Zu Listen hinzufügen

Der Gott des Gemetzels

Carnage (2011), DE/FR/PL Laufzeit 80 Minuten, FSK 12, Drama, Komödie, Kinostart 24.11.2011


Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
7.3
Kritiker
47 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.6
Community
10281 Bewertungen
369 Kommentare
admin image admin trailer admin edit edit group memberships sweep cache Moviemaster:Movie

von Roman Polanski, mit Kate Winslet und Christoph Waltz

Roman Polanski zeigt in Der Gott des Gemetzels ein eher schlechtes Beispiel von elterlicher Vorbildfunktion am Beispiel zweier Familien.

Kinder, streitet euch nicht, nehmt euch lieber ein gutes Beispiel an euren Eltern! Auch wenn der martialische Titel Der Gott des Gemetzels zunächst für Irritationen sorgen mag, so findet er im Laufe des Films seine Berechtigung, denn die Erwachsenen geben fürwahr eher ein schlechtes Beispiel in Deeskalation ab. Die Eltern sind: Nancy (Kate Winslet) und Alan Cowan (Christoph Waltz) und Penelope (Jodie Foster) und Michael Longstreet (John C. Reilly). Die beiden Elternpaare treffen sich des Abends, um sich in zivilisierter Weise zusammenzusetzen und den Streit ihrer beider Söhne zu schlichten. Doch die friedliche Atmosphäre täuscht, die Fassade der bürgerlichen Konventionen bröckelt zusehends, und nachdem der Gott des Gemetzels erst einmal entfesselt ist, entblößen die Vier ihre wahre Natur und offenbaren ihre Kleingeistigkeit und ihre Ängste in kindischem Gebaren. Ganz so, wie man es von Erwachsenen erwartet.

Hintergrund & Infos zu Der Gott des Gemetzels
Der Gott des Gemetzels basiert auf dem französischen Bühnenstück von Yasmina Reza Le Dieu du Carnage. Bevor sich Roman Polanski seiner annahm, wurde Gott des Gemetzels zunächst u.a. mit Isabelle Huppert inszeniert und auch die Broadway-Adaption konnte mit namhaften Schauspielern wie Jeff Daniels, Hope Davis, James Gandolfini und Marcia Gay Harden aufwarten. Das Ensemble gewann konsequenterweise 2009 den Tony Award. Der Erfolg auf der Bühne bereitete den Weg für die filmische Umsetzung des kammerspielartigen Dramas. Mit Roman Polanski fand sich schließlich auch ein Regisseur, der den Stoff in kongenialer Weise in Szene zu setzen wusste. Und so ging der Erfolg von der Gott des Gemetzels (OT: Carnage) in die nächste Runde: Bei den Filmfestspielen in Venedig 2011 gewann die schwarze Komödie den Kleinen Goldenen Löwen. Damit sind die Weichen für die kommenden Oscars gelegt. Preiset den Gott des Gemetzels! (EM)

  • 37795279001_1118456875001_ari-origin06-arc-133-1313777789239
  • 37795279001_1454629662001_th-1454623798001
  • Der Gott des Gemetzels - Bild 6028107
  • Der Gott des Gemetzels - Bild 6028093
  • Der Gott des Gemetzels - Bild 6028079

Mehr Bilder (32) und Videos (11) zu Der Gott des Gemetzels


Cast & Crew


Kritiken (30) — Film: Der Gott des Gemetzels

Movienerd: Movienerd.de Movienerd: Movienerd.de

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

Tatsächlich lebt der Film vom stark akzentuierten „Spiel“: Wie auf einem Schachbrett stehen die Personenkonstellationen zunächst fest auf ihren Positionen, bis sich die erste Figur verschiebt und einer anderen nähert – das Figurengeflecht gerät ins Wanken. Die Dynamik und Komik, die daraus entsteht, wird von den wandelbaren Darstellern exzellent umgesetzt. Und wenn der Wahnsinn dann wirklich ausbricht, dann ist das natürlich wie ein Freifahrtschein für diese starken Charakterdarsteller. Schauspielerisch gibt‘s da wirklich wenig zu bemängeln.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kubrick_obscura: CinemaForever, arte

Kommentar löschen
4.5Uninteressant

Obwohl Rezas Stück prädestiniert für einen Regisseur wie Polanski scheint, ist die Verfilmung nichts anderes als gut abgefilmtes Theater geworden. Pawel Edelmanns Kamera fängt die ständigen Wechsel der Schauspieler in starre, aber übersichtliche Einstellungen ein. Der fließende stream of conflicts in "Carnage" lässt jeden mit jeden mal Allianzen bilden oder Feindschaft schließen. Kamera und Schnitt ackern dabei wie verrückt um der Menge an Momenten gerecht zu werden, deren natürliche Auslese im Theater der Blick des Publikums übernommen hätte. Hier wird die Kamera aber ständig dazu genötigt Totalen zu liefern, wodurch es kaum wirkliche Konzentration gibt und man umso verwirrter ist, wenn alles plötzlich vorbei ist. Was auf der Bühne wunderbar funktioniert, gerinnt hier zur Karnevalsvorstellung. Abseits davon dass die Besetzung sich voll ins Zeug legt, erinnern Rezas Charaktere auch mehr an Figuren aus der Puppenkiste, was sich auch im exaltierten Schauspiel niederschlägt. Für Subtilereien ist in diesem glatt gefilmten Hollywood-Lustspiel einfach kein Platz. Das hat die Filmfassung der Bühne sogar vorraus.

5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

Kubrick_obscura

Antwort löschen

Das schreibe ich zwar recht ausführlich, aber das ist halt keine gute Adaption, kein Kino. Da guck ich lieber "Who's afraid of Virginia Woolf". Da wird gezeigt, wie mans macht.


Edward Nigma

Antwort löschen

Jaja, ich hatte deine Kritik schon gelesen, ist wirklich kein "Kino-Film", was ihn für mich aber nicht unbedingt schlechter macht... Das könnte man ja sonst auch sämtlichen anderen Kammerspielen vorwerfen.


evants.com: eventsandtrends.com

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Vier Leute in einer Wohnung - mehr braucht es nicht für eine gute Gesellschaftssatire. Die komplette Handlung spielt sich zwischen den beiden Paaren ab, abgesehen von der Eingangs- und der Schlusssequenz. Das Spiel zwischen Winslet, Foster, Reilly und Waltz ist intensiv und satirisch überspitzt, die Dialoge voller Pointen. Die Kameraeinstellungen tragen zeitweise zu den Sympathien für gewisse Charaktere bei, während der Plot die aufkeimende Zuneigung schnell wieder torpedieren kann. Durchsetzt mit Spitzen unterhält die Gesellschaftssatire "Der Gott des Gemetzels" auf hohem Niveau.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

CINEMAN.ch

Kommentar löschen
10.0Herausragend

Zwei Ehepaare treffen sich zum ungezwungenen Gespräch. Ihre Kinder haben sich gestritten, der eine dem anderen ein paar Zähne ausgeschlagen. Nun soll der Disput friedlich und ohne Anwälte beigelegt werden. Doch was so unschuldig beginnt, entwickelt sich zu einem verbalen Schlagabtausch, bei dem das Korsett der Zivilisation schnell abgestreift wird. Roman Polanskis sehr dynamische Verfilmung von Yasmina Rezas Theaterstück, die mit Jodie Foster, Kate Winslet, John C. Reilly und Christoph Waltz mit einem Ensemble aufwartet, das exzellenter kaum sein könnte.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Elmar Mertens: ARTiBerlin Elmar Mertens: ARTiBerlin

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Der häufig gebrauchte Begriff der bitter-bösen Satire findet auch in Gott des Gemetzels seine Berechtigung, denn es ist schon bitter zu sehen, wie sich der sogenannte zivilisierte Mensch die Blöße nackter Affen gibt. Und es ist böse vom Autoren bzw. der Autorin, sich derart an diesem Affenzirkus zu weiden, den die zwei Ehepaare bieten.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

JackoXL: Die Drei Muscheln

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Jeder kennt diese Situationen, in denen man lieber mal die Klappe hält, innerlich bis drei zählt um nicht das rauszuhauen, was man am liebsten sagen würde, und einfach geht.

