Das Haus der Lady Alquist

Gaslight (1944), US
Laufzeit 114 Minuten, FSK 12, Thriller, Drama

6.4 Kritiker
8 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.1 Community
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5 Kommentare
Das Haus der Lady Alquist - Bild 5633349
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von George Cukor, mit Charles Boyer und Ingrid Bergman

Die Lampen flackern und werden dunkler. Durch die Zimmerdecke sind Schritte auf dem fest verschlossenen Dachboden zu hören. Nur die zartbesaitete junge Paula nimmt diese geheimnisvollen Vorgänge wahr – sie muss deshalb fürchten, dass sie langsam ihren Verstand verliert. Und genau darauf spekuliert ihr heimtückischer Ehemann Gregory…


Cast & Crew


Kommentare (5) — Film: Das Haus der Lady Alquist

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hoffman587

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Gaslight

"Das Haus der Lady Alquist" ist düster, spannend und schließlich auch ein Film George Cukor aus dem Jahre 1944, nach dem gleichnamigen Theatherstück "Gaslight" von Patrick Hamilton.

Die Story hört sich recht altbekannt, Spuk und Grusel denkt man zuerst, doch es steckt mehr in der Geschichte Betrug, Täuschung, Vertrauen, Manipulation, Verwirrung und Angst sind die Grundelemente dieses feinen Films: England im viktorianischen Zeitalter: Dort zieht Paula Alquist mit dem ihrem, frischen Ehemann, dem Pianisten Gregory in die geerbte Villa ihrer bereits gestorbenen Tante. Doch dort fragt sie sich bald, ob es in dem Gemäuer spukt oder ob sie langsam wahnsinnig wird.

Als Paula Alquist darf Ingrid Bergman eine phänomenale Leistung abliefern, für die sie übrigens auch ihren ersten Oscar gewann, sie spielt ihre Rolle genial, sie vermittelt perfekt die Angst und die Verzweiflung ihrer Rolle, die selbst nicht mehr weiß, was Wahrheit und Illusion ist und so anscheinend immer mehr dem Wahn verfällt. Neben ihr erbringt auch Charles Boyer als ihr anfangs ach so liebevoller und freundlicher Ehemann Gregory eine grandiose Leistung und letztlich überzeugt auch Joseph Cotton als der Scotland-Yard-Agent Brian Cameron.

Weiterhin ist die Regie einfach gesagt ausgezeichnet, zwar wird das Ganze recht gemächlich erzählt, dafür aber um so schauriger mit flackernder Gaslichtern und so weiter, aber doch vielleicht für die heutige Zeit etwas ruhig und unspektakulär, ich mochte das, ist dennoch nicht jedermanns Sache, trotzdem muss ich zugeben, dass für mich auch einige, kleine Längen entstanden.
Zusätzlich kann man die Kameraführung als virtuos bezeichnen, die Bilder mögen zwar schon etwas angestaubt sein, das hat aber, wie immer, einen sehr schön altmodischen(im positiven Sinne) Charme, vernebelt, gruselig, düster und exquisit ausgestattet, so kann man sie wohl am besten beschreiben.

Dann wären da selbstverständlich noch die Charaktere, die meiner Meinung nach hervorragend gezeichnet wurden, es ist alles anders als es am Anfang scheint, so das altbewährte Prinzip, zudem wurden sie noch mit der nötigen Tiefe versehen und die Dialoge passen auch und wurden insgesamt sehr gut geschrieben.
Dazu kommt noch eine brillante musikalische Untermalung, die geschickt eingesetzt wird, sodass sie doch meistens sehr spannungsfördernd ist.

Zum Schluss kann ich dann nur noch sagen, dass "Das Haus der Lady Alquist" ein meisterhaftes und schauriges Filmstück mit tollen Darstellern ist.

16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten

hoffman587

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Nö, du solltest den wirklich wiederholen, ein toller Film;D


Timo K.

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Okay, wird gemacht.


Tina Scheidt

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Bewertung9.0Herausragend

Ingrid Bergmann (Paula) lernt in Italien in sommerleichter Laune ihren späteren Ehemann Charles Boyer kennen, der sie in einer wahren Blitzhochzeit an sich bindet und mit entwaffnendem Charme dazu bewegt, eigentlich gegen ihren Willen nach London ins Haus der ermordeten Tante, Lady Alquist, zu ziehen.
So weit, so gut.
Doch in London beginnt allmählich der Alptraum für Paula, die von ihrem Ehemann manipuliert und isoliert wird. Sein wahres Gesicht versteht er geschickt zu verbergen und seine Frau vor dem Personal (besonders dem Dienstmädchen Angela Lansbury, welches er nach und nach eigentlich zu "seiner" Angestellten macht), den Freunden und Bekannten als fast schon wahnsinnig zu "präsentieren".
Paula wird durch flackerndes Licht, Schritte und Geräusche vom Dachboden wie auch (durch ihren Ehemann arrangiert) angeblich von ihr selbst verlegte oder vergessene Dinge nach und nach wirklich verrückt gemacht.
Joseph Cotten wird dann der Retter aus höchster Not, der als Einziger an Paulas geistige Gesundheit glaubt und durch seine Tatkraft einen weiteren Mord von Charles Boyer (er ermordete vor Jahren Paulas Tante Lady Alquist) sowieso seinen Raub der Juwelen der Lady Alquist verhindert und mit Paulas Zuneigung "belohnt" wird (was aber durchaus nicht kitschig gespielt wird!).
Alle 3 liefern hier Glanzleistungen ab. Jedes Mal wenn ich diesen Film sehe, zittere und bange ich mit Paula.
Die Oscars waren in der Tat verdient vergeben. Schade nur, dass dieser Film nicht öfter gezeigt wird!

