise an seine Grenzen. Vor allem die quantitative Überfrachtung alternder, verbrauchter, amerikanischer Hollywoodgesichter in eine anachronistische, osteuropäische Stefan Zweig Kulisse tat ihr übriges, um die ganze Unstimmigkeit des Films deutlich zutage treten zu lassen. Das kommt davon, wenn pflichteifrige Regisseure einen auf großes, europäisches Kulturkino machen wollen aber gleichzeitig zahlreichen "Celebrities" einen Gefälligkeitsdienst in ihrer Besetzung erweisen müssen. Die nicht enden wollenden, sogenannten "Gags" waren mehr als flau, eine Storyline ließ sich unmöglich identifizieren, außerdem wirkte die episodische Unterteilung in mehrere Kapitel konfus und regelrecht zerfasert. Die Charaktere - allen voran Ralph Fiennes mittelmäßige Performance des tuntigen "M. Gustave" und Tony Revoloris Interpretation des Lobbyboys Zero, der wie sein Name gleichermaßen "zero" in Ausdruck und Esprit war - bestachen in etwa wie die dritten oder vierten Geigen in einem ansonsten mannigfaltigen Konzertreigen. Trotz der abwechslungsreichen Sprünge in der Geschichte kamen am Ende lauter Hollywooderzählklischees heraus wie etwa die, dass ein Mann zu Unrecht beschuldigt ins Gefängnis muss, einen fulminanten Ausbruch hinlegt und fortan auf der Flucht vor einem gemeingefährlichen Killer ist etc. etc. Einfallsloses Bubenkino - Gähn - Langweilig! Zudem wirkten die auf lustig gemachten Analogien zum Dritten Reich, wie die Umbenennung der SS zu ZZ oder das Aufbegehren M. Gustaves gegen die militärischen Obrigkeiten wie ein längst abgestandener, fader Humanitätsbrei, der in seiner unhistorischen, amerikanischen Erzählart nicht aufgesetzter und deplatzierter sein könnte. Einziger Pluspunkt sind wahrlich die schönen Requisiten - Görliwood macht's möglich - aber trotz der hinreißenden Architektur und bestechenden Farbenvielfalt; am Ende bleibt doch nur ein extrem buntes Wirrwar als schaler Eindruck zurück. Sicher sollte man diese Form des Autorenkinos nicht zu ernst nehmen, war Wes Anderson bisher auch für eher seichte Unterhaltung bekannnt. Aber durch den Versuch, einen auf pseudo "deep" zu machen haben wir hier wieder einen Streifen mehr auf dem Friedhof der überschätzten Filme.

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ezemeze

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Seit dem letzten FähnleinFieselSchweif-Film von Anderson hab ich echt keinen Bock mehr, mir diesen "cineastischen" Zuckerbäckerstil zu geben. Danke für deinen Kommentar, der wirklich auf dem Punkt beschreibt, was Andersons Schwächen sind! Jetzt kann ich mir es sparen, mich 2 Stunden durchs Kino zu langweilen.


RoosterCogburn

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Kein witziger Film? Merkwürdig. Der ganze Kinosaal hat sich köstlich amüsiert. Das war gestern in der ausverkauften Vorstellung mehrfach zu hören.


StevenG

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ungalublich schöner Film, lustig wie die Schauspieler immer mal wieder auf deutsch sprechen :)