An diesem Punkt sind Protagonisten mehrfach, haben es fast geschafft, aber dann muss dieser eine Satz noch fallen. Die eine Spitze können sie sich einfach nicht verkneifen. Nicht direkt aggressiv, nur leicht provokant, aber vollkommen ausreichend, dass die Gegenseite sich genötigt fühlt, das so nicht stehen zu lassen. Daraus entwickelt sich dann ein (stellenweise) wirklich göttliches Verbalgemetzel. Am Anfang geschieht es noch mit einem aufgesetzten Lächeln und gestelzter Höflichkeit, verpackt in kleine Sticheleien und dezent zynische Nebensätze, irgendwann vollkommen enthemmt, brutal überzogen und gnadenlos ausufernd. Es wird in alle Richtungen scharf geschossen. Pärchen gegen Pärchen, Partner gegen Partner, Männer gegen Frauen, kreuz und quer. Es bilden sich kurzzeitig Allianzen, die sich wieder in den Rücken fallen, jeder knallt jedem das an den Kopf, was man sonst nur in einem unbeobachteten Moment so vor sich hinplappern würde, um seinem Ärger Luft zu machen.

Polanskis Film dürfte zugegebener Weise nicht viel länger sein, irgendwann könnte diese extreme Geschwätzigkeit auch nerven. Während der sehr überschaubaren Laufzeit ist das aber irre unterhaltsam und sorgt für einige großartige Lacher. Verantwortlich dafür sind neben den geschliffenen Dialogen und der detaillierten Regie natürlich auch die extrem spielfreudigen Darsteller. Das muss denen tierisch Spaß gemacht haben, merkt man jede Sekunde. Mir auch, hab mich klasse amüsiert, gerade weil ich mir manchmal wünschen würde, manchen Menschen auch mal so meine Meinung vor den Latz zu knallen. Wenn da nur nicht diese Konsequenzen wären... Realität nervt!

15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

SiameseMax: SiameseMovies

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

[...] Die polnische Regie-Legende Roman Polanski weiß die merklich für die Bühne konzipierte Prämisse der amüsanten Streitigkeiten, die ausschließlich in einem Appartement ausgefochten werden, und geradezu irrsinnige, tief menschliche Wendungen nehmen, die einzig zu Beginn etwas gekünstelt wirken, bis die aberwitzigen Dialoge eine köstlich gallige Eigendynamik entwickeln, effizient für die große Leinwand zu nutzen. Somit ist „Carnage“ ein beinahe makellos inszeniertes, aber definitv fulminant agiertes Ensemblestück, für alle die gepflegtes, treffsicher humorvolles und angenehm geschwätziges Schauspielerkino lieben.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

Kommentar löschen
5.0Geht so

Es brodelt nur an der Oberfläche und der running gag mit dem ewig plärrenden Handy ist schnell verbraucht. Edward Albees Klassiker "Wer hat Angst vor VIrginia Woolf" mag zwar heute vom Setting her altmodischer wirken, er ist gleichwohl ungleich tief- und abgründiger als die Vorlage einer stets latent überschätzten Yasmina Reza.
Laues Stück für einen Roman Polanski.

4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Belfegor

Antwort löschen

Das dauernd plärrende Handy ist das Gegenteil eines Running Gags.

Das dauernd plärrende Handy ist das Gegenteil eines Gags.
In diesem Film, so wie im realen Alltag.

Das dauernd plärrende Handy ist der bizarre Gaga-Soundtrack im
urbanen Alltag, der Einen oft zweifeln lässt am Sinn moderner bürgerlicher Errungenschaften und daran, wieviel "wahrer" Fortschritt in ihnen liegt.
Genau diesen Zweifel symbolisiert das dauernd plärrende Handy in diesem Film.

Ein dauernd plärrendes Handy.....
Wie einfallslos und plakativ soll das Grundthema dieses Stoffs denn noch symbolisiert werden, damit sogar Filmkritiker es verstehen und nicht irrtümlich einen misslungenen Running Gag darin sehen ? Irritiert es vielleicht, dass "Komödie" auf dem Etikett des Films steht ?


Edward Nigma: CinemaForever

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Nancy Cowen: Ich finde es gut, dass unser Sohn Ihrem Sohn in die Schnauze gehauen hat und ich wisch mir den Arsch mit ihren Menschenrechten!

2006 wurde das Stück „Ger Gott des Gemetzels“ der französischen Schriftstellerin Yasmina Reza am Schauspielhaus Zürich uraufgeführt und avancierte innerhalb kürzester Zeit zu einem modernen Klassiker. Nun hat sich Regisseur Roman Polanski („Der Ghostwriter“) dieser Gesellschaftssatire angenommen und bereits der erste Trailer machte klar, dass der Film seiner Vorlage im bitterbösen Witz in nichts nachstehen wird. Kein Wunder, schließlich erarbeitete Polanski gemeinsam mit der „Der Gott des Gemetzels“-Autorin Yasmina Reza das Drehbuch, das man als eine leicht aufgefrischte Version des Theaterstücks sehen kann. Auch der hervorragende Cast verpasste der Vorfreude keinen Dämpfer, wurden doch Jodie Foster („Die Fremde in Dir“), Kate Winslet („Der Vorleser“), Christoph Waltz („Inglorious Basterds“) und John C. Reilly („Die Stiefbrüder“) für das bissige Dialogfeuerwerk verpflichtet. Leider lassen Lorbeeren vor Kinostart die Erwartungen oftmals in Höhen schießen, denen das Endprodukt in keinster Weise gerecht werden kann, im Falle von Polanskis neustem Regiestreich jedoch, waren die Vorschuss-Lorbeeren mehr als berechtigt, denn mit „Der Gott des Gemetzels“ hat der Ausnahmeregisseur einen der intelligentesten, bösesten und unterhaltsamsten Filme des Kinojahres 2011 geschaffen.

Eine Meinungsverschiedenheit endet für zwei Elfjährige in einer Keilerei, bei der einer dem anderen mit einem Stock zwei Zähne ausschlägt. Wenig später treffen sich die Eltern des Stockschwingers, Alan (Christoph Waltz) und Nancy Cowen (Kate Winslet), mit den Eltern des Opfers, Michael (John C. Reilly) und Penelope Longstreet (Jodie Foster), um gemeinsam den Tathergang festzuhalten und das Problem schnellstmöglich zu lösen. Man bedauert und die Umstände, unter denen man sich kennenlernen musste, und kommt schnell zu einer Einigung, die scheinbar beide Seiten zufriedenstellt. Als alles bereits geregelt scheint, lassen sich die Cowens noch zu einem Friedens-Kaffee überreden. Schlimmer Fehler, denn jetzt nimmt das Unheil seinen Lauf. Nach und nach fallen die Gutmenschmasken und die zivilisierten Großstädter zeigen ihr wahres Gesicht.

Es ist nur schwer zu leugnen: Manchmal wünscht man sich doch, seinem Gegenüber richtig die Faust ins Gesicht zu drücken, gesellschaftlicher Anstandskodex hin oder her, denn manchmal löst ein simpler Fausthieb oder ein zünftiger Wutanfall das, was sich auch nach stundenlangen Diskussionen nicht lösen ließe. Schließlich sind solche Gefühlsausbrüche eine grundehrliche und tief verankerte Form seine Meinung klar und vor allem unmissverständlich zum Ausdruck zu bringen - Kinder wissen das, Erwachsene nicht mehr. So auch die vier Hauptfiguren in „Der Gott des Gemetzels“, denn statt ihrem Unmut Luft zu machen und sich richtig schön die Meinung zu geigen, machen diese Großstädter gute Miene zum bösen Spiel. Mit zunehmender Zeit und steigendem Alkoholpegel beginnen die Moral-Masken aber zu bröckeln und letztendlich ist jeder der zivilisierten und gebildeten Menschen als das enttarnt, was er nun mal ist: Ein egoistisches Arschloch.

