Mr.Film
Mr.Film aus Ziehn heißt Kevin allein zu Haus, ist 18 Jahre alt. Er hat sich 2010/02/20 09:37:00 auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 1054 Filme bewertet und legendäre 1056 Kommentare geschrieben. ------------------------------------------------------------------------------------------------ Seit dem 8.02 gibts auch meinen eigenen Blog, schaut doch mal rein: http://cityofcinema.blogspot.com/ ------------------------------------------------------------------------------------------------ Projekt "100 Filme die ich gesehen haben muss": Die nächsten drei Filme: ------------------------------------------------------------------------------------------------ [Platz 90 - The Sixth Sense] [Platz 89 - Die "Bourne"-Reihe] [Platz 88 - Im Körper des Feindes] Mehr
A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn
Mr.Film 4.0 "Uninteressant" 2012/02/09 14:10:08
John Nash(Russel Crowe) ist eine Mischung aus Edward Norton in „Fight Club“, einer Art Frauenheld und Sheldon Cooper(„The Big Bang Theory“). Diese extravagante Mischung ist ein Genie in der Mathematik und Jagd dem Erfolg(und später auch den Russen) hinterher. In der Uni von Princeton beginnt es, Nash steigert sich in seine Arbeit hinein, wird von dem bösen grauen Monster verfolgt das auf…
John Nash(Russel Crowe) ist eine Mischung aus Edward Norton in „Fight Club“, einer Art Frauenheld und Sheldon Cooper(„The Big Bang Theory“). Diese extravagante Mischung ist ein Genie in der Mathematik und Jagd dem Erfolg(und später auch den Russen) hinterher. In der Uni von Princeton beginnt es, Nash steigert sich in seine Arbeit hinein, wird von dem bösen grauen Monster verfolgt das auf den Namen „Misserfolg“ hört und rettet sich in eine schizophrene Psychose. Der Misserfolg blieb aus, doch der „Wahn“ war nun hinter ihm her. Ein noch bestialischeres Monster das ihn zu bezwingen scheint.
Ron Howard macht in „A Beautiful Mind“ alles richtig. Das könnte man sagen wenn der Film nur bis zur Entdeckung Nash’s Krankheit geht, denn danach geht es bergab. Man wollte zu viel, und zu viel ist nur selten gut. Denn was haben wir denn da, eine kleine Romanze, ein netter Thrill, Drama Drama und dann möchte man natürlich auch noch diese komplexe Krankheit authentisch darstellen. Wenn man so viele Bereiche hat die man abdecken muss, weiss man das es kaum möglich ist alles perfekt umzusetzen, in Wirklichkeit wurde nur eine Kelle aus dem jeweiligem Topf genommen anstatt gleich den ganzen Topf zu nehmen, es wurden also nur ein paar Möglichkeiten genutzt. Das ist nicht gut, das ist eine Schande für den wirklich existenten John Nash. Ja, vielleicht wurde er hier nicht lächerlich gemacht(obwohl Russel Crowe’s Overacting seinen Charakter irgendwann ins Komische gezogen hat), aber es ist schon arg respektlos wenn man sein Leben so verdreht darstellt. Denn in Wahrheit wurde viel aus seiner Biographie gestrichen, und viel frei erfunden.
„A Beautiful Mind“ ist ein Film der die Masse im ersten Augenblick überzeugt und mit seiner Dramatik umwirft, dennoch sollte man einen zweiten Blick wagen und realisieren was man da gesehen hat, ob das wirklich so gut war. Was ich bei so einer Person wie Nash erwarte ist eine surreale Reise in seinen Kopf, in seine Krankheit, in seinen Verstand. Das wird einem aber nicht geboten, da hat man sich nicht Mühe gegeben, da ist man auf Nummer sicher gegangen und geht das Thema auf simpelste Weise an. Zwar vermag der Film zu rühren, in seinen besten Szenen sogar sehr, dennoch ist es unterm Strich einfach zu wenig für ein Werk mit so viel Potenzial. Dass der Film kein vollkommener Flop geworden ist kann man Jennifer Connelly verdanken, sie verkörpert Nashs Frau die ebenfalls an ihre Grenzen und darüber hinausgeht auf sensationelle Weise. Wunderschön und unglaublich talentiert. Zwar habe ich schon ein paar schlechte Worte über Crowe verloren, dennoch kann er, jedenfalls zu Anfang, den exzentrisch denkenden Mathematiker der in den zwischenmenschlichen Situationen scheitert perfekt rüberbringen. Mit zunehmender Laufzeit wirkt es dann einfach nur gekünstelt und übertrieben.
Alles in allem ist es einfach nur Schade was man hier vorfindet, zwischen den Trümmern dieses Films liegen zwar auch noch gute Eigenschaften, doch gehen sie in dem grauen Haufen des gescheiterten Versuches unter.
„Haben Sie jemals einfach etwas gewusst, Dr. Nash?“ – „Ständig.“
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Mr.Film 2012/02/09 15:57:01
Antwort löschenWenn schon eine wahre Geschichte dann auch mit wenigen Logiklöchern und gut umgesetzt...aber naja, kanns sonst verstehen was man an dem Film so toll findet.
American Psycho
Mr.Film 7.5 "Sehenswert" 2012/02/08 12:52:26
Was könnte entspannender sein als nach dem Feierabend ein schön kühles Bier zu trinken? Patrick Bateman(Christian Bale) hat da etwas gefunden, nicht unbedingt ein Hobby das die Runde machen sollte, doch er hat etwas gefunden. Seine (vorerst)unerklärbare Lust nach Blut die er aus seinen Opfern raushackt, sägt, beißt, stillt er in letzter Zeit immer öfter, Gewaltexzesse versüßen seinen Tag…
Was könnte entspannender sein als nach dem Feierabend ein schön kühles Bier zu trinken? Patrick Bateman(Christian Bale) hat da etwas gefunden, nicht unbedingt ein Hobby das die Runde machen sollte, doch er hat etwas gefunden. Seine (vorerst)unerklärbare Lust nach Blut die er aus seinen Opfern raushackt, sägt, beißt, stillt er in letzter Zeit immer öfter, Gewaltexzesse versüßen seinen Tag und lassen ihn sich lebendig fühlen. Patrick Bateman ist jedoch kein armer Verrückter, so wie man es sich nach der ersten Beschreibung vielleicht denken mag, er arbeitet an der Wall Street und behandelt seinen Körper nur mit den edelsten Hygienemitteln, bei ihm steht Schönheit und Reichtum im Vordergrund. Er und seine Freunde messen sich nicht in normalen Sachen wie Fußball, es werden Visitenkarten verglichen und wenn die eigene nicht so hochwertig wie die des anderen ist stürzt für Bateman eine Welt zusammen.
