Der Gott des Gemetzels

Carnage (2011), DE/FR/PL Laufzeit 80 Minuten, FSK 12, Drama, Komödie, Kinostart 24.11.2011


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7.4
Kritiker
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7.6
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11054 Bewertungen
397 Kommentare
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von Roman Polanski, mit Kate Winslet und Christoph Waltz

Roman Polanski zeigt in Der Gott des Gemetzels ein eher schlechtes Beispiel von elterlicher Vorbildfunktion am Beispiel zweier Familien.

Kinder, streitet euch nicht, nehmt euch lieber ein gutes Beispiel an euren Eltern! Auch wenn der martialische Titel Der Gott des Gemetzels zunächst für Irritationen sorgen mag, so findet er im Laufe des Films seine Berechtigung, denn die Erwachsenen geben fürwahr eher ein schlechtes Beispiel in Deeskalation ab. Die Eltern sind: Nancy (Kate Winslet) und Alan Cowan (Christoph Waltz) und Penelope (Jodie Foster) und Michael Longstreet (John C. Reilly). Die beiden Elternpaare treffen sich des Abends, um sich in zivilisierter Weise zusammenzusetzen und den Streit ihrer beider Söhne zu schlichten. Doch die friedliche Atmosphäre täuscht, die Fassade der bürgerlichen Konventionen bröckelt zusehends, und nachdem der Gott des Gemetzels erst einmal entfesselt ist, entblößen die Vier ihre wahre Natur und offenbaren ihre Kleingeistigkeit und ihre Ängste in kindischem Gebaren. Ganz so, wie man es von Erwachsenen erwartet.

Hintergrund & Infos zu Der Gott des Gemetzels
Der Gott des Gemetzels basiert auf dem französischen Bühnenstück von Yasmina Reza Le Dieu du Carnage. Bevor sich Roman Polanski seiner annahm, wurde Gott des Gemetzels zunächst u.a. mit Isabelle Huppert inszeniert und auch die Broadway-Adaption konnte mit namhaften Schauspielern wie Jeff Daniels, Hope Davis, James Gandolfini und Marcia Gay Harden aufwarten. Das Ensemble gewann konsequenterweise 2009 den Tony Award. Der Erfolg auf der Bühne bereitete den Weg für die filmische Umsetzung des kammerspielartigen Dramas. Mit Roman Polanski fand sich schließlich auch ein Regisseur, der den Stoff in kongenialer Weise in Szene zu setzen wusste. Und so ging der Erfolg von der Gott des Gemetzels (OT: Carnage) in die nächste Runde: Bei den Filmfestspielen in Venedig 2011 gewann die schwarze Komödie den Kleinen Goldenen Löwen. Damit sind die Weichen für die kommenden Oscars gelegt. Preiset den Gott des Gemetzels! (EM)

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Cast & Crew


Kommentare (366) — Film: Der Gott des Gemetzels


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Grohacke

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Bewertung5.5Geht so

Nein, so nicht!
Mit dem sehr expliziten Label "Theaterverfilmung" hätte ich mir das vielleicht noch gefallen lassen - oder dann erst gar nicht angeschaut. Aber wenn Film dem Theater nichts hinzuzufügen hat bzw. es dann auch noch runter zieht, weil Mittel eingesetzt werden, die in einem Film nichts zu suchen haben (ständig misslingender Abgang von Waltz/Winslet) , dann sollte Film das Theater besser dort lassen, wo es hin gehört. Auf Bühnen sind die Vorhersagbarkeit und die viel zu offensichtlich wechselnden Allianzen der Charaktere zumindest normal - auch wenn ich sie dort ebenfalls wenig mag - in einem Film, zumindest in einem guten, haben sie in solch abziehbildhafter Form nichts zu suchen.
Ordentliche Leistung des Ensembles natürlich. Aber wenn das Skript hölzern ist, dann kann das letztlich keiner überspielen.

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vanilla

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Bewertung5.0Geht so

Theaterstück-Filme und ich passen irgendwie nicht zusammen.
Schauspieler sind super, was will man aber auch bei diesen Namen anderes erwarten.
Hier und da mal ne nette und ne witzige Szene. Das ist aber auch schon alles.
Manche Sachen wirken so gekünstelt komisch, sodass es statt einem Lächeln ein Kopfschütteln gibt.
Der größte Pluspunkt des Films ist, dass es wenigsten ein kurzes Unterfangen war.