Hier werden Fronten aufgebaut, verlagert, aufgegeben und das im Minutentakt. Deckt man zu Beginn des Streitgesprächs seinem Partner noch uneingeschränkt den Rücken, ist dies nach einem Glas Whisky plötzlich gar nicht mehr sicher. Hier kämpft nicht nur Pärchen gegen Pärchen, es ist ein Kampf der Geschlechter und ein Kampf der moralischen Wertevorstellungen. Polanski erschafft durch diesen ständigen Wechsel der Konfliktpartner und Themenschwerpunkte eine rasant pointierte und bitterböse Dialogachterbahn, die dem Zuschauer während der kurzen, aber genau richtig bemessenen Spielzeit von 79 Minuten kaum Möglichkeiten zum Verschnaufen gibt.

Natürlich ist ein gutes Drehbuch nur die halbe Miete. Dass der Film zu einem abgerundeten Gesamtwerk wird, ist der großartigen Schauspielleistung der vier Hauptdarsteller zu verdanken. Jodie Foster, Kate Winslet, Christoph Waltz und John C. Reilly bilden ein perfektes Vierergespann, bei dem schauspielerisch keiner dem anderen in irgendeiner Weise nachsteht. Jeder von ihnen teilt kräftig aus, und muss ordentlich einstecken. Glücklicherweise gesteht Polanski jedem seiner Stars seinen großen Moment zu, den jeder der Akteure auch dankend anzunehmen weiß. Sind es am Anfang noch Christoph Waltz, als zynischer Staranwalt, dessen permanente Telefonate das Elterngespräch von der ersten Sekunde an unterbrechen, und Jodie Foster, als moralisch gefestigte Weltverbesserin, die ihrem Gast immer wieder Paroli bietet, die im Vordergrund stehen, haben Kate Winslet und John C. Reilly im Mittelpunkt ihre großen Momente. Beide können brillant aufspielen, wenn sie ihrem dominanten Partner endlich einmal die Stirn bieten. Besonders der eher aus Klamauk-Komödien bekannte John C. Reilly macht eine wunderbare Figur als gezähmter Macho, der von dem nervigen Weltverbesserungsgedöns seiner Frau so richtig die Nase voll hat. Bleibt zu hoffen, dass Reilly in Zukunft wieder öfter in Filmen dieses Kalibers zu sehen sein wird.

Fazit: Großartiges Drehbuch, großartige Besetzung, Polanskis Adaption des Theaterstücks „Der Gott des Gemetzels“ ist ein Feuerwerk der intelligenten Unterhaltung.

9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Ezra

Antwort löschen

Sehr schön :)


Edward Nigma

Antwort löschen

Danke


Simon Eberhard: Outnow.ch Simon Eberhard: Outnow.ch

Kommentar löschen
9.5Herausragend

Wie die Protagonisten nach und nach ihre Maske abstreifen, statt dessen ihre Borniertheit hervorkehren und in wechselnden Fronten (nicht nur) verbal aufeinander losgehen, mag für die beteiligten "der schlimmste Tag ihres Lebens" sein, für den Zuschauer ist es jedoch äusserst komisch.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

alviesinger: bummelkino

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Die leicht bekömmliche Zeitgeist-Variante von „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“: In Roman Polanskis Kammerspiel bleibt der schamlose Seelenstriptease aus - es werden höchstens die oberste Knöpfe der Bluse gelockert. Das weibische Gezicke, machohafte Gebrüll entbehrt soziologischer Tiefe, zielt bewusst am Pranger vorbei, nimmt vielmehr Situationskomik und Aha-Effekten ins Visier. Das bedeutet aber nicht, dass Polanski in dieser toll gespielten Tragikomödie nicht auch einmal nassforsch mit der ganzen Hand in die offenen Wunden der Figuren patscht. Trotzdem brechen hier keine zwischenmenschlichen Fassaden zusammen. Dafür ist die Laufzeit zu kurz, dafür sind die Dialoge nicht böse genug (und zünden leider nicht immer). Die aggressive Stimmung ist zwar jederzeit greifbar, wirkt im Gegenzug aber oftmals aufgesetzt und klobig inszeniert. Vieles fließt nicht. Dessen ungeachtet ist „Der Gott des Gemetzels“ ein gelungenes Stück Gesellschaftskino, das nicht belehren, sondern unterhalten möchte. Ein kleiner Polanski für nebenher. Man lacht, man schämt sich, man nickt wissend. Das ist schnell konsumiert und gut zu verdauen.

Kritik im Original 12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Flibbo: Wie ist der Film?

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

[...] „Der Gott des Gemetzels“ ist ein bravurös gespieltes Kammerspiel, das mit einigen köstlichen Dialogzeilen immer wieder zum Schmunzeln einlädt. Ein Fest für Freunde der Kommunikationswissenschaft, zumal die Möglichkeiten der gegebenen Figurenkonstellation großzügig ausgeschöpft werden. Vom scharfen Blick auf kriselnde Beziehungen und Reibereien der Geschlechter über bröckelnde Fassaden bis hin zum Trugschluss des Erwachsenseins ist alles dabei. Das einzige, große Problem des Films ist, dass man beim Ansehen, wie das besuchende Elternpaar, selbst bald auch endlich weg möchte aus dieser höchst unangenehmen Situation. Es ist eine amüsante Qual, bei der Foster, Winslet, Reilly und Waltz jedoch stets bei der Stange halten. So geht gehobene, aber leichte Unterhaltung, mal ganz ohne Schnickschnack.

Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Flibbo

Antwort löschen

Dankesehr.


Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...

Kommentar löschen
3.0Schwach

Nach außen mal öko, mal leistungsbereit, protestantisch, ebenso überschwenglich wie bipolar – aber immer uneigentlich: Da macht sich doch Mitleid mit den Figuren breit. Hier werden entfremdete Menschen gezeigt. Das sieht eher traurig denn lustig aus. Eine zeitgemäße Inventur zum Zweck des Erkenntnisgewinns müsste wohl anders beschaffen sein. Was würde Charlotte Roche aus diesem Stoff machen?

Die Situationskomik wird immer öder und vorhersehbarer: Die Betrunkenen stolpern über Zeitungsständer, man lockert die Krawatte, die Schminke verschmiert. Man schauspielert hölzern und berechenbar, bis zum Ende. Ein Feuerwerk an Gags, die nicht zünden.

Hier soll der Bürger über den Bürger lachen. Was so seit fünf Jahren frenetisch bejubelt wird, ist hier ein antiquiert wirkendes Stückchen Boulevard im Zeichen vermeintlicher Hochkultur. Die ist ja oft etwas überreizt.

Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten

zmpfl

Antwort löschen

"Was würde Charlotte Roche aus diesem Stoff machen?"
Hä ???? Auf jeden Fall wär mehr Ficken drin :)

@Delonghi
Bevor du selber auf auf Wikipedia nachschaust:
Manisch-depressiv
(erscheint mir hier "uneigentlich" sinnlos:
"... ,ebenso überschwenglich wie überschwenglich-niedergeschlagen -..." ??)