Bateman ist ein gestörter und dennoch ruhiger Charakter, eine Persönlichkeit die ihre dunkle Seite lange Zeit gut verstecken kann, da weiß man das nicht jeder diese Figur verkörpern könnte. Doch Christian Bale kann es. Und wie, er schafft es das man seinen Charakter faszinierend und doch ekelhaft abstoßend findet, nicht umsonst hat er den Chlotrudis Award(nicht unbedingt ein bekannter Award, aber besser als nichts) als bester Hauptdarsteller bekommen.
Ich persönlich habe das gleichnamige Buch nicht gelesen, jedoch haben es viele andere und diejenigen fanden dass man das Buch aufgrund der expliziten Gewalt und der ausufernden Erotik nur schlecht bis gar nicht verfilmen kann. Ich kann also auch keinen Vergleich ziehen, dennoch war „American Psycho“ in den Gewaltszenen sehr an die Nieren gehend, man hat zwar nicht alles gesehen, aber was sich im Kopf abspielt ist meist viel entscheidender. Bei den Sexszenen hat man sich dezent zurückgehalten(nicht umsonst sieht man da ein FSK 16), diese Sequenzen sind teilweise sogar eher zum Schmunzeln.
Was dem sonst gut durchdachten Film einen Abbruch tut ist der schleppende Anfang in dem man Patrick Bateman näher kennenlernt und ihn die erste halbe Stunde gar nicht versteht. Da man das aber mit zunehmender Laufzeit tut, lernt man den Anfang wohl auch erst mit weiteren Sichtungen zu schätzen(und das sage ich obwohl ich es größtenteils wirklich schwachsinnig finde wenn gesagt wird „Du musst den Film 3-4 mal öfters schauen damit er dir gefällt“).
„American Psycho“ ist mehr als ein netter Thriller, man fragt sich immer mehr was hier überhaupt los ist und wie man das nun verstehen soll. Eine klare Antwort kriegt man nicht, man wird mit einer großen Interpretationsfreiheit am Ende stehengelassen. Sehenswert ist der Film alleine schon wegen Bale, seine Performance des psychisch kaputten, emotional betäubten, könnte seine wohl beste Leistung überhaupt gewesen sein.
"Die Maske meiner Zurechnungsfähigkeit droht herunter zu rutschen"
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Punsha 2012/02/08 16:52:47
Antwort löschenHattest du hier und da einen kleinen Anflug von Zynismus? An zwei Stellen musste ich heftig lachen. :D Sehr schön!
J-Ross 2012/02/08 22:13:25
Antwort löschenBesonders deinem letzten Satz stimme ich zu. Bale hätte dafür 100pro einen Oscar verdient, zumindest eine Nominierung.
geheimer333 2012/02/08 23:39:33
Antwort löschenAlso das Buch ist gut wenn auch sehr brutal, SEHR brutal. Da gibt es so ne Stelle mit einer Ratte ^^
Mr.Film 2012/02/08 23:44:40
Antwort löschenSo das Buch hat mein Interesse auf sich gezogen. Wird besorgt :)
@Punsha: Schön wenns jemanden auffält :)
geheimer333 2012/02/10 12:00:09
Antwort löschenIst auf jeden Fall empfehlenswert. Aber schwer zu lesen...
Der Club der Toten Dichter
Mr.Film 7.5 "Sehenswert" 2012/02/05 16:09:06
„Der Club der toten Dichter“, ein Zusammenschluss Jugendlicher die sich mit Gedichten befassen, nicht mit Texten Bushidos, die sich mit dem Motto „Carpe Diem“ vertraut machen, nicht damit irgendwie ihr Leben rum zu kriegen. Über hundertdreißig Minuten wird einem zugerufen: „Du da! Ja, du! Werde ein Freidenker, tu was du willst und lass dir nicht von anderen sagen das es schlecht ist…
„Der Club der toten Dichter“, ein Zusammenschluss Jugendlicher die sich mit Gedichten befassen, nicht mit Texten Bushidos, die sich mit dem Motto „Carpe Diem“ vertraut machen, nicht damit irgendwie ihr Leben rum zu kriegen. Über hundertdreißig Minuten wird einem zugerufen: „Du da! Ja, du! Werde ein Freidenker, tu was du willst und lass dir nicht von anderen sagen das es schlecht ist was du willst.“ Diese Botschaft wird so herzlich verpackt, von Darstellern die allesamt sympathisch sind. Allen voran Robin Williams, der neue Lehrer an der Welton Academy. Auf dieses Internat werden die Schüler eigentlich geschickt um von schlechten Einflüssen geschützt zu werden, damit sie ohne Hindernisse ihren Karrieren als Anwälten, Bankern oder sonst was entgegen laufen können. Doch ausgerechnet dort, in Gestalt des Lehrers John Keating , werden die Schüler dazu animiert das in Frage zu stellen was ihre Eltern stellvertretend für sie entschieden haben. Zwar wird hier auch gerne viel und oft übertrieben, auch mit Klischees, dennoch tut es dem Film nur einen kleinen Abbruch, man hat Spaß, man lernt was dabei, das macht „Der Club der toten Dichter“ aus, das macht es zu etwas Besonderem. Die Poesie vermittelt die Botschaft eindrucksvoll, Gedichte und Zitate aus denen werden immer zu den richtigen Zeitpunkten eingesetzt. Eine der schönsten Inszenierungen gibt es auch, es wird gezeigt wie leicht man seine Sichtweise erweitern bzw. verändern kann, in Form dessen das Keating seine Schüler auffordert auf einen Tisch zu steigen, damit man das Leben aus einer anderen Perspektive sieht. Hört sich banal an, ist es aber nicht. Auch wenn man wohl nie so ein Internat und solche Schüler zu sehen bekommt, vor allem nicht in der heutigen Zeit wo man sich niemals in einer Gruppe treffen würde um Gedichte vorzulesen. Würde ich auch nicht. Doch dafür hab ich ja den Film. Realitätsfern, fast den ganzen Film über, doch eines ist es nicht. Die Aussage. Carpe Diem. Lebe den Tag, denn irgendwann liegst du unter der Erde und wirst von Würmern gefressen. Erkenne diese Botschaft nicht nur, nimm sie dir auch zu Herzen.