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cpt. chaos

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Ich hab zwei Anläufe benötigt, danach gefiel er mir aber recht gut (7).


BenAffenleck

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Von der Sichtung lasse ich mich auch nicht abbringen.


lok

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Bewertung9.0Herausragend

1a!

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SmooliEntertainment

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Bewertung9.0Herausragend

DER GOTT DES GEMETZELS ist nach CHINATOWN tatsächlich erst der zweite Film von Roman Polanski, den ich gesehen habe.
Die erste Szene, die den Gewaltakt des Sohnes von den Charakteren, die von Kate Winslet und Christoph Waltz verkörpert werden, ist in ihrer Schlichtheit geradezu urkomisch, wenn man nach den knapp 80 Minuten da sitzt und sich fragt was den Ursprung von solch einem Verhalten vierer Erwachsener gewesen sei. Roman Polanski verfilmt das Kammerspiel, welches von den köstlichen (!) Dialogen angetrieben wird, ohne viel Heckmeck. Sehr zweckmäßig, jedoch stets gefühlvoll. Es wirkt zuweilen so, als mache er sich mittels der Inszenierung über die Situation lustig, als lache er sich ins Fäustchen, wenn er sieht, wie schnell Erwachsene sich gar nicht mehr so erwachsen verhalten. Wie schnell sie das Ziel und ihre eigene Selbstdisziplin aus den Augen verlieren.
Von den vier namhaften Schauspielern stechen Jodie Foster und Christoph Waltz klar hervor. Großartig, was die beiden abliefern. Erstere, als missverstandene Frau, letzterer als penibler, herablassener Mann, dessen Aufgabe es ist, alles unter Kontrolle zu haben.

Der Film funktioniert über die relativ kurze Dauer von 80 Minuten hervorragend, was teils an den Schauspielern und teils an den Dialogen, die mit perfekt gesetzten komödiantischen Spitzen garniert sind, liegt.

_Smooli

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Klaathu

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Bewertung7.5Sehenswert

Bei einem solchen Kammerspiel kommt es weniger auf die Inszenierung an, sondern auf die Dialoge und die Schauspieler. Beides stimmt hier und geht eine perfekte Symbiose ein die eine starke Intensität rüber bringt. Es wird glaubhaft vermittelt was übrig bleibt wenn man seine Fassade aus gespielter Höflichkeit und aufgesetzter politischer Korrektheit aufgibt. Nichts weiter als hohles Geschwätz, was der moralischste Mensch nicht einmal auf Dauer durch hält. Ein grandioser Film der perfekt den Geist unserer Zeit einfängt.

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Oern

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Toller Film, der sehr deutlich zeigt wie die Fassade jedes Einzelnen bricht, wenn diese sich in Ihrem "personal space" zu stark angegriffen fuehlen. Auch die Schauspieler bringen dies sehr gut rueber und spielen alle auf einem hohen Niveau. Die immerr wieder durchbrechenden "echten" Emotionen bringen diese perfekt rueber und zeigen schnell wie "aus einer Muecke ein Elefant wird"