Delonghi

Antwort löschen

...und vorher ein Schoß...oder Stossgebet..;-))

@zmpfl: Dankeschön! Ich dacht schon...Charlotte Roche mit ner heissen Lesbennummer am oder im Polarkreis....Thanx!


sushi25: movie-fan.de

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Ein wunderbarer Film, der es schafft, mit nur 4 Schauspielern (und einem Hamster) ein Feuerwerk an zwischenmenschlichen Fassaden und Wahrheiten abzubrennen.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Lars Tuncay: Filmtabs, Intro Lars Tuncay: Filmtabs, Intro

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Eine gewagte Konstellation, die auf der Leinwand leicht ermüden könnte. Aber immer absurdere Situationen und ein glänzend aufspielendes Ensemble erhöhen die Lust am Weiden an menschlichen Abgründen.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Das komödiantische Timing benötigt nicht einmal einen Spannungsbogen, hier schaukelt sich nichts hoch, die Katastrophe ist von Anfang an da. Der Ton ist dabei herrlich vulgär, weniger psychoanalytisch verbrämt als im Ehekrach-Klassiker "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" von 1966 mit dem Alptraumpaar Elizabeth Taylor und Richard Burton.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Alexander Dahas: Intro Alexander Dahas: Intro

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Polanski war schon immer jemand, der viel anfangen konnte mit der »bürgerlichen Fassade« und dem lustvollen Blick dahinter, jetzt hat er ein Theaterstück gefunden, das ihn zurück zu den Wurzeln bringt.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Andreas Fischer: Radio Köln Andreas Fischer: Radio Köln

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Roman Polanski hat das Drehbuch zusammen mit Yasmina Reza, der Autorin des Bühnenstücks, verfasst. Spitzzüngig und bitterböse ist das Skript, zum Brüllen komisch und zum Heulen wahr. Jeder Satz, jedes Wort hat eine Bedeutung und führt das Gespräch auf eine neue Ebene. Die beiden haben den Darstellern ein ziemlich enges Korsett geschnürt, dennoch haben die Schauspieler viel Freiraum - und nutzen ihn mit unheimlich viel Verve.

Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Hans Messias: http://film-dienst.kim-info... Hans Messias: http://film-dienst.kim-info...

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

„Großes“ Kino im landläufigen Sinne ist es nicht, was Roman Polanski mit seinem „Gemetzel“ bietet: Vier Personen, ein Raum – was will man daraus machen? Im diesem Fall: Einen ebenso schlichten wie genialen Film! Polanski nutzt die vier Personen und den einen Raum, um eine ungeheure Spannung zu erzielen. Dem Film liegt das gefeierte Theaterstück vom Yasmina Reza zugrunde, doch die filmische Umsetzung ist nicht weniger atemberaubend.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Filmering: Filmering.at

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Der Gott des Gemetzels ist eine temporeiche, höchst unterhaltsame Fingerübung, getragen von köstlichen Wortgefechten und brillanten Darstellern die sich in bester Spiellaune zeigen. Zwar hält sich Roman Polanski vornehm zurück und rückt stattdessen seine Schauspieler und das Ausgangsmaterial ins Rampenlicht, aber dem Filmgenuss tut dies keinen Abbruch. Denn Der Gott des Gemetzels besitzt kein Gramm Fett, sorgt durchgehend für großartige Unterhaltung und versteht es dabei auch noch ausgezeichnet die geordneten Mauern des Bürgertums einzureissen und vorzuzeigen, dass respektable Erwachsene in Wirklichkeit auch nur kindische Egomanen sind. Der Film ist somit absolut empfehlenswert und man sollte sich den Spaß auf keinen Fall entgehen lassen.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Alle Kritiken (30)


Kommentare (339) — Film: Der Gott des Gemetzels


Sortierung

ElmStreet84

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Zwei Jungs auf der Straße.
Sie sehen nicht sehr begeistert voneinander aus.
Plötzlich haut der eine dem anderen eine rein.

Die Eltern des Opfers fackeln nicht lange und laden Mutter und Vater des Täters zu sich nach Hause ein.

Sie haben keine bösen Absichten, sie wollen nur ein Erkenntnis bringendes, und vielleicht sogar streitschlichtendes Gespräch führen.

Sie philiosophieren darüber, was sie alles falsch gemacht haben könnte, dass der Täter solch ein Verhalten an den Tag legt. Man überlegt, man schlägt vor, gibt Tipps, bekommt Tipps, und versucht... einen gemeinsamen Weg zu finden.

Es wird "Kuchen" (ich weiß nicht mehr wie es eigentlich hieß) gegessen, Kaffee getrunken, Zigarren graucht und Skotch eingeschenkt... gaaanz viel Skotch. Seeehr seeehr viel Skotch... zu viel, viel zu viel Skotch....

Bis alle anfangen, auf irgendeiner Weise komplett durchzudrehen und wahllos irgendwelche Probleme, die sie gerade stören, ins Gespräch werfen.

So kommen wir von den Schlägereien der beiden Schützlinge zu ernsten Beziehungsproblemen, Existenzängsten und der, so wie es aussieht, endlosen Liebe (eines Mannes) zu seinem Kommunikationsapparat.

*************************************************

"Gott des Gemetzels" zeigt eine wahre, ungeschminkte, ernste, aber gleichzeitig zum Teil auch sehr belustigende und unterhaltsame Streiterei zwischen zwei Familien die beide für ihre Söhne die Hand ins Feuer legen würden. Und nach einer Zeit, meint man wirklich, sie würden es tatsächlich tun! :) Hier muss ich wirklich meinen Hut vor Roman Polanski ziehen, weil er es schafft, mit so einem einfachen Stoff, der so gut wie im alltäglichen Leben vorkommt (vielleicht nicht so übertrieben) einen ganzen Film über 80 Min zu füllen und dabei keinerlei Langeweile aufkommen lässt. Er zeigt nicht nur eine ganz alltägliche Situation zwischen zwei Familien, sondern zeigt auch, wie schnell einen Alk dazu bringen kann, sein wahres Ich in Erscheinung zu bringen, und, wie sehr ein Mensch doch an seiner ständigen Erreichbarkeit hängt, was sich bei Christoph Waltz und seinem durchnässten Handy besonders gut zeigt. :)

Es werden sich unzählige Schimpfwörter und Beleidigungen an den Kopf geschmissen, es fliegen Gläser es schießen die verbalen "THUMBS" unaufhaltsam vor sich hin, bis man etwas erreicht hat, was man vorher in keinster Weise erwartet hätte... nähmlich vollkommene Geisteskrankheit!

Und am Ende... erkennt man.... es war doch alles umsonst! Die Aufregung, der Alk, die fliegenden Gläser, die Beleidigungen, der Ehestreit... alles umsonst! Denn... Die beiden haben sich schon laaange wieder vertragen.... :D

Hätte normalerweise 7.5 Punkte gegeben, aber da es Polanski echt klasse geschafft hat, solch eine kleine Situation in einer Location (der Wohnung) in einen ganzen Film zu packen und ihn zu etwas wirklich unterhaltsamen zu machen, muss ich einfach noch nen halben Punkt drauf packen! ... Und wehen Christoph natürlich... allein wenn ich seine Stimme und seine Stimmlage schon höre, biegen sich meine Mundwinkel schon nach oben! :)

bedenklich? 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten

Lydia Huxley

Antwort löschen

Schöner Kommi, Elmi :) Fand den Film auch echt gut! Und dieser "Cobbler" ist das Sahnehäubchen :D Außerdem sind Kate und Christoph ein geniales Ehepaar!


ElmStreet84

Antwort löschen

"Cobbler" genau, das wars! :)

Ja, die beiden passen ziemlich gut zusammen und machen hier auch einen super Job! Wie gesagt, allein schon wegen Christoph Waltz hätte er von mir ne 10 bekommen! :)


sachsenkrieger

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Achtung, leichte Spoiler?

Unverständlich, das ich den noch nicht bewertet habe. Was soll man dazu sagen? Kurzer Beitrag zur Völkerverständigung, denn hier wird bis ins kleinste Detail gezeigt, wie Krieg entsteht, im Kleinen wie im Großen. Gleichzeitig deckt das von Roman Polanski verfilmte Theaterstück auf, wie dünn die jahrhundertelang aufgezwungene und selbstkonstruierte Zivilisationsschale in Wirklichkeit ist.

