Stalker

Stalker (1979), DE/RU Laufzeit 154 Minuten, FSK 12, Drama, Thriller, Science Fiction-Film, Kinostart 16.02.1981

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7.8
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7.6
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96 Kommentare
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von Andrei Tarkovsky, mit Aleksandr Kajdanovsky und Alisa Frejndlikh

Im Science-Fiction-Kunstfilm Stalker von Andrei Tarkovsky reisen ein Schriftsteller und ein Professor mithilfe eines Führers in eine paranormale Zone, um dort ihren innigsten Wunsch zu erfüllen.

Unser Fremdenführer (Aleksandr Kajdanovsky) ist Vater einer kranken Tochter (Natasha Abramova) und kann es kaum aushalten, seiner Frau (Alisa Frejndlikh) und der Tristesse der Stadtexistenz zu entfliehen. Er bietet seine Dienste zwei Kunden an, die im Film schlicht ‘Professor’ (Nikolai Grinko) und ‘Schriftsteller’ (Anatoli Solonitsyn) genannt werden. Aus verschiedenen Beweggründen wollen diese beiden Männer unbedingt in die Zone. Der Legende nach gibt es dort einen Ort, an dem die sehnlichsten Wünsche in Erfüllung gehen. Dem Schriftsteller ist seit geraumer Zeit seine Inspiration abhanden gekommen, während der Professor das Gebiet vernichten will, um dessen möglichen Missbrauch zu verhindern. Im Laufe ihrer Expedition begeben sich die drei Abenteurer nicht nur auf eine äußere, sondern auch auf eine innere Reise. Wohin wird sie ihr risikoreicher Trip durch die eigensinnige Zone letztlich führen?

Hintergrund & Infos zu Stalker
Stalker, aus dem Jahr 1979, gehört zu den bedeutungsschwangeren Werken und stellt nebenbei die letzte Arbeit von Andrei Tarkovsky in der Sowjetunion dar, bevor er seiner Heimat für immer den Rücken kehrte.
Der Regisseur zitiert trotz alledem in seinen Werken gerne die Gedichte seines berühmten Vaters Arseny, der zu den bedeutendsten russischen Poeten des 20. Jahrhunderts zählt. Neben dessen Gedichten setzt Andrei Tarkovsky bei Stalker auf ein Kapitel aus Picknick am Wegesrand, einen Roman der Brüder Arkadi Strugatsky und Boris Strugatsky, als lose Vorlage für seinen Film.

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Cast & Crew


Kritiken (3) — Film: Stalker

Chuchaqui: Critic.de

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9.5Herausragend

Eines der dunkelsten Werke der Filmgeschichte, weil längst alles verloren ist.

6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten

Sozionaut

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@tischo:stimme dir vollkommen zu!


Timmel

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Den Film (und insbesondere das Ende) bitte nochmal schauen ... alles ist hier mitnichten verloren.


Björn Lahrmann: Das Manifest

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9.5Herausragend

Tarkowskis einmalige Ästhetik ist nicht daran interessiert, das Naturschöne apart in Szene zu setzen, sondern widmet sich voll Demut und Faszination dem Hässlichen. STALKER, ein Film aus Unrat und Verfall, ein Film der Schmutzkrusten und rauen Texturen. Er zeigt Menschen im Hader mit sich und den Elementen, auf einfachste, unfeierlichste Weise durch diesige Luft schnaubend, Erdklumpen im Gesicht und Brackwasser zu Füßen, unter dessen Oberfläche Weggeworfenes schimmert: gebrauchte Spritzen, zerrissene Heiligenbilder, ein Fisch, der von schwarzem Öl überschwemmt wird.

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Corsovilla: SchönerDenken

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9.0Herausragend

Tarkovskys “Stalker” kommt dem Gefühl eines Realzeitfilms schon recht nahe: Die Geschwindigkeit des Films bleibt unbeeindruckt von der dramatischen Relevanz eines Moments, nähert sich damit der Realität an und lädt den Betrachter ein, selbst Teilnehmer der Reise zu werden: unsichtbarer vierter Reisender ... Worum geht es in der 1979 gedrehten deutsch-russischen Koproduktion Andrei Tarkovskys, der von Filmenthusiasten längst als “Meister der Langsamkeit” zum – allerdings nicht unumstrittenen – Zunftklassiker gekürt wurde? Der Film orientiert sich frei an Elementen einer utopischen Erzählung des russischen Autorenbrüderpaares Arkadi & Boris Strugatzki mit dem Titel “Picknick am Wegesrand” von 1972. Einige Jahrzehnte vor der Filmhandlung ist ein unbekannter kosmischer Körper auf der Erde eingeschlagen und hat die ZONE geschaffen, ein gefährliches Areal, in dem offenbar gänzlich eigene, teilweise tödliche Regeln und Naturgesetze herrschen ... (Hendrik für SchönerDenken)

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Kommentare (93) — Film: Stalker


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blue1

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Dass kann Film also auch sein.
Antworten auf nicht gestellte Fragen. Ultimativ überfordernd.

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jacker

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Ultimativ !!!


hansibal

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Bewertung1.0Ärgerlich

Die tiefere Bedeutung auf der Metaebene wollte sich nicht so recht entfalten, dafür hatte der Filme zuviele Schnitt und Logikfehler! Das Opus operatum wird hier zwar eindeutig durch den Modus Operandi geprägt im Sinne des Habitus, aber unnötig übertrieben artifiziell dargestellt.