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bestseimon

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Das Interessanteste an CARNAGE ist die Entwicklung der Charaktere. Zu sehen wie die aufgesetzte Freundlichkeit Schritt für Schritt entweicht und das wahre Ich der einzelnen Personen zum Vorschein kommt, das ist schon großartig mit anzusehen. Polanskis Adaption von Yasmin Rezas Theaterstück ist ein Szenario davon, was passieren würde, wenn man sich nur noch die Wahrheit sagen würde, das, was man wirklich denkt. Ein zivilisierter Austausch ist nicht mehr gegeben, niemand versteckt sich mehr hinter einer Maske der Lügen und Scheinheiligkeiten. Dinge, die wir sonst höchstens still und heimlich in Gedanken sagen, werden hier plötzlich gerade heraus ausgesprochen, was natürlich zu immer neuen Konflikten und Streitigkeiten führt. Dabei ist es nicht unwichtig, dass erst der Alkohol die Situation so richtig zum eskalieren bringt. Dann ist es endgültig vorbei mit der kultivierten Auseinandersetzung. Die Frage ist aber vielmehr, warum es überhaupt zu diesem Punkt gekommen ist. Ist es die Flucht in den Rausch, als man erkennt, dass seine eigenen Ideale, die eigenen Wertvorstellung nichts mehr als ein Schein ist? Ein Akt der Verzweiflung, um endlich all diese Vorwürfe und Schuldzuweisungen ertragen zu können?
Für den Zuschauer ist es zumindest köstlich diesen Streit zu verfolgen. Allein die messerscharfen Dialoge sorgen für genügend Unterhaltung, aber auch Interpretationsspielraum. Doch ohne die völlig befreit und teilweise übertrieben aufspielenden Darsteller wäre der Film wahrscheinlich nur halb so gut geworden.
Am stärksten von allen ist Christoph Waltz. Auch wenn sich diese Rolle nicht sonderlich von seinen vorherigen abhebt, besticht er hier allein schon durch seine Präsenz und Gestik. Sein Charakter Alan scheint stets die Ruhe zu behalten und immer Recht zu haben. Einen Fehler gesteht er gar nicht erst ein, gleichzeitig hackt er auf jedem noch so kleinen Fehler der anderen herum, dreht ihnen jedes Wort im Mund rum. Er glaubt, wie er selbst sagt, an den Gott des Gemetzels, sozusagen an den Naturzustand. Kinder müssen sich eben prügeln, um herauszufinden, wer der Stärkere ist. So ist das eben, der Stärkere gewinnt. Und für diesen hält er sich auch. Es mutete dabei fast schon karikativ an, dass man Alan nur sein Handy abnehmen muss und schon wirkt er wie ausgeschaltet. Ein am Boden kauerndes Wrack. Als hätte man den Stecker eines Roboters gezogen.
Jodie Foster ist nicht nur schauspielerisch der Gegenpol von Christoph Waltz. Sie spielt ihre Rolle im Gegensatz zum stets ruhig wirkenden Waltz, ungemein theatralisch und gekünstelt. Ja, ihr Spiel wirkt sogar nicht selten unglaubwürdig, was allerdings wieder perfekt zu ihrer Figur Penelope passt, die sich irgendwann krampfhaft an ihre Ideale fest krallt und dabei immer verzweifelter und lächerlicher rüberkommt. Man hat das Gefühl, sie würde sich selbst nicht mehr ernst nehmen. Die nette, bürgerliche und kultivierte Frau nimmt ihr niemand mehr ab. Fast schon verzweifelt möchte sie ihr seltenes Kunstmagazin retten, das von Kate Winselt vollgekotzt wurde, denn es spiegelt ihre kultivierte Seite wieder, genauso das von ihr verfasste Buch über den Krieg in Dafur. Generell bindet sich fast jede Figur an materielle Dinge. Alan an sein Handy, Penelope an ihren Katalog, Kate Winslet´s Charakter hat ihre Handtasche und John C. Reilly´s seinen Whisky und seine Zigarren. Aber letztendlich muss jeder in irgendeiner Form den Verlust dieser Dinge hinnehmen.
Alle Personen in diesem Film sind eigentlich völlig verschieden und doch verbindet sie etwas. Weder die eine, noch die andere Seite kann Schuld eingestehen, oder einen Fehler zugeben. Jeder möchte sich durchsetzen und seine Meinung dem anderen aufdrängen. Am Ende zeigt sich, dass es eine viel einfachere Lösung hätte geben können. Ob es auch eine bessere wäre, sei mal dahingestellt. Denn eigentlich ist es doch gar nicht schlecht mal alles raus zulassen, was so in einem vorgeht. Oder etwa nicht?

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sachsenkrieger

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Okay, du hast es so gewollt. Du bist der erste hier, dem ich meine ehrliche Meinung sage ... Aaaaachtung ... schöner Kommi, mein Freund ;-)


bestseimon

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Haha danke dir! :-)


Mr. Laurel

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Bewertung5.5Geht so

Von Polansksi habe ich mehr erwartet, schließlich kennt er sich ja mit Wohnungen als Drehort aus („Ekel“, „Der Mieter“). Das Ganze wirkte auf mich nicht interessanter als eine beliebige Sitcom. Polanski inszenierte eher ruhig und unspektakulär, mit ruhiger Hand (ist ja ein Theaterstück kein Action Film). Die Story bzw. das Drehbuch von Yasmina Reza fand ich auch nicht besonders spritzig, bissig oder originell (die Romane von Hera Lind sind bestimmt anspruchsvoller).