Der Film ist genial besetzt, alle Schauspieler auf absolutem Höchstniveau, Christoph Waltz (wieder mal) oscarverdächtig. Der gesamte Film ist als Kammerspiel angelegt und trotzdem oder deswegen keine Millisekunde langweilig. Herrlich anzusehen und anzuhören, wie die biederen Spießer aus der oberen Mittelschicht sich hacken und flexen. Wie sich aus anfangs bestehenden, festen Partnern Gegner werden, wie sich nach und nach Koalitionen und Bündnisse bilden, um in der nächsten Minute wieder zerstört zu werden oder zu wechseln. Auch das gute alte Männchen-Weibchen-Thema wird bis zum Abwinken zelebriert, die Figuren sind bis zur Verdammnis in ihren jeweiligen Geschlechterrollen gefangen. Die Schlussszene setzt den Höhepunkt für ein Meisterwerk!

Eines verstehe ich allerdings bei vielen Kritiken nicht. Die Kritiker beweisen dadurch, das sie den Film als Gesellschaftssatire bezeichnen, das sie durchaus selbst hier als Darsteller auftreten könnten. Das ist keine Satire, das ist die bittere Realität und ich nehme mich keineswegs davon aus.

GOOD NIGHT AND GOOD LUCK!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

ElsaWaltz

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Mit die besten Schuaspieler in einem Film: Kate, Christoph, Jodie und John. Toll gespielt und eine Geschiechte, die einen nachdenken lässt.
Dazu Kate Winslet und Christoph Waltz als Ehepaar, was will man mehr?

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Deekin

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

[Spoiler]
Nach der 2.Sichtung bekomme ich allmählich das Gefühl, diesen Film wirklich zu lieben. "Der Gott des Gemetzels" ist nicht direkt ein realistischer Film; eher gleicht es einem Theaterstück (er basiert ja auch auf einem), in welchem die Kleine Wohnung von Micheal (John C. Reily) und Penelope (Jodie Foster) zur Bühne wird. Auch die Dialoge sind so ziemlich auf die Konfliktlinien zwischen den Figuren zugeschrieben, ohne wirklich auf einen "Realismus"-Effekt abzuzielen. Ganz wie Theater kommt er mir dann aber doch nicht vor; dafür fehlen mir schlicht die Over-the-Top darstellerischen Leistungen und die super-exzentrische Art, wie sie mir in manchen Bühnenstücken gehörig auf die Nerven gehen.
Was mir an dem Film gefällt, ist erst einmal die enorme Dynamik, die während der Gespräche aufkommt. Jeder Einzelne im Quartett sympathisiert und verbündet sich in einem Moment mit einem anderen, bevor selbige sich anschließend wieder überwerfen. Die Rollen von Ankläger, Angeklagter und Mediator wechseln ebenfalls mehrere Male. Es gibt vorwurfsvolle Nebenbemerkungen, emotional-manipulative Rhetorik und bewusstes Schweigen. Und das großartige dabei ist, dass der gesamte Ton des Films dies locker und zuweilen sehr humorvoll einfängt.
Ein Beispiel: Relativ zu Beginn klingelt das Handy von Alan (Christoph Waltz) zum ersten Mal. Er nimmt den Teller mit seiner Portion Kuchen (ich weiß, im Film heißt das Zeug anders), entfernt sich zum anderen Ende des Raums und telefoniert dort, während er isst. Seiner Frau Nancy (Kate Winslet) ist das peinlich und auch den anderen Beiden stört es; also antworten alle 3 mit einem Schweigen, um ihn auf diesen Sachverhalt aufmerksam zu machen. Und es ist überaus amüsant, mitanzusehen, wie er von dieser Form des Druckausübens überhaupt nichts mitbekommt und getrost weiter telefoniert. Und dies ist nur eines von vielen Beispielen.
Natürlich treffen in diesem Film auch ganz unterschiedliche Einstellungen aufeinander. Die Entwicklung, wie die eigene Frustration oder der Zynismus im Laufe des Films immer offener zutage tritt, ist sehr geschickt gezeichnet, gleichwohl mir die erste Hälfte besser gefällt, da hier die Eigenschaften noch relativ versteckt sind und nur hier und da aufblitzen, da sich alle darum bemühen, die Fassade der Höflichkeit und Manieren aufrecht zu erhalten.
Ein Makel, der mir persönlich etwas missfiel, war die Tatsache, dass Alans Weltsicht im Film kaum herausgefordert wird. Von ihm stammt die titelgebende Figur vom Gott des Gemetzels bzw. die Philospie, in welcher Menschen letztendlich selbstsüchtig sind und sich gegenseitig das Leben zur Hölle machen. Mit diesem Zynismus demontiert er genüsslich Penelopes Glauben an die Macht der 'zivilisierten Tugenden', ihre bürgerliche Gutmenschen-Weltanschauung, ihr altruistisches Bewusstsein etc. Jedoch hätte ich es für gut befunden, würde derselbe Akt der Demontage einer Weltsicht im verbalen Kreuzfeuer auch auf ihn angewendet werden, anstatt lediglich sein Handy in die Vase zu werfen und sich genervt von ihm abzuwenden. Somit habe ich den Eindruck, dass der zynische, pessimistische Ton Alans als der heimliche, bittere Sieger aus diesem Konflikt hervorgeht. Aber vielleicht entfällt mir hier auch etwas, was mir erst bei einer dritten oder vierten Sichtung vielleicht auffällt.
Der Rest des Films hingegen ist innerhalb des Rahmens, den er sich selbst setzt, nahezu perfekt. Polanski versteht es, die Dialoge in diesem Gesprächsgewitter auf den Punkt zu bringen und die vielen Ebenen, auf denen der Film funktioniert, bieten wirklich für jeden etwas, der sich auf knapp 80 Minuten minimalistisches, dialogzentriertes Kino einzulassen vermag. Vielleicht hätte das Handy ein paar Male weniger klingeln können bzw. früher in die Vase geworfen werden können, doch davon abgesehen ist dieser Film ein Hochgenuss der auch zu mehrmaligem Anschauen taugt.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Moviegod

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Knusperinchen!"
Ein weiteres schönes Beispiel dafür, dass ein guter Film keine Big Budget CGI Effektorgien braucht, um richtig gut zu unterhalten. Vier super Schauspieler in einer Wohnung reichen völlig aus. Dazu perfekt geschliffene und pointierte Dialoge, absurde Gesprächsthemen und minimale (aber dennoch unglaublich aussagekräftige) Mimik und Gestik. Winslet, Reilly, Foster und Waltz schenken sich in Ihrer Darstellung wirklich nichts, wobei meiner Meinung nach Waltz trotzdem wieder herausragt. Allein wenn er isst und dann mit vollem Mund telefoniert, ist das in meinen Augen preisverdächtig. Polanski liefert mit "Der Gott des Gemetzels" eine kleine aber sehr feine Filmperle ab.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

keko24

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

4 wunderbare Schauspieler in einer Wohnung und das ca. 75 Minuten lang.

Ich war zunächst skeptisch, das klingt doch arg nach einem Flop dachte ich mir. Der Film fing auch eher zäh an. Doch dann ohne das man es merkt ist man gefesselt und freut sich über jedes Argument, jede Gemeinheit und jedes noch so sarkastische Wort. Man ist gefangen von der immer hitziger werdenden Diskussion die in einem großartigem Finale mündet.