"Mir boten sich zwei Wege da, ich nahm den der weniger betreten war."
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Warrior
Mr.Film 9.5 "Herausragend" 2012/02/02 15:01:18
Ein Kunstwerk mit Blut und Schweiß von Gavin O'Connor gezeichnet, verziert mit Narben und Knochenbrüchen. Ein Gemälde das man über hundertvierzig Minuten betrachtet, bestaunt, bewundert, von dem man einfach nicht wegkommt, das nicht eine Sekunde enttäuscht. Mit so viel Leidenschaft und Hingabe gefertigt, doch ist es in Wirklichkeit ein Schlachtfeld der Gefühle und bitteren Enttäuschungen…
Ein Kunstwerk mit Blut und Schweiß von Gavin O'Connor gezeichnet, verziert mit Narben und Knochenbrüchen. Ein Gemälde das man über hundertvierzig Minuten betrachtet, bestaunt, bewundert, von dem man einfach nicht wegkommt, das nicht eine Sekunde enttäuscht. Mit so viel Leidenschaft und Hingabe gefertigt, doch ist es in Wirklichkeit ein Schlachtfeld der Gefühle und bitteren Enttäuschungen. Eine Kulisse gemacht für gefallene Persönlichkeiten, für wahre Helden.
Hier erlebt man kein nettes Sportlerdrama, die Gefühle werden in eine Waschmaschine geschmissen und im Schleudergang durchgewühlt, was das Dreiergespann Nick Nolte, Joel Edgerton und Tom Hardy hier abliefern lässt einen erschaudern, diese Charaktere haben so viel Facetten die so erstaunlich rübergebracht werden, das der Raum in dem man sitzt mitsamt der Atmosphäre bebt.
Die Geschichte scheint auf den ersten Blick weniger zu sein als sie wirklich ist, man muss sich als Zuschauer sogar ziemlich viel selber denken, denn vor allem Tom Hardy als Tom Conlon ist sehr wortkarg was sein früheres Leben in der gescheiterten Familie betrifft. Sein grandioses Schauspiel jedoch zeigt auf erstaunliche Weise was er in seiner Kindheit und in seiner Zeit als Marine durchmachen musste. Als er scheinbar gezwungenermaßen mit seinem Vater für das MMA-Turnier ‚Sparta‘ trainiert trifft er auch noch auf seinen Bruder, der ebenfalls am Turnier teilnimmt. Was die drei verbindet wird von Minute zu Minute klarer, der Atem wird immer schwerer.
Ich sitz hier vor meiner Tastatur, beobachte die Buchstaben die darauf geprägt sind, versuche Worte zu finden für das was ich gesehen, erlebt habe. Doch ich finde keine großen Worte. Eine Adjektivaneinanderreihung könnte ich einfügen, doch würden diese ganzen Wörter nicht das beschreiben können was ich wirklich erlebt habe. „Warrior“ ist wohl das intensivste Drama seit langem das auf mehreren Ebenen funktioniert. Es ist nicht nur das was man zu sehen bekommt, O’Connor hat bewusst ein paar Fragen offen gelassen, bewusst bestimmte Sachen nicht erwähnt, so dass man sich damit beschäftigen will und der Film einen immer mehr ergreift. Toll. Einfach toll.
„Klopf ab Tommy…es ist okay…“
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The Collector - He always takes one! und 1 weitere Filme ...
Mr.Film 6.0 "Ganz gut" 2012/01/31 21:30:52
The Artist
Mr.Film 4.0 "Uninteressant" 2012/01/29 18:45:10
Michel Hazanavicius ist mit seiner Idee im Jahre 2011 einen schwarz-weißen Stummfilm zu drehen aus der Masse gestochen und hat 10 Oscarnominierungen kassiert. Da ist man natürlich interessiert was sich hinter diesem Film mit dem Titel „THE ARTIST“ verbirgt, hinter einem Film der schon nach kurzer Zeit von vielen angehimmelt wird. Was ist so besonders an dem Film? Was beinhaltet der Film außer…
Michel Hazanavicius ist mit seiner Idee im Jahre 2011 einen schwarz-weißen Stummfilm zu drehen aus der Masse gestochen und hat 10 Oscarnominierungen kassiert. Da ist man natürlich interessiert was sich hinter diesem Film mit dem Titel „THE ARTIST“ verbirgt, hinter einem Film der schon nach kurzer Zeit von vielen angehimmelt wird. Was ist so besonders an dem Film? Was beinhaltet der Film außer eine Hommage an die Stummfilmzeit?
Man kriegt nichts zu hören, doch der Score der dann eigentlich an dieser Stelle das Ohr amüsieren sollte geht sehr schnell auf die Nervenstränge und man freut sich wenn es zu vollkommenen Ruhephasen kommt, und als ob das nicht reichen würde, kriegt man so viel Heiterkeit zu schlucken, das Dauergrinsen der Protagonisten das ab und zu mal doch etwas Dramatik unterbrochen wird ist kaum zum Aushalten. Dennoch waren die theatralischen Augenblicke noch schlimmer, denn in diesen Szenen kann „THE ARTIST“ nicht mal mit seinem Charme überzeugen.
Mehr als nett kann ich die Geschichte auch nicht bezeichnen, zwar wirkt die Atmosphäre, jedenfalls zu Anfang, sehr charmant auf den Zuschauer, doch erlangt man immer schneller die Erkenntnis das einem ein Klischeefeuerwerk geboten wird das sich in einer abgekupferten Story wiederfindet. Man badet sich im Ruhm vergangener Zeiten, das ist das was ich persönlich schade finde, man liefert zwar einen netten Film ab, für manche ein Meisterwerk, dennoch leistete Hazanavicius wenig dafür. Inszenatorisch hätte er auch noch ein paar Sachen verbessern können. Dazu werden außerdem die Tatsachen der wirklichen 20er verdreht, es wird eine gehörige Portion Zuckerglasur aufgetragen – der Zuschauer fühlt sich wohlig warm und geborgen, und somit glücklich.
