Der Gott des Gemetzels

Carnage (2011), DE/FR/PL Laufzeit 80 Minuten, FSK 12, Drama, Komödie, Kinostart 24.11.2011


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7.4
Kritiker
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7.6
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390 Kommentare
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von Roman Polanski, mit Kate Winslet und Christoph Waltz

Roman Polanski zeigt in Der Gott des Gemetzels ein eher schlechtes Beispiel von elterlicher Vorbildfunktion am Beispiel zweier Familien.

Kinder, streitet euch nicht, nehmt euch lieber ein gutes Beispiel an euren Eltern! Auch wenn der martialische Titel Der Gott des Gemetzels zunächst für Irritationen sorgen mag, so findet er im Laufe des Films seine Berechtigung, denn die Erwachsenen geben fürwahr eher ein schlechtes Beispiel in Deeskalation ab. Die Eltern sind: Nancy (Kate Winslet) und Alan Cowan (Christoph Waltz) und Penelope (Jodie Foster) und Michael Longstreet (John C. Reilly). Die beiden Elternpaare treffen sich des Abends, um sich in zivilisierter Weise zusammenzusetzen und den Streit ihrer beider Söhne zu schlichten. Doch die friedliche Atmosphäre täuscht, die Fassade der bürgerlichen Konventionen bröckelt zusehends, und nachdem der Gott des Gemetzels erst einmal entfesselt ist, entblößen die Vier ihre wahre Natur und offenbaren ihre Kleingeistigkeit und ihre Ängste in kindischem Gebaren. Ganz so, wie man es von Erwachsenen erwartet.

Hintergrund & Infos zu Der Gott des Gemetzels
Der Gott des Gemetzels basiert auf dem französischen Bühnenstück von Yasmina Reza Le Dieu du Carnage. Bevor sich Roman Polanski seiner annahm, wurde Gott des Gemetzels zunächst u.a. mit Isabelle Huppert inszeniert und auch die Broadway-Adaption konnte mit namhaften Schauspielern wie Jeff Daniels, Hope Davis, James Gandolfini und Marcia Gay Harden aufwarten. Das Ensemble gewann konsequenterweise 2009 den Tony Award. Der Erfolg auf der Bühne bereitete den Weg für die filmische Umsetzung des kammerspielartigen Dramas. Mit Roman Polanski fand sich schließlich auch ein Regisseur, der den Stoff in kongenialer Weise in Szene zu setzen wusste. Und so ging der Erfolg von der Gott des Gemetzels (OT: Carnage) in die nächste Runde: Bei den Filmfestspielen in Venedig 2011 gewann die schwarze Komödie den Kleinen Goldenen Löwen. Damit sind die Weichen für die kommenden Oscars gelegt. Preiset den Gott des Gemetzels! (EM)

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Kommentare (359) — Film: Der Gott des Gemetzels


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Mr. Laurel

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Bewertung5.5Geht so

Von Polansksi habe ich mehr erwartet, schließlich kennt er sich ja mit Wohnungen als Drehort aus („Ekel“, „Der Mieter“). Das Ganze wirkte auf mich nicht interessanter als eine beliebige Sitcom. Polanski inszenierte eher ruhig und unspektakulär, mit ruhiger Hand (ist ja ein Theaterstück kein Action Film). Die Story bzw. das Drehbuch von Yasmina Reza fand ich auch nicht besonders spritzig, bissig oder originell (die Romane von Hera Lind sind bestimmt anspruchsvoller).

Es wäre interessant gewesen zu sehen, wie andere Regisseure das Drehbuch bearbeitet hätten und das Stück mit anderen Schauspielern inszeniert hätten. Zum Beispiel Woody Allen mit sich als Schauspieler und z.B. Lindsay Lohan als seine Ehefrau (die Dialoge wären sicherlich um einiges witziger gewesen). Oder Lars von Trier hätte z.B. mit Charlotte Gainsbourg und Willem Dafoe gedreht (das Ganze wäre sicherlich depressiver ausgefallen).