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deregenerator

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Vor dem Hintergrund einer Auseinandersetzung sind viele Intensitäten in dem ortsbezogenen Bezug eines etymologischen Antagonismus wiedergegeben, und konzentrieren wie vage Aufmerksamkeiten des Betrachtenden in unterschiedlichen Bezügen auf aktuelle Konflikte. Irgendein Arbeitsprozess zerstört präzise Optiken, wobei die Sprache des Formates auratisch wird. An flexiblen Foldern kreist eine charmante Repräsentationsform die Demonstration ein und substituiert dabei irgendeinen disparaten Kunstmarkt, wobei die Performancepraxis analog ist und die Dekontextualisierung damit formativ objektiviert. In den Urbanismen sind ein Objektbegriff in Zusammenhängen widerständig umschrieben. Der versuchsweise Austausch ist in diesem Frequentanten als konvertible Flüchtigkeit bereitgestellt, welche bereits die Transformationen des Aspekts zu den vagen Prozessen texturieren.


truelo

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achso, wieso hast du das nicht gleich gesagt. Jetzt ist mir daS AUCH KLAr...:-)


spanky

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Bewertung7.0Sehenswert

Tarkovskys apokalyptisches Szenenbild, das mit einer epischen Kamera wie abgetastet wirkt, schafft aus seinem Minimalismus heraus weit mehr Dreidimensionalität auf eine Leinwand, als es jeder hypermoderne Digitalschmu je vermögen wird. Daraus wird ein elegisches Kunstwerk in Sepia und bleichem Kodakcolor, das mit sphärischem Score hörbar wie in einem verborgenen Magen vor sich hin gärt, ohne je zugänglich oder erfahrbar zu sein. Sitzfleischfordernd und wenig belohnend weil zu enigmatisch, aber ohne jedes Beispiel.

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jeffcostello

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Bewertung10.0Herausragend

"Was es war? Der Fall eines Meteoriten? Der Besuch von Bewohnern des menschlichen Kosmos? Wie auch immer, in unserem kleinen Land entstand das Wunder aller Wunder– die ZONE. Wir schickten sofort Truppen hin. Sie kamen nicht zurück. Da umzingelten wir die ZONE mit Polizeikordons… und haben wahrscheinlich recht daran getan… im übrigen–ich weiß nicht, ich weiß nicht"

In "Stalker" schickt Tarkovsky nun 3 Menschen, den Stalker selbst, einen Professor und einen Schriftsteller in die geheimisvolle, verbotene Zone. Beide wollen zu einem Zimmer, in dem, so heißt es, der innerste Wunsch jedes Menschen erfüllt wird. Die Zone war einmal von Menschen bevölkert, doch deren Spuren sind langsam am verblassen, die Natur fordert mehr und mehr den Raum zurück und so finden sich die 3 Männer auf dem Weg durch die Zone in halb verfallenen und verwucherten Häusern und Fabrken wieder.
Die Reise zu dem Raum wird zu einer Reise in das Wesen des Menschen selbst, das Tarkovsky in all seinen Facetten, mit all seinen Hoffnungen, Entbehrungen und all seiem Glück und Unglück einzufangen versucht.
Der Film ist sehr langsam, er lässt sich Zeit, die Bilder sind betörend und sinnlich, die Einstellungen lange, all das verleiht "Stalker" eine sehr beruhigende Wirkung, mehr und mehr kommt der Zuschauer während dem Sehen zur Ruhe und kann teilhaben an dieser filmischen Meditation über das Sein.
Unterleget von dem großartigen Soundtrack von Eduard Artemyev und oft auch von Naturgeräuschen, wie zum Beispiel Regentropfen oder Vogelgezwitscher kann sich die surreale aber beruhigende Atmosphäre entwickeln.
Der film braucht die Länge von beinahe 3 Stunden um sich voll zu entfalten und zu wirken, und er könnte nochmal so lange gehen, die Sogwirkung und die Atmosphäre lassen den Zuschauer vollkommen in dem Geschehen aufgehen.
Ein großartiger Film, der sehr schwer in Worte zu fassen ist, der aber mit Sicherheit zu den besten gehört die je gedreht wurden und für mich Tarkovskys bester Film.

Tarkovsky is for me the greatest, the one who invented a new language, true to the nature of film, as it captures life as a reflection, life as a dream.
-Ingmar Bergman-

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AddictedToIan

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woah


metal1bob

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Bewertung9.0Herausragend

Kaum Handlung, kaum Tempo, es passiert so gut wie nichts... Trotzdem habe ich das stechende Gefühl, mit "Stalker" eines der großen Meisterwerke der Filmgeschichte erlebt zu haben. Jede Kameraeinstellung wirkt trotz der kargen Landschaft liebevoll gezeichnet, die seltene Klangkulisse dringt durch Mark und Bein, die wenigen gesprochenen Worte wirken in ihrer Bedeutsamkeit mächtig. Nach kurzer Eingewöhnungszeit läuft mein Gehirn hochtourig, zusammen mit den Charakteren trete ich eine Reise in mein Inneres an und versuche selbst, mir meiner Wünsche bewusst zu werden. Versuche selbst, den Trip sowohl unter den Gesichtspunkten des Glaubens und der Wissenschaft zu beurteilen und auf mich selbst zu übertragen.
Was ich von "Stalker" letztendlich mitnehme? Ich kann es nicht in Worte fassen, ich weiß es wohl nicht so genau, bin aber tief beeindruckt von den unzähligen Interpretationsmöglichkeiten und der optischen Wucht. Bin selten von einem Film so sehr zum Nachdenken angeregt worden.

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Pyro 91

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Ähm ja, das war vielleicht ein Film. Mir kam es gerade so vor, als ob ich aus einem zweieinhalbstündigen Schlaf augewacht wäre. Irgendwie war ich erleichtert, als der Film endlich zu Ende war, aber jetzt inzwischen hätte ich doch wieder Lust auf Tarkovskys wunderschöne Bilder. Ich hab ehrlich gesagt noch keine Ahnung, was ich von dem Film halten soll und werde ihn mir nochmal ansehen müssen. Fühl mich gerade, wie aus einer fremden Dimension gerissen...