***SPOILER****
Großes Lob für den Klospülungsstreit. Noch größeres Lob an die Schauspieler. Und das ins Wasser gefallene Handy, wunderbar. Die Wiederbelebung eben dieses in der vorletzten Szene, im großen Finale noch besser.
Als dieser ach so wichtige Katalog vollgekotzt wurde, wurde dieser als sehr wertvoll für sie hervorgehoben, ein Symbol für Kunst, das ihr Mann natürlich nicht versteht. Später im Film packt der Mann allerdings den guten Scotch und die exzellenten Zigarren aus, wobei der Katalog in den Hintergrund gerät. Eine sehr gelungene Kritik an "Scheinwerten". Der Katalog war nur Symbol für das er steht wichtig für sie um gehoben und kultiviert zu wirken. Die Genußmittel des Mannes sind ihr egal.
Achja und btw Darjeeling für Darling:) Genial, hat mich zum schmunzeln gebracht.

Fazit: Auf jeden Fall sehenswert! Außergewöhnliche Besetzung und schauspielerische Leistung. Geladenes und feuriges Gespräch, einfach wunderbar!

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

mikkean

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Ihr Gutmenschen und Moralapostel, Roman Polanski bittet zum Tanz. Auf dem Speiseplan stehen geheucheltes Verständnis, aufgesetzte Höflichkeit und die Wahrheit, die mit der Wucht einer Granate hochgeht.

Dabei treffen sich doch eigentlich nur zwei Ehe-Paare, um die Auseinandersetzung ihrer Kinder zu erörtern. Was Polanski aus dieser Erwachsenen-Runde macht, ist ein scharfzüngiger, herrlich fieser Nervenkrieg. Eine Schlacht der Systeme und Überzeugungen, treffsicher ausgetragen mit der Präzision eines Skalpells. Da sollte es nicht verwundern, dass die vier Herrschaften sich am Ende schlimmer verhalten als ihre mutmaßlichen rauflustigen Sprösslinge.

"Der Gott Des Gemetzels" ist ein herrliches Vergnügen. Eine Komödie, weiß und schwarz, lustig laut und subtil böse. Ein Kriegsfilm ohne Soldaten und Panzer. Angesiedelt auf dem denkbar minimalistischten Schauplatz, den vier Wänden eines Apartments. Gäbe es nicht schon diesen vergessenswerten Adam-Sandler-Streifen gleichen Namens, dann wäre "Kindsköpfe" ein denkbarer, wenn auch verharmlosender, Alternativ-Titel. Denn spaßig ist das Geschehen eigentlich nur für den Zuschauer. Jodie Foster, Christoph Waltz, Kate Winslet und John C. Reilly liefern allesamt exzellente Schauspiel-Leistungen ab. Sichtbar voller Freude und Eifer werfen sich diese Mimen ins Unterfangen, das gleichnamige Theaterstück auf die Leinwand zu hieven. Was gelingt, auch wenn der Verfasser dieser Zielen noch keine Aufführung erleben durfte. Nehmen wir es doch einfach mal an, weil in den weniger als neunzig Minuten keine Langweile aufkommt.

Weil jede Geste und jeder Satz passt. "Der Gott Des Gemetzels" dürfte als Vertreter des Mediums Film dem Theater am ehesten gerecht werden. Schließlich konzentriert sich Roman Polanski, gekonnt und feinfühlig, wie der Altmeister der er ist, ganz auf die Darstellungskunst seiner Stars. Verkneift sich aufdringlichen Musikeinsatz oder immer atemloseres Schnitttempo. Dieser Film lebt ganz davon, wie sich vier schauspielerische Großkaliber allmählich den Schleier der Nettigkeiten abziehen und verbal übereinander herfallen. Dabei bekriegen sich nicht nur zwei Elternpaare über die Schuldfrage ihrer Kinder, im Verlauf wird daraus die große Wahrheits-Show, die keinen der Beteiligten verschont.

Lebenseinstellungen, Blackberrys, Tiermord, Zigarrengenuss und Handtaschen, Militärjargon und bedepperte Helden-Ethik à la John Wayne und Ivanhoe. Kommt irgendwie alles vor und lässt den Zuschauer nicht los. Gerade wegen der wundervoll stilsicheren Handschrift hinter der Kamera und den glänzend aufgelegten Akteuren davor.

Wenn "Der Gott Des Gemetzels" nicht so herrlich ehrlich und doch bitterböse wäre, Kindergarten wäre eine gute Beschreibung fürs Geschehen. Aber nicht für den Gehalt dieses starken Films.

bedenklich? 15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

AmeliaPond

Antwort löschen

Hier könnte ich auch beim besten Willen nicht sagen,wessen Darstellerleistung die beste ist.Unglaublich gute Darbietung.


mikkean

Antwort löschen

Unglaublich was? Ich war auch einfach nur überwältigt. Endlich mal mehr als nur zwei gleichberechtigte Charaktere in einem Film.


Martin Oberndorf

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

(Richtige Überraschungsmomente besitzt dieser Film in dem Sinn eigentlich nicht, aber ich werde viel auf die Dramaturgie eingehen, von der der Film lebt, daher setze ich mal eine leichte SPOILER-Warnung her)

Waltz.
Foster.
Winselt.
Reilly.
Polanski.

Als ich im Geschäft diese Namen auf dem Cover der DVD las, musste ich einfach zuschlagen bei "Der Gott des Gemetzels".
...
Ach, wie ich es hasse, wenn Filme so genial sind.
Dann muss ich ihnen wieder 10 Punkte geben und dann steh ich wieder als unseriös da.
Aber ich habe gesagt, ich bewerte subjektiv. Und wenn ich einen Film einfach von vorne bis hinten brillant finde, verstehe ich nicht, warum ich dann über alle Maße kritisch sein und ihm irgendwas aberkennen sollte.

"Der Gott des Gemetzels" (bescheuerter Titel, da der Film von Anfang bis Ende harmlos ist) ist mein mittlerweile vierter Polanski und in meinen Augen von denen auch der Beste - wobei die anderen drei Rosemarys Baby, Chinatown und Der Pianist waren.
Bislang hat es für mich den Anschein, als würde Polanski, ähnlich wie Martin Scorsese, alle möglichen Genres besiedeln, ohne dass bei seinen Filmen auch nur irgendein Markenzeichen zu sehen ist, jedoch alle vollkommen makellos und super.
Aber nun zu diesem Werk hier.

"Der Gott des Gemetzels" ist wohl so minimalistisch wie ein Film nur sein kann.
Der Film spielt in genau einer Wohnung (im Vor- und Abspann ist jeweils eine Spielwiese zu sehen, ansonsten aber). Desweiteren gibt es im gesamten Werk nur vier Rollen, daher auch nur ebenso viele Darsteller. Mit einer Laufzeit von nicht einmal 80 Minuten kommt der Film auch ohne Effekte, Action oder das im Titel erwähnte Gemetzel aus - und ist trotzdem nervenaufreibend und spannend bis zum Schluss.