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JupiterKallisto

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Bewertung9.5Herausragend

Ich habe eine Komödie erwartet die anders ist als alles, was ich bis jetzt kenne – und wurde nicht im mindesten enttäuscht! The Grand Budapest Hotel ist schräg, und das ganz gewaltig. Der Film ist zu einem grossen Teil im 4:3 Format gedreht, was doch auch seinen Charme hat. Die Geschichte ist endlich wiedermal etwas neues und lässt absolut keine Fettnäpfchen und Lacher aus – im wahrsten Sinne des Wortes, denn in den knapp 100 Minuten brachte ich den Mund vor lauter Lachen praktisch nicht zu. Die Schauspieler sind in ihren Rollen grandios und verkörpern die skurrile Welt des Grand Budapest perfekt. Allen voran Ralph Fiennes und Tony Revolori ergeben als Gustave H. und Lobby Boy “Zero” ein wunderbares Duo. Die Bildeffekte sind absichtlich etwas offensichtlicher gedreht worden und steuern so zum Gesamtbild des Filmes einiges hinzu. Alles in allem ist ‘The Grand Budapest Hotel’ bereits jetzt eines meiner Highlights des doch noch ziemlich jungen Kinojahres 2014 und eine absolute Empfehlung für alle, die gerne ihre Lachmuskeln einem harten Training aussetzen wollen.

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Proloff

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Wes Anderson erzählt eigentlich immer die gleiche Geschichte über eine seltsame Vaterfigur. Aber ich häng auch jedesmal gebannt an seinen Lippen und da ist Grand Budapest Hotel keine Ausnahme. Jede Einstellung ist wie ein Gemälde und ich habe mich vor Lachen nur schwer wieder einkriegen können. Doch was ich an Wes Andersons Filmen am meisten liebe ist jedesmal das Ende. Das Happy End ist eben nur ein Teilsieg und kein römischer Triumph, denn der Preis für das Überleben, für das Glück, für die Liebe oder die Freiheit ist verdammt hoch ... und das jedesmal.

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jurassicnerd

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Bewertung9.5Herausragend

Schräg, schrill, schnell, Wes Anderson: der etwas andere Regisseur. Coole Orte auf hohen Bergspitzen, Bekannte Schauspieler, die ihre Rollen sympatisch spielen und eine Krimigeschichte machen den Film echt sehenswert. Teilweise witzige Dialoge und skurrile Momente machen ihn zu einem super unterhaltsamen Film für Jung und Alt.

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Tobias

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Bewertung9.0Herausragend

Irgendwie wird Wes Anderson für mich immer mehr zu einer Art Leinwand-Hergé und seine Filme werden immer Tim&Struppiesker. In a good way. "The Grand Budapest Hotel" fühlt sich für mich an wie die gelungene filmische Umsetzung eines "Zigarren des Pharao": herrlich kosmopolitische Abenteuergeschichte, verwunschene exotische Schauplätze, wunderbar kauzige und überzeichnete Charaktere. Das ganze wunderlich altmodisch staubig und gleichzeitig neumodisch radikal inszeniert.

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strangelet

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Bewertung9.5Herausragend

Ich bin ja einer der sehr, sehr wenigen Wes-Anderson-Fans, die "Die Tiefseetaucher" für sein allergrößtes Werk halten, also mag meine Einschätzung hier nicht ganz massentauglich sein, aber bittesehr: Hier ist der Meister fast in Bestform. Zu den gewohnt perfekten, bunten, märchenhaften Bildern gesellt sich zwar im "Grand Budapest Hotel" nur eine vergleichsweise mäßig abgefahrene Bande von Figuren, dafür werden wir mit exquisiten Dialogen und einem kunstfertig gestrickten Krimi-Plot verwöhnt. Feine Sache!

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jollyroger

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Bin kein Anderson Fan und finde "Die Tiefseetaucher" auch seinen Besten.:)


strangelet

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:)

Ist ja halt einfach auch mit Abstand der Witzigste!