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Pyro 91

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Ja, der Schlingel. xD Bin echt mal auf die restlichen fünf Filme von ihm gespannt.


Absurda.

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Also mir persönlich gefällt 'Stalker' am besten. Bei den restlichen bekomme ich immer so schwere Augenlider^^


Hoey-Lestrate

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Bewertung3.0Schwach

Farblose Philosophiestunde. Hatte mir mehr erhofft. Aus der Grundidee und dem Storykonzept hätte man deutlich mehr machen können. Die Schauspieler agieren zu unglaubwürdig und Spannung sucht man hier vergeblichst. Auch fürs Auge gibt es hier nichts zu bestaunen. Alles ziemlich farblos

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philipp.endres.18

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Bewertung9.0Herausragend

Mir hat sich wahrscheinlich nur ein äußerst denkbar kleiner Teil dieses Werkes erschlossen, da er interpretatorisch womöglich zu den anspruchsvollsten Filmen zählt, die ich bis jetzt gesehen habe.
Aber mein Bauchgefühl hat mir gesagt, dass du gerade einen der größten filmischen Erlebnisse hattest. Und das, obwohl ich nicht alles erklären kann bzw. jemals erklären können werde. Der Film hat mir trotzdem unglaublich viel gegeben und mich sehr beeindruckt. Ist definitiv nicht das letzte Mal gewesen, dass er auf meinem Fernseher zu sehen war!

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franticfury

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

An diesem Ostersonntag habe ich mir vorgenommen endlich das zu tun, das ich schon so lange vorhatte: Endlich einen würdigen Kommentar zu "Stalker" zu verfassen.
Dabei muss ich zugeben, dass es mir wohl zu keinem Film so schwerfällt etwas zu schreiben wie zu diesem filmisch-philosophischen Meilenstein von Andrei Tarkovsky. Denn wo soll man anfangen? Was lässt sich über einen Film sagen, der selbst nach wiederholter Sichtung noch so viel unbeantwortet lässt?
Vielmehr, über was schreibt man denn überhaupt? Versucht man sich an einer eigenen Interpretation? Für mich steht fest: Es wäre sinnlos eine ellenlange Abhandlung darüber zu schreiben, warum meines Erachtens nach jedes menschliche Wesen dieses Meisterwerk gesehen haben sollte, es wäre vermessen von mir, irgendjemand meine Gedanken zu diesem Film aufzwingen zu wollen. Denn wenn sich "Stalker" so einfach zusammenfassen ließe, dann hätte Tarkovsky keinen Film gemacht, sondern ein Buch geschrieben. Oder viel trivialer, er hätte die Botschaft einfach auf ein Schild geschrieben und sich mittags auf den Roten Platz gestellt. Nein, wenn ich auch nur den Hauch einer Chance haben möchte, etwas fundiertes, aussagekräftiges zu "Stalker" zu schreiben, dann kann ich nur das schildern, das dieser Film für mich persönlich bedeutet (andere mögen es gerne anders sehen).
Aus diesem Grund will ich auch ganz unsachlich beginnen: Ich liebe "Stalker"! Ja, ich gehe sogar noch weiter und werde noch unsachlicher: Für mich ist "Stalker" der größte Film aller Zeiten. Erst vorgestern zum ich-weiß-nicht-wievielten Male gesehen und entgegen der Erwartung, dass die ursprüngliche Begeisterung und Liebe beim vielleicht zehnten Male nun mal so langsam einem hochachtungsvollen Respekt gewichen sein könnte, erging es mir wie eh und je: Wieder war ich 2 1/2 Stunden hypnotisiert, wieder wurde ich mit einem Gefühl unsäglicher Dankbarkeit entlassen.
Dabei ist "Stalker" ein Film, der es dem Zuschauer ganz bewusst nicht einfach macht - zumindest auf den ersten Blick. Dinge, die im heutigen Kino zum guten Ton gehören, wie Spannungsbogen, Plotentwicklung und Tempowechsel sucht man bei Tarkovsky sowieso meist vergebens. In "Stalker" geht er allerdings noch einen Schritt weiter als in seinen früheren Werken. War es im "Spiegel" noch die Diskontinuität von Zeit und Raum, die im Vordergrund stand, so stellt "Stalker" das krasse Gegenteil dar. Fast im Sekundenstil inszeniert, gelingt Tarkovsky eine Unmittelbarkeit, die heutige Filme fast nie erreichen. So fällt es auch nicht schwer, eingenommen zu sein vom Geschehen auf dem Bildschirm, sich einfach fallen zu lassen und selbst den beschwerlichen Weg durch die "Zone" auf sich zu nehmen.
Ja, die "Zone". Was wurde nicht bereits alles über sie geschrieben, im Versuch einen höheren Sinn in ihr zu erkennen. Dabei wies Tarkovsky jede Spekulation über die Symbolik der "Zone" stets zurück. Die "Zone" sei eben schlicht und einfach die "Zone". Sie ist ein Ort, durch den die Protagonisten hindurch müssen auf ihrem Weg zu höherer Selbsterkenntnis. Ob sie es schaffen, oder an ihr zerbrechen, hängt einzig und allein von ihnen selbst ab.
Ich konnte mich mit dieser Aussage Tarkovskys irgendwie immer gut identifizieren, geht es mir doch jedes Mal aufs Neue so. Wenn es mich gerade mal wieder überkommt und ich die DVD von "Stalker" einlege, fühle ich mich genauso aufgewühlt und unsicher wie die drei Protagonisten. Es kommt mir beinahe wie eine persönliche Reise vor, die ich jedes Mal aufs Neue unternehme. Und auch, wenn der Weg manchmal anstrengend sein mag, am Ende steht jedes Mal das Gefühl, etwas Neues aus diesem großartigen Filmerlebnis mitgenommen zu haben.
Und genau deshalb liebe ich "Stalker". Es ist einer dieser Filme, die mich als Zuschauer immer wieder fordern mein eigenes Weltbild, meine eigenen Ideen und Ansichten zu hinterfragen. Er ist eben nicht einer dieser Filme, die mich an die Hand nehmen wollen, die mir klar erzählen möchten, was ich zu fühlen und zu denken habe, was heutzutage leider viel zu viele Filme tun. Er fordert mich mit jeder Sichtung erneut und nimmt mich so als Zuschauer überhaupt erst ernst. DAS ist für mich der Inbegriff von wirklich großer Kunst und genau das ist wohl auch der Grund warum ich immer wieder zu "Stalker" zurückkehre.
"Stalker" ist für mich die höchste Stufe des Filmemachens. Ein Bild absoluter Schönheit und Reinheit, die ultimative Formvollendung in jeder Sekunde. Bebildert in wunderschönen langen Einstellungen und dabei so intensiv, so ehrlich. Natürlich wird manch einer bei all der Schwere und den philosophischen Ergüssen "Stalker" für prätenziös und schwerfällig halten. Doch das ist mir egal, denn ich weiß, was der Film für mich bedeutet. Denn wenn mein Haus in Flammen stehen würde und ich wohl nur noch Zeit hätte, eine Sache zu retten, dann wäre es wohl die DVD von "Stalker"...