Es wäre interessant gewesen zu sehen, wie andere Regisseure das Drehbuch bearbeitet hätten und das Stück mit anderen Schauspielern inszeniert hätten. Zum Beispiel Woody Allen mit sich als Schauspieler und z.B. Lindsay Lohan als seine Ehefrau (die Dialoge wären sicherlich um einiges witziger gewesen). Oder Lars von Trier hätte z.B. mit Charlotte Gainsbourg und Willem Dafoe gedreht (das Ganze wäre sicherlich depressiver ausgefallen).

Mit einer anderen Autorin und einem anderen Regisseur hätte man sicherlich eine Menge aus der Grundidee machen können – der Film von Polanski und Reza ist nur OK, aber man muss ja froh sein, dass es noch Filme ohne CGI und 3D Overkill gibt.

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quastenflosser

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hätte, wäre, könnte... Vllt nimmt sich ja irgendwann noch einer der genannten Regisseure das Drehbuch zur Hand und schaut was er daraus machen kann. ;)


Dady

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Bewertung7.5Sehenswert

Es macht schon einen riesen Spaß diesem hervorragenden Cast bei der Arbeit zuzusehen. Jodie Foster, Kate Winslet und der grandiose Christoph Waltz sind sowieso erste Sahne. Doch die eigentliche Überraschung ist John C. Reilly. Er ist mindestens genauso gut wie seine hochdekorierten Schauspielkollegen und hat mich glatt umgehauen. Der Auslöser dieser illustren Runde war eine eher harmlose Schlägerei unter Kindern. Die leider mit dem Verlust von 2 Zähnen ihr Ende fand. Was eigentlich eine harmlose Gesprächsrunde werden sollte mit dem Ziel das der Täter sich entschuldigt und am Ende wieder vertragen. Entwickelt sich zu einer Katastrophe mittleren Ausmaßes die man vorher so auch noch nicht gesehen hat. Vorlage dieser Geschichte ist ein Theaterstück das Roman Polanski auf die große Leinwand gebracht hat. Bei dieser Gesellschaftssatire gibt es ne Menge zu lachen aber ich war auch ein wenig erstaunt über seine schonungslose Offenheit. Also unbedingt anschauen wer es bis heute noch nicht geschafft hat.

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abendrot

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Bewertung6.5Ganz gut

Bei diesem Kammerstück im Filmformat, welches das Geschehen quasi auf ein Wohnzimmer komprimiert stehen zwei Elternpaare im Fokus, deren Söhne sich geprügelt haben. Die Geschichte beginnt mit dem Versuch der ungleichen Paare, den Vorfall einvernehmlich zu klären und endet mit deren komplettem Seelenstriptease, wobei ihnen ihre innere Leere erst bewusst wird, als sie sich nach und nach miteinander über den Laufe eines Nachmittags in die Haare kriegen. Das ist vor allem an Anfang spannend, als sich noch alle um Fassung bemühen obwohl man förmlich fühlen kann, dass jedem das Messer in der Hose aufgeht (wer oberflächliche Familientreffen kennt, bei denen auf Eitel Sonnenschein gemacht wird, wird das zu gut nachvollziehen können). Der Film geht dann im Folgenden darauf ein, was passiert, wenn wirklich mal - Stück für Stück - die Hutschnur reißt. Die Besetzung ist ein Glücksgriff, da nahezu jeder für sich allein ein guter Charakterdarsteller ist, und letzteres braucht es für Kammerstücke logischerweise - man muss ja schließlich ohne große Einwirkung von außen unterhalten, was hier auch gelingt. Ohne da jemanden konkret zu bevorzugen, hat mir die Darstellung von Christoph Waltz am besten gefallen, obwohl er eher einer der ruhigeren Charaktere ist. Die verhaltene Arroganz seines Charakters war einfach köstlich mit anzusehen.
Aber!
Weniger überzeugend fand ich, dass die wahren Scheuklappen erst dann gefallen sind, nachdem jeder der vier sturzbesoffen ist. Dass Betrunkene die Wahrheit sagen (oder auch Dinge, die sie "nicht so meinen") ist ja nichts großartig Überraschendes. Einen besonderen Reiz hätte es aber gehabt, die Charaktere ohne Alkeinwirkung über ihre Grenzen gehen zu sehen. Abgesehen davon, dass Alk den Vorgang beschleunigt, störte mich das Gelalle der Charaktere 'gen Ende und ich frage mich, ob sie nach ausgeschlafenem Rausch ihr Aufeinandertreffen immer noch als Grenzerfahrung oder als Ausrutscher erleben.
Weniger toll fand ich auch, dass nur die Frauen hysterische Ziegen sind, die Männer aber eher ruhig bleiben - da hätte es die Mischung eher gemacht.
Einige Vorkommnisse wie z.B. die Kotzerei fand ich etwas unpassend (gerade für eine stock-im-arschige Investmentbankerin wie dem Chara von Kate Winslet, die dann im Strahl reiert wie ein Kneipenbruder? Seltsam. Oder famos.), wohingegen ich finde, dass man teilweise noch andere, etwas subtilere Entgleisungen hätte einbauen können.
Ich fand es auch nicht überzeugend, dass eine handvoll fremder Leute, die sich vorher ja immerhin noch nie gesehen haben, derart intim miteinander werden (im Bezug auf das Seelenleben!) ohne dass die einen die anderen rauswerfen oder man von selbst geht.
Der Schluss war mir zu abrupt und ohne Konsens, auch wenn ich es eigentlich mag, dass nicht immer nach Eintreten der Supermoral abgeblendet wird. Insgesamt ist das sicher kein Verschulden des Films, da man sich an das bereits existierende Stück gehalten hat. Darum ist meine Kritik auch nur Meckern auf hohem Niveau.