Allein für Jean Dujardin finde ich keine bösen Worte, den Oscar kann er gerne kriegen, dafür hat er eine Menge getan. Nur die Grinsebacke hätte er nicht so raushängen lassen sollen.
„THE ARTIST“ fährt auf der Schiene zwischen dem Arthouse- und Mainstream Kino, damit macht man für den finanziellen Erfolg ziemlich viel richtig, doch an der Freude um den Hype möchte ich wirklich nicht teilnehmen, dafür gibt es auch gar keinen Grund. Eine Hommage muss nicht zwingend eine gute sein.
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hoffman587 2012/01/29 19:04:17
Antwort löschenIch glaub, den lass ich dann doch lieber im Kino aus. ;)
Oceanic6 2012/01/29 19:08:47
Antwort löschenNe, hoffi, das wäre der größte Fehler deines Lebens! ;)
hoffman587 2012/01/29 19:11:17
Antwort löschenGlaub ich nicht, denn das wäre...ähm das wäre....ja was wäre das denn...da bin ich jetzt überfragt. Ähm gebt mir ein bisschen Zeit ich überleg mir was. ;-)
Oceanic6 2012/01/29 19:42:32
Antwort löschenDa kann ich natürlich nichts Gegenteiliges sagen, am besten ist es aber, sich beide anzuschauen ;)
Mr.Film 2012/01/29 20:44:07
Antwort löschenDas übersteigt jetzt meinen Horizont, was ist denn ein Talkie?
horro 2012/01/29 20:57:21
Antwort löschenherrlich ... da kommen mal gleichzeitig zwei sehr unterschiedliche aber durchaus sehenswerte Filme ins Kino und wir streiten uns hier, welchen man auslassen soll ... ich erinnere euch gerne bei der nächsten monatelangen Durststrecke in Sachen innovativem Kino daran :)
Punsha 2012/01/29 22:12:53
Antwort löschenIch hör da lieber auf Oceanic. Dass übertrieben mit Mimik und Gestik gearbeitet wurde (bzgl. Grinsen), ist doch für Stummfilme völlig normal...alles andere bleibt abzuwarten. Ich freu mich nach wie vor. :)
Mr.Film 2012/01/29 23:03:46
Antwort löschenDarüber hab ich nichtmal viele Worte verloren, weil ich eben das weiss. Freu dich, siehst ja das der Film sonst gut ankommt.
JimiHendrix 2012/01/29 23:52:31
Antwort löschenha! hatte ich mir doch fast gedacht, ich vermute mich würde das ebenfalls nerven. mutige kritik :)
Mr.Film 2012/01/30 01:36:55
Antwort löschenKann leicht passieren, das ist wahr. Da haste Recht, seine Meinung hier preiszugeben ist ab und zu wirklich mutig^^
horro 2012/01/30 01:40:13
Antwort löschenach was, jedem seine Meinung ... leben und leben lassen :)
phoenix409 2012/01/30 12:02:23
Antwort löschenSo können die Meinungen außeinandergehen... ich hab jetzt schon Schwierigkeiten mir vorzustellen, es könnte noch nen besseren Filmscore dieses Jahr geben.
Mr.Film 2012/01/30 16:18:54
Antwort löschenDas er dir gefällt war mir klar, hätte ihm ja auch gerne mehr abgewonnen.
Pusher 3
Mr.Film 8.0 "Ausgezeichnet" 2012/01/28 15:07:22
Das Ende der Trilogie, oder auch der Tag des jüngsten Gerichts, in dem diesesmal Milo(Zlatko Buric), der Gangsterboss gerichtet wird. In Sachen Beklemmung und Kontroverse werden die ersten zwei Teile in den Schatten gestellt, die Vorgänger haben nur ahnen lassen was in dem zerstörerischen Finale auf einen wartet. Es wird die Figur vorgestellt die während den ersten Teilen schon öfters die Fäden…
Das Ende der Trilogie, oder auch der Tag des jüngsten Gerichts, in dem diesesmal Milo(Zlatko Buric), der Gangsterboss gerichtet wird. In Sachen Beklemmung und Kontroverse werden die ersten zwei Teile in den Schatten gestellt, die Vorgänger haben nur ahnen lassen was in dem zerstörerischen Finale auf einen wartet. Es wird die Figur vorgestellt die während den ersten Teilen schon öfters die Fäden gezogen hat und als Boss und (Hin)Richter betitelt wird. Doch die sympathische und kaltschnäuzige Persönlichkeit des Milo, die man am Anfang nur erahnen konnte, baut sich zu etwas viel Größerem aus. Weiterhin spielt die Geschichte im Untergrund, doch auf einer deutlich höheren Ebene als sie Frank(e) und Tonny je erreicht hätten.
Den Milo den man aus den Vorgängern kennt, dem es immer prächtig ging wenn man ihn sah, den gibt es nicht mehr. Er ist zu einem Mann geworden der im Kampf gegen die Drogen(Entzug) und in einem noch erbitterterem Kampf für die Drogen(die neue Generation macht ihm das Geschäft streitig) steht. In Teil 1 wurde erläutert wie ein Drogengeschäft zustande kommt und wie sich so etwas entwickelt, Teil 2 beschäftigt sich stark mit der Drogensucht an sich, in Teil 3 kommen wir nun zum Endstadium, nein nicht der Tod als Junkie, sondern die Einsicht eines Abhängigen und der Wille etwas zu ändern. Der Entzug, die Entgiftung, die vor allem für einen Drogenboss nicht leicht zu bewältigen ist. Und dann ist da auch noch der Geburtstag der Tochter, wo er für über 50 Leute kochen und organisieren muss, nebenbei wird ein Deal abgewickelt der nicht so reibungslos abläuft wie er es sich an diesem Tag gewünscht hat. Es ist abzusehen das Milo das nicht durchsteht und es irgendwann zu einer Katastrophe kommt.
Refn formt Milo zu dem interessantesten Charakter der ganzen Trilogie, ein geplatzter Deal versetzt ihn in die gleiche Lage in die Milo Frank versetzt hatte, er hat Schulden und muss dieses Problem lösen. Schnell.