Mit einer anderen Autorin und einem anderen Regisseur hätte man sicherlich eine Menge aus der Grundidee machen können – der Film von Polanski und Reza ist nur OK, aber man muss ja froh sein, dass es noch Filme ohne CGI und 3D Overkill gibt.

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quastenflosser

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hätte, wäre, könnte... Vllt nimmt sich ja irgendwann noch einer der genannten Regisseure das Drehbuch zur Hand und schaut was er daraus machen kann. ;)


Dady

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Bewertung7.5Sehenswert

Es macht schon einen riesen Spaß diesem hervorragenden Cast bei der Arbeit zuzusehen. Jodie Foster, Kate Winslet und der grandiose Christoph Waltz sind sowieso erste Sahne. Doch die eigentliche Überraschung ist John C. Reilly. Er ist mindestens genauso gut wie seine hochdekorierten Schauspielkollegen und hat mich glatt umgehauen. Der Auslöser dieser illustren Runde war eine eher harmlose Schlägerei unter Kindern. Die leider mit dem Verlust von 2 Zähnen ihr Ende fand. Was eigentlich eine harmlose Gesprächsrunde werden sollte mit dem Ziel das der Täter sich entschuldigt und am Ende wieder vertragen. Entwickelt sich zu einer Katastrophe mittleren Ausmaßes die man vorher so auch noch nicht gesehen hat. Vorlage dieser Geschichte ist ein Theaterstück das Roman Polanski auf die große Leinwand gebracht hat. Bei dieser Gesellschaftssatire gibt es ne Menge zu lachen aber ich war auch ein wenig erstaunt über seine schonungslose Offenheit. Also unbedingt anschauen wer es bis heute noch nicht geschafft hat.

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abendrot

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Bewertung6.5Ganz gut

Bei diesem Kammerstück im Filmformat, welches das Geschehen quasi auf ein Wohnzimmer komprimiert stehen zwei Elternpaare im Fokus, deren Söhne sich geprügelt haben. Die Geschichte beginnt mit dem Versuch der ungleichen Paare, den Vorfall einvernehmlich zu klären und endet mit deren komplettem Seelenstriptease, wobei ihnen ihre innere Leere erst bewusst wird, als sie sich nach und nach miteinander über den Laufe eines Nachmittags in die Haare kriegen. Das ist vor allem an Anfang spannend, als sich noch alle um Fassung bemühen obwohl man förmlich fühlen kann, dass jedem das Messer in der Hose aufgeht (wer oberflächliche Familientreffen kennt, bei denen auf Eitel Sonnenschein gemacht wird, wird das zu gut nachvollziehen können). Der Film geht dann im Folgenden darauf ein, was passiert, wenn wirklich mal - Stück für Stück - die Hutschnur reißt. Die Besetzung ist ein Glücksgriff, da nahezu jeder für sich allein ein guter Charakterdarsteller ist, und letzteres braucht es für Kammerstücke logischerweise - man muss ja schließlich ohne große Einwirkung von außen unterhalten, was hier auch gelingt. Ohne da jemanden konkret zu bevorzugen, hat mir die Darstellung von Christoph Waltz am besten gefallen, obwohl er eher einer der ruhigeren Charaktere ist. Die verhaltene Arroganz seines Charakters war einfach köstlich mit anzusehen.
Aber!
Weniger überzeugend fand ich, dass die wahren Scheuklappen erst dann gefallen sind, nachdem jeder der vier sturzbesoffen ist. Dass Betrunkene die Wahrheit sagen (oder auch Dinge, die sie "nicht so meinen") ist ja nichts großartig Überraschendes. Einen besonderen Reiz hätte es aber gehabt, die Charaktere ohne Alkeinwirkung über ihre Grenzen gehen zu sehen. Abgesehen davon, dass Alk den Vorgang beschleunigt, störte mich das Gelalle der Charaktere 'gen Ende und ich frage mich, ob sie nach ausgeschlafenem Rausch ihr Aufeinandertreffen immer noch als Grenzerfahrung oder als Ausrutscher erleben.
Weniger toll fand ich auch, dass nur die Frauen hysterische Ziegen sind, die Männer aber eher ruhig bleiben - da hätte es die Mischung eher gemacht.
Einige Vorkommnisse wie z.B. die Kotzerei fand ich etwas unpassend (gerade für eine stock-im-arschige Investmentbankerin wie dem Chara von Kate Winslet, die dann im Strahl reiert wie ein Kneipenbruder? Seltsam. Oder famos.), wohingegen ich finde, dass man teilweise noch andere, etwas subtilere Entgleisungen hätte einbauen können.
Ich fand es auch nicht überzeugend, dass eine handvoll fremder Leute, die sich vorher ja immerhin noch nie gesehen haben, derart intim miteinander werden (im Bezug auf das Seelenleben!) ohne dass die einen die anderen rauswerfen oder man von selbst geht.
Der Schluss war mir zu abrupt und ohne Konsens, auch wenn ich es eigentlich mag, dass nicht immer nach Eintreten der Supermoral abgeblendet wird. Insgesamt ist das sicher kein Verschulden des Films, da man sich an das bereits existierende Stück gehalten hat. Darum ist meine Kritik auch nur Meckern auf hohem Niveau.