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Pyro 91

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Hat sich erledigt. Hab gerade noch die letzte Box erwischt, scheiße war das knapp. xD


franticfury

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top :)


FilmFan92

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Bewertung9.0Herausragend

Stalker. Kunst. Ewig lange Kameraeinstellungen, das Spiel mit Schwarz-Weiß Einstellungen und Farben. Die Kulissen. Alles sehr beeindruckend. Inhaltlich kann man eigentlich nicht viel sagen, außer: Selber Anschauen. Die Komplexität, die Dialoge, die Metaphern, die Bildsprache. Kann man die Vollkommenheit von "Stalker" erschließen? Ich kann das nicht, zumindest nicht nach der ersten Sichtung. Bis jetzt habe ich noch nichts vergleichbares gesehen, ich würde Stalker eher mit einem Werk aus der Kunst/Malerei vergleichen. In der einen Minute interpretiert man es "so" in der nächsten wieder komplett anders. Ein anderer Blickwinkel, eine andere Interpretation, wobei sich das Werk nicht verändert, bloß der Beobachter. Und je länger ich darüber nachdenke, wie Stalker mich beeinflusst, ob er es überhaupt tut und was dieser Film mir sagen möchte, weiß ich, ich muss ihn noch ein weiteres Mal schauen. Und dann vermutlich nochmal und noch viel häufiger. Deswegen gebe ich jetzt auch noch keine Bewertung ab. Denn Kunst braucht Zeit für eine Beurteilung und mehrfache Sichtung von verschiedenen Standpunkten aus.

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jacker

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Was hier drin steckt ist ist nicht weniger als eine mögliche Variante der vollkommenen Wahrheit über uns alle, das Leben, den Geist des Menschen!

Und genau deswegen hat STALKER mich in meiner aktuellen Lebenssituation einfach maßlos überfordert! Es gibt hier nicht nur eine, sondern unzählige Ebenen in die man gleiten kann, die man erkunden will und die man zu verstehen sucht..

Im Wissen, dass es eigentlich (viel?) zu wenig ist, gibt es erstmal 8 Punkte und sehr bald (mit wesentlich freierem Kopf) noch einen (zwei-, drei-) Durchga(ä)ng(e).

Auch wenn ich kaum glaube, dass es eine Möglichkeit gibt das alles zu verinnerlichen, zu 'verstehen' und zu verarbeiten, verbleibe ich vorerst mit:
'Ich schaute nur, doch ich sah noch nichts'

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craax

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interessant jacker, dich hier gleich als ersten zu treffen, hab den jetzt wieder geschaut, nach ca. 30 Jahren (+ in ähnlich mythische Tiefe dachte ich diesen Film allgemein längst verschollen). Ich denke, du hörst bald mehr von mir!
>verinnerlichen< ist übrigens eine gute Idee, eine s e h r gute! - und es g i b t Licht am Ende des Tunnels ("Fleischwolfs") -


MrKatsumi

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Bewertung10.0Herausragend

Andrei Tarkowsky, Werkschau Nr.1 - STALKER -

Wir schreiben das Jahr 1979:
Während auf der anderen Seite des eisernen Vorhangs Filme wie "Apocalypse Now", "Alien" oder "The Deer Hunter" in Hollywood das Licht der Welt erblicken, schreibt in der Sowjetunion ein Regisseur mit seinem bis dato fünften Feature-Film Geschichte.

Dieser Film lässt mich mit einem Gefühl des Glückes zurück, obwohl er von Anfang bis Ende schmutzig und grau ist.
Doch diesen Schmutz und die Tristesse finde ich einfach wunderschön.
Durchdringende Nässe erfüllt mich und der Geruch von abgestandenem Brackwasser kommt in mir auf, wenn die perfekt in Szene gesetzen Hauptfiguren sich auf ihrem Weg zur inneren Erkenntnis durch unbekanntes Terrain durchschlagen.
Es ist der Wunsch nach Glückseeligkeit, der sie drängt diese strapaziöse Reise auf sich zu nehmen. Und es wird ihre Menschlichkeit sein, sowie die Fähigkeit komplex zu Denken, welche den Sinn ihrer ganzen Expedition auf die Probe stellen wird.