Die Härte des Films ist nicht unbedingt das was man sieht, es ist das was man mit Milo durchleidet. Wo Frank im ersten Teil noch über 1 Woche Zeit hatte das Geld zu besorgen, muss Milo das an einem Abend machen, und das unter einem gewaltigem Druck. „Pusher 3“ strapaziert die Nerven des Zuschauers, das in jedem Fall, denn entweder findet man es langweilig was man dort sieht oder man erträgt den Schmerz den auch Milo erfahren muss. Es ist vor allem eine Qual weil Refn den Film so unfassbar ruhig gestaltet hat, die Kamera bewegt sich nicht viel, sie bleibt immer am Protagonisten und deren Taten kleben, der schrille Score unterstützt die dramaturgische Wirkung nur umso mehr.
Die Leichenbeseitigung ist wohl das beste Beispiel für solch eine Szene. In zermürbenden Minuten muss man in Einstellung um Einstellung mit ansehen wie auf sauberste Weise eine Leiche ausgeblutet und zerstückelt wird. Das Gehirn frisst solche Bilder wie der Müllzerkleinerer die Eingeweide. Hilfe kann Milo alleine von seinem alten Freund Radovan(absolut starker Typ von dem ich in der gesamten Trilogie am liebsten noch mehr gesehen hätte)erwarten, er war Milos Auftragsschläger der ein Wunsch nach einem eigenen Restaurant hegte. So sehr ich es ihm in Teil 1 wünschte, so sehr freute ich mich als ich ihn und sein erfülltes Ziel dann gesehen habe.
Teil 3, eigentlich die ganze Trilogie, wird nach dem Schauen noch lange im Kopf nachhallen, Refn hat sich furchtlos an dieses schwere Thema herangewagt und es so famos und höchst dramatisch umgesetzt. Es brauchte mal wieder keine Effektüberschüttung, es brauchte einfach nur Persönlichkeiten deren Tiefgang bis nach China reichen und eine Story die so viele rote Fäden verfolgt dass einem schwindlig wird.
Franke, Tonny, Radovan und Milo und sein Essen muss man einfach kennengelernt haben.
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Mr.Film 2012/01/28 17:35:32
Antwort löschenWenn ich ihn mal besuchen darf beiß ich auch in den sauren Apfel und ess was von ihm :)
Pusher II: Respect
Mr.Film 8.0 "Ausgezeichnet" 2012/01/27 12:32:26
"Pusher II" ist noch härter, noch realer, noch ergreifender und noch deprimierender. Und er ist mit Mads Mikkelsen. Dieses Mal wird Frank, aus dem ersten Teil, vollkommen ausgelassen und der Fokus wird auf Tonny(Mikkelsen) gelegt. Daran erkennt man schon mal das Refn keine normale Trilogie drehen wollte, er hat die Geschichte aus Teil 1 nicht stur weiter verfolgt, er ist ganz neue Ansätze…
"Pusher II" ist noch härter, noch realer, noch ergreifender und noch deprimierender. Und er ist mit Mads Mikkelsen. Dieses Mal wird Frank, aus dem ersten Teil, vollkommen ausgelassen und der Fokus wird auf Tonny(Mikkelsen) gelegt. Daran erkennt man schon mal das Refn keine normale Trilogie drehen wollte, er hat die Geschichte aus Teil 1 nicht stur weiter verfolgt, er ist ganz neue Ansätze angegangen – klar, ein gewisses Risiko besteht, denn so was kann leicht mal in die Hose gehen, aber er hat seine Idee gekonnt umgesetzt.
„Du sollst nicht stehlen.“ Dieses Gebot wird knallhart ignoriert, sei es Autodiebstahl oder eine kleine Ausraubung der Minibar des Freundes. Mit ehrlichen Sachen haben die Protagonisten auch hier nicht viel am Hut. Nebenbei stecken sie ihre Nasen noch öfters in den weißen Schnee – nein wirklich, hätte man daraus ein Trinkspiel gemacht: „Immer wenn die eine Line ziehen trinken wir einen kurzen“, man würde schon nach einer halben Stunde im süßen Land der Träume verweilen. Oder auch vor der Kloschüssel.
Man könnte meinen das genau das die ganze Sache unrealistisch macht, jedoch kommt man gar nicht erst auf den Gedanken, denn die Charakter sind so kaputt und so am Ende das man alles nachvollziehen kann.
Wie gesagt übernimmt dieses Mal Mads Mikkelsen die Hauptrolle, er spielt Tonny der grade erst aus dem Knast gekommen ist und im Geschäft seines Vaters Fuß fassen möchte. Dort will er vor allem die nötige Anerkennung und Zuneigung von seinem Vater gewinnen die er nie hatte. Und dann wäre da auch noch seine drogensüchtige Exfreundin, die ihm seinen neugeborenen Sohn vor die Nase hält.
"Pusher II" wurde mit echten Straftätern besetzt, dass macht die ganze Sache natürlich umso authentischer(in „City of God“ hat dieses Prinzip schon sehr gut funktioniert) und schauspielerisch kann sich das auch sehen lassen. Dennoch kann es absolut keiner mit Mikkelsen aufnehmen, was er seinem Charakter alles abverlangt ist ganz groß, er verkörpert eine so ergreifende und (anfangs) schwer verstehende Person die mit so vielen Gesichtern durch den Film trottet. Er stellt (erneut) eine gescheiterte Existenz dar, und dennoch bettelt er nie nach Mitleid, erträgt jeden Schlag in die Magengrube, seien es die Prostituierten die ihn auslachen weil er keinen hoch kriegt, oder sein Vater der ihn immer wieder als einen Nichtsnutz hinstellt. Wieder einmal wird das Tattoo, „RESPECT“, das er auf seinem kahlen Hinterkopf trägt, zu einer Farce. Niemand hat vor Respekt ihm, und so wird es schwer für Tonny Respekt zu zeigen. Sein Leben wäre nicht so verkommen wenn er wenigstens eine gute Beziehung zu seinen Eltern hätte, jedoch ist seine Mutter verstorben und mit seinem Vater führt er einer der schwierigsten Vater-Sohn-Beziehungen die man jemals gesehen hat.
Actionfetischisten kommen auch beim zweiten Teil der Trilogie nicht auf ihre Kosten, so etwas braucht man an aber auch nicht wenn die Charaktere und deren Handlungen so faszinierend sind. Es ist einfach etwas ganz anderes was man in diesem Film zu sehen bekommt, Refn liefert keinen schablonenhaften Gangsterstreifen ab, er hegt Zuneigung zu seinen Figuren und das spürt man die ganze Laufzeit über.