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cannibal83

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Bewertung9.0Herausragend

Ein im (wahrsten Sinne) wahnsinnig gut gespielter Thriller. Besonders die Figur "Paula" durchläuft in diesem Film so ziemlich alle Emotionen menschlichen Daseins, Ingrid Bergman meistert diese Aufgabe jedoch mit Bravour und liefert zwischen Wahnsinn und Realität eine der beeindruckendsten schauspielerischen Leistungen ab, die ich je gesehen habe.

Ihr Ehemann Charles Boyer dagegen braucht den ganzen Film nur 2 Gesichtsausdrücke: Schmieriges Lächeln und finsterer, leerer Blick. Trotz dieser Minimal-Mimik spielt Boyer mit teils erschreckender Authentizität, dessen Ausstrahlung sich auch nicht vor anderen überragenden Bad-Guy-Darstellungen des Kinos wie z.B. Perkins in "Psycho", verstecken braucht. Immer erwähnenswert ist auch Joseph Cotten der wie schon in "Der Dritte Mann" ordentlich am "Schnüffeln" ist und mit seinen Auftritten, für Abwechslung im ansonsten Bergman und Boyer dominierten - Plot sorgt.

Letzterer ist glaubhaft erzählt,dramaturgisch perfekt und einfach stets spannend. "Das Haus der Lady Alquist" funktioniert von der ersten Minute an, egal ob Bergman und Boyer noch glücklich auf Wolke 7 schweben oder die Ehefrau zur Gefangenen im eigenen Hause mutiert, es liegt immer eine "Irgendwas stimmt hier nicht - Spannung" vor.

Unterm Strich: Sensationell, und allein schon wegen der Bergman sehenswert. Ein Film der 2 Oscars gewonnen hat, sollte zwar eigentlich nicht als Geheimtipp gelten, aufgrund seines Alters, passt dieses Prädikat hier aber wohl.

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Bennilein

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Bewertung9.0Herausragend

Schade, dass es heute kein Gaslicht mehr gibt. Wie gern würde ich mich in die Irre flackern lassen, nur um am Ende dann zeigen zu können, wie sehr ich meinem Gegenüber überlegen bin. Aber ich bin ja gar nicht überlegen... Welches Messer? Ich bin doch verrückt...

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Darbon

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ingrid Bergman macht hier in einer edlen Gothic Tale grandios mit irrem Blick und offenem Mund auf debil: In einer 'Machination diabolique' ist sie einem fiesen Charmeur (Charles Boyer chargiert so richtig schlimm à la Gründgens) ausgeliefert.

Die wundersame wie wunderbare Moritat um eine vom bösen Mörder in den Wahnsinn getriebene traumatisierte Labile wirkt über das erste Drittel wie ein Kasperltheater (unentwegt: Pass auf, Kasper, pass auf!), dem allerdings zum vergnüglichen Ausgleich die für diese Rolle Oscar-nominierte 19jährige Angela Lansbury als unsittliches Hausmädchen Nancy (sprich: wie die französische Stadt), Nachbarin Dame May Whitty mit ihren Digi-Keksen und Barbara Everest als schwerhörige Köchin Elizabeth pures Leben einhauchen.

Mit dem warmherzigen Joseph Cotten als Deus ex machina gibt's nach all dem bösen Spuk eine herbeigesehnte Wohlfühl-Gänsehaut. Und wenn die wahnsinnige Ingrid Bergman das wahnsinnige Finale wahnsinnig an sich reißen darf und als Irre das Messer partout nicht finden kann, jubeln wir wie begeisterte Kinder: Grandiose Vorstellung von Ingrid Bergman (sprich: Berchemahn)!

Ja, absolut empfehlenswert: für uns Kino-Kinder, die sich angesichts dieses Films mit aufgerissenen Augen ein wenig hinterm Sofa verkriechen, ist dieses Juwel ebenso geeignet wie für kunstliebende Kriminostalgiker. Und unseren Kindern reichen wir dazu eine zünftige Packung Digi-Kekse!

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