Zum Handwerk gibt es nicht viel zu sagen: lange Kameraeinstellungen, lange Schwenks, lange Zooms, ausgefeilte Kameraperspektiven und der fast vollständige Verzicht auf Spezialeffekte. Nicht Hollywood.

Das ist Science-Fiction auf einer Meta-Ebene, die in meinen Augen nur ganz wenige in diesem Genre erreichen können.

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RalfAlfa

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Bewertung9.0Herausragend

Nach langer Zeit mal wieder gesichtet. Was sagt man am besten über diesen Film, ohne sich die Hände wund schreiben zu müssen? Vielleicht gibt man am besten den Ratschlag, seinen Kopf völlig frei zu machen und sich von Anfang an auf den Film und die Handlung einzulassen. Das Ergebnis wird sein, dass man unweigerlich in die Handlung hineingezogen wird. Das Bemerkenswerte daran ist, dass es dem Regisseure und den Schauspielern auf unvergleichliche Weise gelingt, praktisch aus dem Nichts eine so dichte Atmosphäre zu generieren, die einen unweigerlich fesselt und gefangen nimmt.
Unvergleichlich eindringliches Filmerlebnis.

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Couga[MH]

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Hm, ich hab irgendwie das Gefühl, meine Rhetorik reicht nicht, um dieses Meisterwerk zu beschreiben. :/

Weiß garnicht wie ich anfangen soll... aufjedenfall ein Film, der einem sehr zum Nachdenken anregt. Aber nicht nur das, auch ein American History hat mich sehr zum nachdenken bewegt, aber auf eine andere Art. In STALKER geht es um Lebensansichten und Weltbilder. Sie werden nicht direkt kritisiert, eher erläutert und ein wenig in Frage gestellt, das Bewerten wird dem Zuschauer überlassen. Diese Tiefe und die Fagen über den Sinn des Lebens etc. sind natürlich das was STALKER so besonders macht. Aber auch aus filmischer Sicht ist der Film nahezu perfekt, wie von Tarkowski gewohnt. Die Kamera, der Einsatz von Musik, der stellenweise Schwarz/Weiß-Effekt, wie auch das Setting sind meisterhaft. Fast so gut wie Transformers 3!

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nerdkiller

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Aber auch nur fast. ;)


Couga[MH]

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Yep, auf Bay-Niveau war Tarkowski leider noch nie (zum Glück :P).


vannorden

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Bewertung6.0Ganz gut

Lange Jahre war er mein Lieblingsfilm. Aus alter Verbundenheit habe ich ihm auch eine etwas bessere Note gegeben, als ich eigentlich fühle, dass er bekommen sollte. Vielleicht ist es nur die enttäuschte Liebe, dass ich ihn inzwischen unerträglich finde. Damals mit 18, als ich ihn das erste Mal sah, da bombten mich die Bilder, die Atmosphäre weg. Auf die lasse ich auch nichts kommen. Zuletzt war ich aber immer mehr enttäuscht. Vokuhila und Oliba des Films traten immer schmerzhafter ins Gewicht. Die krampfhaft intellektuellen Dialoge, die mehr noch als an der Thematik, an der Ausstellung der eigenen Intelligenz interessiert sind. Eine Mischung aus Goethe und BattleRap. Stalker fühlt sich für mich immer mehr wie ein Kool Savas-Video an, in dem Tarkowskij verbal seinen Schwanz auf den Tisch packt und sich selbst prollig feiert. Die schamlose Typisierung der Figuren (Schriftsteller, Wissenschaftler), die in die inneren Wahrheiten der Welt vordringen möchte, aber sich nur an Klischees und erbärmlich hochgestelztem Gejammer abarbeitet. Früher fand ich ihn getragen und rätselhaft. Heute finde ich ihn kurzweilig und banal (bis nervig) ... bei aller Schönheit. Wie gesagt, vielleicht ist es nur enttäuschte Liebe und irgendwann einmal werde ich ihn wieder ohne Erwartungen sehen können. Bis dahin empfinde ich schon ein Grauen nur beim Gedanken an den ehemals so geliebten STALKER.