Ich musste mir bei einem Gangster/Drogendrama nie eine Träne verkneifen. Warum auch? Was könnte einen dazu bringen? Ganz einfach: Es ist das Baby was Refn mit eingebaut hat, und jeder der sagt das dies nicht in so einen Film reinpasst liegt falsch, natürlich tut es manchen Szenen weh hinzuschauen, doch das absolut grandiose, herzerwärmende Finale macht alles vergessen und man möchte Refn persönlich für das tolle Ende danken. Mikkelsen verleiht seiner Persönlichkeit so viel Tiefgang wie es selten jemand in dem Genre geschafft hat. Einfühlsam und (un)menschlich in jeder Sekunde.
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Punsha 2012/01/27 15:30:20
Antwort löschenAh, Mikkelsen spielt also die Hauptrolle diesmal. Wäre so vielleicht doch einen Blick wert. Mit dem ersten Teil konnte ich leider wenig anfangen...
Murphante 2012/01/27 15:51:07
Antwort löschen@Punsha ... ich hab vorher mir "In China essen sie Hunde" angesehen ( den ich wärmstens empfehlen kann ;-) ) und ich find den Hauptdarsteller sooo cool ...
http://www.youtube.com/watch?v=VFI8fWtYO7Y
mit Kim Bodnia als "Harald" und den coolen Köchen ;-)
seitdem schau ich mir jeden Film an ...
"Dänische Delikatessen" muss man auch gesehen haben ;-)
Mr.Film 2012/01/27 17:05:11
Antwort löschen@Punsha: Teil 1 war in meinen Augen schon toll, aber hier gabs ne riesen Steigerung. Bin auf Teil 3 gespannt, dort spielen meine 2 Lieblinge aus Teil 1 die Hauptrollen :)
@Murphante: Dänische Delikatessen sind super, kann ich so unterschreiben. In China essen sie Hunde muss ich auch sehen, hach die Dänen sind Klasse :)
Punsha 2012/01/27 17:14:23
Antwort löschenSoso...wird wohl trotzdem noch eine Weile dauern, bis ich den mir ansehe. Da haben andere Filme erstmal Vorrang. Übrigens: Mit "In China essen sie Hunde" konnte ich ebenfalls wenig anfangen. :D Offensichtlich nicht ganz mein Humor...
Murphante 2012/01/28 07:17:46
Antwort löschen@Punsha Najaaa kann ja nicht jeder so sadistisch und schwarz humorig veranlagt sein ... ich find den Style mal so richtig genial ... aber du kannst es ruhig zugeben das du die Dänen nicht magst ;-) ... "denn Dänen lüüüüüüügen nicht" ( Otto Walkes )
@Mr.Film Flickering Lights war auch schön anzusehen, alle Charaktere auf einem Haufen und man schwelgte dabei in Erinnerungen ... was gabs noch von denen ... "Bleeder" hab ich noch in der Sammlung "In China essen sie Hunde 2" ist ein Muss, kommt aber an den ersten Teil nicht ran ... dennoch sollte man sich den anschauen ... I love Harald :-D
Murphante 2012/01/28 07:19:06
Antwort löschenAch was mir noch einfällt ... ein absoltuer Burner ... Jungs den müsst ihr Euch reinziehn ... obwohl das wird bestimmt auch nicht Punsha´s Humor sein ;-) ... "Adams Äpfel" :-D genial ;-)
Punsha 2012/01/28 12:17:16
Antwort löschen"Adams Äpfel" fand ich okay ganz nebenbei. Und jetzt hör auf mich herauszufordern. :D
Pusher
Mr.Film 7.5 "Sehenswert" 2012/01/26 13:24:12
Drogen, Drogen, Drogen und Schulden, Schulden, Schulden. Eine schlechte Mischung wie Guttenberg und ehrliche Arbeit, wie Reiner Calmund und kalorienarmes Essen, wie...eine schlechte Mischung eben. Vor allem nicht wenn die Summe ins 6 Stellige geht. Das merkt auch Frank(Kim Bodnia). Er hat sich es wegen einem verpatzten Drogenschäft mächtig bei dem Gangster Milo(Zlatko Buric) verscherzt. Was anfangs…
Drogen, Drogen, Drogen und Schulden, Schulden, Schulden. Eine schlechte Mischung wie Guttenberg und ehrliche Arbeit, wie Reiner Calmund und kalorienarmes Essen, wie...eine schlechte Mischung eben. Vor allem nicht wenn die Summe ins 6 Stellige geht. Das merkt auch Frank(Kim Bodnia). Er hat sich es wegen einem verpatzten Drogenschäft mächtig bei dem Gangster Milo(Zlatko Buric) verscherzt. Was anfangs noch eine stabile Freundschaft darstellte, entwickelt sich mit der Zeit zu einer Hassliebe wo die „Liebe“ jedoch immer mehr verblasst.
„Pusher“ wird gerne als die dänische Variante „Goodfellas“ dargestellt, das möchte ich nicht unbedingt unterstützen. Es geht um Drogenhandel, zwar auch in einem Gangstergewerbe, jedoch gehen einem dann auch schon die Vergleiche aus. Dort wird nämlich eine Geschichte erzählt die über Jahrzehnte geht, hier jedoch wird 1 Woche zusammengefasst. „Pusher“ gehört jedenfalls in dieses Genre „Gangsterfilm“ und sticht dennoch extrem stark aus der Menge. Das vor allem wegen der Authenzität die Refn so gut wie möglich rüberbringen wollte. Hat er geschafft. Man sieht die Coolness der Darsteller und riecht gleichzeitig ihren Angstschweiß. Es gibt keine Schonungsphase, nicht für Frank, nicht für den Zuschauer, man sitzt in diesem bitterbös wirkenden Drogenthriller fest und muss diesen ganzen Mist mit Frank durchstehen. Währenddessen entdeckt man mehr als Franks eigenes, verkommenes Leben, wo man nur hinschaut, welcher Person man auch in die Augen blickt –überall liegen gescheiterte Existenzen verteilt. Junkies und weitere Drogendealer…hat man alles schon mal gesehen, aber die Atmosphäre die mit dieser Realitätsnahen Fassade zusammen wirkt lässt das Ganze viel düsterer und aggressiver wirken. Man ist immer wieder von dieser erschreckenden Brutalität geschockt.