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mattxl

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Bewertung9.0Herausragend

Da lässt die ARD doch glatt den Epilog weg.... bei RTL und SAT 1 hätte ich ja nix anderes erwartet, aber dass die ARD nun auch schon dazu übergeht , durch Filmverstümmelung Pointen zu versemmeln - finde ich schon SEHR ärgerlich .... es hat schon seinen Grund, dass der Film 80 Minuten dauert - und nicht wie in der ARD 75 Minuten!

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ProfessorAbronsius

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Das war von der ARD echt eine absolute Frechheit. Verfälscht sogar die Message des Films.


mattxl

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@ Abronsius: Da hast du völlig recht!! hat mal wieder ein Redakteur so gar nichts kapiert....


Kai_Asmus

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Bewertung10.0Herausragend

TOLL! SUPER! GEIL! SUPERGEIL! RIESIG! PHÄNOMENAL! FAMOS! ELEFANTÖS!

Hat noch jemand ein paar Adjektive übrig???

Was habe ich mich amüsiert. Christoph Waltz ist mal wieder zum anbeten. Bei einer Szene habe ich nur darauf gewartet, dass er nach Sahne verlangt. In einer anderen entgleisen ihm sämtliche Gesichtszüge, als seine "Männlichkeitsprothese" in der Vase landet! Den habe ich mir gleich auf DVD zugelegt!

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pischti

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Geil war als Waltz (SPOILER) in der fremden Wohnung telefoniert, mit dem Kuchenteller in den Flur geht, diesen auf irgendeiner Schrankwand abstellt und dort gemütlich weiter frisst :D


Kai_Asmus

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Ja, genau! Die Telefoniererei an sich und das, was er so zum Besten gibt! :)


LauraMi

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Bewertung7.0Sehenswert

Hab den Film gestern im Ersten gesehen. Dabei war die letzte Szene die, in der das Handy auf dem Tisch vibriert, aber Wikipedia behauptet, danach kommt noch eine Szene?! Anscheinend hat die ARD die letzte Einstellung als unwichtig empfunden.

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frank-br

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein Bühnenstück als Film. Dies ist Polanski finde ich ganz ansehlich gelungen. Schauspielerisch gibt es absolut nichts auszusetzen.