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vannorden

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Lieber craax,
ich finde schön, dass du dich um mein Wohlergehen kümmerst ;) da hört sich jetzt vll etwas garstig ironisch an, aber ich meine es. Ich finde deine Antwort lesenswert, weil sie mit sehr viel Herzblut geschrieben ist. Was ich nicht ganz verstehe, ist, ob du tatsächlich mich anschreibst. Du schreibst viel darüber wie Kunst aufzunehmen ist und dass es nichts bringt sich einem Lehrer, Genie, Vorbild uswusf unterzuordnen und genau das mache ich nicht. Ich habe nie gesagt, dass ich vor ihm kroch und Lehren empfangen wollte. Ich habe es genoßen mit ihm zu reden und habe mich darin gefunden. Damals. Heute nicht mehr und da sind auch die ganzen Symbole egal, die Schönheit der Bilder und die wohldurchdachten Dialoge. Ich finde mich nur noch in den Bildern, die Dialoge befremden mich. Ich kann nichts mit ihnen anfangen, weil ich nicht das Gefühl habe, dass er mit mir reden will. Ich habe das Gefühl, dass er sich wirlich viel im Leben udn der Welt erlebt und schwergenommen hat. Und das ist es, was ich nicht mehr goutieren kann. Mir fehlt das schelmische, das verbleiben in der Welt der Erfahrungen. Ich finde in seinen Dialogen nur Verweise auf die Welt in seinem Kopf, in der er sich mit seinen schweren Gedanken eingeschlossen hat. Der Typen (und ich meine nicht Kerle) durch eine Fable stapfen läßt, die symbolisch einiges hermacht, aber nicht den die Fragen an eine Welt stellt, die ich kenne, sondern an eine Bücherwelt, die mit Typen erreichbar ist und erfahrbar ist, aber die mir nichts mehr über mich und mein Leben sagt. Es ist wie mit Propaganda, er sucht seine tote Welt zu erklären, aber hat für mich nichts mehr mit dem Leben zu schaffen. Ich glaube auch nicht, dass das an fehlenden eschatologischen Vorstellungen liegt. Gerade im Kino ist es zu spüren, die Düsternis die sich in den Köpfen der Menschen über die Welt legt. Alleine DREDD 3D lässt den kommenden Untergang der Welt spüren, wie es der Stallone-Mist niemals konnte im Juchhei des Ende des Kalten Krieges. Ich bin auch kein Profi, sondern blutiger Amateur. Ich schaue Filme und suche sie irgendwie mit meinem Leben und meiner Welt in Beziehung zu setzen. Darum liebe ich sieh, weil sie mir Perspektiven auf die Welt eröffnen, die ich nicht nur aus meinem Kopf ziehen kann. Ich brauche input und übersehe ständig wichtige oder unwichtige Dinge, ich versuche nur aufzuschreiben, was ich fühle und denke. Damit werde ich ewig scheitern. Was ich aber an STALKER nicht mehr akzeptieren kann, weil es das ist, er ist mir zu Nahe, immer noch, um so verquast zu sein, wie er ist, also was ich nicht akzeptieren kann, ist der Tonfall der Dialoge, die schwermütig und wohldurchdacht sind, aber sich in ihrer eigenen "intelektuellen" Herangehensweise selbst stranguliert haben. Die, um jetzt voll in die Angebertrickkiste zu greifen, nicht wie Zarathustra mit den Musen mit getanzt hat, sondern denkend daneben verkümmert ist. Ich will niemanden diesen Film schlecht machen, ich mag ihn nicht mehr, ohne mich von ihm trennen zu können, er ist ein Teil von mir geworden. Falls er dir Dinge sagt, dann wünsche ich dir Glück mit ihm. Ich werde es mit ihm nicht so schnell wiederfinden.
Gruß vannorden


craax

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;) aber das klingt doch super! - bin ich doch voll glücklich mit!.
Also, nicht das ich ein entschiedener T.-Liebhaber bin; ist für mich einer unter vielen, und ichbhabe da nichts zu gewinnen oder verlieren,- und auch kaum einzusetzen. Hochachtung habe ich vor seiner Lebensleistung,- und überhaupt vor: Künstlertum,- welches sich selbst und die Welt ernst nimmt,- ernst genug, um daran zu leiden.
Mit dem leiden gibt es da die Probleme, denke ich. Und das ist gut so! - denn die Welt ("") ist nicht zum Leiden da, und wäre es wohl auch kaum so, wenn diejenige Menschen-**,- die wir (heute) fast allzusehr nur noch wahrnehmen (denn wer bewegt sich schon noch privat oder beruflich in "natürlichen" naturnahgestellten Dimensionen),- um: nur noch Tun und Lassen der großen Menschheitsbestrebungen auf sein eigentangiertes Leben nicht beinahe noch ausschließlich aufzunehmen. ? - wollt sagen: kaum noch einer lebt abgenabelt auf seiner Naturnahinsel; wir alle stecken mit unserem Kopf und Erleben längst vorwiegend im weltweit getilten (in der Kopfseele allgegenwärtigen allmächtigen omnipräsenten) Gemeinschaftsschicksal.
Und genau das ist es, wo der Grund zur allgemeinen Tristesse zumeist herkommt; wie weit man das nun an sich heranlassen will (denn das alleinige Sich-Aussetzen bessert nichts) ist nun die Frage. Es gibt viel leiden und Depression an diesem Zustand der (Menschen-)Welt, ohne das es jemandem nützt. Fröhlichkeit ist der beste Widerstand und die ausgelassenste Subversion. Fröhlichkeit (die echte, nicht ahnungslose) ist Anarchie. Ich mag Anarchie,- im Sinne von Herrschaftslosigkeit, außer der, die jeder Mensch über sich selbst ausüben sollte. Fremd-Herrschaft ist der überflüssigste Umstand der Welt.Und wen ich meine, das du Profi bist, meinte ich damit den Eindruck, den ich (zu Recht) hatte, das du sehr wohl in der Lage bist, dich selbst zu regieren und im Zaum zu halten.
Jeder entscheidet selbst, wieviel Unglück er an sich heranlassen können will, ohne Schaden zu nehmen. Geteiltes Leid ist etwas anderes als verdoppeltes Leid. Kunst ist nicht der Versuch, die Menge individuellen Leides durch Abkopieren in fremde Seelen zu vermehren. Im Gegenteil.

Wenn du also Tarkovskij jetzt entschieden fremd gegenüberstehst, ist das so, wie ich deinen Wort-eindrücken nach auffasse, eine sehr erwachsene, eigenbestimmte, verantwortliche Positionsbestimmung (immerhin hast du ihn vorher tief erlebt und vereinnahmt): dich durch ihn nicht >herunterziehen< zu lassen,- sondern deine Gesundheitskräfte zu schützen und zu schirmen. Das, ohne die Augen zu verschließen: ist die Pflicht jedes Menschentums: sich empfindlich zu machen, aber nicht zu verletzen,- Kraft (auch für andere, genau wie für sich) zu gewinnen, nicht zu verschleudern,- mitzufühlen ohne Härte, Widerstandsfähig- ohne Unempfindlichkeit. Das Leid nicht ignorieren: aber traurige Menschen haben noch nie andere wieder froh gemacht. Keine Spaßgesellschaft; aber auch nicht deppressiv aus Solidarität. (Übrigens empfinde ich T. nicht im allergeringsten als gar, trist, oder deppressiv, ganz im Gegenteil, ich empfinde Stärkung dabei).