Was „Pusher“ sehr einzigartig (und eigenartig) macht, sind die Charaktere die ich für meinen Teil noch nie so gesehen habe. Man mag irgendwie gar keinen. Und doch mag man alle. Das liegt daran das (fast) alle Charaktere so facettenreich sind und man immer wieder ein neues Bild von Ihnen kriegt. Ein gutes Beispiel dafür stellt wohl Franks bester Freund Tonny(Mads Mikkelsen, seine erste „große“ Rolle(die er auch gut gemeistert hat)) dar, bis zum Drogengeschäft das verpatzt wird sind er und Frank unzertrennlich und können über alles reden, doch sobald die Cops eingreifen packt er aus. Da sollte er seine Tättoowierung, RESPECT, die er auf seinem kahlen Hinterkopf trägt, nochmal überdenken, denn es spricht nicht dafür dass er Respekt vor seinem Freund hat wenn er ihn sofort verpfeift. Doch die Charaktere würden nicht ohne die richtigen Darsteller zur Geltung kommen. Der Cast war klasse, bis auf ein paar Außnahmen schaut man einfach jedem gerne zu, in mein Herz habe ich Slavko Labovic geschlossen, ein Schläger der am liebsten ein Restaurant eröffnen möchte, hach, so was ist doch schön.
„Pusher“ hat mich etwas vergewaltigt zurückgelassen. Unverblümt wird einem die ekelhafte Welt des Drogengeschäfts ins Gesicht geschmissen. Doch faszinierend war’s allemal.
bedenklich? 15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten
Sheeeeep 2012/01/26 14:00:05
Antwort löschenSteht auch auf meiner To-Watch Liste ganz oben! Kim Bodnia ist mein Held :)
stuforcedyou 2012/01/27 10:34:05
Antwort löschenHab den vor Jahren mal gesehen und fand de damals eher mau, wird wohl Zeit für ein zweites Mal.
Das Ding aus einer anderen Welt
Mr.Film 7.0 "Sehenswert" 2012/01/25 11:51:29
Es ist ja schon etwas komisch wenn man auf einmal zwei Norweger sieht, mitten in der Antarktis in der Nähe einer amerikanischen Forschungsstation, die mit Gewehren bewaffnet einem Husky hinterherrennen. Da fragen sich natürlich auch die 12 Wissenschaftler dieser Station was da los ist. Durch eine unglückliche Fügung werden die Norweger erschossen – nur der Husky bleibt. Doch die Frage nach…
Es ist ja schon etwas komisch wenn man auf einmal zwei Norweger sieht, mitten in der Antarktis in der Nähe einer amerikanischen Forschungsstation, die mit Gewehren bewaffnet einem Husky hinterherrennen. Da fragen sich natürlich auch die 12 Wissenschaftler dieser Station was da los ist. Durch eine unglückliche Fügung werden die Norweger erschossen – nur der Husky bleibt. Doch die Frage nach dem, was denn mit dem Husky so verkehrt sei, dass man ihn erschießen will, bleibt erstmal aus…
Was Carpenter hier fabriziert hat ist, das kann man nicht anders sagen, beeindruckend. Damit meine ich in erster Hinsicht die Effekte die er und sein Team gebastelt haben. Und das in den 80ern. Respekt. Da war ich doch ziemlich baff, und die Aussage „Carpenter hat das Genre extrem weitergebracht“ kann ich nur bestätigen. Die hübsch anzuschauenden Specialeffects können auch heute noch mit Filmen ist aus dieser Zeit mithalten, die Crew der Tricktechnik ist mindestens genauso bewundernswert wie die Crew der 12 Forscher die mit „dem Ding“ kämpfen müssen. Und obwohl ich für diese Abteilung grade sehr viel Lob ausgeschüttet habe, muss ich zugeben dass es mich horrormäßig nicht so berauscht hat wie die Technische Leistung. Wenn ich ehrlich bin, bin ich nur einmal auf der Couch hin und her gerutscht: Nämlich als sie sich Blut abzapfen wollten und sich davor in den Daumen geschnitten haben. Horror pur.
Der Horrorfaktor blieb also zum Teil aus, doch fand ich es sehr interessant wie Carpenter mit den Urängsten der Menschen gespielt hat: Die Kulisse einer einsamen Forschungsstation mitten in der Antarktis, keine Zivilisation, ein unbekanntes, gefährliches Wesen, das von Minute zu Minute steigende Gefühl des Misstrauens. Deswegen fand ich es auch stark wie man die Persönlichkeitsentwicklungen der Forscher beobachten konnte, ich glaube jeder hat sich in irgendeinen der Wissenschaftler hineinversetzen können.
Was mich aber enttäuscht hat war, dass ich für meinen Teil keinen richtigen Spannungsbogen erkannt habe, klar die eisige Atmosphäre war ganze Zeit über präsent, jedoch wird so dermaßen mit Action imponiert, das eben diese angsterfüllende Atmosphäre mehr in den Hintergrund gedrängt wird. Da freut man sich allerdings umso mehr wenn diese zum Ende hin wieder auftaucht – und das wie! Vor allem ist es wunderbar wie die zynische Szene zum Schluss mit dem Ambiente harmoniert.
Carpenter hat einen super Cast ausgewählt, Kurt „der Bärtige“ Russel ist in Topform und sowieso zeigt jeder was er kann. „Das Ding“ konnte ich ziemlich viel abverlangen, dass überraschte mich da ich dem Sci-Fi Genre eher passiv und skeptisch gegenüberstehe. Da fragt man sich doch wirklich was heutzutage mit Carpenter los ist, „The Ward“ zum Beispiel war nämlich eine Fremdschäm-Nummer der übelsten Sorte.
"Endlich ne angenehme Temperatur hier im Lager. Wird sich aber nicht lange halten." - "Wir uns auch nicht."
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SoulReaver 2012/01/25 12:18:12
Antwort löschenSo isses. Carpenter will mit der Zeit gehen und sich selbst treu bleiben. Das passt einfach nicht zusammen.