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mattxl

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Bewertung9.0Herausragend

Da lässt die ARD doch glatt den Epilog weg.... bei RTL und SAT 1 hätte ich ja nix anderes erwartet, aber dass die ARD nun auch schon dazu übergeht , durch Filmverstümmelung Pointen zu versemmeln - finde ich schon SEHR ärgerlich .... es hat schon seinen Grund, dass der Film 80 Minuten dauert - und nicht wie in der ARD 75 Minuten!

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ProfessorAbronsius

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Das war von der ARD echt eine absolute Frechheit. Verfälscht sogar die Message des Films.


mattxl

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@ Abronsius: Da hast du völlig recht!! hat mal wieder ein Redakteur so gar nichts kapiert....


Kai_Asmus

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Bewertung10.0Herausragend

TOLL! SUPER! GEIL! SUPERGEIL! RIESIG! PHÄNOMENAL! FAMOS! ELEFANTÖS!

Hat noch jemand ein paar Adjektive übrig???

Was habe ich mich amüsiert. Christoph Waltz ist mal wieder zum anbeten. Bei einer Szene habe ich nur darauf gewartet, dass er nach Sahne verlangt. In einer anderen entgleisen ihm sämtliche Gesichtszüge, als seine "Männlichkeitsprothese" in der Vase landet! Den habe ich mir gleich auf DVD zugelegt!

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pischti

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Geil war als Waltz (SPOILER) in der fremden Wohnung telefoniert, mit dem Kuchenteller in den Flur geht, diesen auf irgendeiner Schrankwand abstellt und dort gemütlich weiter frisst :D


Kai_Asmus

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Ja, genau! Die Telefoniererei an sich und das, was er so zum Besten gibt! :)


LauraMi

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Bewertung7.0Sehenswert

Hab den Film gestern im Ersten gesehen. Dabei war die letzte Szene die, in der das Handy auf dem Tisch vibriert, aber Wikipedia behauptet, danach kommt noch eine Szene?! Anscheinend hat die ARD die letzte Einstellung als unwichtig empfunden.

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frank-br

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein Bühnenstück als Film. Dies ist Polanski finde ich ganz ansehlich gelungen. Schauspielerisch gibt es absolut nichts auszusetzen.