Man geht den eigenen Weg, und der bewegt sich zwischen Annäherung und Abstoßung von der Gemeinschaft, -(übrigens auch mit sich selbst). Es gibt keinen festen Abstand (wie Goethe sagt: Systole und Diastole, wenn dir das nicht zu abgehoben klingt). -Heißt: du erlebst (und gönnst dir jetzt Freiheit von allem möglichen >Tarkovskij'schen< (und ist ja beileibe nicht der einzige. Denk mal an Kafka, Dostojewski, Kierkegaard, um drei frühe Götter meiner Emazipation von Welt-Leid zu nennen.) (Ich weiß übrigens, das das gerade alles sehr nach Mission riecht, ist aber nicht. Ich leiste Gesellschaft).
Wenn du die Gräue modernen Kunstexpressionismus aktuell scheust (ich habe stets im Hintergrund, das du von T. KOMMST),- und der das ist nun wirklich allgegenwärtig seit >romantischen> Zeiten (feeling blue), dann ist das - unter diesen Auspizien des KOMMENS (aus einer sensibilisierenden Vorbereitung) ein GUTES Zeichen: denn es zeigt,- das du dich um dich selber kümmerst, dir lieb und wert bist, nach einem Stoß das Gleichgewicht wiedererlangst - und das, genau, braucht die Welt ihrerseits: ihr Gleichgewicht wiedererlangen,- wobei sie unsere Hilfe braucht: nicht Samaritertum,- sondern einfach: Menschen ohne Schlagseite,- die nicht auch noch ihrerseits Hilfereserven belasten (ist neben Voraussetzung schon darüber erfreulich). Hornochsen, die noch nie Solidarität gefühlt haben aus bloßem blinden Egoismus und Ahnungslosigkeit heraus gibt es genug. Dazu zähle ich dich nicht. Anders gibt es genug mit fehlender Abgrenzung: die helfen auch nicht. Wessen Herz keine Freude spürt, kann nicht helfen. Diese Freude und Positivität ist zu schützen. Sie ist Voraussetzung. Und wer es tut, wo er kann, ist nicht gewissenlos: er (oder sie) ist erwachsen.

Ich habe nicht das geringste Problem damit, das dir die Bilder (als Mittel zum Zweck) von nur Stalker oder T. insgesamt etwa? - zuwiderlaufend-/setzlich sind, du sie nur verbannen magst Du mußt Stalker (sowieso) nicht mögen. Ich vermute, da du sagst, das sie einmal Macht über dich hatten,- und nichts Gutes in einen gesenkt verloren geht, das es um ein ihnen-entgegen-wachsen,- auf Augenhöhe bringen,- (wie ich oben schrieb),- geht. Ich halte das sogar für ein gutes Zeichen (weil völlig egal ist, ob man diesen oder jenen Künstler gar dauerhaft konstant "gut" findet). Kunst ist ein lebendiges Ding und findet wie Atmen statt. Und nach einem starken Eindruck von außen ('Input' sagst du, dessen wir alle bedürfen, auch Picasso) bedarf die Seele, sich ins Gleichgewicht an dessen Seite zu bringen : ihm ge-wachsen zu sein. Und wachsen tut man selbst,- nicht der Künstler oder das Kunstwerk gegenüber - für einen.
Kunst ist nicht etwas, das außen, außerhalb stattfindet: Kunst ist das Innerste, Eigenste überhaupt. Kunst ist für dich da (tatsächlich), nicht du für ddie Kunst oder irgendein Kunsttum-, werk-, oder -hersteller.
Kunst ist eine natürliche Reaktion von uns auf eine Anregung; Wachsen also. Nichts anderes. Und nach dem Fressen kommt das Verdauen,- und das heißt auch irgendwann: Entfernung und Verabschiedung. Bleibt die verabschiedung aus: verwest etwas. Nicht gut. Entfernung ist besser. Entfernung ist Natur. Aber sie wandelt sich: In Entfernung von dem einen,- Annäherung einem anderen. Imbesten, größten Fall, stellt man irgendwann fest, das in dem einen das andere steckte. Dann schließt sich ein Kreislauf,- meistens ein großer Moment. Von, sagen wir, (ungenau) Zuneigung. Genug doziert.
Ich habe keine Ahnung, ob du den Zusammenhang mit dem von dir vielgestaltig Gesagten herstellen kannst. Mir kommt es vor, er wäre da. Ich wollte keinen Fall belehrend oder abgehoben wirken; vermutlich ist mir das unvollkommen gelungen. Ich nehme was du sagtest sehr ernst (und genau); und, wirklich, ich freue mich, das T. Leute wie dich offenbar zu finden vermag, die über ihn hinauswachsen; eine Weile lang; wer weiß, um was wiederzufinden?,- stell dir den Papst vor: ob der Nazzarener (keine Sorge, hab nix damit am Hut, was ich nicht auch für Gautama, John Lennon oder Josef Beuys empfände) wohl froh wäre, wiederkehr'nd solche Gestalt/en vorzufinden (ich hoffe, ich verletze keine Gefühle). Zum Papst scheinst du nicht zu taugen; nicht allein, weil das Geschlecht für diesen Fall "das verkehrte" wäre - wenn's das gäb, -was ich persönlich nur angenehm fände (wenn es auch für diesen Fall "das richtige" sein dürfte). na, da sind wir wieder beim vor-programmierten Elend der Dinge, wie sie (im Menschenfabrizierten) liegen. Kümmern wir uns ein andermal weiter. Dauert nicht mehr lange,- dann erledigt sich das.
Also, ich denke, der sympathische Kerl wär nicht sonderlich zufrieden,- und, der andere hätte mehr Grund, sich zu freuen (und tät's auch), wenn er dich stattdessen dort träfe, wo du scheinend bist. - Vermute, er würde sich überhaupt freuen (jede Menge),- nunmehr überhaupt nioch so viele gesunde fröhliche Menschen anzutreffen. Einerseits gesundet die Welt (nach dem Horrorcrash Mitte letzten Jahrunderts). Andererseits gibt es zunehmend anders zu tun. Na, wie gesagt: mit Mut und Zuversicht /unter Lächeln eher als Greinen geht's auch hier voran.
Ich entschuldige mich für die Länge und's Oberlehrerhafte. Vielleicht sieht man sich nochmal? - würde mich freuen. Schönen Abend. (das zu schreiben geht übrigens flott,- mach dir keine Gedanken). Ciao ;):) cx