Rampage - Rache ist unbarmherzig
Mr.Film 2.0 "Ärgerlich" 2012/01/24 17:18:54
Scheiße, meine Eltern lieben mich, wollen mich unterstützen und stehen immer hinter mir, ich habe einen besten Freund der trotz meiner vielen Macken zu mir steht. Außerdem kotzt es mich an das mein Chef das von mir verlangt was im Arbeitsvertrag steht – nämlich das ich arbeite. Und als könnte der Tag nicht noch beschissener werden, der Kaffee hat nicht genug Schaum und die Kellnerin hat ausversehen…
Scheiße, meine Eltern lieben mich, wollen mich unterstützen und stehen immer hinter mir, ich habe einen besten Freund der trotz meiner vielen Macken zu mir steht. Außerdem kotzt es mich an das mein Chef das von mir verlangt was im Arbeitsvertrag steht – nämlich das ich arbeite. Und als könnte der Tag nicht noch beschissener werden, der Kaffee hat nicht genug Schaum und die Kellnerin hat ausversehen etwas ausgeschüttet! Nein, ich rede mit niemanden darüber, solche Probleme hat keiner, sowas versteht doch keiner…doch ich weiß was mich befriedigen könnte, etwas was meine Wut auf die Gesellschaft zum Ausdruck bringt - ein Amoklauf! Jaha, wenn das mal nicht die beste Idee meines Lebens ist und damit bekämpfe ich auch immerhin die drückende Langeweile in meinem Leben.
Kritik kann der Film ja haben, ja in Wirklichkeit trägt fast jeder Film eine bestimmte Kritik in sich, doch es kommt vielmehr drauf an wie diese verpackt wird. Die Verpackung ist beschissen. Nicht so beschissen wie bei dümmlichen Weihnachtsgeschenken wo man dann wenigstens auf einen tollen Inhalt hoffen darf, nein so beschissen das wenn man das Geschenk aufmacht auch einen Scheißhaufen erblickt. Wenn man sich das bildlich vorstellt ist das immer noch schöner als der Film. Die Kritik die man präsentieren will, nämlich die an der Gesellschaft, werden einem ins Gesicht gedrückt, damit meine ich das Herr Boll auch gleich Reklametafeln mit der Aufschrift: „Hier! Hier! Schau mal! Hier! Hier isse die Kritik!“ einblenden hätte lassen können. Da machen es die Filme besser in denen die Kritik nicht so offensichtlich und doch besser platziert wird. Aber ok, ich würde ja gar nicht meckern wenn man die ganze Sache mit der Infragestellung wenigstens ordentlich hinbekommen hätte. Hat man aber nicht. Da hat man sich nämlich so dümmlich angestellt, das kann, nein, das darf man gar nicht ernst nehmen, es kotzt mich wirklich an wenn man das Thema so oberflächlich angeht. Das ist schonmal der halbe Todesstoß bei solch einer Art Film.
„Rampage“ ist ein Film der von einem Amoklauf handelt. Der wird logischerweise von einem unzufriedenen Bürger veranstaltet. Da darf man doch wenigstens erwarten das einem die Sichtweise des Amokläufer richtig dargestellt wird, die Gründe, weshalb er das nämlich macht, werden zu Anfang mal ganz schnell abgehakt damit man sich auf die Schulter klopfen kann und nebenbei sagen darf das nichts fehlt. Die Figurenzeichnung ist scheiße. Punkt. Doch dieser Punkt MÜSSTE einfach stimmen, man will sich doch mit dem Charakter des Amokläufers auseinandersetzen. Somit wird aus dem halben Todesstoß ein Selbstmord. „Rampage“ hat sich selbst hingerichtet. Das finde ich sogar schade, denn so ein schwieriges Thema hätte man wirklich gut, vor allem Problemansprechend, machen können, doch hier wird das Thema nicht nicht ernst genommen und zu einem Actionkracher umfunktioniert. Die Punkte gibt es für das Ende, was nichts entschuldigt was den ganzen Film über falsch gemacht wurde, aber dennoch gar nicht übel war. .:.
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Gästebuch
Tjeorrmy 2012/02/08 12:29:52
Blog macht einen wirklich super Eindruck. Werde mit der Zeit, des öffteren vorbei schauen. Grüße Tj.
seven 2012/02/08 11:48:57
Hey!
Herzlichen Glückwunsch zu deinem Blog, sieht fantastisch aus! :-)
Lg von seven
alex023 2012/02/07 23:04:09
Ach, da haste den ja tatsächlich heute geschaut. :D
Aber ja, genauso seh ich das auch. (:
Coach T 2012/02/07 21:50:24
Auch alles Okay;)
Stimmt :D Meine sind aber zum Teil auch wirklich seltsam!
Oh, AP "nur" 7.0 Points aus Germany?
alex023 2012/02/07 21:10:03
Achja, und ich bin gespannt, was du von "American Psycho" hältst. Ich war ein wenig enttäuscht, da ich den auf Empfehlung von geheimer333 geschaut hatte, der den "damals" noch als Lieblingsfilm gelistet hatte. Gab dann noch 'ne 7,0 für Christian Bale und die Idee, die nette Umsetzung und die Atmosphäre. Aber auch kein richtiger Kracher, wie manche ihn beschreiben. (:
alex023 2012/02/07 21:08:27
Ja, du hattest mir doch irgendwann mal von Joe "Brick", "Mysterious Skin" und eben "Manic" empfohlen. Hab ich jetzt endlich alle durch. Und der war eigentlich richtig super, sonst würde ich da keine 7,0 vergeben. :)
Ist nur halt kein Überfilm. (:
Coach T 2012/02/07 13:03:15
Ahoi, Kev! ;)
Wie gehts, wie stehts?
Ne Frage: Sind die "100 Filme" oben die aus "Deine Top100 Filme" oder selbst zusammengestellt?
Bin mal gespannt, was du von 'A Beautiful Mind' hältst! Da spalten sich ja die Meinungen. Ich finde den echt stark! Und 'Inside Men' ebenso. 'American Psycho' muss ich auch noch schauen.
*frenzy_punk<3 2012/02/05 02:04:26
http://www.youtube.com/watch?v=0RZrxwkEukE&feature=related
:PPPPPPPPPPPP
hoffman587 2012/02/04 15:33:21
Und so ist es richtig, ich wiederhole mich, aber die Besten habe seit ihrer Lebenszeit nie einen Ocar gesehen, Lynch hat ihn nie gewollt, und Mastroianni wurde nicht mal für seine größten Rollen, da tröstet es schon, dass Bergman in Cannes zum besten Regisseur aller Zeiten gekürt wurde. :)
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