david.kind.161

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Bewertung10.0Herausragend

für mich die riesen überraschung des noch jungen kinojahres. melankoliker wes anderson zeigt in seiner star besetzten hommage an das literarische alte europa viel humor und eine menge fingerspitzengefühl. aber da ist noch mehr: zum ersten mal beweist anderson für mich hier, dass mehr in ihm steckt als die verprechungen die seine alten filme zwar weckten - aber nie ganz erfüllen konnten. das rasch wechselnde erzähltempo, die vielen literarischen und filmischen zitate, der mal laute und mal leise humor, das feine zusammenspiel all dieser ebenen und die superbe führung der schauspieler - all dies fügt sich in "grand budapest hotel" zum ersten mal nicht nur perfekt zusammen; anderson versteht es sogar dem ganzen die krone aufzusetzen: alles was er zeigt ist vergangen und sich seiner vergänglichkeit stets bewusst. die zeit nagt an allem, auch an der veränderung und was sie fängt, ist nur der traum, nur die fiktion des films. eine mitreißendere, interessantere und bewegendere hommage an das kino bzw dessen reflexion ist in den letzen jahren nicht zu sehen gewesen. ganz im sinne von stefan zweig, dem anderson seinen film widmet: "wozu lebt man, wenn der wind hinter unserm schuh schon die letzte spur von uns wegträgt?"

"the grand budapest hotel" ist wes andersons erstes meisterwerk.

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lieber_tee

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Bewertung7.0Sehenswert

Wes Andersons Grand Budapest Hotel ist eine bunte Bonbontüte aus nostalgisch überhöhter, europäischer (Kunst-/Literatur) Geschichte und popkulturellen Genre-Film-Bezügen. Umwickelt mit geschliffener, pointierter Verbal-Akrobatik. Die überbordenden Stil-Putzigkeiten verspinnen sich in detail-fetischiertes Kostüm- und Ausstattungskino, lakonisch-humorvoll, mit ein wenig Melancholie erzählt.
Das ist alles großartig, ein Hingucker auf hohem Niveau.
Aber.
So langsam beschleicht mich das Gefühl, das der Meister des verschroben-schrulligen Kunstkinos beim künstlerischen Stillstand angekommen ist, seinen prägnanten Stil lediglich perfektioniert. Irgendwann war ich von dieser Überdosis an zwanghaften Manierismen gesättigt. Das funktionale, vertikale und horizontale Herumgeschiebe von unnahbaren Schachbrettfiguren und die bis im hintersten Winkel ausgestellte Schauspiel-Prominenz wirkten wie Anordnungen in einem aseptischen Schaukasten. Ich wollte nicht weiter mittellinien-gespiegelte Bildkompositionen betrachten, in einem banalen Erbschaftskrimi, der wenig clever erzählt ist.
Wes Anderson rennt hinter seinem Publikum und Kritikern hinterher, bedient nerdige Arthaus-Fetischisten, die so auch mal über plumpen Slapstick lachen dürfen.
Zu dieser Zielgruppe gehöre ich scheinbar auch, denn ich habe herzhaft mit-gelacht.

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RoosterCogburn

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Habe den Film gestern in einer ausverkauften Vorstellung angesehen. Ich finde, im Gegensatz zu "Moonrise Kingdom" war hier die Verpackung um einiges besser. Stilistisch das besste was ich von Anderson bisher kenne. Sein Film besticht nicht nur durch Filmreferenzen, er dreht seine Geschichte auch in der Erscheinungsform, wie es zu der jeweiligen Handlungszeit üblich ist. Er wechselt die Seitenverhältnisse von anfangs 1,85:1 zu Cinemascope [2,35:1] zu 1,33:1 und wieder zurück. Auch das er der kompletten Stummfilmzeit quasi einen Hofknicks macht, ist mir aufgefallen. Z.B. werden alle Actioneinlagen schneller abgespielt als aufgenommen, wie es schon Chaplin machte. - Man hätte aus der Story mehr machen können, aber das hätte im Gesamtpaket nicht gepasst. Wie simpel ist denn eigentlich die Story von Slapstick-Klassikern wie "The Kid" oder "The Circus"?!


lieber_tee

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Formal ist der Film überwältigend, seine kulturgeschichtlichen Bezüge enorm. Jedes Bild hat einen tieferen Verweis. Klar, beeindruckend...So durchdacht und exakt das ich mich übersättigt gefühlt habe. "Moonrise" war herzlicher, kleiner, liebevoller, finde ich. Vielleicht habe ich mir den Manierismus des Hr. Andersons einfach nur Leid gesehen.



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