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quastenflosser

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Was für ein Genuss!
Es gibt doch nichts schöneres als einen Film zu sehen bei dem einfach so gut wie alles richtig gemacht wurde. Roman Polanski zeigt hier erneut was in ihm steckt und geizt dabei nicht an hochkarätigen Schauspielern. Was Waltz, Winslet, Foster und Reilly hier darbieten ist einfach nur zum niedernkien. Es macht einfach ungemeinen spaß Waltz dabei zu beobachten wie er das ganze Geschehen um sich herum aufsaugt und genüsslich dabei zusieht wie sich die Fronten verhärten. Er genießt das spektakel so richtig und das sieht man ihm auch an. Die beiden Frauen verzweifeln immer mehr an ihren Männern und versuchen dies geschickt mit Alkohol zu unterbinden, was ihnen aber nur bedingt gelingt. Dann wäre da noch John C. Reilly, der hier eine echt starke performance abgibt aber aufgrund seiner Charakterzüge ein wenig im Geschrei untergeht. Einfach ein super Film der zu keinem Zeitpunkt langweilig wird.
Dazu kommt das mich das ganze Szenario an die Jährlichen Familientreffen bei mir erinnern, da geht es auch jedes mal so drunter und drüber. Gott sei dank. ;)

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sachsenkrieger

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Ein allerherrlichstes Wortgemetzel, das e-x-a-k-t 80 Minuten Dauergrinsen auf mein Gesicht gezaubert hat. Toller Kommi!


Samweis_Gamdschie

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Bewertung7.5Sehenswert

Netter Film, der nie langweilig wird. Alle Schauspieler machen ihre Sache spitze, besonders zu loben ist Christoph Waltz.
Sehr unterhaltsame Komödie bei der ich recht oft lachen musste.
Sehr charmanter Film, den ich mir bestimmt noch einmal ansehen werde.
Nur zu empfehlen !

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Andy the X

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Bewertung7.0Sehenswert

Langsam fallen im Laufe des Films sämtliche Fassaden, die die einzelnen Charaktere und Paare um sich herum aufgebaut haben, in sich zusammen. Schließlich kommt die echte, ekelhafte, arrogante, selbstsüchtige, unsichere, misanthropische, selbstgerechte Fratze zum Vorschein, die jeder der vier Protagonisten (und jeder Mensch?) unter seiner Maske zu verbergen sucht.
Großartig gespielt von allen vier Darstellern wirkt dieses Kammerstück wie ein Strudel auf den Zuschauer, der einen gnadenlos mit ins Verderben reißt. Es ist ziemlich unangenehm, Zeuge davon zu werden, wie vier Erwachsene Menschen jegliche Beherrschung und jeden Anstand verlieren und gleichzeitig ist es so unglaublich faszinierend!
---
Ich habe normalerweise das "Problem" nicht, dass ich Schauspieler direkt mit der Rolle verbinde, die sie spielen. Doch in diesem Fall war ich von Anfang an "parteisch" für die Figur von Christoph Waltz, weil ich ihn als Schauspieler einfach sehr gerne mag. Und er spielt den eloquenten Workaholic so gut, dass ich ihm diese Schwäche eher verziehen habe. Das hat dem Film vielleicht etwas geschadet, denn jeder der vier Charaktere hat auf seine Weise einen extrem miesen Charakter , den der Film nach und nach offenlegt. Wenn man am Anfang neutral eingestellt ist, wäre das wohl eine idalere Grundvoraussetzung, aber was soll's.

Den abrupten Schluss fand ich nicht die beste Möglichkeit den Film zu beenden. Zwar wäre eine offene Handgreiflichkeit zu plump gewesen, dennoch hätte es sicher Möglichkeiten gegeben, die Eskalation noch einmal auf die Spitze zu treiben und den Film so zu beenden.