Aronofsky

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Bewertung7.0Sehenswert

Da filmt ja eine Schnecke aufregender. Die Dialoge waren zwar interessant, aber auch ähnlich einschläfernd wie die Inszenierung. Aber ich werde STALKER noch eine zweite Chance geben, versprochen.

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JimiHendrix

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nahm ich ähnlich war, aber auch ich werde ihm noch ne chance geben^^


adamma

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Bewertung9.0Herausragend

Nachdem ich die erste halbe Stunde überstanden hatte, war ich soweit und der Film hatte mich. Schwere Kost, großartige poetische Bilder, hinterlässt einen tiefen Eindruck.

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Chanvre

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Bewertung10.0Herausragend

Besoffen ins Kino gegangen und verwirrt wieder herausgekommen. Den Film als sehr gut empfunden, warum auch immer, aber auch sehr viel darüber nachgedacht. Jetzt kann ich nicht schlafen..

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Buttholesurfer

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"Ich habe einfach nur getrunken, wie es die Hälfte der Menschheit tut. Die andere Hälfte, ja. Die betrinkt sich, einschließlich Frauen und Kinder. Ich trinke einfach nur."


Schmax

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Bewertung9.5Herausragend

Endlich habe ich dieses Meisterwerk von Film sehen können. Und was soll ich sagen... Eigentlich nichts. Habe ich diesen Film in voller gänze begriffen? Definitiv Nein. Muss ich das tun um die nahezu vollkommene Perfektion Stalkers zu erleben? Auch das nicht.

Film oder vielmehr Kunst wie sie sein soll. Nämlich die reinste Form menschlicher Emotionen.

Nach der Zweitsichtung wird wahrscheinlich die 10 oben rechts stehen.

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Momemik

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Bewertung10.0Herausragend

Mein erster Tarkovsky Film. Ich war aber schon sehr lange auf der Suche nach einer vernünftigen Version des Films, die sowohl im Orginalton als auch in einem Vernünftigen Format daherkommt. Das war ehrlich gesagt nicht gerade einfach bzw. preisgünstig, aber nachdem ich so lange diesen Film sehen wollte hab ich nun endlich investiert und was ich gesehen habe lässt mich nicht mehr los! Obwohl meine Erwartungen aufgrund der langen wartezeit von über einem Jahr sehr hoch waren wurde ich keineswegs enttäuscht! Ganz im Gegenteil...

Natürlich entzieht sich der Film einer einheitlichen Interpretation, was ich allerdings als großes Plus sehe! Der Film ist aufgrund der Kameraeinstellungen und des Schnittes als Kunstwerk zu sehen. Besonders auffällig waren für mich diese extrem langsamen Zoomfahrten der Kamera, die an sehr vielen Stellen zum Einsatz kamen und teilweise Minutenlang mit konstanter Geschwindigkeit immer ein bisschen näher an die Protagonisten fuhren!
Der Film sagt mit minimalster Handlung enorm viel und spricht auf einer sehr persönlichen und philosophischen Ebene zum Zuschauer. Ich glaube, dass jeder der den Film sieht einen persönlichen Ansatz an das Verständnis des Filmes hat, weshalb es auch keinen Sinn macht hier näher auf meine eigene Sichtweise einzugehen. Doch gerade das ist der Reiz des Films. Er spricht zu einem und obwohl so wenig passiert ist man gefesselt und schaut gebannt zu.
Zwei minimale Kritikpunkte hab ich dann doch, die aber im Vergleich zum Gesamtwerk klein ausfallen. Zu beginn des Films wirken (im russischen Orginalton) einige Soundeffekte sehr künstlich. Das sind sie mit sicherheit auch, was ja generell nicht schlimm ist, aber am Anfang ist es mir negativ aufgefallen und ab der Zone nicht mehr.
Zwei kurze Beispiele: Unglaublich lauter Klischeereißverschlusssound, der einfach deplaziert wirkte und beim Knallen der Jeeptüre falsches Timing... Aber drauf geschissen :)
Mein zweiter Kritikpunkt gilt dem Stalker. Ich fand die Schauspielerische Leistung insgesamt gut, aber an manchen stellen fiel mir der Stalker im Verglich zum Wirter und zum Professor negativ auf.

Insgesamt trotzdem ein Meisterwerk das mich auch Tage nach dem gucken berschäftigt und einfach nciht loslässt! Wenn das kein Qualitätsmerkmal für nen Film ist weiß ichs auch nicht! Wird nicht das letzte mal gewesen sein, dass ich Stalker gesehen habe und ich würde fast behaupten, dass dann meine Wertung noch steigen wird, auch wenn ne glatte 9 fürs erste mal sehen schon außerordentlich ist! Ich freu mich schon sehr auf Solaris, Ivans Childhood und the Mirror!

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Harrigan

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Nicht zu früh freuen.



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