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quastenflosser

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Was für ein Genuss!
Es gibt doch nichts schöneres als einen Film zu sehen bei dem einfach so gut wie alles richtig gemacht wurde. Roman Polanski zeigt hier erneut was in ihm steckt und geizt dabei nicht an hochkarätigen Schauspielern. Was Waltz, Winslet, Foster und Reilly hier darbieten ist einfach nur zum niedernkien. Es macht einfach ungemeinen spaß Waltz dabei zu beobachten wie er das ganze Geschehen um sich herum aufsaugt und genüsslich dabei zusieht wie sich die Fronten verhärten. Er genießt das spektakel so richtig und das sieht man ihm auch an. Die beiden Frauen verzweifeln immer mehr an ihren Männern und versuchen dies geschickt mit Alkohol zu unterbinden, was ihnen aber nur bedingt gelingt. Dann wäre da noch John C. Reilly, der hier eine echt starke performance abgibt aber aufgrund seiner Charakterzüge ein wenig im Geschrei untergeht. Einfach ein super Film der zu keinem Zeitpunkt langweilig wird.
Dazu kommt das mich das ganze Szenario an die Jährlichen Familientreffen bei mir erinnern, da geht es auch jedes mal so drunter und drüber. Gott sei dank. ;)

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sachsenkrieger

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Ein allerherrlichstes Wortgemetzel, das e-x-a-k-t 80 Minuten Dauergrinsen auf mein Gesicht gezaubert hat. Toller Kommi!


Samweis_Gamdschie

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Bewertung7.5Sehenswert

Netter Film, der nie langweilig wird. Alle Schauspieler machen ihre Sache spitze, besonders zu loben ist Christoph Waltz.
Sehr unterhaltsame Komödie bei der ich recht oft lachen musste.
Sehr charmanter Film, den ich mir bestimmt noch einmal ansehen werde.
Nur zu empfehlen !

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Andy the X

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Bewertung7.0Sehenswert

Langsam fallen im Laufe des Films sämtliche Fassaden, die die einzelnen Charaktere und Paare um sich herum aufgebaut haben, in sich zusammen. Schließlich kommt die echte, ekelhafte, arrogante, selbstsüchtige, unsichere, misanthropische, selbstgerechte Fratze zum Vorschein, die jeder der vier Protagonisten (und jeder Mensch?) unter seiner Maske zu verbergen sucht.
Großartig gespielt von allen vier Darstellern wirkt dieses Kammerstück wie ein Strudel auf den Zuschauer, der einen gnadenlos mit ins Verderben reißt. Es ist ziemlich unangenehm, Zeuge davon zu werden, wie vier Erwachsene Menschen jegliche Beherrschung und jeden Anstand verlieren und gleichzeitig ist es so unglaublich faszinierend!
---
Ich habe normalerweise das "Problem" nicht, dass ich Schauspieler direkt mit der Rolle verbinde, die sie spielen. Doch in diesem Fall war ich von Anfang an "parteisch" für die Figur von Christoph Waltz, weil ich ihn als Schauspieler einfach sehr gerne mag. Und er spielt den eloquenten Workaholic so gut, dass ich ihm diese Schwäche eher verziehen habe. Das hat dem Film vielleicht etwas geschadet, denn jeder der vier Charaktere hat auf seine Weise einen extrem miesen Charakter , den der Film nach und nach offenlegt. Wenn man am Anfang neutral eingestellt ist, wäre das wohl eine idalere Grundvoraussetzung, aber was soll's.

Den abrupten Schluss fand ich nicht die beste Möglichkeit den Film zu beenden. Zwar wäre eine offene Handgreiflichkeit zu plump gewesen, dennoch hätte es sicher Möglichkeiten gegeben, die Eskalation noch einmal auf die Spitze zu treiben und den Film so zu beenden.

Dennoch: Sehr Sehenswert!
Ich will den Film auch unbedingt nochmal in der Originalsprache sehen. Fand ihn auf deutsch sehr gut, aber in so einem Kammerspiel, das eigentlich zu 100% von den Schauspielern getragen wird, könnte ich mir gut vorstellen, dass ich für die Originalfassung nochmal 0,5 bis 1 Punkt mehr hergebe als

7,0

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Drogba11

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Da du den Film wohl auch im Ersten gesehen hast:
Das Ende war sehr abrupt, weil der Epilog bei dieser Ausstrahlung nicht gezeigt wurde. Habe mich gleich gewundert, ob dort (außer dem Abspann) noch etwas fehlt.
Eine ordentliche Schlägerei wäre aber auch ein passender Schluss gewesen, am besten mit ein paar ausgeschlagenen Zähnen :)


Andy the X

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Ach, im Ernst? Na dass habe ich ja gern, wenn der Schluss weggeschnitten wird... Von den Privaten bin ich den harten "Film-aus-hier-deine Werbung-mitten-ins-Gesicht-Schnitt" ja schon gewohnt, aber im Öffentlich Rechtlichen? Gefällt mir gar nicht.
Danke für den Hinweis!