Dennoch: Sehr Sehenswert!
Ich will den Film auch unbedingt nochmal in der Originalsprache sehen. Fand ihn auf deutsch sehr gut, aber in so einem Kammerspiel, das eigentlich zu 100% von den Schauspielern getragen wird, könnte ich mir gut vorstellen, dass ich für die Originalfassung nochmal 0,5 bis 1 Punkt mehr hergebe als

7,0

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Drogba11

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Da du den Film wohl auch im Ersten gesehen hast:
Das Ende war sehr abrupt, weil der Epilog bei dieser Ausstrahlung nicht gezeigt wurde. Habe mich gleich gewundert, ob dort (außer dem Abspann) noch etwas fehlt.
Eine ordentliche Schlägerei wäre aber auch ein passender Schluss gewesen, am besten mit ein paar ausgeschlagenen Zähnen :)


Andy the X

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Ach, im Ernst? Na dass habe ich ja gern, wenn der Schluss weggeschnitten wird... Von den Privaten bin ich den harten "Film-aus-hier-deine Werbung-mitten-ins-Gesicht-Schnitt" ja schon gewohnt, aber im Öffentlich Rechtlichen? Gefällt mir gar nicht.
Danke für den Hinweis!


Val Vega

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Roman Polanskis Theaterverfilmung ist eine wunderbare schwarze Komödie, die anders als das was heutzutage den Komödienmarkt überrollt (Hier beliebigen Melissa-McCarthy-ist-eine-dicke-fette-blöde-Seekuh-Witz einfügen) mit sehr intelligenten Gags punkten kann, die stets mit einer Demaskierung einer oberflächlichen Gesellschaft

Jodie Foster und Kate Winslet fand ich schon immer unsympathisch und durch die überzeugende Darstellung der ihnene angedachten Rollen hat sich nichts verändert. Hier treffen zwei Welten auf einander. Christoph Waltz, der hier wieder einmal brilliert, und Kate Winslet, die allem Anschein nach Reily und Foster sowohl in gebildeter als auch finanzieller Sicht überlegen sind, beginnen sich nach und nach in den beiden zu spiegeln. Zuerst wirken alle bemüht höflich, sachlich und ruhig zu bleiben, doch ihre Unfähigkeit zu Ignorieren lässt das ganze Ausarten.

Christoph Waltz, dessen Figur noch am sympathischsten war, hat allen Spaß dabei, die Figuren, insbesondere Oberzicke Jodie Forster, zu demaskieren (Die Szene in der, er ihr sagt, wie unattraktiv solche scheinheiligen möchtegern Weltverbesserinnen, wie sie eine ist sind und wie sehr sie das, was sie tun nur tun um ihr eigense gewissen zu erleichtern udn wie sehr sie den menschen auf den Sack damit gehen, ist einfach nur GÖTTLICH!). Nach und nach gehen alle gesellschaftlichen Konventionen und Höflichkeitsfloskeln verloren, scheinbare Objektivität und Political Correctness flöten und schließlich offenbart der Alkohol das wahre Gesicht der Menschen.

"Der Gott des Gemetzels" ist ein herrlich zynisches Stück Komödie, das durch seine wunderbaren Schauspieler glänzt, durch seine enorm kurze Laufzeit wunderbar unterhält und das durch Polanskis Talent hinter der Kamera zu einem ganz besaonderem Schmankerl wird.

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Lydia Huxley

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Das unterschreibe ich so! Toller Film :)
Aber HALT-STOP! ...Kate Winslet... unsympathisch? :O Aber...aber... das geht doch gar nicht!


Lydia Huxley

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Das unterschreibe ich so! Toller Film :)
Aber HALT-STOP! ...Kate Winslet... unsympathisch? :O Aber...aber... das geht doch gar nicht!


Manaan

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Man braucht Durchhaltevermögen, definitiv. Nicht jedermanns Sache sich das Geplapper anzusehen, allerdings ist der Film mit 80 Minuten auch recht kurz geraten.
Der Film an sich, einfach wunderbar gespielt. Die Dialoge machen den kompletten Film aus und ausser die exzellente Darstellerleistung (Nicht nur von Waltz) und die überaus genial inszenierten Dialoge gibt es nichts zu bewerten, meine Meinung.

Wie aber schon gesagt, hat Polanski wieder super Arbeit abgeliefert und die 80 Minuten sind wirklich seht gut investiert.