"Der Gott des Gemetzels" behandelt in Echtzeit die Eskalation einer zu Beginn eigentlich eher harmlosen bzw. kontrollierten Situation. Zwei Elternpaare setzen sich zusammen, da ihre Kinder eine Schlägerei hatten, bei der einer der beiden zwei Zähne verloren hat.
Wir haben hier vier unterschiedliche, aber durchaus realistische Charaktere, die sich hier "wie Erwachsene" verhalten wollen, um die Sache zu klären.
Um Reibereien zu vermeiden, lügt man sich dann schon mal leicht an, z.B. wenn es darum geht, ob das Essen auch gut schmeckt. Irgendwann bekommt man dann aber selbst einen Vorwurf, und um zu kontern, da kann man schon mal die vorangegangene Lüge aufdecken, worauf dann wieder gekontert wird, und so weiter.
Nur, dass wir hier nur zunächst zwei Parteien hat.
Das eine Elternpaar gegen das andere.
Allerdings sind das Ganze insgesamt nicht zwei, sondern vier Individuen.
Und irgendwann dann kommt der Zeitpunkt an dem sich z.B. Reillys Figur eingestehen muss: Hey, eigentlich hat der Waltz ja recht und meine Frau redet Schwachsinn, was er dann auch - zunächst noch nett - auch zugibt. Natürlich reagiert die Foster darauf empört, dass ihr Mann ihr in den Rücken fällt.
Winslet hat dafür absolutes Verständnis - das kennt sie ja auch von ihrem Gatten.
Dadurch staut sich das gesamte Geschehen auch immer weiter auf, bis ab einem Zeitpunkt die Maskerade fällt.
Hat man sich noch gerade bemüht, den Frieden zu wahren, so sagt man im Streit ungezügelt ALLES.
Wenn man das aus "Entspannung" oder "Trotz" auch noch beginnt, sich zu betrinken, sind alle Hemmungen hinfort. Nette Personen werden zu Arschlöchern. Harmonische Ehepaare zu Nörgelinchen, oder zu zwei Parteien eines furchtbaren Krieges. Männer werden zu Freunden, Frauen werden zu Freunden. Aber auch sie sind vor dem Kreuzfeuer nicht sicher. Man muss töten, um selbst nicht zu sterben.
Kleine Geschichten von früher werden herausgekramt wie allgemeine Zustände und in den Bogen gespannt wie Pfeile, dieser wurde jedoch unbewusst so oft überspannt, dass es unmöglich vorherzusagen ist, welches Ziel man treffen wird.

"Der Gott des Gemetzels" zeigt durchwegs realistisches Streitverhalten.
Jodie Foster ist die besorgte Mutter und Ehefrau. Sie will ja den Frieden wahren, sie möchte nur, dass alles moralisch richtig abläuft. Um ja keinen Streit zu provozieren, versucht sie, immer einen netten Ton zu bewahren und verschweigt dabei auch gerne mal einige Details, die eventuell reizen würden, Gerechtigkeit will sie, aber alles soll in Frieden bleiben. Sie will unbedingt ihre Schlacht gewinnen, aber mit anständigen Methoden. Sie ist am Ehesten an die gesellschaftlichen Konventionen gebunden.
John C. Reilly spielt den Ehemann, der versucht, immer nett, modern, verständnisvoll und kumpelhaft zu wirken. Er will besonders locker und spaßig herüberkommen - und wirkt dabei ganz natürlich.
Kate Winslet stellt die Zurückhaltende dar. Von dem aufgeregten und immer extremer werdenden Geschehen distanziert sie sich lange, sagt nur etwas, wenn es gar nicht anders geht, oder um eine weitere Eskalation zu vermeiden. An ihrer Reaktion, ihrem Blick, ihrem Tonfall merkt man ihr an, was sie sich denkt, wenngleich sie etwas Anderes oder etwas Abgeschwächtes sagt ("Birnen und Äpfel? Ungewöhnlich.").
Christoph Waltz ist der Einzige in der Runde, der sich nicht verstellt. Er gibt sich desinteressiert, sagt absolut alles, was er sich denkt, und hat dabei stets einen ruhigen, aber provokanten oder zynischen Ton. Er stichelt gerne. Er genießt den Streit. Er macht es ja in seinem Job genauso und verdammt gut.

Ich finde es interessant, was die Personen in mir ausgelöst haben.
Obwohl mein Streitverhalten am Ehesten der Figur von Christoph Waltz entspricht, das muss ich mir ehrlich eingestehen, fand ich diese schon von Beginn an unsympathisch.
Dass er absolut NICHTS im Vergleich zu John C Reilly ist, kann ich zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen.
Das, was er gegen Ende des Films teilweise bis ständig ablässt, ist hart an der Schmerzgrenze.
Da kennt er keine Tabus mehr, und sagt Sachen, die nicht nur schwer verletzen, sondern richtig tief sitzen, und da auch bleiben. Dass da der Waltz noch 100 mal sympathischer herkommt, ist schon ein Wunder.
Kate Winslet tut mir wohl am Meisten Leid. Sie ist immer bemüht, nichts zu tun, um für noch mehr Wirbel zu sorgen. Sie ist wirklich bemüht und will auch Kompromisse eingehen, wird aber umhergeworfen wie ein nasser Fetzen.
Jodie Foster ist wohl der für mich verständlichste Charakter. Ihre Ansichten sind für mich vollkommen vertretbar und nachvollziehbar - ja, ihr Kind hat das andere provoziert, aber Schlagen geht nicht. Dass sie dabei aber nicht gerne zum Schlag ausholt und nur eine harmonische Lösung will, ist auch verständlich.
Sie beharrt auf ihren Standpunkt und versucht dabei nett zu bleiben. Das ist absolut korrekt.
Leider sind die anderen geistesgestört, vor Allem die Männer.
Was ich hierbei auch gut finde, ist, dass die Parteien dabei immer wieder wechseln - manchmal kämpfen die Paare gegeneinander, manchmal die Frauen gegen die Männer, manchmal kämpfen zwei und die anderen beiden schauen zu, manchmal drei gegen einen und manchmal alle gegeneinander.

Die Darsteller werden alle Vier zu Höchstleistungen getrieben. Hier sind alle 4 gleichberechtigte Hauptfiguren, alle 4 spielen so intensiv, so brachial und so atemberaubend, dass man teilweise meinen könnte, der Film war echt.
Roman Polanski hat mit kaum irgendwelchen Mitteln und der minimalistischsten Idee ein Werk erschaffen, welches kein geringeres Wort als Meisterwerk verdient.
Deshalb gibt es auch für diesen Film - und ich weiß, da hab ich viele - 10 Punkte, denn ich finde diesen Film ganz einfach über die gesamte Laufzeit hinweg schlichtweg genial, und besser hätte man hier nichts mehr machen können. Außerdem bin ich mir sicher, dass ich den auch noch ganz oft gucken kann.

Ach, ich liebe Filme einfach...

bedenklich? 20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten

Martin Oberndorf

Antwort löschen

CSI.


kobbi88

Antwort löschen

Aha, ja, keine AHnung, hab ich nicht gesehen...


ebennet7

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

der beste Cast aller Zeiten! - die haben bestimmt viel gelacht und viel Spaß gehabt. Man kann sich gar nicht entscheiden, wen man am besten finden soll - Christoph Waltz ist der Hammer! aber den beiden Frauen gehörte mein Herz.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Realizator

Antwort löschen

Ja ausgezeichnete Schauspieler und toller Film


errorSource

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Um es so minimalistisch auszudrücken wie Polanski:

Vier Leute (der Cast könnte nicht besser sein) in einem Raum, wobei jeder von ihnen nicht unterschiedlicher sein könnte, liefern sich ein verbales Gemetzel um Ideologie, Ethik und Sozialverhalten der Moderne.

mfg Error

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Gabster

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Waltz, Winslet, Foster, Reilly
Mehr Gründe braucht man eigentlich nicht, um sich diesen Film anzugucken. Mit der Besetzung hätten es wahrscheinlich nicht mal Uwe Boll, Zack Snyder oder Michael Bay geschafft, den Film zu versauen. Und schon gar nicht ein Meister seines Fachs wie Polanski es ist.
Einfachheit wird hier groß geschrieben. Das fängt schon beim Vorspann und zieht sich durch den ganzen Film. So minimalistisch der Tonfall des Filmes ist, so groß und wichtig sind die Themen, die verhandelt werden. Es geht nämlich nicht weniger als um das Zusammenleben verschiedener Menschen und Ideologien in der modernen Gesellschaft, und wieso der Mensch trotz Zivilisation und co. immer wieder in ein neanderthalerhaftes Verhalten abrutscht. Das ist interessant, bewegend und immer mal wieder auch voller beißendem Spott.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

CrazyWizard

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Seit "Buried" weiß ich, dass man auch auf engstem Raum eine gute Geschichte erzählen kann. Und "Der Gott des Gemetzels" ist sogar eine ausgezeichnete! 4 Leute in einem Raum, die sich nach vorerst bürgerlicher Manier betasten und zum Ende hin ihre Masken ablegen und sich wahrhaft bekriegen! Ein wirkliches Wort-Gemetzel mit viel Witz und vier verschiedenen Charakteren mit jeweils anderen Vorstellungen von der Welt. Toll erzählt und inszeniert von einem Meister seines Faches - Roman Polanski. Ein hervorragender Cast, der besser nicht hätte gewählt werden können, rundet die Vorstellung ab!