Val Vega

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Roman Polanskis Theaterverfilmung ist eine wunderbare schwarze Komödie, die anders als das was heutzutage den Komödienmarkt überrollt (Hier beliebigen Melissa-McCarthy-ist-eine-dicke-fette-blöde-Seekuh-Witz einfügen) mit sehr intelligenten Gags punkten kann, die stets mit einer Demaskierung einer oberflächlichen Gesellschaft

Jodie Foster und Kate Winslet fand ich schon immer unsympathisch und durch die überzeugende Darstellung der ihnene angedachten Rollen hat sich nichts verändert. Hier treffen zwei Welten auf einander. Christoph Waltz, der hier wieder einmal brilliert, und Kate Winslet, die allem Anschein nach Reily und Foster sowohl in gebildeter als auch finanzieller Sicht überlegen sind, beginnen sich nach und nach in den beiden zu spiegeln. Zuerst wirken alle bemüht höflich, sachlich und ruhig zu bleiben, doch ihre Unfähigkeit zu Ignorieren lässt das ganze Ausarten.

Christoph Waltz, dessen Figur noch am sympathischsten war, hat allen Spaß dabei, die Figuren, insbesondere Oberzicke Jodie Forster, zu demaskieren (Die Szene in der, er ihr sagt, wie unattraktiv solche scheinheiligen möchtegern Weltverbesserinnen, wie sie eine ist sind und wie sehr sie das, was sie tun nur tun um ihr eigense gewissen zu erleichtern udn wie sehr sie den menschen auf den Sack damit gehen, ist einfach nur GÖTTLICH!). Nach und nach gehen alle gesellschaftlichen Konventionen und Höflichkeitsfloskeln verloren, scheinbare Objektivität und Political Correctness flöten und schließlich offenbart der Alkohol das wahre Gesicht der Menschen.

"Der Gott des Gemetzels" ist ein herrlich zynisches Stück Komödie, das durch seine wunderbaren Schauspieler glänzt, durch seine enorm kurze Laufzeit wunderbar unterhält und das durch Polanskis Talent hinter der Kamera zu einem ganz besaonderem Schmankerl wird.

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Lydia Huxley

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Das unterschreibe ich so! Toller Film :)
Aber HALT-STOP! ...Kate Winslet... unsympathisch? :O Aber...aber... das geht doch gar nicht!


Lydia Huxley

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Das unterschreibe ich so! Toller Film :)
Aber HALT-STOP! ...Kate Winslet... unsympathisch? :O Aber...aber... das geht doch gar nicht!


Manaan

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Man braucht Durchhaltevermögen, definitiv. Nicht jedermanns Sache sich das Geplapper anzusehen, allerdings ist der Film mit 80 Minuten auch recht kurz geraten.
Der Film an sich, einfach wunderbar gespielt. Die Dialoge machen den kompletten Film aus und ausser die exzellente Darstellerleistung (Nicht nur von Waltz) und die überaus genial inszenierten Dialoge gibt es nichts zu bewerten, meine Meinung.

Wie aber schon gesagt, hat Polanski wieder super Arbeit abgeliefert und die 80 Minuten sind wirklich seht gut investiert.

Was ich noch anmerken möchte: Am Anfang ist der Fremdschämfaktor sehr hoch. Irgendwie fühlt der Zuschauer sich unglaublich unwohl. Mir ging es jedenfalls so. Diese gespielte Freundlichkeit ist weitestgehend normal, aber auch wirklich abstoßend, wenn man sich das mal als Aussenstehender anschaut. Daher, durchhalten! Gerade die Kommentare von Alan (Christoph Waltz) Sind es wert!

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uncut123

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Bewertung7.5Sehenswert

ich konnte mich nur drann erinnern das es lustige dialoge gab...aber das die da auch viel agieren hatte ich vergessen...oft gab es stellen wo man laut loslachen muss!
alle rocken auf einer ebene und das ende ist verleicht abgehackt aber gut

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markus.schwarz.16

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Der Waltz war in dem Ensamble der beste fand ich ...
Im gesamten eine richtig gute Theater Verfilmung !!!


uncut123

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ich fand waltz etwas am rand gestellt...LEIDER
für mich lag der fokus auf die beiden damen-so hab ich es wargenommen



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