Was ich noch anmerken möchte: Am Anfang ist der Fremdschämfaktor sehr hoch. Irgendwie fühlt der Zuschauer sich unglaublich unwohl. Mir ging es jedenfalls so. Diese gespielte Freundlichkeit ist weitestgehend normal, aber auch wirklich abstoßend, wenn man sich das mal als Aussenstehender anschaut. Daher, durchhalten! Gerade die Kommentare von Alan (Christoph Waltz) Sind es wert!

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uncut123

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Bewertung7.5Sehenswert

ich konnte mich nur drann erinnern das es lustige dialoge gab...aber das die da auch viel agieren hatte ich vergessen...oft gab es stellen wo man laut loslachen muss!
alle rocken auf einer ebene und das ende ist verleicht abgehackt aber gut

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markus.schwarz.16

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Der Waltz war in dem Ensamble der beste fand ich ...
Im gesamten eine richtig gute Theater Verfilmung !!!


uncut123

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ich fand waltz etwas am rand gestellt...LEIDER
für mich lag der fokus auf die beiden damen-so hab ich es wargenommen


85567

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Bewertung1.0Ärgerlich

gut, daß wir den trailer voher angeschaut haben. Meine langjährige Nachbarin in München (!), Mariele Millowitsch, hats mir mal erklärt. Die Amis spielen Theater im Film.
Sie sagen z.B. meist nicht einfach "NO", sondern, nachdem Sie eine Grimasse schneiden ein oft längergezogenes "NOOHH...". Dann setzen Sie die Gimassse wieder ab. Zwischendrin meint man, jetzt kämen die eingespielten Lacher , übrigens auch so eine furchtbare USerfindung - kommt gleich nach der Atombombe. Der Versuch, das ganze irgendwie amerikanisch-synchronisiert zu übersetzen, gibt dem ganzen für unsern Geschmack den Rest. Also, wenn man beispielsweise "Mam" mit "Mäm" übersetzt oder "Sir mit "Sör" statt mit "mein Herr". Die reden halt anders und die Leute - auch Politiker - schluchzen auch in echt viel ungehemmter in die Kameras als etwa in Deutschland oder Großbritannien usw. Kurz und gut, für uns ist das mit so einem Film (gilt für die meisten US-Filme ab den 70ern etwa) wie wenn man einem Klassik-oder Jazzfan eine aufdringlich laute verzerrte Technodisomusik vorsetzt. 1 Punkt gibts für Waltz.

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85567

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tut mir leid, daß wir (meine Eva und ich) nicht ganz verstanden worden sind. Es geht v.a. darum, WIE die Leute reden, nicht nur um die Sychronisation. Zum Beispiel die Schweizer, österreichische, holländische oder oft auch deutsche Filme, da ist die Sprache anders, nicht so stotterig, schwer zu erklären! Eine Ausnahme bei den Amerikanern wär übrigens beispielsweise COLUMBO - der redet anders,
seine Mimik ist eher sparsam aber perfekt ( wenigstens bis Anfang der 70er). Oder eben der excellente Christoph Waltz mit seiner europäischen Schauspielschule.
Ich versuchs nochmal mit einem Beispiel für US-amerikanische Art, das nicht auf auf Filme bezogen ist, aber das "stottrige" mit vielen ouh und ahh und ähhs zeigen soll. Man kann Amerikaner in irgendwelchen Fernsehsendungen oder im Radie hören, wie sie zuweilen einen Satz mit "I....I......I.......I (Punkte bedeuten Pause) beginnen. Bei irgeneinem Wahlkampf, hat ein Präsidentschaftskandidat vor dem typisch amerikanischen fähnchenschwingenden Fanpublikum ins Mikro nur einen Satz gesagt : " I..I...I....I - I.. love America " - Tosender Beifall,
sowas muß man halt mögen. Ein Deutscher Kanzlerkandidat würde heftig karikiert werden , wenn er nur : Ich.. ich...ich....ich - ich liebe Deutschland (Punkt) sagen würde. Es geht um die relativ theatralischen Gesten, Augenaufschläge und eine etwas jammernde Sprache . Aber keine Aufregung, die Geschmäcker sind halt - wie bei Musik auch - verschieden. Zwischen Musikantenstadel , aktueller Popmusik und Louis Armstrong oder Mozart liegen ja auch Welten.