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

DKennyK

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Manchmal habe ich ja wirklich das Gefühl, das sich diese wundervollen Filme vor mir verstecken, stolpere ich doch immer nur durch puren Zufall über solche Perlen wie DER GOTT DES GEMETZELS.
Ein hervorragendes Kammerspiel mit einer perfekten Besetzung und ganz starker Schauspielleistung, insbesondere Foster gefällt mir hier richtig gut. Auch die Dialoge sind so eindringlich und sich stetig in ihrer Intensität steigernd, das nie Langeweile aufkommt und man dem Schauspiel gerne noch länger zusehen möchte. Nur das Ende war für mich etwas zu plötzlich, wodurch ich dem Film leider nicht als wirklich großartig bewerten kann. Aber verdammt nochmal ist er kurz davor.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kevkev151012

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Jetzt habe ich Lust auf Theater.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

cronic

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Skurrile und absurde Sache. 4 namhafte Schauspieler die während dem Film komplett ausarten. Auch interessant wie sich der ganze Film in beinahe einem einzigen Raum abspielt.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

howannes.warrakhjan

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Keine Geschädigten! Alles Leugnen, leugnen, leugnen nochmals leugnen!

Wieder ein Film in dem Christoph Waltz alle aussticht und Schauspielerisch absolut große Klasse ist.
Mehr brauche ich denke ich nicht sagen, wer ein dialog-Sicheren und mal klügeren Film sehen will ist hier mit Roman Polanskis "Gott des Gemetzels" genau richtig.

Ach Herrlich! Ich liebe unseren 2-Fachen Oscarpreisträger, Judenjäger und Kopfgeldjäger.

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 48 Antworten

Val Vega

Antwort löschen

Jetzt misch ich mich auch ein...

@ Seth Rogen: Völlig unbegabt und unlustig, war in "Take this Waltz" aber mega awesome ^^

@kobbi: O.o [3]

@held: Da wir ja gleichaltrig sind, kenne ich leider auch dieses "no homo". Allerdings ist es zutiefst homophob und sollte auch nicht benutzt werden wenn man es nicht ernst meint... Ich sage ja auch nicht das N-Wort gegenüber schwarzen - egal ob ernst oder nicht. Heute sollte man genrell so weit sein, seine Heterosexualität nicht unbedingt jedem auf die Nase zu binden, da Homosexualität nichts ist für was man sich zu schämen braucht!!!

Ach ja, wenn du sagts du bist in der Rap-Szene drinnen,bist du dann in dieser halbwegs anständigen Szene drinnen (Eminem, etc.) oder eher in dieser deutschen Rapszene drinnen, die von Typen dominiert wird, die andere Tod sehen wollen?


Donny Brandt

Antwort löschen

Also ich respektiere deine Meinung voll und ganz und sehe es genau so wie du. Ob man das Wort jetzt benutzen sollte bleibt Auslegungssache.

Ich höre Eminem aber auch Deutschenrap. Jedoch nicht das was du meinst sondern er in die Richtung von Edgar Wasser,Casper,Die Orsons und viele mehr. Kleine Ausnahme Sido und SSIO.


TheNumber

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Großartig. Vier tolle Schauspieler, von denen jeder seine Momente hat; wunderbar konträre Charaktere, deren Konfliktpotenzial sich nicht nur zwischen den beiden Ehepaaren, sondern auch untereinander innerhalb einer Ehe ausschöpft. Hervorragende und lustige Dialoge. Sehr unterhaltsames Kammerspiel, absolute Empfehlung.

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Ben Kenobi

Antwort löschen

Unterschreib ich sofort! Da der dir so gut gefällt, dürfte auch der sehr ähnlich angelegte "Der Vorname" einen Blick wert sein, der viel mehr Bekanntheit verdient: http://www.moviepilot.de/movies/der-vorname


Couga[MH]

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Absolut geniales Kammerspiel. Ein Raum und vier "cholerische Dreckschweine", die sich immer mehr im Wortgemetzel verlieren. Polanski inszeniert in diesem intensiven Theaterstück in Filmform eine sehr unterhaltsame Satire, die uns vier komplett unterschiedliche Charaktere (bzw. zwei komplett unterschiedliche Paare) zur Schau stellt, die im Laufe ihres Zusammentreffens durchschauen lassen, dass sie sich in vielen Dingen gar nicht so unähnlich sind. Es wird sich sprich- und wortwörtlich ausgekotzt, Anklagen werden erhoben und Unterstellungen angestellt, es wird sich beleidigt, geheuchelt und gelogen, bis schließlich alle gesellschaftlichen Konventionen links liegen gelassen werden und ein einigermaßen ehrlicher Austausch stattfinden kann.

Was diesem Film toll gelingt, neben seiner sehr dichten Inszenierung und dem absolut fabelhaften Schauspiel (besonders Foster und Waltz, letzteren will ich bitte endlich mal öfters in ähnlichen Rollen sehen), ist durch seine vielschichtigen und realistischen Charaktere, universelle Konventionen und Moral- und Wertvorstellungen zu entlarven und so eine Geschichte zu erzählen, in der alle Beteiligten den "unglücklichsten Tag ihres Lebens" erleben, aber dies gleichzeitig so unterhaltsam und menschlich aufzuziehen.

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Line3105

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Was für ein brillanter Unterhaltungsspaß. Dieses Kammerspiel habe ich in vollen Zügen genossen. Wenn Herr Polanski eben nicht in die USA einreisen darf, dann dreht er eben sein Meisterwerk in Frankreich. Was ist schon dabei. Zumindest vor Kritikern braucht dieser Mann sich nicht verstecken. Und er bekommt sie alle. Wieder und immer wieder. Schon allein die großartige Besetzung von Jodie Foster, John C. Reilly, Kate Winslet und Christoph Waltz spricht absolut für diesen Film. Für manch einen wird der Film etwas langweilig sein, da sich die gesamte Handlung nur in einer Wohnung abspielt. Aber gerade das ist ja die große Kunst, finde ich. Für so was braucht man erstklassige, sympathische Darsteller, die dieser Herausforderung auch gewachsen sind. Wolltet ihr schon immer mal sehen, wie Kate Winslet ordentlich auf den Tisch kotzt? Ja? Na dann nix wie los. Besorgt euch den „Gott des Gemetzels“. Ihr werdet eure Freude daran haben!
Absolut Empfehlenswert für Freunde intelligenter Unterhaltung!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

elli.beier.3

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Spätestens nachdem Nancy sich übergeben hat, beginnt die aufgesetzte Höflichkeit aller Beteiligten zu schwinden. Mehr und mehr entblößen die Paare ihre Ehe vor dem anderen. Dabei wechseln die Fronten immer wieder zwischen Frau gegen Mann und Paar gegen Paar. Der Scotch bringt letztlich die lang ersehnte Eskalation.
Vier großrtige Schauspieler zeigen hier was sie können, Christoph Waltz wie gewohnt in einer anbetungswürdigen Erhabenheit mein Liebling.
Eine Herausragende Leistung sowohl hinter als auch vor der Kamera. Ich wüsste garnicht wo ich anfangen soll, wöllte ich jetzt noch alle raffinierten Details beschreiben die mir aufgefallen sind.
Unbedingt anschauen!

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Fans dieses Films mögen auch