Übrigens, soweit ich Regie und Drehbuch durch die wenigen Sequenzen nur sehr bedingt beurteilen will : eher nicht berauschend, aber vielleicht gar nicht so schlecht. da liegt auch nicht unser Problem. Es ist eine generelle Kritik an der amerikanischen Filmkultur . Alte Wenders oder gar Hitchcocks waren eben reichlich anders - da gabs große Filme.


85567

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o weh, jetz hab ich das einfachste Beispiel für unsre Kritik vergessen. Der frühe Polanski - mit "Tanz der Vampire ". Rundum gelungen, alles glänzend Regie bis Schauspieler. Ein ganz anderer Stil - die Vampire schauen wir immer wieder gern an. Mit dem Gemetzel können wir halt nix anfangen.


Stundorn

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Bewertung9.0Herausragend

Darf man so einen Film ein Kleinod nennen?
Ich mag Filme über Kommunikation, zwischenmenschliche Eskalationen dieser Art.
Er regt zum nachdenken an, indem er auch zum lachen bringt und einem selbst überlässt, was man mit dem Dargebotenen anfängt. Keine Moralkeule, keine vorgekaute Kost. Ansehen, zuhören, das Detail erkennen, staunen, lachen, denken.
Beste Unterhaltung auf hohem schauspielerischen, filmischen Niveau.

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Troublemaker69

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Bewertung9.0Herausragend

Langsam muss ich mir echt Sorgen machen, dass mich hier niemand mehr ernst nimmt, so oft,wie ich hier Filme mit mehr als 7 Punkte bewerte, aber was soll ich machen? Ich habe halt das große Glück, dass ich oft gut Filme zu sehen bekomme.
Als ich "Der Gott des Gemetzels" auf DVD zu dem Spitzenpreis von 5€ bei Media Markt sah, hab ich ihn einfach mitgenommen. Es war ein Blindkauf, ich habe vorher nie was von diesem Film gehört und ich habe mir auch nicht durchgelesen, worum es geht. Hab nur das Cover, den Preis und den Cast gesehen-und was für ein Cast.
Tja und so bleibt mir an dieser Stelle nichts anderes übrig, als mal wieder über einen Film zu schwärmen...Man, man, man: Schon seit Godzilla gab es kaum noch eine schlechte Wertung von mir, aber bestimmt kommen bald auch wieder ein paar Filme, die nicht so wunderbar sind :D
Aber jetzt komme ich erstmal zur Sache:

Es ist schon faszinierend, dass es Filme gibt, die mit kleinsten Mitteln mehr schaffen, als Blockbuster mit einem Riesenbudget.
In 80 Minuten etwas derartig hochwertiges zu inszenieren gab es selten. Dabei hat der Streifen eine gar nicht mal so außergewöhnliche Story: Zwei 11-Jährige haben ein Konflikt, woraufhin der eine den anderen mit einem Stock ins Gesicht schlägt. Daraufhin laden die Eltern des Opfers die Eltern des anderen Jungen ein, um den Konflikt "wie Erwachsene" auszudiskutieren. Dabei geht das Gespräch aber total nach hinten los, denn was eine erwachsene Lösung herbeirufen soll, bringt pure kindische Anarchie.
Was an dem Film so faszinierend ist, ist die Entstehung des Konfliktes und die einzelnen Charaktere.
Nancy, mit ihrer braven und höflichen Fassade, die sich erst nach dem Trinken von Alkohol löst.
Ihr Gatte Alan, der Rechtsanwalt, der selber gesteht, dass sein ganzes Leben von seinem Handy abhängig ist.
Penelope, die versucht alles "politisch-korrekt" zu lösen und dabei furchtbar penetrant daherkommt.
Und zu guter Letzt noch Michael, der Koleriker.
Besonders gut und herrlich selbstironisch sind de Dialoge während der einzelnen Konflikte.
Beispiel: Nancy hat die Schnauze voll davon, dass ihr Gatte die ganze Zeit telefoniert. So nimmt sie kurzerhand das Handy und lässt es in eine mit Wasser befüllte Vase fallen. Währenddessen Alan total am Ausrasten ist, lacht Nancy wie eine Verrückte los. "Männer hängen so schrecklich an ihren Spielzeugen...", sagt sie danach, währenddessen ihr Gatte melancholisch in der Ecke sitzt.
An einer späteren Stelle des Films wirft Penelope Nancys Tasche quer durch den Raum, wobei ihr Schminkzeug zu Bruch geht. Daraufhin bekommt sie einen hysterischen Anfall und kann sich kaum noch halten. Schon ein wenig ironisch, dass das genau von der Person kommt, die ein paar Minuten vorher noch über die Abhängigkeit von Gegenständen gelacht hat.
Eine weitere sehr ironische Szene, ist die, in der Michael und Penelope sich angeblich um ihren Sohn sorgen und Michael fast im selben Augenblick davon berichtet, wie er den Hamster ausgesetzt hat. Durch diesen Paradoxa, die doch recht ironisch wirken, hat der Film einen ausgezeichneten und einzigartigen Humor.
Dazu kommt noch die klasse schauspielerische Leistung, vor allem Waltz als Alan und Kate Winslet als Nancy haben mich unheimlich überzeugt.
Fast im ganzen Film sieht man nur diese vier Personen und eine Wohnung. Mit so simplen Mitteln kann man einen so genialen Film drehen, ich bin begeistert.
Was sich zuerst anhört wie ein übelster Splatter (wenn man nur vom Titel ausgeht) ist in echt ein intelligenter und vor allem dialogstarker Film, der 80 Minuten lang eigentlich nur mit Konflikten auskommt. Ich ziehe meinen imaginären Hut...

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wertikaner

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Gute Unterhaltung die hast du auf jeden Fall damit na dann bis später...


Troublemaker69

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Vielen Dank :)Bis später...


sacheria

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Bewertung9.5Herausragend

Also man muss definitiv gestehen, dass einem bei diesem Film ein bisschen Konzentration abgefordert wird :D Nicht weil es schwer zu verstehen ist, aber durch die andauernden Dialoge ohne Verschnaufpause durch einfache Bildszenen ist man quasi in einen stundenlangen Dialog verwickelt, welcher amüsanter und charmanter nicht sein könnte! Da ich diesen Film das letzte Mal im Kino sah, wird es Zeit für eine Wiederholung :) Einfach traumhaft ;)

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lennardB.

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Intressant, sehr sehenswert.

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Mr.Magoo

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Bewertung2.5Ärgerlich

Von diesem pausenlosen Gequassle habe ich Kopfschmerzen bekommen.

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TheJokeer

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Schon mit Django und Inglouris bastards war ich von Christopher Walz Dialogen durch und durch hingerissen. Und als ich mir ihm nachhinein Gott des Gemetzels angeschaut hatte, hatte dies einen Höhenpunkt für mich erreicht ,wo es einzig und allein nur die Dialoge den Film ausmachen. Christopher Walz mit seinen Gesten, seine Art zu sprechen und seine Starrsinnigkeit, macht jedes einfaches Gespräch mit ihm, zu einem unvergessliches Erlebnis und hat damit die Qualität des Film um einiges hochgeschraubt. Ich kann und will jetzt nicht weiter drauf eingehen wieso es außergewöhnlich toll ist ihm zu zuhören. Ich kann einfach nur sagen: Es lohnt sich einfach nur.

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